Indiana Tribüne, Volume 27, Number 67, Indianapolis, Marion County, 9 November 1903 — Page 5
Jndiana TriSuno, 9. November 1903
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I ZlnvcrlZerdar. Von A. Fromm. Auf der Veranda, die auf den Gar- ' itn hinausging, saß eine schlank:, blasse Frau in den DreiKiaern'.
Die Finger bewegten lässig die Na-' ccln m ihren Handen, die Augen blickien in den Garten hinaus, den die Däinmerung nach einem langen Sominerrage aumaug zu füllen begann; aber ihre ganze Seele lag in ihrem Gehör sie lauschte gespannt nach dem Innern des Hauses hin. Und jetzt klang die Thürglocke, rasche, kräftige ' Schritte wurden vernehmbar, und ein stattlicher Mann in voller Lebensfülle
und -frische trat zu ihn heraus und beugte sich über sie. . Herz, liebes Herz!" rief er mit einem Kuß, ich habe Dich unverantwortlich im Stich gelassen! Hoffentlich hast Du doch nicht mit dem Abendessen auf mich gewartet. Nein? Nun das freut mich. Sieh, als ich gehen wollte, fand sich unerwartet eine ganze Gesellschaft zusammen: Frohnert, den man sonst um die Zeit nie zu sehen bekommt, Heller, der niemals Zeit hat, Schütze seine Frau ist verreist -und noch drei oder vier andere. Da ließ ich mich überreden, zu bleiben. Wir kommen so wie heute nicht leicht wieder zusammen und Dich hab' ich ja immer. Du bist doch nicht böse, daß ich das sage?" Es klang fast knabenhaft, als ob ein Sohn der Mutter ein übereiltes Wort abbäte. Du weißt, wie ich es meine. Lieb! Es ist ja nicht nur, daß Du Dich immer hier finden lassen mußt" seine Augen trübten sich vorübergehend, wie er zu ihren Füßen niedersah, und seine Stimme bekam einen weichen Ton es ist ja, und viel, viel mehr, daß ich Dich imrner und ungetheilt habe. Immer! immer Dein ganzes Denken, Dein ganzes Fühlen, nicht wahr, Helene?" j Immer," sagte sie einfach, seine Hand zwischen ihren beiden haltend. Nun geh', mach' es Dir bequem und komm zu mir zurück." Sie sah ihm lächelnd nach, aber als er fort war, zuckte es wehmüthig um ihre Lippen, und sie senkte den Kopf. Doch nur für eine kurze Minute, dann erhob sie ihn wieder und sah mit dem heiteren Blick vor sich hinaus, den ihr Gatte immer von ihr sah. Er war ihr alles, ihr Leben, ihre Welt. Von den Mutterhoffnungen. die sie zu Anfang ihrer Ehe so glücklich gemacht hatten, war ihr nichts geblieben als ein winziger Hügel auf dem Kirchhof und die gelähmter: Füße, die sie nie mehr trugen, seit sie sich nach langer, schwerer Krankheit wieder aufrichtete. Es war ein harter Schlag für sie gewesen, für die lebhafte, lebensfrische, junge Frau, die sonst, so aern und so rüstig mit ihrem Gatten Feld und Wald durchstreift hatte. Sie dankte es ihm noch jetzt, daß er sie ihr Unglück auf ihre Art tragen ließ. Es gab ja Hilfsmittel genug, ihr den Verkehr mit der Außenwelt möglich zu machen. Aber sie fühlte, was ihr noch schwerer zu ertragen sein würde als ihr Gebrechen: das Mitleid anderer. Der Stolz ihrer sonst so sanften, stillen Seele bäumte sich dagegen auf. Sie hatte schon mehr als genug unter den nicht immer taktvollen Äeußerunges des Bedauerns von Seiten ihrer Bekannten gelitten, jetzt hätte sie jeder mitleidige, fremde Blick, der sie nur streifte, verletzt. Sie zog sich ganz in ihr Heim zurück, ohne es jemals zu verlassen; und es wurde immer stiller und einsamer um sie; denn die Freunbinnen, welche bald bemerkten, daß ihre mitfühlenden, tröstenden Reden bei ihr auf undankbaren Boden fielen, hielten sich mehr und mehr fern. Ab und zu sah sie einige von ihres Mannes Freunden. Sie hielt darauf, daß er diese von Zeit zu Zeit gastlich bei sich aufnahm, ganz wie in ihren gesunden Tagen, nur daß sie nicht mehr den Vorsitz bei Tische führte. Aber unter den Besuchern des Hauses galt eS für eine Auszeichnung, von Frau Helene empfangen zu werden. Von der übrigen Welt mehr und mehr vergessen, wie sie selber sie mehr und mehr vergaß, lebte sie nur noch für ihren Mann und für das, was ihn anging und beschäftigte. Damals, als das Unglück über sie hereinbrach, hatte er weit länger als sie ' an der Hoffnung auf ihre Genesung festgehalten; als auch er sie aufgeben mußte, war er schier verzweifelt. Es kostete sie unendlich viel Mühe, ihn einigermaßen zu beruhigen, und lange danach hatte sie die Klagen lm sie. die ihm immer wieder auf die Lippen kamen. zu bekämpfen. Du ihust mir weh," sagte sie, 5Ou mahnst mich daran, daß Du mehr darunter zu leiden hast als ich." Da ließ er nach und mit der Zeii gewöhnte er sich an ihren Zusta?" Er glaubte gern ihrer wiederholten Versicherung: Ich bin ja glücklich, ich leide nicht, und ich habe Dich." Warum sollte es unmöglich sein, daß sie sich glücklich fühlte, sie, die nichts von außen her brauchte, weil sie im Inneren ihrer feinen Seele so reiche Schätze besaß! Er. stellte sie vor sich auf eine ideale Höhe, nur um sich zu beweisen, daß sie glücklich war. Und er selber, er mochte sich , bisweilen selbstsüchtig schelten, aber war er nicht auch glücklich, trotz allem? Er hatte ein trauliches, anmuthiges Heim, in dem alles auf die Förderung feines Wohles gerichtet und. abgesehen war, in dem er, mochte er kommen, wann er wollte, immer sie fand, ihr heiteres L?-
eln. ihr tzerzlichesWmkommen immer
uno immer, o ti uno o iiazer, wie ein irdischer Besitz nur sein kann. Nur daß die Sicherheit ines irdischen Besitzes leider nicht feststeht. Das mußte auch er erfahren. Helene, die, ihre Lähmung abgerechnet, .niemals über ein erhebliches Leiden zu klagen hatte, wurde von einer Krankheit ergriffen, bü anfangs harmlos auftretend, plötzlich eine bedenkliche Wendung nahm; und noch ehe einer von ihnen beiden ahnte, was ihnen bevorstand, war der Mann Wittwer. Es war naturgemäß, daß derSchlaz ihn fast vernichtend traf. Als er aus der ersten, stumpfen Betäubung erwachte, war es ein Wort, das ihn ohne Aufhören marterte: Dich hab ich immer!" Er hatte es in unglaublich sorgloser Verblendung oft gedacht, er hatte es Gott verzeihe es ihm! in eben dieser Sorglosigkeit zu ihr gesprochen. Und nun verloren, ganz verloren das, was er für unverlierbar ge halten hatte, weil es für sein Leben so nothwendig war wie das Athmen! Ueber das beides kam er nicht fort: jenes gedankenlose Dich hab ich immer!" der Vergangenheit und das furchtbare ganz verloren!" der tröstlosen leeren Gegenwart und Zukunft. Er lebte theilttahmlos vor sich hin, von seinem Amte er war Gymnasialprofessor hatte man ihn einstweilen dispensirt. Wochen waren vergangen, als er anfing, halb unwillig ein gewisses körperliches Behagen zu empfinden, zu bemerken, daß derHaushalt leise und geregelt weiter geführt wurde, daß ihm an seinem leiblichen Wohl nichts abging. Als er sah. wie die alte Köchin mit bekümmertem Gesicht geräuschlos und sorgsam imHause waltete, sagte er eines Tages zu ihr: Sie halten sich sehr brav. Karoline." Das versteht sich doch von selbst, Herr Professor," entaegnete die treue Seele gleichmütig. Das muß alles so sein, als ob die, Frau noch hier wäre." Das war ein Wort, so einfach wie es ausgesprochen wurde, er aber wurde tief davon berührt. Als ob die Frau noch hier wäre! Könnte er empfinden, was jenes schlichte Weib fühlte, das allein könnte ihm Trost, Erleichterung verschaffen. Als ob sie noch hier wäre! Und wenn sie es für die Alte war, warum nicht auch für ihn? - Ganz allmälig nahm diese Vorfiellung immer mehr Naum in seinem Innern ein. Er empfand nicht mehr ausschließlich die Schärfe des Schmerzes. es mischte sich Wehmuth hinein. Bisher hatte er Helenens Zimmer nicht betreten, er fürchtete sich, den Raum zu sehen, den er ohne sie nicht kannte. Nun ging er hinein, ganz heimlich zum erstenmal und zaghaft, dann immer häufiger, immer länger. Auf das Tischchen, an welchem sie zu sitzen pflegte, stellte er ihr Bild. seinemPlatze gegenüber, er legte daneben die unvollendete Arbeit, die er zuletzt in ihren Händen gesehen hatte. Und wenn ihm dabei auch Thränen die Augen blendeten. wenn er das Gesicht in das weiche, weiße Gewebe drückte und bitterlich weinte, es war ein Schmerz, der ihm wohl that. Noch ehe es von ihm veilangt wurde, nahm er seine amtliche Thätigkeit wieder auf. Es wurde ihm zu Anfang unsäglich schwer, aber er sagte sich: so hätte sie es für recht gehalten, die selber jetzt wußte er es ihr Leid so verschwiegen und tapfer trug. Mehr und mehr wurde er es inne: sie hatte nicht nur für ihn. sie hatte auch in ihm gelebt. Nie wäre er ganz der geworden. der er war, ohne ihren so stillen, so mächtigen Einfluß. Wenn er etwas sagte oder thun wollte, was seiner nicht würdig war. so hatte sie ihm nie VorHaltungen gemacht, ihn nie getadelt; sie hatte ihn nur mit einem erstaunt fragenden Blicke angesehen, als sahe sie etwas Fremdes, Störendes an ihm. Und diesen Blick hatte er so gescheut, daß der bloße Gedanke daran ihn von manchemKleinlichen zurückhielt. Sollte das nicht alles jetzt noch wirken als ob sie noch hier wäre? So gewöhnte er sich allmälig immer mehr in das alte Leben, in den Verkehr mit der Welt, die ihn umgab, zurück. Er gewann das alte, warme Gefühl, das lebhafte Interesse für alles zurück, was ihn anregte. Und wie er damals im Laufe des Tagewerkes sich auf die stillen Stunden mit ihr gefreut hatte, so freute er sich jetzt noch auf die Zeit, wenn sie auch noch so kurz war, die er da, wo sie geweilt hatte, noch jetzt mit ihr verlebte, als ob sie noch hier wäre. Die Freunde sahen mit ehrlicher Freude, wie er sich allmälig aufrichtete, wie er mehr und mehr der heitere, lebensmuthie Mann von einst wurde, ein wenig ernster vielleicht, aber das war natürlich; er empfand die Einsamkeit in seinem Hause. Sie zogen ihre Schlüsse daraus, und einer von ihnen, der ihm besonders nahe stand. lieh seinen Gedanken Worte, als das zweite Jahr seiner Wittwerschaft beinahe verstrichen war. Wissen Sie, Gottwart," sagte er, daß es eine Freude für uns alle ist.
zu sehen, wie Sie wieder ganz der Alte, oder eigentlich der Junge geworden sind? Sie haben Ihren Schmerz männlich getragen und männlich überwunden. Nun thun Sie auch, was Sie sich schuldig sind. Bleiben Sie nicht länger allein. Suchen Sie sich eine zweite Frau, jetzt, wo Sie noch in den besten Jahren sind. Ich, könnte Ihnen mehr als ein liebes, kluges Mädchen nennen, das sich mit Freude
und mit Stolz von fefmen wählen ließe. Ueberlegen Sie sich die Sache, wenn Si? es nicht schon gethan haben." Gottwart hatte ihn ruhig sprechen lassen, jetzt wiegte er lächelnd den Kopf, drückte dem Freunde die Hand und verabschiedete sich von ihm. Der wohlmeinende Nathgeber sah ihm befriedigt nach. Er wird es sich überlegen und einschen, daß ich recht habe," dachte er. Derweile wanderte Gottwart über die im Abendlicht liegenden Felder. Itn tMci kelteren Blick der sinkenden Sonne zugewendet. Als ihr letzter Schimmer verschwunden war, kehrte er heim. Er trat in das Zimmer, das ihre Gegenwart ihm bis auf diese Stunde weihte, vor das Bild jener, die heute noch auf all sein Denken und Thun denselben stetigen Einfluß ausübte, und aus d:r Stille seiner S:ele heraus sprach er mit einer tieferen, freudigeren Zuversicht als iemals zuvor: Dich hab' ich immer!"
Der Vater der Ttatiftik. Anläßlich der Tagunq des Jntcrnationalen statistischen Instituts in der deutschen Reichshauptstadt wurde von Berliner Blättern die Behauptung aufgestellt, daß der erste eigentliche Statistik ein Berliner war. Die Wiege der Statistik stand allerdings in Göttingen, ihr Vater hieß Achenwall, der in seinen Vorlesungen an der dortigen Universität um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts zuerst de?. Namen Statistik gebrauchte. Aber erst dadurch, daß man die systematiscken Massenbcobachtungen über die Vorgänge im Leben der Menschen zur Ableitung von allgemeinen Regeln bezllglich der Gestaltung jener Vorgänge benutzte, entstand die eigentliche Stattstik, und deren Vaterschaft kommt einem Berliner zu. Er war Propst zu St. Petri und hieß Johann Peter Süßmilch. Damals gab es noch keine statistischen Bureaus, die alle Daten mit einem vielvcrzweigten amtlichen Apparat sammeln, sondern es mußte jeder, der sich auf diesem Gebiet bethätigen wollte, das Material selbst sammein. Der Berliner Propst Süßmilch hat nun die kirchlichen Tauf-, Trau-ungs-und Sterberegister zu diesen Zwecken vortrefflich zu verwerthen verstanden. Während aber fein: Vorläufer sich mehr auf bloße Sammlunzen von statistischem Material beschränkten, war er der erste, der aus dem gesammelten Material dem Eausalzr.sammenhang der Vevölkerungsbewegung nachspürte, und dadurch würd? er der erste eigentliche Statistiker, sowie der eigentliche Gründer der allgemeinen Bevölkerungsstatistik. Er trat fast gleichzeitig mit Achenwall in di? Öffentlichkeit, und zwar mit seinem grundlegenden Werke über Die göttliehe Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts". Süßmilch zeigte i.i diesem berühmten Buch, daß die Erscheinungen im socialen Leben, die scheinbar ganz zufällig vor sich gehen, sowie die, welche scheinbar überwiegend von der freien Entschließung des Menschen abhängen, kurz, alle nach oberflächlicher Beobacht tung ganz unregelmäßig verlaufenden socialen Erscheinungen bei einer und derselben Bevölkerung nach einer ganz bestimmten Ordnung sich wiederholen. Er zeigte, daß all diese Erscheinungen, bei einer und derselben Gesellschaft verfolgt, durch eine allgemeine Regel unabänderlich und sicher beherrscht werden; er bewies das namentlich an den Geburten, den Heirathen, d:n Sterbefällen, dem numerischen Vcrhältniß der Knaben und Mädchen nn ter den Neugeborenen und an der Vcrtheilung der Sterbefälle nach Alter und Geschlecht. Als Theologe suchte nun Süßmilch allerdings einseitig die von ihm nachgewiesenen Ordnungen oder Gesetze als Bestätigungen von einzelnen Aussprüchen der heiligen Schrift darzustellen. Der Werth seiner Leistungen wird aber durch seinen theologischen Standpunkt nicht beeinträchtigt. Die von ihm dargelegte Gesetzmäßigkeit in der Bevölkerungbewegung wird als feststehend angeschen. selbst die in Zahlen ausgedrückten Regeln und Vtthältnißzahlen, die er aufstellte, werden der großen Mehrzahl nach noch heute als richtig anerkannt, allerdings mit einigen Modifikationen, da die seitdem außerordentlich gestiegene Zahl der Beobachtungen jetzt eine schärfere Berechnung gestattet. Die Resultate der Süßmilchschen Untersuchungen zeigten stch aber auch von praktischer Wichtigkeit. Schon damals gab es Lebensversicherungsanstalten, aber die für solche Anstalten ungemein wichtige Absterbeordnung war noch sehr unvollkommen. Das Süßmilchsche Buch mit seinen reichen statistischen Daten war auch dafür grundlegend. Süßmilch stellte später selbst eine Mortalitätstafel auf. die bis in die neueste Zeit eine große Autorität hatte. Er schrieb ferner auch ein interessantes Werk über das Wachsthum Berlins, in dem er mit Prophet!schem Blick den gewaltigen Aufschwung der Stadt voraussagte. Angewandtes Sprichwort. Junge Frau: Also zuerst sollte ich die Frau deines Freundes werden, als Ihr meine Bekanntschaft suchtet, und nachher hast du mich selbst geheirathet?- Mann (seufzend): Ja, wer Andern eine Grube gräbt . .
Voul Aamnoc.
D i e Dressurnummer der Löwenbändigerin Miß Heliot im Löwenkäfig des Circus Busch in Berlin wurde neulich Abends infolge eines aufragenden Zwischenfalles unterbrochcn. Ein Löwe, der sich schon mehrfach störrisch gezeigt hatte, verwundete die Dame bei der Vorführung durch einen Schlag mit der Tatze nicht unerheblich am Handgelenk. Miß Heliot that nach dem Zwischenfall zweierlei. Erstlich trank sie hinter der Scene einen Cognac, dann begab sie sich wiederum in den Käfig, schritt auf den Widerspenstigen zu ' und verabreichte ihm mit flacher Hand unter den Begleitworten: Daß Du nicht noch einmal so fttch bist!" eine schallende Ohrfeige. Der Gemaßregelte zog sich, ohne noch ein Wort zu verlieren, stillschweigend zurück. Nach Erledigung des Geschäftlichen ließ sich Miß Heliot in der Garderobe vom Arzte verbinden. Hierbei verlangte allerdings die Natur auch von der Löwenbändigerin ihr Recht. Die Miß wurde zwar nicht regelrecht ohnmächtig, aber sie hatte mit einer gehörigen Nervenabspannung zu kämpfen. In der russischenGelehrtenwelt wird gegenwärtig eine peinliche Affaire lebhaft erörtert, welehe sich am Institut für pathologische Anatomie zu Moskau abspielte. Der Arzt N. Bogoßlowski erschien . dort mit einer wissenschaftlichen Arbeit, um die Würde eines Doktors der Medizin zu erlangen. Als Opponenten traten die Professoren v. Stein, Minakow, Djakonow und der Sekretär der kaiserlich - russischen Gesellschaft für Naturwiffenschaften, Anthropologie und Ethnographie. A. Jwanowskij auf, Nachdem ter Doktorand seine Arbeit vorgelesen hatte, erhoben sich Professor Minakow und Jwanowskij und gaben die Erklärung ab, daß die Disse:tat:on Bogoßlawskij's fast gänzlich die wörtliche Abschrift der Aus'führungen einiger russischer und ausländischer Gelehrten bilde. Jwanowskij erschien alsbald mit den Werken und verglich die Arbeit" Bogoßlawskij's mit der Text der Autoren. Schließlich bezeichnete Jwanowskij die wissenschaftliche Arbeit Bogoßlawskij's als .litterarischen Diebstahl". Das anwesende Publikum brach in Applaus aus, während der Dekan der medizinischen Fakultät den Dissertanten ersuchte, behufs Entgegennahme des Fakultätsbeschlusses sich in nächster Zeit wieder einzusinken. I n London ist eine Schule fllrChauffeurs geschaffen worden, in der man in sieben Lektionen die schwierige Kunst, ein Automobil zu lenken, lernen kann. Der Unterricht kostet für einen Herrn $25, für eine Dame $15 und für einen Mechaniker $12.50. In den sieben Lektionen lernt man die Steuerung eines Automobils, aber auch die Ausführung aller Reparaturen, die unterwegs nothwendig werden können. Ebenso merkwürdig wie bedeutsam ist jedoch die Neuerung, daß der Direktor der Schule seine Schüler in der Höflichkeil auf der Straße" unterweisen wird. Der künftige Chauffeur lernt also alle die kleinen Unannehmlichkeiten, die ihm auf der Straße widerfahren können, mit Grazie entgegenzunehmen; er soll es vermeiden, die Herren und Damen, denen er begegnet, mit Staub zu überschütten, und er soll es lernen, stets seine Ruhe und Höflichkeit zu bewahren, wenn ihm etwas passirt. Der Begründer der Schule erklärt nämlich, daß die Animosität, die gegenüber den Automobilisten besteht, von ihrer sichslosigkeit und von ihrer groben Sprache, deren sie sich in der Aufregung bedienen, komme, und er wünscht, im Interesse der Sports, dem entgegenzuarbeiten gewiß ein ausgezeichnetes Programm. "äTüdTotont : BMiaryttv sagt mir. Sie seien letzte Woche mit ihm auf der Jagd gewesen. Hatten Sie Glück?" Browne: Kolossal!" Towne: Wirklich?" Browne: Na, sehen Sie denn nicht, daß ich mit heiler 5aut ziurückaekomme bin?" Zwölf Jäh r e geständige Arbeit an einem Schmiergelrad in der Janesville Machine Co. in Janesvillc, Wis.. haben Ewald Porfahl irrsinnig gemacht. Der Staub, in dem er sich fortwährend befand, füllte seine Lungen dermaßen an, daß das Blut nicht mehr circuliren konnte und so auf das Gehirn drückte. Der Mann wollte sich die Kehle durchschneiden, nachdem er auf dem Golfspielplatze mehrere Damen durch sein ausfälliges Benehmen in Angst versetzt hatte. Er wurde dem Asyl in Mendota überwiesen. EineentsetzlicheVrandk a t a st r o p h e hat sich in Marienbürg ereignet. Während der Nacht entstand dort Feuer in einem dreistöckigen Miethshause; der Kutscher Potlich konnte sich mit seinen vier Töchtern im Alter von elf, neun, sie-ben-und zwei Jahren nicht mehr in Sicherheit bringen, und alle fünf Personen fanden den Tod in den Flanimen. Die Frau des Potlich wagte vom dritten Stock des brennenden Gebäudes den Sprung in die Tiefe und brach hierbei das Kreuz und beide Beine. Die anderen Bewohner des Hauses, das wahrscheinlich böswillig in Brand gesteckt worden war. retteten mit Mühe und Noth das nackte Leben.
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