Indiana Tribüne, Volume 27, Number 75, Indianapolis, Marion County, 18 November 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 18. November 1903.

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Der kranke Kaiser

Auf dem Wege der Besserung. Der österreichisch-ungarische Neichsrath eröffnet. Straszenkamps In San Tomingo stündlich er wartet. Die Chicagoer Doctor'DiPlome. Der preubische Landtag. Das italienische Königspaar als Gäste Englands. Schnellsahrt. Teutschland. Vom kranken Kaiser. Berlin, 17. Nov. Der riain hafte Künstler Heinrich Grünfeld, mU cher im Neuen Palais zu Potsdam vor dem Kaiserpaar concertirte, sagt, der Kaiser hade ausgezeichnet ausgesehen. Er habe allerdings nicht viel, aber vollkommen natürlich gesprochen, sei in vorzüglicher Stimmung gewesen und habe sich anscheinend lebhaft für die vorgetragene Musik interessirt. Die Blätter sagen angesichts der nochmals aufgetauchten Meldung, daß der Kaiser den Winter im Süden verbringen wolle, es handle sich um eine geschmacklose Erfindung. Nicht einen Augenblick sei ein solcher Plan überHaupt in Erwägung gezogen worden. Professor Dr. Schmidt, welcher die Operation an dem Kaiser vornahm. machte bei der Gelegenheit äußer den bereits gemeldeten Bemerkungen noch andere Aeußerungen, die erst heute be kannt wurden. Wie Professor Schmidt mittheilte, entdeckte Oberstabsarzt Dr. Jlderg. der zweite Leibarzt des Kaisers, den Polypen schon im September, too rauf Schmidt die Wucherung untersuchte und sie sofort als harmlos erkannte. Damals wurde beschlossen. die Sache erst nach vollzogener Operation allgemein bekannt zu geben. Professor Schmidt fügte, auf den seinerzeit vielgenannten Dr. Mackenzie, Kaiser Friedrich's Arzt, anspielend, hinzu: Ich empfand besondere Genugthuung über meine Berufung, weil ich mich in diesem Falle als Vertreter der deutschen Wissenschaft betrachtete." DasletzteBulletin. Potsdam, 17. Nov. Nachstehendes Bulletin wurde heute ausgegeben : Neuer Palais, Potsdam, 17. Nov. 1903. Der Heilungsprozeß des linken itimmbandeS Seiner Majestät nimmt den regelmäßigen Fortgang. Es werden keine weiteren Bulletins ausgegeben, v. Leuthold, Schmidt, Jlberg. Das neue AbgeordnetenHaus. Berlin, 17. Nov. Es steht jetzt fest, daß der neue preußische Landtag, zu welchem die Urwahlen am 12. November staetfanden, fast unverändert aussehen und sich von seinem Vsrgän ger nur wenig unterscheinen wird. Die Socialisten gaben für dreizehn Mandaten den Ausschlag; für sich er langten sie keins. Die socialistische Kraftprobe, auf welche die leitenden Genossen vielerorts so große Hoffnungen setzten, ist sogar in den Jndustrie-Eentren verunglückt, wo die Arbeiterschaft numerisch alle anderen Bevölkerungsschichten weit überragt. So müssen sich denn die social!stischen Führer mit der bitteren Wahr. heit abfinden, daß für sie unter dem jetzigen System auch bei den größten Eampagne-Anstrengungen nichts zu er reichen ist. ES bestätigt sich, daß Dr. Müller (Sagan) von der Freisinnigen Volks Partei in seinem Wahlkreise durchge fallen ist. Auch Dr. Barth, der Führer der Freisinnigen Vereinigung, wel cher im letzten Abgeordnetenhause den Kieler Wahlkreis vertrat, wird im neuen Landtage nicht erscheinen. Chicagoer Doctortitel verpönt. D a n z i g. 16. Nov. Henry Rup pel aus Chicago, der in Danzig als Zahnarzt thätig ist. war unlängst we gen unbefugter Führung des zahnärztlichen DoctortitelS vom Gericht um 300 Mark gebüßt worden. Ruppel machte damals geltend, das Chicagoer Germern Medical College" habe den Titel verliehen. 'Der deutsche Consul in Cbicaao. Dr. Wever. sagte aber schriftlich aus, daS College" sei im

wissenschaftlich und trage einen rein commerciellen Charakter. Dessen Di' rector sei ein früherer Bardier. Ruppel appellirte, und die zweite gerichtliche Instanz hat nunmehr die Strafe auf 3000 Mark erhöht. Dem deutschen Reckte gemäß müssen amerikanische Toctoren genau bekannt geben, daß ihr Doctortitel in Amerika derliehen worden ist. Der Titel der Chicagoer Colleges wird von den deutschen Gerichten nicht anerkannt. Wieder eineSchnellfahrt. Berlin, 17. Novbr. Auf der Marienfelde-Dossen Bahnlinie wurde eine Schnellfahrt mit der elektrischen Bahn von 99 Meilen die Stunde erzielt, ohne den Motor, den Waggon, das Geleise oder Bahnbett zu schädigen. Oesterreich'Nngarn. Eröffnung d e s Reichs r a t h e s. Wien, 17. Nov. Beim Wieder, zusommentritt des Reichsrathes unterbreitete heute der Finanzminister das Budget für 1901. Der Voranschlag für die Ausgaben beträgt etwa $346,954,258, für die Einnahmen un-

gefähr $347,501,993. Sau Tomingo. Zum entscheidenden Schlag. Cap Haytien, 17. Nov. Der Revolutionssührer General Jiminez ist in Santiago de Cos Caballeros, San Domingo, angelangt, um einen ent scheidenden Schlag gegen die Hauptstadt San Domingo zu führen. In San Domingo landete der franz. Dampfer Jurien de la Guaviere." Furcht in San Domingo vor Straßenkampf. San Domingo, 17. Ncv. Die politische Situation ist sehr bedenklich. Die Insurgenten beschießen die Stadt und die Generäle Figuero und Samsez haben bei den fremden Ge sandtschaften Zuflucht gesucht. Die Stadt ist von 4000 Rebellen unter Pichardo umringt und ein Angriff wird stündlich erwartet. Ein Straßenkampf erscheint unabwendbar. Während der amer. Kreuzer Baltimore" abfahren mußte um zu kohlen, liegt ein deutscher Kreuzer im Hafen jederzeit bereit seine Mannschaften zu landen. Colombia. Die Friedens-Commis-s ä r e." C o l o n, 17. Nov. Die PanamaCommissäre, welche gestern hier ankamen, hielten heute eine kurze Conferenz mit der Friedens-Commission vom Departement Bolivar ab. Die Commission vertritt nur jenes Departement und ist nicht von Bogota beglaubigt. Das Verlangen der Commission, unter Gewährung von Concessionen wieder zur Republik Colombia zurückzukehren, wurde von den Panamanern als zu spät abgelehnt. Großbritannien. Ankunft des ital. KönigsPaares. London, 17. Nov. König Victor Emanuel und Königin Helene von Italien landeten heute kurz vor 11 Uhr auf der Kgl. Vacht Victoria und Albert" in Portsmouth, unter den Salut-Schüssen der Schiffe und Landbatterien im Hafen. Im Namen des Königs und der Nation hieß der Prinz von Wales die Gäste an Bord der Jacht willkommen. Eine Torpedoboot-Flotille fuhr den Besuchern entgegen und geleitete die Vacht durch die vor Spithead liegende britische Flotte. Nach der Begrüßung des Königspaares durch den Prinzen v. Wales und der Vorstellung des Gefolges überreichte der Bürgermeister von Portsmouth dem Könige Victor Ema nuel eine Adresse, der in kurzen Wo 'cn erwiderte. Der König trug britische Admirals-Uniform. Nach dem Frühstück auf der Yacht erfolgte die Abfahrt per Bahn nach Windsor. Auf dem Bahnhofe zu Windsor wurden die Besucher von König Edward, Königin Alexandra und andere Mitglieder der kgl. Familie erwartet, worauf uuter großem Enthusiasmus die versammelte Menge sich im Wagenzug nach dem Schlosse in Bewegung setzte. Im ersten Wagen saßen die beiden Könige, der Prinz v. Wales und der Herzog v. Connaught, im zweiten die Königinnen und Prinzessin Vic toria. Der Handel mit SüdAfrika. London, 17. Nov. Die Han MsbeWttn bedens ein Bericht aus Süd rila Aufmerksamkeit erregt. Der

Handel mit diesem Territorium soll England 5235.000,000 jährlich eintragen. In den letzten zwei Jahren hat sich der Export britischer Erzeugnisse dihin verdreifacht. Cuba. Uebernahme von Marinennd Flotten'Stationen. Santiago de Cube, 17. Nov. Der amer. Kreuzer Baltimore" traf beute ans Guantanamo ein, wo er im Namen der Zr Staaten die Souveränität über die Marine-Station über nommen hatte. Die Baltimore" geht nach Kingston und dann nach Batin-Konda, Cuba, das zu einer Kohlenstation AmericaS gemacht wird. Frankreich. Duell. Paris, 17. Nov. Zwischen Herrn Wonter, dem! Forscher, und einem Journalisten Billette fand heute ein Duell statt, wobei letzterer leicht verletzt wurde. Ein zweites Duell Wonter'S mit einem anderen Journa-

listen wurde friedlich beigelegt. Italien. Die Ver. Staaten wollen Kriegsschiffe kaufen. Rom, 17. Nov. Es wird berichtet, daß die Ver. Staaten in UnterHandlungen wegen ZAnkaufs der argentinischen Schlachtschiffe Morono und Rivdavava stehen, die beide in Italien gebaut werden. Sie sollen 1 Million Dollars über den Preis geboten haben. Äukland. Rußland benachrichtigt. St. Petersburg, 17. Nov. Der Gesandte McCormick hat das auswärtige Amt von der Anerkennung der Republik Panama durch die Ver. Staaten Mittheilung gemacht. Minister Lamsdorff:serklärte, daß Rußland in dieser Angelegenheit bis zur Rückkehr des Zaren nichts thun würde. Ostasien. Neue V e r s u!ch e. Paris, 17. Nov. Die Associirte Presse hört aus zuverlässiger Quelle, daß zwischen Rußland und Japan VerHandlungen hinsichtlich der Mandschu rei wieder aufgenommen sind, welche große Aussicht a, eine erfolgreiche und friedliche Lösung der Frage besitzen. Einzelheiten sind zur Zeit nicht erhältlich. General Wogak. Peking. 17. Nov. General Wogak. der frühere russische MilitärBevollmächtigte in China, istZ'hier aus i. Petersburg mit den russischen Com missaren der drei Mandschurei-Provin-zen angelangt, um mit dem russischen Gesandten Lessar zu conferiren. D.i: Oeffuung von Wiju. Tokio, 17. Nov. Die Förderung Amerikas auf Oeffnung des korea Nischen Hafens Wiju hat hier einen guten Eindruck gemacht. Man sieht hierin ein neues Zeichen für die MitWirkung Amerikas bei der englisch-japa Nischen Politik der offenen Thür. Die koreanische Regierung ist zur Oeffnung des Hafens bereit, allein der russische Gesandte setzt sich entschieden zur Wehre. Kurze Depeschen. 17. November. Inland. New V o r k. Ein Spazierstock von Abraham Lincoln wurde auf einer Auktion an H. H. Wibiet von hier um 8145 verkaust. Washington. Generalconsul Skinner, auf einer Expedition zu Menelik v. Abessinien, ist auf dem Kanonenboot Machiaö" in Jibutil angelangt. Alb an y. N. Frl. Ellen Harndon Arthur vsn hier, Tochter des verstorbenen Präsidenten Arthur, wurde mit Charles A. Pinkerton aus New York vermählt. Philadelphia. Ein fünf, stöckiges, aon der Phila. Strawboard Co. innegehabtes Gebäude, ist abgebrannt. Der Verlust am Eigenthum der Gesellschaft wird auf 8475,000 geschätzt. Ausland. Paris. Edward Loell Weeks, ein bekannter amer. Künstler, ist gestorden. Er stammte aus Boston. Burkhold unter Bürgg. s ch a s t. Cincinnati, O., 17. Nov. De? frühere Kafsirer der FranklinBank. Serr Burkhol'o, wurde von Rich ter Miller unter 810,000 Bürgschaft den ! Großaeschworenen überwiesen. nrkbold ffi bettläaeria und konnte nicht vernommen werden.

Tie Vorgeschichte dcö Nnstedc l::....is:Vcrles itt öcn Ostmarkcn. pflegte Miquel, so erzählt die Preuß. loiT." aus Anlaß oer Enthüllung des BismarÄdenkmals in Posen, gern im rerirautesten Kreise wie folgt zu erzählen: Von ihm, Miquel, stamme der Gedanke; er habe ihn als Abgeordneter Bismarck vorgetragen, der zuerst die Forderung von 100 Millionen für unerreichbar hielt. Miquel habe dann die Nationalliberalen, Bismarck die Konservativen gewonnen, so sei das Gesetz von 1886 zu Stande gekommen. Wenige Tag: darauf hzbe Bismarck Miquel rufen lassen und ihm als dem eigentlichen Vater der Polenpolitik das Posener Oberpräsidium angeboten. Miquel bat sich Bedenkzeit aus; dann forderte er für den Fall der Annahme besondere diktatorische" Vollmachten. Bismarck erklärte lachend,, so etwas würde er bei den Berliner Gebeimräthen nie durchsetzen un'o Miquel lehnte ab. Die Preuß. Korr." fügt diesem Geschichtchen die folgenden Bemerkungen an: Miquel hat später im Jahre 1889 auch das Kasseler Obervräsidium, ebenso wie das rheinische abgelehnt, und er wußte, was er that. Wer politische Ideen verwirklichen will, darf in Preu-. ßen nicht Ober - Präsident sein; das ist ein Amt für dekorative Persönlich leiten, amtsmüde Minister, vestenfalles für administrative Fachmänner, nie aber für Politiker. Und so wird es auch in Posen weitergehen, fünf, zehn, vielleicht auch zwanzig Jahre; und dann wird eines Tages das Wasser so hoch gestiegen sein, daß alle ruhige, stetige Arbeit nichts mehr nützt, rein gar nichts. Und dann wird man doch zu den diktorifchen" Miquelschen Mitteln greifen müssen und dann wird es vielleicht zu spät sein." Dazu gemerkt der Hann. Courier": Wiz glauben nicht, daß man in Posen mit einer Diktatur weiter kommen würde als mit einem zielbewußten Vorgehen im Rahmen der beuchenden Gesetze. Vestigia terrent. Wohl aber können wir uns dem Wunsche der Pr. Korr." anschließen: Möge -ein wenig mehr von Bismarcks Feuergeist, von dem gewaltigen, grandiosen Schwung dieses Heros und Kopfes hineinleuchten in Land und Stadt Posen, auf daß man dort bewahrt bleibe, wa?

schlimmer ist als Vernichtung und Tod: vor Stagnation und Versum pfung." Ernüchtcrnngöhallcn für Betrunkene. Ein interessanter Versuck zur Lösuna der sckwieriaen ??raae der vorübergehenden Unterbringung Betrunkcner ist in Kiew gemacht worden. Dort hat nämlich vor einiger Zeit der Mäßigkeits - Verein bei den einzelnen Polizeikommissariaten besondere Hallen eingerichtet, wohin die auf den Straßen abgelesenen Betrunkenen gebracht wer den, um ihren Rausch auszuschlafen und ihre Ernüchterung abzuwarten. Jede dieser Hallen steht unter der Aufficht eines Arztes und ist durch ein dichtes Drahtgitter in zwei Abtheilungen geschieden, von denen die eine für Männer und die andere für Frauen bestimmt ist. Nach einer von dem Kicwer Mäßigkeits - Verein veröffentlichten Statistik kommen auf jede Ernüchterungs - Halle monatlich 180 bis 200 Betrunkene, von denen die Mehrzahl den besseren Ständen angehört und sick namentlich aus Beamten und Studenten zusammensetzt. Die meisten Betrunkenen brauchen nur wenige Stunden, um ihre Selbstbeherrschung wiederzuerlangen, doch kommen gelegentlich auch Zustände vor, bei denen 15 bis 20 Stunden vergehen, bis die Betrunkenen soweit ernüchtert sind, daß man sie aus den Hallen entlassen kann. . i St. Burcaukratius s?Mete firfi neuerdinas folaendes: Ein Kemptener Schmiedemeister erhielt von seiner Berufsgenossenschaft (Sitz in Berlin) ein Schreiben, worin es heißt, daß er nur 16.50 M. für Umlagen einsandte, wayreno iv.ta sama. waren. Den Restbetrag von 1 Pfennig ersuchen wir umgehend einzusenden", schließt das Schreiben, dem ein über den Betraa von 1 Pfennia lautendes Postanweisungsformular beigelegt war. Mehrere angesehene belgische Zeitungen äußern sich sehr ungehalten über die Aufhebung der Altenberger Spielesellschaft. Sie erblicken darin den Versuch Preußens, das neutrale Territorium zu germanisiren, Noveliste Verviers" hebt hervor, daß der preußische Kommissar ohne Einverständniß mit dem belgischen Kollegen die Schließung der Spielbank vorgenommen habe; daß ferner der preußische Bürgermeister von PreußischMoresnet seit zwölf Jahren die Kom-munal-Verwaltung des neutralen Gebiets führe, während er gemäß dem Uebereinkommen von 1815 nach Ablauf von secks wahren mit einem belgischen VürJermeister hatte abwechseln müssen. Der Aachener Regkrunzspräsident habe auf Vorhaltungen gedroht, er würd: 25 preußische Gendamen nach Neutral Moresnet entsenden. Nach einem im russischen Finanz - Ministerium ausgearbeiteten Entwürfe wird in Rußland die staatliche Lebens - Versicherung durch die Sparkassen eingeführt werden. Die staatliche Lebens - Versicherung soll einen viel billigeren Tarif als den h den Privat - Gesellschaften üblich aufweisen.

Panama's Unavkiängigkeitscrklä rung. Das kolumbische Departement,- Pa nama hat sich vom Mutterlands losgesagt und damit eine Umwälzung verursacht, welche die Aufmerksamkeit des Auslandes und namentlich der Vereinigten Staaten in weit höherem Maß; auf sich lenkt, als es die fast tagiäglichen Revolutionen und Revolutionen in den süd- und mittelamerikanischen Republiken sonst zu thun pflegen. Obwohl amtliche Berichte über die Veranlassung, zu der Unabhängigkeiterklärung noch nicht vorliegen, so ist doch wohl anzunehmen, daß die Mißwirthschaft der Centralregierung in Bogota den Entschluß vorbereitete, und die Ablehnung des Panamakanal-Ver-träges ihn zur Ausführung brachte. ' Die Vereinigten Staaten haben an den Vorgängen in Panama ein doppe!tcs Interesse. Erstens wünschen sie den isthmischen Kanal zu bauen und zweitens haben sie die Gewährleistung für den ununte'rochenen Betrieb der Panamabahn übernommen. Die Washingtoner Regierung hat bereits wiederholt, wenn der Verkehr bedroht war. Truppen auf kolumbischem Gebiet gelandet und die Züge unter militärischen Schutz gestellt, ohne daß ihr deshalbvon Seiten der Regierung in Bogota oder der jeweiligen Revolutionsführer Widerstand geleistet worden wäre. Die kolumbische Regierung hat die Auflelmung Panamas vorausgesehen

und noch im letzten Augenblick ihre in dem Departement stehenden Truppen auf 1000 Mann verstärkt sowieKriegsfahrzeuge tn die Hafen gesandt. Diese Streitmacht dürfte selbstredend nicht bdm ausreichen einen ernstlichen Aufstand der Bürger Panamas niederznwerfen, und der Verbuch dazu wuroe noch aussichtsloser erscheinen, wenn die anderen westlich vom Gebirge gelegenen Departements mit Panama gemeinschaftliche Sache machen sollten. Das ist aber durchaus nicht unwahrscheinlich. weil die Stimmung in diesen Gegen den -,u Gunsten des Kanalbaues ist. DieZahl derTruppen, welche derReqierung zur Verfügung stehen, läßt sich augenblicklich noch nicht mit der geringsten Sicherheit schätzen. Das Gothaer diplomatisch-statistische Jahrbuch für 1903 sagt über Kolumbiens Heer und Flotte: Friedensstärke ca. 1000Mann? im Kriege ist jeder Kolumbianer dienstpflichtig. Ein Flußkanonenboot (3 Geschütze) ein Dampfschoner und ein Segelboot." Die Flotte ist seit der letzten Revolution vergrößert worden, und auch das Landheer mag verstärkt worden sein; wenn aber der kolumbische Gesandte Herrera in Washington erzähl, daß die Regierung in Bogota gegenwärtig eine Armee von 50.000 Mann unter Waffen halte, so macht er von der gewohnten Ruhmredigkeit der südamerikanischen Patrioten doch wohl einen sehr viel zu weit gehenden Gebrauch. Kolumbien ist bis über beide Ohren verschuldet und sein Kredit viel zu schlecht, als daß es sich den Luxus eines größeren Heeres leisten könnte. Sein Staatshaushalt für die zweijährige Budgetperiode 1901 und 1902 weist Einnahmen von 29,918.640 Papierpesos und Ausgaben von 37,007,875 Papierpesos auf. Wenn man bei dieser Mißwirtschaft die Thatsachen in's Auge faßt, daß die ver'zinsbare Schuld des Landes ohne die der Departements und Städte 14.000.000 Pfund Sterling beträgt, und daß das Beamtenthum in hohem Grade korrupt ist, so läßt es sich ungefähr an den Fingern abzählen, was zur Unterhaltung des Heeres übrig bleiben kann. Die Washingtoner Regierung hat in weiser Voraussicht der Dinge, die da kommen können, ihre Anordnungen getroffen. Sie sandte Kriegsschiffe nach den Endstationen der Jsthmus-Bahn. Panama und Colon, und wird die Züge wieder unter ihren Schutz nehmen, sobald Kämpfe in der Nähe der Bahnlinie den Verkehr gefährden ode? gar stören sollten. Daß unsere Regierung sich vorerst, ohne durch die Entwickelung der Dinge dazu gezwungen zu werden, weiter in die inneren Verhältnisse der Republik mischt, ist aus ebenso naheliegenden als triftigen Gründen nicht zu erwarten; sie wird aber schwerlich sehr lange zögern, die Insurgenten amtlich anzuerkennen, wenn diese beweisen, daß sie den Regierungstruppen erfolgreich Widerstand zu leisten vermögen und den guten Willen haben. Ruhe undOrdnunq aufrechtzuerhalten und eine vernünftigere Verwaltung einzuführen, als sie seit geraumer Zeit in Bogota herrscht. Der Londoner Gras schaftsrath theilte mit. daß in dt? Gemeinde St. Pancras über 400 unter der Erde gelegene Räume, entgegen den bestehenden Vorschriften, als Wohnungen für Menschen Benutzung fänden. Eine Untersuchung ergab, daß die Zahl dieserRäume, die nachAngabe des mediiniscken Sacbverständiaen für menscb-

lichen Aufenthalt in jeder , Beziehung ungeeignet sind, sich auf 640 belauft, und daß über 1000 Personen darin Unterkunft finden. Die Wohnungen wurden vom Grafschaftsrath gejchlofsen. Das russische Heer klagt über einen Ofsiziermaugel. der so groß ist, daß er im Kriegsfalle ver hängnißvoll werden könnte. Einen Panzer, der zwar leicht aber schuß und hicbfest ist, hat Ernst Ben?dctti in Mailand erfunden Alle Proben sind durchaus befried!' gend ausgefallen.