Indiana Tribüne, Volume 27, Number 75, Indianapolis, Marion County, 18 November 1903 — Page 5
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Jndiana Tribüne, 18. November 1903.
jTaS Sterben der Liebe.
Von Gabriele Nentcr. Sie standen in der Thür und nahmtn Abschied von den Freunden, die noch in dieser Woche die Stadt für immer verlassen wollten. Die Vronzen, die Blumenvasen und die meisten der Bilder waren schon in tiefen Kistcn mit Heu und Papier versenkt die Möbel standen kahl und unnatürlich groß an den Wänden der Räume, in denen man so viele schöne behagliche Sonntag-Nachmittage verlebt hatte. Dorothee. die sehr schlanke Frau Dorothee, blickte über die Schulter der Freundin, der sie Lebewohl sagte, durch den Thürrahmen zurück in das Zimmer: ein Stück Leben ein Stück Leben dachte sie, und was kommt nun? Die fortziehende Freundin hätte gern eine Frage gethan, und wagte es doch nicht, wie sie es schon so oft nicht gewagt hatte sie mußte wahrhastig ihre unbefriedigte Neugier nach Bcrlin mit hinübernehmen. Sie wußte nur, daß Stephan Ried nun wirklich geschieden war. StephanRied ging mit ihrem Mann und den anderen Bekannten den Gartenweg hinunter. Die sehr schlanke Frau Dorothee folgte und vernahm, wie der HausHerr mit leisemKnirschen einen Schlüssei in das eiserne Gartenthor steckte und sie erinnerte sich desselben knirschenken Tones vor einem Jahr, als sie zum ersten Mal, nachdem sie StePhan Ried in den Alpen kennen gelernt hatte, mit ihm in diesem befreundeten Hause den Abend verlebte. Ein dumpfer quälender Schmerz war dabei in ihrer Brust. Und doch zog Stephan Ried nicht nach Berlin, er würde sie heute durch den dunklen Stadt-Park rcimgeleiten, wie vor einem Jahr, und seitdem alle Sonntag -Abende.... Seine Ehe war endlich gelöst er 'yatte es vorhin den Freunden derkündet... Seit einem Jahr hatte er auf die Entscheidung gewartet. Und sie mit ihm. So vorsichtig waren sie gewesen, in dieser kleinen Stadt, wo jeder Alles von jedem wußte, daß er niemals zu ihr gekommen war. Nur 'bei den Freunden hatten sie sich getroffen. Und Briefe hatten sie sich geschrieben, aber die waren seltener geworden, denn es kam ihnen unnatürlich und geschraubt vor, sich gegenseitig Briefe zu schreiben, wenn man doch an einem Orte wohnt. Anfangs, als ihre Sehnsucht, sich allein zu sehen, noch glühen'o brannte, hatten sie sich auch in den Anlagen getroffen. Aber sie wurden so wunderlich angefchaut und mm flüsterte,' wenn'man sie' 'miteinander spazieren gehen sah, das hatte ihnen alle Freude und Unbefangenheit genommen. Er wollte nun einmal seiner Frau keine Waffe gegen ihn in die Hand geben und wie hätte Dorothee etwas erzwingen mögen, was ihm unlieb war. So vorsichtig waren sie geworden so streng hatten sie sich beherrscht... Warum eigentlich? dachte Frau Dorothee an diesem Abend. Ist so viel Selbstbeherrschung und Vorsicht nicht viel gefährlicher als alle wagende Keckheit? Die übrige Gesellschaft schlug den Weg nach der Stadt ein. Man überließ Stephan Ried in gewohnter Weise die Pflicht. Frau Dorothee durch den dunklen Stadt-Park nach Hause zu bringen. Anfangs hatte ein alter Professor stets Lust gehabt, sich ihnen anzuschliecn, und wie viel List und Ausflüchte latte Frau Dorothee brauchen müssen, um ihn von diesem schrecklichen Vorhaben abzubringen. Denn den Heimweg mit Stephan, auf den sie sich die ganze Woche freute, den !or.rtc sie sich durchaus nicht rauben lassen es war das einzige Mal, daß sie völlig rücksicbtslos wurde. Sie hatte auch Schelte deshalb von Stephan bekommen. Aber dann, man hörte noch die Schritte der andern, die sich entfernten hatte er sie unter dem dunklen Schattendach der großen Kastanien in die Arme genommen und geküßt geküßt mit der glühenden Verschwenderlust. mit der sie sich dort m der Freiheit der Freude einander geschenkt, im ersten Rausch des Glückes. Auf den breiten Blättern der Kasianien. rieselte ein kühler Regen, man t)'6ztt sein Rauschen, ohne die Tropfen zu spüren. Wo eine Laterne stand, glänzte in ihrem Schein das Laub wie abgeschliffenes grünes Glas. Stephan und Dorothee schwiegen. Sie gingen sehr langsam, als wollten sie ihren Weg, der nicht allzu weit war, in's Endlose verlängern. ...Ich muß mit ihr darüber reden, dachte der Mann. Wie soll ich beginnen, um sie nicht zu sehr zu verletzen? Ich weiß nicht, was ich für Worte wählen soll . . . Ich weiß nicht mehr, was sie empfindet... Stephan, lieber Stephan," wollte Dorothee sagen, aber sie dermochte es nicht. Sein Schweigen bedrückte sie sehr, und Alles was sie sagen konnte, schien ihr bedeutungslos und thöricht. So stumm waren sie schon viele Abende gegangen, oder sie hatten von Büchern und fremden Menschen gesprochen, und das konnten sie heute doch nicht. Dorothee quälte sich, wie man einer halbvergessenen Melodie nachspürt, mit dem Sinnen: wann hat es aufge-
Hort, daß er mich beim Heimroeg unter den Bäumen an seine Brust nahm wann hatte sie zum ersten Mal nicht mehr ihre Hand unter seinen Arm geschoben, und aus welchem Grunde hatte sie es unterlassen? Sie erin-
nerte sich nicht mehr . . . Sie nannten sich längst schon wieder Sie", auch wenn sie allein waren; das Du" kam ihnen, weil sie es so selten gebrauchten, fremd und unnatürlich vor. Sie sprachen überhaupt wenig mit einander unter den Menschen, eine besondere Verlegenheit, gleich der eines schlechten Gewissens hinderte sie, und jeder zürnte dem Anderen, daß er nicht die Kraft oder die Verwegenheit besaß, diesen Zwang zu durchbrechen. Sie hatten sich niemals gezankt oder unangenehme Scenen mit einander gehabt es war einfach keine Gelegenheit dazu gewesen, in dieser Atmosphäre von Reserve und ängstlicher Vorsicht, in der jedes Wort drei Mal gewogen wurde, ehe man es aussprach. Zuweilen war sie versucht gewesen, einen Sturm heraufzubeschwören, der vielleicht die ganze Zukunft zerstören konnte nur um die Gegenwart zu beleben. Oder sie hatte abbrechen wollen, fliehen, alles zerreißen, ohne Grund und Ursache, nur um der dumpfen Beklemmung zu entgehen, die über ihre Seele schlich, wie ein stiller, feuchter, grauer Rebel, so bald sie Stephan sah. Sie nahm sich die ganze Woche vor, sie wollte einmal nicht am Sonntag mit ih:n zusammentreffen, aber wenn dann die gewohnte Nachmittagsstunde kam, so ging sie doch, und niemals ereignete sich etwas Neues zwischen ihnen. Und nun waren die Faden der Gewohnheit abgerissen, und ein neues Gewebe mußte geknüpft werden;... aber woran sollte man es befestigen? Kommen Sie einmal zu mir?" wollte sie sagen. Es war so einfach. Er war ja nun ein freier Mann. Was hinderte ihn, sie zu besuchen? Aber sie durfte die Bitte heute nicht aussprechen. Em Geluhl von Stolz und Aurückhaltuna vrekte ibr die Kehle zusammen. Und plötzlich überfiel sie eine furcktbare Angst, als könne die dumpfe Bedrückung der letzten Monate sich tiefer und unwiderstehlicher noch über sie senken, ihr Leben langsam erstickend. Der Regen wurde stärker und es war sehr warm dabei. Er öffnete ihren Schirm und hielt ihn ihr hin, er selbst aber schritt in der medertropsenden Feuchte. Sie blickte seitwärts, mit einer plötzlichen Abneigung auf ihn, dessen Züge in der Dunkelheit nur undeutlich zu unterscheiden waren. Ich glaube, , Frau Wasmer geht sehr gern nach Berlin." sagte er, und sie haßte ihn um dieser Bemerkung willen, obwohl sie ruhig antwortete: Es ist ja auch eine pekuniäre Verbes serung von ihresMannes Stellung damit verbunden. Sie konnte Stephan nicht wohl fragen: Werden Sie jetzt Hierbleiben? Denn sie wußte ja recht gut. daß sein Beruf ihn festhielt. Aber schließl.ch fragte sie es doch, und dabei traten sie aus dem Dunkel der Gebüsche wieder in eine erhellte Straße. Ich muß ja bleiben," sagte er traurig und gleichgiltig. Vielleicht bekomme ich zum Frühling etwas Urlaub, aber ich kann es noch nicht sagen." " Und machen Sie schon Pläne, wohin Sie dann gehen wollen? Nach Italien?" fragte sie plötzlich, in einen unnatürlich munteren Conversationston verfallend. Italien? Ja... ich weiß noch nicht . . . Aber Sie Sie sind doch durch nichts gehalten warum llti ben Sie denn hier, in diesen eingeschlossenen Verhältnissen? Warum verleben Sie nicht einmal einen Winter in Paris oder London?" Sie fühlte, wie etwas gleich einer großen Kühle sie durchdrang. Sie schloß die Augen und fühlte sich langsam hinunterfallen in eine graue nebelige Tiefe, von der hohe Felsen zu beiden Seiten aufstiegen, himmelhoch. Sie lag unten im Grunde, wie in einem Grabe, ganz ohne Schmerzen, ohne Gefühl des Lebens. Wie im Traum sagte sie: Was soll ich in Paris oder London es zieht mich nichts dorthin ja. aber es wäre vielleicht sehr interessant." Es ist sehr fördernd. Man kann sich keinen Begriff davon machen, wenn man nicht dort gewesen ist." Sie wußte, daß sie nun bald an dem Hause angelangt waren, in dem sie wohnte, und sie sehnte sich nach der Beendigung dieses Weges. Es verlangte sie, im dunklen Zimmer still und allein in ihrem kühlen Bett zu liegen und friedlich einzuschlafen, und diese Traurigkeit so wortlos verrinnen zu lassen. Auch er sprach nichts wieder. Er ging mit gesenktem Kopf, in Gedanken, die sie nicht mehr kannte, denen sie nicht folgen konnte. , Sie reichte ihm 'an der Hausthür den Schlüssel und er öffnete ihr, dann trat er mit ihr in den Flur und ein jäher Schrecken befiel sie. War vielleicht Alles nicht so, wie sie es seit Wochen und Monaten empfunden? Aber er beugte sich zu ihr und berührte ihre Lippen mit seinem Munde, und dann saate er leiset Ich danke Dir, Dorothee." , Und dann sah sie ihn durch das Glas, wie er im matten Schein der La
ternen die Straße schnell hinunter ging. Da wußte sie, daß auch seine Liebe gestorben war.
Au? öiN TotlttlrttZimmern Königinnen. der , D:r Wunsch, sckön zu sein und es euch zu bleiben, wurzelt tief in der Seele des Weibes. Jede Frau greift gern zu Mrtteln, die ihre Schönheit erhalten und heben. Wir wissen, welche Mittel berühmte Künstlerinnen angesendet haben, um sich die äußeren Gaben, mit denen sie von der Natur ausgestattet worden sind, bis in das späte Alter zu erhalten. Nicht so sehr bekannt aber sind die kosmetischen Jntimitäten, welche den höchststehenden Frauen, den Königinnen, zur Hebung und Erhaltung der Schönheit dienten. Und doch existirt eine reiche Literatur über die intimen Verschönerungsmittel der königlichen Frauen aller Zeiten. Von der Königin von Saba, von Kleopatra, von Vessalina und Sabina Poppäa bis zur Pompadour und der Kaiserin Maria Theresia sind uns die Einzelheiten über ihre Toilettenkünste überkommen. Von den fürstlichen Frauen unserer Zeit ist freilich wenig bekannt, sei es, daß ihre Toilettenzimmer besser bewacht oder die meisten doch recht unschuldigen Geheimnisse besser bewahrt werden, sei es, daß die Schonheitsmittel nicht mehr so seltsamer Natur sind, daß sie die Neugierde des großcn Publikums erregen. Die folgenden Angaben dürften also gewiß allgemeines Interesse finden: Die jugendschöne Königin Wilhelmina von Holland bevorzugt unter allen Toilettenmitteln ganz besonders Parfüms, und unter diesen die echte Eau de Cologne. Jeden Morgen wird eine halbe Literflasche in ihr SchlafZimmer gebracht und in ihrer Gegenwart entkorkt. Sie athmet prüfend den Duft ein, versucht die Stärke über der Flamme einer kleinen silbernen Lampe und gießt den Inhalt der Flasche in ihr Bad. In diesem Bade bleibt die junge Königin genau sieben Minuten. Eine Kammerfrau ist damit beaustragt, ihrer hohen Herrin unter keiner Bedingung zu gestatten, länger als die vom Arzte vorgeschriebene Zeit imVade zu verweilen. Verläßt sie es, so tritt sie unter eine Dusche, unter veren eiskalten Strahlen sie eine volle Minute ausharrt, um sich dann von ihrer zweiten Kammerfrau, einer alten Holländenn, mit einem groben Handtuch tüchtig abreiben zu lassen. Königin Wilhelmina hat einen außerordentlich zarten Teint, auf den sie mit Recht stelz ist und den sie sich mit ZuHülfenähme aller hygienischen Mittel bewahren möchte. Merkwürdigerweise gebraucht die Königin von Holland we der Seife und Puder noch Cremes Irgend welcher Art. Durch frische Luft, kaltes Wasser und eine leichte Massage glaubt sie ihren Teint abzuhärten und dadurch zu conserviren, ohne weitere künstliche Mittel zu benutzen. Interessant sind die kleinen Jndiscrctionen, die aus demToilettenzimmer der Kaiserin Alexandra von Rußland in die Außenwelt gedrungen sind. Die Zarin liebt die Parfüms ganz außerordentlich und gebraucht alljährlich ganz enorme Mengen der verschiedensten und kostbarsten Wohlgerüche. Sie benutzt Parfüms aber nur so lange, wie sie noch frisch sind und ihr stärkstes Aroma ausströmen. Alle diese kostbaren Flünigkeiten läßt sich die Kaiserin aus Frankreich kommen. Ihr Budget für Seifen und Parfümerien beträgt pro Jahr über 10,000 Dollars. Ein Wunder der Technik und des guten Geschmacks ist ihr herrlicher Toilettentisch, der aus dem kostbarsten Malachit besteht, dessen zart hellgrüne Farbe mit den dunkelgrünen Bandschattirungen contrastiren. Die Füße des Tisches stellen Löwenklauen dar, !rie aus feinst ciselirtem Silber bestehen, die Krollen aus rund geschliffenen Smaragden. Der Tisch steht auf einem aus zartgrüner Seide gewebten Teppich. , Auf diesem Tische, der aus Aladdins Wunderreich zu stammen, scheint, steht eine Batterie funkelnder Krystallflaschen von allen Formen und Größen in silbernen Behältern. Das Lieblingsparfllm der Kaiserin ist Veilchen. In Grasse an der Riviera sind Hunderte von Frauen und Klndern beschäftigt, um eine besondere Sorte von großblumigen Veilchen zu züchten, instand zu halten und während der Blüthezeit zu pflücken. Aber nur am Nachmittag zwischen 5 und 7 Uhr darf das geschehen, weil um diese Zeit nach der Annähme der Zarin die Veilchen den süßesten Wohlgeruch haben. Jede einzelne der großen Flaschen dieses Odeur de Violette" wird sofort nach ihrem Eintreffen in Petersburg in das chemische Laboratorium des Hofapothekers gesandt, wo die Qualität genau untersucht und registrirt wird. Aber die Zarin begnügt sich nicht ganz mit ihrem Odeur de Violette-, sie verfügt noch über ein ganzes Register anderer Parfüms. Sie liebt sie so sehr, daß sie alle ihre Zimmer und selbst die Vorzimmer ihres Palastes jeden Tag mit Essenzen von Jonquillen, Tuberosen, Flieder, Jasmin,' Narzissen und weißen Veilchen besprengen läßt, so daß eZ nicht selten vorgekommen ist. daß Kl 9n keifen vraucyl dieHerrfcherin nur zwei 'erschiedene Sorten, die speciell für sie I r r . , . . " w.
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angefertigt werden. erenZusammensetzung ist aber ein s?taatsgeheimniß", und. wer möchte das Recept auskundschaften, wenn ihm dafür die Eisfelder Sibiriens winken? Auch Carmen Sylva, die Königin von Rumänien, hat ihre ToilettengeHeimnisse, von denen einige bekannt geworden sind. So ist die Königin außerordentlich stolz auf ihr prachtvollcs weißes Haar und thut Alles, was m seiner Verschönerung. undErhaltuna. Dienen kann. Von ausfallender Zactheit ist noch der Teint der königlichen Dichterin trotz ihres Alters. Ihre von keiner Runzel entstellte Haut auf Hals und Wangen erhält sie durch ein gehcimnißvolles Wasser, das aus Kräutcrn, welche in einem Walde von besonders dazu angestellten Frauen für sie gesammelt werden, hergestellt ist. Die 5lräuterfrauen, so erzählt man sich, sind sozusagen vereidigt", denn bei strengster Strafe ist ihnen verboten, die Stelle zu verrathen, wo die Wunderblumen wachsen, aus derenBlättern das Verjüngungselixir bereitet wird. Beim Pflücken wird der Wald von Soldaten umstellt, fo daß kein Unberufener den geheimnißvollen Ort entdecken kann. Die in der Chemie wohl erfahrene Königin soll das Recept zu diesem Elixir selbst zusammengestellt haben. . Ihre Schwiegertochter, die KrönPrinzessin von Rumänien, eine Nichte König Eduards von England, gebraucht für ihren Teint Rosenwasser, das in Leipzig aus dem feinsten Oel der Rosen von Schiras destillirt wird. Die Kronprinzessin begnügt sich mit zwei Parfüms, denen sie vor allen anderen den Vorzug gibt; es sind dies eine Triple Essence de Jasmine" und ein überaus kostbares Parfüm: weißer Heliothrop. Die Mutter Alfons XIII., die frühere Königin - Regentin von Spanien, bat sich auch betreffs ihrer Parfüms als spanische Patriotin gezeigt. Beim Ausbruch des für Spanien so unselig verlaufenen Krieges gebrauchte die Könietn ausschließlich die Essenz einer überaus seltenen Orchideengattung, die nur auf , den damals noch spanisck)en Philippinen vorkommt. Gegenwärtig benutzt die Königin nur noch Eau v'Espagne, das eigens für sie in Madrid fabricirt wird. Die Seife, welche sie gebraucht, wird gleichfalls in Spanien hergestellt und übertrifft an Zart-' heit und Parfüm alle französischen Seifen. Ihrem Wasch- und Badewasser setzt sie stets einige Tropfen einer eigenartigen Mischung zu, deren Haüptbestandtheile Rosenwasser und ein Extract von Kokosnüssen sind.
Der verbannte Hut. ' Die Verbannung des Hutes ist, wie em Londoner Blatt schreibt, eine der hübschesten Modelaunen, die in diesem Sommer das unc,t Mädchen in England , anbahnt. Sie wurde für diese Idee im vergangenen Sommer durch ihre. amerikanischen Cousinen in Vergnllgungsorten vorbereitet, wo die Schönen mit sorgfältig frisirtem Haar und unter tadellosen Sonnenschirmen den lieben langen Tag im Freien ganz ohne Kopfbedeckung verbrachten. D.e starke Vorliebe, die daher für den Sonnenschirm an den Tag gelegt wird, hat diesem Bestandtheil der Toileite eine ganz neue Rolle zuertheilt. Sie gibt ihm in der Sommercampagne der Coketterie des englischen Mädchens denselben Antheil wie dem Fächer in der Hand einer klugen Spanierin. In den Badeorten lafet sich dieser Kreuzzug gegen das Putzgeschäst am besten beobachten. Aber auch in London kann man leichte Anzeichen davon wahrnehmen, die auf die drohende Verbannung des Hutes hinweisen. Eines davon ist die Morgenhaube", die aus Höflichkeit Hut genannt wird und die so viel hübsche Frauen jetzt tragen. Es ist eine Mütze aus gestickiem Cambric-Batist, unter der die Locken unbehindert herabfallen können; sie wird durch schmale schwarze Sam metbänder leicht festgehalten und ist im ganzen eine reizende Idee. Eine zweite kühnere Neuerung des jungen Mädchens auf diesem Wege ist folgende: sie bindet ihr Haar im Nacken mit einem möglichst breiten Endchen schwarzen Bandes auf. Augenblicklich stellt das schwarze Band den ganzen Putz vor, den sie trägt. Vielleicht wird sie es von der niedrigen Stellung .im Nacken zu einer höheren erheben und folgt dabei bewußt oder unbewußt wieder einmal der Führung ihrer Cousinen jenseits des Oceans, welche einen reizenden Ersatz des Hutes in der sogenannten Elsässer Schleife erhalten, die noch bekannter durch eine darin befestigte rothe Rose wird, die' geschickt so angebracht ist. daß sie lose hinter dem einen Ohr herabhängt. Die Stärke und Schönheit des Hclllres durch das Ablegen des Hutes zu erhöhen, ist einer der Hauptgründe, der zu Gunsten der neuen Mode spricht. Natürlich werden die alten Lieblinge in diesen Tagen des Eclekticismus dadurch nicht ohne weiteres verdrängt. Eine andere versuchsweise eingeführte Neuheit ist eine Bäuerinnenmütze, so wie sie alte Frauen in den Dörfern in alten leiten trugen, aus gefaltetem Batist, mit gerilltem und getolltem oder um sich noch meor an die una zu halten, aus lila Katganz gesteift , und gestärkt und un- . .. Sa.& (ii.ii $4litnft?ttt.. tf ) uclu JvlIlJl UUil tutjfc uumwut' .festgehalten.
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