Indiana Tribüne, Volume 27, Number 71, Indianapolis, Marion County, 13 November 1903 — Page 5
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Der Kranke.
Ton 21. K. I. Tielo. Die Nacht allein an meinem Bette wacht Und summt mir immerfort die gleiche Mär' Ach, wenn doch erst die trauertrübe Nacht Gegangen wär'! Sie summt: Dein Lichtlein schwankt wie unterm Sturm, Halb abgebrannt schon ist der feine Docht; Doch unbekümmert laut der Todtenwurm Im Holze pocht. Noch einmal deine Juqend aus dem Grund Der düsterschweren Fieberfluthen schäumt; Doch sie 'ist blaß und blutlos wie dein Mund Und dumpf verträumt. Und hörst du's? Fernher schwebt ein Glockenchor In stiller Feier wie aus wüstem Wald. Ad astra!" ruft er, armes Herz, empor" Und ist verhallt. So summt die Nacht. Kein lichter Stern entfacht Sich über mir. Ein blindes Ungefähr Beherrscht die Welt. Ach, daß die schwarze Nacht Gegangen wär'! Ins Vliickszimmcr. Novellette von AlberMalden. Sie kam kurz nach der Mittagsstunde in Auffee an und ließ sich sofort zu dem Hotel fahren, in welchem sie in den zwei Jahren ihres Wittwenstandes Wohnung genommen batte. Bei dem Thore des stattlichen Gebäudes trat ihr der Hotelbesitzer entgegen. Ach, gnädige Frau! Diese ang:nehme Ueberraschung! Ich dachte schon, gnädige Frau hätten an Ihr Versprechen vergessen und würden heuer nicht mehr kommen!" Die junge Dame macht: ein erstauntes Gesicht. Nicht mehr kommen? Ich schrieb Ihnen doch, daß ich Anfangs Juni bestimmt ankomme und wieder die beiden Zimmer wünsche, die ich im Vorjahr bewohnte?" Da muß der Brief rein in Verlust gerathen sein, gnädige Frau. Ich habe keine Zeile erhalten." Ach, das ist doch ärgerlich! Und da kann ich vielleicht auch gar nicht meine Zimmer erhalten?" Der Hotelbesitzer zuckte bedauernd mit den Schultern. Zu meinem größten Leidwesen, nein, gnädige Frau! Die beiden Zimnur sind gerade besetzt. Wenn ich nur eine Ahnung gehabt hätte! Aber wenn sich die gnädige Frau vorläufig mit dem großen Eckzimmer des ersten Stockwerkes bescheiden wollten nur auf drei Tage hinaus! Dann werden die beiden Zimmer wieder frei." Die Züge der schönen Frau, die zuerst etwas von Mißstimmung verrathen hatten, erhellten sich bei den letzten Worten des Hoteliers wieder. Nun, dann ist ja alles wieder gut. Mein Gesellschaftsfräulein kommt ohnedies erst in einigen Tagen an. Bis dahin will ich vorlieb nehmen. Doch bitte: lassen Sie mich's vorher jedenfalls noch ansehen." Sie ließ sich in das Zimmer führen. Es war ein schönes, geräumiges Gemach und bot in seiner Einrichtung die vornehme Eleganz, die dem Hotel in all und jedem aufgeprägt war. Das eine der beiden Fenster ging nach dem südwärts gelegenen großen Garten, das andere gewährte einen schönen Ausblick auf die Ostseite. Die junge Frau blickte sich in dem Raume ein wenig um. Dcknn sagte sie in ihrer temperamentvollen, lebhaften Weise: Recht hübsch! Prächtig! Gut, ich bleibe!" Sie begann auch sofort einiges aus dem mitgebrachten Koffer auszupacken. Schon eine Stunde später kam ihr der Raum wohnliche: und behaglicher vor als die beiden Zimmer, die sie früher innegehabt hatte. Sie war eine jener lebhaften Natuten, die nach ihrer augenblicklichen Eingebung handeln. Bereits am folgenden Morgen faßte sie den Entschluß, in ihrem jetzigen Zimmer für die ganze Zeit ihres Aufenthaltes zu bleiben. Eigentlich hatte sie das Stubenmädchen, dem die Pflege des Zimmers oblag, zu dem Entschlüsse bewogen. Das Mädchen, das sie schon im versirichenen Sommer kennen gelernt, und mit dem sie stets leutselig verkehrt hatte, richtete des Morgens in ihrer zutraulichen Art die Frage an sie: Nun, wie haben gnädige Frau geschlafen?" Danke, liebe Anna, recht gut so gut wie schon lange nicht, trotz der iiberstandenen Reisestrapazen." Ach, dann sollten gnädige Frau auch das Zimmer behalten! Man sagt: wo man in der Fremde die erste Nacht gut schläft, da sollte man bleiben. Das Zimmer hat auch im vorigen Jahre einem Fräulein, die mit ihrer Mutter drin wohnte. Glück gebracht." Ei, wieso denn?" Ja, wissen Sie. gnädige Frau, da rechts nebenan hat ein Toctor aus Wien gewohnt ein Jurist war's.
iCtti hat das Fräulein bei Tisch Itr.u rien gelernt. Er hat sie. und die Mama überall begleitet. Das Fräulein hat immer frühzeitig aufstehen wollen, hat sich aber immer verschlafen. Da hat nun' der Doctor jeden Morgen an ire Wand aeklovft und öat sie damit wachgerufen. Sie hat dann zurückgeklopft. Das war Ihnen eine Klopferei, gnädige Frau! Und oft hat man sie beide dabei ganz laut lachen hören können! O, die zwei waren soviel lustig! Se?en Sie, gnädige Frau; dann haben sie sich verlobt und haben geheirathet Die junge Frau lachte hell auf. Hahahaha! Und Sie meinen, liebe Anna, wenn ich hier in dem Zimmer bleibe, könnte auch mir einer durch das Klopfen an die Wand das Herz klopfen machen und mich dem Wittwenstand untreu werden lassen! Na, auf diese Aussicht hin will ich's wagen. Sagen Sie dem Herrn, daß ich auf meine früheren zwei Zimmer verzichte und das Zimmer hier behalte!" Das Mädchen versprach, die Botschaft zu überbringen. Aber solch ein Stubenmädchen hat im Kurorte während der Saison beide Hände voll Arbeit und den Kopf voll von Aufträgen. Zehn Gäste hundert Wünsche. Da nun die Gedächtnißkraft nicht die stärkste Seite des jungen Mädchens war, und da ihm überdies ein heftiger Kopfschmerz während des ganzen Tages fast unerträgliche Qual bereitete, vergaß es ganz und gar daran, dem Hotelier Mittheilung von dem Entschlüsse der jungen Wittwe zu machen. Unglücklicherweise kam bei ihr am nächstfolgenden Tage eine fieberhafte Krankheit, die sich eben vorher durch den Kopfschmerz angekündigt hatte, zum Ausbruch. Das Mädchen mußte in das Krankenhaus der nächsten Stadt gebracht werden, ohne daß es sich zuvor des Auftrages der Dame entledigt hatte. Noch an demselben Tage kam ein Ersatz in das Haus. Aber das neue Mädchen erfuhr nichts von dem Wunsche der Dame, und so blieb auch der Hotelbesitzer davon in Unkenntniß. Zwei Tage darauf unternahm die junge Wittwe eine Fahrt nach Hallstadt. Schon der erste Frühzug führte sie in das herrliche Alpensiädtchen. Ein Zufall wollte es, daß an diesem Vormittage ein Fremder im Hotel um ein Zimmer anfragte und gerade das große Eckzimmer des ersten Stockwerkes wünschte, da es ihm von einemFreunde gerühmt worden war. Da die beiden Zimmer, welche die junge Wittwe anfänglich gewünscht hatte, schon in den ersten Morgenstunden frei geworden waren, so überließ der Hotelbesitzer dem neuen Gaste das verlangie Gemach. Der Gedanke, daß die junge Wittwe eine gut bekanule Besucherin seines Hauses sei, ließ ihn ihrer Zustimmung sicher sein, wenn ;r es wagte, ihre Habe unter seiner Aufsicht auch während ihrer Abwesenheit aus dem einen Zimmer in die beiden frei gewordenen Wohnräume bringen zu lassen. Bei ihrer Heimkehr wollte er sich überdies noch nachträglich bei ihr entschuldigen. Die junge Wittwe kam aus Hallstadt erst mit dem späten Abendzug wieder in Aussee an. Einige Damen, in deren Gesellschaft sie den Ausflug unternommen hatte, begleiteten sie bis in die Nähe ihrer Wohnung. Durch den rückwärtigen, höher gelegenen Eingang, der direkt in das erste Stockwerk führte, trat sie in das Haus, ohne daß sie Jemandem vom Hausgesinde, das eben beim Abendbrot saß, begegnete. Vor der Thür ihres Zimmers hing wie gewöhnlich der Schlüssel an dem seitwärts angebrachten Haken. Sie sperrte die Thür auf und trat in das Zimmer. Die Wanderfahrt und die Gesellschaft auf derselben hatten sie ein wenig ermüdet. Es machte sich bei ihr das Bedürfniß nach Ruhe und Einsamkeit fühlbar. Deshalb that ihr auch das Halbdunkel dre abendlichen Dämmerung. daö draußen im Freien und noch mehr in dem von den Gartenbäumen beschatteten Zimmer lag, recht wohl. Man konnte dabei so angenehm und still vor sich hinträumen. Sie rückte sich denn auch einen Stuhl an das offene Fenster und blickte hinaus in das lauschige Halbdunkel des Gartens. In den Baumkronen rauschte leise der Abendwind. Von einem nahen Wipfel ließ ein Vogel bald in langgezogenen, bald in schnatternden Tönen sein Lied erschallen. Die junge Frau lauschte mit stillem Behagen. Da hörte sie plötzlich hinter sich die Thür gehen. Sie dachte im ersten Augenblick, es sei das Stubenmädchen, deren Anklopfen sie wohl überhört haben mochte, und wandte sich daher ruhig um. Aber jählings sprang sie von ihrem Sitze empor. Sie wollte einen Schrei ausstoßen. Doch der Schreck lähmte ihr die Zunge. Vor ihr stand ein fremder, hochgewachsener Mann. Zwei Tage vorher hatte in der Gegend ein Raubanfall viel von sich reden gemacht. Sie dachte unwillkürlich im ersten Moment an nichts anderes, als an einen Anschlag auf ihr Leben. Doch der Herr war btt neue Miether des Zimmers. Er schien anfangs über die Gegenwart der Dame sehr überrascht. Dann aber erregte ihre sichtliche Bestürzung den Gedanken in ihm, es habe sie eine unredliche Absicht in das Zimmer geführt. Etwas schroffen Tones fragte e? daher: Bitte, was suchen Sie hier?"
Cm Athemzug der Erleichterung hob bei diesen Worten die Brust der jungen Frau. Sie glaubte nun zu errathen: der Herr hatte sich offenbar nur in seinem Zimmer geirrt. Was ich suche?" gab sie etwas gefaßter. aber noch immer mit zitternder Stimme zur Antwort. In meinem Zimmer was ich suche?" Ueber die Züge des Mannes glitt ein verständnißvolles Lächeln. Nun begriff er alles. Er hatte ohne Zweisei die Dame vor sich, von welcher ihm der Hotelier enä&It batte. daß sie das Zimmer blöhcr innegehabt habe, mit dem heutigen Tage jedoch zwei andere Zimmer desselben Stockwerkes beziehen werde. Er erinnerte sich auch daran, daß die Uebersiedelut'g in Abwesenheit der Dame erfolgt war, und nahm nun an, sie habe nach ihrer Rückkehr vom Ausfluge aus Vergessenheit das frühere Zimmer aufgesucht. In übermüthig heiterer Laune machte er vor ihr eine galante Verneigung und erwiderte auf ihren Ausruf: Ach, die Dame wohnt ebenfalls hier? So fiel mir also ahnungslos das Glück in den Schooß, den Raum in liebenswürdiger Gesellschaft bewohnen zu dürfen? Gnädige müssen nämlich wissen:' ich habe das Zimmer zwar heute Vormittags gemiethet, räume der Gnädigen aber gerne die bessere Hälfte ein, und . . Mein Herr ..." Aber er fuhr unbeirrt fort: Ich kann nur wiederholen, daß ich es mir als besonderes Glück anrechne, das Zimmer mit einer so liebenswürdigen Dame theilen zu dürfen . . ." Ich bitte, mein Herr, nun ist's genug...!" Doch er ließ sich noch immer nicht stören. Denn, wie Sie sehen, meine Gnädige, birgt der Raum bereits alle meine Habseligkeiten. Doch, um etwas deutlicher sehen zu können, gestatten Sie, meine Gnädige, daß ich es ein bischen heller um uns werden lasse!" Dabei drehte er den bei der Thür angebrachten Knopf des elektrischen Lichtes und ließ die drei Glühlampen, die in der Mitte des Zimmers hingen, in hellem Glänze strahlen. Die junge Frau stand mit sichtlich bestürzter Miene da. Ein kurzer Umblick in den hell erleuchteten Räumen bestätigte ihr die Richtigkeit seiner Worte. Mein Gott!" rief sie. wie ist es nur möglich! Es ist doch mein Zimmer Nummer fünf! Oder hätte ich mich doch selbst geirrt?" Ihr Blick war wie fragend auf ihn gerichtet. Er vermochte ihr seltsamerweise nicht sofort Antwort zu geben. Seine heitere Sicherheit war wie mit einem Schlage geschwunden. Ihre Jugend und Schönheit, die ihn der Glanz des elektrischen Lichtes erst jetzt erkennen ließ, machten ihn ganz betreten. Verzeihen Sie. gnädiges Fräulein," stammelte er, es ist kein Irrthum das Zimmer ist . . . es hat die Nummer fünf aber . . . bitte, ich glaube Sie aufklären zu können: es ist ... doch gestatten Sie, gnädiges Fräulein, daß ich mich vorerst noch vorstelle: Ingefcrni? Felbing aus Wien. Was nun die Aufklärung betrifft: Ich kam hier heute an, suchte das Hotel auf. und reflektirte aus besonderen Gründen auf dieser Zimmer. Der Hotelier sagte mir. es werde gerade heute frei, da die Dame, die es-bisher bewohnte, auf zwei andere, eben frei gewordene Zimmer Anspruch machte. Er ließ auch im Laufe des Vormittags Ihre Habseligkeiten, gnädiges Fräulein, in die beiden Zimmer schaffen, und Nachmittags packte ich hier bereits meinen Koffer aus . .. " In dem Gesicht der jungen Frau leuchtete bei diesen Worten etwas wie zorniqe Erregung auf. Wie?" unterbrach sie ihn, der Hotelier ließ meine Sachen während meiner Abwesenheit fortbringen? Das ist noch . . .!" Bitte, gnädiges Fräulein, es geschah, so viel ich weiß, unter seiner Ueberwachung . . ." O, immerhin! Diese Eigenmächtigkeit! Und ich ließ ihm doch noch sagen, daß ich dies Zimmer für die ganze Zeit meines Aufenthaltes behalten werde!" Ah. davon sagte mir der Hotelier kein Wort! Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein! Wenn ich es geahnt hätte...! Doch, wenn dem so ist. werde ich natürlich, so leid es mir auch thut, einen anderen Raum suchen und auch sofort den Auftrag' geben, meine Sachen fortzubringen. Bitte um Verzeihung, gnädiges Fräulein!" Dabei machte er eine tiefe Verneigung vor ihr und trat gegen die Thür. Aber er hatte die Hand noch nicht an die Klinke gelegt, da hörte er sich von ihr angerufen. Seine letzten Worte hatten ihr plötzlich in Erinnerung gebracht, was ihr das frühere Stubenmädchen von dem Zimmer berichtet hatte. Eine unwiderstchliche Neugier ergriff sie.. Bitte, mein Herr ! rief sie, ihrem jähen Impulse unwillkürlich nachgebcd. Bitte. Herr Ingenieur, noch ein?n Augenblick! Sie sagten eben, es würde Ihnen leid thun, auf dieses Zimmer verzichten zu müssen, und vorhin erwähnten Sie auch, daß Sie auf das Zimmer aus besonderen Gründen resle7tirten. Vergeben Sie meine Neugicrde! Bitte, dürfte man wissen, welches diese besonderen Gründe wären?" Sie hatte die letzten Worte unter seinen Blicken nur stockend und mit
wachsender Verlegenheit herausgebracht. Dies gab ihm nun wieder zum Theil seine Sicherheit und seinen heiteren Muth zurück. Ein leiseS Lächeln spielte in seinem Gesicht, wie er ihr antwortete: O, gnädiges Fräulein, damit hat es seine eigene Vewandtniß. Es ist ... Sie werden darüber lachen aber auch auf diese Gefahr hin, will ich es Ihnen gestehen. Im Vorjahr hat einer meiner Freunde, den wir für einen verbissenen Junggesellen hielten, und der sich auf den Weiberfeind hinausspielte, aus diesem Zimmer sein häusliches Glück geholt. Na, und sehen Sie, gnädiges Fräulein, da kam es Heuer wie eine fixe Idee über mich ich beschloß, während meines hiesigen Aufenthaltes dieses Zimmer zu miethen ..." Er hielt unwillkürlich innc über Die jähe Bewegung, die sie bei seinen Worten machte. Unter etwas erzwungenem Lachen rief sie: Ach, und Sie meinen, wenn Sie dieses Zimmer mietheten, dann würden . . .?" Sie mußte unter seinem Blicke wieder stocken. Eine dunkle Räthe überflammte ihr Gesicht. Ganz richtig, gnädiges Fräulein," ergänzte er in immer wärmer werdendem Tone ihre Worte, ich meinte, dann würde auch ich in diesem Raume das ersehnte häusliche Glück sinden. Und ich will es nur gestehen, eben vorhin, eben jetzt ... das unerwartete, abenteuerliche Zusammentreffen ... Bei Gott! ich möchte fast an eine höhere Bestimmung glauben! Bitte, gnädiges Fräulein, glauben Sie nicht auch an solche Bestimmung?" Ein heiteres Lächeln zuckte um ihre Lippen. Gewiß glaube ich daran, doch bitte, Herr Ingenieur, entschuldigen Sie, ich bin Ihnen eine kleine Aufklärung schuldig: ich bin nicht mehr Fräulein ...!" Er starrte sie wortlos an. In seinen Zügen malte es sich deutlich wie Schreck. O, verzeihen Sie! Nicht mehr...! Ach. Schade . . .1 Sie mußte hell auflachen. Schade! Ei. warum denn?" Ihre Heiterkeit befremdete ihn. O, begreifen Sie nicht, gnädiges Fräulein Pardon! gnädige Frau! Mcin Glaube an die höhere Bestimmung ....!" , diesen Glauben und diese Hoffnung können Sie doch immerhin weiter behalten. Bitte, Herr Ingenieur, ich überlasse Ihnen natürlich unter diesen Umständen recht gerne dieses Zimmer. Doch nun will ich nachholen, was ich vorhin, da Sie mir Ihren Namen nannten, gegen alle gesellschaftllche Regel verabsäumte, und will mich 'Ihnen gleichfalls vorstellen: Frau HedWig Luttmann. Wittwe nach meinem vor zwei Jahren verstorbenen Gatten, dem Fabrikanten Luttmann." Ah, Witiwc! O gnädige Frau! Wittwe! Ach. wie ich mich freue!" Wie. daß ich Wittwe bin?"' Freilich, gnädige Frau! ich möchte aufjauchzen! Sehen Sie, nun kann ich wieder hoffen " Ach. und auch Ihr Glaube an die höhere Bestimmung !" Jawohl. Fräulein Pardon! gnädige Frau! Ach. ich kann es gar nicht glauben, daß Sie schon Doch nicht wahr, jetzt darf ich wieder hoffen und glauben?" Dabei ergriff er in überströmendem Gefühl ihre Hand, und sie ließ es willig geschehen, daß er dieselbe eine Weile mit leisem Druck festhielt. Gewiß sollen Sie glauben und hoffen"! entgegnete sie mit stillem Lächeln. Der Mensch muß dies immer thun. Ich halte es ebenso. Aber nun erkenne ich, d?ß es nicht schicklich sein dürfte, wenn ich mich noch länger in Ihrem Zimmer aufhalte. Denn es ist Ihr Zimmer, Herr Ingenieur. Ich trete Ihnen mein älteres Recht an dasselbe gerne ab schon um Ihnen nicht hinderlich darin zu sein, daß Sie hier Ihr häusliches Glück finden." Er sah sie mit tiefen Blicken an. . Gnädige Frau, blos nicht hinderlich! Und wenn ich Sie bitten würde, mir dabei behilflich zu sein?" Ihr Gesicht erglühte. Unter leisem Lächeln gab sie zur Antwort: Soweit ich es zu thun vermag. Herr Ingenieur . . .! Doch jetzt will ich rasch meine Zimmer aufsuchen. Auf Wiedersehen, Herr Ingenieur!" Auf Wiedersehen, gnädige Fra.u!" Er stand da wie im Traum und blickte auf die Thür, durch welche sie das Zimmer verlassen hatte. Dann rief er jubelnd vor sich hin: Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!" Und sie sähen sich wieder am nächsten Tag und an den folgenden Tagen. Zwei Wochen darauf schickten sie beide an ihre Verwandten und Bekannten goldgeränderte Karten aus Elfenbeinpapier aus, die ihre beiden Namen enthielten, mit dem Zusatz des verheißungsvollen Wortes: Verlobte. Das Zimmer hatte ihnen wirklich das ersehnte Glück gebracht.
KühnesVild. Vater (auf eine Margarinefabrik zeigend): Sieh, Fritzchen, das ist die moderne Kuh! M oderne Kriegswagen. Lehrer (lesend): Und er kam mit Reisigen und Wagen und tädtete bei 4000, ohne die Weiber und Kinder. Müller, was für Wagen waren das? Müller: Das war die Automobilwettfahrt! .
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