Indiana Tribüne, Volume 27, Number 69, Indianapolis, Marion County, 11 November 1903 — Page 7

li.

s

Jh. , X , Jndiana Tribune, 11. November 1903. i

1

Clandittc 2Vornan van I d a B 0 y - E d

(Fortsetzung.) (?Z ftar, als Höre men die Lampe brennen. Niemand antwortete. Onkel Hans räusperte sich bedeutungsvoll, diesmal, ohne den Aerge? seiner Schwägerin zu erregen, die sogar zu dem Näuspern bejahend nickte. Lena guckte Albrecht an, mit der Ncugier, wie man etwa das Aufgehen eines Vorhanges im Theater erwart!l. Albrecht errö'thete langsam und tief. Ta faßte Claudine seine Hand und büte sich. Tltin lieber Herr Sohn," begann Frau v. Ahlefeld, die in diesem Augenblick eine vordringliche Unbescheidenheit von Onkel Hans nicht ungern gesehen hätte, aber da er schwieg, wohl selber reden mußte, mein lieber Herr Sohn, als ich nieir.e Einwilligung in Ihre Verbindung mit meiner ältesten Tochter Claudine gab, hoffte ich, daß Sie fortan Ihre Heimath ganz in (Xlaudinens Familie finden sollten, daß Sie Dar Sie sich entschließen möchten, ja. würden, von Ihrem Herrn Vater sich zu trennen. -Fast scheint mir nach all?m, was ich höre, daß es im Interesse auch Ihrer Karriere nöthig ist." Albrecht starrte sie mit seinen dunklen. entsetzten Augen an. Als Onkel Hans das Gesicht sah, voll Schreck und Gram, schlug er sich auf den Mund und bereute heftig, sich mißfällig über den alten Vrandow geäußert zu haben. .Sie meinen," stammelte er. daß ich mich von meinem Vater lossagen solle?" Leider drängen die Thatsachen mir diese Meinung auf." sagte die Mutter mit der größten Höflichkeit. Hat Claudine diese Meinung, diesen Wunsch getheilt?" fragte Albrecht. (5s war etwas in ihm, das ihn drängte, die Frage an die Mutter seiner Braut, anstatt an diese selbst zu richten. Claudine " wiederholte Frau von Ahlefeld und ward jetzt inne, daß Clandine sich nie geäußert. Nein!" rief Claudine, nein, Albrecht!" Onkel Hans, im Gefühl, daß er Schuld an der Szene habe, wollte derMitteln. Sieh, mein Junge. Das ist nur so: es steht schon in der Bibel, daß das Weib Vater und Mutter verlassen soll und dem Manne anhangen. Und Claudine nimmt gern alles auf sich. was sie für ihre Schuldigkeit halt. Aber dafür sind ja wir Alten und Sachverständigen da. Und wir meinen nun, Tein Alter Herrgott, es jammert mich ja selbst könne Dein Leben zerstören, nickt blos als Offizier, sondern auch als Mann. Glaub' mir. Claudine ist verliebt in Dich und sieht jetzt blos alles in rosigem Schein. Aber das dicke Ende kommt nach. Glaub' es u mir. Onkel Hans hatte kein Glück mit seiner Begründung. Er vergaß, daß seine Schwägerin als Freundin von Bernhard Claudius sich genaue Bibelkenntniß schuldig zu sein glaubte und auch deshalb angeeignet hatte. Pardon, lieber Schwager." berief sie ihn sanft, es heißt, der Mann soll Vater und Mutter verlassen und -d:m Weibe anhangen. Ich bitte nur 7. Mose 2, 5 nachzulesen. Dies wird 7$ auch Herr von Vrandow sagen müssen. Also Sie fordern wirklich, wirklich von mir, daß ich mich von meinem Vater lossagen soll?" rief Albrecht. Er athmete kurz, er sah sich um, wud wie ein Verfolgter. Leider ja," sprach die Mutter in Ergebenheit. Daß Albrecht sich nicht aleich geduldig und voll christlicher Haltung in das fand, was sie bei sich als unabwendbares Schicksal zu betrachten sich angewöhnt hatte, befremdete sie beinah. " In ihrer ganz naiven Korrektheit vergaß sie. daß die Gefühle Albrechts denn doch die eines Sohnes waren. Sie sah und empfand nur die Jnkonvenienzen" in der Existenz des alten Vrandow. Lena zitterte. Wird er die Frage stellen: Ode? soll ich auf Claudine verdickten?" dachte sie. Dann würde ihre Mutter sich vielleicht hinreißen las sen zu sagen: Ja, entweder oder; denn diese Erörterungen waren ganz danach angethan. Jedermann schließlich mehr r i o 1! j". I 1. jagen zu lauen, aiä er eigenniaj meuuc Albrecht hatte seine Hand aus der Claudwens gezogen. lr ging hastig im Zimmer hin und her. die eine Faus czen die Lippen gepreßt, die andere in die Seite gestemmt. Er sah finster vor sich nieder und beachtete nicht, daß Claudine ihn groß ansah, daß auch die Blicke der Anderen an ibm hingen. Alle warteten zitternd auf seine Antwort, aber Jeder mit einer anderen Hoffnung. Daß er zu kämpfen schien a . ' r ' denn warum cnroiea er 5 erinu thigte Frau von Ahlefeld. Schon ging "' TW . ? . c- . r : . .". c ... :. ein iznanz wie nesrieulguiig uu ujic strengen, schönen Züge. Onkel Hans glaubte. Albrecht sänne auf einen Ausweg. Lena fürchtete, der 'ugenvna würde den Mann schwach finden, und schon sagte sie sich finster, daß er dann auch eines Tages ihre Schwester verlassen könne sie war mintrauisa Vnd n ------- , .

. . - i

erwartete immer nur das Kleine von

en Menschen. Claudine glaubte felsenfest, die Antwort vorher zu wissen. Sie faltete die Hände und sah den Geliebten mit leuenden Blicken an. Und als Albrecht jäb in seiner Wandcrung innehielt, schraken alle doch zusammen. Nein!" sagte er mit starker Stimme, während Leichenblässe sei?. Gesicht bedeckte, ich werde meinen Vaer niemals verladen! Claudine stieß einen Jubelruf aus und fiel Albrecht um d?n Hals. Gott sei gelobt!" rief sie unter Thränen. Albrecht sah sie an. als träume er. Also Du Du zürnst mir nicht?" stammelte er. Ich liebe Dich nur noch mtqxl nes sie jubelnd. Lena schlich heran und streichelte ganz wenig Albrechts Hand. die auf Claudinens Schulter lag. Bringe mich zu Deinem Vater." bat sie. Ja, sobald es geht." Inzwischen g?h' ich allein zu ihm ja laß mich das " Nein, nc:n morgen Abend mit mir ich muß ihn vorher benachrichtigen." Onkel Hanö, als Stimmungsmensch hatte fcfrrt vergessen, daß er es g:n:esen, der die ersie Idee zu dieser harten Forderung gefaßt. Er war sehr gerübrt und beZan:rncrte laut, daß er daals. mit Minette, die Gclegenben verpaßt" habe, sonst vielleicht besäße auch er solchen treuen Sohn. Wieder einmal hatte eine erregte Mlnute, hatte der unbeugsame Wille der Juaend all die sorgsam erwogenen Entschlüsse der Frau von Ablefeld umgestoßen. Zum Glück kam sie nie darüber zum Bewußtsein, daß ihr ganzes eben eiqentnch aus der Muhe restand, sich großartige Situationen aufzubauen, die dann von den Thatsachen schnell umgeworfen wurden. Nun stand sie wieder hilflos da. DaS erste Wort von ihren Lippen war: Welch ein Unglück, daß Pastor Claudius nicht da ist!" Lena konnte 'ein Gesicht machen, als ob ihr Naschen spitz würde und ihre Augen noch kurzsichtiger. Und so ein Gesicht machte sie zu dem Seufzer der Muiter. Albrecht folate einer guten. aro.en Empfindung. Er riß sich von Claudin? los und ging auf die Mutter zu. Er küßte ihr diesmal beide Hände uno sprach: Für diese ihre Worte will ich Claudin? segnen und lieben bis zu ihrem legten Athemzuge. Möge die Herzens gute Ihrer Tochter Sie versöhnen!" Frau von Ahlefeld seufzte befriedigt. Ja. sie hatt? außerordentliche Kinder. der Mutter würdig: man mußte eben die Unbequemlichkeiten ertragen, welche so außerordentlich? Wesen den Ihrigen bereiten. Sie umarmte Claudine und sagte: Möge es Dich nie gereuen!" Nun konnte es noch gemüthlich werden. wie eine kleine Verlobungsfeier. Dnkel Hans wollte, man folle essen und trinken, aber was anders als den Pulliac. Und Fru von Ablefeld wollte Pastor Claudius holen lassen. Denn sie hatte das Bedürfniß, ihm die Kraft ihrer Selbstüberwindung zu zeigen. Aöer da eS nicht gerathen schien, den alten Jakob noch Abends fortzuschicken. mußte Frau Ediths Wunsch unerfüllt bleiben. Als Albrecht shied mit dem Versprechen, morgen Nachmittag, wenn nichts Unerwartetes geschehe, wiederzukommen und Claudine zu seinem Vater zu bringen, war er ganz glücklich. Onke Hans begleitete ihn. er hatt? beinahe "einen zu sitzen" und war ängstlich laut auf der Strafe. Ter Morgen des 18. März stieg für Albrecht lachend empor. Ter blane Himmel mit seinem zarten Frühling--blau war ganz wolkenlos. Duraz du noch kahlen Aeste und Zweige von Vaum und Busch in den Anlagen strich ein herber Wind, der aber belebend und nicht erkältend wirkte. Man sah die Blattknospen bräunlichgrün schimmern. Die bräunen Erdschollen schienen von innen heraus gelockert, das welke Laub vom Vorjahr deckte halbvermodert, naß den Boden. Im Thiergarten war schon Leben, frühe Spaziergänger freuten sich der auf den Wegen und in den Büschen lärmenden Spatzen, vereinzelte Neiter sah man durch den Park sprengen, die laublosen Bäume ließen es zu. daß man in die Ti'fen des Thicrgartens. wie durch unregelmäßiges Gitterwerk hineinsah. Auf dem Exerzierplatz auf der anderen Seite der Charlottenburger Allee ließ Albrecht mit seinem Hauptmann zusammen die Kompagnie Parademarsch üben. Die Kommandoruf? klangen kurz und rauh durch die Morgenluft, di? Sonne blitzte auf den blankcn Knöpfen und Waffen. Und dann war der Frühdienst bcendet. Albrecht eilte zu seinem Vater. Er fand ihn nicht, und die Wirthin sagte, c? sei seit fast zwei Tagen kaum mehr Nachts daheim gewesen. Sie benutzt: die Gelegenheit, Albrecht nach dem Stand der Dinge zu fragen: ob der König eine neue Verfassung bewilligen werde, ob es zum Bürgerkrieg kommen könne, und ob es wahr sei, daß die neuen Schutzleute, die eS seit gestern gebe, ebenso aussähen wie die engiischc.i Konstabler und ob diese Schutzleute in Zukunft das Militär überflüssig machen würden. yttbreckt ein Cfthier war. titelt sie ihn für mindestens k)enso unterricht tet wie einen Minister.

'Ach'Jotte doch sagte sie klagend, det schreit allens nach neue Ministers.

und ick ween nich. was sie an den Ubd.'n zum Beispiel auszusetzen haben; er läßt sich bei memem Mann balmren und i 'n so jütiger leutseliger Herr. Ach. Herr Leutnant, bei so ne Zeiten verliert man die beste Kundschaft, und det Risiko. was wir mit unser Parsumenelager laufen, da können Sie sich nu keine Vorstellung von machen!" Albrecht konnte nicht umhin, zu lächeln. Auch ein Standpunkt." dachte er, 'und ein ebenso berechtigter wie jeder andere." Er tröstete die Frau, daß Herr von Uhden sich wahrscheinlich noch würde weiter rasiren lassen, auch wenn er kein Minister mehr sein sollte. Schwer konnte er der Frau begreiflich machen, daß er nichts vom Stande der Bewegung wisse. Er hinterließ einen Brief an seinen Vater, worin er ihn bat, heute Abend daheim zu bleiben. Diese Bitte hing nun mit ihrer Erfüllung freilich von dem Zufall ab. daß Ruprecht von Brandow im Laufe des Tages seine Wohnung aufsuchen werde. Dann hieß es für Albrecht zurück zur Kaserne eilen. Hier befand sich alles in abwartender Ruhe. Albrecht brachte die Stunden init seinen Kämeraden hin. Man sprach sich heiß und müde über das, was etwa geschehen könne und geschehen müsse oder nicht dürfe. Gegen zwei Uhr ging es wie eine Bewegung durch die kahlen Korridore, Ordonnanzen liefen, Tbürcn klappten; in die Messe, wo die jüngeren Offiziere beisammen saßen, wurden einige Jlätter gebracht. Es war ein außerordentliches Blatt der Preußischen Allgemeinen Zeitung." Ein Kamerad riß sie dem anderen aus der Hand. Und endlich las einer laut, mit hastigen Worten abgerissen einzelne Sätze heraus: Beschleunigte Einberufung des vereinigten Landtages Hinweis auf die Vorgänge in Oesterreich Verwandlung des deutschen Staatenbundes in einen Bundes staat durch Vereinbarung zwischen Fürsten und Völkern und Vertretung des letzteren beim Bundestag; Einfübrung einer Bundesslagge Gründung einer deutschen Flotte ein Bundesgericht Freizügigkeit ein allgemeiner Zollverein gleiches Maß, Gewicht und Münzsystem ein neues Preßgesetz" Die jungen Männer, die da beisammen standen, alle aus alten märkischen oder preußischen Geschlechtern, mochten ihre Pulse rascher klopfen fühlen, die Einen von heimlichem Zorn über so viel verderbliche Neuerungen, die Anderen in heimlichem Jubel über diese scheinbare That, Preußens Größe. Deutschlands Einheit zu fördern. Aber noch ehe irgend Jemand die entstandene Stille durch eine kritische oder lobende Bemerkung unterbrechen konnte, sagte der älteste Premierleutnant: Meine Herren, Seine Majestät haben gesprochen. Wir haben nichts zu sagen als: Seine Majestät, unser allergnädigster König und Herr, leben hoch!" Das war mit einem ehernen Ernst gesagt. Es flog wie ein Schauer durch all die jungen Gemüther. Und noch war der Bann des Augenblicks nicht von ihnen gewichen, als laut und gellcnd das Alarmsignal vom KasernenHof herüber schallte. Man stob auseinander. Ein rasendes Laufen und Hasten begann. Nach zwei Minuten stand das Negiment marschfertig im weiten KasernenHof. Es war vorbereitet gewesen, jede, Sekunde dem Ruf zu gehorchen. Der Mensch, der Sohn, der Liebende fiel gleichsam ab von Albrecht. ES war, als wache nichts in ihm wie der Gehorsam und der Muth. In schwerem Marschschritt zog dröhnend das Regiment durch die Straßen, vom Volk, das zahlreich und in froher Erregung durcheinander wogte, mehr erstaunt, als feindselig angeschen. Einzelne Rufe drangen an das Ohr der Offiziere. Albrecht verstand hin und wieder die Worte: Was wollen denn die noch?" Abrücken!" Wir sind eins mit dem König kein Militär." Fort aus Berlin." . Mit undurchdringlichen Mienen, die Augen gerade aus. schritt Albrecht, den Degen gezogen, neben seiner Kompagnie einher. Die strahlende Sonne flimmerte auf den Spitzen der Helme; wie sich das Regiment da die schmalen Straßen entlang bewegte, sah es von fern aus, wie eine ungeheure metallische Schlange, die sich zwischen den Häusern wälzte. Es boa in die ..Linden" ein. Es zoa um reuen innen ote streue entlang, am Zeughaus vorbei und über die Schloßbrücke. Es nahm seine Stellung einer lebendigen, aber undurchdringlichen Mauer gleich, am Fuß des königlichen Schlosses. Hier stand es und hielt Wacht. Im Lustgarten war heiteres Leben, jubelnde Mischen zogen umher. Freunde fielen einander in die Arme, aus allen Straßen, die in die Umgebung des Schlosses mündeten. gjogen immer neue Menschenschaaren herbei. Allmälig füllte sich der weite Platz. Ein betäubender, immer gleicher Lärm, von tausend und aber tausend laut werdenden Stimmen erzeugt, schwoll in die reine Frühlingsluft empor. . Ausgeschlossen von der Freude, eine stumme Welt für sich, gehalten wie mit eisernen Banden, standen die Regimenter. Rohe Reden rief man ihnen zu,

alberne Witze fielen, halbwüchsige Vuben versuchten die Offiziere zu hänseln, ernste Männer verwiesen ihnen das Treiben. Und mit unbeweglichen Mienen hörten des Königs Trupven. des Königs Offiziere die Albernheiten an, wie die klugen Beschwichtigungen der Sachverständigen. Sie hatten weder Zorn noch Zustimmung zu äußern. Sie standen auf der Wacht! Und als sich so die Menge tn welcher reine, begeisterte Elemente sich wunderlich mischten mit lärmenden rohen nahe an Albrecht drängte, an ihm vorbeischob als vor seinem Auge in schwindelerregender Schnelle Gesicht neben Gesicht auftauchte und wieder verschwand, da zuckte wie ein stechender Schmerz durch sein Herz der Eedanke: Wenn hier, wenn jetzt sein Auge dem Auge seines Vaters begegnete!" Nein, nur das nicht barmherziger Gott, nur das nicht. Ten tosenden Lärm überbrüllten jetzt einzelne Stimmen: Der König! Der König!" Die Menge nahm den Ruf auf. Tausendstimmig erscholl da2 eine Wort. Der König!" Und Friedrich Wilhelm erschien mit seinem Bruder auf dem Balkon. Er winkte mit den Händen er sprach Worte, die bestätigten, was das außerordentliche Blatt der Preußischen Allgemeinen Zeitung" schon verkündet. -Die Rührung und der Jubel wuchsen zur Extase. Das Volk fühlte sich eins mit seinem Herrscher. atjri..V I &tfr tV .

ou i.iiiuuu im aiita u.iu üiuu gen in der Leib an Leib festgemauerten Menschenmenge. Pferdegetrappel und Rossewiehern klang herüber an der Stechbahn waren Dragoner aufgeritten. Militär fort!" schrie das Volk, noch im inbrünstigen Wunsch, seinem König menschlich nahe zu sein, ohne eine Mauer von Massen zwischen ihm und sich. Militär fort!" fchrie das Volk eine halbe Minute später in auftobender Erbitterung, weil es sich gedrängt und gestoßen fühlte. Die Rührung und das Jubelgefchrei hemmte sich, eine Sekunde lang vielleicht nur. Und in diese hinein dröhnte plötzlich ein Schuß noch einer. Da brach aus der kurzen, athemlosen Stille ein wahnwitziges Heulen und Schreien hervor, wie ein Orkan nach kurzer Pause mit erhöhtem Wüthen einsetzt. Verrath. Verrath!" gellte der Ruf durch die Menge. Die stumme, blinkende Menschenmauer, die den Fuß des Schlosses umgürtet, löste sich ab von dem steinernen Hintergrund. Die Stunde war gekommen, wo es galt, den Eid zu halten, den sie ihrem König geschworen hatten! Und wie die wilden Menschenhorden sich in die Stadt hinein ergossen, nicht zurückgehalten von dem königlichen Ruf: Ein Mißverständnis" blind wüthend bereit, den Tod der Freiheit und den Verrath ihrer Bürgerehre zu rächen, sich zu verschanzen hinter Barriladen; wie der lächelnde Friede entfloh, der kaum noch seine holden Hände dem König und dem Volk hingestreckt, beide verneinend, da zogen in furchtbarem Ernst, der gräßlichen Stunde klar in's dräuende Auge schauend, die Regimenter von dannen. Sie vertheilten sich durch die Straßen, und durch all die Adern des Stadtkörpers rann die gleiche Doppelerscheinung: sinnlose Menschenhorden und hinter drein zu Pferde oder zu Fuß des Königs Truppen. Dann kam ein Stocken in die Flucht und in die Verfolgung. Barrikaden entstanden in den Straßen, auö den Häusern -schleppte man Geräth herbei, Tonnen. Wagen, Bretter. Man brach die Steine aus den Fahrdämmen, man grub den Sand darunter heraus. Und mit der Schnelle eines schreckensvollen Wunders waren überall in der Stadt die Straßen abgedämmt, von Haus zum Haus gegenüber zogen sich die Vertheidigungswälle. Wo friedliche Bürger sonst ihrem Ge werbe nachgingen, wo ehrbare Frauen stlllsittig gewandelt und Kinder larmend gespielt, sah man nur noch Vorbereitungen für den blutigen Straßenkämpf. Schwarz-roth-goldene Fahnen wurden auf die wüsten Bauten gepflanzt, im Schatten der Barrikaden gössen halbwüchsige Knaben Kugeln von dem Blei, das Weiber von den Fenstern und Dächern rissen und herbeitrugen. Die Revolution war da! (Fortsetzung folgt.) Heizn narfriivtcifccit. !.:--':".'.. ,"v-i'H ir-'K- -'- -Ti l. r :vr-: v -r. i u - e?'??'r,,x ' ir.-'i",Mr r-r;. rvv , - v -t ' . e --.-. iVt.-" . . : 's .V -ZS ...V' . . . Ist's so recht. Herr Professor?' Etwas länger, bitte!"

JT

smmmmm

ir

Mfwmr&hmm

'UMMÄWV, '! ry "E7v : ' - ?SoV " sSi'jJ7 M"kMs0 MÄM'Ä ZHHWM 'p$?r-m& ? A-i" i iS 7-VXJr i '1 y-&?2-3 v vr-xtäs&'-.iJ pi?i3 ' i$r 5.-.y fö-v.'-' iF7 - '.MHÄ V ' ' WZ! ' ( , 1 I 7 xr'l

Hofmann und Zcllcr bei der Kai

scrin Friedrich. Bei dem Denkmal der Kaiserin Friedrich, das kürzlich sammt dem Denkmal ihres kaiserlichen Gatten in Berlin feierlich enthüllt wurde, befinden sich, wie kurz gemeldet wurde, die Büsten Hofmann's und Zeller's. Auf mehrfache Anfragen aus unse rem Leserkreis, wer dieser Hofmann und wer dieser Zeller sei, diene folgendes als Antwort. Unter dem H o f m a n n ist der große, vor zehn Jahren gestorbene Chemiker August Wilhelm Hofmann zu verstehen, der jetzt fünfundachtzig Jahre alt sein wurde. Er war em Hesse und leistete gleich Bedeutendes an deutschen Universitäten, wie an der Chemiker-Akademie in England, und von 1865 bis zu seinem Tode an der Universität Berlin. Unter A e l l e r aber ist der Schwabe Eduard Zeller zu verstehen, einst Professor der Vbilosophie in Tübingen, Bern, Heidelberg, von 1872 bis 1894 in gleicher Eigenschaft an der Universität Berlin, noch jetzt als Neunigjähnaer in Stuttgart lebend und ohne sein Dazuthun mit dem Titel eines preußischen Geheimrathes verseben, weil er ein Buch Friedrich der Große als Philosodh" schrieb: am bedeutendsten ist er als Gesckiichtssckreider griechischer und deutscher Philosophie. Kanäle, Slanc.lUoote und Wundcö autoritär. Die Mehrheit des Oberbundesgerichts hat jetzt in dem Prozeß von Clara Perry versus Cornelius L. Haines, wobei es sich um die Frage handelt, ob die Seegerichts-Competenz der Bundesgerichte sich auch aufKanäle und Kanakoote erstreckt, eine bejahende Entscheidung abgegeben. Der Fall entspann sich aus der Reparatur eines Kanalbootes, welches den Eriekanal befährt, und aus dem Bemühen, das New Yorker Staatsgesetz wegen eines Kontrakt-Pfandrechtes durchzuführen. Die Durchführung desselben in diesem Falle wurde auf den Grund hin bekämpft, daß der Kontrakt ein maritimer i ci und daher dasStaatsgesetz keme Anwendung auf denselben finde. , Das Oberbundesgericht saat in der von ihm promulgirten Entscheidung: Kanalboote seien Fahrzeuge im Sinne des Admiralitätsgesetzes und daher hätten nur die nationalen Gerichte darüber Competenz. Diese Eompetenz erstrecke sich auf die Kanäle. Die Thatsache, daß Kanalboote von Pferden gezogen und nichä durch Dampf vorwärts bewegt werden, ändere nichts an dem Fall. Nur Ruderboote bildeten eine Ausnahme. Durch den Umstand, daß die Reparatur rn einem Trocken dock vorgenommen worden, werde die Eompetenz des Bundes nicht beerntrachtigt. Eine Minderheit des Oberbundes gerichts stimmte gegen diese Entschndung auf den Grund hin, daß dieselbe zu einer ungerechtfertigten Ausdeh nung der Seegerichts-Competenz füh ren könnte. vapitän chcöcr. Der obengenannte deutsche Flott-:n-Offizier, der wahrend der VenezuelaWirren so oft genannt wurde, kehrt jetzt, wie bereits kurz gemeldet, von der amerikanischen Station nach Deutichland zurück. Er übernimmt draußen die Stellung des Inspekteurs derZweiten Marine-Jnspektion. Capitän zur See Scheder war früher Chef des Stabes der Nordsee-Station. Im Herbst 1902 übernahm er das Kommando des Kreuzers Vineta". Schon bald darauf begannen die Operattonen gegen Venezuela, nachdem das deutsche Ultimatum nicht beantwortet worden, mit der Wegnahme der venezuelischen Kriegsschiffe und dem Bombardement der Forts Salano und L.ibertador. Mitte Dezember vorigen Jahres wurden dann die kleinen deutschen Kriegsschiffe Bineta", Gazelle", Falke" und Panther" zur ostamerikanischen Kreuzerdivision unter dem Befehle Scheder's vereinigt. Fast drei Monate hindurch blockirte die durch Charlotte" und Stosch", sowie das fortgenommene venezuelische Schiff Nestaurador" verstärkte Division die Häfen Puerto Cabello und Maracaibo. Als im Januar das Kanonenboot Panther" beim Passiren der 'Barre von Maracaibo angegriffen worden war, begab Capitän Sch,-:dcr sich mit der Vineta" dorthin und bombardirte und zerstörte das Fort San Carlos. Scheder führte dne Flottendemonstration gegen Venezuela mit Nachdruck und Erfolg durch, so daß ihm der Kaiser nach Beendigung der Blockade seine volle Zufriedenheit aussprach. Während des Sommers dieses Jahres weilte Scheder in den britisch-nord-amerikanischen Gewässern. Sein Nachfolger. Capt. zur See Schröder, war bisher im Admiralstab der deutschen Flotte thätig. Das bulgarische Eisenbahnministerium macht darauf aufmerksam, daß die Grenzzollbehörde in Mustapha Pascha auf höhere Anordnung Butter, Käse und sonstige Lcbensmittel der aus Bulgarien kommenden Reisenden kofiszire und die beschlagnahmten Sachen unhx Zollverschluß nach Konstantinopel behufsAna lysirung auf Cholerabazillen sende.

Feuer - Signale.

I Pnmsylv und Market , j Engiish'S Opern-HauS 6 East und Nw Dork 7 Ncblk und Mchigan 3 N. Jersey u. Maff Ak S Pine und North .0 W!ct und Pine II Vermont nahe Last '2 91$. 8 Spritzenhaus Msfs. Ave nahe Nobl, .3 Tevawareund Walnut .Jersey Centra! A. t6 Mass. und Corncll!5vt Afh m d II. Strcöe 7 Lark Ave und 12 Stt i Columbia undHiUsld 'S Highland Ave u. Pralt '.1 JllinoiS und Et. Jo t3 Pennsvlv. und Pratt A Meridian unv ll. Str No. 5 Spritzenhaus IS. nahe JllinvlS :e CenateAveu. EtCia Illinois und Mchigan i Pe sylvania und lt. 9 Cencte Ave. und IZ. I No. 1 SpritzsnhauS JnoAvenaheMichigau iZ Mcridia und Walnut California u Vermont iä Blake und New York '? Ind. Av. u. Ct, ,!latr City Hospital : Blake und Ncrtv '.Z Michigan und Ägne '.1 No. 6 Spritzenhaus Washington nahe West 4 Giendorf u Wasb, Missouri u Sieh) Jork .5 Meridian u Was) JllinoiS und Chir 7 Cafciiü! Av. u Wall) . KlNgan'S Por5hauZ Straßenbahn Ställe 23. Washington tt i No. 10 2prifcenl;au9 ZllinLis u HCcrnll ' Jl.'NiS u fcr'uftcrya 3 eftuue cüifc 4fficstUNt2Jlctu.t3 Senate Koe. u cnn n Meridian und No. 4 Sprienh' iadison Av. u SJtor.ia 9 TNadison Av. u Tu.lov 't No 2 Haken Lci:erbcui South nah Dclamutt . Henn. u Merrill i iiAtuTr OMSertt M ?afi und VlcSarty 5 New Jersey u.Miia 7 Lirg. Av. u Bradshaw 38 East und Prospekt 9 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Vir Ave. nahe Huro 72 East und Seorgia 73 Eeda und Elm 74 Davidson u Georgt 75 önglish Av. u Pine ft Shelby und BateS rs No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Chelb? 'g Fletcher Av. u Shelbtz Ll Market u. New Jersey 32 Dclakare und Wajh. 33 East u Washington 94 New Fork u. Davids? 65 laubstummen Anstalt öS Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 8g Frcucn-Reformat. 91 No. 13 Spritzcnhaub Maryland nahe Mer. 2 Meridian u. lScerqia 92 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Virzii Ave u. Llab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Ehl .23 No. 16 Spritzenhaus 16. und Ash. 124 Alabama und 1. 125 Central Ave und 11. 26 DndeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Centra! Ave und 17 129 Telaware uns 19. 131 Alabama und ll. 132 Bellefontaine und '. ZZ4 College Ave und 29. 15 Telaware und 13. 135 Alabama und North 137 Newmann und 19. 133 College Ave und 14. 139 Cornell Ave und 13. 141 FandeS tml 19. 142 Highland Ave und 10. 143 Tecumsch und 10. 145 New Jersey nd 22. tS Alvord und 17. 147 No. Spritzenhaus Hiltside Av und is. .48 College Ave und 22. 149 College Ave und 27. 152 Park Ave und 22. 15Z L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 10. 156 Stoughtonu Newman :57 AtlaZ und Pike. 153 Bloyd und Pawpaw. 169 No. 21 SprinhauS iSrightwood 'M Arden und Depot 163 Brightwood und 25. i4 Rural und Bloyd lös St. Clair u. Keystone 167 Arsenal Ave unW 23. 168 Bellefontaine und 28. 169 Park A nd 1. 212 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Michiaau 214 JllinoiS und 20. 215 Senate Ave und 21. Kl Pennsvlvania und 22. 217 Meridian und 16. 218 Capital Av und 26. 21 Broadtoay und 10. 231 JllinoiS und Mcl-ea 234 ?!o. 14 Spritzenhaus Aenwood und 30. ?5 JllinoiS und 23. ?z z Annctta und so 237 No. S. Sprizenhzu, . Udell und P.ai 233 llceil Ladder SorU 239 Jsabel und ,7. y 241 Meridian und 9" 242 JllinoiS U 9 XC2, 243 Eldridge y . 3. 812 West uud Walnut 313 West und 12. 514 Howard und 16. 515 Torbet nd Paea 516 Capital Ave und 1 17 Noribwestern Ave r X 513 Sent und 18. 519 Canal und 10. 24 Cerealine Works 524 ?ermoni und Ldnn 525 Vismarcku Erandvieu 2 No. 29 Spritzenhaus Haughville. 527 Michigan u. HolmeS. Z2? Michigan u. Concord S41 West und McJntv?12 'rti'liiurt u. MariZland 413 Missouri und his th Capital Ave Lrorg-.a 41 Missour, Kcntucry'.". 417 Sena:e A?e n. Waly. 41 P und S fRunlaui W. Washington. n Jrn-nHo'rttal. i':.-o u. I TQ 425 Wasb und HarriS 'c. 1 Spritzendau! &. S?a?l?ington 4? Oliver und UhrS n Oliver und Cwooi ; Z!ordrke und Fort 431 Hadlev Are u Morn 432 River Ave u. Mcrn3 '.4 Z.irer Slve und Sttu; 43, HardiNg u. Big 4 Si 3 450 Harving und Clir-a 37 is Evritzenh' iVprt-ii unk fiTiHill, 438&CtMS ULK OWLS 499 LtoSya 451 ReiSn id Z'Zi 452 Howard und Lee 5Z Morvii vr LHptö 456 Lambert und Lesni 457 Nordyke Ave u, 1af tnen Work 612 West und Ray 613 entucky Av u. Verr L14 Meridian und MomZ 616 JllinoiS nd KansaS 17 Morris und Dakots 513 Morris und Shurch 619 Capital A. u McCar. 621 Meridian und Palm L23 Pine unh Lord 624 Madisor. Av u Lincol Y2 Meridian i nd Seit N 627 CarloS und Rav 623 Meridian und Anzon 529 Meridian .Raymond 631 Meridian u. McCar C32 No. 17 KpritzenhuS MorriS nahe West 12 Mcerna.und Dou SIS Cast u. Lincoln n 614 East und Bescher 615 Wrizht und saniert 17 McCarty und Beaty 18 New Jersey u Vic A 712 Spruce und Projpect 7H English Ave u. Laurel 714 Ctaie Aveu.Beit R5 715 Chelby und Beecher ?16 State Ave und Orank, 713 Orange und Laurel 719 Shelby u. Ct,taae 3j 721 LexingtonA. P.m 723 Fletchn Aveu.?prui! 724 State Llve u. PleasaN' r6 Prospckt und ieasar.Z 726 Orange und Harlav 723 Liberty und Men 729 No'e und South Ll No. 15 Spritzentzau. Ost Washington V 15 Market und Noble L14 Ohio u. Highland & ei5 Michizan u. Highlanc L16 Market Arsens At4 817 Ost S. Clair ud Union Bahn Gelege. K21 Pan Handle ChcpZ gzz Vermont und WaKon 24 Wash.und State Z. m Madden'S Lounge Kab 26 Tu6er und Dorsev 27 Wash. und Beville Av, 29 No. 12 Spritzenhaus Beville nahe Michig LZl Eoutheaftern Wx und Woodside. 52 Wash. und Tearbor, 54 Southeastern und Arsen! 2US. 55 New Dork und TnnpÄ 12 JllinoiS und Marizl. 915 JllinoiS und Market, 14 Penn, und Wash, 9i5Delawar und Spezial-Siznale. krften I SchlZg, zweiter Alarm, ftweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Drittm 2 CchlLze, vierte? Alarm. l-2-l, Feuer aus und Schlauch aufgeroZt. 5 Schläge, Wasserdruck ab. 12 Schlage. 12 Uhr Mittag, Die o bezeichneten Signale werden nur vom Dhun wicht angegeben da an den betreffend Strafte? trcutunaat leine Alarmköhen aneevrecht sind Chicago nd der große Nordwesten vla w ) J v.'jo'js laeka-Hawaii-PHiltppine Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. W Bon der Monon 47. Str. Station. Ehicago, indnurs Minuten mittelst elelttilcher llar nach den Union iehböfen k'Z-eiicli QteK Sprluz?, indem Orange County Hochland. Famlliln-Hotei unter neuer GeschäftSleitung. Pluto, Proserpine ind Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der Welt. Zwei Züge täglich via Eree.icastle. Tickct-Ofsicen : Union Station, Massachusetts v nd LS West Washington Strahe. R. P. A l g e o, Distrikt Dass. Agent, Indianapolis. Ind. . H. McDoel. .H.Rock well. Präs. und Gen. Mgr. Betriebsleiter Frank J.Reed, kn.Pa's. Agent. Lbicaao. Jll.

i

I I

K

1 , Jl

r