Indiana Tribüne, Volume 27, Number 63, Indianapolis, Marion County, 4 November 1903 — Page 5
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Tie Fürstin JabZonska. Eine Badesensation von Hermann Heinrich. Wer im Sommer des Jahres 13DG seinen Auftnthalt in dem vornehmen Nordseebade genommen hatte, wird sich unzweifelhaft jener Fürstin Jablonska erinnern, die wie ein glänzendes Meteor am Himmel des Badelebens aufging, kurze Zeit den Mittelpunkt der aristokratisechn Gesellschaft bildete, jeden, der in ihre Nähe kam, mit dem Reiz ihrer eigenartigen Persönlichkeit fascinirte, und dann wie ein Meteor plötzlich verschwand. Die Gesellschaft stand damals vor einem Räthsel. Durch die Mittheilungen meines Freundes, des berühmten Pianisten Waldemar Zeisler, bin ich in den Stand gesetzt, das Räthsel zu lösen, und da mein Freund selbst auf längere Geheimhaltung des interessanten Vorganges keinen Werth legt, so fühle ich mich um so weniger dazu veranlaßt, als die Heldin dieser merkwürdigen Geschichte, wie die Zeitungen melden, kürzlich verstorben ist. Waldemar Zeisler hatte Norderney aufgesucht, um sich von den Anstrengungen einer Concert - Tournee, die sich bis in den Juli hinein erstreckt hatte, zu erholen und seine abgespannien Nerven zu kräftigen. Zur Wahl dieses Badeortes hatte der Umstand beigetragen, daß der an das Leben in der großen Gesellschaft gewöhnte Künstler auf den Reiz einer vornehmen Geselligkeit auch im Bade nicht verzichten wollte und in Norderney einen Freund und Studiengenossen, Grafen Naven, einen ebenso liebenswürdigen als geistig angeregtenMann. wiederfinden sollte. Um möglichst ungenirt zu leben, hatte, er sich als Privatier" in die Badeliste eingetragen, konnte aber, als er sich eines Abends im großen Saale des Kurhauses befand, der Laune des Augenblicks nicht widerstehen, sich an den Prachtvollen Flügel zu setzen und in freier Phantasie seinen Gefühlen musikallsehen Ausdruck zu geben. Die Aufmerkfakmeit der Gesellschaft war sofort gefenelt, und am Schluß des Bortrags lohnte ein begeisterter spontaner Beifall der Zuhörer dem Künstler. In Gesellschaft seines Freundes verließ er schnell den Saal, um sich in einen abgelegenen Theile des Kurgartens zu begeben. Darf ich Sie bitten, Herr Graf, mich mit Ihrem Freunde bekannt zu machen?" Eine Dame von hoher, schlanker Erfcheinung war es, die, aus dem Dunkel des schattigen Laubganges heraustretend, diese Worte an den Grafen richtete. , Fürstin Jablonska!" 'Waldemar hatte den Namen schon gehört und die gefeierte Dame bereits aus der Ferne gesehen. Mit einem Gefühl innerer Opposition trat er ihr entgegen. Seine selbstständige Natur sträubte sich, dem Zuge der Menge zu folgen und seinen Nacken unter eine Herrschaft zu beugen, die diese Dame allerdings in der geistreichsten und liebenswürdigsten Art ausübte. Sie sind der Pianist Waldemar Zeisler?Bitte, der Privatier." Ich werde Ihren Wunsch, unbekannt zu bleiben, selbstverständlich respektiren, Herr Zeisler. Die große Menge da drin mag in Ihnen immerhin den begabten Dilettanten bewundern. Ich weiß, so spielt nur ein Künstler." Waldemar Zeisler konnte . sich dem wohlthuenden Eindruck dieser so schlicht und natürlich klingenden Anerkennung nicht entziehen. Zugleich aber lauschte er auf den sonoren Klang der Stimme, dieser eigenartig dunkel gefärbten Altstimme, die er schon einmal gehört zu haben glaubte. Die Herren begleiteten in lebhafter Unterhaltung die Dame in den Theil des Kurgartens, der durch tausend elektrische Flammen und entzückende farbige Lichtarrangements taghell erleuchtet war und nahmen an einem Tische Platz. Die Fürstin öffnete eine goldene Tabaksdose, drehte mit geschickten Fingern einige Cigaretten und präsentirte sie den Herren. Diese langten zu, gaben der Fürstin Feuer und bewunderten im Stillen die Grazie, mit der sie selbst die Cigarette zum Munde führte. Die feine, zarte Hand mit dem funkelndenSolitär kam dabei auf die wirksamste Weise zur Geltung. Die Augen der Gäste an den anderen Tischen waren mit Interesse auf die kleine Gruppe gerichtet. Ich gestehe offen, Herr Zeisler, daß ich aus purem Egoismus um Ihre Bekanntschaft gebeten habe. Sehen Sie, da fern an der Küste lebt ein Fischervölkchen in tiefer Armuth, in maserieller und geistiger Bedrücktheit, und dabei ist es doch von einer geradezu rührenden Herzensgüte. Ich habe mit dem Lehrer gesprochen, der natürlich die Armuth Uz Fischer theilt, aber geistig weit über ihnen steht. Der größte Schmerz ist diesem braven netien Menschen der Mangel einer Orgel in der einfachen Dorfkirche. Er muß mit seiner schwachen, angestrengten Stimme den rauhen Gesang der Armen leiten und geht auf diese Weise dem Ruin entgegen. Wie wäre es, Herr Zeisler, wenn wir den Leutchen die Orgel schenkten?" Wir?" Ja, und ich denke so: Wir veranstalten ein Concert mit Angabe, des Zweckes und laden die Badegesellschaft
dazu ein. Der Gedanke rumort mir längst im Kopf, es fehlten nur die Künstler. Diesem Mangel ist abge--holfen, Herr Zeisler, wenn Sie Ihre Mitwirkung zusagen. Einige Lieder, einige Deklamationen zur Abwechslung, den Prolog verfasse ich selbst, Entree nach Belieben, der Wohlthätigkeit sind keine Schranken gesetzt meinen Sie nicht, daß wir die paar tausend Mark zusammenschlagen?" Der Graf stimmte begeistert zu, und der junge Künstler konnte nicht Nein sagen, ja er verstand sich sogar dazu, im Interesse der guten Sache den Privatier" mit dem Pianisten zu vertauschen. Noch an demselben Abend wurde die Idee der Badegesellschaft bekanntgegeben und von dieser mit Begeisterup.g aufgenommen. Gedankenvoll ging Waldemar an der Seite seines Freundes dem Hotel zu. Der Graf sprach von der Fürstin in Worten hoher Bewunderung. Und diese Sorge für die religiösen Bedürfnisse des armen Fischervolkes nennt sie Egoismus. Eine herrliche Frau!" Waldemar schwieg längere Zeit. Dann entgegnete er langsam: Ich weiß nicht, ich werde dieser Frau gegenüber ein gewisses unbehagliches Gefühl nicht los. Diese Gestalt, diese Bewegungen, dieser Cigarettenduft, und vor allen Dingen diese Stimme ich habe das alles schon einmal mit einer Deutlichkeit wahrgenommen, daß ich glauben möchte, ein Doppelspiel dieser Art sei in der Natur nicht möglich." Du glaubst also an Identität?" Ich scheue mich, es zu glauben, denn jenes Pendant der Fürstin, von dem ich spreche, war eine Bettlerin, und zwar eine recht raffinirte." Waldemar!" Der Graf lachte herzlich, und er mußte die Gedanken des Freundes auch dann als Hirngespinste bezeichnen, als dieser ihm die Einzelnheiten jener Bekanntschaft mitgetheilt hatte. Dein selbstständlges Gefühl empört sich gegen die Ueberlegenheit dieser Frau, das ist alles. Lerne sie nur erst näher kennen, und Du wirst sie verehren wie wir alle. Morgen machen wir ihr unsere Aufwartung." Die Voraussage des Grafen ging vollständig in Erfüllung. .Bei den Vorbereitungen zum Concert, die die Fürstin mit Energie und Umsicht betrieb, trat ihr Waldemar näher, und auch auf ihn übte ihre vornehme Erscheinung und die wunderbare Verbindung von Herzensgllte und Geistesreichthum den gewohnten Zauber aus. Zuweilen erschien sie ihm geradezu als die Verkörperung der wahren menschlichen Größe. Dessenungeachtet konnte er die geheime Stimme in seiner Brust nicht zum Schweigen bringen, und wäs der laute, geräuschvolle Tag unterdrückte, das brachte der nächtliche Traum zur Entfaltung. Dieser Zwiespalt beunruhigte ihn so, daß er im Geheimen beschloß, gleich nach dem Concert den Platz zu verlassen, um in einem anderen Badeort das Gleichgewicht seiner Seele wiederzugewinnen. So war der letzte Tag herangekommen, an dessen Abend das Concert stattfinden sollte. Es war gegen 11 Uhr Vormittags, als Waldemar in großer Ausregung zum Grafen kam. Ich habe soeben durch einen Zufall erfahren, daß die Fürstin morgen mit dem ersten Zuge abreist. Weißt Du etwas davon?" Rein," entgegnete der Graf betroffen. Da haben wir's also! Heute Abend übernimmt sie als Vorsitzende des Comites die Concerteinnahme und morgen in der Frühe " Aber Waldemar!" rief der Graf empört. Zu welchem unedlen Verdacht verleitet Dich Dein Mißtrauen!" Waldemar rieb sich die Stirn. Man sollte es in der That nicht für möglich halten. Doch gleichviel, ich muß Gewißheit haben, und ich will sie mir an der sichersten Quelle, bei ihr selber, holen. Ich bitte Dich, Georg, Zeuge unserer Unterredung zu sein. Nur unter dieser Bedingung kann ich heute Abend spielen." Wenn Du die nöthige Schonung walten lassen willst " Die nöthige Schonung, aber auch die nöthige Klarheit. Die Freunde gingen und wurden sofort emvfanaen. Mit bezaubernder ebmswmdlgkeit trat ihnen die FUrstin entgegen und bat sie, Platz zu nehmen. Was verschafft mir die Ehre, meine Herren?" Ein Bedenken meines Freundes," entgegnete der Graf, ein Bedenken, das, so unbegründet es erscheint, ihn doch tief beunruhigt. Sie allein sind im Stande, es zu beseitigen. Es ist ihm nämlich der Zweifel gekommen, ob die Fischersleute da drüben wirklich all die Mühen und Opfer werth sind, die ihnen gebracht werden sollen." Aber sicher, Herr Zeisler," entgegnete die Fürstin mit überlegenem Lächeln. Was bringt Sie übrigens noch in letzter Stunde auf diesen eigenthümlichen Gedanken?" Eine Erfahrung, Fürstin, die mir einst eine sehr herbe Lehre gegeben hat, und die ich nie verwinden kann." Oh!" sagte die Fürstin mit liebenswürdigem Spott. Darf man denn hören, welche schmerzliche Erfahrung das gewesen ist?" Wenn Sie gestatten, sehr gern." Er holte tief Athem, während sich die Fürstin lässig in ihren Sessel zurück-lebnte.
303 veroame meme luniuerijaze Ausbildung der Munificenz der Gräsin Dornberg, der Tante" er nickte zum Grafen hinüber meines Freundes Raven. Diese Dame war wegen ihrer Wohlthätigkeit bekannt und gesucht; sie war aber auch, was die wenigsten Bittsteller ahnten, sehr vorsichtig und gab nur nach eingehender Recherche. Eines Tages wurde ihr ein Band Gedichte zugesandt. Die Verfasserin schilderte ihre Noth in grellen Farben und bat um Abnahme des Werkes. Natürlich hoffte sie dabei, das lag unausgesprochen zwischen den Zeilen, auf ein Geschenk. Das Ganze erschien als eine verschleierte Bettelei. Ich las die Gedichte, sie waren weder gut noch schlecht, literarisches Mittelgut, das alljährlich in Massen auf den Markt geworfen wird und spurlos wieder verschwindet. Die Verfasserin nannte sich Johanna Maydonald." Die Fürstin gab ihrem Körper einen Ruck und sah, den Kopf etwas vorgebeugt, Waldemar starr an.' Eine Engländerin, scheint es," sagte sie mit tonloser Stimme. Möglich," entgegnete Waldemar ruhig. Jedenfalls war mir derName vollständig unbekannt. Da die Grasin unwohl war und sonst keine Vertrauensperson zur Hand hatte, so bat ste mich um die Recherche. Ich ging. Berlin X., Müllerstraße 134, vier Treppen. Das Schild an der Thür des Zimmers zeigte den Namen. Die Dame war nicht zu Hause, aber die Wirthin ösfnete mir das Zimmer, und da sie sich eben mit Frau Johanna Maydonald gezankt hatte, so zeigte sie die Offenheit gereizter Freundinnen. Der Duft von türkischem Tabak schlug mir entgegen. Frau Maydonald rauchte nämlich Cigaretten. Hunderte von Büchern an den Wänden und eine Handdruckpresse, das war die Ausstattung. Ich fand Gedichte, Erzählungen, Romane von allen möglichen unbekannten Autoren. Die ingeniöse Dame kaufte bei den Verlegern die Restbestände, versah sie mittels der Handpresse mit neuem Aufdruck und sandte sie als eigenes Fabrikat in die Welt hinaus. Das Geschäft mußte ganz gut gehen, denn eine Menge von Postanweisungsabschnitten lagen auf dem Tisch. Während ich mich umsah, trat die Dame ein. Ich hatte eine sehr eindringliche Unterredung mit ihr, und nur ihren inständigen Bitten und Versprechungen war es zuzuschreiben, daß ich von einer Anzeige absah. Diese Dame steht mir noch so genau vor der Seele, so genau aber Fürstin, was ist Ihnen?" Die Fürstin war bei den letzten Worten mit einem Schrei zurückesunken und bedeckte ihr Gesicht mtt den Händen. ' Schweigen Sie!" , Die beiden Freunde wechselten einen Blick; dann trat der Graf an sie heran und flüsterte: Fürstin, Sie wollen moraen früb reisen?" HU6) 0a; Reisen Sie heute noch! Reisen Sie mit dem nächsten Zuge! Ich werde Sie bei der Gesellschaft entschuldigen." Die Dame raffte stch auf und gewann ihre Fassung wieder. Ja, thun Sie das. lieber Graf! Ein Todesfall in der Familie, das sagt alles. Adieu, meine Herren." Die Herren verbeugten sich förmlich und gingen. Der Erfolg des Concertes übertraf alle Erwartungen. Waldemar spielte mit ungewöhnlichem Feuer und konnte an den Lehrer des Fischerdorfes sechstausend Mark zur Anschaffung einer Kirchenorgel abliefern. Der Lehrer nahm sie mit aufrichtigem Dank in Empfang und bedauerte nur, daß er seine Erkenntlichkeit nicht auch der Fürstin aussprechen konnte. Ach, sie war doch eine gute, eine großartige Frau!"
Alte Schwimmart der Engländer. Anläßlich des unlängst von dem Schwimmkünstler Holbein wieder vorgenommenen Versuches, den Canal zwischen Dover und Calais zu überschwimmen, dürfte es nicht uninteressant sein, zu erfahren, wie solche Versuche vor hundert Jahren ausgeführt wurden. Die englischen Schwimmer stellten sich nämlich zu solchen Dauerschwimmübungen eine Art Hilfsmittel her, bestehend aus zwei ineinander steckenden, blechernen Büchsen, die die Form von Botanisirbüchsen hatten und etwa zwanzig Zoll lang waren, während die größere fünf Zoll, die kleinere einen Viertelzoll weniger im Durchmesser hatte. Beide Blechbüchsen waren mit Oelfarbe bestrichen und je mit zwei schmalen Riemen und Schnallen versehen. Der Schwimmer schnallte sich die kleinere Büchse vor die Brust, die größere in der Gegend der Schultern auf dem Rücken, und konnte so nie tiefer als an die Brust untersinken auch im Fall plötzlicher Schwäche und gleich bequem das Brust-, Rücken und Seitenschwimmen ausführen. Edward Hoover's lehte Soffnnng. Die Verwandten des zum Tode der. urtheilten Mörders Edward Hoover haden an den Gouverneur das lAesuÄ gerichtet, die Todesstrafe in lebensläng liche Zuchthausstrafe umzuwandeln. Sie behaupten, daß Hoover zur Zeit, als er die That beging, nicht im vollen Besitze seiner geistigen Kräfte war. ' .7
Ans den Gerichtshöfen.
Di e Fälle der S pieler verschoben. Die Fülle deZ Pool-Room-Besitzers Mike Toomey und seiner 9 Angestellten, welche heute Nachmittag zur VerHandlung gelangen sollten, wurden auf morgen Nachmittag verschoben. Die 17 Crapspieler, welche gestern vom Sergeanten Scheigert in Bill Armitage's Spiellocal in so schneidiger Meise überrumpelt und verhaftet nrnr den, wurden auf den 7. resp. 12. Novbr. verschoben. Onkel Sam läßt sich nicht leicht bemogeln. Unter den Anklagen, welche die Geschworenen zu untersuchen haben, befindet sich auch die gegen Patrick Hart man, welcher beschuldigt ist. in betrügerischer Absicht auf eine Pension Anspruch erboben zu haben. Zur Zeit, als der Bürgerkrieg seinem Ende nahe war, ließ er sich für das 147. JndianaRegiment anwerben. Bald darauf aber kam er zu der Ansicht, daß es für feine Person doch sicherer wäre, wenn er dieselbe nicht den Kugeln der Conföde rirten aussetzte. Er engagirte hierauf John T. Shoemaker, welcher zur Zeit in Iowa ansässig ist, als Stellvertreter. Dieser ging in den Krieg unter dem Namen Patrick Hartmann und als solcher würd er auch entlassen. Vor einiger Zeit war Hartmann so unverfroren, um eine Pension nachzusuchen für die Dienste, welche in Wirklichkeit sein Substitut dem Baterland geleistet hat. Onkel Sam's Agenten fanden den Thatbestand heraus und die Folge ist, daß Pat jetzt in der Patsche sitzt. Eriminalgericht. Ruth Collins und Jennie Lee waren im Polizeigericht der Trunkenheit schul dig befunden und verdonnert worden. Sie appellirten gegen das Urtheil an das Crimlnalgericht, aber sie hatten mit ihrer Appellation kein Glück. Richter Alford fand ste ebenfalls schuldig und verurtheilte Jede zur Zahlung von Kl und Kosten, welche ziemlich beträchtlich sind. ' George Matlcck wurde des Diebstahls eines Pferdes und Buggy's, Eigenthum des 23m. Wayland, schuldig befunden und zu 13 Jahren Reformatorium verurtheilt. " : Das Testament von 2 a rn b e r t K r u m h 0 l z. Das Testament deZ vor einigenTagen verstorbenen deutschen Pioniers Lambert Krumholz wurde gestern im Probatgericht bestätigt. In demselben setzt er seine Gattin Caroline Barbara als Universalerdin und Testamcntsvoll streckerin ein. Sie stellte Bürgschaft von $4000 mit Fred. Mack sr. und Albert Metzger als Bürgen. Das Testament war vom 7. Mai 1837 datirt und von Lorenz Schmidt, Geo. Herrmann und Theo. Reyer als Zeugen unterschrieben. Die übliche Schadenersatzklage. Frank ElliS verklagte die Slraßen-bahn-Gesellschaft auf 83000 Schadenersatz. Er wollte vor einigen Wochen eine Straßenbahn-Ear besteegen, als dieselbe sich, noch ehe er auf der Platform festen Fuß gefaßt hatte, wieder in Bewegung setzte. Er stürzte auf das Straßenpflaster und trug erhebliche Verletzungen davon. Kann es noch weit bringen. Ernst L. Bailey, 15 Jahre alt, wohnhaft 6i0 Ost St. Clair Str., wurde von Richter StubbS nach der Reformschule in Plainsield gesandt. Er hatte die Firma Robert L. McOuat bei welcher er angestellt war, seit langer Zeit systematisch bestohlen. Im Ganzen hatte er Gegenstände im Gesammtwerthe von $130 annectirt.
Watty" hat ausverkauft. W. H. Watkins hat seine bisherigen Interessen in dem Jndpls. Baseball. Club an seinem bisherigen Theilhaber Chas. Ruschaupt verkauft. Er begiebt sich nach Minneapolis, wo es Sonntagsspiele giebt, um die Leitung des dortigen Clubs zu übernehmen. Bauerlaubnißscheine F. F. Stevenson, 1926 Napoleon Str., Cottage, $400.' Elizabeth F. Christian, Jesserson Str., nahe 12. Str., Cottage 81,000. E. L. Smith, 1342 W. 27. Str., Umbau, $350.-28. B. Pullen, 909 Germania Ave., Anbau, S100. Maria Kerchevel. Logan Str., tzottage $500. Frederick ssig, 2424 Jesserson Ave., Cottage, $900. i
Oktober Wetter.
Den statistischen Angaden der biest" gen Bundes-Wetterwarte gemäss hatten wir während des Monats October 17 klare, 6 theilweise bevölkte und 8 regnerische Tage. Leichte Fröste gab's am 10., 11., 12. und 17., schwere am 18. und einen sehr schädlichen am 24. Am heißesten war es am 3. mit 85 Grad, am kältesten am 23. mit 29 Grad. Die Durchschnitts-Temperatnr war 56 Grad, die vorherrschende Windrichtung Süd". Die Eröffnung der BlumenAusstellung. Mayor Holtzman wird am nächsten Dienstag, 10. November, dem Chry-santbemum-Tage" die Blumen Ausftellung mit einer Ansprache eröffnen. Außer ihm werden noch die Herren Ferd. Meyer, Präsident der Jndiana Blumenfest Vereinigung", und I A. Haugh von Anderson Ansprachen halten. Die Indianapolis - Militärkapelle" wird an jedem Nachmittag und Abend Concert'Musik liefern. Buhn-Unfall mit schlimmen Folgen. Terre Haute. Auf der Koh len-Zweigbahn der Southern Jndiana fand bei der Station Latta, zwei Meilen südwestlich von Jasonville, eine Collifion zweier Bahnzüge statt. John M. Stafford, ein Heizer, wurde getödtet und Conducteur James O' Day lebensgefährlich verletzt, während neun andere Angestellte der Bahn mehr oder minder erhebliche Verletzungen et litten. Die verunglückten Züge waren der Kohlenzug No. 1 8, welcher mit fünfzehn Kohlenwagen dem Hauptgeleise zufuhr, und der Arbeiterzug No. 25, welche? mit etwa 30 Arbeitern nach Hymera fahren wollte, und einige Minuten vorher das Hauptgeleise verlassen hatte. Im Alter von 110 Jahren gestorben. South Bend. Joseph Hush ist hier in der Wohn.'lng seiner Tochter im Alter von 110 Jahren gestorben. Er wurde im Jahre 1793 in New Jersey geboren und kam vor ungefähr 50 Jahren in hiestge Gegend. Bis vor wenigen Monaten war er rüstig genug, um 18 Meilen im Tage zu gehen. GrundeigenthuWs Uebcrtragungen. Joseph I. Kreber an The Boule. vard Land Company, Theil von nordwestlichem Viertel, See. 25, Township 16, Range 3. $30.000. George B. Yandes u. A. an Joseph I. Kreber, Theil vom nordwestl. Vier ten, See. 25, Township 16, Range 3. $30.000. Mattie Heim u. A. an Eleanöra M. Chambers, Lots 16, 17 und 19, Hall Place Add., und Theil von Lot 2. Hendersons Add. $15.000. William E. English an Lester Soule, Trust, Lot 1 und Theil von Lot 2, Square21, Stadt Indianapolis. $17,. 000. Christian W. Schwomey an Edward Allander, Theil von Lots 67, 63, 69 und 70, Leonard Bath'S Erben Add. 91,900. William Be'ck an Lee Burnett, LotS 4 und 5, Mcet'S Ost Washington Str. Add. $3,500. Lee Burnett an Leceta Beck, Lots 4 und 5, Meek's Ost Washington Str. Add. $3,500. William E. Walling an August Fiel, Lot 45 und Theil von Lot 44, Frank & Ryan'5 Subd. von Außenlots 103, Stadt Indianapolis. S1200. Frank M. Millikan an James O. Barrett, Lot 273, Dr. Martin's New York Add. $4,500. William H. Sheets an Mary A. Renihan, Lot 5, William Y. Wiley's Subd. von Außenlot 162, Stadt Indianapolis. 82,500. Der russische Eisenbahnminister hat in jüngster Zeit die Verfügung erlassen, daß auch Frauen in Rußland zum Dienste als Vahnhofschefs zuzulassen stnd. Es wurden alsbald nach Erlaß der Verfügung sofort, natürlich nur auf kleinen Stationen von Nebenbahnen, praktische Versuche angestellt, die sebr befriedigende Resultate ergaben. Der Minister hat deshalb jetzt seine Bestimmung erneut veröffentlicht und weitgehendste Anwendung derselben empfohlen. JCST Tish-I-Mingo.
Cnfcl amö ummieiusubr. Laut einer Aufstellung des Handeldevartements in Washington. D. hat stch seit 1S62 die Verarbeitung rc;i Gummi und Guttapercha in Onkel Sams Land von zwei Millionen Pfund auf mehr als 55.000,000 Pfund im Jahre gesteigert. Dabei werden nicht nur diese enormen Quantitäten des frisch aus den indischen und südamerikanischen Wäldern gewonnenen Produkts verarbeitet, sondern überdies noch mehr als 24,000.000 Pfund alten Materials, welches geschmolzen und wieder verwendet wird. Anfang der 90er Jahre begann man zuerst mit der Wiederbenutzung solchen gebrauchten Materials, und seitdem hat die Einfuhr desselben von 910.000 Pfund bis auf 24.000.000 stch gesteigert. Außerdem hat man in den indischen Wäldern ein anderes, dem Guttapercha ähnliches Produkt gefunden, Gutta-Joolalong genannt, welches zum Füllen von Gummifabrikaten stch eignet. Es ist ein weißlich aussehendes PflanzenMark, besitzt einen penetranten Petroleumgeruch und oxydirt an der Luft. Es wurden hiervon im vergangenen Fiskaljahre 14.000.000 Pfund im Werthe von $345,000 importirt. Der Nesselausschlag der Schweine gibt dem Nichtkenne? häufig Veranlassung, an Rothlauf zu denken, weil sich bei demselben ähnliche rothe Flecke auf der Haut zeigen wie bei dem Rothlauf. Bei genauer Betrachtung bemerkt man jedoch bedeutende Unterschiede zwischen beiden Krankheiten. Bei dem Nesselausschlag zeigen stch auf dem Rücken und oberen Halstheile rothe Flecke, bei deren Befühlen man beulenartige Anschwellungen unter der Haut, die sogenannten Nesselbeulen, wahrnimmt. Bei dem Rothlauf dagegen befällt die Nöthung mehr die unteren Theile des Bauches. der Brust und des Halses und ist auch viel blaurother als beim Nesselausschlag. Letzterer ist eine ganz ungefährliche Krankheit, und eine Behandlung ist daher selten nöthig. Bei dem Beginn der Krankheit zeigt stch stets ein heftiges Fieber, und die Folge desselben ist erhöhter Durst, den man stillen muß. Tritt Verstopfung ein, so beseitigt man dieselbe durch Verabreichung saurer Milch oder Buttermilch. In den meisten Fällen verschwindet die Krankheit schon nach zwei Tagen, obne schädliche Folgen zu hinterlassen. Hauptsache ist jedoch, daß dieselbe nicht mit Rothlauf verwechselt und als solche behandelt wird. Georginenknollen im Winter aufzubewahren. Die Hauptbedingung ist ein froststcherer, trockener, doch nicht zu warmer Raum. Geeignete Aufbewahrungsorte sind:. Trockene, Keller und ungeheizte, mäßig warm (temperirte) Räume; ferner Kalthäuser. Viehställe etc. In warmen und feuchten Räumen gehen die Knollen leicht in Fäulniß. in seh? warmen und t?ockenen bekommen ste die T?ockenfäulniß, die ge?ade so schlimm als die nasse Fäulniß ist. Die Knollen stnd vor allem gut abgetrocknet in die Ueberwinterungsräume zu bringen, man hebt ste aus der Erde, schneidet die Stengel ungefähr vier bis sechs Zoll über der Knolle ab und legt oder hängt ste einige Zeit an einen luftigen Ort .und bringt sie alsdann in den Ucberwinterungsraum. wo man ste aufhängt oder auf einen Tisch, ein Brett, Gestell oder dergleichen legt. Man kann ste aber auch in flache Kisten -in trockenen Sand, in trockene Erde, in Torfmull, Sägemehl etc. einlegen, was in etwas warmen Räumen besser als das bloße Hinlegen ist. Ein bisweiliges Durchsehen der Knollen ist während des Winters noch anzurathen, um fäulniß und Schimmel bekämpfen zu können.
Kartoffelkraut ist ein vorzüglicher Wiesendünger, da es ziemlich viel Kali enthält. Breitet man es im Herbst auf die Wiesen, so wird das Kali durch den Schnee und durch die anderen Niederschläge ausgelaugt und kommt auf diese Weise der Wiese zu gute. Ferner schützt es die Wurzeln der Wiesengräser gegen die Winterkalte und verhindert ein Ausfrieren des Bodens. Das ausgelaugte Kraut kann im Frühjahre, wenn das Gras zu sprossen beginnt, zusammengerecht werden und gibt noch ein gutes Material für den Komposthausen. Schlechte Eier. Mit schlechtem Geschmack behaftete Eier können von Hühnern gelegt werden, wenn solche nur einseitiges Futter erhalten, z. B. ranziges Fett, Würmer, saure Pflanzenstoffe. Treber von Brauereien und Brennereien etc. Doch stnd auch die Eier dieser Hühner, nicht als ungenießbar oder verdorben zu bezeichnen, wie überhaupt ungenießbare Eier, frisch gelegt, nur als große Abnormität gelten können. . Aon einer Frau in Philadelphia, die Papageien in englischer Sprache zum Sprechen abrichtet, wurde eine neue Methode erfunden, um ihre gefiederten Schüler zu unterrichten. Statt zu den Vögeln selbst' zu sprechen, setzt sie einen Phonographen in Bewegung, der den ganzen Unterricht besorgt. Die Vögel lernen besser vom Phonographen als von der menschlichen Stimme. Während ein Vapagei beim Unterricht durch die menschliche Stimme ein Wort oder eine kurzen Satz erst nach einem Monat vollkommen rein ausspricht, soll es möglich .sein, beim Unterricht durch Phonographen ihn bereits in einer Woche gut sprechen zu lehren.
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