Indiana Tribüne, Volume 27, Number 61, Indianapolis, Marion County, 2 November 1903 — Page 6
V
-' Indianer Tribüne, 2. November I903 6
Ja, wir verkaufen"
tMk ks. vnÜ Vi3 JT-K fjo qSV !a fMM -vT "fS W Äh ficräS öt'.-vri MM?fMMiM
Garland Oefen und ...Ranges.M Möbeln ttttd Teppiche zu den niedrigsten Preisen. WILLIQ'S Möbel-Laden, Ul W. Washington Str. aar over reöit. LEG te Nord Pennsulvania StraZze, HauVtqurtier für Brillen und Opcrnaläscr. V l : ' u i i:i 4: i J2et 99 : t ta 5ijt nzevakk. ßüBttfiie uqen werden schmerzlos eingeletzt. Welche Stelle Wünschen Sie ? Wir berritenBic schnell vor ...als.... Cartonist. Buchhalter, Illustrator. Ctenograpbist, Zeichner, Nechnungssührer, Zeitungs-Arlist, Sekretär, SÄreiblehrer. Telegraphist, Persönliche Unterweisung jedes einzelnen Studenten in seiner Klasie. Wir können Ihnen zu einer Stelle behilflich sein. 54. Jahres Cursns. Tretet jetzt ein. Tag oder Abend. Sprechen Sie vor oder, schreiben Sie für Einzelnheiten. Indianapolis M USlliESS UHIVERSITI Eingang im When Gebäude. PhoneZ 499. E. J. Ilceb, Präs. Bereitet Euch fürdenWintervor ! BACKUS Gas -brennende Danchf-Heizer für offenen Feuerplatz. Wir verkauften Solche an Senator David Turpie, Dr. E. A. Wehrman, Fred. P. Rusch, T. C. Day. H. O. Thudium, Tickson & Talbott, F. A. Gregor, C. Van Camp, und Andere. Office, 24-26 Pembrokc Arcade, F. E. GATES & CO. Sprechen Sie vor zur Befich tignng der Muster. Deutsche Buchhandlung. arl iaavank. Virginia ve.. . lVembroke rcafce.) Furnaces, Eisen und Blech-AröeiteL, Joseph Gardner. 3741 Kentuck? Avenre Telephon 322. Wassenöhren, Dachrinnen und Rexaratura?' beiten besorgt.
"TTtJuTTTT XköLssaZuclZZ SrffÄ uSl XkW7
Europäische Nachrichten.
Provinz ornrner. Stettin. Auf eine vierzigjährige Thätigkeit in der Maschinenbau-Ak-tien - Gesellschaft .Vulkan" blickte der Bureauvorsieher F. Holldorf zurück. aus welchem Anlasse eine kleine Festlichkeit in den Geschäftsräumen des Vulcan" stattfand. Dem verdienten Beamten wurden vielfach Ehrungen zutbeil. Im Canal der Aredower Cementfabrik ertrank der Wiesenstraße No. 5 wohnhafte Arbeiter Daniel Jordan. Die Leiche wurde aufqefunden. Ä h l b e ck. Weinhändler und Restaurateur Binder. Bescher des von ihm unter der Firma Weinhaus und (Tnft Rinder" bier betriebenen Wein, vttstauranls, nai ucy erscyojjen. inder soll sich schlechter Vermögens- und Geschäftsverhältnisse wegen schon seit einiger Zeit mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen, getragen und den geladenen Revolver immer zur Hand gehabt haben. Farbezin. In dem am Ausgange des hiesigen Dorfes nach Daber zu gelegenen Teiche verunglückte der Steinschläger Rosinski aus Greifenberg. Vor dem Weitermarsche nach Plantikow, wo er zusammen mit einem Wandergefährten Arbeit übernommen hatte, entkleidete sich Rosinski und durchschwamm, wahrscheinlich infolge einer Wette, den Teich, während sein Genosse am User stand. Er hatte fast das Ziel erreicht, als er plötzlich unterging und nicht wieder zum Vorschein kam. Greifswald. Sein LSjähriges Dienstjubiläum als Polizeidirektor feierte hier der Geheimrath Konrad Gesterding. Mitglied des Herrenhauses und Dr. med. honoris causa. Königlich - Kublitz. Tischlergeselle Alwin Albrecht von hier gerieth in einen mit Wasser gefüllten Chausscegraben und lag die ganze Nacht hindurch in dem Graben. Leblos wurde er gefunden und in seine Wohnung geschafft. Der sofort Herveigerufene Arzt konnte nur den Tod feststellen. Verletzungen wurden an der Leiche nicht gefunden. Lauenburg. Der Kaiser hat eine Pathenstelle bei dem siebenten lebenden Sohne des Gerichtsdieners Schmidt hier angenommen. Mossin. Beim Fischen im Liepensee ertrank der Büdner Friedrich Schmidt. Pasewalk. Das Lehrer Vauck'sche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Der hiesige Superintendent übermittelte die Glückwünsche des Kaisers und der Regierung . und überreichte die Jubiläums - Bibel, soWie ein kaiserliches Gnadengeschenk. S t o l p. Das Jubiläum des 75jährigen Bestehens feierte die Firma C. F. Gysae. die von dem Vater des jetzigen Inhabers, des Stadtältesten Carl Gysae. in Callies im Jahre 1828 begründet und bald hierher verlegt wurde. Tempelburg. Das Wohnhaus des Büdners Julius Rusch. Tempelbürg Abbau, brannte mit dem gesammten Mobiliar nieder. Die Scheune konnte gerettet werden. Der Sche den ist durch Versicherung gedeckt. Zkrovinz Schleswtg'Korstein. A l t o n a. Sein 60jähriges Verufsjubiläum feierte der Volksschulrektor Horstmann. Rektor Horstmann ist ein alter Kämpfer von 1848. EineFeier fand in der von dem Jubilar geleiteten zweiten Mädchen-Volksschule statt. RaubmörderSpeck ist durch denScharfrichte? Engelhardt hier hingerichtet worden. Speck hatte am 31. Mai 1902 die hiesige Frau Backhaus erwürgt und beraubt, am 9. Juni 1902 auf der Ladeburger Chauffee bei Magdeburg den Landmann Kuhlmey erschossen und beraubt und im Juli 1902 in Dresden den Criminalwachtmeister Marcus, der ihn verhaften wollte, erschossen. A p e n r a d r. Sattlermeister Koch und Frau feierten das Fest ihrer goldenenHochzeit, aus welchem Anlaß dem Jubelpaar mannichfache Ehrungen zutheil wurden. B ö n n i n g st e d t. Das Wohnhaus des Wördemann'schen Geweses brannte bis auf den Grund nieder. Als Entsiehungsursache wird Funkenflug von der Lokomotive eines kurz vorher vorbeifahrenden Zuges angenommen. Dauenhof. Landbriefträger Kröger hierselbst feierte sein 25jähriges Dienstjubiläum. Während seiner Dienstzeit- ist derselbe stets auf dem hiesigen Postamt thätig gewesen und in dieser Zeit immer gewissenhaft und treu seinen Pflichten nachgekommen. F l e n s b u r g. Der verstorbene Privatier Georg Kallsen hier hat dem hiesigen Handelsverein, welcher die Unterstützung armer Kaufleute bezw. deren Hinterbliebenen bezweckt, 5000 Mark testamentarisch vermacht. Hadersleben. Der in weitesten Kreisen b'.Zannte hiesige Seminardirektor Schulrath Castens feiert am 13. November sein 25jähriges Semi-nardirektor-Jubiläum. Derselbe war bis 1878 Pastor in Jtzehoe. kam alsdann als Seminardirektor nach Tondern und von dort 1885 als solcher hierher. Kiel. Oberleutnant der Reserve Woelfel. Führer der dritten Compag.iie des ersten Seebalaillons. wurde in Düsternbrook erschossen aufgefunden; anscheinend liegi Selbstmord vor.
R e u m ü n st e r. Bureauvorsteher Loop vom hiesigen städtischen Meldeamt begina sein 25jähriges Jubiläum im Dienste der Stadt, aus welchem Anlaß ihm von seinen Collegen eine werthvolle Bowle überreicht wurde. S t o l p e. Auf ein Lebensalter von 100 Jahren zurückblicken kann die hiesine Wittwe Jnarm. . Provinz Schlesien. B r e s l a u. Durch eigene Unvorsichtigkeit wurde auf der 5Uosterstraße beim Besteigen einer fahrenden elekirischen Straßenbahn der 83jährige Gymnasialprofessor a. D. Richard Wutke überfahren und getödtet. B u n z l a u. Bei Heidegersdorf wurde der Maschinenbauer Herrmann vom Eifenbahnzuge überfahren und getödtet. Gleiwitz. Erschossen hat sich in einem Troppauer Hotel der Kaufmann Max Fließ von hier, Mitinhaber des Waarenhauses Max Fließ und Co. Fließ hatte sich unter dem Namen Max Walter in das Fremdenbuch eintragen lassen und gab an, aus Berlin zu sein. G ö r l i tz. Die 26jährige Frau des Rittergutsbesitzers Seliger in Vellmannsdorf erschoß sichern Gegenwart ihres Gatten. H a y n a u. Der älteste Arzt unserer Stadt, Dr. med. Leo, der frühere Mitbesitzer des Bades Hermsdorf bei Goldberg, ist hierselbst gestorben. Ebenso hat der Tod den Zweitältesten Bürger unserer Stadt, einen Veteran aus alter Zeit, den 92 Jahre alten früheren Tuchmachermeister undOberältesten Gustav Arzt, abberufen. Kl.ein-Neundorf. DasStellenbesitzer Ernst Kühn'sche Ehepaar feierte seine goldene Hochzeit. Landes Hut. Auf der Waldenburger Straße wurde das Pflegekind Arthur Keil von einer umstürzenden Ernteleiter, an welcher der Kleine herumgeklettert war, erschlagen. Öber-Leppersdorf. Der 34 Jahre alte Sohn Gustav des Arbeiters Hampel kam in einer Düngergrübe um, in die er stürzte, alä er die in der Nähe wohnenden Großestern besuchen wollte. Die Grube war wegen ihrer Räumung unverdeckt. P a n z k a u. Der beim Grafen Carmer bedienflete Wirthschafts-Jn-fpektor Miehlich hat sich bei dem GastWirth Kramer in Weißenlippe vergiftet. Ms Motiv dieses Selbstmordes nimmt man zerrüttete VermögensverHältnisse an. W a h l st a t t. Das Wohngebäude des Töpfermeisters Paul in Colonie Jans brannte nieder. Frovinz ofen. B r o m b e r g. Während eines großen Sturmes ereignete sich auf der Netze bei Antonsdorf ein Unfall. Die Ehefrau des Schiffers Droszkowski wurde durch einen Windstoß vom Werdeck des Fahrzeuges heruntergeschleudert und verschwand in den hochgehenden Wellen. C h o j n o. Der hiesige Wirth Paul Molka fuhr mit feiiwr 65 Jahre alten Mutter auS der Stadt nach Hause. Unterwegs scheuten die Pferde. der Wagen fiel um, und die alte Frau wurde so heftig gegen einen Baumstamm geschleudert, daß der Tod auf der Stelle eintrat. D z i e m b o w o. Das 4.jährige Töchtcrchen des Eigenthümers Ambrosius Wioreck kam dem schadhaften Feuerherde zu nahe, die Kleider faßten Feuer, und in wenigen Augenblicken war das Kind ein Opfer der Flammen. G ö r ch e n. Der hiesige Landwehrverein beging die Feier seines 25jährigen Bestehens. Der Vcreinscommandeur, Leutnant und DistriktsCommissar Ehmann, brachte das Hoch auf den obersten Kriegsherrn aus. 25 noch lebende Mitbegründer des Vereins wurden dekorirt, die Gräber der verstorbenen Mitbegründer wurden mit Kränzen geschmückt. Koschmin. Aus Unvorsichtigkeit erschlug beim Dreschen in Golina der Knecht Josef Varaneck die Magd Josefa Josefiak mit dem Dreschflegel. L i s s a. Musiker Meintzschel hattc sich in den Daumen geschnitten und verband die Wunde recht fest. Als er in der nächsten Zeit heftige Schmerzen fühlte, nahm er den Verband ab. Durch irgend welche Umstände muß das im Fi7.gerende gestaute Blut vergiftet worden sein, denn trotz ärztlicher Hilfe verstarb Meintzschel. Mieltschin. Die hiesige Stadt mit rund 600 Einwohnern wurde aus der Liste der Städte gestrichen und in einen Marktflecken umgewandelt. Der Vüraermeister aab seine Stelle auf. um in gleicher Eigenschaft die Geschäfte in einer schlesifchen Stadt zu übernehmen. Z i r k o w k o. Dem Wirth Bernhard Panek brannten die gefüllte Scheune und ein Viehstall sowie dem Wirth Jusik das Wohnhaus nieder. Das Feuer ist jedenfalls durch die Kinder beim Spielen mit Streichhölzern verursacht. Provinz Sachsen. Magdeburg. Die Firma Emil Meyer & Co., Zuckcr-Grosso- und Commissionsgeschäft, konnte auf ein 50jähriges Besteh: zurückblicken. Sie wurde vom Kaufmann Emil Bernhard Meyer im Jahre 1853 gegründet, dessen Sohn Richard Meyer, sowie Ernst Schneidewin, der zweiteVorsitzende des hiesigen Kaufmännischen Vereins, die ietziaen Inhaber seit.Mltte der achtzi-
ger Jahre sind. Arbeiter Friedrich Brandt, in der Zichorenfabrik von I. G. Hauswaldt thätig, feierte das Jubiläum seiner fünfzigjährigen Arbeiterthätigkeit. A h l u m. Hier stürzte die Dienstmagd Marie Thiele von einem mit Ha fer beladenen Wagen und brach das Genick. Der Tod trat auf der Stelle ein. Benneckenstein. Das Söhnchen de Erdarbeiters Aderhold ertrank in dem auf dem Gehöft seines Schwiegervaters. des Vogelhändlers W. Uhle. befindlichen Brunnen. Das Kind spielte auf dem Hofe und fiel dabei in den mit keinem Schutzgeländer versehenen Brunnen. Eisleben. Gestorben an seinem goldenen Hochzeitstage ist der Maurer Kunze hierselbst, der vor Kurzem erkrankte und in's städtischeKrankenhaus aufgenommen wurde. Nunmehr sollte die kirchliche Einsegnung des JubelPaares zur goldenen Hochzeit stattfinden; doch kurz vorher entschlief der 82jährige Mann ruhig. Erfurt. Im hiesigen Gerichtsgefängnisse gestand ein gewisser Lüdicke seinem Zellengenossen, er habe vor Iahren seinen Onkel erschossen. Lüdicke hat 1888 ein halbes Jahr lang als Untersuchungsgefangener im Amtsgerichtsgefängnisse zu Wippra (Harz) gesessen, weil er verdächtig war, am spä ten Abend 1883 auf dem einsamen Harzhofe Hillenschwenda bei Hahn, seinen Onkel, den Gutsbesitzer Lüdicke, der vor seinem Schreibtisch saß, durch das Fenster erschossen zu haben. Der Neffe Lüdicke mußte damals wegen mangelnder Beweise aus der Untersuchungshaft entlassen werden. F r ö ß n i tz. Als der Dienstknecht Gödecke während der Fahrt von seinem mit Steinen beladenen Wagen absteigen wollte, blieb er mit dem Stiefelabsatze hängen und stürzte zu Boden. Im nächsten Augenblicke war er auch schon todt. Die Räder waren über ihn fortgegangen und hatten ihm den Brustkorb eingedrückt. Großgörschen. Die große Feldscheune des hiesigen RittergutsPächters Credner ging in Flammen auf. Sie wurde sammt 2000 Schock Getreide und einem großen Vorrath an Stroh vollständig vernichtet. Halle. Im Manöver verunglückt ist der Commandeur des Mansfelder Feldartillerieregiments No. 75. Oberstleutnant Voigt von hier. Bei den Uebungen des Regiments in der Gegend von Schmölln bei Altenburg stürzte er, als er mit dem Pferde über einen sumpfigen Graben setzen wollte, so unglücklich, daß er schwer verletzt vom Platze getragen werden mußte. Mühlhauseni.Th. Ein Opfer seines Berufes ist der hiesige allgemein belebte Arzt Dr. Schloß geworden. Er hatte sich bei einer vor kurzer Zeit von ihm vorgenommenen Operation eine schwere Blutvergiftung zugezogen, an der er gestorben ist. Der Verblichene ha! nur ein Alter von 43 Jahren erreicht. S ch ö n e b e ck. Bei Hitzacker ertrank der von hier stammende Schiffshaupter Schreyer. T o r n i tz. Durch Verwendung von Steinöl beim Feueranmachen zog sich das siebenjährige Mädchen des Häuslers Koch so schwere Brandwunden zu, daß es daran starb. Eine außergewöhnliche Geschicklichkeit im Bändigen von Stieren hat die achtzehnjährige Lucille Mulhall von South McAllister im Jndianergebiet an den Tag gelegt. Sie nimmt es im Stierbändigen und im Bezähmen wilder Pferde mit den besten Cowboys auf. Bei einem Stierbändigen um die Wette hat sie unlängst den Sieg und den ersten Preis von $1000 davongetragen. Es gelang ihr von allen Wettbewerbern am schnellsten, drei Stiere mit dem Lasso einzufangen, zu Fall zu bringen und zu fesseln. In 43 Sekunden bewältigte sie den ersten Stier; zum Einfangen und Fesseln des zweiten Stieres brauchte sie 1 Minute und 11 Sekunden, während sie den dritten Stier im Handumdrehen binnen 40 Sekunden zu Fall brachte. Lucille rühmt sich, eine Freundin des Präsidenten Roosevelt zu sein, den sie auf seiner Reise durch den wilden Westen kennen lernte und ein Bewunderer ihrer kühnen Reiterstücke war. Vor einigen Wochen erregte in der Polizeistation zu Davenport, Ja., der Name Krankheit große Heiterkeit. Der Träger dieses Namens war wegen Betrunkenheit zweimal nacheinander verhaftet worden und wurde beim zweiten Vergehen um $1 und die Kosten bestraft. Dieser selbe Krankheit ist jetzt in seinem Kosthaus auf eigenthümliche Weise zu seinem Tode gekommen. Er nahm mit anderen Kostgängern seine Abendmahlzeit ein. Ein ihm gegenüber sitzender Kostgänger beobachtete, wie Krankheit ein Stück Beefsteak von der Größe einer Hand in den Mund schob. Weiches Tenderloin- muß es wohl nicht ceWesen sein, denn das Stück Fleisch blieb Krankheit im Halse stecken. In großer Aufregung sprang er auf und eilte in's Freie. Der erwähnte Mann eilte ihm nach und klopfte ihm, mit der Absicht zu helfen, auf den Rücken, doch half dieses Hausmittel in diesem Falle nicht. Der Mann sank in einen auf der Veranda stehenden Stuhl und war in kurzer Zeit eine Leiche. Er war ermt
Monarchen unter sich.
In amüsanter Weise verspottet die Wiener Allgemeine Zeitung" den Eifer, dessen sich einige ihrer Colleginnen bei der jüngsten Monarchen - Zusammenkunft in Wien in Bezug auf allergenaueste Schilderung der Empfangsfeierlichkeiten, des Einzugs in die Stadt, das Verhalten der beiden Kaifer in der Oper usw. beflissen haben. Das Blatt geißelt diefe Monarchenbe-suchs-Festberichte wie folgt: Der Kömg von Birma hat dem König von Siam in dessen Residenz zu Bangkok einen Besuch abgestattet. Das führende Bangkoker Journal hat seinen ausschließlich für die feineren Sachen engagirten Reporter (Spezialist für bessere Beachtung) mit der Verichterstattung über diese Entrevue betraut und weiß, dank jenem Mitarbeiter, nun höchst pikante Details über das Beisammensein der beiden Herrscher zu melden. Da dieser Bericht sehr interessante Streiflichter auf das Leben in monarchischen Kreisen überhaupt wirft, sei er hier auszugsweise wiedergegeben: Während der ganzen Fahrt insSchloß saß der König von Birma rechts neben unserem König, während dieser gleichzeitig links neben seinem hohen Gaste saß. Man bemerkte wiederholt, wie die beiden Fürstlichkeiten mit einander convcrsirten, wobei immer einer nach dem anderen, höchst selten beide auf einmal sprachen. Leute, die ganz vorn im Spalier standen, bemerkten, daß der König von Birma (es war um 12 Uhr und 23 Minuten) schneuzte, wobei er sich eines Taschentuches bediente. Es regnete, und da die Monarchen im offenen Wagen fuhren, wurden sie. wie ich Sie auss bestimmteste versichern kann, naß. Ueber die Niederschlagsmenge auf dem Czako unseres erhabenen Gastes konnte ich leider nichts Genaues in Erfahrung bringen. Eine ungemein rührende Scene ereignete sich beim Vrlassen des Wagens. Dem König von Birma fielen nämlich hierbei die Handschuhe zu Boden; unser Monarch machte eine Beugung des Körpers, als ob er die Handschuhe aufheben wolle, aber der König hielt ihn mit einer abwehrenden Handbewegung zurück und wartete, huldvollst lächelnd, volle 3y2 Sekunden, bis ihm der Leibjäger die Handschuhe überreichte. Diese rührende Scene wurde blitzschnell in der ganzen Bevölkerung bekannt und hat bereits die Folge gehabt, daß der Landesschulrath beschloß, ein Gedicht zur Verherrlichung des Vorfalls dichten und in allen Lesebüchern der Volksschulen zum Abdruck bringen zu lassen. . . Höchst interessant benimmt sich unser königlicher Gast beim Speisen. Seine Kaubewegungen sind von einer entzückenden Regelmäßigkeit, und die Art, wie er sich Speisereste mit der Serviette aus dem Schnurrbart wischt, bleiben jedem unvergeßlich, der das Glück hatte, diesmal mit ansehen zu dürfen. Beim Aufknacken einer Nuß hatte der König das Malheur, daß seiner Nachbarin ein Stückchen Schale auf die Hand sprang. Mit vollendeter Geistesgegenwart wußte aber der König die vielbemerkte Episode aus der Welt zu schaffen, indem er sich zu seiner Nachbarin wandte und, während sein linkes Auge schalkhaft leuchtete, vernehmlich Pardon!" sagte. Nicht minder charakteristisch war das Beisammensein der beiden Monarchen bei der Galavorstellung, die Abends im königlichen Schauspielhause stattfand. Der BeHerrscher Birmas hatte vor sich auf der Logenbrllstung ein Opernglas, sowie eine Bonbonsdüte liegen, und allgemein erregte die wohl durch lange Uebung in höflichen Gebräuchen erworbene Sicherheit Bewunderung, mit welcher der König sich beider bediente, ohne jemals das Opernglas in den Mund zu stecken oder durch die Zuckerl auf die Bühne zu schauen. In den Zwischenakten .zeigten die Antlitze der beiden Könige stets einen hellen, hingeaen während der Akte einen dunklen Ausdruck, was entweder von einem Wechsel der inneren Stimmungen herrührte oder daher, daß während der Akte der Zuschauerraum verdunkelt, in den Zwischenakten aber wieder erhellt wurde. Einmal zeigte der König von Birma auf einen öerrn im Zuschauerräum und neigte sich fragend zu seinem erhabenden Gastgeber, der mit einem Achselzucken antwortete. Auf Erkundigungen, die ich diesbezüglich sofort im Ministerium des Aeußern einholte, wurde mir mitgetheilt, dieses Achselzucken des Monarchen habe bedeutet: Ich kenne den Herrn nichts Doch wird, der Wichtigkeit des Gegenstandes gemäß über die Sache noch durch ein offiziöses Communique an die Blatter berichtet werden." Begreiflich. WemtDum solcher Verlegenheit bist, begreif' ich nicht, weshalb Du nicht denWirth Teines Stammlokals anpumpst?" Den Wirth? Das thu' ich aus principiellen Gründen nicht: man muß doch wenigstens einen Ort auf der Welt haben, wo man vor Mahnungen sicher ist!" Zerstreut. Professor (beim Studium): Was ist denn das für ein schrecklicher Lärm im Vorhaus?Dienstmädchen: Denken Sie sich, gnä' Herr, der kleine Fritz ist die Stiege 'runtergefallen." Professor: Sagen Sie den Kindern, wenn sie nicht ruhig die Stiege herunterfallen können, sollen sie es unterlassen!"
Allerlei för's Hau?.
Fettflecken ausWollstofsen lassen sich ganz 'leicht und mühelos, ohne die Ränder, die der Benzin sonst so leicht hinterläßt, entfernen, wenn man etwas gewöhnliches Weizenmehl, etwa einen Eßlöffel voll, in einer Untertasse mit einem Guß Benzin zu einem flüssigen Brei verrührt, diesen auf die fleckige Stelle bringt und eintrocknen läßt. Nach einigen Minuten ka'an man schon, aber nur mit einer tadellos sauberen Bürste, abbürsten. Man wird keine Spur des Fleckens mehr entdecken. Nur in ganz hartnäckigen Fällen ist es nöthig und rathsam, das Verfahren zu wiederholen. Weiße Straußenfedern zu reinigen. Man weicht die Federn in warmem Seifenwasser ein und wäscht sie sodann durch bchutsames Reiben mit den Händen. Wenn sie sauber sind, werden sie in klarem Wasser gespült. Man hängt sie in der Sonne auf und begießt sie zum Bleichen, sobald sie zu trocknen ansängen, mit einer Gießkanne jnxt lauwar5m Wasser. In einigen Tagen sind die Federn weiß und schön kraus. UmHolzlöfsel und Quirle, die beim Einkochen des Obstes eine bunte Farbe angenommen haben, wieder weiß zu bekommen, kocht man die Gegenstände etwa 15 Minuten in Chlorwasser. Dann werden sie kräftig gescheuert, gespült und einige Stunden in klarem, mehrmals erneutem Wasser gewässert und zuletzt an der Luft getrocknet. Um das Eindringen der Kälte und des Zuges zu verhindern, legt man zwischen die Doppelfenster eine recht dicke Schicht in schmale Streifchen geschnittenes und durcheinander gewirrtes Zeitungspapier. Obenauf kann man etwas grünes Krepppapier legen und kleine Tannenzweige darüber streuen; das sieht sehr nett und anheimelnd aus. Putzfedern aufzukräus e l n. Aus kleingespaltetem Holz wird auf dem Herd ein Feuer gemacht und, sobald es ganz in Flammen sieht, zwei gute Löffel voll Kochsalz hineingeworfen. Wenn die helle Flamme im Sinken ist, hält man die Feder seitwärts so dicht an dieGluth.als es ohne sie zu sengen möglich ist und wendet sie nach allen Seiten, bis sie wieder völlig kraus und schwunghaft erscheint. Schleier zu steifen. Man taucht ein reines leinenes Tuch in guten Kornbranntwein, wickelt den Schleier hinein, läßt ihn einige Minuten liegen, bis er durch und durch feucht geworden ist und bügelt ihn alsdann vorsichtig zwischen 2 Blättern Löschpapier. Schwarze Spitzen aus Seide und S e i d e n sch l e i e r reinigt man durch Waschen in Branntwein oder verdünntem Spintus. d?m man etwas S:ifenspiritus zusetzt. Der Schmutz löst sich beim Waschen sehr bald. Die zarten Gewebe vertragen kein Reiben. Der gelöste Schmutz wird durch Drücken mit der Hand entfernt. Nachher spült man erst in warmem Wasser, dann in kaltem so lange, wie die Flüssigkeit noch Farbe annimmt. Um dem Gewebe die nöthige Appretur zu geben, mischt man Bier und Weingeists . gleichen Theilen, taucht die Spi :n usw. hinein, drückt sie sanft aus u d hängt sie zum Trocknen auf. Fast trocken geworden werden sie auf einerUnterlage von weißem Seidenpapier gleichmäßig ausgebreitet, mit einigenBogen von gleichem Papier bedeckt und dann geplättet. . F r o st b e u l e n. Um dem Entstehen von Frostbeulen vorzubeugen, ist besondere Rücksicht auf die passende Wahl der Kleidungsstücke zu nehmen. Das Schuhwerk muß bequem sein, weil gerade eine mangelhafte Blutcirculation das Entstehen von Frostbeulen begünstigt. Die Strümpfe sollen aus Wolle sein. Für die Hände empfiehlt sich der Gebrauch von weichen nicht ledernen Handschuhen, die gleichfalls jeden beengendenDruck vermeiden müssen. Außerdem ist es gerathen, Hände und Füße öfters zu baden und danach tüchtig zu frottiren. Häufiges Hantiren in kalten Flüssigkeiten ist besonders bei scharfem, rauhem Wind zu vermeiden; jedenfalls muß die Haut gut abgetrocknet und hinterher leicht eingefettet werden. Besteht eine Neigung zum Erfrieren der Ohrmuscheln, so können diese durch die Haarfrisur, nöthigen falls durch Schleier oder Ohrenklappen geschützt werden. Auch hier empfiehlt sich häufiges Frottiren und leichtes Einfetten. Bei etwa bestehender Blutarmut ist diese zu bekämpfen. Putzmittel für Spiegel und Glasscheiben. Ein autes Putzmittel für Glasscheiben bereitet man durch Befeuchten von gebrannter Magnesia mit Bemin, so daß eine Masse entsteht, die hinreichend naß ist, um durch Pressen einen Tropfen daran perlen zu lassen. Diese, übrigens feuergefährliche Mischung bewahre man in Gläsern auf, die mit Glaspfropfen versehen sind, um das sehr leichtflüchtige Benzin zurückzuhalten. Will man diese Mischung anwenden, so nehme man davon etwas auf Bäuschen von Baumwolle und reibe damit die Spiegel und Fensterscheiben ab. Trotz besten Verschlusses trocknet der Brei bald aus; man thut also gut, nicht viel über den jedesmaligen Gebrauch zu bereiten.
