Indiana Tribüne, Volume 27, Number 72, Indianapolis, Marion County, 14 November 1903 — Page 3

Jlldiana Tribüne, 14U November 1903

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Zahlreiche Truppen Colombias ans dem Marsche zum JsthmuS. Präsident Marroauin versichert dies in einer Depesche.

Lamsdorff prositirt von der Reise des Zaren. Sein erschütterter MinisterKPosten wieder gefestigt. Chinas Geduld beginnt endlich zu lrlahmen. Tod von Wilh. v. Polcnz, nam haftem Schriftsteller. Schluß der Verhandlungen nor dem Haager Tribunal. Colombia. G u a y a q u i l , Ecuador, 13. Nov. General Plaza, Präsident von Ecuador, drückte dem Präsidenten Mar roquin von Colombia telegraphisch seine Sympathie anläßlich der Jsth-mus-Ereignisse aus. Präsident Marroquin sandte eine Dank-Antwort und fügte bei, daß die Generale Reyes, Caballeros, Ospina und Holguin mit einer großen Armee auf Panama marschiren, um die Jsthmianer zu unterweisen. Lima, Peru, 13. Nov. Der colomb. Gesandte bei Peru veröffentlicht Depeschen an seine Regierung vom 10., 11. und 12. In den Depeschen heißt es, die Re gierung habe Maßnahmen zur Unterdrückung der isthmischen Verräther" getroffen und alle Parteien und alle Stände hätten der Regierung Leben und Eigenthum zur Vertheidigung des Reichsgebiets zur Verfügung gestellt. Washington, 13. Nov. Bei Eintreffen des Bulletins über den An marsch einer colombilchen Armee gegen den Isthmus hatten sich Sekretär Hay und General Voung. der Chef des Armee-Stabs, schon zur Ruhe begeben. Es war deshalb nicht möglich, etwa darüber zu hören, welche Schritte die Regierung dieser Wandlung gegenüber ergreifen wird. Erbitterung in Bogota. Panama, 13. Nov. Der Correspondent der Assoc. Presse theilte heute I. A. Arango, dem Präsidenten der Junta, die erste Kunde vom Empfange des Gesandten Varilla durch Präsident Roosevelt mit. Herr Arango äußerte sich sehr befriedigt, indem jetzt Canal'Verhandlungen mög lich und wahrschkinlich schon vollendet seien, bevor die Panamaner eine Con vention zur Wahl einer Legislatur abhilten und eine Verfassung annehmen. Gerüchtweise verlautet, die Lagein Bogota sei äuß-rst kritisch und Ver zweiflungs-skundgebungen über den Verlust des Isthmus dauern dort fort. Die Stimmung gegen den Präsidenten Marroquin wird immer erbitterter; nach einem Gerücht soll er schon abge setzt sein. Die Bevölkerung Bogota's spricht von Ausrüstung einer großen Expedition zur Rückgewinnung des Isthmus, ohne in der Aufregung die Fruchtlosigkeit eines solchen Versuchs zu erkennen. Der britische Kreuzer Amphion" fährt Dienstag nach Buena Ventura. Es gibt in der Umgebung einige britische Bewohner. Colon, 13. Nov. Ein gestern angelangtes Kohlenboot der Marine fuhr nach Porto Bello, um das amerikanische Kanonenboot Nashville" mit Kohlen zu versehen. Die Nashville" wird morgen hier erwartet. Der Kreuzer Atlanta" fährt heute Abend nach Bocas del Toro. Cutter von den amer. Kriegsschiffen wurden heute früh zur Aufhaltung des deutschen Dampfers Markomania" abgesandt, von dem man glaubte, er komme aus einem colomb. Hafen. Es stellte sich aber heraus, daß das Schiff in BocaS del Toro gechartert war, um den dortigen Alcalde hieher zu bringen. Er kam, um gegen einen befürchteten Angriff durch Colobia Hilfe zu suchen, ist aber bereits wieder zurückgekehrt, um die dortigen Bürger zu versichern, daß keine Landnng colomb. Truppen ge stattet wird. Keine Eile. H a v a n a. 13. Nov. Das Cabinet beschloß, die Republik von Panama erst dann anzuerkennen, wenn dies vorher seiterns anderer latein-amerikanischen Regierungen geschehen ist.

Nußland. Lamsdorff's Stellung gefestigt. St. Petersburg, 13. Nov. Hier herrscht große Befriedigung Über den Erfolg der Auslandreise des Zaren. Wie man glaubt, ist ein vollkommenes EinVerständniß mit Deutschland und Frankeich über den nahen und fernen Osten erreicht, mit friedlicher Tendenz und als Rückendeckung für Rußiand

im Falle eines künftigen Krieges mit Japan. Wenn auch die Kriegsgefahr augenblicklich geschwunden ist, so weiß man doch, daß es sich nicht um eine ent giltige Schlichtung handelt. Wladimir Nilolajewitsch üamkdorff. Der Minister z Z Aeußern Lamsdorss hat durch den gl .Stichen Ausgang der Zaren-Reise gewonnen. Seine Stellung galt bei der Abfahrt als unsicher und sein Rücktritt hätte nicht überrascht. Der Umstand, daß Vicekönig Alexieff in Ostasien eine vom auswärtigen Amte unabhängige Politik verfolgt. war störend für Lamsdorff; außerdem war er auch in Gegnerschaft zu Herrn Besabraieff, einem neuerdings in der Zarengunst hoch stehenden Mitgliede des Orient-Comites. Was der Zar im Auslande hörte, gab den Rathschlügen des Grafen Lamsdorff Recht. Es ist bestimmt bekannt, daß der Zar an Alexieff telegraphirte, ein Krieg sei nicht nothwendig. Lamsdorff. Kriegsminister Kuropatkin nnd Herr Witte, Präsident des Ministerraths, sind eng verbunden. Die vollkommene Rehabilitation von Lamsdorff wird daher wohl nicht dazu führen, daß ihre Partei die Aufgabe der Mandschurei fordert, wzs bei der gegenwärtigen Haltung Haltung Chinas auch unmöglich wäre. Indessen dürften. sie einen friedlichen, gemäßigten Curs begünstigen, einschließlich tih Anerkennung von Chinas Vertragsverpflichtungen. Kishineff-Proceß. St. Petersb urg. 13. Nov. Am Donnerstag beginnt der Proceß gegen die wegen Theilnahme an dem KishineffMassacres verhafteten Personen. Der Proceß zieht sich wahrscheinlich bis in den Januar hinein. Ostasien. Chinesische Trupven nach der Mandschurei. T i e n t s i n, 13. Nov. Hier sind Gerüchte im Umlauf, daß russische Truppen auf dem Marsche nach Shan-Hai-Kmen mit chinesischen Truppen in Kampf gedeihen. Die Russen schützten vor, die kaiserlichen Truppen seien eine chinesische Räuberbande. Im Ganzen haben bis jetzt 10,000 chinesische Truppen die MandschureiGrenze überschritten. Schlaue Vorsicht. Seattle, 13. Nov. Ein Brief aus Shangai sagt, daß Rußland stets die Namen seiner Kriegsschiffe ändert, um Verwirrung und Ungewißheit über dieBewegungen derSchiffe zu beschaffen. Frankreich. Wider die politischen Corruptionäre. Paris, 13. Nov. Nach einer erregten Debatte nahm heute die Depu tirtenkammer einen Antrag des Conser vativen Berry an, wegen der angeblichen politischen Verwicklungen der Humbert-Affaire eine UntersuchungS Commission zu ernennen. Herr Berry versicherte, daß in hohen und niederen Kreisen Corruption existire. Südafrika. Kühner Bahnraub. P r e t o r i a, 13. Nov. Zwischen Pitersburg und Nylstroom bestiegen 2 Männer heute einen Bahnzug, überwältigten die Wache, plünderten den Schatzwagen und entflohen mit S50, 000, die für eine Bank in. Pretoria bestimmt waren.

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Deutschland. Wilhelm v. Po lenz f. Berlin, 13. Ncv. Aus OerKunewalde bei Dresden kommt die Kunde vom Tode von Wilhelm v. Polenz. Der Verstorbene machte zahlreiche Besuche in den Ver. Staaten und veröf fentlichte ein Werk Amerika, das Land der Zukunft", worin er eine begeisterte Schilderung jenes Landes gibt. Der Kaiser. Potsdam, 13. Nov. Heute früh wurde folgendes Bulletin ausgegeben: Neues Palais, 13. Nov. 1903. Die Heilung bei Seiner Majestät Wunde schreitet in solch' durchaus befriegender Weise 'fort, daß das nächste Bulletin erst übermorgen ausgegeben wird. v. Leuthold, Schmidt. Jldcrg. Die Meldung, die Villa Zirio in San Remo, die einst Kaiser Friedrich bewohnte, werde für Kaiser Wilhelm bereit gemacht, wird im auswärtigen Amte als jeder Begründung entbehrend bezeichnet. Die Frankfurter Zeitung" bringt einen detaillirten Bericht über die Ope ration, offenbar von dem in Frankfurt ansässigen Dr. Schmidt. Nach diesem Bericht wurde der ganze Polyp von Schmidt auf die erste Anstrengung hin entfernt, ohne daß der Kaiser eine störende Bewegung machte. Da das ganze linke Stimmband vor der Operation entzündet war, so nimmt die Wieder Herstellung des normalen Zustandes ge räume Zeit in Anspruch. Doch ist eine solche Affektion des Stimmbandes nichts Ungewöhnliches und kein Anzeichen einer ernsteren Krankheit. Das Resultat der mikroskopischen Untersuchung war 6 Stunden nach der Operation in den Händen des Kaisers und seiner Aerzte. Das ungewöhnlich rasche Ergebniß bisher nahm es 24 Stunden ist einer neuen Erfindung von Prof. Orth zu verdanken, die zum erstenmale zur AnWendung kam und nur dem nächsten Kreis seiner medicinischen Freunde bekannt ist. Dr. Schmidt bleibt im neuen Palais. um die Wunde täglich mit einem Laryngeskop zu untersuchen. Der Kaiser darf weder reiten, sprechen oder scharfe Speisen nd Getränke nehmen. Nichtsdestoweniger ist die Stimmung am Hofe vollständig zuversichtlich. Berlin, 13. Nov. Nach WahlBerichten aus 230 Kreisen stellt sich die Lage wie solgt: Conservative 103, Frei-Conservative 33, Clerikale 78, National-Liberale 60; Freis. Volkspartei 20; Freisinnige Vereinigung 6; Polen 7; Unabhängige 6; Dänen 2. Die Socialisten gewannen keinen Wahlmann, haben aber in Breslau das Heft in der Hand, indem sie Conservative und Liberale zwingen, als Gegenleistung für socialistische Stimmen einen Socialisten zu wählen. Danzig ist anscheinend für den Barth'schen Flügel an die conservativ clerikale Allianz verloren. Niederlande. Vertagung des SchiedS g e r i ch t s. I m H a a g , 13. Nov. Das Ve-nezuela-Schiedsgerichts - Tribunal vertagte sich heute nach Schluß der Plaidoyers sine die. Das Tribunal beräth jetzt Über seine Entscheidung. Die Schlußverhandlungen waren kurz. Der Anwalt des Staatsdepartements, Richter Penfield, erklärte im Namen Amerikas, sein Land würde selbst im Falle einer ungünstigen Entscheidung der Sache der Schiedsgerichte treu bleiben, obwohl er hoffe. der Spruch werde das Gewissen der civilisirten Welt befriedigen. ES wur den sodann die üblichen Dankesworte getauscht. Der amer. Gesandte Bowen begiebt sich morgen nach London, Penfield fährt am 13. nach Amerika. Großbritannien. Handeln mit Vorbedacht. London, 13. Nov. GroßbritannienS Haltung gegenüber Panama wird durch den Empfang des Gesandten Varilla schwerlich berührt. Während die britische Regierung die Regelung der Isthmus-Angelegenheiten den Vereinigten Staaten überläßt, wünscht sie doch, die neue Republik nicht früher anzuerkennen, als bis Ga rantien für ihre feste Begründung vor. liegen. Colombia hat bis jetzt noch keinen Protest gegen die Neuordnuug erhoben.

Dnl:cl Sams Flottc. VerünSerunge in der vcr. Ttaaltn-Narine im abgclattieu,,, Fiskaljahre. Einem offiziellen Berichte zufolg? sind im abgelaufenen Fiskaljahre der Ver. Staaten-Marine folgende neue Schisse zugefügt worden: 1 Schlachtschiff. 4 Monitors, 12 Torpedojäger. 1 Torpedoboot und 7 unterseeische Torpedoboote. Dem Flottenvergrößerungsplan zufolge hätte die amerikaniZche Marine in diesem Jahre eigentlich um 2 Schlachtschiffe und 5 Kreuzer vermehrt werden sollen, aber Striles und andere Ursachen stellten sich hindernd in den Weg. Dem Bericht zufolge verfügt die Ver. Staaten-Marine über 252 im Dienst befindliche Schiffe, während 25 im Bau begriffen und 23 dienstuntauglich sind. Die im Dienst befindlichen Schiffe (einschließlich der in Reparatur befindlichen), setzen sich aus folgenden Klassen zusammen: Schlachtschiffe 1. Klasse 10, Schlachtschiffe 2. Klasse 1. Panzerkreuzer 2, gepanzerte Widderschiffe 1. cinthürmige Monitors 4, zweithürmige Monitors 6, gedeckte Kreuzer 14, Kreuzer 3, Kanonenboote 12, Kanonenboote mit geringem Tiefgang 3, Composit-metall-Kanonmboote 6, Schulschiffe (Marine - Akademie) 1, Spezialboote (Dolphin" und Vesuvius") 2, Kanonenboote unter 500 Tonnen 21, Torpedojäger 16, Stahl-Torpedoboote 29, unterseeische Torpedoboote 6, hölzerne Torpedoboote 1, eiserne Kreuzer 1, Dampfer-Kreuzer 5, hölzerne Kreuzer (Dampf) 5, hölzerne Kreuzer (Segel) 4, Schleppboote 39, Hilfs-Kreuzer 5, ehemalige Jachten 23, Kohlenschiffe 16, Magazin- und Hospitalschiffe 14. Folgende Schiffe befinden sich bereits im Bau oder sind bewilligt worden: Schlachtschiffe 1. Klasse 14, Panzerkreuzer 8, Panzerkreuzer 9, Kanonenboote für Binnenseen (noch nicht begönnen) 1, Compositmetall-Kanonen-boote 2, Stahl-Torpedoboote 6, Schulschiffe 6, Brigg für Schulzwecke 1, Schleppboote 2.

Fast 3000 steckbrieflich Verfolgte oder behördlich gesuchte Personen weist das deutsche Fahndungsblatt des Berliner Polizeipräsidiums in der Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1903 auf. Davon sind 2609 männlich, 373 weiblich. Unbekannte, also nicht namentlich genannte Personen, sind außerdem verzeichnet, und zwar 19 Räuber und Mörder. 24 Diebe, 1 Diebin, 10 Betrüger, 1 Betrügerin, 3 Landstreicher, 8 Schwindler, 4 Einbrecher. Von unbekannten Personen verübt, sind als besonders schwere Fälle hervorzuheben: 7 Morde, 6 Raubmorde, 20 Einbrüche, 17 Raubanfalle. 1 Kirchendiebstahl, 8 Nothzuchtverbrechen, 14 Diebstähle von Werthpapieren, 30 Fälle von Juwelenund Pretiosendiebstählen etc., 11 unoekannte Leicken werden aufgeführt, 34 Belohnungen zwischen 20 und 3000 Mark werden verzeichnet. Marlcnstlvc-Iojscn. Vinörücke des TteuermannS bei den Schnell fatirten auf tot? Strecke. Interessant sind die Eindrücke, die Dr. Reichel. der Steuermann und Führer des Motor-Schnellwagens empfing, mit dem auf der Versuchsstrecke Ma-rienfelde-Zossen bei SeKin in letzte: Zeit Höchstgeschwindigkeiten von 201 und 209 Kilometern (1 Kilometer gleich 1000 Meter gleich 0.62 englische Meilen) erzielt wurden. Reichel äußerte sich einem Berichterstatter gegenübek wie folgt: Ob es beängstigend ist, so dahinzujagen? Nein, keineswegs. Ich stehe aufmerksam am Steuer, neben mir der Lokomotivführer, der die Bremse bedient. Der Wagen läuft ganz ruhig. Es kommt mir vor, als bade ich mich in einem abgefederten I-Wagcn. ch höre deutlich das Klingen der Telegraphendrähte, die am Auge vorüberflitzen. Aber von den Masten und der Leitung ist nicht mehr viel zu sehen. 'Die Kilometersieine abzulesen, hält sehr schwer, die Zehntel lassen sich gar nicht lesen, nur hin und wieder die voen Kilometer. Aber nicht die Steine, die rechts neben dem Geleise liegen, die erkenne ich nicht mehr. Die Sign:le sind gut zu sehen, doch nur bei klarem Wetter. Dann läßt sich die Strecke auch gznz gut anderthalb Kilometer weit überschauen. Denken Sie sich, was mir neulich passirt ist. Wir fahren in schnellstem Tempo. Ich sche vor mir, 800 Meter entfernt, zwei Lebewesen auf dem Geleise, ob Mensch oder Thier, weiß ich nicht, aber ich sehe sie deutlich, ein Pfiff, und bei 300 Meter Entfernung verschwinden sie vom Bahnkörper. über den wir im nächsten Moment fliegen. Es ist wie beim Automobil fahren. Auch bei 200 Kilometer geh! es einem noch nicht schnell genug. Es kommt mir vor, als wollte der Wagen die Strecke förmlich auffressen. Das sind so meine äußeren Eindrücke. Man kann beim Steuern aber nicht allzuviel Werth auf solche Beobachtung legen. Lorläufig hat der Steuermann noch genug zu achten auf Strom, Spannung, Bügel und derlei." Britisch-N euguinea wurde dem australischen Ctaatenbund einverleibt und heißt in Zukunft Papua. Das Gebiet soll zwar unter dem Generalgouverneur stehen, aber nach eigenen Gesetzen verwaltet werden. Ein stellvertretender Gouverneur, Richter und Verwaltungsbeamte sollen ernannt, ja, sogar ein Gesetzgebender und Ausführender Rath geschaffen werden.

Inlcrcls.lnlc crglcichk. latholiZÄe und' kvanzelische heologischt Ja kultäten au deutsöiktt Universttäten. Angesichts der bevorstehenden Eröffnung der neuen katholisch-theolcg'.schcn Fakultät der Universität Slraßburg ist es nicht ohne Interesse, einen Ueberblick zu gewinnen über die an den deutschen Universitäten bestehenden katholischtheologischen Fakultäten, über die Stärke ihrer Lehrkörper, die Höhe ihrer Besucherzahl und über ihr Verhältniß zu Lehrkörper und Besucherzahl der' evangelisch-theologischen Fakultäten. Durch das Hinzukommen von Straßburg wächst die Zahl der katho-lisch-theologischen Fakultäten an den deutschen Universitäten auf 9 an; bisher bestehen katholische Abtheilungen neben den evangelischen an den theologischen Fakultäten in Breslau, Bonn und Tübingen, während die Universitäten Freiburg, München, Münster und Würzburg und das Ljccum Hosianum in Braunsberg ausschließlich katho-lisch-theologische Fakultäten haben. Der Lehrkörper an diesen Fakultäten besteht insgesammt aus 85 Dozenten, welche Zahl sich zusammensetzt aus 54 Ordinarien, 3 ordentlichen HonorarProfessoren, 14 Extraordinarien und 14 Privatdozenten. Die Zahl der Studirenden beträgt insgesammt 1628. von denen Bonn (mit 311 Jmmatrikulirten) die größte Anzahl auszuweisen hat; daran reihen sich Münster (300). Breslau (299), Freiburg (205), Tübingen (191). München (161). Würzbürg (113) und Braunsberg (48). Lyzeen bestehen in Preußen außer Braunsberg nicht; als Vorbereitungsanstalt für katholische Theologen käme nur noch von den bischöflichen Seminarien abgesehen die bischöfliche philosophische Lehranstalt in Paderborn in Betracht, während aus Bayern noch die staatlichen Lyzeen Bamberg, Dillingen, Eichstädt, Freising, Passau und Regensburg hinzukommen. An diesen unterrichten gegenwärtig 22 ordentliche und 14 außerordentliche Professoren, sowie 1 Dozent. Die Zahl der Besucher war 507. Insgesammt beträgt also die Zahl der katholisch-theologischen Hochschuldozenten 121, die Zahl der Studirenden 2135. Ihnen stehen gegenüber 193 Dozenten und 2213 Studirende der evangelischen Theologie, und zwar sind von den Dozenten 113 (gegen 51) ordentliche Professoren, 6 (3) ordentliche Honorar-Professoren, 36 (14) außerordentliche Professoren. 36 (14) Dozen ten und 2 Lektoren. Von den Universitäten hat Halle die stärkste Frequenz (329), daran reihen sich Tübingen (290). Berlin (268). Leipzig (262). Erlangen (155). Marburg (129). Greifswald (117). Die übrigen haben jede unter 100 Besucher. Am schwäch-, sten ist der Besuch in Rostock (42) und Kiel (41). Berlins Lefeinstitute. Laut einem Berichte haben sich die Berliner Lesehallen im verflossenen Verwaltungsjahre von 6 auf 11 vermehrt. Der Besuch ist um über 50 Prozent gestiegen: 121,000 Personen (davon 115,000 Männer) haben sie besucht (im Jahre 1900 etwa 60.000 Personen). Am meisten, frequentirt wurde die mehr kaufmännisch-technisch ausgestattete Halle in der Ravenestraße, am wenigsten die in der Ehrenbergstraße. Die Lesehalle in Moabit zählte 4000 Leser mehr als 1901. Die Volksbibliotheken verliehen 1902 1,200.000 Bände. 1901 973.000 und 1892 nur 363.000 Bände. Am meisten frequentirt wurden die Volksbibliotheken mit täglichem Betrieb, dann diejenigen, deren Büchervorrath vermehrt und mit der neuesten Literatur versehen worden war. Voran stand wie immer die deutsche und ausländische Romanliteratur. Doch hat auch der Geschmack an ernster wissenschaftlicher Lektüre zugenommen; namentlich nach Geschichte, Erdkunde, Naturgeschichte. Kunstgeschichte und Technologie ward prozentual mehr als zuvor gefragt. Voran stand auch hier die 20. Volksbibliothek in der Ravenestraße. Mit ihren 160,405 Bänden, die sie verlieh, hat sie bei einem Bücherbestande von nur 8131 Bänden doch halb so viel Bände im Jahre verliehen wie die große königliche Staatsbibliothek am Opernplatz mit ihren 1,000.000 Bänden; durchschnittlich ist jeder Band 20 Mal gelesen worden, ein Rekord, gegen den keine andere Bibliothek Berlins aufkommen kann. Die österreichischen Ehegesetzt sind so verwickelt, daß Ausländer und Ausländerinnen, die sich mit einem österreichischen Landeskind verheirathen wollen, diese Gesetze vorher sorgfältig studircn sollten. Ein Beispiel dafür bildet die Entscheidung des österreichischen obersten GerichtsHofes in dem Falle eines Oesterreichers, der in London eine Engländerin geheirathet hatte. Der Mann hatte erklärt, daß er keiner bestimmten Religionsgemeinschaft angehöre, worauf die Frau, eine Protestantin, auf Grund des öfterreichischen Gesetzes, welches Heirathen zwischen Christen und Dissentirern verbietet, die Ungiltigkeit der Ehe konstatirt haben wollte. Der österreichische oberste Gerichtshof hielt die dementsprechende Entscheidung von zwei Un-ter-Jnstanzen aufrecht. In Oesterreich sind auch Heithen zwischen Juden und Christen verboten. Für den Gewissensf o n d s wurden im letzten Fiskaljähre in den Ver. Staaten $35,863 remittirt.