Indiana Tribüne, Volume 27, Number 73, Indianapolis, Marion County, 16 November 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, IC. November 19S.

Erfolgreicher Verlauf. 10. Stiftungsfest dcs Südseite Turnvereins. .y Festrede von Prof. Robert IVxr, Ansprache vom Ersten Sprecher enry Victor und interessantes Schreiben von Prof. . . Emmerich.

Gtfangs-Vorträge und turnerische Uebnngen trugen zur

Verschönerung

Der Südseite Turnverein feierte ge Präsident des Vororts des Nordameri stem in seiner in geschmackvoller Weise lamschmTurnerbuno!:?, Herr Hermann decorirten Halle sein 10. Stiftungsfest. ' Lieber, sowie mehrere Mitglieder desMit gerechtem Stolze begingen nicht selben sich eingefunden hatten, um an . ' w r, jc

nur die Mitglieder des Vereins, ,on dern auch das gesammte Deutschthum der Südseite das Fest. Der Verein schaut auf eine an ern-! ster Arbeit, aber auch an erfolgen reichen Vergangenheit zurück. Aus dem kräftigen Zünglein, welcher der Verein schon zur Zeit seiner Gründung war, ist ein starker Mann geworden, der nicht nur viel erreicht hat. sondern auch verspricht, noch vieles im Interesse der deutschen Turnerei in's Besondere und des Deutschthums im Allgemeinen zu leisten. Trotzdem der Verein auch seine Jugendkrankheiten durchzumachen und mit vielen ernsten Sorger. zu kämpfen hatte, hat er doch zahlreiche Beweise seiner Lebenskraft und Stärke gcliefert. In seiner herrlichen Halle aber, welche ja eine Zierde der Südseite und der Siadt Indianapolis ist, hat der Verein unentwegt die deutsche Sprache, Sitten und Gebräuche gehegt und gepflegt. Sie ist eine Pflegestätte deutscher Geselligkeit geworden. Die gestrige Feier wurde durch einen Eröffnungsmarsch" eröffnet. Hierauf brachte Fräulein Gleichen Geiger, nachstehenden von Herrn A. Raiser verfaßten Prolog in gefälliger Weise zum Vortrag. Zehn Jahre sind im raschen Flug' verflogen. Seitdem das e r st e Fest gefeiert wir. Hoch gingen damals der Pegeist'rung Wogen. Versammelt war des ganzen Deutschthums Zier. Und eine Zukunft schien vor dem Verein zu liegen. Nur glückverheißend und nur reich an Siegen. Erinnerung auf ihren lichten Schwingen, Führt heut' vor unj'rem Blick der Bilder viel. Aus ernster Zeit, von des Vereines Ringen Um das von ihm ersehnte hohe Ziel. Es ward erreicht, es ward ein Sieg eifocht'n. So schön, weil er von Harmonie durchflochten. Und als es galt, auf's Neue aufzubauen. Als schwere Sorgen drückten den Verein, Da fanden Männer sich und Turnerfrauen, Die opferfreudig traten für ihn ein. Und der Erfolg? Dies stolze Haus! Ein fester Hort Mr Teutsches Westn, Deutsche Sitten, Deutsches Wort! Im eig'nen Heim wir unermüdlich pflegen Rastlos und unentwegt die Turnerei. Sie bringt den Kleinen, wie den Großen Segen, Sie sorgt, daß im gesunden Körver sei Gesunde Seele auch, und nichts erlogen. In diesem Geiste werden w i r erzogen ! Jung noch ist der Verein, doch reich an Ehren! In welchen Wettkampf er auch immer ging, Nie anders sah man noch zurück ihn kehren, Daß nicht ein Vreis an seinem Banner hing. Auf Kranze viel von Lorbeer' und von Eichen Blickt er mit Stolz als seiner Siege Zeichen ! Wohl ist dem Sternenbanner er ergeben, Doch wenn es einer Deutschen Sache gilt, Zu helfen und zu fördern Teutsches Streben, So deckt er gerne es mit seinem Schild. Die Pflicht gilt dem Verein als eine hehre: Zu wirken für des Deutschen N amen Ehre ! Am Schlüsse des Prologs ging der ' Vorhang in die Höhe und ein von Turnlehrer Curt Toll mit vielem Ge schmack . arranairteS Tableau Die Huldigung der Turnerei" darstellend. bot sich den Blicken des Publikums dar. Das Tableau wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Mitwirkenden in demselben waren Frau Curt Toll, Frl. Clara Gutzwiller und Frl. Lydia Koehler. sowie Otto Graf, Gust. Mack, Theodor Rebenack, Fred Meyer, Adolph Mack, Adolph Eckert und Jacob Eitel. Nachdem Herr Henry Victor, der Erste Sprecher des festgebenden Vereins dem Frl. Geiger in Aner kennung ihres VortrageS ein hübsches Blumenbouquet überreicht hatte, hielt er eine kurze Ansprache, in welcher er seiner Freude Ausdruck verlieh, daß der

der Feier bei.

oer eier iyeilzuneymen. Sprr Wxsinr hrmtto Kann nflpn 3Vrt: V V V jenigen, welche seit Bestehen des Vereins, so treu zur Seite gestanden und !zu dem blühenden Gedeihen desselben wesentlich beigetragen haben. Er hoffte, daß sie auch in der Zukunft dem Verein treue Freunde bleibe.i würden. Der Verein könne so auf das, waS er erreicht hat, mit Recht stolz fein; er stehe jetzt auf sicherem Fundamente und könne mit berechtigtem Selbftvertrauen der Zukunft entgegengehen. Hierauf theilte Herr Bictor mit, daß Prof. E. E. Emmerich, welcher die Festrede auf dem Gründungsfeste des Vereins, im November 1893 gehalten, seinem Versprechen, auch jetzt wieder eine Ansprache zu halten, leider nicht nachkommen könne. Hierauf verlas er folgendes ihm von Herrn Emmerich zugegangenes Schreiben : In Folge einer starken Erkältung, die mir das Sprechen erschwert und mich zeitweilig an's Haus fesselt, bin ich, zu meinem großen Bedauern, ver hindert, an der heutigen Feier des 10. Stiftungsfestes Ihres Vereins theilzu. nehmen. Es hätte mir zum Vergnügen ge reicht, bei dieser frohen Veranlassung Ihnen und dem Südseite Turnverein persönlich meine herzlichen Glückwünsche auszudrücken zu dem großen Erfolge, welchen der Verein während seiner zehnährigen Wirksamkeit auf dem Gebiete der Jugenderzieb.'ng zu verzeichnen hat. Ich habe die stetigen Fortschritte, die der Verein seit dem Tage seines Bestehens, dank dem Eifer und der Energie seiner Mitglieder, gemacht hat, mit Freude und Interesse verfolgt, umsomehr, da ich die Ehre hatte, vor zehn Jahren die Taufrede" zu halten, bei welcher Gelegenheit ich d?m Vereine ein segensreiches Wirken wünschte und voraussagte welche Wünsche und Voraussagungen in so schöner Weise in Erfüllung gegangen sind. Die Bevölkerung unserer Stadt und des Landes kommt allmählig zur Ueberzeugung, daß eine Erziehung, welche nur die intellektuellen Kräfte des Kindes in Betracht zieht, eine unvollständige und einseitige ist. und daß diese Ueberzeugung sich in immer weiteren Kreisen Bahn bricht, ist in erster Linie das Verdienst der deutschen Turnvereine. Der Pionierarbeit, dem unermüdlichen Eifer der deutschen Turner ist e5 zu verdanken, daß in unseren öf'entlichen Schulen in Bezug auf körperliche Ausbildung der Jugend fchon ein guter Anfang gemacht worden ist und es ist zu hoffen, ja anzunehmen, daß das begonnene Werk immer weitere Fortschritte machen wird. In unserer Manual Training High School" ist eine geräumige, allen modernen Anforderungen entsprechende Turnhalle im Bau begriffen, die beim Beginn des nächsten Semesters, im Februar, vollendet, und mit einer vollständigen Ausstattung an Geräthen, Badezimmern etc. versehen sein wird. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß dies nie der Fall gewesen' wäre, wenn, wie schon bemerkt, unsere deutschen Turnvereine den Boden nicht vorher in so erfolgreicher Weise bearbeitet hätten. Ich bringe hiermit dem Südseite Turnverein zu seinem 10. Stiftungs feste meine herzlichen Glückwünsche dar mit dem Wunsche, daß sein Wirken in der Zukunft von ebenso großem Er folge begleitet sein möge, wie dies in den verflossenen Jahren der Fall war. Kann ich auch heute Abend nicht per fönlich anwesend sein, so dürfen Sie sich doch versichert halten, daß ich i m Geiste bei Ihnen sem werde." Der Erste Sprecher stellte hierauf Herrn Professor Robert Nix als den Festredner vor. Derselbe hielt so dann folgende, von den Zuhörern mit

großem Beifall aufgenommene, formvollendete Rede: Wir haben uns heute Abend hier eingefunden, um das zehnjährige Bc stehen eines Turnvereins zu feiern, der mit berechtigtem Stolze auf seine Thä tigkeit und seine Errungenschaften zurückblicken darf. Solange die Hallen des Socialen Turnvereins in der östlichen Maryland und Pearl Str. für dessen Turnschule benutzt wurden, war auf der Südseite kein Bedürfniß zur Gründung eines weiteren Turnvereins vorhanden. Nachdem aber die vom Socialen Turnver. ein ins Leben gerufene Aktiengesell schaft mit dem Bau des Deutschen Hauses begonnen hatte und der Umzug des Vereins in sein neues Heim auf der Nordseite nahe bevorstand, wurde von Freunden des Turnens unter den Bewohnern der Südseite eine rege Agitation entfaltet, welche im Herbste 1893 zur Gründung des Südseite Turnvereins führte. Der neue Verein trat sofort dem Nordamerikanischen Turnerbunde bei. l?r miethete eine Halle für Turn und Versammlungszwecke und stellte einen seminaristisch gebildeten Turnlehrer an. Schon am 1. Januar 1894, also nur wenige Monate nach seiner Gründung konnte der Verein dem Bundesvorort in St. Louis berichten, daß er 102 Mit. glicder habe, und daß 32 Aktive, eine 13 Mann starke AlterSriege, 63 Frauen und Jungfrauen und 220 Schüler und Schülerinnen am Turnunterricht theilnahmen. Aber der junge Verein hatte feine Kräfte überschätzt. Er hatte es versäumt, mit Verhältnissen zu rechnen. die schon im ersten Jahre seines Bestehens dazu führten, daß auf das schnelle Wachsthum ein nsch schnellerer Rückgang folgte. Der Verein hatte sich eine große Schuldenlast aufgebürdet, durch den Austritt zahlreicher Mitglieder wurde das Einkommen verringert, die Turnschule mußte geschlossen werden, und der Verein war infolge seiner sinanziellen Lage nicht im Stande, Mitglied des Turnerbundes zu bleiben. An der am 12. September 1891 abgehaltenen Versammlung des Vereins nahmen 17 treue Mitglieder theil. Ein neuer Vorstand wurde gewählt, mit Turner Henry Victor als ersten Sprecher. In Turner Victor war dem Vereine ein Führer erstanden, dessen kräftige germanisch? Schultern vorzüglich geeignet waren, sowohl die aus der Vergangenheit stammenden Lasten, als

auch die ferneren Schicksale des Vereins zu tragen. Er garantirte die Zah' lunq der Schulden und aller zum Wiederausbau des VernnS nöthigen Ausgaben und streckte wiederholt die erforderlichen Varbeträge vor. Aber durch dieses an sich schon lobenswerthe Vorgehen wollte und konnte der Vereinsführer nur den Boden schaffen, auf dem er seine volle Energie zum Wohle des Vereins und der Tnrnerei seither bcthätigte. Beim Gründungsfeste des Vereins im Jahre 1893 hatte der Festredner. mein verehrter College Herr Professor Emmerich, das prophetische Wort ge sprechen: Der junge Verein, dem wir heute gewiffermaßen die Taufe geben, ist nicht anzusehen als ein hilfsbedürftiges Knädlein, sondern wir können densel ben schon jetzt als einen kräftigenJüng ling bezeichnen, aus welchem sich in kur zer Zeit ein starker Mann entwickeln wird." Unter der neunjährigen Führerschaft des Vereinssprechers Henry Victor ist diese Prophezeiung - aufs schönste verwirklicht worden. Dem ersten Sprecher standen dabei treu zur Seite die übri gen Beamten und Mitglieder des Ver einS, in besonders hervorragender Weise aber die Damensection, die vermöge ihrer rastlosen Thätigkeit und Opferwilligkeit als Muster eines turnerischen Frauenvereins bezeichnet werden muß. Nachdem Vorturner Franz Schäfer monatelang in den Stunden, die sein Beruf ihm frei ließ, die Turnschule unentgeltlich geleitet hatte, gelang eS dem Verein, in Curt Toll einen seminaristisch gebildeten Turnlehrer zu gewinnen, der seiner Aufgabe vollständig gewachsen war und den Turnunterricht in allen seinen Zweigen auf eine, Höhe brachte, auf die er und der Verein stolz sein dürfen. Im Juni 1896 hatte der Südseite Turnverein sich wieder dem Turner6und angeschlossen. Nach den statistischen Berichten des Bundesvororts hatte der Verein am 1. Junuar 1897 80 Mitglieder. Zwei Jahre später war die Mitgliederzahl auf 100 gestiegen;

am 1. -Januar 1900 betrug sie 75.

AuS dieser geringfügigen Abnahme der Mitgliederzahl darf aber durchaus nicht auf einen Rückgang in den Vereinsleistungen geschlossen werden , denn nachdem der Verein aus zwei Bezirksturnfesten und 1897 auf dem Bundesturnfest in St. Louis sich durch Erwerdung von Preisen ausgezeichnet hatte, stellte er mit dem Preise, denZ er sich auf dem im Jahre 1900 in Philadelphia gefeierten goldenen Jubiläumsfeste des Turnerbundes errang, alle seine früheren Siege in den Schatten Auf dem Bundesturnfeste in Philadelphia wurden der Festordnung gemäß die 120 Vereine, die sich am VereinsWettturnen betheiligten, nach ihrer Mitgliederzahl in vier Gruppen einge theilt. Die kleineren Vereine mit nicht mehr als 75 Mitgliedern bildeten die I. Gruppe. Unter den 14 Vereinen dieser Gruppe war der Südseite-Turn verein der drittjüngste; und er darf es sich zur besonderen Ehre anrechnen, daß ihm trotzdem der erste Preis dieser Gruppe zuerkannt wurde Ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich das geradezu phänomenale Wachsthum des Vereins im folgenden Berichtsjahre zum großen Theile auf den in Philadelphia erkämpften Sieg zurücksühre. Aber eine zweite Ursache dieses Wachsthums ist unverkennbar in dem Bau einer eigenen Halle zu suchen. Im Januar 1900 war dank der umsichtigen und mühevollen Thätigkeit des Vereinsfprechers ein Bauverein gegründet worden, der sich das Ziel gesteckt hatte, dem Südseite-Turnverein eine allen Anforderungen genügende Turn halle zu bauen. Unter der Führung feines Präsidenten und Schatzmeisters Henry Victor konnte der Bauverein schon am 2. Dezember 1900 die Thüren des Prachtbaus, dessen Mauern uns heute umgeben, dem Südseite Turnverein öffnen. Bei der feierlichen Einweihung der Halle im Januar 1901 hatte der Südseite Turnverein 220 Mitglieder aufzuweisen, also einen Zuwachs von beinahe 200 Procent innerhalb eines Jahres. Die Mitgliederzahl hat sicy seither auf dieser Höhe behauptet. Nach dem offiziellen Jahres berichte vom 1. Januar 1963 nahmen am Turnen Theil 52 Aktive, eine 6 Mann starke Altersklasse' 43 Frauen und Jungfrauen und 372 Schüler und Schülerinnen. 'Der Südseite Turnverein ist Mitglied des Nordamerikanischen Turnerbundes, dessen Grundsätze und Förderungen daher auch die seinigen sind. Der Turnerbund bezweckt, körperlich, geistig und sittlich tüchtige Menschen heranzubilden und die Verbreitung freiheitlicher und fortschrittlicher Anschauungen zu fördern. Er erkennt in der harmonischen Ausbildung des Körpers und des Geistes eine der wichtigsten Bedingungen zur Schaffung, ErHaltung und Vervollkommnung eines wirklichen Volksstaates. Der Turnerbund verwirst also die falsche Uebertraqung des Mens sana in corpore sano": In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist", und gibt dem Juvenalschen Worte seine ursprüngliche Bedeutung zurück: Möge der Körper gesund und gesund im Körper der Geist sein!" Zur Zeit deS Bürgerkrieges schaarten sich mehr als drei Fünftel der Mitglieder des Turnerbundes um das Sternenbanner und setzten Blut und Leben ein für die Erhaltung der Union. Bis. auf den heutigen Tag ist der Turnerbund eine patriotische Verbindung in des Wortes höchster Bedeütung geblieben. In seinen Grundsätzen und Forderungen erstrebt er den Aufbau einer wahrhaft demokratischen Republik, die Schaffung eines wirklichen Volksstaates. Ueber theoretische Forderungen, deren Verwiiklichung im Großen und Ganzen wohl einer nicht allzunahen Zukunft vorbehalten bleibt, vergißt der Turnerbuud aber nicht die Praktischen Ziele, die u sich gesteckt hat, und deren Erreichung in der Gegenwart und der allernächsten Zukunft möglich ist. Er w'll seine Zöglinge nicht nur zu tüchtigen Bürgern heranbilden, er will ihnen auch ihr Erbtheil aus dem Schatze der Väter mitgeben auf den Lebensweg. Er betrachtet eS daher als seine besondere, innere Auf gäbe, durch die Pflege deutscher Sprache und deutscher Sitte seinen deutschen Charakter zu wahren. An diesen Bestrebungen hat der Südseite-Turnverein seit seiner Grün dung nach besten Kräften theilgenom men. Durch treue Pflege deutschen Wesens hat er sich das Recht erworben, zu den kräftigsten Stützen des Deutsch-

thums unserer Stadt gezählt zu werden. Möge auch sein ferneres Wirken mit Erfolg gekrönt sein, möge er als

deutscher Verein auch künftig das Sei nige dazu beitragen, das Stammesdewußtsein unseres Deutschthums zu wahren und zu heben, möge diese prächtige Halle stet? Hort und Heim der edlen Turnkunst sein ! Nachdem der Beifall, welchen die vortreffllche Rede des Herrn Nix hervorgerufen hatte, sich gelegt hatte, führte die Zöglingsabtheilung am Pferde anerkennenswerthe turnerische Leistungen aus. Das rühmlichst bekannte MännerQuartett", welches schon verschiedene Male sich bei Festlichkeiten deS Südseite Turnvereins ausgezeichnet hat, brillirte gestern -Abend wieder durch den Vortrag von zwei Liedern, von welchen namentlich 0 Traum der ersten Liebe" sehr gesiel. Herr George Edward Schmitt, Mitglied . des Quartetts, er warb sich mit dem Vortrag der Arie In diesen heiligen Hallen" aus Die Zauberflöte" rauschenden Beifall der Zuhörer, welche er mit seines Bosses Grundgewalt förmlich begeisterte. Tüchtige Leistungen der Activen am Barren bildeten den 'Schluß deS interessanten offiziellen Programms. Die Schnelligkeit, mit welcher diefelden verschiedene Gruppen ausführten, erregte Bewunderung. Währen der Saal für den Tanz geräumt würde, begaben sich Viele von den Anwesenden in den Speisesaal, wo die Damen des Vereins ein vorzüglich zubereitetes Turkev-Souper servirten, welches Allen vorzuglich mundete. In den verichiedenen Erholungsräumen der Halle entfaltete sich ein echt deutsches gemüthliches Leben und Treiben und die Morgendämmerung war bereits angebrochen, als .die letzten Theilnehmer an dem 10. Stiftungsfest des Südseite Turnvereins den Heimweg autraten. Dasselbe war von Anfang bis zu Ende ein schöner Erfolg. Das Netz ift noch nicht voll. Die Detectivs immer noch hinter den Big Four-Bahndieben her. Die Deiectiös Bray und Holtz nahmen gestern Morgen noch eine andere Verhaftung in Verbindung mit den Big Four-Bahnränbereien vor, und zwar steckten sie den ebenfalls in Brightwood wohnhaften Bahnconducteur Roß Sears unter der Anklage des Großdiebstahls ein. Sears soll der Mann sein, der um etwaiger Verhaftung zu entgehen in Brightwood auf Baustellen und in Alleys eine Menge von Bettdecken, Kleiderstücken etc. verstreute, die von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden und ebenfalls von den systematischen Räubereien herrühren, welche die Knickerbocker Bande seit Monaten, wenn nicht seit Jahren verübt hat. Wenigstens sind die Bahnbeamten der Ansicht, daß diese Räubereien schon seit mehreren Jahren betrieben worden sind, sowie daß die Bande Waaren im Werthe von mehreren Tausend Dollars bei Seite geschafft hat. Entdeckt wurden die Räubereien nicht, da die Gauner immer nur große Sendungen attackirten und dann nur von jeder einzelne Gegenstände stibitzten. Sowohl die Polizei wie die Bahnbeamten sind andererseits der Ansicht, daß es nie gelingen wird, sämmtliche Diebe zu fassen, da die meisten sich wohl jetzt, nachdem die ersten Verhü tungen vorgenommen worden, sich aus dem. Staube gemacht , oder aber die Beute vernichtet haben. Recht fidel War die Harugari Sängerchor'Unterhaltung. Der Harugari Sängerchor eröffnete gestern Abend in seiner Halle den Rei gen der gemüthlichen Abendunterhalkungen, die hinfort zu den bleibenden Festlichkeiten des Vereins zählen und sicherlich nicht verfehlen werden, das Vereinsleben zu fördern. Für Erfrischungen des inneren Menschen war ebenso reichlich vorgesorgt, wie für die Ergötzung deS Geistes und Gemüthes, und in dieser letzteren Beziehung verdienten sich die Herren John Weishaar, Conrad Rieß, Chas. Rich ter, Christ. Orthwein und John W. Wörner unzetheilteS Lob. Die zahlreichen Besucher der UnterHaltung schieden nur ungern und erst lange, nachdem die Mitternachtsstunde geschlagen. '

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