Indiana Tribüne, Volume 27, Number 70, Indianapolis, Marion County, 12 November 1903 — Page 6

Jüdinn Tribiinc, ?2. November 1903

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Europaische Nachrichten. SacHsett. Dresden. Nach 42jährZger Thätigkeit bei der hiesigen Polizeidirektion trat Kanzleirath Grosche in den Nuhe stand, nachdem er drei Königen unter den Polizeipräsidenten von Carlowitz, Uhde, Schwank und Le Maistre treu gedient hat. Pfarrer Segnitz an der hiesigen Annenkirche feierte sein- 25jähriges Amtsjubiläum. 1878 wurde er als Pfarrer in der Zöschau ange-stellt-, kam 1882 in gleicker Eigenschaft nach Wellerswalde dei Oschatz, von wo er an die Anncnkirche hier berufen wuide. Der in weiteren Kreisen bekannte hiesige Musikdirektor a. D. Hilf, der früher 42 Jahre hindurch Leiter der Kurkapelle in Bad Elster war. vollendete sein 85. Lebensjahr. Er ist einer der ältesten Musiker in Deutschland. A l t en b e r g. Der hiesige Män nergesangverein feierte sein 60jähriges Jubiläum, bestehend in Concert und Ball. Zahlreiche Vereine nahmen an der Feier theil. V , a m b a ch. Die 23 Jahre alte Tischlersehefrau Petrak in Haslau versuchte die schwache Gluth im Ofen durch-Aufgießen von Petroleum anzufachen. Die Flasche explodirte und die Kleider der jungen Frau standen bald in hellen Flammen. Frau Petrak hatte noch die Geistesgegenwart, das kleine

Ktnd, welches sie aus dem Arme trug, auf das Sofa zu werfen und sich dann auf dem Boden zu wälzen. Die Flammen richteten indessen die unglückliche Frau so arg, daß sie starb. Ihr Kind war unverletzt geblieben. Döbeln. In der hiesigen Privatklinik verstarb der Gutsbesitzer Fischer aus Ostrau an den Folgen einer Verunglückung an der Dreschmaschine. Fischer war beim Dreschen mit der Öano in die Maschine gekommen. Die Hand mußte ihm zwar abgenommen werden, aber er war ziemlich wieder hergestellt. Da trat Wundkrampf ein, der zum Tode führte. F r a n k e n a u. Hier brannte des dem Bierhändler Fichner gehörige Wohnhaus nieder. Die EntstehungsUrsache ist unbekannt. Gottleuba. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr feierte ihr 25jähriges Jubiläum. Zu Ehren der Wehr hatte die Stadt reichen Blumenschmuck angelegt. L e i p z i a. Die Firma Vetter & Co.. Bankgeschäft, beging das Jubiläum ihres hundertjährigen Bestehens. In der Dampfseifenfabrik F. E. Steinbach brach Feuer aus, das sich mit großerSchnelligkeit über den Speicherraum der Fabrikanlage verbreitete. Als Ursache des Brandes dürfte die Selbstentzündung eines mit Matratzenartiger Umhüllung versehenen Autoklaven anzusehen sein. M e i s s e n. Infolge einer BlutVergiftung verstarb die Ehefrau des Bahnarbeiters Kubsch. Sie hatte sich beim Scheuern durch einen rostigen Nagel eine geringe Verletzung an der Hand zugezogen. Ober stützengrün. Der Pächter des Kuhbergrestaurants, Leander Brückner, Restaurateur und Fleischermeister, hat sich in seinem Stalle erhängt. Was den Mann, der 55 Jahre alt ist und eine Wittwe mit 9 Kindern im Alter von 7 bis 27 Jahren hinterläßt, in den Tod getrieben hat, ist nicht aufgeklärt. Reinsdorf. Beim Einsahren von Getreide ist der auf dem hiesigen Rittergut in Dienst stehende 58 Jahre alte Geschirrführer Hiermann tödtlich verunglückt. Der Mann war im Aegriff, mit einem hochbeladenen Wagen einzufahren, als der Wagen umstürzte und den Geschirrführer unter sich begrub. Spremberg. In seiner Wohnung erhängte sich der Schuhmacher änsel. Tharandt. Hier verunglückte der Fabrikarbeiter Richard Kleinert aus ainsberg tödtlich. Er holte mit einem Handwagen von hier Brennholz fiel um und schlug auf die Bortkante auf. Z i t t a u. Der in den 30er Jahren stehende Kaufmann Retter hat sich in einem Anfalle von Geistesstörung das Leben genommen. AexseN'Varmlladt. D a r m st a d t. Fünfzig Jahre ununterbrochen im Dienste des Hoftheaters! Diesen Gedenktag feierte Frau Kammerchoristin Sophie Roßmann. Das Gesammtpersonal des Hoftheaters sowie die beiden Kinder der Jubilarin waren zugegen, als diese, geschmückt mit der Silbernen Medaille des Ludewig-Ordens, die Bühne 'betrat, vom Herrenchor begrüßt durch den stimmungsvollen Choral: Lobet rcn Herren!" Generaldirektor Werner beglückwünschte Frau Roßmann zu dem Ehrentag mit warmen Worten und überreichte ihr die Goldene Medaille des Ludewig-Ordens, eine hohe und seltene Dekoration, mit der der Großherzog die Verdienste des langjährigenMitgliedes ausgezeichnet hatte. B e n s h e i m. Von einem schweren Unglücksfall würd die Familie des Landwirths Deckert hier betroffen. Die schon bejahrte Ehefrau desselben war bei der in : der Hofreite aufgestellten Dreschmaschine beschäftigt. Dabei kam sie nahe an das Rädergetreibe. welches ihre Kleider rfaßte. Beide Füße wurden der Ullü-'lichen hierbei von dem Räderwerk vollständig abgerückt.

F r i e d b e r'g. Das Fest der goldenen Hochzeit beging der Schreinermeister Schneidt und Frau, geb. Reinhold. Beide sind noch sehr rüstig. Gensingen. Lorenz Pfeifer von hier fiel während des Betriebs der Dreschmaschine vom Gerüst. Ein Gerllstbalken war los geworden und hatte beim Draustreten nachgegeben. Pfeifer erlitt schwere Verletzungen. Mainz. Die 21jährige Ehefrau des Schlossers Hermann Fischer in der Frauenlobstraße soll seit längerer Zeit mit zwei Fuhrleuten ein unerlaubtes Verhältniß unterhalten haben, das angeblich den Ehemann zur Verzweiflung trieb. Als er nach Hause kam, ergriff er seine beiden Knaben im Alter von 3 Jahren und 3 Monaten, eilte mit ihnen zn den Rhein, wars die Kinder in den Strom und sprang nach. Von Schisfern des Bootes Hansa" wurden der Mann und das ältere Kind gerettet. Das jüngere Kind ertrank. Fischer, seine Frau und die beiden Fuhrleute wurden verhaftet. Wegen Mordes wird Fischer vor das Schwurgericht kommen. Ober -Veerbach. Bürgermeister Weller. der länger als 25 Jahre der hiesigen Gemeinde vorstand und sein Amt zur Zufriedenheit aller Gemeindemitglieder sowie der vorgesetzten Behörden geführt, wurde zur letzten Ruhe bestattet. W o r m s. ö)as neunjährige Söhnchen des Schlossers Adolf Gubler aus Mainz, welcher bei seinen Großeltern hier zu Besuch weilte, stürzte beim Spielen in den Rhein und ertrank. Wanern. München. Im Stiegenhause seiner Wohnung verunglückte der ehemalige Hosprediger und jetzige Stadtpfarrer von Bogenhausen Geistlicher Rath Dr. Ettmayr durch einen Fall von der Treppe nicht unbedenklich. Amerdingen i. Ries. Die Söldners- und Botens-Ehefrau Walpurga Wiblishauser suchte neben einem heimkehrenden Erntewagen Schutz vor dem furchtbaren Gewitter. Der Wagen wurde aber vom Sturm erfaßt, umgeworfen und die Frau von demselben bedeckt. Als man nach dem GeWitter nach dem Wagen sah, fand man die Frau, die sechs unversorgte Kinder hinterläßt, todt unter dem Wagen vor. Augsburg. Der 43jährige Wagenwärter Jakob Dollinger wurde im hiesigen Bahnhofe vom Friedberger Vorortzuge überfahren und am Kopfe sowie an beiden Füßen sehr erheblich verletzt. . B a y r e u t h. In dem Pfarrdorfe Beuk entstand Feuer, durch das zwei mit Getreidevorräthen gefüllte Scheunen niederbrannten. F r e i s i n g. Das 40jährige Begründungs - Jubiläum feierte die hiesige Freiwillige Feuerwehr. G m u n d. Durch Selbstmord ist im hiesigen See eine Tschechin umgekommen. In Eebensee weilte seit Kurzem bei ihren Verwandten Fräulein Hermine Kopac, eine hübsche junge Dame, die man gewöhnlich vei frohester Laune sah. Bahnwächter Stuper sah die Dame beim Tunnel am Seegestade sich ergehen, und kurz darauf fand man dort am Ufer weibliche Kleidungsstllcke und unweit von diesen im See denLeichnam von Fräulein Kopac. K r o n a ch. Auf der Straße von Redwitz a. R. nach Marktgonitz wurde die Schmiedmeisterssrau Parteymüller von dort, die ein kleines Kind auf dem Arme trug, von einem unbekannten Radfahrer überfahren, wobei sie mehrere Verletzungen erlitt. Das Kind wurde so schwer verwundet, daß es verschied. M i n d e l a l t h e i m. Die G. Bogler'sche Riedmühle wurde mit sämmtlichen Oekonomiegebäuden und dem Wohnhaus durch Feuer zerstört. Nieoerarnbach. Gärtner Gregor, bedienstet bei Baron v. Psetten hier, wurde in seinem Zimmer todt aufgefunden. Er hatte sich mit einem ttajiimeflcr oen Hals durchschnitten. Gregor handelte in geistiger Umnachtung. P a s s a u. Gymnasial - Professor und langjähriger Schulrath a. D. Franzisci ist nach langem Leiden hier verschieden. R e i ch e n h a l , Bad. Fischer fanden in der Saalach nahe der Mündung des Thumsee - Abflusses eine männliche Leiche; sie wurde als die des 23jährigen israelitischen Kantoristen Paul Schweiger aus Wien agnoscirt, der sich als Kurgast hier aufhielt und vorher an seine Miethgeberin in der Villa Augusta einen Brief schrieb, worin er die Absicht, sich das Leben zu nehmen, deutlich zum Ausdruck brachte. Er hat die That aus Liebesgram beganaen.' S t r a u b i n g. Aus Unvorsichtigkeit erschoß sich der achtjährige Knabe des Sägmeisters Westermayer mit einer Pistole. Nur noch einige Augenblicke lebte der Junge. Das Mordinstrument hing an der Wand, von wo es sich der Knabe herunterholte. Würzburg. In einer hiesigen Weinwirthschast stürzte der hier auf Urlaub weilende Musiker Gräf, Mitglied des Mannheimer Hoftheater-Or-chesters, die Treppe in den Keller hinab und starb an den Verletzungen. WUrtternverq. Stuttgart. Der König von Dänemark verlieh dem Commandeur des Thüringischen Ulanenregiments No. 6, dem Herzog Wilhelm von Urach Grafen von Württemberg, das Großkreuz .des Danebrogordens. Dem

Rittmeister a. D. Liebrecht, bisher Escadronchef im Dragonerregiment Königin Olga No. 25, wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Friedrichsordens verliehen. B u ch a u. Der um die Turnsache in Oberschwaben sehr verdiente Max Königer hier beging das 25jährige Jubiläum als Vorstand der Turngemeinde, welche aus diesem Anlaß die oberschwäbischen Gauvereine zu einem Schauturnen eingeladen hatte. Geislingen a. St. Dem hiesigen Ortssteuerbeamten Pfänder wurde anläßlich seiner Zuruhesetzung die Verdienstmedaille des Friedrichsordens verliehen. G a i l d o r f. Das 512 Jahre alte Tcchterchen des hiesigen Möbelfabrikanten Funck fiel unterhalb des Wehrs in den stark angeschwollenen Kocher und ertrank. K i r ch h e i m. CommercienrathEugen Faber hier ist nach langem Leiden im Alter von 61 Jahren gestorben. Schon in frühen Jahren wurde der Verstorbene zur Leitung des von seinem Vater gegründeten Geschäfts, einer Jacquardwebcrei großen Umfangs, berufen. Unter der kundigen Leitung des Sohnes erweiterte sich der Betrieb auf mehr als den doppelten Umfang und genoß den Ruf größter Solidität und Leistungsfähigkeit. S a l m h a ch. Hier entstand in der Scheuer des Landwirths JacobSchroth an der Kapfenhardter Straße Feuer, das sich schnell auf das Wohnhaus verbreitete und von da noch die WohnHäuser und Scheuern des LandwirttV Michael Schroth und des Goldarbeiters Adolf Gutjahr ergriff. Die energische Arbeit der vereinigten Salmbacher, Engelsbrander und Grunbaeher Feuerwehren vermochte nicht zu hindern, daß alle drei Anwesen niederbrannten. Zazenhausen. Mit der durchgreifenden Erneuerung der hiesigen evangelischen Kirche ist nun begonnen worden. Diese altehrwürdige Kirche ist eine der acht ältesten christlichen Landeskirchen, besteht schon seit dem Jahre 789 und war ursprünglich dem hl. Nazarius des Klosters Lorsch (Hessen) geweiht. Nur der sogenannte Dachreiter ist neueren Datums: er wurde im Jahre 1582 erbaut.

Merkwürdige Btttzeswirkttng. Eine seltsame Wirkung des Blitzes theilen die Annalen der Hydrographie" nach denBeobachtungen des zweiten Officier der Galicia" (der Hambürg - Amerika - Linie) auf der Reise über den Atlantischen Ocean nach St. Thomas mit. Alle Holz- und Eisentheile auf der Commandobrücke des Schiffes waren grau angestrichen. Durch Zufall bemerkte der Beobachter, daß, nachdem er seine Handfläche unmittelbar nach einem grellen Blitzstrahl von einem Schrank abhob, auf diesem klar und deutlich das genaue Schattenbild derselben sichtbar wurde. Die Dauer der Erscheinung war fünf Minuten. Der Beobachter machte nun verschiedene weitere Versuche. Unter Anderem setzte er ein Peildiopter auf einen Schrank und nahm es nach einem Aufleuchten des Blitzes wieder fort; die ganz genaue Wiedergabe des Diopters einschließlich der Fäden war das Ergebniß. Da auch das Deck grau angestrichen war, so nahm er einen Korkring und legte diesen mit der mit Namen versehenen Seite auf das Deck. Nach mehrmaligem Blitzen hob er den Korkring auf, und nun fand sich ebenfalls ein genaues Schattenbild vor. Deutlich konnte man auf dem Schattenbilde den in dunkleren Tönen wiedergcgebenen. umgekehrten Namen: Galicia, Hamburg" ablesen; die Dauer der Erscheinung war sieben M:nuten. Die Beobachtungen wurden noch eine Zeitlang fortgesetzt, wobei sich herausstellte, daß auf den galvanisirten Eisentheilen, die mit derselben Farbe gestrichen waren, kein Eindruck hinterlassen wurde, während sammtliche Holztheile dafür empfänglich waren. Der Versuch gelang nur so lange, als die angestrichenen Gegenstände in nassem oder feuchtem Zustande sich befanden, nachher versagte er gänzlich. Wollte man, heißt es in den Annalen der Hydrographie", die Erscheinung dadurch erklären, daß eine Blitzwirkung vielleicht gar nicht in Betracht komme, sondern daß nur durch die aufgelegten Gegenstände an den betrefsenden Stellen die Feuchtigkeit aufgetrocknet worden sei und diese trockenen Stellen in der scheinbaren Färbung von den feucht gebliebenen sich unterschieden hätten, so reicht dies nicht aus, um auch die Wiedergabe der Diopterfäden und den Unterschied zwischen den Holz- und den Eisentheilen verständlich zu machen. Einer anderweiten Aufklärung der Erscheinung dürfte aber eine chemische Untersuchung der Anstrichfarbe vorangehen müssen. Auf Ersuchen sind allerdings seinerzeit von der Hamburg - Amerika -Linie mit der Farbe gestrichene Holztheile der Deutschen Seewarte zugestellt worden. Bedauerlicherweise sind dieselben aber durch eine Unachtsamkeit abhanden gekommen, so daß die weitere Aufklärung nicht mehr möglich ist. Opferwillig. Hat man Ihnen erlaubt, Trinkgelder anzunehmen?" Nein, aber geben Sie mir soviel Sie wollen, ich lüge, was das Zeug hält, damit Sie keine Unannehmkeiten haben.".

I Ausland i t--,,t,..,t ... . . . . ......?. . . 4 t . . ----- " t t t"i"t i i Giftige Pilze. In einem ' r."s . r . c rv . ri c . , I jorje in oer iiane von Paoua, Italien, starben jüngst fünf Brüder in Folge Genusses giftiger Pilze. V erhäng nißvoller Traum. Der 18jährige Praktikant der Aktienbrauerei zu Wiener Neustadt. Nieder-Oesterreich, Ivan Bocsek aus Raudnitz in Böhme-n, wurde letzthin im

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Maischbottich des Sudhauses von der Maschine, die er vor dem Einstiege in den Bottich einzustellen vergessen hatte, so daß sie in Gang kam, erfaßt und getödtet. Der junge Mann hatte Morgens erzählt, es habe ihm Nachts geträumt, daß er im Laufe des Tages verunglücken werde. Seltenes Schauspiel. Ein heftiger Sturm erzeugte jüngst auf dem Müggelsee, dessen Fluthen er mit ungeheurer Wucht peitschte, eine Wasserhose von einer Stärke, wie sie in der Umgebung Berlins wohl noch kaum erblickt wurde. Das seltene Schauspiel währte nur kurze Zeit, und nur wenige genossen es. Am Ostufer des Sees gingen die Wogen so hoch wie nie zuvor, und sie hatten eine Kraft, daß sie die erst im vergangenen Sommer neuerbaute Badeanstalt an Keddigs Restaurant und Seebad Müggelwerder bis auf die letzte Planke hinwegfegten. Schnelle Aufklärung. In Kiel war unlängst Nachts ein gefährlicher Einbrecher, der zu drei Iahren Zuchthaus verurtheilte Kellner Görke, auf unerklärliche Weise aus dem Gefängniß des Landgerichts verschwunden; weder Thür noch Fenster zeigten die mindeste Beschädigung. Kein Wunder, daß die Gefängnißbeamten in einen schlimmen Verdacht kamen. Der wenige Tage später wieder festgenommene Verbrecher gab jedoch folgende Erklärung seiner Flucht: Im Luftschacht der Arrestzelle hatte er einen Dietrich gefunden, der für sämmtliche Thüren des Gefängnisses paßte. Er hätte somit allen Mitgefangenen die Freiheit verschaffen können, doch begnügte er sich damit, nur für sein eigenes Entkommen die Thüren zu öffnen. Ruchlose That. Im Lokomotivschuppen des Rangirbahnhofes in Ludwigshafen, Rheinpfalz, standen letzthin Nachts zwölf Güterzugsmaschinen unter Dampf, um früh Morgens die ersten Züge zu fahren. Gegen lh Uhr kam von Mundheim, längs der Geleise gehend, ein Mann und begab sich in den Schuppen. Hier zog er die Regulatoren auf Fahrt, ließ jedoch die Steuerung und Bremse zu und schloß die Cylinderhähne sämmtlicher zwölf Maschinen. Durch das nun entstandene Zischen des Dampfes wurden Nachtwächter und Vorarbeiter aufmerksam und sahen beim Betreten des Raumes den Mann, der gerade durch's Fenster in die Hände eines draußen stehenden Maschinenwärters sprang. Einer der Anwesenden erkannte den Thäter als den früheren Werkstätteschlösse? Jmo. Wäre ihm seine Absicht, die Maschinen in Aktion zu setzen, gelungen, so wären diese, mit Ausnähme von einer, die auf direktem Geleise stand, in das Loch der Drehscheibe gefahren. Rache an der Bahnverwaltung, weil sie ihn nicht gerecht behandelt habe, soll Jmo zu der That getrieben haben. Das Kaninchen vor dem Reichsgericht. Ein Kaninchen gab dem Reichsgericht zu Leipzig kürzlich Veranlassung, sich über die Frag: des Mundraubes zu äußern. Ein Angeklagter hatte an einem Donnerstage ein fremdes Kaninchen weggenommen, um sich für den folgenden Sonntag einen Braten zu verschaffen.. Er war deshalb wegen Diebstahls angeklagt. aber von der Strafkammer nur wegen Mundraubes verurtheilt worden. Das vom Staatsanwalt angerufene Reichsgericht hat diese Entscheidung nicht gutgeheißen, sondern Folgendes ausgeführt: Der gesetzgeberische Grund für die mildere Bestrafung des Mundraubes beruht auf der Erwägung, daß es weniger strafbar erscheint, wenn Jemand, um seinen Hunger zu stillen oder um ein augenblickliches Gelüste zu befriedigen, Nahrungs- oder GenußMittel von unbedeutendem Werthe oder in geringer Menge entwendet. Daß die Stillung des HungerS oder die Befriedigung eines augenblicklichen Gelüstes nicht unmittelbar nach der EntWendung, sondern erst zu Hause nach der erforderlichen Zubereitung erfolgt, ändert den Charakter der Handlung nicht. Eine solche Entwendung zum alsbaldigen Verbrauche ist aber im vorliegenden Falle nicht festgestellt, denn bei der Wegnahme stand die Befriedigung eines augenblicklichen Gelüstes nicht in Frage, und sie erfolgte nicht zum alsbaldigen Genusse des gestohlenen Thieres. ondons Gesammtdev ö l k e r u n g beträgt 6.581.402 Menschen in 923.003 Häusern. Bemer. kenswerth ist in der fast nur noch aus Geschäftsbureaus bestehenden City of London die stete Abnahme der Einwohnerzahl. Im Jahre 1801 hatte die City noch 128.129 Einwohner, heute zählt sie nur noch 26.923 Bewohner. Dagegen hat die Bevölkerung von Eastund Westham und Jlford in den letzten 10 Jahren um 24.7 Prozent zugenommen. . i

MWücklcs Experiment. Katastrophe bei dem Bersuek,. ein bewohntes HauS ju heben. In dem Dorfe Amriswil im Schwerzer Kanton Thurgau hat kürzlich das Experiment, ein ganzes bewohntes Haus zu heben, ein schlimmes Ende genommens Der dortige Coiffeur Glaser wollte sein Haus, um im Parterre neue Räume hinzufügen zu können, ungefähr 10 Fuß heben lassen; die Arbeit sollte der in diesem Fache erfahrene Zimmermeister Widenkeller in St. Galten besorgen. In das Fundament wurden Löcher eingeschlagen, um starke -Ballen unter dem Kellergebälk hindurch stoßen zu können.. Mittelst 12 Aufzügen sollte das ganze Haus gehoben werden. Oh.e den geringsten Zwischenfall ging die Hebung von Statten, gleichmäßig und geräuschlos hob sich der Bau. Die Hausbewohner verspürten die Arbeit nicht 'im Geringsten. Das Haus war 9 Fuß gehoben es fehlte nur noch 1 Fuß. da nahte das Verhängniß. Langsam begann einer der acht Balken, die eine Verschiebung des Baues nach seitwärts verhindern sollten, nachzugeben und in den vom Regenwetter aufgeweichten Boden einzusinken. Die Helearbeit wurde eingestellt, um der seitlichem Verschiebung Einhalt zu thun. Schon glaubte man, einem schweren Unglück entronnen zu sein, wußte man doch, daß sich Personen im Innern des Hauses aufhielten. Doch plötzlich begann das Haus neuerdings zu weichen, unaufhaltsam ging es seitwärts, um dann plötzlich in einen TrümmerHaufen zusammenzufallen. Ein panischer Schrecken bemächtigte sich der Menge, alles rannte auseinander. um Hilfe zu holen oder um selbst Hand bei den Rcttungsarbeiten anzulegen. Verhältnißmäßig rasch waren die Trümmer beseitigt. Vorerst fand man den Coiffeurgehilfen Bucheli. scheinbar wenig verletzt, aber bereiis todt. Neben ihm lag, stark blutend, der 10jährige Knabe Glaser, glücklicherweise nicht gefährlich verletzt. Die Bauleute, die aller Gefahr trotzend, sich beständig unter dem fallenden Hause zu schaffen machten, konnten sich mit wenigen Ausnahmen retten. Bauausseher Weißschädel konnte nicht mehr fliehen, sondern wurde unter den Trümmern begraben; mit zerschlagenem Schädel und gebrochenen Gliedern wurde er gefunden. Ein anderer Arbeiter wurde in wunderbarer Weise gerettet. Als er das Haus über sich stürzen sah, warf er sich zwischen zwei ?-Balken, und diese Geistesgegenwart rettete ihm das Leben. Eisgcwinnnng in Frankrcick. Der iährlicheEisverbrauch in Frankreich wird auf mehr als 1,000.000 Tonnen geschätzt, wovon ungefähr ein Zehntel allein auf Paris fällt. Die Herstellung von Kunsteis hat in Folge dejsen riesige Verhältnisse angenommen; trotzdem liefert Norwegen den Franzosen noch jährlich für 400,000 Natureis. Dieser Umstand hat einen französischen Unternehmer Namens Gignoux bewogen, im Departement Oberalpen an hochgelegenen Stellen eine Anzahl künstlicher Seen zu schaffen, die den Eisbedarf der südlichen und südwestlichen Departements zu decken vermögen. Gignoux ließ auf den von ihm erworbenen Geländen Dämme und Sperren zur Aufstauung der GebirgsWasser errichten, die sich so zu großen Wasserflächen ansammeln. Sobald das Eis auf diesen im Winter eine Stärke ven 12 bis 16 Zoll erreicht hat, wird es durch besondere Pflüge in 23 Zoll breite Streifen zerlegt, die dann durch Arbeiter in 32 Zoll lange Stücke zerschnitten werden. Die so entstehen den Blöcke, wovon jeder ungefähr 220 Pfund wiegt, treibt man nach einer Seite des Sees, wo man sie mit Haken herausfischt und auf einer mit Schienen versehenen schiefen Ebene zu Thal in große Lagerräume befördert. Die künstlichen Seen Gignoux' sollen stch als sehr ertragreich erweisen. aas mörderischen vioin 0 b i l. Auf der Chaussee von Langensalza, Provinz Sachsen, nach Merxleben ging neulich der Privatier Rödiger mit den drei Kindern seines Schwiegersohnes spazieren, als von Langensalza her ein Automobil angesaust ta&. Es war das Fahrzeug des Professors Dr. Sonnenburg aus Werlin, der mit Frau, Sohn, zwei Töchtern und zwei Dienern nach Sondershausen fahren wollte. Rödigersprang zur Seite u'id zog dabei zwei der Kinder an sich heran, während das dritte, ein vierjähriges Mädchen, nach der entgegengesetzten Seite der Straße sprang, sich aber dann un.drehte, um zu seinem Großvater zurückzulaufen. Der Führer des Automobils versuchte zwar, dem Kinde noch aufzuweichen, indem er nach links abbog, traf es aber doch mit fürchte- 'ichem Stoße so gewaltig, daß das arme Wesen in hohem Bogen durch die Luft geschleudert wurde .und todt niederfiel. Das Automobil fuhr gegen einen Prellstein und schlug um; sämmtliche Insassen flogen heraus und kamen zum Theil unter das schwere Gcsährt zu liegen. Alle Sieben erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Vreisin als Anarchist i n. Kürzlich ttv:tt eine 73jährige Greisin wegen M jestätsbeleidigung vom Dresdener Landgericht zu sechs Monaten Gefänaniß verurtheilt. Die Angeklagte, eine Arbeiterin, äußerte sich anläßlich des serbischen Königsmordes in ähnlicher Weise über den König Georg von Sachsen.

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