Indiana Tribüne, Volume 27, Number 61, Indianapolis, Marion County, 2 November 1903 — Page 1

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Erscheint seden XtartTroUtag. " Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Montag, 2. November 1908 No 61. . i i

Mommsen, derHistoriker,be'

schließt seine irdische Laufbahn. M o m m s e n . Berlin, den 1. November. Theodor Mommsen, der Historiker, ist heute Vormittag in Charlottenburg i vor 9 Uhr gestorben. Das Ende kam, ohne daß er daZ Bewußtsein wieder erlangt hätte und wurde nur von dem Arzte beobachtet, welcher die ganze Nacht mit der Familie gewacht hatte. In der Wohnung sprachen heute früh der amer. Botschafter Tower, Vertreter anderer Mächte sowie verschiedene Minister vor, um sich nach dem Kranken zu erkundigen, worauf sie die Trauerkunde erfuhren. Kaiser Wilhelm und verschiedene Bundesfürsten sandten der Familie Mommsen VeileidZ-Depeschen. Mommsen wurde am 30. Nov. 1817 zu Garding in Schleswig geboren. Er war der Sproß eines evangelischen Pfarrhauses und der älteste und bedeu tendste von den drei Brüdern Mommsen Theodor, Johannes Tycho und August Mommsen, die sich in der Geschichte der Philologie einen auZge zeichneten Namen erworben haben. Er studirte von 1833 bis 1843 zu Kiel Jura, hielt sich ein paar Jahre lang auf Reisen in Italien und Frankreich auf. lebte kurze.Zeit als Redakteur in Rendsburg und ward dann im Jahre 1843 als außerordentlicher Pro fegor der Rechte nach Leipzig berufen. Doch verwickelt in die revolutionäre Bewegungen jener Zeit, mußte er 1850 . snne Stellung niederlegen. , Er. der an der schleswig holsteinischen Bewe' gung den regsten Antheil genommen und füi das Recht der Herzogthümer tapfer gekämpft hatte, war bei sich überzeugt, daß es feine sittliche Pflicht sei, auch zu den Vorgängen in Sachsen Stellung zu nehmen. - Ihm war eS sicher, daß die Zukunft TentfchlandZ die freiheitliche Ausgestaltung der Politik nothgedrungen erheischte. An den ihm geistesverwand ten Genossen im Lehrkörper der Universitüt Leipzig, Moritz, Haupt und Otto Iahn, hatte er getreue Gesinnungsgenossen. Der königlich sächsischen Re gierung aber war es gegen den Strich, daß die Staatsdiener dn der königlichen Landes-Universität einer anderen politischen Anschauung Anerkennung zu verschaffen suchten, als die hohen Staatsbehörden zu hegen für gut befanden. Den Professoren wurde der Prozeß gemacht. Das Urtheil in Mommsen's Sache lautete auf Amtsentsetzung. Mommsen nahm diese Unbill gefaßt hin. Er wandte seine für das Lehren brachgelegte Kraft ganz auf die wissenschaftliche Hervorbringung. Da machte sich der Erziehungsrath in Zürich Mommsen'S Lage zu Nutze, wie er es schon bei anderen Gelehrten unter gleichen Verhältnissen gethan hatte. Er verlieh Mommsen eine ordentliche Professur an der Universität Zürich. Damit war dem Gelehrten wieder die Thätigkeit alS akademischer Lehrer eröffnet. 1854 erhielt Mommsen eine Professur an der Universität Breslau. Von dort kam er 1853 nach Berlin. Bis dahin war er Professor des römischen Rechts gewesen, fortan wurde er Lehrer der alten Geschichte. Von 18741896 war Mommsen ständiger Sekretär der Königlichen Akademie der Wissenschaften. In deren Auftrag übernahm er die Herausgabe des Riesenwerks einer Sammlung aller lateinischen Inschriften (Corpus inscriptionum latinarum"), nachdem er schon früher auf dem Gebiete der Epigraphik, auf dem er unbestritten die erste Stelle einnimmt, bahnbrechend vorangegangen war. Von seinen zahlreichen fachwissenschaftlichen Werken seien hier nur noch Die römischen Forschungen", Geschichte deS römischen Münzwesens", Römisches Staats recht" erwähnt. Gelegentlich eines Schreibens, das er in den Münchener Neuesten Nachrichten" im November 1901 veröffentlichte, und worin er, anknüpfend an die Berusung des katholischen Prof. Spähn an die Straßburger Universität, für

die voraussetzungslose Forschung ein-

trat, wurden ihm ZustimmungSadressen von fast allen deutschen Hochschulen zugesandt. In den letzten Tagen noch war Mommsen mit einer Kundgebung zu Gunsten einer Annäherung zwischen Deutschland und England eingetreten. Im Jahre 1896 ernannte die Stadt Rom Mommsen zum Ehrenbürger. Er war Vieekanzler des Ordens Pour le rnerite" für Kunst und Wissenschaft, doch haben äußere Ehrungen den Forscher wenig berühren können. Er war eine typische Gelehrten-Erscheinung mit der ausdrucksvollen hohen Stirn, den sprechenden Augen, dem weißen, mallenden Haar. Auf diese Zierde war er nicht wenig stolz, und als im Januar d. I. das Haar Feuer fing, als er ihm mit einer Stearinkerze zu nahe kam, da bemerkte der Professor launig zu den. zu seinem Beistand herbeieilenden Famitten - Mitgliedern: Mit meiner Schönheit ist es nun vorbei." Am 17. Februar d. I. wurde der greise Gelehrte das Opfer eines ernsteren Unfalls. Er wurde beim Kreuzen der Straße von einer Droschke gesaßt und umgeworfen. Wenn der Unfall auch keine ernstlicheren schweren Folgen batte, so machte sich doch von der Zeit an eine gewisse Schwäche geltend. Auch als freisinniger Politiker trat Theodor Mommsen bemerkensmerth hervor ; er gehörte in der Zeit von 1873 82 dem preußischen Abgeordne tenhause als Vertreter des Wahlbezirks Eottbus-Spremberg, zeitweise auch dem Reichstage an. m Aus den Gerichtshöfen. Richter A l f o r d's I n st r u ctionen an die Großge schworenen betr. Toom e y'S P o o l r o o m. Die Großgeschworenen traten heute Vormittag für den November-Termin wieder in Sitzung. Bevor sie sich zur Berathung und Untersuchung zurückzogen, gab Richter Alford ihnen Instructionen über Poolzimmer im Allgemeinen und Toomey's Etablissement im Besondern. Wenn Beweismaterial gegen dasselbe gefunden werden könne, dann sollten auch ohne Rücksicht auf Personen Anklagen erhoben wenden, einerlei, ob dieselben prominent seien oder nicht. Wenn die Großgeschwore nen ausfänden, daß in dem Etablissement Wetten auf Pferde entgegengenommen und auch ausbezahlt wurden, so sollten unbedingt Anklagen erhoben werden. Ob die Rennen in diesem Staate oder in einem andern abgehalten werden, sei einerlei. Der Richter sagte ferner, daß er in Erfahrung gebracht hätte, daß der Eigenthümer des Etablissements, trotzdem dasselbe ausgehoben wurde, öffentlich erklärt hätte, es trotzdem noch fortzuführen. Wenn dieses der Fall sei, so wäre es die Pflicht des Eriminalgerichts, diesem gesetzlosen Treiben Einhalt zu gebieten. Dieses könne aber erst dann geschehen, wenn die Großgeschworenen ihrerseits ihre Pflicht und Schuldigkeit gethan und Anklagen erhoben hätten. Falls nun einer oder der andere der Eroßgeschwvrenen glaube, in diesen Fällen nicht unparteiisch lhandeln zu können, so solle dieses unverzüglich dem Richter gemeldet werden, auf daß die Grandjury sich aus Männern zusammensetze, welche für eine gerechte und unparteiische Durchführung der Eriminalgesetze des Staates sind. Hierauf zogen die Großgeschworenen sich zur Berathung zurück. Auf den 14. November verschoben. Im Polizeigericht wurden die Fälle von Tozmey und der übrigen 114 Angeklagten auf den 14. November verschoben. Es wird dann ein Fall herausgesucht werden, welcher zur Ver Handlung und zwar vor Geschworenen gelangen soll. " ES ist möglich, daß bis dahin die Großgeschworenen schon Anklagen erhoben haben. Toomey und Genossen werden von den Anwälten Elmer Marschall, Harding und Groninger vertreten. ZS- Raucht die BONANZA.

Nachklänge von der Sam-

stags-Catastrophc. Ein anderer Verletzter gestor den, wodurch die Zahl der Todten auf 6 anwuchs. Die anderen Verletzten befinden sich. mit wenigen Ausnahnzen, den Umständen gemäsz wohl. Gestern Morgen, als durch die ausführlichen Zeitungsberichte das durch die Eisenbahn-Catastrophe am Samstag Vormittag angerichtete entsetzliche Unheil in seinem ganzen, erdrückenden Umfange allgemein bekannt wurde, da ward allenthalben das herzlichste Mitgesühl sür die schwer heimgesuchten Famitten, nah und fern, und tiefesMitleid für die Verletzten und Verwundeten wach, und in der ganzenStadt ward die grauenhafte Catastrophe immer wieder auf das Tiefste beklagt. Jedermann wollte wissen, wie es den Verwundeten gehe und wiederholt wurden Versuche gemacht, sich persönlich in den Hospitälern Bescheid zu holen; doch konnten selbstverständlich dort nur die Angehörigen und Freunde der Verletzten zugelassen werden, und auch nur da, wo die Aerzte es gestatteten. Wie am Samstag Hunderte und Aberhunderte zu der Unglücksstätte zogen, um ihre Neugierde zu befriedigen, so pilgerten gestern viele Tausende von Bürgern, groß und klein, dort hinaus. Doch fanden sie, außer den zertrümmerten Locomotiven und Waggons nicht mehr viel zu sehen. Die Suche nach Leichen aufgegeben. Die Suche nach anderen etwa unter den Trümmern begrabenen Leichen wurde nämlich gestern, nachdem AlleS lt.-.1i X. Jtffjt.l . .Ii Jl.ll arunou ourmior war. ais ziveulos eingestellt. ; Erstlich stellte es sich nämlich heraus, daß der am Samstag Nachmittaz aufgefundene Arm nicht der des Newsboys" von dem Zuge war, den man irrthümlich für verunglückt hielt, sondern daß dieser Arm zu der Leiche des verunglückten G. S. Drollinger aus Mill Creek, Ind., gehörte. Ferner wurden unter den Bahntrümmern auch nicht die geringsten Spuren von dem Vorhandensein anderer Leichen ge funden. NocheinTodesfall. Leider ist zu berichten, daß gestern ein anderer der verletzten Jünglinge vom Tode dahingerafft worden ist, nämlich der 21-jährige Albert Bailey aus New Richmond, einer der PurdueFußballspieler. Seine innerlichen Verletzungen kosteten ihm das Leben. Er war in Dr. S. R. Eunningham's Privathospital an Highland Place untergebracht gewesen. Die 4 anderen dort gepflegten Verletzten befanden sich gestern verhältnißmäßig wohl. Wie sich die anderen Verletzten befinden. Im Stadthospitale ringen zur Zeit A. L. Holton aus Oberlin, O., und E. S. MillS aus RenSfelaer, deren Verletzungen am schlimmsten sind, mit dem Tod;, wäh rend bezüglich des Zustandes der anderen dort untergebrachten Verletzten befriedigende Auskunft ertheilt wurde. Das Gleiche gilt von den Verletzten im St. Vincent'sHospitale sowie von Wm. M 'Nanus aus Davenport, Ja., der im Di. nssen-Hospitale Pflege für seine beid gebrochenen Beine gefunden hat. D r Jnquest begann heute Morgen. Mit Genehmigung deS Coroners Tutewiler wurden schon gestern fast sämmtliche Leichen der auswärtigen Verunglückten von den betr. Bestattern heim zur Beerdigung . gesandt, und letz!e Nacht folgten die beiden letzten Leichen. Der Jnquest, zu dem soweit über 25 Zeugen geladen . sind, begann heute Vormittag um 9 Uhr und wird jedenfalls mehrere Tage in Anspruch nehmend . , .

GlückimUnglück.

Als ein Glück bei all' dem Unglück ist zu verzeichnen, daß die große Mehrzahl der hier ansässigen Purdue Studenten, z. B. die jungen Herren Fred. Riebel, Robert Mayer und zahlreiche andere, bereits am Freitag Abend hier, her gereist waren und somit von dem Unglück verschont blieben. Beginn der Coroner's Untersuchung. Coroner Tutewiler, assistirt von seiuem Deputy Dr, John Geis, begann heute Vormittag mit dem Jnquest. Der Hauptzweck desselben ist, anszufinden, welche Person oder welche Personen für die entsetzliche Catastrophe verantwortlich gemacht werden kann. Die Untersuchung wird ohne Frage mehrere Tage in Anspruch nehmen. Als Zeugen sind u. A. folgende Big Four Bahnangestellte vorgeladen : I. Q. van Winkle, General-Super-inzendent; H. F. Houghton, AssistentSuperintendent; Superintendent Parquette von der Chicagoer Abtheilung; John Q. Hicks, General-Yardmeister; Wm. H. Shumaker, Locomotivführer des Lafayette-Specialzuges; L. E. Jr van, Heizer; Frank M. Johnson, Conducteur; H. van Tuyl, Bremser; E. I. Smith, Locomotivführer des Frachtzuges, und John Clemens, Heizer. Otto N. Mueller'S glückliches Entkommen. Otto N. Mueller, Sohn von Conrad Mueller, welcher ebenfalls Student der Purdue-Universität ist, entkam wie durch ein Wunder dem Schicksale, getödtet oder schwer verletzt zu werden. Er hatte sich den ganzen Vormittag in der Car befunden, in welcher sich die Fußballspieler aufhielten. Kurz nachdem dcr.Zug das Geleise der Gürtelbahn passirt hatte, begab er sich in den dritten Waggon, um seinen Handkoffer zu.hol:n. . . jf Kaum hatte er dieselbe betreten, als auch schon die Collision erfolgte. Der Student wurde zu Boden geworfen, kam aber mit dem bloßen Schrecken davon. ,. Heroismus. Wohl nur der Geistesgegenwart des Locomotivführers Shumaker von dem Unglückszuge ist es zu verdanken, daß die zweite Scction des Specialzuges nicht dasselbe Schicksal erlitt, wie die erste. Nachdem er gesehen hatte, daß eine Collision unvermeidlich war, sprang er ab, wodurch er Verrenkungen an beiden Fußknöcheln und noch andere Verletzungen erlitt. Trotz der furchtbaren Schmerzen, erinnerte er sich, daß die zweite Section des Zuges bald eintreffen mußte und eine Collision, welche , wahrscheinlich noch verhängnißvoller gewesen wäre, als die erste, war unvermeidlich. Ueber eine halbe Meile lief er zurück und es gelang ihm, gerade als der Zug das Geleise der Gürtelbahn erreicht hatte, mit einer Flagge das nöthige HaltSignal zu geben. Hierauf sank er, von Schmerzen überwältigt, zu Boden. Günstige Nachrichten.imAllgemeinen aus den Hos p i t ä l e r n. Aus den verschiedenen Hospitälern lauteten heute Nachmittag die Nachrichten betreffs der Verwundeten ziemlich günstig. Nur das Befinden des HendrickZ Johnson von Evansville hat sich verschlimmert, da sich Lungenentzündung bei ihm eingestellt hat. Botenmadel im Dienst. In den Zweig-Osfices der Western Union Telegraph Co. von Jndianapolis traten heute Botenmädchen in Dienst. In ver Haupt-Ofsice sollen nach wie vor Botenjungen beschäftigt werden. Ein Arbeiter am neuen Bundes- . Gebäude tödtlich verletzt. ElliS Wilson von 416 Ost Washington Str.. welcher am Bau des neuen Bundesgebäudes beschäftigt war, stürzte heute Nachmittag von einem Gerüste und erlitt solch schwere Verletzungeu, daß er schwerlich den Tag noch überleben wird. Er wurde nach dem St. Vincent Hospital gebracht..

Von der Vorsehung iu besonderem Schutz genommen. Die Familie Berger von 2113 Wendel Ave. scheint sich des besonderen Schutzes der Vorsehung zu erfreuen, denn am letzten Samstag befanden sich zwei Mitglieder derselben in Lebensgefahr, aus welcher sie jedoch unverletzt hervorgingen. Alfred, der älteste Sohn, seit vier Jahren Student an der Purdue - Universität, befand sich auf dem Unglückszuge und kam ohne jegliche Verletzung davon. Da die Catastrophe sich in nächster Nähe der Wohnung der Familie Ber ger ereignete, so war die Aufregung in derselben für einige Zeit eine hochgradige, da sie wußten, daß Alfred sich auf dem Zuge befand. Die Freude war natürlich eine große, als derselbe sein Erscheinen machte. Zwei Stunden zuvor befand sich seine Mutter Frau Amalie ZBerger als Passagierin auf der Columbia Ave. Car, welche, an der Delaware und Washington Str. mit einer Jrvington Car collidirte. Auch sie kam unverletzt

davon. Feuer in einer Kirche. In der Kirche der Central Univer-salisten-Gemeinde, New Jersey Str. und 15. Str. brach heute Morgen gegen 3 Uhr in Folge eines überheizt: Furnace ein Feuer aus, durch welches das Innere des Gotteshauses nahezu total zerstört wurde. Nur dem raschen und energischen Einschreiten der Feuerwehr ist es zu verdanken, daß daS ganze Gebäude nicht ein Raub der Flammen wurde. Der 'Schaden beläuft sich auf etwa S2500. Seinen Verletzungen erlegen. Col. F. E. Freeman von Knights town, Ind., welcher an der College Ave. und 21. Str. vor einigen Wochen von elner elektrischen Car umgerannt wurde, ist in 712 Ost Washington St., woselbst ihm seitdem Pflege zutheil wurde, , seinen Verletzungen erlegen. Der Verblichene zeichnete sich während des Bürgerkrieges als Commandeur eines Cavallerie Regiments durch Tapferkeit aus. Damenverein des Unabhängigen Turnvereins. Der Damenverein des Unabhängigen Turnvereins hält heute Abend seine regelmäßige monatliche Versammlung ab. Verschiedene wichtige Geschäfte sollen zur Verhandlung gelangen. Wer soll den wiederfinden? tf Manche!, ein Reisender aus New Vork, klagte gestern der Polizei, daß er am Samstag Abend, als er an Washington Str. und Senate Ave. den Gesängen etc. der Heilsarmee lauschte, seinen Diamant-Busenknopf verloren habe, den er vorsichtshalber in die Tasche habe stecken wollen, wahrscheinlich aber neben die Tasche gesteckt habe. Damen-Verein des Soc. TurnVereins. Der Damen Verein des Socialen Turncereins traf in seiner gestrigen regelmäßigen Versammlung .weitere Vorbereitungen für die Danksagungsfeier. Dieselbe verspricht eine großartige Affaire zu werden. Die Vorbereitungen liegen in den Händen der 6. Sectiou, Vorsitzende Frl. Carrie Bals. Anklage des Mordes ge gen einen Polizisten erhoben. Lawrenceburg. Robinson alias Doc" Smiley, welcher am letzten Freitag Abend von dem Polizisten Reif geschossen wurde, ist am Sonntag seinen Wunden erlegen. Reis ist unter der Anklage des MordeS im ersten Grade eingesperrt worden.

Nachrichten aus Jndiana.

Bekannter Wirth a n g e klagt. E l w o o d. Albert Allan, ein hiesiger bekannter Wirth, ist von den Madison County - Großgeschworenen in Anklagezustand versetzt worden. Er ist des mörderischen Angriffs auf einen' Eisenbahn-Conducteur angeklagt. Der Ex Sträfling er. zählt edie Wahrheit. Terre Haute. Der Mann, welcher der Polizei mittheilte, daß er bereits dreimal wegen Einbruchs Zuchthaustermine abgesessen habe, und daß er, als er verkästet wurde, im Begriffe war, einen Einbruch zu begehen, 'hat die Wahrheit erzählt. Der Wardein des Zuchthauses in Ehester, Jll.,.hat berichtzt, daß der Bursche Thomas Mcj Kenney heißt und in der dortigen Bastllle schon zwei Strafen yerbüßt hat. Die hiesige Polizei hatte geglaubt. es mit einem Irrsinnigen zu thun zu haben. DeS Mörders Kind auf den, Wege der Besser u n g. E l w o o d. In dem Besinden des Dan McClure, deS 2jährigen Knaben des Mörders Jesse McClure ist eine solche Wendung zur Besserung eingetreten, daß jetzt begründete Hoffnung auf vollständige Herstellung vorhanden ist. Nur eine Verwandte hat ldem Mörder im Gefängniß bis jetzt einen Besuch abgestattet. Es war eine Tante von ihm, welche religiös angehaucht ist. Der Mörder wünscht gerne mit seiner Frau zu sprechen, allein dieselbe weigert sich, ihn zu besuchen. Convention des Aerzte Verbandes. Evansville. Die Kranken in Jndiana, Illinois, Ohio und Kentucky müssen sich unbedingt beeilen,-wieder gesund zu werden, damit ihre Aerzte nicht etwa verhindert werden, an der großen Convention der Ohio Valley Medical Association, der fünften Convention des Aerzte-Verbandes, die hier am 12. und 13. November stattfindet, theilzunehmen. Bisher ' wurden diese Versammlungen halbjährlich abgehalten, bis man im letzten Frühjahr zu der Ansicht gelangte, daß das doch zu viel des Guten sei und den Beschluß faßte, in Zukunft nur jährlich zusammen zu kommen. Wie Dr. Hayden, der Vorsitzende des Arrangements-Comites, der als solcher etwa 2000 Einladungen an College in den genannten Staaten, aus denen allein der Verband aktive Mitglieder annimmt, ausgesandt hat, mittheilte, sind die besten Aussichten vorhanden, daß zwischen 400 und 500 Aeskulapjünger Evansville mit ihrer Gegenwart in übernächster Woche beglücken werden. Vorlesungen über medicinische Themata interessanter Art werden etwa 30 an der Zahl in den Sitzungen gehalten werden, und zwar werden unter den Vortragenden sich außerMitgliedern des Verbandes auch hervorragende Aerzte aus Großstädten deS Landes befinden. Einem Vortrag von Dr. Jos. K. Eastman von Indianapolis über Ohio Valley , Medicin und Chirurgie" sieht man mit besonderemJnteresse entgegen. Fahrunfall unter schlimmen Folgen. Greensburg. Jsan Updike, ein junger Farmer von Waynesburg, befand sich am Samstag Abend in Gesellschaft der Schullehrcrin Frl. Emma Terrain auf der Heimfahrt von einer religiösen Versammlung, als das Pferd plötzlich scheute. Bei dem Versuche dasselbe zum Stehen zu bringen, lehnte der junge Mann sich zu weit über den vorderen Theil des Wagens hinaus. Er erhielt von dem Pferde solch wuchtige Tritte gegen daS Genick, das er vom Wagen geschleudert wurde. 3n demselben Augenblick wurde das Buggy umgeworfen und Frl. Terrain fiel auf einen Stacheldrahtzaun, er hebliche Schnittwunden erleidend. Nachdem sie sich aus ihrer schlimmen Lage befreit hatte, suchte sie ihren Gefährten auf," welchen sie zu ihrem Entsetzen als Leiche vorfand.