Indiana Tribüne, Volume 27, Number 66, Indianapolis, Marion County, 7 November 1903 — Page 6
Jttdiana Tribüne, ?. November 1903
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Cportskizze von Richard Dietrich. Ueber Karlshorst brütet eine gli!hende Sommerhitze. Dicht gedrängte Menschenmassen stauen sich auf dem Sattelplatz. Oben auf der Tribüne sitzen schönen Frauen, die mit bewaffnetem Auge Umschau halten unter Bekannten und Unbekannten. Nicht der Nennen wegen kamen sie meistens hierher. Man hat sich daran gewöhnt, diese sportlichen Veranstaltungen als willkommene Gelegenheit zum Flirten zu betrachten und entfaltet den ganzen Glanz der Pariser Modeateliers. Wie ein Kranz von Blumen erscheint die lange Kette von chiken Hüten und duftigen Roben. Manch eine dieser Blumen ist wunderbar süß und birgt doch im Innersten ein tödtliches Gift. Man sagt sogar, daß die süßesten meist auch die giftigsten sind. Aber niemand glaubt solche Wahrheit, wenn er sie nicht selber erfuhr. Das Publikum vor den Tribünen zeigt das altbekannte Gesicht: Offiziere, Sportsleute, Civilisten, Damen und Dämchen. Dazwischen wimmelt es von Buchmachern, die ziemlich sorglos ihr verbotenes Gewerbe treiben. Am Totalisator drängen sich die Ahnungslosen und die Ganz-Klugen; solche, die noch in letzter Stunde einen Favoriten wetten wollen, den die freundlichen Leute mit den Umsatzbüchern nur mehr noch pari oder gar
mcht legen wollen, und solche, die von.
den Chancen ebensowenig Ahnung
haben wie von der Existenz der Buchmacher.
Es ist immer das Gleiche. Den Clou des Tages bildet das
große Hürdenrennen um 16,000
Mark, das an vierter Stelle gelaufen wird.
Als heißer Favorit dafür gilt 2i mandra", die braune Stute der Miß Clarkson, einer schönen Amerikanerin, die ihren Stall vor einigen Jahren
erst von England nach Teutschland
verlegte.
Als Reite? ist Mister Brown ge-
nannt, ein entfernter Verwandter von
ihr, der ihr eifrigster Verehrer ist und
in Sportkreisen als vorzüglicher Hin-
dernißreiter bekannt ist.
Xit ganze Sache ist so gut wie aus-
gemacht. Gaben noch vor drei Wo-
chen die Buchmacher sechsfache Odds, so ist heute auch für Pari-Wetten kein Engagement mehr zu bekommen. Man glaubt mit einer Sicherheit zu wissen.
daß der Totalisator über Timandras
Sieg mit 12:10 für Platz aber nur mit
eingezahltem Gelde qmttlren wird. Die
großen Plunger haben ihr Geld noch frühzeitig an den Mann gebracht und
gute Odds erzielt. Heute ist Nichts
mehr zu plaznen.
Mißmuthlg, schlendert Leutnant von Schollene von den Stallanqen zur
Wage. Er ist in vollem Dreßda er im sechsten Rennen eines Freundes
Pferd reiten wird. Als ob ihm etwas Anqenehmes be-
gegnet wäre, schlägt er mit der Reitpeitsche durch die schwüle Lust
Als er die Tribüne passirt, schweif!
sein Blick zu Mary Clarkson hinauf, die, von einem Schwärm von Verehkern umgeben, anscheinend Cercle hält.
Es fallt ihm auf, daß die übermüthige Frau, die sonst so lustig zu scherzen, so meisterlich zu flirten weiß, heute, am Ehrentag ihres Stalles, seltsam bleich aussieht, daß ihre Augen fast imheim lich glänzen und ihre feinen Hände nervös von hier nach dort greifen. Ernst von Schollene liebt diese Frau. Nicht so wie die anden, die in ihr gewissermaßen den Star der Nennsaison sehen, dem man beinahe gewohnheitsmäßig jeine Huldigung darbringen muß, wenn anders man überhaupt auf der Höhe der Zeit stehen will. Nn, er liebt sie tiefinnerlich und ehrlich. Mary hat seine stillen Huldigungen immer mit vfftbarer Freude entgegengenommen. Seine schlichte, ritterliche Art hat der Tochter des freien Amerika, die, von allem Luxus umgeben, von frühester Jugend an über die Maßen verwöhnt wurde, sicherlich gefallen. Der junge Offizier sagt sich das alles selbst. 'Er fühlt auch, daß sie ihm freudig die Hand reichen würde, wenn er zu ihr käme und darum bäte. Aber er will nicht, wie die andern, als Glücksritter erscheinen; er will sich sein Glück erwerben und es sich nicht schenken lassen. Daß das eigentlich recht thörichte Empfindungen sind, da er Mary doch von ganzem Herzen liebt, kommt ihm nicht in den Sinn. Er ist nun einmal von Kindheit an ein Sonderling gew'esen, und solche Art erhält sich bis in das späteste Alter. Zudem glaubt er bemerkt zu haben, daß dieser Mister Brown nicht nur ein weitläufiger Vetter, sondern auch ;in mit manchen Vorrechten ausgestatteter Verehrer der Amerikanerin ist. !önr wenigen Minuten nch hat er den Menschen im Stall gesehen, wa er sich zu seinem Ritte rüstete. Un'o es ist ihm so vorgekommen, als hätte es um Browns Mund wie verächtlicher Hohn gezuckt als hätte etwas ganz Absonderliches in seinen Mienen gelegen. Ernst von Schollene ist sich nicht klar darüber, ob er diesen Menschen eigentlich haßt oder ob nur ein natürlicher Widerwille gegen manche seiner Eigenheiten den Grund seiner Abneigung bildet. Er weiß das eine, daß er Brown sehr ungern in Marys Umgcbuna siebt.
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Marcus, Wash. AlS ich begann, den Vlus ok ?aräni und Tdcdford'S Black-Traught zu nehmen, der urfackten mir meine monatlichen Perioden Schmerzen in meiner linken Seite, tm opfe und dem Unterleibe, und meine Periode trat nicht zur richtigen Zeit s . ein. ?Iun erscheinen dicfe xzunt ohne Schmerzen. " Clkton. Ky. Ich hatte AnfgHc von ?erulutun gen wahrend des ganzen letzten Sommers und war ich dem Tode nahe. Sieben Flaschen Wine of Cardui und drei Packete Tbed sord's Black-Traught heil S&c&lbo tcn mich. o Faule oner, Kn. Ich litt bedeutend, und mein Leben war mir beinahe unerträglich, ch begann den
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Lutchcr, La. Nachdem mein erstes Kind geboren war. litt ich an niederdrückenden Schmerzen weit un ten im Unterleib. Schmerzen im Uovfe und vcnick. Mein Mann bewog mich, den Win ot Cardui zu neh
men. uns zu meiner gro fen Freude bewirkten umi
Nlascken eine toaühänhin 9ts s .V. fstC
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, Solche Gedanken und Empfindungen sind es wohl, die seine Stirn bewölken, indeß er in niedergedrückter Stimmung dahinschreitet. An der Wage herrscht große 2lufregung. Erregte Gruppen von Offizieren. Sportsleuten. Trainern und JocZeys stehen da umher und discutiren auf das lebhafteste miteinander. Leutnant von Schollene mischt sich unter sie und erfährt, um was es sich handelt. Mr. Brown, der annoncirte Reiter der Timandra", ist im Stall von einem Pferd geschlagen worden und unfähig in den Sattel zu steigen. Die Chancen der Stute werden dadurch nicht wesentlich verschoben, da sie fast außer Concurrenz läuft. Der Hengst desGrafen Westerhagen Eckensteher", der für den zweiten Platz in Frage kommt, kann ihr jedenfalls nicht das Wasser reichen. Und die
ubngen tragen die Etikette Ferner liefen. . sichtbarlich an der Stirn. Immerhin spricht man lebhaft darüber, weil es an sich schon interessant ist, wen die Amerikanerin nun damit betrauen wird, ihr Pferd zu sicherem Siege zu steuern. Das würde gewissermaßen den Tip für eine selige Zukunft bedeuten, und manch einer von den Herrenreitern, die ihr den Sof machen.
würde sich überglücklich schätzen.
Äuch Ernst von Schollene denkt daran und tritt nachdenklich beiseite, als Mary Clarkson selbst eiligen Schrittes auf die Gruppe zuschreitet. Sie hat ihn zunächst nicht bemerkt und scheint sich nach jemand zu erkundigen. Als sie seiner endlich ansichtig wird, fliegt sie fast aus ihn zu, nimmt ungestüm seinen Arm und führt ihn aus dem Gedränge. Wenn Sie mich so lieben. Schollene, wie ich glaube, werden Sie Timandra" reiten". Jubelnd will der jungeOffizier schon ihre feine Hand an die Lippen pressen, als er ihr ins Auge sieht und erschrocken zurückfährt. Todtenblässe bedeckt ihr Gesicht. . angstvoll zucken ihre Blicke hin und her. . ., wie gebrochen scheint ihre gan;e herrliche Gestalt. Ja, mein Gott, Gnädigste. . Sagen Sie nichts, Ernst. . ., sagen Sie nichts. . ., helfen Sie nur!" Angstvoll hebt sie ihr wundervolles Auge zu ihm empor und blickt ihn fragend und zitternd an. Erklären Sie mir, Mary. . Ja. . ., ja. . ., o mein Gott!. . .es muß ja sein. . . nur Sie können mich retten!" Und in fliegender Hast und zitternd und bebend gesteht sie ihm, daß sie ihr ganzes Vermögen verbraucht und daß ihr letzter Rest auf Eckensteher" plazirt wurde, der siegen muß, soll anoers sie nicht morgen ärmer sein als :in Bettelkind. Brown war ihr Helfershelfer; er würde Timandra" gehalten haben um jeden Preis. Nun aber. . . Ernst. . ., wenn du mich liebst. . ., wenn mich dein Auge nicht betrogen hat in jeder Stunde, da wir beieinander waren. ... so reite du Timanora. . . und führe sie. . . nicht zum Siege. . . !" Stoßweiße und heiser kommen die Worte von ihren Lippen, und flehend und werbend zugleich sieht sie auf zu ihm. Mary, du . weißt nicht, was du
sprichst!. . . Daß ich dich liebe. . ., wahnsinnig und treu, daß weiß Gott im Himmel. . . Aber, Mary, was du oa verlangst. . ., das ist Verbrechen. . . vas ist mehr als das!. . . Es ist unmöglich!" Dein letztes Wort. . .?!" Mein letztes!". . . Und wie ein Keulenschlag fallt es auf die junge Frau hernieder. Sie würde zusammensinken, wenn er sie nicht hielte. . . .Wie sie vor sich sieht, ein Bild des Jammers, was soeben noch strahlend und schön war.wie er ihren angst sollen Blicke fühlt, die sich sehnend und anklagend an seine Lippen heften, als könnte es nicht sein, daß er ihr den :rsten Wunsch abschlagen, die letzte
Litte verweigern konnte. . . da ist er seiner Sinne nicht mehr mächtig. . va dreht sich die Welt im Kreise vor ihm. . . da reißt er sich los und fast
'.wie in jugelnder Erkenntniß ruft er
ihr zu: Ja. . . Ja. . . ich will es thun!" Dann stürmt er wie toll von dan-nen.
Als die Glocke zum vierten Rennen ruft, hat sich für die Sportsmen das Bild wenig geändert. Leutnant von Schollene gilt als sicherer Reiter, und die Gewichtschance hat sich kaum derschoben. Die Flagge fällt, und die Fahrt geh! zhne Aufenthalt am Start von danen. Das Fllnferfeld zieht geschlossen über die Bahn. Timandra" und Eckensteher" halten die letzten Plätze. Später verschiebt sich die Lage. Eckensteher" rückt auf, und Timandra" liegt an seinen Gurten. Endlich, in der Graden, setzt die Stute der Amerikanerin Dampf auf und führt mit einer Länge. Kurz vor der letzten Hürde sieht sich Leutnant von Schollene vorsichtig um und bemerkt, daß Eckensteher" scharf aufrückt. Er greift zur Peitsche und jagt seinem Thiere die Sporen in die Weichen, daß es in wildem Schmerze wie toll emporgeht, über die Hürde stolpert und über seinem Reiter zusam menbricht. Ein Schrei d?s Entsetzens klingt über die Bahn.
Ein schöner Reitertod!" sagt der alte General an Schollenes Bahre, als sich Mary Clarkson in unsäglichem Weh über den Geliebten wirft, der süi sie in den Tod ging. Ob sie es fühlen mag, wieviel dieser Mann ihr geopfert?. . . Sie hat wohl kaum verstanden, warum es so sein mußte und nicht anders sein konnte. Am andern Tage aber melden die Blätter lakonisch im Sportbericht: Die heiße Favoritin Timandra" aus dem Stalle der schönen Miß Mary Clarkson kam an der letzten Hürde zum Sturz, und begrub ihren Reiter, Leutnant von Schollene, unter sich, leider so unglücklich, daß er todt vom Platze getragen wurde. Eckensteher" trug unter solchen Umständen die Westerhagenschen Farben zu leichtem Sieg. Der Totalisator quittirte diese Ueberraschung mit 235:10."
HumolistischcS. Jmmerzerstreut. Beamter: Am 1. October werde ich in den Ruhestand treten." Professor: Auf wie lange?!" Aus der Kinder st übe. Der kleine Otto: Mama, heute hab' ich zum letzten Mal mit dem Karl gespielt, das ist ja ein cii5ant terrible". K'r i l i k. Ich produziere sehr leicht, Gnädigste. . . einen Roman schreibe ich in durchschnittlich sechs Wochen." So schnell?. . . Thun Ihnen da nicht die Finger weh?" Moderne Abfuhr. Protz (zum Freier): Meine Tochter kann ich Ihnen leider nicht geben; aber dort steht der Geldschrank, da können Sie mal tüchtig zugreifen." Vaterstolz. Ich sag' Ihnen, mein Moritzche ist ä zu kluges Kind. Neulich hab' ich Geburtstag und geb' ihm ä Thaler, daß er mir kann machen ä Geschenk. Was thut das Bübche? Kauft ä große Torte, wo er selbst ißt von das Meiste, und läßt se anschrei-(en.
Im Pensionat. Lehrerin: Bilden Sie einen Satz, in welchem die Worte allenfalls und jedenfalls vorkommen. Pensionärin: Wenn allenfalls ein hübscher Mann um meine Hand anhält, so heirathe ich ihn jeden-falls.
Der Erfolg. Humoreske von A. L. In allen Punkten war Secretär Streichler mit seiner Frau zufriedcn. Nur Eines konnte er nicht verschmerzen: daß sie ihm unter keinen Umständen den Hausschlüssel ausliefcrte und strengstens darauf bestand, er müsse jeden Abend Punkt zehn Uhr zu Hause sein. Auch heute wieder hatte er vergeblich lhr Herz zu erweichen gesucht und ging endlich anscheinend sehr verdrossen ohne Hausschlüssel in die Stammkneipe. Wenigstens sah seine unerbittliche Gesponsin das boshafte Gesicht nicht mehr, das er heimlich unter der Thüre schnitt. Der Zeiger rückte schon allmählich auf zehn Uhr zu Frau Cordula saß, ihren Gatten erwartend, mit dem Wochenblättl bei der Lampe da raschelte es plötzlich im Nebenzimmer und zwei vermummte Gestalten erschienen drohend unter der Thüre. Die arme Secretärin vermochte nur noch zu denken: Um Gottes Willen! Nun sind Diebe bei dem offenen Schlafzimmerfenster hcreingestiegen" man wohnte ja parterre! Dann stand ihr vor Entsetzen der Verstand still; sie saß wie gelahmt und sah sprachlos vor Schreck mit an, wie die beiden Gauner Alles durchsuchten, zusammenpackten, wa5 ihnen gefiel, und sich dann wieder aus gleichem Wege entfernten, wobei einer höhnisch bemerkte: Doch gut, daß der Herr Secretär keinen Hausschlüssel hat da kann er nicht unvermuthet heimkommen und Unsereins überraschen!" Die Spitzbuben mußten also die Lebensgewohnheiten der Familie ganz gut kennen. Bald darauf schlug es zehn Uhr. Herr Streichler kam pünktlich heim natürlich ahnungslos. Seine Frau erzählte ihm, noch aufgeregt, den ganzen Vorfall. Er war erst paff, dann wurde er wüthend. Selbstverständlich!" schrie er. Wenn man keinen Hausschlüssel hat! Wenn das Jedermann weiß! Wenn alle Welt die Stunde kennt, zu der man gnädigst eingelassen wird! Aber von jetzt ab wird das anders von jetzt ab führe ich den Hausschlüssel dann kommt so etwas nicht mehr vor!" Er verschnaufte sich und beobachtete heimlich den Eindruck seiner Philippika auf seine Frau. Aber da sah er mit Entsetzen, daß sie während seiner Worte jene eisige Ruhe gewonnen hatte, mit der sie gewöhnlich ihre Hausgesetze zu verkünden pflegte, gegen die es dann keine Rebellion mehr gab. Nein, nein, mein Lieber." sagte sie denn auch schon mit dem ihm wohl bekannten kühlen Lächeln. Ich weiß ein besseres Mittel, daß so etwas nicht mehr vorkommt! Das Gesinde! wagt sich erst auf den Raub, wenn es draußen ganz stille wird Du wirst also künftig um neun Uhr heimkommen!" Er prallte zunächst zurück, schimpfte dann, ersuchte, bat, flehte, beschwor aber es blieb dabei. Sämmtliches Gestohlene fand man anderen Tags im Garten wieder. Die Diebe waren anscheinend verscheucht worden der Herr Secretär verwünschte sie jedoch trotzdem im Innersten, obwohl es zwei Zechbrüder von ihm gewesen waren. Aber ihr Streich war arg danebengelungen.
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Deshalb. Student: Du glaubst nicht an Spiritismus?" Gar nicht. Sag, hat Dir schon ein Geist etwas gepumpt?" Verlorene Wette. Er: ...Gut wetten wir! Um was?" Sie: Wenn ich gewinne, kaufst Du mir ein Kleid!" Er: Gilt! Und wenn Du verlierst?" Sie: Dann brauchst Du mir nur einen Hut zu kaufen!" Reflexion. Immer, wenn ich an' Schwips hab', nimm ich mir vor, nix mehr zu trinken. So an' verruckten Gedanken kann man auch nur haben, wenn man nicht mehr ganz nüchtern ist!"
O! ie 'ü: l:. q.e ric:-:: ui einst über die J:i:::c'::c, t1.. Als vor 20 Jabrei durch ganz Europa Pandc-.ic der Influenza zog, glaubt? man eZ mit einem neuen Krathcitsbild zu th::n zu haben. bcJj die einen abhängig von dm Witterungsrerhältnijien, die andern von d.'r Entstehung eines neuen Jnfektionsträgers abhängig machten. Ein Blick in die Geschichte der Medizin lehrte aber bald, daß die Jnflnenia ihrem Wesen wie Namen nach schon seit Jahrbundcrten vorkam und den alten Aerzten bekannt war, und daß sie gerade so wi: bei ihrem epidemischen Auftreten in Europa in den 80er Jahren plötzlich die Welt überzog, um für Jahrzehnte dann wieder zu verschwinden. Ein werthvollcs Dokument für die Auffassunq der Krankheit in rergange-
) nen Zeiten bildete der folgende Erlaß
der hochfurstlich Wirzburgischen Regierung": Aus verschiedenen Anzeigen ist wahrgenommen worden, daß die ehe-, dem grassirende Krankheit Influenza sich wieder ziemlich im Lande zu zeigen anfange. Um nun deren Verbreitung, so viel möglich, zu hemmen, wird sämmtlichen hochfürstlichen Beamten, Stiftern und Klöstern anliegende Vorschrift der Fürsorgs- und Heilmittel andurch zugesendet, um solche, besonders aus Abgang der schleunigen Hilfe eines Arztes, dem Landmann bekannt zu machen. Tecretum Wirzburg den 27. Junius 1788. Hochfürstl. Wirzburg. Regierung." Als Verhaltungsmaßregeln und Heilmittel werden nun folgende genannt: Die Krankheit, Influenza genannt, fängt gleich einem Entzündungsfieber, oft mit sehr starkem Frost und Hitze an. dabey sich Schnuppen, Katharre, Halsentzündung zeigen; es müssen also die Befallenen den Folgen einer Entzündung durch vieles sauerlechtes, der Fäulniß widriges Getränke und dergleichen Speisen begegnen. Da ferner die Erfahrung lehrt, daß diese Krankheit meistens mit Uneinigkeiten in dem Magen und in Gedärmen verbunden ist, so sind gehörig abführende Mittel bey viclen Kranken theils fehr nützlich, theils ganz nothwendig. Die erforderlichen Getränke sind Molken, Gerstenwasser so auf einer Hand voll roher Gerste mit einer Maaß Wasser gekocht wird; es wird diesem Wasser ein Eßlöffel voll Honig und soviel Essig zugethan, ferner Buttermilch, Wasser von gekochten Aepfelschnitzen und anderen gedörrten Früchten. Die Speisen sind gedörrtes, auch frisches, gekochtes Obst, Suppen von Gersten, Heidegrüze, Haber, Reis. Wenn die Hitze des Kranken und der Durst sehr groß wird, so kann in eine Maaß von obigen Getränken ein auch zwey Quintlein Salpeter gethan werden. Es haben die Kranken sich überHaupt vor kalten Getränken, vor Wein und Fleischspeisen zu hüten, dabey sollen sie sich in oder außer dem Bette ruhig verhalten, sich nicht bedecken und keinen Schweiß erzwingen, die Zimmer rein halten und oft mit Wachholderrauch, auch mit Essig, so über Kohlen in einem Geschirr gelind andämpfet, räuchern und durch öfteres Fensteröffnen die Luft erneuern lassen. Wenn sich die Leibsöffnung verhält, so ist solche durch ein halbes auch ganzes Loth Bittersalz in warmem Wasser aufgelöst zu befördern, ein gleiches kann mit Rhabarber, so mit gleichviel Weinstein und Bittersalz versetzt wird, in kleinen Gaben, als ein auch zwey Theelöffelein vollgenommen, geschehen. Nach der Krankheit sind noch einige Zeit die obgedachten Nahrungsmittel und Getränke und sonst leicht verdauliche Speisen zu gebrauchen, alle Ueberladüngen mit härtern Speisen, starke ErHitzungen, Verkühlungen an feuchten, schattichten Orten, durch vieles kaltes Trinken, kühle und feuchte Morgensund Abendsluft müssen sorgfältig vermieden werden."
, Immer deralte. Professor: Herr Schmidt, dürfte ich vielleicht nach Ihrem Namen fragen?
