Indiana Tribüne, Volume 27, Number 76, Indianapolis, Marion County, 19 November 1903 — Page 6

Jvia,ia Tribünl, i9. November 1903.

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Europäische Nachrichten.

SacHl,. Dresden. Im nahezu vollendeten 75. Lebensjahre ist hier Fabrikbesitzer Karl Julius Klaebe gestorben. Im öffentlichen Leben entwickelte der Entschlafene eine mehrfache ersprießliche Thätigkeit. So gehörte er dem Stadtverordneten-Collegmm 17 Jahre lang bis Mitte der MrJahre an. Die Buchbinder - Innung vereinigte ihre Meister und deren Angehörige M kleinen Saale des Gewerbehauses anläßlich des 50jährigen Meisterjubiläums von ??. A. Kakschke. Der Jukilar wurde durch Ernennung zum Ehrenmeister geehrt. A u e x. V. D:e goldene Hochzeit sei erten der Webermeister August Günther und Frau. B r e i t e n a u. Maurer Hinlelmann stürzte von einem Gerüst eines Neubaues und erlitt dabei tödtliche Verletzungen. Chemnitz. Die hiesige Strafkammer verurtheilte den Verwalter des Haltepunktes Buchholz bei Annaberg, Reinhardt, der angeklagt war, das Eisenbahnunglück auf dem Haltepunkt Vuchholz am 24. Juli, bei dem 5 Per sonen getödtet und eine Anzahl verwundet wurden, verschuldet zu haben. zu 9 Monaten Gefängniß, Dovon 6 Wochen als durch die Untersuchunghaft verbüßt in Anrechnung kommen. Dösen. Mehrere Kinder entzundeten einen Haufen Hobelspähne, wobei sich der 5 Jahre alte Sohn des Maurerpoliers Mentzel derartig verbrannte, daß er im Krankenhause zu St. Jacob starb. Eckartsberq. Der rn den 40er Jahren stehende Tagearbeiter Nizdorf hat sich erhängt. Freiberg. In Bad Nauheim, wo er von langer Krankheit Erholung suchte, ist Stadtrath und Fabrikbesitzer Moritz Stecher von hier verschieden. Der Verstorbene, einer der größten Industriellen der Stadt, hat viele Jahre bindurch seine Kräfte dem städtischen Gemeinwesen gewidmet. Großdöbschütz. Hausbesitzer und Maurer Joseph Maiwald erschoß sich in seiner Wohnung. L e u b n l tz. Feuer zerstörte hier die Ziegelei der Firma Hattinger & Trosch. Hessen yarmsradr. D a r m st a d t. Nunmehr sind es 25 Fakire, dan Josef Steameier bei der FirmaGg. Weber, Weinhandlung hier, thätig ist. Er wußte sich stets durch Fleiß und Pflichttreue die Zufriedenhelt seines Arbeitgebers zu erwerren. Dem Monteur bei der Preußischen und Hessischen Staatscisenbahn Karl Sinket wurde aus Anlatz leinet rnsetzung in den Ruhestand in anbetracht semer 40iabuaen Dienstzeit die suberne Auszeichnung für treue Dienste verliehen. Vingen. Die Eheleute Joseph Thouvenin und Josephine Thouvenin, qeb. Lehdecker. feierten das Fest ihrer silbernen Hochzeit. C r u m st a d t. Der mesiae WaanermeisterGeora Sebermehl VII.. Vater von vier unmündigen Kindern, hat sich am Kirchweihtag infolge Mißlicher Verhältnisse in seiner Scheune erhängt. F r l e d v e r g. Be, einem Brande, durck den das Besiktbum des LandWirthes Ulrich zerstört wurde, sind seine beiden Söhne im Alter von 4 bezw. 7 Jahren in den Flammen umgekommen. Groß - Gerau. Kirchenrath Nebel, welcher seit Juli 1875 hier als Pfarrer thätig gewesen ist. ist auf seinen Wunsch am 1. November d. I., an welchem Tage er vor W Jahren m den Dienst der hessischen Landeskirche eintrat, in den wohlverdienten Ruhestand getreten. 'Nnerrr. A n s b a ch. Dem Stationsdiener Krauß wurde von einem nach Nürnberg fahrenden Personenzug ein Bein abgefahren. V a y r e u t h. Commercienrath Eduard Steingräber, der Senior der bayerischen Klavier-Fabnkanten und Gründer der bekannten und berührnten Firma Steingräber und Söhne", feierte im Kreise seiner Familie hier seinen 80. Geburtstag. G e r o l d s b a ch. Der Gendar-merie-Sergeant Leonhard Grimmeißen hier beging sein 24jahriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß wurde ihm das Dienstauszeichnungskreuz 2. Klasse verliehen. Großdinghar'ting. Das 2i.jährige Kind der Oekonomseheleute Pauly, das in der Nähe des inmitten des Dorfes befindlichen WeiHers spielte, wurde plötzlich vom Sturme erfaßt und in den Weiher geworfen, in welchem es ertrank. K a st l. Der 26 Jahre alte Bauer Georg Marx von Winn wurde vom hiesigen Schöffengerichte wegen RohHeitsvergehens, begangen an semer Frau und seinem Schwiegervater, und wegen Thierquälerei zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. Als Marx sich auf den Heimweg begab, begegnete ihm die ILjährige Dienstmagd Bar bara Gottschalk von Traunfeld, die aus dem Krankenhause entlassen worden war. Sie trug den Arm in der Binde, und Marx gesellte sich zu ihr, um sie ein Stück zu begleiten. In Lauterhofen zahlte er einige Glas Bier, danach verließen eide diesen Ort. Etwa ejne halte Stunde entfernt (bei

Pekenkofen) bearbeitete Mar? die Gottschalk, nachdem er ihr den Mund mit Moos verstopft hatte, in bestialischer Weise mit den Stiefelabsätzen, durchschnitt ihr den Hals und bohrte den Regenschirm in die Schnittwunde. Dann ließ er das Mädchen liegen und machte sich auf den Heimweg. Kinder, die Beeren suchten, fanden im Gehölze an der Straße die schrecklich verstümmelte Leiche. WUrtkemverq. Stuttgart. In Anwesenheit des Königs, des Kultusministers und von Vertretern der Regierung und der Stadt wurde der prächtige Neubau des Eberhard Ludwigs-Gymnasiums feierlich eingeweiht. Die. Festrede hielt Oberstudienrath Sträub. Obermedizinalrath Dr. Max Zeller hier beging sein 50jähriges Doktorjubiläum, aus welchem Anlasse ihm die medizinische Fakultät in Tübingen sein Doktordiplom erneuerte. B e i z k o f e n. In dem Wohn- und Oekonomiegebäude des Händlers und Wirths Wunibald Hartmann brach Feuer aus, welches das Gebäude in kurzer Zeit vollständig einäscherte; das gesammte Mobiliar, worunter drei Stück Vieh, zwei Schweine und Geflügel, sowie die Stroh- und Futtervorrathe wurden ein Raub der Flammen. Infolge, des herrschenden starkenSturmes fing die von dem Brandplatz etwa 200 Meter entfernt stehendeFeldscheuer des Johannes Hiller Feuer und brannte mit den darin aufbewahrten 3500 Garben vollständig nieder. Ellwangen. Anläßlich des 75jährigenBestehens des landwirthschaftlichen Vereins fand ein Gau- und Bezirksfest in großem Umfang mit Festzug, Ausstellung, Prämiirung, Lotterie. Volksbelustigungen. Feuerwerk etc. statt. F e l l b a ch. Unter Theilnahme eines großenTrauergefolges wurde der im 79. Lebensjahr verstorbene frühere Armenpfleger inStuttgart, E. Kreischmer, beerdigt. Der Verstorbene hatte 38 Jahre lang im Dienste der Stadt Stuttgart gestanden. "jSSabext. Karlsruhe. Die goldene Hochzeit feierten die Eltern des hiesigen Stadtpfarrers Ziegler. An der kirchlichen Feier, die in der Johanneskirche stattfand, nahmen zahlreiche Bekannte und Freunde des Jubelpaares, besonders aus der Südstadt, theil. F r i e d r i ch s s e l d. Der 73jährige Landwirth Georg Peter Dehoust erhängte sich in seiner Wohnung. H o r n b e r g. Im Doppelhaus der Wittwe des Bäckers Blum und des Fabrikarbeiter Schondelmaier entstand Feuer, welches auch die Häuser des Kronenwirths Bächle und der Wittwe I. Glück in Asche legte. Der Schaden beträgt etwa 26.000 Mark; er ist durch Versicherung gedeckt. Kehl. Ein schwerer Unfall ereignete sich in hiesiger Stadt. Der 6jährige Sohn des Schlosserteisters Kromer, der sich spielend in der Nähe der Waschfrau aufhielt, fiel rücklings in einen mit kochendem Wasser gefüllten Waschzuber. Der Junge wurde schwer verbrüht. R e t t i g h e i m. Der in einer hiesiqen Familie untergebrachte. 77 Jahre alte Jakob Weber von Spessart. A. Ettlingen, entfernte sich von seiner Wohnung, angeblich, um auf das Feld zu gehen. Da Weber nicht zurückkehrte, wurde angenommen, daß der Mann, zumal er schon längere Zeit aeistig umnachtet ist, sich verlaufen habe. Nunmehr wurde der Bedauernswerthe auf Gemarkung Kirrlach in der Kraichbach todt aufgefunden. Untermünsterthal. Der verbeirathete 43 Jahre alte Holzbauer Adolf Ortlied wollte mit seinen drei Knaben im Gewann Kaibengrund sog. Nothsand laden, der dort noch vom Vergwerksbetrieb her in Masse lagert. Plötzlich, während der Arbeit, kam das bereits stark unterhöhlt gewesene Gelände in Bewegung und verschüttete den Vater mit den zwei älteren Knaben. Während es nun den letzteren gelang, sich wieder selbst herauszuschaffen, ohne weiteren Schaden genommen

zu haben, konnte der Vater nur als Leiche hervorgezogen werden. ZuwelchenVcrrücktheiten und Schädlichkeiten starre Gesetzbuchstabenklauberei in der Rechtspflege führen kann, wird durch einen Fall in Tennesseee grell veranschaulicht. Dort sitzt ein 18 Jahre alter Bursche im Gefängeniß unter, einem auf 20 Jahre lautenden Strasurtheil, welches wegen Mordes über ihn verhängt worden ist. Nachträglich stellte sich heraus, daß der angebliche Mort gar nicht stattgefunden hat, und der angeblich Ermordete ist seitdem in eigener Person dreimal als Zeuge vor Gericht erschienen in zur Erzielung der Aufhebung jenes StrafUrtheils eingeleiteten Verfahren; zuletzt in einem Habeas Corpus - Verfahren. Jedesmal aber ist der Antrag auaf Aufhebung des StrafUrtheils abgewiesen worden mit der Entscheidung, der Gerichtshof habe kein gesetzliches Recht, in die Ueberfllhrung und das Strafurtheil sich einzumischen, da dieselben gesetzmäßig erzielt worden seien. Der junge Menses) muß infolge dessen im Gefängniß 'bleiben, obgleich auf's klarste bewiesen ist. daß er unschuldig verurtheilt wurde und das ihm zur Last gelegte Verbrechen überhaupt gar nickt stattgefunden hat!

Allerlei für's Haus.

Um vergoldete Rahmen wieder aufzufrischen und ihnen Glanz zu verleihen, löse man in 4 Theilen Eiweiß 1 Theil Kochsalz auf und fahre damit mittelst einer weichen Bürste oder eines reinen Schwammchens über, die Rahmen, deren Vergoldung augenblicklich wieder Glanz erhält. Porzellangefäße zu rein i gen. Um Porzellangefäße zu reinigen, scheuert man sie mit einem reinen Tuch mit heißem Wasser und Kleie und spült dann mit kaltem Wasser nach. Das Wasser zum Abwäschen darf aber nicht zu heiß sein, weil sonst das Porzellan Risse bekommt. Das gcwaschenz und gespülte Geschirr muß rein ablaufen und mit einem Tuch sorgfältig abgetrocknet werden. Sind Porzellangeschirre durch Alter und Rauch braun geworden) so begieße man si: mit Schwefelsäure, entfernt diese nach einer halben Stunde und scheuert dann mit feinem Sand und Wasser. Putzpulver für angelaufeneSpiegel. Man befeuchte VUnze gebrannte Magnesia mit y Unze reinstem Benzin und bewahre die Masse in einem gut verkorkten Glase auf. Das Putzen geschieht mit kleinen Vaumwollbäuschchen, auf die man etwas von der Masse bringt. DasReinigen von Goldrahmen. Der Goldrhmen wird mit einem feinen Staubptnsel erst sorgfältig abgestaubt und hierauf mittelst eines weichen Pinsels oder Schwämmchens mit reinem Weinessig überstrichen. Dieser weicht allen Schmutz auf und gibt dem Rahmen seinen Glanz und seine Farbe wieder. Noch 5 bis 6 Minuten spült man den Rahmen mit reinem Wasser ab und läßt ihn bei mäßiger Wärme trocken werden. Ein Abtrocknen mit Leinwand würde die Politur angreifen. Veralteter, eingegrauter Schmutz macht eine mehrmalige Anwendung dieses Verfahrens nothwendig. Baumwolle in Leinwand zuerkennen. Man halte den Stoff vor eine brennende Kerze und man wird finden, daß die Baumwollfäden ein: durchaus gleichmäßige Form haben; Leinfäden dagegen zeigen Unregelmäßigkeiten in der Stärke, nach welcher Art sie auch gesponnen sein mögen. Oder man nehme einige Fäden und zerreiße sie mit einem Ruck; die Baumwollfäden werden sich kräusein und zersplittern, die Leinenfäden aber bleiben steif und glatt. Ein einfaches und billiges Mittel gegen Wanzen ist Salmiak. Es wirkt sicherer als alle Tinkturen, tntU che zum Anstreichen der Möbel etc. bestimmt sind, weil das Gas leicht in die feinsten Spalten eindringt. Man stellt in einem inficirten Zimmer mehrere flache Tassenschälchen mit etwas Salmiakgeist hier und da auf, halt das Zimmer mehrereTage streng verschlossen, worauf man dann durch Oesfnen von Fenster und Thüren für WiederHerstellung reiner Luft sorgt. Wenn der Verdacht auf Wanzen begründet war. d. h. wenn wirklich welche da waren, so wird man wohl zwar todte, aber keine lebende mehr finden. Sind mehrere Zimmer inficirt, so setzt man das Verfahren fort. Henrik Jvscn kein Norweger. Diese Entdeckung hat eine deutschländische Zeitung gemacht, die darüber folgendermaßen schreibt: Ibsen hat zwar durch sein und seiner Vorfahren seßhaftes Leben das schöne Norwegen als Heimath erworben und nach heute geltendem Brauch ist er, politisch und literarisch genommen, durchaus ein vollgültiger Bürger Norwegens, ein unzweifelhaft echtes Mitglied des norwegischen Volkes, aber weder stammt er ursprünglich aus einem norwegischen Geschlecht, noch hat er überhaupt viel norwegisches Blut in seinenAdern, dafür aber dänisches, schottisches und namentlich deutsches Blut. Das hängt so zusammen: Peter Ibsen, sein Ururgroßvater, dänischer Schiffer, wandert 1720 von Möen nach Bergen, dort vermählt mit der .Tochter eines eingewanderten Deutjen; Henrik Petersen Ibsen, dessen Enkel, Schiffer, vermählt mit Wenche Dischington, Tochter eines eingewanderten Schotien; Henrik Ibsen, dessen Sohn. Posthumus, Schiffer, vermählt mit Fräulein Plesner, Tochter eines deutschen Kaufz manns - Ehepaares: Knud Ibsen, vermählt mit Maria Cornelia Altenburg, Tochter eines begüterten Kaufmanns deutscher Herkunft; Henrik Ibsen, der Dichter, geboren am 28. März 1828, mählt mit Susanna Daae, Tochter des Stifisprobstes Thoresen in Bergen. Man sieht, die Leute haben gar nicht so unrecht geurtheilt, welche meinten, in Ibsens dichterischem Wesen sei so etwas von echt deutscher Art" zu spüren (genauer ausgedriiöt .norddeutscher Art"). Veplaztrte N e v e n s a r t. Der am hiesigen Orte seit langem bestehende Plan der Gründung eines Vegetarianer - Vereins hat nunmehr Fleisch und Bein gewonnen." Rollentausch. Ihr fiel denliebhaber geht von der Bühne ab?" Ja, er hat in der Lotterie 50,000 Mark gewonnen." So, so ,die Rollen werden ibm freilich lieoer sem!"

Malstngucht von Schlangen. p!erkwürd!ge4 SSauspicl in Folge einer Era abbrenunug iu 9!egranaSa. In verschiedenen Theilen. Südamerilas verbessern die Hcerdenbesitzer den Boden durch Abbrennen des dürren Grases in der trockenen Jahreszeit. Das sich schnell fortpflanzende und nur kurz dauernde Feuer läßt die Wurzeln unversehrt, so daß sich auf den durch die Asche gedüngten Flächen nach dem ersten Regen in wenigen Tagen ein neuer üppiger Graswuchs entwickelt. Bei e'i7l?m solchen Brande beobachtete Dr. Saffray auf einer Reise durch Neugranada ein seltsames Schauspiel, das er folgendermaßen schildert: Als ich die Flamme befrachtete, die sich knisternd auf einen bis zur Straße hcrabreichenden Abhang ausdehnte, lenkte ein greller Schrei meines Dieners Faustin meine Blicke plötzlich nach dessen Richtung. Ter arme Teufel lief, was er konnte, mit zum Himmel gestreckten Händen davon. In demselb: Augenblicke sah ich ein Hcer von Schlangen aller Größen und Farben unter Zischen mit erhobenem Kopfe auf die Straße stürmen. Mein Pferd sprang beiseite, und so konnte ich von einer einige Fards höheren Stelle dem sonderbarste Vorbeimarsch beiwobnen, den 'ch je gesehen habe. zDurch das Feuer aus ihren Behausungen vertrieben, stürmten die Reptilien wüthend in wilder Flucht von dannen.. Ter Weg bot ihnen einen feuerfreien Raum, und so bildeten sie auf ihm ein buntes Durcheinander, wobei ihre in der Sonne sich entrollenden, wie Diamanten glitzernden Leiber einen wundervolIen Anblick boten. Die Spitze des Zuges bog von der Straße in ein Gehölz ab. Als ich auch die Nachzügler genügend weit von mir glaubte, machte ich mich, nicht ohne einigen Widerstand meines Pferdes, das nur höchst ungern der von den Schlangen im Staube zurückgelassenen Spur folgen wollte, auf die Suche nach meinem Diener. Faustin war vor Entsetzen am Rande des Weges zusammengesunken, wie dies fast stets geschah, wenn er eine Schlange erblickte. Noch halbtodt vor Angst erzählte er mir, daß seine Beine plötzlich ihren Dienst versagt hätten, worauf er sich in dem Glauben, daß seine letzte Stunde gekommen sei, allen Heiligen des Himmels empfohlen habe. Keine der Schlangen hatte ihn angerührt. Vielleicht waren sie selbst zu erschrocken; noch wahrscheinlicher ist, daß eine Begegnung mit diesen Reptilien nicht die geringste Gefahr bietet, wenn man vc ihnen eine unbewegliche Ruhe bewahrt." Chürmgischrs Schulwesen. Fortschritte im Grokt,erzogtkm Weimar und in der Stadt oburg. Im Großherzogthum Sachsen-Wei-mar-Eisenach ergab im Jahre 1880 die Volkszählung 309.577 Einwohner. 1900 dagegen 362,873. Temgegenüber standen im Schuljahre 187778 47.345 Volksschüler, während ihre Zahl 19011902 59.607 betrug. Die Bevölkerung des Großherzogthums wuchs also um etwa 17 Prozent, die Zahl der Schüler um fast 26 Prozent. Seit 1877 ist die Zahl der Schulorte von 451 a"f 464 gestiegen, die Zaol der Lehrkräfte von 739 auf 975, darunter 16 Lehrerinnen. Auf eine Lehrkraft kamen 1877 durchschnittlich 64, Ende 1902 61.1 Kinder. In den 7 Städten des Großherzogthums mit mehr als 5000 Einwohnern ist seit 1880 die Gesammtzahl der Lehrer von 136 auf 311 gestiegen. In den 464 jetzt bestehenden Schulorten sind in 24 Iahren 114 Schulhäuser und 117 Schulsäle erbaut worden, außerdem wurden 299 größere Reparaturen fertiggestellt. Die Ausgaben für das Volksschulwesen waren 1901 um fast 1,000.000 Mark höher als 10 Jahre vorher. Ter Kopf der Bevölkerung hatte 1891 4.9 Mark. 1901 7 Mark zu tragen. An AltersZulagen an Lehrer würden 1901 378,230 Mark mehr gezahlt als 1877. die Ruhegehalte und Wartegelder erhöhten sich um 95.375 Mark In der Stadt Koburg im Herzogthum Sachsen-Ko-bürg-Gotha wurde neulich eine Haushaltungsscbule, für welche eine eigene Lehrkraft angestellt ist, eröffnet. In il,r werden 120 Konfirmandinnen der Mädcben-Volksschule im Kochen und anderen Haushaltszweigen unterrichtet. Sodann haben die Stadtverordneten die Einrichtung einer Hilfsschule für Schwachbefähigte beschlossen. In dieser sollen solche Kinder Aufnahme sinden, die in Folge ihrer geringeren geistigen Veranlagung die Reife für die Mittelklassen .icht erreichen können und daher für die anderen Mitschüler nur ein Hemmschuh sind. Für die Aufnahme soll jedoch in jedem Falle die Einwilligung der Eltern nachgesucht werden, ebenso ein Gutachten de' Schularztes. Schwachsinnige und idiotische Kinde,.' sind vom Unterricht ausgeschlossen, ebenso solche, deren Zurück bleiben in der Klasse auf Faulheit oder Gleichgiltigkeit im Elternhause zurückzuführen ist. Wie Selbstmordmanie ist hierzulande in bedenklichem Maße im Steigen begriffen. Während in 50 Städten mit 14.500.000 Menschen in Jahre 1901 die - Selbstmordrate pro 100.000 sick auf 16.6 belief. ist sie im letzten Jahre auf 17.0 gestiegen, denn in jenen 50 Städten mit der angegebenen Gesammtbevölkerungszahl brachten sich 2500 Menschen um's Leben. Im Jahre 1890 hatte die Rate nur0 be-tragen.

Dre Universität in Madison. Wis.. wird im kommenden Monat Juni ihr goldenes Jubiläum feiern. Die Feier wird, mit einem Sonntag beginnend, fünf Tage lang dauern. Es haben seit Gründung dieser Universität nahezu 5000 Studenten ihr Abiturientenexamen bestanden. Die Feier des 50jährigen Jubiläums wird sich jedenfalls zu einer bedeutungsvollen und glänzenden gestalten. Indem am 3. Juni beendeten Fiskaljahr beförderten, einem Bericht der staatlichen EisenbahncomMission von Texas gemäß, die dortigen Eisenbahnen 3,141,000 Tonnen Getreide gegen 1.900.000 Tonnen im vorhergehenden Jahre, und 952.000 Tonnen Rohöl, gegen 569.000 Tonnen in dem am 31 .Juni 1902 schließenden Jahre. Und trotz der Prohibition wurden 207.000 Tonnen Wein. Bier und Spiritussen 46.000 mehr als im Vorjahre, transportirt. Mehrere zu keiner Gewerkschaft gehörige Bierbrauer - Arbeiter, welche in den Vostoner Brauereien während des Streiks im Jahre 1901 gegen das Versprechen zur Arbeit gegangen waren, daß sie dauernd beschäftigt werden sollten, aber vor die Thür gesetzt wurden, sobald der Streik beigelegt war. erhielten jetzt Urtheilssprüche im Superior-Gericht Bostons zu ihren Gunsten. Jeder von den Leu ten hatte einen Schadenersatzanspruch von M00 geltend gemacht; etwa vierzig Klagen wurden im Ganzen eingereicht, und die Entscheidung erging nunmehr in fünfzehn Fällen. In fünf Fällen lautete das Urtheil zu Gunsten der verklagten Brauerei - Gesellschaft, aber in zehn anderen Fällen wurden den Klägern Forderungen von Z400 bis 5880 und im Ganzen Z5900 zugesprochen. Durch einen bösen Traum von der Uebernahme eines Contraktes abgeschreckt wurde ein Baunternehmer in Newark. N. I. Der Contrakt zur Erneuerung der Milton - Brücke in der Nähe von Springfield. die durch die letzte Regenfluth stark beschädigt worden war, sollte anfänglich von zwei Contraktoren. John Collins und John S. Woodruff, ausgeführt werden. Dem Letzteren träumte jedoch, daß die Structur der' Brücke einstürzte, ihn und einen anderen Menschen unter sich begrabend. Er wurde durch diesen Traum so sehr erschreckt, daß er sich von der Erfüllung seines Contraktes entbinden ließ; sein Partner übernahm die Reparirung der Brücke allein. Als Erklärung erzählte Woodruff, daß ihm' vor Jahren einmal träumte, ein Haus, an dem er gerade arbeitete, sei zusammengestürzt, ihn unter den Trümmern verschüttend. Er habe nicht weiter an den Traum gedacht, doch am nächsten Tage sei er thatsächlich in Erfüllung gegangen. Seitdem glaubt Woodrufs an die Vorbedeutung der Träume. AufdemDampferNeckar7 wurde dieser Tage mit anderen EinWanderern eine deutsche Familie aus Rußland wegen Trachoma deportirt. Friedrich Renz. 33 Jahre alt. seine 23 Jahre alte Frau, sein 20 Jahre alter Bruder und vier Kinder des EhePaares waren auf dem Dampfer Kaiser Wilhelm der Große" in New Aork angekommen, um sich nach Dakota zu begeben, wo sie sich ansiedeln wollten. Die Aerzte auf Ellis Island erklärten, daß drei Mitglieder der Familie an Trachoma leiden, woraufhin die Fa-. milie zur Deportation verurtheilt wurde. Der Mann hatte $3(XK baares Geld bei sich und Reisebillete für die ganze Familie bis zum Bestimmungsort. Vor seiner Deportation äußerte sich Rcnz gegenüber dem Vertreter der Deutschen Gesellschaft, laut der Mittheilung des Vertreters, daß er und seine Familie in Europa ärztlich untersucht und für gesund befunden worden wäre. Die Reise hierher habe sie $500 gekostet, und er hatte gerne eine gleiche Summe geopfert, um hier kurirt zu werden. Sie hätten all ihr Hab und Gut draußen verkauft, und es sei traurig, daß sie zurück müßten. Einen verhängnißvollen Verlauf nahm eine in Lamont. S. D., veranstaltete Hypnotisirunas-Vor-stellung. Ole Rasmussen, ein junger Mann, ließ sich hypnotisiren, wurde in einen Sarg gelegt und begraben. Am nächsten Abend wurde er wieder auss gegraben und nach dem Schulhause gebracht. Der Hypnotiseur versuchte den jungen Mann wieder in's Bewußtsein zurückzurufen, jedoch sein erster Versuch schlug fehl, ebenso der zweite und. dritte. Er wurde beunruhigt, aber die Zuschauer waren der Meinung, daß das zur Vorstellung gehörte. Nach noch mehrmaligen vergeblichen Versuchen wurde der Hhpnoiiseur so aufgeregt, daß er seine Selbstcontrolle verlor und in Ohnmacht fiel. Jetzt erst bemerkten die Zuschauer die verzweifelte Lage und es bemächtigte , sich ihrer die größte Aufregung. Der Hypnotiseur wurde mit Füßen getreten und wäre sicherlich getödtet worden, hätten sich nicht ein paar besonnene Männer seiner angenommen. Sie waren im Begriff, den Bewußtlosen nach einem -benachbarten Hause zu bringen, als er plötzlich zu sich kam und erkannte, daß er in Gefahr war. Er sprang dann aus einem Fenster und entkam. Alle erdenklichen Mittel sind angewandt worden, um Rasmussen m's Bewußtsein zurückzurufen, jedoch alle schlugen fehl.