Indiana Tribüne, Volume 27, Number 67, Indianapolis, Marion County, 9 November 1903 — Page 6
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Europäische Nachrichten.
?r?r?lnz K?x,oenvuvg. Berlin. Anläßlich seines 60jährigen Meister- uno Bürgerjubiläums ist dem jlordmacyermeister und Ehrenniitglied der Innung, Heinrich Scynuer in der Ratx Wilhelm- und Augujia - Stiftung, Scyulstr. 97-93 woynyaft, zu oiezer seltenen Feier das allgemein Ehrenzeichen verliehen worden. Uebersahren und getöoiet wurfc? der -Tjänrige Sohn Aldert des Maurers Brunre aus der Cauerstraße 9. Als er sich mit anderen Bindern hinten auf einen durch die Hertzstraße fahrenden 5lohlenwag:n gesetzt hatte, verwickelte sich ein Seil, welches er in der Hand hielt, in eins der beiden Hintcrrader. Er wurde vom Wagen gezerrt und eine kurze Strecke mitgeschleift, bis ihm das Rad über den öiopf hinwegging. Tödtlich verunglückt ist der 39jährige Zimmermann Paul Pillon, Waldstr. 37 wohnhaft. Er war mit Ausbesserungsarbeiten an einem Vorbau der Signalbude Westend nahe dem Bahnübergang nach Pickelsberge beschäftigt. Bei der Arbeit gaben die morschen Bretter der Fußbchle nach und Pillon stürzte aus einer Höhe von etwa 10 Meter in die Tiefe hinab. Die Firma Rose & Stern feierte das 2i5jährig? Jubiläum ihrer Directrice Fräulein Luise Schilling durch eine Feier in den Fabrikräumen N'eue öiönigstr. 16. Die Ansprachen der drei Inhaber der Firma sowohl als auch die Ehrengeschenke derselben und des Personals an die Jubilarin zeugten von der Werthschätzung, deren sich diese allgemein erfreut. Die 42 Jahre alte Arbeiterfrau Henriette Egler aus der Eulmstr. No. 20 seifte im zweiten Stock des Hauses Leipziger Platz No. 15 die Fensterkreuze ab. Hierbei lehnte sie sich zu weit hinaus, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den asphaltirten Hof hinab. Die Verunglückte zog sich , einen Schädelbruch, Nückgratverletzung und Beinbrüche zu und starb bereits auf dem Wege nach der Charitee in der Droschke. Die Feier des 2Zjährigen Geschäftsjubiläums begingen: Eisenwoarenhändle? Georg Wolf, Jagowstraße 26; Colportage - Buchhändler Wilhelm Reuter, Winsstraße 9; Impresario Sandov Pinkus und das Herrengarderoben - Maaßgeschäft in Firma Hugo Kieß, Oranienstr. 108. Tödtlich verunglückt ist die 5jährige Tochter Olga Medow, deren Eltern in der Wasserthorstr. 37 wohnen. Die Kleine spielte auf der Straße und wollte über den Fahrdamm laufen; sie rannte dabei blindlings gegen die Pferde eines Wäschewagens und fiel zu Boden. Ter Husjchlag eines der scheugewordenen Thiere zerschmetterte den Brustkasten des Kindes. Charlottenburg. Hof - Bäckermeister C. Hempel beging den Gerenktag seiner 30jährigen Thätigkeit als Obermeister der hiesigen Bäckerinnuna. Den Kronenorden 3. Klasse erhielt der Schulrath Gustav Stäckel. D r i e s e n. Die beiden vier- und fünfjährigen Söhne des hiesigen Mehlhändlers Muth spielten auf den in der Netze liegenden Flußhölzern. Plötzlich glitt der jüngere Knabe aus und stürzte kopfüber in das Wasser. Auf den lauten Hilferuf des Bruders und einiger am Ufer stehender Frauen eilte der in der Nähe angelnde zehnjährige Sohn des Jnspectors Fcchner herbei, sprang in das Wasser und rettete den schon unter das Flußholz gekommenen Knaben. Freienwalde a. O. Arbeiter Schameika hier drang in die Wohnung der von ihm geliebten Frau Sommerfeld, die mit ihrer Tochter im Hause Marktstr. 12 wohnt, tödtetc die Frau durch einen Revolverschuß in die Brust und verletzte die fliehende Tochter gesährlich durch einen Schuß in den Rücken. Ein Polizist wurde ebenfalls dun einen Schuß in den Arm verletzt. Der Thäter wurde verhaftet. Provinz Ostpreußen. Königsberg. Dem Grafen Von Doenhoff-Friedrichstein wurde der Kronenorden 1. Klasse verliehen; die 4. Klasse desselben Ordens erhielt der Kanzleisekretär a. D. Pledath. Die in hiesiger Stadt und Provinz wohlbekannte Gamm'sche Seidenfabrik (A. Gamm Nachf.) blickte auf ein 50jähriges Bestehen zurück. Allen st ein. Der hiesige Kriegerverein feierte sein 25jähriges Besteden. Am Vorabend fand eine Festaufsührung und Concert statt. Vorchersdorf. Bei heftigem Winde brannte demGutsbesitzer Baran das aus Holz erbaute Wohnhaus nieder. Nur mit knapper Noth konnten Baran und seine Familie ihr Leben retten. Dem Umstände allein, daß Frau Baran zufällig erwachte und den Feuerschein bemerkte, ist es zu verdanken, daß kein Menschenleben verloren ging. Alt-Jnse. Ein sehr seltenes Jubiläum feierte vor Kurzem der Kaufmann und Gastwirth Albert Gröge: hier, nämlich das vierhundertjährige, urkundlich nachgewiesene Bestehen seiner Gastwirthschaft. Hochlindenberg. Dem Riftergutsbesitzer Kreutzberger wurde die silberne Gestütsmedaille verliehen. Jnsterburg. Forstmeister Wohlfromm, der Oberförster des Forstreviers Brödlauken, trat in den Tliche stand, nachdem er die Oberförsterei 33 Jahre hindurch berwai'iet bat.
P a s s e n h c i m. Ein großes Feuer wüthete bei dem Besitzer Kochanski in Abbau ?chützcndors. Das Wohnhaus . und zwei Wirthschaftsgebäude sind verbrannt. Das ganze Mobiliar, die diesjährige Ernte sowie zwei Pferde sind ein Raub der Flammen geworden. Die Gebäude waren nur zum Theil und das Mobiliar gar nicht versichert. Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. Die Kochanskischen Eheleute waren z. Z. des Brandes auf dem Wochenmarkte hier und hatten ihre kleinen Kinder zu Hause gelassen. Vrovittz ZVestpreußerr. D O n z i g. Selbstmord verübte auf dem Tourdampfer Falke" ein etwa 26jähriger Kaufmann BorowskZ, welcher die Rückfahrt von Neufahrwasser nach hier mitmachte. Der junge Mann schoß sich in der Kajüte des Dampfers eine Kugel in die Schläfe, was den sofortigen Tod zur Folge hatte. Der Beweggrund im That ist nicht bekannt. C h r i st b u r g. Fleischergeselle Focge aus Rosenberg, der hier in Arbeit stand, gerieth mit dem Zimmergesellen Metzing wegen einer geringen Meinungsverschiedenheit in Streit, der damit endete, daß Metzing dem Foege einen so heftigen Hieb auf den Kopf gab. daß Foege starb. F l a t o w. Der in Neu-Waldau dienende Knecht Johann Rumiensli wurde durch den Hufschlag eines Pferdes an den Hinterkopf tödtlich verletzt. Ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, starb er. F r e y st a d t. Majoratsherr auf Ludwigsdorf Major a. D. Graf Hans von der Groben. Ritter des Eisernen Kreuzes, ist im Alter von 57 Jahren am Typhus gestorben. G r o ß - L i ch t e n a u. Im Streite wurde hier der Knecht Joseph Kaehling erstochen. Der Thäter, Arbeiter Kirk, wurde verhaftet. Kamin. Apotheker Schäffer hier feierte den Tag. an welchem er vor 50 Jahren die hiesige Apotheke übernommen hat. In dem halben, Jahrhundert hat er es verstanden, das Vertrauen der Behörden in reichstem Maße zu erwerben und zu erhalten. Marienburg. Dem Schmied und Bahnunterhaltungsarbciter August Binder aus Sandhof wurden beim Ueberschreiten der Geleiseanlagen von einer Maschine beide Beine abgefahren. Der sofort herbeigerufene Sanitätsarzt Dr. Wilczewski konnte nur den eingetretenen Tod des Verunglückten feststellen. Mischte. Vor einiger Zeit starb die junge Ehefrau des Ziegeleipächters Krüger hier. Ueber die Todesursache verbreiteten sich sofort mancherlei Ge?üchte. Da die Staatsanwaltschaft Kenntniß davon bekommen hatte, be$ab sich eine Gerichtscommission an Ort und Stelle, um die Obduktion vorzunehmen. Leichentheile wurden zur Untersuchung mitgenommen; von dem Ergebniß ist noch nichts bekannt. Stürmersberg. Das Grundstück der Eigenthümern! Frau Müller brannte mit fast sämmtlichen Wirthschaftssachen nieder. Frau Müller ist nur sehr gering versichert. T h o r n. Auf dem Landllbungsplatze des Pionier-Bataillons No. 17 in der Bromberger Vorstadt hat der auf Posten stehende Pionier Märtens von der 2. Compagnie den Pionier Hoffmann von der 4. Compagnie' in der Dunkelheit erschossen. Ob Fahrlässigkeit oder ein anderer Unfall vorliegt, muß erst durch die Untersuchung festgestellt werden. 'Z'rovmz Fommern. Stettin. Die Feier ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens beging die bekannte Tapisserie - Manufactur von Gustav Klein, Mönchenstraße 7, deren Inhaber es verstanden hat, das Geschäft zu seiner jetzigen Blüthe zu bringen. Ein besonderes Verdienst hat sich auch der Geschäftsinhaber um die Vervollkommnung und Ausbreitung der Brand- und Oelmalerei erworben. V ü t o w. In einer wasserreichen Torfgrube ertrank der 4 Jahre alte Arbeitersohn Theodor Ehlert aus Tschebiatkow Abbau. G r a b o w b e i K a m m i n. Die Ehmke'schen Eheleute feierten das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Der Regierungspräsident bewilligte dem Jubelpaar ein Geldgeschenk von 30 Mark. Hermannsthal. Die dem Handelsmann Emil Bauer gehörige Hofstelle, Wohnhaus und Scheunenstall brannte nieder. Das Feuer ist aus unbekannter Ursache in demScheunenstall ausgekommen und ergriff auch das Wohnhaus. Drei Schweine sind mitverbrannt. Labes.' In Mühlendorf brannte die Ponat'sche Windmühle nieder. Der Schaden ist beträchtlich. Neustettin. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich auf der Chaussee nach Eschenriege. Eine Frau Schön aus Eschenriege war mit dem Fuhrwerk des Bauern Theordor Mirlke, welches von dessen Sohn gefahren wurde, hierher gekommen, um für ihre verstorbene Mutter einen Sarg zu kaufen. Bei der Heimfahrt wollte der Führer des Wagens ein anderes Fuhrwerk überholen und gerieth dadurch Zn ein derartiges Tempo, daß er die Gewalt über die Pferde verlor. Diese rasten mit dem Wagen die bergab führende Chaussee entlang, wodurch der Führer und Frau Schön vom Wagen geschleudert und letztere überfahren wurde. Frau Schön blieb besinnungslos liegen, während Mielke mit leichten Hautabschürfungen davonkam.
Die Bewußtlose wurde Zn das nächste Gehöft gebracht, wo sie, ohne wieder zur Besinnung gekommen zu sein, starb. Rosenfelde bei Pyritz. Besitzer Neuendorf gerieth unter den von seinem Knechte gelenkten Pflug und wurde todtgedrllctt. SchönwaldebeiLabes. Der dreijährigeSohn des Müllers Hadrath wurde von den Flügeln der Windmühle erschlagen. ' Swinemünde. Eine plötzlich einsetzende heftige Boe brachte ein Segelboot im hiesigen Vauhafen zum Kentern. Von den drei des Schwimmens kundigen Insassen des Bootes, die hierbei in's Wasser stürzten, konnten zwei bei der sofort geleisteten Hilfe gerettet werden, während der dritte, der Matrose Teetzen aus Ostwine, seinen Tod fand. V ö l s ch o w. Wohnhaus und Scheune des Mllllermeisters Vräsel wurden durch Feuer zerstört. Das Feuer entstand auf dem Dunghofe. In der Scheune sind sämmtliche Erntevorräthe ein Raub der Flammen geworden. Ferner sind noch viel Mobilar, ein Wagen und einige Schweine verbrannt.
Interessante E 5 p e r Zm e n : e zur Messung der Windstärke wurden dieser Tage in Paris in Gegenwart mehrerer Mitglieder der Alsdemie der Wissenschaft,Jngenieure und Gelehrten unternommen. Er handelte sich um die Erproöuna eines von Eiffel, dem Erbauer des bekannten Eiffelthurmes, erfundenen Instruments, das die Möglichkeit bieten soll, eine bestimmte Windstärke mathematisch genau festzulegen, während man sie bisher mit den gegebenen Instrumenten nur annähernd angeben und schätzen kann. Die Versuche wurden auf der obersten Platform des Eiffelthurmes gemacht. Ueber das Ergebniß wird in der Pariser Akademie der Wissenschaften Bericht erstattet werden. UeberdenPrinzen Tuan, den einstigen Lenker der fremdenfeindlichen Bewegung in China, werden jetzt wieder allerhand Gerüchte verbreitet. So wird erzählt, Prinz Tuan lebe nicht mehr in dem ihm angewiesenenVerbannungsort, sondern sei heimlich nach Peking zurückgekehrt und verstecke sich in der chinesischen Hauptstadt unter mancherlei Verkleidungen. Als Bekräftigung der Wahrheit dieser Meldüngen wird geltend gemacht, daß Prinz Tuan's Sohn, der ehemalige Thronfolger Pu-chün, der schon vor längerer Zeit Befehl erhalten hätte, nach Ninghsia zu seinem Vater zu gehen, nach wie vor in Peking weile; seine Abreise habe jetzt keinen Zweck mehr, da sein Vater ja ebenfalls in Peking sei. Ein Officier eines Berliner Regiments ließ kürzlich durch seinen Burschen seinen Valetot, in dem er eine Brieftasche mit 2200 Mark in Hundertmarkscheinen hatte stecken lassen, nach seiner Wohnung tragen. Unterwegs glitt die Brieftasche aus dem Kleidungsstück heraus, ohne daß der Soldat es bemerkt hatte. Die glückliche Finderin, ein dreizehnjähriges Mädchen, fand eine große Freude daran, mit den schönen, blauen Bildern" zu spielen. Das Jauchzen des Kindes lockte die Mutter herbei, die zunächst glaubte, Nachahmungen vor sich zu haben. Bald merkte die Frau jedoch, daß das Geld echt sei, und meldete denFund der Polizei. Als der Officier tags darauf seinen Verlust bemerkte und dem zuständigen Revier Mittheilung machte, konnte er sogleich fein Geld wieder in Empfang nehmen. Für die ehrliche Mutter ließ er eine reichliche Belohnung zurück. A u f e i n e n A k t des Vandalismus lenken römische Blätter die Aufmerkfamkeit. Die Stadtgemeinde von Sutri ist im Begriff, eines der bemerkenswerthesien Denkmäler der italienischenKunst zu zerstören. Die kleine Stadt, eine der ältesten Italiens, die der Schauplatz mehrerer historischer Ereignisse des Mittelalters war, besitzt einige historische Denkmäler verschiedenen Alters, unter anderem ein römisches Amphitheater, Zyklopenmauern und Bastionen, die man Sangallo, dem berühmten Architekten, zuschreibt. Die Stadtgemeinde von Sutri beabsichtigt nun, diese Bastionen zerstören zu lassen, um dort eine moderneStraße zu ziehen, die ebensogut eine andere Richtung nehmen könnte. Der Direktor der schönen Künste hatte dabei feierliche Zusicherungen erhalten, daß diese Bastionen nicht berührt werden sollten. Aber die künstlerische SachVerständigkeit der Provinzingenieure hat bereits mehrere Meisterstücke geliefert: die herrlichen Bastionen von Nepi und die Ueberreste des Schlosses von Borgia sind von ihnen gesprengt worden, um Nepi ein geschmackloses Thor zu geben. Nun soll, wie es scheint, die historische Stadt Sutri ihre Denkmäler verlieren. Fiorilli, der Generaldirektor der Künste, hat bereits Maßregeln getroffen, um dieses Unheil abzuwehren. Keine Annehmlichkeit. Student: Fünfundzwanz'Mark ist 'n Bischen theuer für die kleine Bude. Vermieterin: Dafür haben Sie aber auch die Annehmlichkeit der Morgensonne. Student: Rein die hab' ich absolut nicht. Vermietherin: Wieso? Student: Ich Pflege bis elf zu schlafen.
Vom Julaude.
Wahrscheinlich der jüngste Gesetzesübertreter im Staate Texas dürfte der 11jährige Kid" Murrey fein, den' der Sheriff Gonzales von Wheeler County auf die Anklage des Pferde- und Viehdiebstahls hin verhaftete und nach Denison brachte. Das Vürschchen schoß auch auf den Sheriff, als er ihn verhaften wollte, freilich ohne zu treffen. EineFrau, der es gelungti oar, aus dem Gefängniß zu Valdosta, Ga., zu entfliehen, wurde mit Bluthunden verfolgt und nach zehn Stunden von den Beamten in dem Wipfel eines Baumes gefunden, wo hinauf sie sich aus Furcht vor den Hunden geflüchtet hatte. Ihre Kleider waren in Fetzen gerissen und sie war halb todt vor Schreck und Erschöpfung. AufdemFriedhofin Beverly, Mass., hat sich Dr. Francis E. Abbett aus Cambridge auf dem Grabe seiner Gattin, an dem zehnten Jahrestage ihres Todes, durch eine Dosis Gift das Leben genommen, nachdem er noch die Grabstätte mit Blumen geschmückt hatte. Dr. Abbott war militärischer Geistlicher, eine kurze Zeit Jnstructeur in Harvard gewesen, hatte verschiedene Bücher verfaßt und hatte auch kurze Zeit in New York an einer höheren Lehranstalt unterrichtet. Auf einer Ausfahrt in der Gegend von Lakeland, Fla., beobachteten R. O. Cresap und H. I. Dräne einen großen Buzzard, welcher versuchte, sich mit einem kleinen Kinde in die Lüfte zu erheben. Er hatte seine Fänge in die Kleider des Kindes geschlagen und "war außer Stande, sich wieder loszumachen. Er brachte es jedoch nur zu einer Erhebung von einem Fuß und mußte schließlich seine vermeintliche Beute - unversehrt fahren lassen. Wie ein Roman liest sich der Lebenslauf eines Mädchens Namens Mary West aus Janesville, Wis., die sich im Laufe einiger Jahre aus einem schlichten, unwissenden Mädchen zum theilweisen Besitzer und vcrständnißvollen Arbeiter einer Eoldmine in Colorado entwickelt hat. Ihr Vater war Abschätze? in einer Silbermine und von ihm lernte sie die ersten Anfänge der Wissenschaft, die zur Ausbeutung der Bergwerke nöthig ist. Nach dem Tode ihres Vaters war ihre Familie in Noth, und ohne sich lange zu besinnen, studirte sie so lange, bis sie seine Arbeit aufnehmen konnte. Nachdem sie sich aus dem Gröbsten herausgearbeitet, übernahm si: den Theil einer Mine, war erfolgreich und konnte nun einen Antheil kaufen, der sich als höchst ergiebig erwies. Mary ist praktisch thätig von früh bis spät und gilt in der ganzen Umgebung als ein tüchtiger Miner und als glänzende Partie. Einen wundervollen Streich verübte der Gärtner und Farwer F. C. Babbitt von Florence. Neb., als er mit einer Ladung Gartenstoff nach Omaha fuhr. Unterwegs fiel ihm ein, daß er seine Brieftasche mit 5167 in Papiergeld bei sich habe, anstatt dieselbe zu Hause zu lassen. Er war bereits früher zweimal von Straßenräubern angehalten und beraubt worden und dachte, das solle ihm mit diesem Gelde nicht passiren. Er steckte deshalb das Buch mit dem Geld in einen Korb Tomatoes und deckte es hübsch zu. In Omaha angelangt, war der Markt sehr lebhaft, und in kurzer Zeit hatte Babbitt seine Waaren ausverkauft. Kurz darauf, als er seine Einnahmen überzählte, fiel ihm seine Brieftasche ein. Er hatte dieselbe mit dem Korb Tomatoes für 25 Cents verkauft und wußte natürlich nicht, an wen. Er meldete den Vorfall der Polizei. ber es wird wohl schwer halten, die Person zu finden, welche den betreffenden Korb erstand. Eine geradezu haar st räubcnde Geschichte, daß nämlich eine Räuberbande eine Locomotive der Northwestern - Bahn gestohlen und damit die Flucht ergriffen hätte, wurde kürzlich aus Janesville, Wis., gemeldet. Natürlich wurde sofort die Polizei alarmirt; es wurden Depeschen ausgesandt, die das Verbrechen in den grellsten Farben schilderten, und schließlich gelang es nicht allein, die Maschine zu finden, sondern auch andere Züge auf dem Geleise zu warnen, die sich daher vorsehen konnten. Die angestellte Untersuchung hat nun das Folgende ergeben: Nahe einer Kiesgrübe hatten die Mannschaften die Maschine für die Nacht eingestellt und das Feuer zugeschüttet. Als sie fortgegangen waren, stieg ein junger Bursehe Namens Roy Foung auf die Locomotive und drehte aus Neugier an einigen der Ventile, als die Maschine sich zu seinem größten Schrecken in Bewegung setzte. Als der Dampf nachließ, sprang er ab und entfloh, zu Tode erschreckt, über die Felder nach Hause. Bald darauf wurde er festgenommen, er war aber in einem solchen Zustande der Angst, daß man keine vernünftige Antwort von ihm bekommen konnte. denn er glaubte steif und fest, daß durch seinen Leichtsinn ein schreckliches Unglück passirt sei. Nachdem man ihm die Versicherung gegeben hätte, daß Uln Schaden angerichtet - worden, beruhigte er sich und gab dann Auskunft, text 3 geschehen sei. Die Näubergeschichte war in den Kopsen verschiedener Narren entstanden.
In Stevens County. Ark., hat sich eine Neger - Colonie angesiedelt. Dieselbe besteht aus ungefähr 25 Familien vom östlichen Kansas und westlichen Missouri. Eine Stadt zum alleinigen Vortheil für Neger soll gearündet werden. Die neuen Ansiedler yaocn einen großen komplex billigen Landes in dem genannten County gekauft und werden auf demselben Alfalfa und Vieh ziehen. Innerhalb eines Zeitraumcs von 20 Jahren hat sich die Ausfuhr über Montreal verdoppelt, so daß sie jetzt über M.000.000 pro Jahr beträgt. Im August wurden über Montreal 1, 800,000 Bushel Weizen verschifft, dann kommen Valtimore, New Orleans und Philadelphia und am Ende der Liste steht New York mit 680.000 Bushcls. Auch in Canada schreibt man New Fork's Rückgang der Thatsache zu, daß man den Eric - Canal nicht verbessert hat. Jn der Hochfchulezu Elroy, Wis., kam es zwischendem Prinzipal Ellis und seinem Aistenten Clark einerseits und einigen Schülern andererseits zu einer unerquicklichen Scene. Als Herr Clark wegen einer Störung einen Knaben aus der Klasse in den Corridor hinausforderte und ihn dort züchtigen wollte, trat ein älterer Genosse desselben hinzu, um die Bestrafung zu verhindern. Es entstand ein Handgemenge, an dem sich dann noch andere Schüler betheiligten, und als Resultat gab es blaue Augen und zcrrissene Kleidungsstücke. S e i t s e ch s M 0 n a t e n i st aus Staten Island, N. Y., ein Graf von Seldemec nebst Gattin und Kind verschwunden, und dieser Tage gelangten in dem eleganten Herrschaftshause an Manor Road, New Dorp, die werthvollen Kunstschätze des Grafen zur Versteigerung, welche auf $25,000 abgeschätzt worden sind. Graf Seldemec war früher Oberst in der deutschen Armee, mußte jedoch aus gewissen Gründen nach Amerika auswandern und machte sich in New Dorp seßhaft, wo er $20.000 auf den Wohnsitz aü der Manor Road anzahlte und den Rest. $30.000, aus den ihm noch immer zufließenden Einkünften von draußen" decken wollte. Er gerieth aber an's Börsenspiel, und dies scheint seinen finanziellen Ruin herbeigeführt zu haben. Einealte Landmarke"! st dieser Tage in Green Bay, Wis.. durch Feuer vernichtet worden. Es ist dies das alte Grignon - Wohnhaus, das 1832 vom Richter Lawe erbaut wurde. Mit dem Gebäude gingen wichtige historische Dokumente zu Grunde, werthvolle Berichte über den Pelzhandel Wisconsins in den frühesten Tagen. Gegenwärtig war das Haus bewohnt worden von David Grignon, dessen Großmutter eine Schwester von Frau John Quincy Adams war. Verschiedene verfehlte Versuche sind gemacht worden, die Grignon - Bibliothek zu erwerben, in der sich einige 200 Jahre alte Bücher befanden. Unter den geretteten Antiquitäten ist das berühmte Polly Lawe Piano, das erste, das seinen Weg nach dem Westen fand, und ein altes Oelgemälde der Gattin von John Quincy Adams. Seiteini gerZeithatman mit der Durchführung der überaus harten Bestimmung des jetzigen EinWanderungsgesetzes begonnen, welche verfügt, daß alle diejenigen Einaewanderten, welche innerhalb zweier Jahre seit ihrer Landung in Folge von Armuth oder Krankheit oder gar Vergehen der öffentlichen Armenpflege oder der Strafjustiz zur Last fallen, oder in ' einer Anstalt untergebracht sind, noch nach der Heimath zurückgeschickt werden sollen. Ein Heer von Beamten ist seitens der Einwänderungs - Commissäre in den Einwanderunqshäfen mit der Aufstellung der Proskriptions - Listen betraut. Bis zum 1. December muß die Arbeit fertig sein, bis dahin müssen die Listen der Einwanderungs - Behörde in Washington eingesandt sein, welche dann die weiteren Schritte veranlassen wird. Es heißt, daß die mit dieser Aufgabe betrauten Beamten bis jetzt schon viele solcher Unglücklichen ermittelt haben. Dem lutherischen Pfarr e r und Einwanderer - Commissär G. Döring in New York soll Präsident Roosevelt, als er erfuhr, daß Döring die evangelisch-luTherische Kirche vertrat, folgendes erzählt haben: Auf meiner letzten Reise im Westen wollte ich in Sioux Falls in Süd-Dakota an einem Sonntag Morgen dem Gottesdienst meiner Kirche beiwohnen. Sie wissen wohl, daß ich Glied der hollän-disch-reformirten Kirche" bin? Nun, ich drückte den Herren vom Empfangs-. comite in Sioux ftalls meinen Wunsch aus. in eine dutch-reformed" Kirche.u gehen. Aber sie führten mich in eine deutsche lutherische Kirche. Das merkte ich erst, als der Gemeindegesana begann. Der Pastor war ein tüchtiger Prediger. Er predigte über Glaube, Liebe, Hoffnung. Obgleich ich nicht fließend deutsch spreche, habe ich doch jedes Wort jener Predigt genau verstanden; und da habe ich mit großer Ueberraschung gemerkt, wie das deutsche Wort Liebe" viel umfassender ist, viel mehr ausdrückt, als das englische Wort Charity". Das war die beste Predigt, die ich hierzulande je gehört habe, dort in der deutschen lutherischen Kirche in SüdDakotä. Und die deutsche. Sprache ist doch eine der schönsten in jle? Welt."
