Indiana Tribüne, Volume 27, Number 74, Indianapolis, Marion County, 17 November 1903 — Page 4
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HerauSgeAebrn von der utebrg E. Indianapolis, Ind. garry O. Thudium Präsident. Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2J. . n-ered at the Post Office of Indianapolis as second class matter. Russische Erfolge in der Mandschurei. Unser Petersburger Korrespandent schreibt uns: Ich hatte Gelegenheit dieser Tage mit einer durch seine Beobachtunggäbe ausgezeichneten Persönlichkeit, die kürzlich von einer Reise in de? Mandschüre! zurückgekehrt ist, eine Unterredung über das Geheimnis des russischen Erfolges in der Mandschurei zu pflegen. Man täuscht sich", so äußerte etwa mein Gewährsmann, wenn man glanbt, daß die russische Position in Ostasien lediglich auf der Spitze der Bajonette ruhe. Gewiß hat Rußland schon heute in Ostasien eine Streitmacht versammelt, die jedem Versuch einer Offensive seitens Japans mit der Ruhe des Starken entgegensehen kann; gewiß ist auch schon heute die russische Seemacht in den ostasiatischen Gewäsfern der japanischen gewachsen und wird ihr bald überlegen sein, aber Rußland sieht diese militärische Macht nur als das äußerste Mittel zur Behauptung und Ausdehnung des Erwordenen an, während es sein Ziel vornehmlich auf die friedliche Eroberung der großen, bisherZder gelden Rasse gehörigen Gebiete richtet. Die schnelle Russisizierung dieser Gebiete ist vor allem der klugen Schv' nung, die Rußland der chinesischen Empfindlichkeit anzedeihen läßt, zu ver.danken. Im Gegensatz zu anderen Völkern enthalten'sich die Russen jeder religiösen Propaganda, sei es durch Missionen, sei es auf andere Weise. Im Gegentheil: sie dulden selbst bei ihren Angestellten die Zugehörigkeit zum Heidenthume. So sah ich einen russischen Kosackenfeldwebel, der einem Konsul beigeordnet war, in einem Lamatempel vor einem Götzenbilde Kotau machen. Wie in religiösen Dingen, so enthal ten sich auch sonst ldie Russen jeder Ue berhebung gegen den Chinesen. Ein anderer Europäer, mag er noch so arm sein, wird auch dem reichsten Chinesen gegenüber einen gewissen Hochmuth
nicht verleugnen und würde es voller Verachtung ablehnen, Diener eines Chinesen zu sein. Der Russe erkennt die Standesunterschiede genau so an, wie in der Heimath. Ich sah einen russischen Kutscher, der mit Vergnügen von einem reichen Chinesen, den er fuhr, ein Trinkgeld einstrich, ich sah russische Arbeiter unter der Aufsicht und Leitung von Chinesen ihre Arbeiten ausführen. Diese VorurtheilSlosigkeit bringt noch einen anderen Vortheil für die Russin cirung mit sich. Weil der russische kleine Mann" sich dem Chinesen gegenüber nicht als etwas Höheres dünkt und auch ruhig unter ihm arbeitet, so sinden Tausende von Russen ihr bescheide nes Brot in der Mandschurei. So hat also eine Masseneinwanderung des ruffischen Element stattgefunden; es sind Restaurateure, Händler, kurz, was man will. Besonders rasch sind sie in den Städten angewachsen: so zählt Hailar 4000, Charbin 9000 Rus. sen, und auch Tsisihar hat eine starke russische Colonie. Umgekehrt ist auch die Einwanderung von Chinesen nach der russischen Mongolei sehr stark, und die russische Regierung bereitet diesen fremdrassigen Einwohnern keine Schwierigieiten. weil sie gerade in diesem Austausche der Bevölkerung die beste Gewähr für ein festes Verwachsen der Mandsckurei mit dem Riesenkörper des russischen Reiches erblickt. Ein weiterer und sehr gewichtiger Grund für die Zufriedenheit der chinesischen Bevölkerung mit der russischen Annexion ist daS gute wirthschaftliche Gedeihen unter der faktischen Herrschaft der Russen. Die Wunden, die das Jahr 1900 geschlagen hat, sind vernarbt, und überall macht sich eine Steigerung des Wohlstandes bemerk dar. Die ist in erster Reihe den mandschurischen Bczynbauten zu verdanken. Ueberall sÄtstehen neben d?n Bahnlinien neue Msiedlungen. Die Umgebung dieser Bahnlinien ist von großer Fruchtbarkeit, dicht bevölkert
und vorzüglich cultivirt. So ist es sehr wahrscheinlich, daß die Bahnbauten, die schon jetzt der umwohnenden Bevölkerung Vortheile bringen, sich späterhin auch für die russische Regierung rentabel erweisen werden. So ist in den beiden letzten Jahren der Handel in der Mandschurei gewachsen, und die chinesischen Kaufleute machen bessere Geschäfte als vor der russischen Annexion. Sie machen auch aus den Sympathien für die neuen Herren kein Hehl und verfehlen bei geeigneten Gelegenheiten nicht, den russischen Machthabern Dankesadressen zu übermitieln. Auch außerhalb der Bauthätigkeit macht sich wirthschaftliche Unternehmungslust bemerkbar. Eine Gesellschaft für elektrische Beleuchtung und Tram in Mulden und Charbin hat sich gebildet, eine andere will KohlenBergwerke für die Bedürfnisse der Eisenbahn und Flotte ausbeuten, und
die Holzindustrie soll durch die Korea abgezwungene Holzconcession am JaluFlusse gefördert werden. Bei dieser letzterwähnten Konzession tritt die vorsichtige Art zu Tage, wie Rußland sich Schritt für Schritt neue Gebiete sichert. Erst handelte es sich bloß um das Fällen der Bäume, da aber angeblich an dem geschlagenen Holze viele Diebstähle verübt wurden, so sahen sich die Russen veranlaßt, Wächter" zum Schutze der Unternehmer am Valuflusse zu stationiren. Mit diesen Wächtern verhält es sich natttrlich ebenso wie mit den Wachmannschaften für den Bahnbau in der Mandschurei. Sie tragen eine etwas andere Uniform als die Soldaten, aber es sind natürlich Soldaten, und wenn es zu Kämpfen käme, so würden sie die offi' ziellen" Truppen nicht unwesentlich verstärken. Schließlich beruht der Erfolg Rußlands nach auf der Konzentrirung der Verwaltung des neuen Besitzes in den Händen eines Mannes. Wohl ist vor Kurzem bekanntlich eine Art von Verwaltungsrath für Ostasien in Rußland selbst begründet worden, aber Admiral Alexejess ist eine viel zu energische und selbständige Persönlichkeit, als daß er sich reglementiren ließe. Die russische Politik für Ostasien wird in Ostasien gemacht " Aus Nom kommt die. Meldung. daß Königin Helena das Cabinet zu beeinflussen suche, die Ebt.scheidungs-Vor-läge wieder zurückzuziehen. Im Interesse der Dynastie, die schon jetzt den Anstürmen der Republikaner und Socialisten gegenüber auf wackligen Füßen steht, wäre die Befürwortung eines solch' reaktionären Schrittes sehr zu bedauern. Daß überhaupt die Königin es wagt, sich in Staatsgeschäfte zu mischen, ist für die derzeitigen Minister wenig schmeichelhaft ; ein Mann wie der alte Depretis oder selbst Crispi hätten jeden Versuch in der Richtung von Unterrocks-Politik derb zurückgewie sen. Die italienische Einheit unter dem Hause Savoyen ist im Gegensatze zum Papstthum gegründet; so wenig wie zwischen Welsen und Ghibellinen. läßt sich ein Ausgleich ihrer beiderseitig gen Ansprüche herbeiführen. Daran ändern kleine Aufmerksamkeiten nichts und der Papst selbst hat seine Stel lung bereits zur Genüge gekennzeichnet. Ein italien. König, der von den für ihn festgelegten Principien des politi schen Liberalismus abweicht, schaufelt sicht damit mit eigenen Händen sein Grab. Für Identifikation gehalten. Die Polizei wünscht Auskunft über die beiden Burschen Dan Ward, weiß, und Frank Bell, einen Nigger, die in der Sonntag Nacht wie berichtet von den Polizisten Kitzmiller und Shine als verdächtig verhaftet wurden. Beide stehen im Verdacht, mehrere Straßen räubereien ausgeführt zu haben. Etwaige Opfer mögen sich in der Station melden. Langersehnte StraßenbahnBesserung. Der reguläre Betrieb üocr die Bismarck Ave.-Verlängerung der Haughville. resp. W. Michigan StraßenbahnLinie ist gestern Morgen eröffnet wor den. Die Verlängerung erstreckt sich über die Michigan Str. bis zur Bismarck Ave. und dort nördlich bis zur Crawfordsville Road. Diese Besserung findet allgemeinen Beifall. John Weber's Wirthschaft, No. 704 West North 5
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! Die Gas-Consumers
Orgamsirt sich in
Zwecks Fortbestehens der Consumers Gas Trust Comp. Herrn Henry Schnull verlesen.
In der Freimaurer - Halle fand gestern Abend eine überaus zahlreich besuchte Versammlung von repräsenta tiven Bürgern statt, um die -Consu-mers Gas-Trust-Frage zu besprechen. Auf Antrag wurde Herr Hermann Lieber fr., zum Vorsitzer erwählt. Mit den folgenden markigen Worten eröffnete Herr Lieber die Versamm lung : In einem Gemeinwesen wie dem unsrigen, kommen zuweilen Fragen zur Erörterung, welche nicht nur von allgemeinem Interesse sind, sondern Einfluß auf das Wohlergehen jed?s Einzelnen haben. Die Consumers Gast-Trust-Frage ist eine solche. MeinemDasürhalten gemäß kann es nur eine veite in dieser Frage geben, trotzdem unsere gelehrten Juristen versuchen werden, eine andere zu finden. Die Seite, wie sie mir erscheint, ist ein positives Recht gegen ein positives Unrecht. Was die moralische Seite dieser Frage angeht, so kann kein vernünftiger Mensch Zweifel daran hegen, daß 5 Procent der Original-Anlage den Actionären der C. G.T. Co. schuldig ist und alles absolut, Alles was an Anlalagen und Geschäft existirt, den Bürgern von Indianapolis gehört. Ich glaube ferner, daß im Allgemei nen Gesetze auf gesunden Menscher.verstand aufgebaut sind. Sollte dies .in diesem Falle sich als unrichtig erweisen, so wäre es an der Zeit sie zu ändern. Als die Consumers Gas Trust Gesellschaft gegründet wurde, haben wir uns sowohl als auch die Bürger von auswärts überzeugt, daß Capital nicht so gefährlich ist wie Einige denken, wenn eine intelligente Bürgerschaft sich dagegen vereinigt. Es ist unnöthig, daß ich auf die vielen Vortheile, welcher wir uns in den letzten 15 Jahren durch diese Organisation erfreuten, hindeute. Sollen wir nun aufhören oder so!len wir die Gesellschaft fortführen, bis zu dem Erfolge den wir von Beginn beabsichtigten. Dies kann geschehen, ohne daß , Jemand ein Opfer bringt, wenn wir nur ebenso intelligent zu Werke gehen als bei der Schöpfung des Consumers Trust. Wir leben in einer Zeit und unter Verhältnissen in welcher Spekulation bis zum Exceß getrieben wird, aber unser Gewissen darf deshalb nicht zu dehnbar sein. Wir müssen einen Unterschied machen, zwischen öffentlichem Eigenthum und d-m was Unser ist. Wenn die öffentliche Meinung in dieser Richtung streng erzogen wird, dann würden die Vorwürfe nicht so oft gegen uns erhoben werden, daß wir ein Volk sind welches den allmächtigen Dollar über das Recht setzt, ohne Rücksicht daranf wie der Dollar erworben wurde. Dies trifft aber selbst zur jetzigen Zeit nicht zu. Wir haben in der Vergangenheit öfters bewiesen und werden es auch in diesem Falle beweisen, daß Ehre und Recht unsere Richtschnür sind. Persönlich fühle ich, daß ich mich in einer so wichtigen Angelegenheit nicht neutral verhalten dürfte. Nehmen Sie meine Herren die Versicherung daß ich es als Ehre betrachte als Vorsitzer in dieser Versammlung zu fungiren. Die Worte des Vorsitzenden fanden enthusiastischen Beifall. Als permanenter Sekretär wurde Herr George A. Merrifield erwählt. Der Vorsitzer Herr Lieber ertheilte nun Herrn A. L. Potts das Wort, welcher folgenden Brief von Herrn Hy. Schnull verlas : Ich wünsche den Männern, welche die heutige Versammlung besuchen, meine Stellungnahme in Bezug auf die Consumers Gas-Trust-Frage darzu legen. Ich hatte vor der letzten Direktorenwähl vom 3. Nov. beschlossen, daß ein neuer Direktorcnrath erwählt werden sollte und erklärte mich auch in diesem Sinne. Als jedoch die Meinungen der Anwälte Smith, Daniels und Hackney kurz vor der Wahl vorgelegt und von Herrn John G. Williams unterstützt wurden, schien eS mir,als ob wir keinen Rechtsboden hätten und es meine Pflicht wäre, das Eigenthum für die Aktionäre welche ihre Ansprüche darauf machten, zu beschützen. Hätte ich damals daS Gesetz, wie es von Elliott, Howe und Walker ausgelegt wird und welches mir als mit gesunder Vernunft vereinbar erscheint, verstanden, so hätte ich mich nie bereit erklärt für irgend einen der alten Di rectoren wieder zu stimmen. j Ich wünsche nun allen meinen Einfluß geltend zu machen, daß daS Eigenth'um für den erhalten wird, dem eS zukommt dem öffentlichen Interesse. Diese meine Ansicht machenSie der Verng kund. Auch bin :ch gerne
enthusiastischer Bttrgerversammlung.
bereit, zu einem Fond, der für Erledigung dieser Frage zu Gunsten der ErHaltung der C. G. T. Co. nöthig sein möge, beizusteuern. Henry Schnull. Nun unterbreitete Herr Potts den folgenden Beschluß: Glaubend, daß die Consumers Gas Trust Co. organisirt wurde für den gemeinnützigen Zweck, um Gas für die Bürger von Indianapolis zum möglichst niedrigsten Preise zu liefern; daß die Aktien den Trustces anvertraut wurden, um es denselben zu ermöglichen, die Bürger gegen die Manipulation der Aktien für Privatgewinn zu beschützen. Und glaubend, daß es ein organisirter Plan einiger Individuen sei, die Bestände der Gesellschaft, welche vom Volke beschafft und zur Gaslieferung zum Kostenpreise für das Volk benutzt werden sollten, zu eigenem Nutzen anzueignen. Ferner glaubend, daß mehrere Mitglieder des jetzigen Directorenrathes an dem Plane, die Originalzwecke der Gesellschaft zu vereiteln, interessirt sind, und weiterhin glaubend, daß die loyalen Direktoren die volle Unterstützung und Hilfe aller rechtlich denkenden Bürger haben sollten, Beschließen wir Bürger von Indianapolis. eine Gesellschaft zu bilden, die den Namen Gas Consumers' League" tragen und den Zweck haben soll, die Consumers' Gas Trust So." den Bürgern zu erhalten und alle Pläne, die Gesellschaft ihren Zwecken zu entfremden, zu bekämpfen. Als Comite für den' Zweck wurden die folgend'nden Herren ernannt: F. Vonnegut, Bischof O'Donahue, F. M. Herron. F. M. Bachmann. W. Vanarsdel. Dr. O. S. Runnels. Chas. Krauß, A. E. Metzger, JoK,i B. O'Connor, M. S. Huey, Äwson M. Harvey, Chas. Coffey, L. B. Swift. S. Muhl, ChaZ. E. Merrifield, F. S. Fisbback. Wm. Fortune, George Hitz, Carl H. Lieber, John W. Kern. Horace McKay. ChaS. P. Greene. C. L. Turner, W. P. Kappes, Edg. A. Brown. C. H. Badger. Jos. Schaf, F. C. Day. Gust. A. Schnull, Thos. Madden. Jos. K. Lilly, Hy. Severin, M. E. Enqlish. Walter H. Eastman, G. D. Holliday. F. W. Ohn u. A. Auf die Gründe, welche den obigen Beschluß zeitigten, eingehend, sagte Herr Potts unter Anderem : Vor IG Jahren kamen wir zusam men um den Consumers Gas Trust in's Leben zu rufen. Derselbe hat seither der Stadt jährlich über eine Million gespart und der Ruf unserer billigen Feuerung trug dazu bei, unsere Bevölkerung zu verdoppeln. Es wurde ermöglicht, den Bürgern ihre Beisteuer bis auf einen geringen Bruchtheil mit 8 Procent Zinsen zurückzuzahlen. Auch dieser kleine Bruchtheil wird in kurzer Zeit getilgt sein und d:ch tritt nach diesen Ersolgen die Frage an uns heran ob das Eigenthum dem Volke, welches es geschaffen, oder der Eureka Co. (Redner sprach den Namen unter riesiger Heiterkeit als you wreck her Co. aus) gehören soll. Durch allerlei Gerüchte, deren UrHeber uns wohl bekannt sind, wurde eine Panik unter den kleinen Subscribeuten hervorgerufen und der Eureka Co. gelang es. sich Certificate der Con. sumers GaS Trust Co. im Werthe von $400,000, wofür die Spekulanten aber nur etwa $200,000 zahlten, anzueignen. Die Merchants National Bank hatte während der 15 Jahre die Nutznießunq von Depositen im Betrage von 87,000,000. $234,000 wurden von den Promotoren der Eureka Co. allein an Interessen gezogen, für eine Anlage von S200.000 erhielten sie alsn $834.000 und nachdem sie auf diese Weise über $600,000 profitirt hatten, erscheinen die leitenden Geister derselben vor den Trustees und appelliren um Wiederwahl als Direktoren, weil sie der Gesellschaft ihre werthvollen Dienste 15 Jahre unentgeltlich gewidmet hätten." (Gelächter.) ' Redner belobte sodann den LokalPatriotismus des neuen Präsidenten des Direktorenraths Herrn Barnes, der wenn er an die Eureka Co. ausverkaufen wollte, baare $20.000 hätte profitiren können. Barnes sowohl wie die anderen neuen Directoren würden die Interessen des Volkes wahrnehmen und dafür sorgen, daß die Bestände der Gesellschaft die zum mindesten einen Werth von $1.500.000 nicht verschleudert würden. Die neuen Direktoren würden es sich angelegen sein las sen, gewisse Transaktionen, darunter den Verkauf von Pachtverträgen auf 2000 Acker Oelländereien genau zu untersucben. Die GaS ConsumcrS Liga solle zur Unterstützung der neuen Direktoren in
Liga
Ein Schreiben des ihrem Kampfe um die Rechte des Volkes ins Leben gerufen werden. Vorsitzer Herman Lieber ließ nun zur Abstimmung über die eben angeführten Beschlüsse schreiten. Dieselben wurden einstimmig unter großem Enthusiasmus angenommen. Ebenso ein A itrag des Herrn Horace McKay, die Anwälte Elliott, Howe und Walker zu Rechtsbeiständen der Gas Consumers Liga zu ernennen. Von W. E. Englisch lief ein Telegramm ein. in welchem er der Liga alle Unterstützung verspricht. Mayor John W. Holtzmann wurde nun vom Vorsitzer Lieber als nächster Redner vorgestellt. Herr Holtzmann gab einen kurzen Rückblick aus die Entstehung der Consumers Gas Trust Co., die vor 15 Jahren durch den Gemeinsinn des Volkes in's Leben gerufen wurde. Kanm 4 Jahre später wären Gerüchte in Umlauf gesetzt worden, daß der Gaszufluß versage und viele arme Leute verkauften deshalb ihre Certifikate für weniger als die Hälfte des wirklichen Werthes. Trotz alledem bezahlte die Trust Co. die vorgeschriebenen Raten mit 3 Procent Zinsen. Damals schon erwarben gewissenlose Spekulanten reiche Summen. jetzt aber wollen sie Alles haben. Ich bevaure die Direktoren" fuhr Redner fort, welche fich zu Werkzeugen des dominirenden Geistes eines der ihren machen lassen. Ich beglückwünsche die neuen Direktoren die sich diesem Einflüsse nicht beugen und tapfer für die Rechte des Volkes streiten. Jeder der Geld in der Consumers Gas Trust Co. anlegte, hat seine Anläge Tausendfach zurückerdalten." Es wäre eine Ehrenpflicht, sagte Herr Holtzmann, weiter zu verhüten, daß der Trust seinen Zwecken entfrembet werde. Es sei Pflicht der Direktoren der Gas Trust Co.. dem Volke zum Kostenpreise Gas zu liefern und wenn dasselbe nicht aus Quellen gezogen weiden könne, es aus Kohle zu fabri'iren. Die Rechte der Einwohner' schaft müßten beschütt werden. (Be fall.) Er halte es für zeitgemäß, daran zu erinnern, daß dieselben Personen, welche jetzt die Anlagen der Gesellschaft zu eigenem Nutzen verwenden wollen, Mord und Zeter schrieen, als die Stadt beabsichtigte die HauptRöhren zu besteuern. Sie beriefen sich damals daraus, daß dieselben zum öffentlichen Besten da wären. Er verpflichtet sich", schloß Redner unter enthusiastischem Beifall, die ganze Machtvollkommenheit die die Stadt habe, in die schranke zu werfen, damit der Trust", den die Gesellschaft übernommen, prompt durchgeführt, werde. Ex-Mayor Denny war der nächste Redner. Er geißelte mit bitteren Worten den Versuch gewisser Personen, das gesammte Volk zu eigenem Nutzen zu scheeren. Ueber die Opinion" der Anwälte sprechend erklärte er, daß die Anwälte der Direktoren in ihrer Opinion" alle nur tmöglichen technischen Punkte zusammengesucht hätten, um einl NichtErfüllung des Trust zu entschuldigen. Die Opinion" des Richter Elliott und seiner College aber sei auf Gerechtigkeit und gesunden Menschenverstand begründet. Würden die Direktoren sagen", fuhr der Redner fort, daß, im Falle noch genug Gas vorhanden wäre, um während weiterer 35 Jahre zu dienen, daß mit der Zahlung der letzten 5 Procent nebst 8 Procent Zinsen die Anlagen nur den Besitzern der Certificate gehörten? Es wäre doch zu lächerlich; denn nach den Bedingungen des Trusts müßte das Gas dann zum Kostenpreise geliefert werden." (Beifall.) Nachdem ein Brief des Anwalt Harbey verlesen war und die Herren Thompson und Kern gesprochen hatten, ertheilte Vorfitzer Lieber Major Richards das Wort. Er wurde mit (n) h
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Brauer des besten Bieres. -Gut abgelagert
"PURE GOLD" Bier in Flaschen
nach allm Theilen der
frenetischem Zuruf empfangen. In einer längeren Parabel criti'sirte Redner in nicht mißzuverstehcnder Weise das Gebühren verschiedener Direktoren
j als unehrlich und erklärte, sie verdienten aus de: Stadt getrommelt zu werden. Es sei eine bedauernswerthe Thatsache, daß der Gründer der Eureka Co. ein dominirender Geist im Direkkorium der Consumers Gas Trust Co. sei, der sich nicht scheue, sich als Freund des Volkes zu geriren und erwarte, daß man ihm schließlich Denkmäler baue. Es erinnere ihn dies an die famose Ausrede eines Mannes, der dabei gesaßt worden war, als er Steine auf eine Eisenbahnschiene legte. Er erklärte, daß er dies gethan habe, um nachher den Zug warnen und auf die Obstruktionen aufmerksam machen zu können und Belohnung zu erhalten. Herr Frenzel habe auch dem Consumers Gas Trust Steine in den Weg gelegt. Die Liga würde dieselben aber entfernen. Die Eureka Co. mache sich zu früh zur Bestattung der Conwmmers GaS TrustCo.fertig.denn derPatient sei noch nicht todt und würde auch sobald nicht sterben. (Beifall.) Vorsitzer Herr Herm. Lieber ersuchte nun alle, welche der neuen Gas Consumers Liga beizutreten wünschen, ihre Namen auf bereitlieaende Applikationszettel zu schreiben, waS auch alle Anwesenden thaten. Hierauf Vertagung. renze S5k. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank.) Ein europäisches Department. Wechsel, Kreditbriefe und Postanweisungen aus alle Städte EurovaS. r chiffsscheine naH und von Europa. An und verkauf ausländischen Geldes. Geld sparen ist i emeGewohnheit Eine Gewohnheit wächst und je mehr sie wächst, desto lcich ter wird sie, und fortwährend vermehren sich die 3 Prozent Zinsen Beginnt heute. Machen Sie sich keine Bedenken wie wenig sparen Sie etwas ! In einem Jahr von jcht werden Sie sich wundern, warum Sie nicht früher begonnen haben Iiidiana Trust Co., Capital - 81,000,000 Ueberfchutz 200.000 Office: Indiana Trust Gebäude. Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Ll "City Banst." Etablirt 1863, nimmt jederzeit Engage, mentS entgegen. Irgendwelche OrchesterMusik und irgend eine Anzahl von Musikern wird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen, öi. A. Miller, Direktor. Henry Sprengpfeil, Geschäftsführer, 301 Kentucky Avenue. Telephon Alt, roth 3311. Neu4Z93. P b 0 ? SKNes Union Erzeugviß. und fermenttrt.'Stadt frei abgeliefert. fltuti PhHe 1644
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