Indiana Tribüne, Volume 27, Number 69, Indianapolis, Marion County, 11 November 1903 — Page 5
Jndiana Tribüno, 11. November 19.
5
Die Entm'irung. Skizze von Kurt Grötzinger. Abends acht Uhr. Das große Case ist ziemlich leer. In einer lauschigen Nische sitzt ein junges Pärchen. Das hübsche Mädchen mit dem blonden Haar und den braunen Augen zuät heftig zusammen. Der junge Mann mit den energischen Gesichtszügen erhebt sich. Er ist groß und stark. Einen Blick läßt er durch die Räumlichleiten schweifen, dann zieht er den Vorhang vor die Nische. Die beiden sind allem in dem halbdunkeln, lau--schigen Plätzchen. . . und sie ersetzen sich die qanze Welt. Was erschrakst du, mein Lieb?" flüstert Gerhard. Nichts weiter. Steinert ging gerade vorüber. . . Glück, daß er uns nicht gesehen hat. . . wenn er Papa erzählt hätte, daß ich mit dir zusammen bin. . Sie schüttelt sich wie fröstelnd. Er preßt die Lippen fest auseinander. Nach langem Schweigen erst ergreift er wieder das Wort. Also es ist aus zwischen uns. . . für immer!" Niemals!" Leise, aber entschlossen und mit Leidenschaft hat das Mädchen es hervorgestoßen. Zwischen uns beiden darf es nie aus fein!" Sie werden dich zur Verlobung mit diesem Steinert zwingen." Eher gehe ich in den Tod!" Jetzt schrickt er heftig zusammen. Grethel, du weißt nicht, was du sprichst! Du b'st jung." Du nicht etwa auch? Ach, waturn läßt man uns nicht glücklich werden?!" Ja, könnten wir tagtäglich miteinander zusammen sein!" Gerhard!" Welcher Jubel klingt aus diesen Worten bei dem bloßen Gedanken an das unermeßlich große Glück, das man ihnen unbarmherzig vorenthalten will! In Gerhards Augen ein wildes Aufblitzen. Er ergreift die Hand des Mädchens, das er über alles liebt; leise, eindringlich redet er auf sie ein. Da fangen auch Grcthels Augen an zu strahlen. Ihr Köpfchen schmiegt sich voll Hingebung an seine Brust. Sie haben sich verstanden. Gerhard zieht den Vorhang zurück. Steinert ist nicht mehr zu sehen. Herr Ober!. . . Zahlen!" Ein Kaffee. . . eine Chokolade. . Und als die beiden sich trennen, sind dies ihre letzten Worte: Es bleibt dabei. Auf Wiedersehen morgen!" Ich weiß, du liebst mich, wie ich ttch. Sei stark!" Ich finde mich pünktlich ein." j Sie gehen auseinander. . . für heute. Durch die Ebene, über der das abendliche Dunkel lagert, braust der I)-Zug Berlis Hamburg dahin. Im letzten Wagen ist's. Ein Coupe erster Klae. Auf den weichen Polstern sitzt ein Mädchen mit blonden Haaren und braunen Augen. Vor ihr steht ein junger Mann. Er blickt hinaus auf die immer dunkler werdende Landschaft. Wald, Feld, ein Wärterhäuschen, Aecker und Wiesen, alles fliegt vorüber, immer undeutlicher sichtbar. Er aber sieht nichts. Seine Gedanken sind mit anderen Dingen beschäftigt. Sein Blick ist finster. Da trifft er sich mit den Augensternen des jungen Mädchens. Und des jungen Mannes Antlitz strahlt vor Glück und Seligkeit. Er setzt sich neben sie und schlingt den Arm um ihren Nacken. Und beide kosen und flüstern: Wohin fahren wir?" Wohin du mir folgen willst " Bis ans Ende der Welt." )abei wird sie plötzlich unruhig. Nun müssen sie es zu Hause bald wissen. Was hat sie dem Vater angethan und welchen Kummer der Mutter bereitet! Doch der Trotz regt sich - in ihr. Warum wollte man sie zwingen, den widerlichen Steinert zu heirathen?! Mit dem, an dessen Seite sie sitzt, yarmonirt ihre Seele. Ihre Herzen sind miteinander verwachsen; sie lieben sich. . . In Gerhards Innerem tobt und cz'ämmert es. Eine furchtbare Angst überkommt ihn wieder. Mit aller Kraft kann er sich dieses dumpfen Gefühls nicht erwehren. Wenn sie nur erst weiter wären, erst glücklich gelandet drüben in der neuen Welt. . Noch sind sie nicht auf dem Q:eandampfer. Tuck-tuck-tuck. . . tuck-tuck. . . Tuck-tuck-tuck. . . tuck-tuck. . . Tuck-tuck-tuck . . . tuck-tuck. . . Tin rasender Eile braust der Schnell-
zuz dahin, fort über die schwarze, in dunkle Nacht gehüllte Ebene. Ungeduldig erwartet sie ihren Gerhard, welcher endlich das kleine Hotelzimmer betritt. Nun?" Erst morgen Abend. Früher geht kein Schiff . . . Wär' es nur schon so weit." Es geht bereits auf zwölf. Der Kellner bringt das verlangte Abendessen. Wie erregt Gerhard ist! , Noch nie im Leben hat sie ihn so unruhig geseben. . :. .
Kaum ein Wort wird beim Essen gesprochen. Hardi, ich glaube, ich bin gefaßter als du." ' Laß uns nur erst draußen sein. . . auf dem Meere." Sie verzehren nicht viel. Er überlegt. Soll er sich seinen hübschen Schnurrbart, der ihm so gut zu Gesicht sieht, abnehmen lassen? Zu dieser späten Stunde bekäme er doch keinen Friseur mehr. Da hört er Gretel sprechen: Und im Grunde genommen, was können die Menschen uns denn thun, Hardichen? Wir sind doch keine Verbrecher." Jäh unterbricht sie sich. Der Geliebte ist plötzlich ganz bleich geworden. Unter welchem Namen hast du uns in das Fremdenbuch eingetragen?" Müller. Um keine Spur aif uns zu lenken." Gerhard faßt plötzlich einen Entschluß. Er wird sich vom Kellner die Zeitung bringen lassen. Sonderbar, wie scharf ihn derMensch bei der Bestellung fixirt! Nach einigen Minuten hat Gerhard das Abendblatt in den Händen. Er hat ein wem- darin gelesen, da scheint ihm das Blut in den Adern zu erstar-
ren. Unwillkürlich greift er nach seinem Herzen. Gerhard! Geliebter! Was ist dir? Steht etwas drin von uns?" Ach nein. nein. . . wie sollte das möglich sein?" Sie bittet um die Zeitung; er verweigert sie ihr. Sie verlangt oas Blatt, doch so wenig ihm diesmal ihr Wunsch Befehl gewesen ist, so wenig kommt er letzt ihrem Verlangen nach. Er ballt das Papier krampfhaft zusammen, öffnet das Fenster. . . das Zimmer liegt im dritten Stock. . . und wirft die Zeitung hinaus. Ein wilder Sturm pfeift draußen. . . Gerhard, ich bestehe darauf. . . ich will wissen, ob etwas darin stand." Fieberröthe liegt aus seinen Wangen. Auf seiner Stirne perlenSchweißtropfen. Plötzlich sinkt er schluchzend zu Grethels Füßen nieder. Grethel! Grethel! Ich hab' ein großcs Unrecht begangen." Nimmermehr! Ich hab' mir alles wohl überlegt. . . Die Entbehrungen . . . und. . ." Nein, das meine ich nicht, Grethel, das nicht. . . etwas anderes. . . viel mehr!" Sein Blick ist der eines Verzweifelten. Sie schreit laut auf. Was hast du gethan?" Nichts, nichts. . . was soll ich denn gethan haben?" Schon reut ihn sein Entschluß. Hat er denn bereits etwas gesagt? Sie hat ihn verstanden. Wenn wir nu erst draußen wären auf dem Meere!" Sie fühlt sich mit ihm schuldig. Für wenn hat er das große Unrecht begangen, was er ihr nun eingesteht in seiner ganzen Größe? Für sie beide! Man reist nicht ohne Geld. Und er ist arm gewesen, ärmer, als sie geglaubt. . . Und er frat sie: Wirst du nun noch mit mir gehen wollen, nach alledem?" Wohin du willst, bis ans Ende der Welt! Ich hab' dich ja so lieb, so lieb. . ." Sie weint an seinem Halse, und ihm, ihm ist's ums Herz so weich und so weh, als solle es zerspringen. Minute auf Minute verrinnt. Trübe brennend steht die Lampe auf dem Tische. Nun ist die große Welt in Schlaf gesunken. Da. . . sie horchen auf. Draußen auf dem Flure wird geflüstert. Gerhard tritt zur Thür und lauscht gespannt. Die leise Stimme des Kellners: Hier, Zimmer 59." Zimmer 59. . . ist das ein Irrthum . . . oder will man zu ihnen? Die beiden wagen nicht zu athmen. Man klopft. Poch. . . poch. . . Kein Zweifel mehr. Man ist ihnen auf der Spur. Sein Steckbrief hat ja in der Zeitung gestanden! Eine wilde Angst überkommt sie. Es wird draußen auf die Klinke gedrückt; doch die Thür ist verriegelt. Gerhard ist mit der Geliebten einig. Sie frören nicht mehr darauf, was in demFlure vorgeht. Warum auch? Sie wissen ja, was nun kommen muß. Das Zimmer 59 wird belagert, der Schlosser wird , gerufen werden, gewaltsam wird man die Thür öffnen ... das Unvermeidliche ist gekommen. Sie aber sind gebrochen an Leib und eele. Müde schleppen sie sich bis zum Fenster. Gerhard muß die halb Ohnmächtige mit seiner - eigenen letzten Kraft stützen. Heiser flüstert er, seiner Sinne kaum noch mächtig: Halt mit mir aus. . . nur noch ein paar Augenblicke. . . nur noch den einen Augenblick, der vorübergeht, wie alles. . Jetzt stehen sie beide am Fenster, das hübsche Mädchen mit den blonden Haaren und den braunen Augen Der Jüngling mit dem energischen Gesichtsausdruck. Der Sturm dringt herein und verlöscht die Lampe. Menschenleer, ausgestorben ist die Straße da unten um diese mitternächtige Stunde. Wie Glühwürmchen leuchten die Laternen in der Finsterniß. Eine wilde Tiefe gähnt den beiden am Fenster entgegen.
Wer dort hinunterstürzt, der hat lies Leben mit seiner Liebe und seinen Leiden überstanden. Halt mit mir aus. . . nur noch ein paar Augenblicke. . . nur r eh den einen Augenblick, der vor' .rgeht wie alles. . ." Da ein dumpfer j ein gellender Schrei. Es ist geschehen, das letzte vom Jroischen. Aus ist das Lied. . . Auf dein Corridor vor dem Zimmer 59 steht der Kellner mit zwei Engländern. Verzeihen Sie, meine Herren", sagt er; ich habe mich geirrt. Dieses Zimmer ist besetzt. Die Herrschaften haben ja drinnen zugeriegelt. Hoffentlich sind sie nicht gestört worden. . . Bitte, treten Sie hier ein. . . Zimmer Nummero 58."
ffnrt Apfcl. V, V l - Eine Ma övcrgeschichte vou M. v. Herber Ein sonniger, wolkenloser Septemberhimmel wölbte sich über dem Dörfchen Schöneiche. Ganz in der Ferne hörte man die Klänge eines Militärmarsches oder hin und wieder die hellen Trompetensignale der Cavallerie. Im übrigen erschien das Dorf wie ausgestorben ; war doch alles in das nahe Manövergelände hinausgewandert, um das seltene Schauspiel des Kriegs im Frieden aus nächster Nähe zu betrachten. Auch auf dem Gutshofe herrschte Todtenstille. An dem Thor vor der Einfahrt saß der alte Kutscher Heinrief) und ließ sich die warme Sonne auf den krummen Rücken scheinen. Er war in seinem Dienst längst durchweine jüngere Kraft ersetzt, aber sein Herr gab ihm in Anerkennung seiner Treue und Anhänglichkeit das Gnadenbrot. Jetzt hielt er sich blinzelnd die Hand über die Augen. Kam da nicht das Evchen, oder besser gesagt, Fräulein Evchen über den Hof? Die schlanke Gestalt eines wohl eben erst erwachsenen jungen Mädchens m dunklem Rock und heller Waschbluse wurde sichtbar. Na, Heinrich." Na, Fräulein Evchen." Pause. Na, Fräulein Evchen, warum sind Sie denn nicht mit die Herrschaften? Evchen seufzte: Ja. Heinrich, das war so 'ne Sache " Der Alte rückte ein wenig zu, und das junge Mädchen nahm neben ihm Platz. Siehst du, Heinrich, wenn man so die Jüngste ist, dann glaubt es einem keiner, daß man doch auch endlich einmal erwachsen ist, und wenn ,. man achtzig Jahre alt würde." ' ' ' '" "' Ist das wirklich alles, Fräulein' Evchen?" Ach, Heinrich, dir kann ich's ja wohl sagen. Also gestern Nachmittag sah ich von meiner Stube oben, wie sich die alte Mamsell, die immer so scheinheilig thut, unten durch Fenster mit dem Inspektor küßte. Da nahm ich eine Kanne Wasser und goß hinunter. Das Geschrei hättest du hören müssen! Unglücklicherweise mußte Papa gerade dazukommen. Nun durfte ich zur Strafe heut nicht mit ins Manöver fahren, und zu Tisch darf ich auch nicht mitessen." Heinrich schüttelte lächelnd das ganze Haupt ob dieser Heldenthat des jüngsten Sprosses derer von Reckwitz. Na ja, Fräulein Evchen, wenn man nu aber schon so an die Siebzehn so dichte ran is, dann darf man auch solche Späße nu schon nicht mehr machen." Vom Kirchthum schlug es zwölf. Eva sprang auf und griff nach einem Körbchen, das sie neben sich auf die Bank gestellt hatte. Heinrich, jetzt werden sie gleich wiederkommen, und ich soll noch Obst für die Tafel pflücken." Mit wenigen leichten Schritten lief sie zum Obstgarten, das Thor hinter sich weit offen lassend. Am Spalier hingen köstliche Pfirsiche. Der Korb war schnell gefüllt. Nun noch einige jener rothen Aepfel. Aber wie dort hinaufgelangen? Ein prüfender Blick ein kühner Gedanke der Rock wurde zusammengenommen, in wenigen Augenblicken, saß sie oben im dichten Gezweig, durch den herüberhängenden Ast eines stattlichen Nußbaumes den Blicken eines unerwünschten Beobachters entzogen. 'Es war doch eigentlich scheußlich, noch so als Kind behandelt zu werden. Ihren ganzen Zorn ließ sie an einem Apfel aus, indem sb kräftig hineinbiß. Pfui, er war wurmstichig! Aber schließlich was mache ich mir aus einem lumpigen Leutnant!" Bei diesen Worten, die sie laut gerusen hatte, warf sie den Apfel im weiten Bogen von sich und o Unglück einem lumpigen Leutnant ins Gesicht. Verdammt", rief Leutnant von Vlankwitz und rieb sich die geröthete Wange, das ist ja ein recht netter Empfarg." Dann ging er, vorsichtig um. sich spähend, weiter, ob er nichts von seinem unhöflichen Angreifer entdeckte. Natürlich vermuthete er in diesem irgend einen ungezogenen Buben. Leutnant von Blankwitz war als Furier - Officier für die ntotge:: zu erwartenden Truppen aus Schöneiche gekommen. Als er das Herrenhaus leer fand, war er durch die offene
Vforte in den Obstgarten gegangen tu der Voraussehung, vielleicht dort jemand zu treffen. Jetzt stand er unter dem Apfelbäum. Knackte es da nicht in den Zweigen? Richtig, dort oben saß jemand; genau konnte er aber den Attentäter in dem dichten Astwerk nicht erkennen. Na warte nur, du verdammter Schlingel, wenn du herunterkommst." Er schnitt sich vom nahen Husel nußstrauch eine Gerthe ab unv faßte unten am Baume Posto. Evchen rückte und rühte sich nicht. Das war eine schöne Geschichte, die sie sich da eingebrockt hatte. Wirst du gleich machen, daß du herunter kommst! Untersteh dich und wirf noch einmal!" In diesem Augenblick fuhr zu ihrer Rettung der Wagen mit den Heimkehrenden in den Hof. Durch das Geräusch wurde Blankwitz von seinem Wachtdienst abgelenkt, er wandte den Kopf und ging ein paar Schritte vor. Ein leichtes Gleiten, ein kühner Sprung Eva stand auf dem Boden und ergriff in eilendem Lauf die Flucht. Blankwitz blieb vor Staunen der Mund offen stehen. Der muthmaßliche Bube war ja ein ganz allerliebstes Mädchen. Gewiß die Tochter des Hauses. Nun, bei Tisch würde er sie wohl wiedersehen, und dann sollte die Fortsetzung auf diesen originellen Anfang der Bekanntschaft folgen. Das Manöver war vorüber. Eva5 ältere beiden Schwestern hatten sich mit jungen Gutsbesitzern der Nachbar schaft verlobt, im Frühling sollte die Doppelhochzeit stattfinden. Eva wurde gleich nach Weihnachten zu einer Schwester Frau von Reckwitz' nach der nahen Residenz geschickt, um unter den Augen der gestrengen Frau Tante zuzunehmen an geselligem Schliff, Takt usw. Im Februar fand ein Hoffest statt, an dem auch Eva theilnehmen durfte. Endlich kam der ersehnte Tag heran. Mit prüfenden Blicken musterte die Tante ihren Schützling. Sie konnte wirklich zufrieden mit ihm sein. Die Flügelthüren öffneten sich. Blendende Helle umfing die Eintretenden. Kostbare und duftige Toiletten, Uniformen und Fracks wogten bunt durcheinander. Bald nahten sich Eva 'einige schneidige Husaren. Namengemurmel, ein paar konventionelle Worte, eine hohe Gestalt verbeugte sich vor ihr und überreichte ihr die Tanzkarte. Wo hatte sie dieses Gesicht schon einmal gesehen? Sie wurde flammend roth. Auch der junge Officier stutzte -einen Augenblick. n.i Mein gnädiges Fräulein, ich glau'be, wir kennen uns bereits", sagte er jmit schalkhaftem Lächeln. Ich weiß nicht", stammelte sie ganz verlegen. Nun, ein zweites Mal dürften Sie mir nicht so entgehen. Darf ich um die Ehre bitten?" Er zeichnete seinen Nämen in ihre Tanzkarte. , Mit feinem Takt wußte Vlankwitz Eva das Peinliche der Situation zu benehmen, und bald plauderten sie wie zwei alte Bekannte. "Aber warum sah ich Sie denn damals nicht bei Tisch?" . , Eva beichtete alle ihre Sünden, und Vlankwitz gestand sich im Stillen, daß er noch nie ein so allerliebst natürliches Mädchen kennen gelernt habe. Mit Eisbahn, Bällen und allerlei Festlichkeiten verging der Winter im Fluge. Evas Rückkehr in dem heimischen Familienkreis wurde erst leise gewünscht, schließlich aber gebieterisch gefordert. Zwei Tage vor der Abreise fand bei dem Commandeur des Hu-saren-Regiments ?in Fest statt, an dem auch unser Evche.i theilnahm. Nach Tisch befand sich plötzlich es war natürlich reiner Zufall Blankwitz Eva in einer dämmrigen Ecke des Wintergartens allein gegiüber. Er sah schelmisch zu den Palmen hinauf. Feindliche Geschosse hat man unter diesen Bäumen doch wohl nicht zu bs-fürchten?!"
Sie lachte: Bekanntlich wandelt man aber auch nicht ungestraft unter Palmen." Nun. die Strafe habe ich bereits fchon im voraus unter einem Apfelbaum erhalten, heute könnte mir eher eine Belohnung hier zutheil werden." Er faßte ihre Hand und zog sie an die Lippen. Nebenan setzte eben die Musik zu einem Walzer ein. Man hörte Schritte. Mein Tänzer kommt, um mich nach dem Ballsaal zu holen." Blankwitz stellte sich dicht vor sie, um sie zu verdecken. Heut lasse ich Sie nicht entfliehen, ehe ich nicht Sühne habe für die feindliche Attacke im Herbst." In ihren Augen leuchtete es ganz seltsam. Wir wollen Frieden schließen", sagte sie und reichte ihm die Hand. Doch nicht so ohne weiteres; ich verlange entsprechende Kriegsentsch'ädigung." Die wäre?" Auslieferung eines verdammten Schlingels" und dauerndes Quartier im Herzen eines gewissen chloßfräuleins." Das ist schon langst für einen lumpigen Leutnant" bereitet." - Er zog sie an sich, und. ihre Lippen fanden sich im ersten Kl.ß.
o iiCf0HHH3 . 0 sv 1 1 c v l c l. - o0 - o .4 00 0 -0'-0!0"0 000"0"0 0000000U
.Einc:: Reisezuschuß von 400 Kronen hat der König cen Schweden Fräu lein Karoline Crafoord bewilligt, die Schweden und Norwegen bereist, um den Antheil der Frau an der Arbeit im Kleingrundbesitz zu erforschen. rt OnrSnn nnS SHnrftn Mn iifiirn bereits 90 weibliche Aerzte die Praxis .tl VllVWIl 14 11 V VJ V V 14V VVk VV. aus; auch in englischen Provinzialftadten und an vielen Hospitalern stno Damen praktisch thätig. Die Gesammtzahl der weiblichen Aerzte beträgt für England zur Zeit bereits mehr als 600. Die Mutter des Präsidenten Loubet in Paris ist eine 90jährige Farmerin, die noch in geistiger und körperlicher Thätigkeit steht. Sie b.'findet sich auf der Farm, die in La Terrassee Marsanne gelegen ist. dem Geburtsort des jetzigen Oberhaupts der französischen Hauptstadt. In Granite City. Jlls.. lebt ein Fräulein, das nicht von sich behaupten darf, daß es auf großem Fuß lebt. Frl. Florence M. Täte ist wohl das kleinste ausgewachsene Menschenkind, das die Erde trägt. Sie ist 24 Zoll hoch. 34 Jahre alt. wiegt 36 Pfund und ist vollkommen normal gebaut. Da Frl. Täte eine gute Erziehung genossen hat und mit vielen Talenten begabt ist. wird ihr das Leben jedenfalls nicht langweilig sein, wenn sie den Lebensweg vielleichr auch ohne Hülfe des stärkeren Geschlechts" zu.rücklegen muß. Während der Sommersaison des Jahres 1904 wird in den prächtigen, Sälen des Kurhauses zu Ostende eine internationale Ausstellung für Frauenmode unter dem Schutze der Prinzessin Clementine von Belgien und des Borstandes der Gemeinde-Berwaltung der Stadt Ostende stattfinden. Unter den hauptsächlichen Abtheilungen,' welche die Ausstellung umfassen wird, sind hervorzuheben: Kleidung. Hut- und Putzmacherei. Toiletten - Gegenstände. Parfümerie, Spitzen, Schmucksachen u. s. w., die hierauf bezügliche SpezialLiteratur und Kunstgegenstände. Die Aussteller der Äbtheilungen VII (Frauenliteratur und Buchhandel), VIII (Frauenarbeit) und IX (Kunstwerke) haben keine Platzkosten zu zahlen. Eine erfolgreiche Goldsucherin ist Frau Jsabella N. He?ly. Sie dampfte kürzlich von St. Francisco ab, um nach Paris zu gehen, denn sie kann sich das leisten. In ihrer 17jährigen Thä tigkeit als Miner in Alaska hat sie ein Vermögen von 1 Million errungen; sie findet dafür gewiß guten Absatz in Paris. Frau Healy war eine der ersten weißen Frauen,, die sich in die Wildniß wagten, und auch Erfolg hatten. In ihrer Begleitung befindet sich Frau M. C. Gilmore. die in dreijähriger Arbeit als Miner gleichfalls ein ansehnliches Vermögen erworben hat. Von den vielen unglücklichen Goldsuchern, die ihr Leben, ihre Gesundheit, ihr Glück .aus der Jagd nach dem Golde verloren, erzählt die Geschichte nichts. Die hübsche Stadt Oshkosh in Wisconsin rühmt sich, verhältnißmäßig mehr und bessere Frauen -Clubs zu haben, als die meisten amerikanischen Großstädte. Kürzlich wurde vom Century Club das zweite Gebäude errrchtet. das weiblichen Vereinen zur Verfügung steht. Die Damen sammelten ein Kapital von 18 Tausend Dollars und bauten damit ein Haus, das besonders in seiner inneren Einrichtung geschmackvoll und vraktijch sein soll, ''rs dürfte deutsche Frauen interessiren. daß eine der eifrigsten Glieder der Frauen-Clubs in Oshkosh Frau Gudden ist. Frau Sophie Gudden ist die Tochter des Irrenarztes, der mit dem unglücklichen Bayernkönig im Starnberger See sein tragisches Ende fand. Sophie Gudden ist eine hervorragende Schriftstellerin und beherrscht gewiß geistig die Kreise der Damen m Oshkosh. 5 Ein Kreis von Mitgliedern des Vereins zur Unterstützung studierender Frauen hat sich, wie die Deutsch.Mosk. Ztg." schreibt, die Aufgabe gestellt, das Bestehen des Vereins nach Möglichkeit zu sichern. Er strebt daher den Bau eines eigenen Gebäudes an, in dem die Institutionen des.Vereins, gemeinsame Wohnungen und Speiseanstalt, untergebracht werden könnten. Eine mit dieser Bestrebung sympathisirende Persönlichkeit hat zum Ankaufe eines gs eigneten Gr undstücks am Stolowy Per. ein Kapital von 20.000 Rubel gespei det. Der Bau und die Einrichtung des geplanten Hauses werden 80.000 Rubel erfordern, die. wie man hofft, ihm ebenfalls dargebracht werden. Außerdem sinnt man auf Mittel, um die Finanzläge der Gesellschaft zu verbessern. Unter Anderen haben bereits die Schriftsteller Gorki und Tschechow ihre Mitwirkung zugesagt. Auch hofft man auf die Beihilfe des Grasen Leo Tolstoi.
Grundeigenthums . Uebertragungen.
Mary M. Trojer an Union Grimes, Lot 10 in KrewsonZ u. A. Subdivision von Young'S Addition zu Jrvington. S2500. Catherine Bolton u. A. an Benja min C. Best, ein Theeil der Sect. 33, Township 17, Range 5, Lawrence Tsh. S2650. Emma Weber an Charles Weber, Lot 4 in Haywoods Subdivision und eines Theiles von West End Addition. $1175. R. Samuel Records an John Sargent. ein Theil von Lot 3, Lawrence Town. SI200. George Keßler an Vina E. Lewis, Lots 56-53 in Lieber's Aod. zu Nord Indianapolis. S1200. Berkshire Life Insurance Comvany. an Rose E. Spratt, Lot 9 in Geyer'S Subd. und einesTheiles von Johnsous Erben Add. S1000. Clay B. Hume u. A. an Charles L. Hartmann, Lots 227 und 223 von Bradleys Ost Washington Str. Add. S1200. Nettie A. Pentecost u. A. an Mar garitc V. Kühn, ein Theil der Subd. der südw. Viertel.Sect. 22, Tsbp. 16, Range 5. $2400. Kingan Packing Association an King Upton, 11 Tracts. mit Gebäuden in Indianapolis. S55,400. Eliza Brown an John McDowell, ein Theil der Sect. 15, Tshp. 14, Range 2. $2225. Bertha MartenS an Henry Mart ledge. ein Theil der Sect. 25, Tshp. 15, Range 3. $5000. Margaret Bruce an Amy E. Wales, Lot 37 in Bruces Add. $1800. Bereit für das EröffnnngsConcert. Der JndplZ. Männcrchor hielt gestern Abend unter Direction des Herrn Prof. Bellinger seine letzte,, die Gene ral-Probe für das Eröffnungs-Concert der Saison am Freitag, 13. Nov., ab. Den Besuchern des Concertes wird wiederum ein hoher musikalischer Genuß bereitet werden. ST Die beste 5 Cent Cigarre in ver Stadt, Mucho's Longfellow". Bauerlaubnißschein e. Elizabeth Miller, 25. Str. und Park Avenue, Wohnhaus. $4500. W. F. DeBore, Finley, zwischen Shelby Str. und Boyd Avenue, 4 Wohnhäuser, je $1800. L. Bradbury, 1711 Broad. way, Reparaturen, $750. George I. Smith, 1503 Broadway, Veranda, $100. S. F. Hitz. 25. Straße, zwischen Centra! und Park Ave., Cottage, $1500. Gegenwärtigen Verh ü l t n i s s e n nach zu schließen, scheint, wie schon einmal berichtn, in diesem Jahre hier keine Kohlennoth zu befürchten, während dasselbe auch für viele andere Städte gilt. Denn die Kohlenhöfe sind allenthalben gespickt voll, da die Eisendahnen während der letzten Wochen Unmengen der schwarzen Diamanten überall hin befördert haben. Im Claypool-Hotel hat gestern die jährliche Convention der National-Vereinigung von Dreschma schinen Fabrikanten und -Händlern" unter Betheiligung von etwa 100 Vertretern der Branche begonnen. Dieselden sind Gäste der Jndiana Mfg. Co." von Indianapolis und wurden gestern Abend mit einem eleganten Banquet und nachfolgenden! Theaterbesuche unterh alten. tfUtrti eine Spekulation. D i e kleine Elly: Du. Herr Assessor, heirathe doch meine Schwester." A s s e s s o r (geschmeichelt): Deine Schwester hat mich wohl fthr lieb, oder willst Du mich nur gern als Sckwager haben?- D i e k l e i n e Elly: Ach, das beides nicht, aber wenn meine Schwester Hochzeit macht, kriea? ick cinen Tag fchulefrei."
ii,,Mf5f!A 41 iMtz rkPK IWhC 'fLr k V .X
A
ö
