Indiana Tribüne, Volume 27, Number 61, Indianapolis, Marion County, 2 November 1903 — Page 3

Jndiana Xvihünc, 2. November 1903

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Schwarzer Tag. Gegen 30 Menschen in einer Mieth-Kaserne verbrannt.

Grauenhafte Scenen bei dem wilden Kampf um das Leben. Schadenfeuer ivn einer Million aus Coney Island. Ermordung eines Polizei-Chefs bei einem Neger-Fest. Hitchcock erlak'.t die angekündigte Erttärung. Nnttachsichtige Ahndung des Landschwindels versichert. John Mitchell setzt seine Neisetour fort. Furchtbares BrandUnglück. New York, 1. Nov. 21 Mnner, 3 Frauen und ein Kind von 10 Monaten kamen durch ein Feuer um's Leben, das im Hause Aller Nationen", einer fünfstöckigen Mietyskaserne No. 426 O. 11. Str. au-drach und nach Anficht von Polizei und Coroner von Brandstiftung herrührt. Außer dem furchtbaren Verlust an Menschenleben gehört eZ zu den seltsamen Zügen dieses Unglücks, daß daZ Feuer in 20 Minuten gelöscht war, daß außer den Umgekommenen nur eine einzige Person als verletzt bekannt ist und daß der Eigenthumsschaden 37,000 nicht überschreitet. Die Todten sind meist Italiener. Die, soviel man bis jetzt weiß, einzige verletzte Person ist eine Frau, in Folge Abspringen aus dem 2. Stockwerke. In verschiedenen Zimmern des Tene-ment-Gebäudes waren HaloweeN'Fest lichkeiten veranstaltet, wodurch die Zahl der um ihr Leben ringenden Personen eine beträchtliche Erhöhung erhielt. Der Brand war schon mehrere Mi nuten ausgebrochen, bevor die Entdeckung erfolgte. Im Souterain be ginnend und aufwärts züngelnd, hatten die Flammen die nach den Woh nungs'Abtheilungen führende Treppe ergriffen. In Kurzem war diese derart in Flammen gehüllt, daß das Verlassen des Hauses auf ihr unmöglich wurde. Ueberall an den Fenstern drängten sich Männer und Frauen, woraus hervor ging, daß im terzweifelten Kampf, sich freizumachen, die Ausgänge nach den Feuer-Treppen blockirt worden und zugleich eine Anzahl Menschen erstickt waren. Im 4. Stock fanden die Feuerwehrleute auf einem Bette an einem Fenster liegend die Leichen von 5 Männern. Jeder hatte versucht, den andern weg zustoßen, um zu der Feuertreppe außerhalb zu gelangen. Die Züge der Todten waren verzerrt, einige aus Wuth, andere im Schmerz des Todeskampfes, 2 hatten sich derart aneinander geklammert, daß ihre Hände von Blut bedeckt waren. Nahe einem Vorderfenster des 3. Stocks fand man die Leiche einer Italienerin mit ihrem kleinen Knaken im Arm. In einer Wohnung des 3. Stocks, wo eine Hollowen Gesellschaft versammelt war, wollte einer der Anwesenden, John Q'Toole, auf die Straße eilen. Als er die Thüre öffnete, trieb ihn der Rauch zurück. Er eilte zu der Feuertreppe, gefolgt von den übrigen und alle entkamen mit Ausnahme seiner Mutter, deren Leiche man später am Eingange zu der Wohnung fand. Als die Feuerwehr am Schauplatz ankam, entstieg dem Dache ein Flammenmeer, während die Luft von den herzzerreißenden Schreien der Frauen und den Flüchen der Männer erfüllt war. Den Feuerwehrleuten sind viele kühne Rettungen zu verdanken. Einer stieg zum 4. Stock, wo ein Fenster mit Männern gefüllt war. die um den Ausgang kämpften. Er schlug alle Männer, die er sehen konnte, mit den Fäusten auf den Kopf und sie fielen zurück. Darauf händigte er den Feuer wehrleuten auf der Leiter unten 3 Frauen und ein kleines Kind ein. Auf ähnliche Weise wurden 2 Mädchen ge rettet. Rettungs-Netze spielten bei dem Rd tungswerke eine große Rolle. Di Feuerwehrleute ließen Männer und Frauen, lTodte und Leoende, von einem in's andere Stockwe' fallen und die Männer auf den LeitttN 'i-'im ersten Stockwerk beförderten sie schließlich in die durch Polizisten und FeuerwehrSleute auf der Straße gehaltenen Netze.

Das HauS war unter dem Namen Aller Nationen" wegen der verfchie denen Nationalität feiner Bewohner bekannt. Charlotte, N. C., 1. Nov. Vier Personen, sämmtlich Weiße, kamen heute durch die Lokomotive eines Passagierzugs auf der Südbahn, 4 Meilen von Concord. um's Leben; außerdem wurde eine Leiche aus ihrem Sarge geschleudert. Die Umgekommenen befanden sich in einem Wagen mit der Leiche auf der Fahrt zum Begräbnißplatze, als die Maulesel scheuten und mit dem Wagen direkt dem heranörausenden Zuge entgegenstürmten. Der Sarg wurde zer trümmert und die Leiche zusammen mit den Opfern durch d?e Luft geschleudert. Brand a u f C oney I sland. New ork, 1. Nov. Eoney Island wurde heute von einem Brande heimgesucht, der 250 Gebäude mit ei nem Gesammtwerthe von 31,000,000 zerstörte. Menschenleben gingen nicht verloren, dagegen sind verschiedene Personen schwer verletzt. Das Feuer brach in der Nähe des Steeplechase Park- aus und zog sich zum Vowery-Distrikt mit seinen leicht entzündbaren Holzbauten hin. Die bedeutendsten Gebäude, welche vernichtet wurden, sind Strauch's Hotel und Pavillon und Henderson's Theater. Polizei aus Manhattan nnd Brooklyn leistete der Feuerwehr Hülfe. Ermordung eines Poliz e i . C h e f s. Chicago, 1. Nov. Bei einer Halloween-Feier wurde heute S. A. Aile, Polizeichef von Morgan Park, von dem Neger Wiley getödtet. Der Polizeichef soll angeblich eine Schwester des Negers geschlagen haben, worauf die Neger Verstärkungen holten und in dem sich entspinnenden Kampfe Wiley den Polizeichef erstach. Vier Neger wurden im Gefängniß von Morgan Park internirt, das bald von Hunderten von Dorfbewohnern umringt war. Als d!e Polizei Wiley und seine Genossen in einem Wagen fortschaffen wollte, kam es mit der Menge, die bereits Stricke für die Neger bereit hielt, zum Kampf; unter einem Hagel von Steinen gelang es schließlich, die Gefangenen nach Englewood zu überführen. ÄZiley ist geständig. Hitchcock 's Erklärung Washington, I.Nov. Bezüglich der Untersuchung über die Betrügereien mit öffentlichen Ländereien in den Pacific Staaten wurde im Departement des Innern ein Bericht aufgesetzt und mit Zustimmung des Sekre-

tärs Hitchcock bekannt gemacht. Hiernach gelangte fast vor einem Jahre an den Sekretär des Innern die Mittheilung, daß Betrügereien ernster Natur durch eine Vereiniauna von Land Spekulanten an der PacificKüste gegen die Regierung verübt wurden und werden. ES handelt ficb hierbei um Verletzung des sog. ForstReserve Landgesetzes vom 4. Juni 1897. Die Betrügereien schienen solch schweren Charakters, daß der Sekretär unverzüglich die Anstellung einer gründlichen Untersuchung befahl. Diese Untersuchung, im letzten Januar begönnen, wurde mit großer Sorgfalt und mit möglichster Beschleunigung, soweit es die Gründlichkeit zuließ, geführt. Schritt für Schritt, ohne Unterlaß, schritt die Untersuchung unter des Se kretärs persönlicher Leitung vorwärts und jede Spur verbrecherischen Thuns wurde von den mit der Untersuchung Betrauten bis zur Quelle verfolgt. Al Folge hiervon hegen die UntersuchungsLeiter die Zuversicht, daß die Schuld:gen ergriffen und rasch dem Arme der Gerechtigkeit überliefert werden. Von Anfang an war der Sekretär entschlossen, der Angelegenheit bis auf den Grund zu gehen ohne Rücksicht auf die einflußreiche Stellung gewisser betheiligter Personen. Diesen Linien entlang ist die Untersuchung stets geführt worden. Das Werk ist nunmehr der Vollendung nahe, die ganze Angelegenheit wird bald zur Veröffentlichung reif sein und das gerichtliche Vorgehen gegen die Gesetzesverächter dann beginnen. Bei den ungesetzlichen Transaktionen handelt es sich allerdings um verschiedene 100,000 Acker öffentlichen Landes, allein die Zahl der Aecker, auf welche die Betrüger Patente erhielten, ist verhältnißmäßig gering. Die diesbezüglichen Zeitungs-Meldungen sind mehr oder weniger übertrieben.

Die Meldungen, es seien 5 Bundes-

senatoren und zahlreiche Abgeordnete verwickelt und der Werth der betreffenden Ländereien belaufe sich ans 315, 000,000 oder S20.000.000, sind ohne thatsächliche Unterlage. Es kann bestimmt versichert werden, daß derartige Berichte nicht vom Departement des Innern ausgingen. Rabe als P o st d i e b. Denver, Col., 1. Nov. Den Postbehörden ist es nach längeren Anstrengungen gelungen, den Dieb zu entdecken, der einen Postkasten auf einer Landroute nahe Spanish Fork plünderte. Ein Wache stehender Briefträger sah einen Raben auf den Briefkasten fliegen und einen Brief herausholen. mit dem er fortflog. Man folgte der Spur des Vogels und fand sein Nest mit Resten von Geldanweisungen und Geschäftsbriefen ausgepolstert. Selbst Liebesbriefe hatte der Unglücksvogel nicht verschmäht. Mitchell setzt seineTour fort. Scranton,Pa., I.Nov. Trotz seines Leidens hegt Präsident John Mitchell von den Ver. Gruben-Arbei-tern die Absicht, seine schon vorher arraugirte östliche Tour fortzusetzen. Er reiste heute Abend auf eine Woche in Geschäften nach New Jork und will sich am Samstag nach Boston zur Sitzung des Executiv-Raths des ArbeiterVerbandes begeben, die der JahresConvention der Föderation am 9. Nov. verangeht. Verunglücktes Kunststück. L a m o n t, S. D., 1. Nov. Ein Hypnotist gab letzte Woche, hier Vorstellungen. Eine der Nummern derselben bestand darin, daß ein Mann hypnotisirt und in einem Sarge begraben wurde; am nächsten Abend sollte er wieoer erweckt werden. Ole Rasmussen gab sich für 35 zu dem Versuche her. Er wurde begraben und am nächsten Tage wieder ausgegraben. Im Sarge wurde er in das Schulhaus getragen, wo der zweite Theil der Vorstellung vor sich gehen sollte. Rasmussen ath mete, aber drei Versuche des Hypnotiseurs ihn zu erwecken, schlugen fehl. Vor Schrecken fiel der Hypnotiseur selbst in Ohnmacht. Die Volksmenge spielte ihm übel mit, bis ihn einige ruhige Bürger in ein Nachbarhaus trugen und zu Bette brachten. Als er wieder zu sich kam. entsprang er durch ein Fenster. Die Aerzte sagen, daß Rasmussen nicht leben kann. Eine Volksmenge ist auf der Suche nach dem Hypnotiseur. Bahn-U nfälle. G a l l i p o l i s, O., 1. Novbr. Der Kannwha und Michigan-Passa gierzug zwischen Charleston, W. Va., und Gallipolis entgleiste heute früh bei Redhouse, W. Va. Der Lokomotiv, führer fand den Tod und I. B. Whiteder frühere Sekretär des Ex-Gouver-neurs McCorkle von West Virginien, wurde schlimm verletzt. Katholiken-Feier. Cincinnati, 1. Nov. DieKatholiken von Ost-Kentucky feierten heute die Gründung der Diöcese Covington und die Weihe von S. A. Carroll als erster Bischof. Die Hauptfeier fand in der St. Marien Kirche zu Covington statt, in Anwesenheit des ErzbischofS Elder in Cincinnati und des Bischofs Maes von Cooington. Die Dankpredigt hielt Bischof O' Eorman von Sioux Falls, S. D.z außerdem nahmen an der Feier u. A. die Bischöfe Chatard. Indianapolis und Richter, Grand Rapids, theil. S a m Parks. New York, 1. Nov. Nachdem Sam Parks, der Agent der Union der Hausschmiede wegen Erpressung verurtheilt wurde, hat nun auch seine Union beschlossen ihn anzuklagen zum Zwecke ihn aus der Union auszuschließen. Prozeß Farris. Jefferson City. Mo., 1. Nov. Der Prozeß des Senators Frank L. Farris wegen Bestechung kommt mor. gen im Kreisgericht zur Verhandlung. Etwa 75 Zeugen sind geladen, jedoch nur einer, der ehemalige Vice-Gouver neur Lee, angelangt. Herr Lee ist Staatszeuge. Auch die Grandjury tritt morgen zusammen. Trauerfeier für Emma BoothTucker. New .York, 1. Nov. Für Frau Emma Booth Tucker, Consul der Heilsarmee in Amerika, fand heute in der dicht gefüllten Carnegie Halle eine ergreifende Trauerfeier statt. Com mander Booth-Tucker hielt eine längere Ansprache.

Schweres Exvlosions Unglück. Crestline. O.. 1. Nov. Eine furchtbare Explosion verursachte heute Abend in Stadt und Umgebung eine Panik. In den Penna. Yards explodirten 2 mit Dynamit beladene Wagen; die Zerstörung ist so vollständig und groß, daß sich Nachts weder über den Eigenthumsjchaden etwas sagen läßt noch darüber, ob ein Menschenleben verloren ist. 2 Beamte der Bahn sind durch die Zerstörung des Gebäudes, in dem sie arbeiteten, schwer verletzt. Hunderte von Bahnbediensteten durchsuchen die Trümmer nach Todten und Verwundeten. In der unteren Stadtgegend ist kein Gebäude, welches nicht beträchtlichen Schaden erlitt. Durch Glassplitter erlitten viele Leute auf den Straßen Schnittwunden; Hunderte von Frauen befinden sich durch den Schrecken in ernstem Zustande. In den Kirchen, wo gerade Gottesdienst stattfand, wurden theilweise die Fenster zertrümmert.

Die zertrümmerten!ZWagen sind in Brand gerathen und derZAnblick des Schauspiels ist großartig. Die Explosion wurde deutlich 50 Meilen weit gehört. Gewerkschaften imStreit. S t. L o u i s, 1. Nov. Mißhelligleiten zwischen der Gewerkschaft der Plumbers und jener der DampfröhrenLeger mag morgen zu einem General Streik führen, der die Arbeiten auf den Ausstellungsgründen lahm legt. Es handelt sich um lote RöhrenLegung für denZMasserfall und die Dampfröhren Leger verlangen, daß sie die Arbeit vollenden und die Plumbers aufhören müssen. Freigesprochen. P u e b l o, Colo., 1. Nov. N. Archuleta und sein Geschäftstheilhaber E. Gomez, die wegen' Hehlerlei bei Diebstählen in den Jndianer-Reserv. New Mexicos angeklagt waren, wurden im Bundesdistrikts-Gericht freigesprochen. Arch. ist einer der reichsten Bürger New Mericos. Schisssnachrickten. A n g e k o mm e n. Liverpool: Umbria" von New York; Cymric" von New Z York via Queenstown. Queenstown: Saxonia" von Boston nach Liverpool. Neapel: Aurania" von New York nach VenedigAbgefahren: London: Minnetonka" nach New York. Queenstown :Z.,Campania" nach Rew York. In Obdach in Steicrmark bildete sich ein Ausschuß, um Rudolf svalb und dem Volksdichter Hans Grasbergcr Denkmäler zu setzen. Den Erreger der TollWuth, wollte bekanntlich der italimisch.' Professor Negri entdeckt' haben. Je: hat der Stabsarzt Dr. Schüder, der Leiter der Wuthschutzabtheilung Berliner Koch'schm Institut, in der D. Med. Wchschr." die Negri'sSe Ent. deckung kritisch beleuchtet. Danach ist es ausgeschlossen, daß die von Negri beschriebenen Gebilde die spezifischen Erreger der Tollwuth sind. Auf einer Weltautomobilreise" befindet sich gegenwärtigFLrst Albert von Monaco unter dem Jnkognito eines Herrn Villier aus Paris. L)er Fürst ist dieser Tage von Dresden .via Tetscyen m Prag eingetroffen. von wo aus er nach kurzem Aufenthalt die Fahrt nach Wien fortsetzte. In seiner Begleitung befinden sich ein Chauffeur und ein Diener. Ein Münchener Herkul e s. Vor Kurzem saß ein Herr Adolf Echsteiner aus München ganz behaglich auf einer Ruhebank am Lido in Venedig und freute sich am Anblick des Mceres. Da gesellten sich zwei feingekleidete Herren zu ihm. die ihn von Jnnsbrück her kennen wollten. Echsteiner konnte sich der gebrochen Deutsch sprechenden Herren zwar nicht erinnern, aber auf der Reise sieht man so viele Leute. Die beiden Italiener setzten sich zu ihm und zeigten ihm die erdenklichste Liebenswürdigkeit. Auf einmal merkte Herr Echsteiner, daß ihm seine goldene Uhr aus der Tasche gezogen wurde. Im Ru begriff er, mit wem er es zu thun habe. Unversehens packte er die beiden Gauner am Genick und stieß ihnen die Köpfe mit solcher Gewalt zusammen, daß ihnen Hören und Sehen verging. Dann schleppte er die beiden Kerle eigenhändig, unter großem Halloh der Badegäste, zur Polizeiwache. Dort stellte sich heraus, daß sie das Geldtäschchen des Herrn Echsteiner schon in ihren Besitz gebracht hatten. Aber sie waren auch auf seine Uhr lüstern gewesen, und das wurde ihr Verderben. .

Zöustiae Verhandlung. Auf dem Polizeimt des Pariser

Quai Jemappes. Ein Kaufmann des Viertels. die Vorladung wegen zu schnellen Fahrens ini der Hand, erklärt dem Polizeigewaltigen : Es ist richtig die Nummer meines Kraftwagens. Aber ich lenkte ihn nicht, als wir, an Andelys vorbei, nach Havre fuhren, sondern mein Geschäftsthcilhaber Leon. Ich habe nämlich eine Tochter, um deren Hand Leon schon lange anhält. Ich war ganz damit einverstanden, meine Tochter erst recht, aber meine zrau wollte nrmmer davon wissen. Vorigen Sonntag fuhren wir alle Vier nach! Havre. Plötzlich setzte Leon den Krafter in die vierte Schnelligkcit; der Wagen schoß rasend dahin. Ich schrie, er sollte einhalten. Nein! seit einem Jahre halten Sie mich hin. Sie sagen immer, es eile nicht; Ihre Tochter sei noch jung. Heute müssen Sie sich entschließen. Die Hand Ihrer Tochter, und ich halte sofort. Anderenfalls eine Drehung nach rechts oder links, und wir zerschmettern uns den Schädel an einem Baum!" Aber meine Frau ..." Sie lehnen ab," erwiderte Leon, indem er Miene machte, seine Drohung auszuführen. Halten Sie, halten Sie, ich willige ein!" Sofort fiel der Krafter auf die zweite Schnelligkeit zurück. Der Polizeicommissär forderte nun Leon vor, welcher eingestand: In der That, ich habe meinem Schwiegervater mit Zerschellen an einem Baum gedroht, aber Sie können versichert sein, daß ich nie daran gedacht, meine Drohung auszuführen. Es war eben nur aus Schein, die List eines' Verliebten. Meine Schwiegermutter war sofort entwaffnet. Und da ein Mann ein Wort" gilt, wird die Hoheit in Kurzem statthaben." Da mögen Sie mit 15 Francs loskommen." Ich bezahle sie, Schwiegervater," rief Leon, und die VerHandlung war zu Ende. Taö nilitärische Proaramm der ungarischen Liberalen. Wie dem Wiener Fremdenblatt" aus Budapest gemeldet wird, bewegen sich die Vetrathungen des Neuner-Ko-mites, welches mit der Ausarbeitung des militärischen Programms der liberalen Partei betraut worden ist, auf ?twa folgender Grundlage, von der man annimmt, daß sie auch die Villi-. gung aller maßgebenden Stellen finden werde: 1) Die Nückversetzung dr ungari schen Offiziere in die ungarischen Rec;imen)ler im Sinne des königlichen Handschreibens vom Jahre 1868 nach Thunlichkeit. 2) Die Regelung der Emblemefrage in einer Weise, daß die staatliche und nationale Selbstständigkeit Ungarns mit zum Ausdrucke gelangt. 3) Die Reform des militärischen Unterrichts in einer Weise, daß in den ungarischen militärischen Instituten einzelne Lehrgegenstände in magyarischer Sprache zum Vortrag gelangen sollen. Ungarn soll militärische Jnstitute auf eigene Kosten errichten dürfen, doch darf der Lehrplan derselben von denen der gemeinsamen Institute nicht abweichen. 4) Die Wappenfrage wird in der Weise geordmt, daß auf dem gemeinsamcn Siegel nebeneinander das ungarische und das österreichische Wappen gegen einander geneigt erscheinen. 6) Die offizielle Sprache der Militärgerichtsbarkeit ist die deutsche, allein die Vertheidiger dürfen auch magyarisch sprechen und können eventuell durch Dolmetscher sich mit den Richtern verständigen. Das Urtheil wird in deutscher Sprache und im Namen des Kaisers verkündigt. 6) An der deutschen Dienst- und Kommandosprache soll nicht gerüttelt werden. FredenSborgcr Zfürstcntage. Der Fürstenbesuch auf dem dänischen Schloß Freoensborg ist jetzt schon recht zahlreich; außer der engeren dänischen Königsfamili: balten sich dort König Georg von Griechenland, die Königin Alexandra von England und die ruffische Kaiserin-Wittwe Maria Feodorowna nebst zahlreichen Prinzen und Prinzessinnen dauernd auf. Der König Oskar von Schweden und die Kö-nigin-Wittwe von Italien weilten bisher zu eintägigem Besuche auf Fredensborg. Im Uebrigen bringen die nächsten Tage einige Veränderungen in dem Gästebestande des dänischen Hofes. Dem Prinz Friedrich vonSchaumburgLippe mit Familie folgt das Cumberlandsche Herzogspaar. Damit werden alle sechs Kinder König' Christians um den Vater versammelt sein. Die drei Töchter mit ihren Angehörigen dürften für längere Zeit auf Fredensborg verbleiben. Der Besuch der russischen Kaiserfamilie ist unbestimmt. Ebenfalls i hat man in Fredensborg die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den König Edward von England im Laufe des Herbstes dort zu sehen. Der Hof wird voraussichtlich in diesem Jahre besonders lange, wie man meint, noch zwei Monate, auf Fredensborg verbleiden. ZurgeplantenPost-Con-vention 'zwischen Deutschland und den Niederlanden äußerte sich der holländische General - Post- und TelegraphenDirektor Pop dahin, daß zur Zeit amtliche Erhebungen über das Für und Wider, einer derartigen Convention stattfinden. Die deutsche Regierung hat bereitwilligst alles erbetene statistische Material zur Verfügung gestellt, dessen man benöthigte.

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