Indiana Tribüne, Volume 27, Number 63, Indianapolis, Marion County, 4 November 1903 — Page 1

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Erscheint seden Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 4. November 1903 No. 63. - . . .

2tn$tf)am noch nicht in Sicher-heit.

AuZ Washington, D. C., kommt die Nachricht, daß die britische Regierung sich mit der Entscheidung des BundesCommissärs Moores nicht zufrieden geben wird. Dieselbe hatte bekanntlich die Auslieferung des irischen Flüchtlings Lynchehaun verweigert. Aus verschiedenen Präcedenzfällen geht hervor, daß die Handlungsweise des Bun-des-Commissürs keineswegs verhindert, daß vor einem Bundesrichter die Auslieferung Lynchehauns nachgesucht werden kann. Es ist Grund zu der Annahme vorHanden, daß die britische Regierung das Prinzip, um welches e? sich hier handelt, von der größten Wichtigkeit für die britische Behörde findet und sie sich mit der Entscheidung des Bun-des-Eommissärs nicht zufrieden geben wird. Feuer in früher Morgenstunde. Frank Martin und Frau retteten mit knapper Noth ihr Leben. In dem von Frank Martin und Frau bewohnten Hause No. 1121 N. New Jersey Straße brach heute in früher Morgenstunde ein Feuer aus. Als sie erwachten, stand der Eorridor bereits in lichten Flammen und es blieb ihnen jetzt nichts anderes übrig, als aus orm Fenster des Scklafzimmers in's Freie zu gelangen. Sie riefen um Hülfe und ihr Nachbar M. E. Reagan kam mit einer Leiter herbei, welche sich jedoch als viel zu kurz erwies. Zum Glück langte die Feuerwehr auf der Brandstätte an und mit deren Hülfe wurde das Ehepaar, welches bereits in tausend Aengsten schwebte , gerettet. Das Feuer richtete einen Schaden von 81000 an. Fünf Generationen. Frau Nancy Hilligoß feierte am Dienstag rüstig und munter in ihrer Wohnung No. 134 Ost Washington Str. ihren Geburtstag. Der Feier wohnten fünf Generationen bei: das Geburtstagkind, deren Tochter Frau Doctor Hilligoß, Frau Joseph Arnold, Frau H. T. Graham, und deren Sohn Armond. Das Leichenbegängnis; der Frau Sendricks. Das Leichenbegängniß der am Dienstag verstorbenen Frau Elise E. Hendricks findet morgen Nachmittag um 2 Uhr statt. In der St. Paul's Kirche, New York und Illinois Str. wird ein Trauer-Gottcsdienst abgehalten werden. Als Ehren - Bahrtuchträger werden fungiren : Mayor John W. Holtzman, William I. Holliday, H. R. Bliß, I. A. Barnard, E. E. Miller. Lafayette Perkins, A. Q. Jones und Thomas L. Sullivan. Veteran Ca'pt. N. M. Sarding im Irrenhause gestorben. Eapt. Robert M. Harding ist im Eentral Jrren-Asyl, dessen Insasse er seit einem Jahre war, gestorben. Er wurde im Jahre 1829 in Indianapolis geboren und ist beständig in hiesiger Stadt ansässig gewesen. Von 1871 bis 1886 war er Deputy-Sheriff. Von 1893 bis 1901 war er Assistent . Supe?intendent des Marion Eounty ArbeitsHauses und im Jahre 1891 war er 6 Monate lang Superintendent desselben. Während des Bürgerkrieges war er Eaptain der Co. KfceS 47. Infanterie. Regiments. Das Leichenbegängniß fand heute Nachmittag vom Hause des SohneS des Verstorbenen 1111 TibbS Straße aus statt. Inder Geschäfts Versammlung der hiesigen Logen des Ordens der Adler wurde dem Präsidenten Otto Deluse und den Truftees die Vollmacht gegeben, Platz und Pläne für daS neue Heim der Loge auszuwählen.

Günstige Nachrichten. k

Erfreuliche Berichte bezügl i ch aller Verletzten. Was :oic noch überlebenden Opfer der Samflags-Eatastrophe anbetrifft. so ist glücklicher Weise auch von heute jzu berichten, daß sich kein weiterer Todesfall ereignet hat, während sogar in dem Befinden aller, auch der am Schlimmsten verletzten oder erkrankten Jünglinge eine 'ehr wesentliche Besserung zu verzeichnen war. Die hat besonders Bezug auf den Studenten H. O. Wright aus Pendleton, dessen Rückgrat gekrochen oder wenigstens verrenkt ist. Die Merzte deö St. Vincent's Hospitales hoffen, daß er bald hinreichend erstarkt sein wird, um einer Operation unterzogen zu werden, von der man sich seine völlige Wiederherstellung verspricht. Auch die Verletzten, die noch obendrein an der Lungenentzündung erkrankt sind, waren huete bedeutend besser und im Großen und Ganzen hat die Sachlage, soweit die Verletzten in Betracht kommen, eine wesentliche Wandlung zum Besseren erhalten. Wahre Samariter. In diesem Zusammenhange sei dann auch noch erwähnt, daß alle Verletzten des Lobes und Dankes voll sind für die aufopfernde und treffliche Pflege, die sie hier, besonders in den Hospitälern, ge funden haben. Sowohl die Krankenpflegerinnen im Stadthospitale wie die barmherzigen Schwestern im St. Vincent's und die Diakonissinnen in ihrer Anstalt haben sich der Verwundeten mit aufopfernder Liebe angenommen, nicht minder die betr. Anstalts-Aerzte, und viele von ihnen sind 36 und mehr Stunden lang unentwegt im Dienste gewesen. Allen gebührt der Dank ihrer Pfleglinge, nicht weniger aber der der ganzen Bürgerschaft. Tabelle der bedeutendsten Unglücksfälle in der GeschichtederStadt. Anläßlich der Big Four-Eisenbahn Catastrophe vom letzten Samstag, infolge welcher soweit 16 Menschen, zumeist Jünglinge in der Blüthe der Jahre, ihr Leben eingebüßt haben, und die zu den entsetzlichsten Unglücksfällen zu rechnen ist, die sich in der Geschichte der Stadt in Indianapolis und Nachbarschaft je zugetragen, ist es wohl von allgemeinem Interesse, eine Uebersicht über die schlimmsten Unglücksfälle in den Annalen unserer Stadt zu veröffentlichen, wie folgt: Staatsfair-Woche 1868 (Donnerstag). An dem Nachmittage dieses Tages ereignete sich auf den alten Staatsfair - Gründen (jetzt Morton Place) eine Dampfkessel-Explosion, bei der 33 Personen auf der Stelle getödtet wurden. 3 Verletzte starben später. 14. Juni 1882. Vormittags um 10 Uhr brach die schmale Fußbrücke, welche den Pogue's Run zwischen Penn-sylvania-und Meridian Str. überspannte, unter der Last der Volksmenge, welche von dort die Hochfluth besichtigte, ein. 18 Menschen ertranken. 22. December 1883. Mo-non-Eisenbahnunglück nahe der Stadtgrenze, bei dem 6 Personen um's Leben kamen. 31. Januar 1884. Broad Ripple - Eisenbahnunglück der MononBahn mit dem Verluste von 13 Menschenleben. 17. März 1890. Bowen-Mer-rill-Feuer, bei dem 12 Feuerwehrleute um's Leben kamen. 21. Januar 1892. Brand des National SurgZcal Institute" an Illinois- und Georgia Str. um 11 Uhr Nachts. Hierbei fanden 19 Menschen, Patienten und Krankenpfleger, ein schreckliches Ende. Catastrophen in Jndiana poliö' Nachbarschaft. Nicht direct in Jndpls., aber doch in seiner Nähe resp, in einer die Bürgerschaft von Indianapolis schwer berührenden Weise fanden dann noch im Laufe der Jahre noch 2 andere große Unglücksfälle statt.

Am Schlüsse des Bürger-

k r i e g e S z. B. entgleiste in Clark's Hill bei Lafayette ein Big Four-Zug, auf dem Tausende von Kriegern in ihre Heimath zurückkehren wollten. Der Zug rollte einen steilen Abhang hinab und aus den Trümmern wurden 34 Soldaten als Leichen hervorgezogen. Andere starben nachher an den erlittenen Verletzungen. Ferner entgleiste um 2 Uhr Morgens am 24. Jan. 1890 bei Carmel, 16 Meilen nördlich von hier, ein MononZug aus Chicago. Mehrere Waggons fingen Feuer und 6 Passagiere, zumeist Kinder, verbrannten zu Tode; 12 anderc wurden entsetzlich zugerichtet. Der Coroner anderer Meinung. Mit dem gestern berichteten Befunde der Bahnbeamten stimmt Coroner Tutewiler soweit aber durchaus nicht überein. Denn während der gestrigen Fortsetzung des Jnquests legten Locomotivführer Shumaker sowie auch Conducteur Johnson von dem verunglückten Zuge dem Coroner die Ordres vor, die fieZin Lafayette von dem Zugmeister und dem Dispatcher" erhalten hatten und in denen ihnen das unbeschränkte Wegerecht vor allen Zügen zwischen Lafayette und In d ian a p ol i s ertheilt worden war. Aus den bisherigen Zeugeraussagen vor dem Coroner ging hervor, daß die Bemannung des Frachtzuges ganz und gar keine Ahnung von dem Eintreffen des SpecialzugeS gehabt hatte, obschon sie mit Leichtigkeit darüber hätte benachrichtigt werden können. Dr. Charles Wright zum Poli-zei-Arzt ernannt. Der Sicherheits-Behörde ernaunt heute Dr. Charles Wrigh! zum Polizeiarzte an Stelle von Dr. Reginald Garstang. Die Office des Doctors ist No. 224 N. Meridian Straße, seine Telephon-Nummer ist No. 3699. Dr. L. A. Greiner wurde zum städtischen Thierarzt ernannt. Zwei Personen und 6 Pferde verbrannt. Montpelier, Ind., 4. Nov. In dem Leihstalle des McDonald brach heute Morgen gegen 2 Uhr ein Feuer aus, durch welches derselbe total zerstört wurde. Zwei Arbeiter, Grover Gaß und Harry Eltzrich von Marion, welche eine Gas-Maschine nach hier gebracht und ihr Nachtquartier auf den Heuboden aufgeschlagen hatten, sowie 6 Pferde kamen in den Flammen um. Ray Ward von Greenville, Ohio, und Milton Crozier, welche sich ebenfalls in dem Stalle befanden, erlitten so schwere Brandwunden, daß an ihrem Auskommen gezweifelt wird. Der pekuniäre Schaden ist $4000 ; demselben steht keine Versicherung gegenüber. Wm. Cruse verschkinnden. Elmer Cruse von No. 2503 N. Ca. pitol Ave. hat der Polizei berichtet, daß sein Vater, Wm. Cruse von Nora seit einigen Tagen spurlos verschwunden ist. Als er vom Hause fortging, hatte er eine bedeutende Geldsumme bei sich. Conferenz von DeutschLutherischenSchul l e h r e r n. L a p o r t e. Die jährliche Conferenz der Deutsch-Lutherischen Schullehrer des nördlichen Jndiana und östlichen Jndiana wurde hier am Donnerstag eröffnet. Etwa 100 Lehrer, ebensoviele Schulen repräsentirend, waren anwesend. Die Hauptsrage, über welche berathen werden wird, ist die, ob es nothwendig ist, den Englischen CatechiSmus einzuführen. Prof. Moesta von Logansport führt den Vorsitz in der Conferenz; dieselbe wird bis Freitag dauern.

Deutschland. Der Proceß gegen Leutnant B i l s e. Berlin, 4. Nov. Mit intensiver Spannung wird namentlich in Offizierskreisen dem Prozeß gegen Leutnant Bilse vom Lothringischen TrainBataillon No. 16 (Forbach) entgegengesehen, welcher für den 9. November vor dem Kriegsgericht in Metz angesetzt ist. Die Anklage lautet übrigens nur auf Beleidigung von Vorgesetzten. Die Anklage auf Verlegung des Dienstgeheimnisses ist fallen gelassen worden, den. Sntdem Leutnant Bilse frank und frei erklärt hat, er werde den Wahrheitsbeweis für die in seinem Sensationsroman Eine kleine Garnison" gemachten Behauptungen er-

bringen, ist das Interesse an den bevorstehenden gerichtlichen VerHandlungen noch gestiegen, und man macht sich auf wenig Erbauliches gefaßt. Bilse hat bekanntlich die intimsten Einzelheiten aus Offizierskreisen in greifbarer Deutlichkeit enthüllt und zahlreiche angesehene Familien Forbachs durch seine Schilderungen in die peinlichste Lage versetzt. Zur Ehre des Osfiziersstandes wird angenommen, daß sich der sensationslüsterne Verfasser in den gröblichsten Uebertreibungen gefallen hat. Die Kunst.Jury für St. L o u i s. Berlin, 4. Novbr. Die von dem Berliner Lokalverein der Allge meinen Kunstgenossenschaft erwählte Central - Jury, welcher der Maler Callmorgen, der Bildhauer Brütt und der Baurath Keyser angehören, hat eine bedeutende Erweiterung gefunden. Des weiteren sind gewählt worden : die Maler Scheurenberg, Frenzel, Skarbina und Konrad, der Maler und Bildhauer Lessing,, der . Bildhauer Manzel der Graphiker Hans .Meyer und der Architekt Solf. DiePrügelstrafe empfob len. Berlin, 4. Novbr. Der Kammentare zu dem furchtbaren DippoldFall.' dem Fall des ' Hauslehrers, welcher den seiner Obhut anvertrauten Knaben zu Tode geprügelt hat. sind Legion. Daß auch diesem Scheusal gegenüber nach d.'M Knüppel gerufen werden würde, war zu erwarten. Ueberraschend ist aber doch, daß die Wiedereinführung der Prügelstrafe aus so hervorragendem Munde, wie dem des berühmten Strafrechtslehrers W. von Roland von der Albert-Lud-wig-Universität in Freiburg i. B. empfohlen wird. Diese Wissenschaftliche Autorität auf dem Gebiet des Strafrechts plädirt in einer Besprcchung des Dippold - Falles in der Juriften-Zeitung" für die Anwendung der Prügelstrafe in derartigen Fällen. Er sagt: Die gegenwärtig geübte milde Handhabung des Vollzuges der Freiheitsstrafe erscheint schon für gewöhnliche Verbrecher unausreichend, geschweige denn für derartige schwere Fälle. Wer selbst die Menschenwürde in einem solchen Maße' schändet, hat auch kein Anrecht auf Achtung derselben seitens Anderer. Das Gesetz sollte dem Richter die Möglichkeit geben, in solchen Fällen die Prügelstrafe als wirksame Zugabe zur Freiheitsstrafe zu verhängen." Diese Ausführungen haben großes Aufsehen gemacht und sogar auch in Nichtsachkreisen. Sergt. Scheigert's Jagdglück. Bill Armitage's Spiellocal von dem Blau rock ganz allein ausgehoben. Mutterseelenallein hob letzte Nacht Pol. Sergt. Scheigert, dem gerade ein holder Stern leuchtete, d. h. dem sich gerade Niemand in den Weg stellte, Bill Armitage's Spiellocal an der West WashingtonStr. aus u.verhafteteBill's Bruder Jim und 17 Spieler, die sich einem Crapspiele mit blindem Eifer ergeben hatten. Scheigert erklärte, den Ueberraschten, das HauS sei von Blauröckm umzingelt, und alle ließen sich geduldig von ihm einstecken.

Nachrichten aus Jndiana.

Ueberfahren und getödtet. Washington. James Farrall, ein Eisenbahn-Kondukteur, von Seymour, Ind., wurde in der Nacht zum Dienstag von einer Rangirlokomotive überfahren und augenblicklich getödtet. Er hinterläßt eine Frau und fünf Töchter. Farrall saß zur Zeit auf dem Geleise der B. & O. S. W. Eisenbahn und schien geistesabwesend zu sein. Gaö-Meter eingeführt. K o k o m o. In hiesiger Stadt sind jetzt die Naturgas - Meter installirt. Die Gesellschaften liefern die Meter unentgeldlich und stellen auch die Verbindungen ohne Kosten für die Consumenten her. Die vom Stadtrath festgesetzte Rate ist 25 Cents pro 1000 Kubikfuß. D a S Sch i ck s a l d e r B r e m s e r. R i ch m o n d. Der bei der Pennsylvania Bahn als Bremser beschäftigt gewesene W. L. Hahn wurde auf den Localhöfen beim Reinigen einer Lokomotive überfahren. Die unbarmherzigen Räder derselben zermalmten seinen Kopf zu Brei. Buchstäblich zermalmt. Bedford. Frank Wlldman, welcher als Bremser bei der Monon Bahn angestellt war, kam auf den Höfen der Perry Matthews Buskirk Steinbräche zu einzm entsetzlichen Ende. Beim Rangiren eines Zuges wurde er von einer Car direkt auf das Geleise geschleudert und die Räder von drei Waggons gingen über seinen Körper hinweg. Derselbe wurde zu einer unförmlichen Masse zermalmt. Ein Famtlienstreit. South Bend. Ein Familienstreit mit blutigen Folgen-hat sich im Hause des hiesigen Wirthes John Oberlin abgespielt; dieser hat acht Töchter und l.cht Stieftöchter und alle sechszehn Mädchen haben Bewerber, resp. Verlobte. Der Streit entspann sich dar über, wer für einen festlichen Abend die Benutzung des Parlors und der vorderen Veranda des Hauses haben solle, die Töchter oder die Stieftöchter. Die sechszehn Bewerber um die Schönen griffen in den Streit un und machten von Messern Gebrauch. Die Folge war, daß drei von den Bewerbern, S. Fredericks, Otto Meyers und Joseph Hans, gefährliche Stichwunden davontrugen. Die sechszehn Mädchen wurden unter Bürgschaft gestellt. Die Impfung erfordert ein weiteres Opfer. L a f a y e t t e. Die Impfung wird in hiesiger Stadt innerhalb einer Woche ein zweites Opfer erfordern, indem Georgia King, die 12jährige Tochter von George C. King, welche vor 14 Tagen geimpft wurde, am Dienstag plötzlich von der Mundsperre befallen wurde. Die Aerzte haben die Hoffnung aufgegeben, das Kind reiten zu können. Verkauf einer elektris ch e n B a h n. M i ch i g a n City. Der gerichtliche Verkauf des Eigenthums der Lake Cities elektrischen Bahn findet am Donnerstag, den 10. Dezember im Gerichtshause in Laporte statt. Es wird kein Angebot unter $40,000 angenommen und ein jedes muß von einem certificirten Check für $5000 begleitet sein. Wardein Reed auf vier Jahre wieder ernannt. M i ch i g a n City. Die Directoren des Zuchthauses haben in ihrer letzten Versammlung den Wardein Reed für einen weiteren Termin von vier Jahren ernannt. Als vor zwei Iahren seine Ernennung zu dem Posten erfolgte, hatte er den noch nicht abgelausenen Termin des Wardein George H. Shideler auszufüllen. Derselbe wird jetzt energisch mehrere wesentliche Verbesserungen vornehmen lassen. Die hauptsächlichste davon ist die Anlage einer Fabrik zur Herstellung von künstlichem Eis. Dieselbe wird etwa $4500 kosten und die Directoren haben den Plan bereits gebilligt.

Die Unabhängigkeit des Jsthmusproilamirt. Panama, Columbia. 4. Novbr. Die Unabhängigkeit des JsthmuS wurde am Dienstag um 6 Uhr Abends proklamirt. Eine große und enthusiastische Menschenmenge aller Parteien versammelte sich und zog vor das Hauptquartier der Regierungstruppen, wo die am Morgen eingetroffenen Generäle TovaS und Amaya im Namen der Republik Panama gefangen genommen wurden. Der Enthusiasmus war enorm und mindestens 3000 Personen in der Menge waren bewaffnet. Das Bataillon der Regierungstruppen ist zu Gunsten der Bewegung und man glaubt, daß dies auch bei den Mannschaften der jetzt hier liegenden Regierungstransportschiffe der Fall ist. Im Marine - Departement lief folgende Cabel Depesche ein: Heute Abend kam es in Panama zu einem Aufstand. Die Unabhängigkeit wurde proklamirt. Die colombischen Armeeund Marineossiziere wurden zu Gefangenen gemacht. Es soll eine Regierung von 3 Konsuln und einem Kabinet ge bildet werden. In Panama heißt es in Colon habe ein ähnlicher Aufstand stattgefunden-. Der Präsident Roosevelt hatte spät am Abend noch eine lange Konferenz mit dem H'tlfs'Marinesekretär Loomis. Während der Unterredung überbrachte der Leutnant Belknap vom Navigationsbureau die zuletzt eingetroffene Depesche: Nach einer kurzen Berathung wurde nach dem Chef deS Navigationsbureaus, Admiral Taylor, geschickt, der, als er im weißen HauS ankam, sofort zugelassen wurde. Der Kreuzer .Dixie", der sich jetzt auf der Fahrt nach Jamaica befindet, hat Befehl erhalten, sich sofort nach Colon zu begeben; und die Boston, die sich jetzt in San Juan del Sur befindet, ist nach Panama beordert worden. Die übrigen Schiffe des pacififchen Geschwaders, die Wyommg", Mar" blehead" und Concord", werden vor läufig noch in Acapulco, Mexiko, blei ben, wo sich das Geschwader deS Admirals Glaß augenblicklich befindet. Es wird vielleicht später Befehl erhalten, stch nach dem Isthmus zu begeben, wenn dies eventuell für nöthig erachtet werden sollte. Die Baltimore" be findet sich auf der Fahrt nach Santo Domingo, wo sie wahrscheinlich am Mittwoch ankommen wird; der Kreuzer wird aber sofort uach Colon weitergeschickt werden. Die Dixie" hat 400 Marine-Sol. baten an Bord, die von großem Werth sein würden, wenn es nöthig werden sollte, Truppen zu landen. Auch die Atlanta" hat spät am Abend Befehl erhalten, sich sofort von Jamaica aus nach Colon zu begeben. Die Conferenz im Weißen Haus dauerte bis um elf Uhr Abends; weitere Mittheilungen über das, was verhandelt wurde, sind aber nicht noch gemacht worden. Ohne Zweifel hat die Verwerfung des Panamacanalvertrags seitens des colombischen Congresses die Bewohner des Isthmus veranlaßt, sich für unabhängig zu erklären und eine eigene Regierung zu etabliren. Die hiesigen Beamten sind aber nicht Willens, sich darüber zu äußern. Der Staats-Sekretär Hay wohnte den Konferenzen im weißen Haus bei, seine Anwesenheit wurde aber erst bekannt, als die Conferenz ein Ende erreichte. . Nur das nackte Leben gerettet. N a s h v i l l e, Ind., 4. Novbr. Das Haus des Farmers John Steward wurde frühmorgens durch Feuer total zerstört. Steward, sowie seine Fami lie entgingen mit , knapper Noth dem Schicksal verbrannt zu werden. Der Schaden beläusi sich auf $2500 ; keine Versicherung.

M. T. Ä. S. Team" condolirt. DaS Fußball Team" der M. T. H. S. hielt eine Versammlung ab, in welcher Condolenz Resolutionen für Purdue angenommen wurden. Dieselben wurden dem Dr. Stone, Präfi dent der Universität übersandt.

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