Indiana Tribüne, Volume 27, Number 65, Indianapolis, Marion County, 6 November 1903 — Page 3

Jlldiana Tribüne, S. November 1903.

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Nascher Erfolg.

Keinerlei Widerstand auf dem Isthmus gegen neue Negierung. Colombische Truppen find zum Verlassen ihrer Siellung genöthigt. Ausstand in Deutsch-Süd.Wcstasrika nicht harmlos. Mommfen's Bezräbnitz unter leb' hafter Antheilnahme. Kaiser und Zar bei den Conferenzen in Heffen. W. E. Curtis beim Papste im Jn teresse der Ausstellung. Rücktritt des irischen Führers O' Brieu vom Parlament. Colombia. Abfahrt der Regierung s Truppen. C olon, 5. Nov. Oberst Torres, der Commandeur der colomb. Truppen schiffte sich nach einer Conferenz, die Hoffnungslosigkeit der Lage erkennend. um 7 Uhr Abend auf dem kgl. Postdampfer Drinoc" nach Cartagene ein. Der Stadtrath hat die provisorische Regierung seiner Anhänglicheit an die neue Republik versichert. Der amer. Hilfskreuzer Dixie" langte oeben an. Mit dem Orinoc" fuhr noch General Tovar und Stab ab, die in einem Expreß-Zug aus Panama gekommen waren und die Bedingungen der Junta angenommen hatten. Tovar erkannte die Zwecklofigkeit weiteren Widerstan des gegen die provisorische Regierung. Die Arrangements für die Abfahrt waren durch die Bemühungen Com. HubbardS von der Rashville" und der Leiter der Panama-Bahn zu Stande gekommen. Ruhe hält an. Manama, 5. Nov. Alles war gestern Nacht hier ruhig und in Panama kam es heute zu keinerlei Blutvergießen. Nach Depeschen aus dem Innern erregte das Bekanntwerden der Unabhängigkeits Erklärung überall große Freude. Die Regierungstruppen in Penonome, 65 Meilen südwestlich von Panama, haben sich der revolutionären Regierung angeschloffen und jeden Augenblick treffen Telegramme von den bekanntesten Persönlichkeiten aus dem Innern ein, worin sie ihre Anhängliche keit an die neue Republik erklären. Die Revolution verlief in Wirklich keit blutlos, indem bei dem Bombard: ment durch das Regierung?boot Bo gota" nur zwei Chinesen fielen. Auch einige Häuser wurden durch die Schüsse des Kriegsschiffes beschädigt. Die auswärtigen Consuln protestir ten sofort beim Commandeur der Bo gota" gegen die Beschießung der Stadt ohne vorherige Ankündigung. Die revolutionäre Junta erließ ein Manifest zur Erklärung der Ursache der Revolution, in welchem besonders, trotz des hohen Steuerdruckes, auf die voll ständige Vernachlässigung der Wirth schaftlichen Interessen des Isthmus von Seiten der Nationalregierung verwiesen wird. Zum Commandeur der Pacificflotille ist General H. G. Jeffries, in West Point ausgebildet, ernannt. Die pro visorische Regierung hat bereits die Mi litär-Division von Panama unter Ge neral Diaz organisirt. Paris, 5. Nov. Der franz Consul in Panama hat um Jnftruk . & Vft lionen ruancylilcy oer Nevolutton er sucht und Minister Delcasse dürfte in solchen demnächst die Haltung der franz Regierung darlegen. Sie wird allem nach von der Stellungnahme der Ver Staaten nicht abweichen. In Regie rungskreisen mehrt sich das Gefühl daß die Revolution günstig auf den Canal einwirkt. Die Aktien der franz Canal-Gesellschaft. die bis jetzt ständig heruntergingen, sind gestern schon wie der gestiegen. Oberst Torres. Colon, 5. Nov. Die Regierungstruppen hatten sich gestern Nacht vor die Stadt zurückgezogen. Heute früh marschirte aber Oberst Torres nach der Mitte der Stadt, was zur abermaligen Landung von amerikanischen Marinesoldaten führte. Nach Mittheilung des Commandeurs der Nashville" an die Assoc. Presse lehnte Oberst Torres einen Rückzug der Truppen nach dem Standquartier der

Nacht, Monkey Hill. eine Meile von

Colon, unter der Begründung ab. daß der Platz ungesund für die Soldaten ei. Der Commandeur Hubbaro glaubt nicht, daß die colomb. Truppen einen Angriff auf die amerikanischen wagen, die Barrikaden aus Baumwoll-Ballen errichtet und sich im Bahngebäude ver chanzt haben. An Bürger ließ Hub- j bard etwa 50 Gewehre vertheilen. Oberst Torres erklärt, jede Truppe, die von Panama kommt, bekämpfen zu wollen. Die neue Republik. Panama, 5. Nov. Die Regierung der neuen Republik von Panama erhält beständig Glückwünsche aus Pa. ris, London, den mittelamerikanischen Republiken und fast von allen anderen Theilen der Erde. Bezüglich Colons, wo die von dem Kreuzer Cartagena" gelandeten Regicrungstruppen noch immer lagern, ist noch immer keine Entscheidung getrofen. Die Regierung von Panama rifft alle möglichen Maßnahmen, um Blutvergießen zu vermeiden; indessen hört der Correspondent der Associirten Presse, daß dem Obersten Torres in Colon ein Ultimatum übersandt wurde heißt darin, falls er das großmü hige Anerbieten, den Regierungstruppen freien Abzug nach Savanilla zu gestatten, nicht annehme, so würden die Truppen der Republik Panama zum Angriffe auf Colon beordert werden. Aus dem Inneren des Isthmus treffen zahlreiche ErzebenheitZ Dep.'fchen ür die neue Regierung ein. Haltung der europ. Mächte. London, 5. Nov. Die amtliche Haltung Britannien's geht dahin, daß es sich bei den Ereignissen in Panama ediglich um eine Angelegenheit der Vcr. Staaten handle. Auch die übrigen diplomatischen Kreise scheinen diese Auffassung, die zugleich eine verhältnißmüßige Apathie bedeutet, zu thei' en. Die Frage der Anerkennung der Unabhängigkeit von Panama hängt von dem Vorgehen Amerikas ab. Berlin, 5. Nov. Deutschland wird sich gegenüber der politischen Seite der Panama - Revolution vollkommen indifferent verhalten. Man nimmt an. daß Revolutionäre und Regierungsruppen die Rechte der deutschen Bürger in Panama respektiren werden. Wahrscheinlich wird der Commandeur des deutschen westindischen Geschwaders ein Schiff nach Colon entsenden. Falls nöthig, werden auch deutsche Marine Truppen zusammen mit amerikan. und englischen gelandet. Jedoch werden die überwiegenden Interessen Amerikas auf dem Isthmus anerkannt und Deutsch' land wird keinen Schritt unternehmen, I . . L von oem es man voroer wem. oan er den Ver. Staaten genehm fein kann. Deutschland. Der Aufstand in Dar: araLand. London. 6. Nov. Nach dem Capstadt-Correspondenten der Daily Mail" verdoppelten -die aufrührerisch? Stammesleute in Damara Land, Deutsch-Südwest-Afrika. ihre Anstren gungen, als sie hörten, daß Verstärkun gen gegen si? im Anzüge seien. Es gelang ihnen, das Fort Warm bad einzunehmen, sie brannten Fort und Dorf nieder, massatrirten alle Deutschen und nahmen die englischen Familien gefangen. Eine Hilfstruppe aus dem Norden gerieth inzwischen mit zahlreichen Ein geborenen in einen heftigen Kamps, dessen Ausgang noch nicht bekannt ift Momm sen's Begräbniß. Berlin, 5. Nov. Unter zahl reicher Betheiligung von Gelehrten, Diplomaten, Ministern und Deleqaten des Auslandes fand heute die Beerdi gung des Historikers Mommsen statt. Der Kaiser war durch den Kronprin zen Friedrich Wilhelm vertreten, der in denen Auflrage einen Strauß aus Chrysanthemums und Palmen am Sarge niederlegte. .Die Trauerfeier wurde in der Kaiser Wilhelm Gedächt nißkirche abgehalten. Mommsen's Kinder, von denen 12 unter den 16 noch leben, waren alle mit den Enkeln an wesend, die Wittwe war jedoch zur Betheiligung zu krank. Unter der Versammlung befanden sich Delegationen aus Wien, Leipzig und anderen Universitäten. Auf einem der Vordersitze in der Kirche saß der achtzigjährige Maler Menzel, einer der wenigen überlebenden Zeitgenossen auS Mommsen'S jüngeren Tagen. Die Leichenrede hielt Professor Harnack nach Mommsen'S letztem Willen der einzige Redner bei dem Begräbniß

vor seiner Rede verlas er den 90. Psalm und der Chor sang Hymnen. Abgesehen hiervon, trug der Trauergottesdienst keinen religiösen Charakter. Der Leichenzug nach dem Dreieinig-keitS-Friedhof ging durch eine entblößten Hauptes dastehende Menschenmenge. Zin leerer königl. Wagen folgte dem Sarg; der Kronprinz war unmittelbar

von der Kirche zum Schlosse zurückgeehrt. Kaiser und Zar. E g e l s b a ch , Großherzogthum Hessen, 5. Nov.. Kaiser Wilhelm traf hier aus Wiesbaden ein und wurde am Bahnhof vom Zaren, dem Großherzog von Hessen und dem Prinzen Heinrich von Preußen empfangen. Die Fürsten küßten sich auf beide Wangen und fuhren dann zum Frühstück nach Wolssgarten. Im Schlosse zu Darmstadt fand inzwischen eine ängere Besprechung zwischen Kanzler Bülow und dem russischen Minister des Aeußern, Lamsdorff, statt. Zur BeHandlung stand auch der Handelsverrag zwischen Deutschland und Rußand. Berlin, 5. Nov. Beim Frühtück in Wolfsgarten fanden keine Reden statt. Nachmittags spielten Kaiser und Zar Tennis; Abends war Gala Diner, an dem auch Bülow und Lamsdorff theilnahmen. Der Kaiser reiste urz nach 10 Uhr Nachts ab, auf den Bahnhof vom Zaren, dem Prinzen Heinrich von Preußen und dem Großherzog von Hessen geleitet. Nach dem Tageblatt bezog sich die gestrige Conferenz im Darmstädter Schlosse zwischen Bülow und Lamsdorff über die Lage auf dem Balkan und im fernen Osten. Nach dem Petersburger Correspondenten des Blattes kehrt der Zar am 19. Nov. zurück, ohne Copenhagen zu besuchen. Italien. CurtisbeimPapst. Rom. 5. Nov. Wm. E. Curtis wurde heute vom Papste empfangen und überbrachte ihm die Einladung als Comissar des Hg. Stuhles einen kirch lichen Würdenträger auf die t. Lout ser Ausstellung zu senden, neben der Ausstellung der Schätze des Vatikans. Der Papst dankte und erklärte sich tt reit, wenn möglich beide Gesuche erfül len zu wollen. Entrüstung gegen Behring. Rom, 5. Nov. Capri's Bewohner sind entrüstet über den Plan des Pro fessors Behring, die von der Familie des Kanonenkönigs Krupp gekaufte Villa in ein Sanatorium für Schwind süchtige und Laboratorium zur Herftelluna des Anti - Diphterie - Serums umzuwandeln. Der Ruf der völlig auf die Fremden angewiesenen Insel müsse hierdurch g schädigt werden. Verschiedene Parla ments-Abgeordnete sind an dem Pro teste interessirt und die Bewohner Hof fen, Behring's Plan zu durchkreuzen. Grobbritannien. Riß in den irischen Reihen. London, 5. Nov. Wm. O'Brien, irischer Nationalist, hat sich entschlossen. aus dem Parlament und der Leitung der irischen Liga auszuscheiden. Der Rücktritt scheint durch Sexton und Michael Davitt erzwungen. Im Bunde mit O'Brien konnte bisher John Redmond die Führerschaft der Partei behaupten, aber das heutige Ereigniß wird wahrscheinlich zur Zersplit terung in den Reihen der Nationalist! schen Partei führen. Die armenischen Morde. London, 5. Nov. Die Polize ist jetzt überzeugt, daß S. Aangc, Mörder der beiden armenischen Dele gaten und durch Selbstmord geendet, mit dem Mörder des Präsidenten der armen. Revolutions-Gesellschaft, Sfr gatele. Sagouni, gleichbedeutend ist. Die Hentchaliot Gesellschaft ist schrei gelähmt und fürchtet, daß ihre Gegner, die Altaristen, ihren Vernichtungskrieg fortsetzen werden. Frankreich. Zur Feier inNewOrleans. Paris, ö. Okt. Botschafter Por ter ist davon verständigt, daß die Re gierung am 13. Dezember ein Kriegs schiff nach New Orleans sendet, um an der Feier der Abtretung Louisiana's durch Frankreich theilzunehmen. Eine schön ausgestattete Einladung der Stadt New Orleans an Präsiden Loubet und die Minister wurde von Botschafter Porter überreicht und die Folge ist die Entsendung des KnegS fchiffs.

Appell der HumbertS verworfen. Paris. 5. Nov. Der Kassations-

Hof verwarf heute die Berufungsgesuche der Mitglieder der Humbert Familie, die am 22. August wegen deS Cramord'schen Millionen-Schwindels zu 2 bis 5 Jahren Gefängniß verurtheilt worden waren. Dupuy opponirt. Paris, 5. Novbr. Im Senate begann heute die Debatte über den Anrag auf Aufhebung des Falloux.Geetzes. wodurch ein Monopol der Er-ziehungS-Institute geschaffen würde. Der Saal wie die Gallerien waren ge füllt. Hauptereigniß war die Oppoition des früheren Ministerpräsidenten Dupuy, der die Aufhebung desGeetzes als ernste Gefährdung der Frei-heits-Principien bezeichnete. Die Debatte kam nicht zum Schlüsse. Niederlande. Venezuela Tribunal. Im Haag, 5. Novbr. In der heutigen Sitzung des Venezuela-Tri bunals trat der deutsche Agent Buenz für die Vorzugs Forderungen der Blockade - Mächte in die Schranken. Sie gründen sich auf das feierliche Versprechen des Präsidenten Castro vorder Aufhebung der Blockade, alle Ansprüche der Blockademächte zu befriedigen und genügende Sicherheit durch die Zoll-Einnahmen zu stellen. Deutschland sei im Juni 1902 zu schiedsgerichtlicher Schlichtung bereit gewesen, allein Venezuela gab keine Antwort. Ohne Krieg, fügte der deutsche Agent bei, wäre somit nichts erreicht worden und Gleichheit der BeHandlung sei daher eine Ungerechtigkeit gegen die Blockademächte. Nachher sprach für Großbritannien General Ginlay, besonders die seinerzeitige Rede des früheren amerikanischen Anwalts Wayne McVeagh kritisirend. San Domingo. Die Revolution. C a p Hayti, 5. Nov. Ein dominik. Kreuzer, mit der Blockade von Puerto Plata beauftragt, ist jetzt nach Cap Haytien unterwegs, um ein franz. Schiff abzufangen, das verschie dene Revolutionsführer an Bord haben soll. Die provisorische Regierung hat be schlössen, Santiago de Los Caballeras zur neuen Hauptstadt zu machen. Schisssnachrickten. A n g e k o mm e n. Liverpool : Teutomc" von New York. Havre : La Torraine" von New York. Neapel: Prinzeß Irene" von New Äork. New York: Mongolian" von Glas gow und Moville. Abgefahren : Cherbourg : Kaiser Wilhelm II.' . nach New Aork. Queenstown: Oceanic" nach New Bork. Bremen : Nord America" nach New York. New York : La Touraine" nach Havre ; Rhineland" nach Bremen ; Brig Oscar" nach Genua und Neapel ; Numidiun" nach Glasgow. B i e jährliche Ei ntvand e r u n a nach London beläuft sich auf rund 22,000 Köpfe. Ein Fünftel der Einwanderer sind Ausländer. Das größte Bronzest a n d b i l d . das je gegossen worden ist. ist das 1699 in Paris errichtet: Denkmal Ludwigs XIV. Es wiegt fast 600 Centner. Die größte hölzerne Bildsäule der Erde ist in Tokio. Japan, zu sehen. Sie ist Fuß hoch, und im Kopfe der Figur finden 20 Personen Pla. Gegen den Schnellig-keits-Wahnsinn. Die Ezekutive des Deutschen Automobilklubs" hat den Beschluß gefaßt, eine internationale Konferenz einzuberufen. Es soll auf dieser berathen werden, wie dem rücksichtslosen Drauflosfahren von Automobilfexen begegnet werden kann. Der Schritt des Klubs wird allgemein mit Freuden begrüßt, denn die Gefahr für Leib und Leben, welche der stetig zunehmende Gebrauch von Automobilen mit sich bringt, wächst in gleicher Proportion. Grdankcnsplittcr. ' Ans einen, der durch feinen Charakter un. glücklich ist. kommen zehn, die durch ihre Cha. rakterlosigkeit glücklich sind. Keiner ist fo übermüthig, als ein Dumm, köpf, dem etwas geglückt ist. Wanim so qnalvoll ist da Zahnereißen? Weil man den Schmerz dabei nicht kann ver beißenl Wenn jeder auf das Recht fo erpicht reäre, wie auf fein Recht, fo brauchten wie weniger echtögelehrte.

AlÄrrvaudctricb in Egyptcn. Bewäcrttttgkanlagkn. Produkte un? primi tlvt BoSenbcarbeitung. Der Betrieb des Ackerbaues in Egypten ist nach einem Bericht in den Mittheilungen der deutschen Landwirthschaftsgesellschaft" sehr einfach. In den bewässerten Niederungen wird die Aussaat häufig ohne vorheriges Umpflügen des Landes vorgenommen. Auf Scharakiländereien, d. h. auf Ländcreien. die zu hoch liegen, um überschwemmt lrerden zu können, und die entweder durch perennirende Kanäle cder durch Schöpfwerke das ganze Jahr hindurch oder durch'Berieselungskanäle im Herbst zur Zeit des Hochwassers bewässerbar sind, kommt es manchmal vor, daß man das Wintergctreide oder den Klee auf den trockenen, unaufgewühlten Boden sät und den Samen dann unterpflügt. Aber auch dann, wenn das Land zur Aussaat vordere!tet wird, geschieht das meist in obersachlicher Weise. Das Geräth, das der Fellah (egyptischer Bauer) ausnahmslos dazu benutzt, ist der uralte HakenPflug, der sich aber von dem anderwärts, so in Spanien und vielen Ländern Süd- und Mittelamerikas gebräuchlichcn, dadurch unterscheidet, daß er nicht, wie dort, nur einen Sterz, sondern deren zwei hat und daß die zwischen diesen angebrachte Deichsel in der Weise verstellbar ist. daß der Pflug in drei verschiedenen Tiefenlagen in die Erde eindringen kann. Die zungenförmige Schar, die die Erde nur aufwühlt, nicht umwirft, ist stets mit Eisen beschlagen. Dem Pflügen läßt man manchmal ein Walzen mit einem Balken oder einem Palmenstamm folgen, während man für gewöhnlich die Auflösung der Schollen dem Wasser überläßt. Weizen, Gerste und Klee werden breitwürfig, Mais, Durra, Baumwolle und die Hülsenfrüchte dagegen in Hacklöcher gesät. Letztere werden manchmal ohne vorherige Umwühlung des Bodens gemacht, häufiger aber wohl, nachdem er entweder mit der Hacke oder dem Pflug umgebrochen worden ist. Ersteres kann natürlich nur von kleinen Landwirthen auf kleinen Parzellen geschehen. Zum Zweck der Bewässerung wird das ganze Ackerland durch kleine, kaum fußhohe, mit der Hacke gemachte Erdwälle in Niederbeete von etwa zwei Jards Breite und zwei Fards Länge zerlegt, in die. nachdem die Umwallung von einem Ende aufgestochen ist, das Wasser so lange einströmt, bis es das ganze bassinartige Beet bis zum obersten Rand der Walle aufgefüllt hat. Weizen und Gerste werden mit einer gezähnten Sichel, manchmal kurz unterhalb der Aehren, geschnitten, die Hülsenfrüchte werden mit der Hand ausgerauft; vom Mais und der Durra werden die ganzen Stengel abgehauen und erst später d;e Kolben beziehungsweise Büschel ausgebrochen. Das Ausdceschen von Weizen und Gerste erfolgt meist mit sögenannten Noragsschlitten, zwischen deren Kufen an drei Holzwellen je drei bis vier eiserne Scheiben angebracht sind, die, beim Fahre der Schlitten sich drehend, die Gräser und Halme zerschneiden. Gereinigt werden die Körner in sehr unvollkommener Weise durch Werfen gegen den Wind.

Berufe der Neichstagsmitglieder. Durch jahrelange Beobachtung hat man herausgefunden, daß man die Beschäftigungen und Berufe der Abgeordneten im deutschen Reichstage in die folgenden Berufs-Kategorien unterbringen kann, nämlich UniversitätsProfessoren, Arbeiter-Vertreter, Bauernbündler, Aerzte, Beamte und Angestellte. Lehren Rentner, geistliche, Schriftsteller und Redakteure. Gewerbetreibende und Industrielle. Gutsbesitzer und Juristen. Am zahlreichsten sind gewöhnlich die Gutsbesitzer und LandWirthe vertreten, dann folgen die Juristen, dann die Schriftsteller und Redakteure. dann Geistliche und Gewerbetreibende und die Vertreter von Handel und Industrie. Diese Zusammensetzung verschiebt sich zwar in jeder LegislaturPeriode, immerhin ist sie bis zu einem gewissen Grade konstant. Das Durchschnittsalter der Neichstagsmitglieder bewegt sich zwischen 50 und 60 Jahren. Es gibt ja, besonders unter den sozialdemokratischenAbgeordneten, sehr junge Leute, die oft kaum 30 Jahre erreicht haben, und es gibt wiederum sehr alte Herren in anderen Parteien, die mehr als 70, ja 80 Jahre alt sind. K ü n st l i ch e s S ch n e e g e - st ö b e r wird den Besuchern der St. Louiser Ausstellung im Refrigeratorgebäude als besondere Ueberraschung bereitet werden. Der Ingenieur wird ein einziges Rad in Gang bringen und sofort werden sich so und so viele andere Räder in Bewegung setzen und in der nächsten Minute aus der Höhe Schneeflocken zu fallen beginnen. Das Gesiöber wird stärker und immcr stärker werden und man wird sich nach Norden oder Nordwesten und in den Winter versetzt glauben. Uebel angebrachter Scherz. Der in Starnberg. Bayern, beschäftigte 39 Jahre alte ledige Taglöhner Jakob März von Percha nahm auf dem Rückwege von der Arbeit, um sich elcktrisiren zu lassen." von der elektrischen Leitung einen locker herabhängenden, zum Befestigen der Stange bestimmten Draht in die Hand und legte diesen an die sogenannte Hochspannung an. März wurde sofort durch den elektrischen Strom getödtet.