Indiana Tribüne, Volume 27, Number 60, Indianapolis, Marion County, 31 October 1903 — Page 4
Indiana Tribüne, 3R. Oktober 1903
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Indiana Tribüne. HerauZgeAtbcn von der utenberg $ Indianapolis, Ind. Sarry O. Thudium ... - Präsident. Geschäfts local: No. 31 Süd Delaware Strahe. Telephone ses.
n'cied ax the Post Office 5 Indianapolis K, second class matter. . Der ,,Consumers GasTrust." Tie Tribüne" Hat sich in der ConsumerZ Gastrust Frage bislang abwartend verhalten. Nicht weil er sich scheute in der wichtigen Angelegenheit Stellung'zu n:hmen, sondern weil er erst klar erkennen wollte mit welcher Absicht gewisse Zeitungen für die Sensation ein Existenzbedürfniß ist, das Alarm-Geheul angestimmt haben. Wenn man in logischer Weise die Sachlage überdenkt so stellt sich wohl als besonders wichtig die Frage in den Vordergrund, wer die Leute sind die beschuldigt werden gegen das öffentliche Interesse für ihren eignen Vortheil zu arbeiten. Da finden wir nun als Trustees und Direktoren die folgenden Männer : Hugh Hanna, John W. Holliday, 'Henry Schnull, Gen. I. A. Morris, John G. Williams, Robert N. Lamb, Henry Coburn, A. A. Barne5, Ben mt Lyman, John E. Scott, Fred. Fahnley, Henry Wetzel, I. P. Irenzel und den unlängst verunglückten Nathan Morris. Wo wäre Treu und Redlichkeit überHaupt noch zu finden, wenn diese Männer, welche seit Jahren in makelloser Thätigkeit den lautersten Ruf von Eh' renmännern erworben haben, als vertrauensunwürdig gelten würden. Bei den Personen, welche ihre Stimmen gegen diese Männer erheben, muß guter Ruf und Ehrlichkeit sehr billige Schätz' ung haben. Es ist zu dumm und boshaft, diese Leute anzugreifen, denen jeder Bürger sein individuelles Vermö gen unbedenklich zur Verwaltung über' geben würde. Der Ruf der Genannten braucht keine Vertheidigung. Sie dienten in ihren jetzigen'.Stellungen den Interessen des Publikums seit Gründung des SasTrust unentgeldlich. Sie vermalteten die Interessen des Trust mit derselben Gewissenhaftigkeit, wie ihre eigenen Geschäfte. Als sie gewahrten, mit welchemLeichtsinn das große Publikum das GaS verschwendete, wußten sie, daß selbst die reichen Gasvorrätbe, welche die Natur zu vernünftigem Gebrauch aufgespeichert hatte, bald erschöpft sein mußten. Da ging von den Direktoren der Vorschlag aus, Gasometer einzusühren, als einziges Mittel, der Vergeudung und dem Diebstahl des Gases ein Ende zu machen. Anstatt diese vernünftige Maßregel gut zu heißen und uns somit das GaS auf lange Zeit hinaus zu mäßigen Preisen zu erhalten, erhob das Publikum unterZ Führung derselben Sensationspresse, welche jetzt die Mo tive der Direktoren in so gemeiner Weise verdächtigt, Protest. Die Einführung der Gasometer unterblieb und in unverantwortlicher Weise wurde das Gas veraast, gestohlen'und verschleudert, gerade wohl von den Leuten, die nun den Mund am vollsten nehmen. Die Direktoren sahen sich für vernünftige, geschäftsmäßige Vorschläge verhöhnt und beschimpft und ihre Uneigennützigkeit schwer verdächtigt. Bei jeder Wahl wurde die Gasfrage in gemeiner Weise in die Campagne gezogen und jetzt es, wo es kaum noch Gas giebt, cuird behauptet, daß von einigen Personen der Versuch gemacht wird, die , Gesellschaft" zu stehlen. Daß dies Lüge und infame Entstellung ist, kann man bei einigem Nachdenken bald ersehen und der Schluß drängt sich auf, daß diese nichtswürdigen Insinuationen, den Ehrenmännern, welche die Geschäfte deZ GaS Trust bislang so uneigen nützig verwaltet haben, es verleiden sollen,, noch ferner ihre Dienste zu weihen und daß der ganzen Sensa tionZschreierei die Absicht Einzelner zu Grunde liegt, durch Erlangung der Controle bei der bevorstehenden Di rektorenwahl selbst zu thun, waZ sie anderen insinuiren. Wir find der festen Ueberzeugung, daß nur in Verfolgung dieser Abficht die Receivership Klage eingereicht wurde. 5S" Die beste 5 Cent Cigarre in ver Stadt, Mucho's Longfellow".
Man kann höusig die Beobachtung machen, daß ein extremer Standpunkt der religiösen oder politischen Anschauungsweise selbst klare Köpfe zu Trugschlüssen leitet, die auch der ungeschulteste Verstand als solche erkennt. Wo in der Geschichte derartige Ideen die Macht der Ausführung finden, sehen wir als überzeugende Argumente allemal das Beil des Henkers oder ähnliche drastische Mittel, ohne Unterschied, ob der Fanatiker ein spanischer Groß-Jn-quisitor oder ein zum Despoten gewordener Volkstribun ist. So läßt fich Robespierre durch starren Doctrinarismus zu dem Wahne bethoren. durch den Schrecken antike Bürgertugend hervorzaubern zu können, und der Unbestechliche", der erbitterte Feind jedweder Eorruption, hört noch auf dem letzten Wege zum Richtplatze vom johlenden
Pöbel die Namen der ärgsten Corrup tionäre, die sich wenige Stunden darauf um 'die herrenlos gewordene Beute Frankreich reißen werden. Es ist das Charakteristische des extremen Radikalismus in jeder Form, alle Gegner entweder für Schurken oder Dummköpfe zu halten. Socialistische oder anarchistische Organe solcher Richtung sind meist schon in der Form so absprechend gehalten, daß der Leserkreis geradezu erzogen wird, alles Andere, außerhalb dieses geistigen Bannkreises Stehende als minderwerthige Jrrthümer zu betrachten. Der berechtigte Haß gegen die heutige Gesellschaft verleitet Peter Krapotkin, den fürstlichen Anarchisten und scharfsinnigen Denker, zu der ungeheuerlichen Behauptung, daß bei AufHebung aller Strafen selbst unter dem heutigen Gesellschaftssystem nicht e i n Mord mehr begangen würde, atö es bei Beibehaltung der gegenwärtigen Strafen der Fall sei. Die Behauptung selbst bedarf keiner Widerlegung, es kann sich jeder ledhaft vorstellen, wie es um die Sicherheit einer amerikanischen größeren Stadt z. B. bestellt wäre, falls jeder schwarze oder weiße Hallunke ohne Furcht vor Sühne einem Wanderer die Gurgel abschneiden dürfte. Nur verbohrter Doktrinarismus vermag zu leugnen, daß unter den heutigen Zuständen, so traurig dies aucb ist, auf die gewiß höchst mangelhaften Strafsysteme einfach nicht verzichtet werden kann. Teutoma Loge No. 1, O. D. ö. S. Die Teutonia Loge No. 1, O. D. H. S. veranstaltete gestern Abend in der Columbia Halle einen Maskenball, welcher einen sehr vergnügten Verlauf nahm. Obgleich die eigentliche Saison der Maskenbälle noch nicht erschienen ist, so entwickelte sich doch Zn dem freundlichen Saale der genannten Halle ein fröhliches, lustiges CarnevalsTreiben. Eine ganze Anzahl hübscher Masken war vertreten. Der erste Preis für die komischste Damen Maske erhielt Frl. Clara Schmidt. Ein Unbekannter als Tramp verkleideter urkomische Maske erhielt den Herren-Preis. Da das Fest-Comite in jeder BeZiehung die Vorbereitungen in vortrefflicher Weise getroffen hatte, für gute Ballmusik gesorgt worden war und Bedienung und Bewirthung nichts zu wünschen übrig ließen, so war es selbstverständlich, daß die Besucher des Balles einen vergnügten Abend verlebten. Neue Inkorporationen. Die Marita County Hydraulic Co.", die be! Hindostan Falls in Martin County am östlichen Zweige des White River eine Betriebsanstalt zur Gewinnung electr. Betriebskraft etc. gründen will, wurde gestern mit einem Capitale von $15 000 von Wm. L. Stoy, D. A. Yoder, Austin F. Cabel, O. H. Greift und H. H. Crooke incorporirt. Andere neue Jncorporationen sind: Die .Star City Telephone Company", Star City, Pulaski County, Capital 850,000; Jncorporatoren: W. L. Bott, George L. Buck. Michael Ruff, Nathan A. Murphy und Jacob L. Lowery. Die McDonald Jce Company", Greensield, Capital $15,000; Directo. ren: L. E. McDonald, M. A. McDonald und M. C. Cole. Die MerchäntS' Jce Co.",Jndianapolis. benachrichtigte den Staatssecretär, daß sie ihr Actien-Capital von $40,000 aus $60,000 erhöht hat. John Weber's Wirthschaft, No. 764 West North Str.
Für zn hoch
Hält die I. L. & C. Eisenbahn den Preis für das Riverside Vark-Wegerecht-Pri-vileg. In der gestrigen Sitzung der ParkBehörde Mayor Holtzman hat den Nachfolger des Col. Downing noch nicht ernannt und wird dies vermuthlich erst in der nächsten Woche thun erschien Chef-Jng. Day von der Indianapolis, Logansport & Chicago Ry. Co., um mitzutheilen, daß der von der Behörde für das Wegerecht-Privileg durch den Riverside-Park geforderte Preis von $25,000 von seiner Gesellschaft für zu hoch gehalten werde, sowie daß die Eisenbahn-Compagnie um mehr Bedenkzeit bitte. Diese wurde gewährt. Andere nennenswerthe Geschäfte wurden nicht erledigt. Der neue DispensarismsSuperintendent. Die neue Gesundheitsbehörde ernannte in ihrer gestern Mittag abgehaltenen Sitzung Dr. I. D. Cain, einen Graduirten des Central College of Physicians & Surgeons" vom Jahre 1897 und ehemaligen Coroners-Candi-daten zum Dispensariums-Superin-tendenten an Stelle des Dr. C. O. Lowry. Alonzo Cox wurde zum Chef-Jn-genieur im Stadt-Hospitale ernannt. Sonst wurden keine Ernennungen gemacht. , Fnkball-Meistcrschasts-Spiel. Im Washington Park findet heute Nachmittag, wie angekündigt das große Meisterschafts-FußballSpiel zuischen den Teams der Jndiana-Universität und der Purdue-Universität statt. Der Besuch wird bei günstiger Witterung ein riesiger sein, zumal große Delegationen von Sportfreunden aus allen Städten des Staates erwartet werden. Gonv. Durbin und Mayor Holtzman sind als Ehrengäste zu dem Conteste eingeladen worden. Deutscher FranenUnterstütznngsVerein. n Der Deutsch: Frauen Unterstützung Verein erwählte in seiner letzten Versammlung folgende Beamte: , Präsidentin Engel Krentler. Vice-Präfidentin Louisl Roepke. Secretärin Wilhelmine Resener. " Schatzmeisterin Anna Pflüger. ,;. 4 TrusteeS Lillie Meister, Änna Kluge und Dora Schmidt. NaÄ der Beamtenwahl wurde noch das 15. Stiftungsfest des Vereins in fröhlicher Weise gefeiert. Kleine Stadtnachrichten. VieleActionäre und Kunden der Consumer' Gas Trust Co. beabsichtigen die Abhaltung einer .MastenVersammlung, um darin für den Weiterbestand der Compagnie mit dem Betriebe einer Fabrik künstlichen Gases energisch einzustehen. Die letzte Sommer Exkursion per Eisenbahn findet morgen. Sonntag, statt, und zwar per C. H. ck D. nach Cincinnati. Präs. Scott Butler vomButler College hat fich, bei dem Versuche auf eine in Bewegung befindliche Car zu springen, durch , einen Fehlsprung eine Fußgelenk-Verrenkung zugezogen und ist deshalb an'S Haus gefeffelt. Votenmädchen" von der A. D. Tel. Co. eingeführt. Die American District Tel. Co." bat für ihren Botendienst eine Anzahl Mädchen, welche etwa 16 Jahre alt sind, cngagirt. Die Botenmädels werden hauptsächlich ihren Dienst am Tage verrichten. Die Gesellschaft sah fich zu diesem Schritte gezwungen, weil es ihr nicht möglich war, die genügende Anzahl von Botenjungen, derer fie bedarf, zu erhalten. Die Mädels werden am Montag in Dienst treten. Erfreuliche Nachricht. In dem Zustande des bejahrten Herrn MarcuS L. Hare, der neulich schwer verletzt wurde, als er heldenmüthig ein durchgehendes Gespann zum Stehen brachte, ist eine kleine Besserung zu verzeichnen, und die Hospitalärzte hoffen jetzt, jafi der alte Herr wieder hergestellt weiden kann.
Vorbereitungen für die BlumenAusstellung.
Die Jndiana Blumenfest-Vereini-gung" wird in nächster Woche einige Hundert blühen se ChrysanthemenPflanzen an hiesige Geschäftsleute vertheilen, um damit ihre Schaufenster zu schmücken. Die Blumen sollen in stummer und doch beredter Weise auf die BlumenAusstellung hinweisen, welche vom 10. 14. November in der Tomlinson Halle abgehalten werden wird. Musikalisches. Das Tuttle Mandolin-Orchefler" ist mit Walter C. Tuttle als Dirigent für die Saison organifirt worden. Krundeigenthümö Uebertragungen. Jay G. Voß an Board of School Commissioners, Lot 7, Morgan, Trustees Sub., Fletcher's Ost Add. $3,500 Fannie I. Cruse an Denselben, Lot 4, Pfau's Ost Washington Str. Add. $2,000. Joseph R. Evans an Denselben, Lot 5, Pfau's Ost Washington Str. Add. $1,800. Franklin E.- Staley an Jda E. Myles, Theil des nordöstl. , See. 35, Township 17, Range 4. $1,000. Tymothy Sullivan an Hubert W. Dudley, Lot 86, Lazarus und Pierce's Meridian Place Add. $1,350. Daniel O. Holden an William A. Morton, Lot 12, Block 4, Caven & Rockwood's Ost Woodlawn Addition. $1.500. Jeffe I. Rcese an Daniel O Holden, dasselbe. $1.500. Catherine Senefield an Martha L. Shepperd, Lot 33, Willard Place Add. $2.600. Willis R. Miner an I. Charles F. Clampit. Lots 5 und 6, Miners Sub. und Theil von Lot t, Block 11, Bughtwood. $1.200. George W. Shelby an James L. Carrico, Lot 8, Block 33, Nord Indianapolis. $1.500. Horace B. Holloway an George H. Rowlett, Theil von Lot 17, Squre 18. Lincoln Park. $4.500. Pell H. Hobson an Myra B. Bird, Theil von Lot 30, Butler's North Add. College Corner. $6,500. Bauerlaubnißscheine Fannie M. Wolfe, Vermont und Summit, Cottage, $1,200. E. I. Schoonover, 2436 N. Alabama, Cottage, $2,000. F. E. Huber, Stall, 1054 W. 10., $100. Birdie S. Hughey, Cottage, Belmont und Martha Ave., $1,200. I. W. Koch, Cot. tage. Prospect, $3,000. Alic. Newett, Cottage, Ost Ohio, $2,000. C. F. Kamp, Schuppen. 2110 N. Meridian, 5200. F. O. Matlock, Cottage, Kenwood, $2,200. I. F. Smith, StallUmbau. 15. und Columbia Ave., $2000. I. H. und B. Arnt Comp., Dampfkessel-Schuppen, Shelby, $200. W. B. Davis, Cottage, Cushing. $900. S1.25-Cincinnati u. zurück-81.2S via C. H. fc D. Bahn. Sonntag, I.November. Der Spezialzug nur in Rushville, Connersville und Hamilton anhaltend, verläßt den Jndianapöliser Union Bahnhof um 7.15 Morgens. Retourfahrt von Cincinnati um 6.20 Uhr Abends. Personen die den Zug ohne Billet besteigen, müssen den vollen localen Fahrpreis zahlen. Beim Baden geplunver?. Erzherzog Ludwig Viktor, ein Bruder des Kaisers Franz Joseph, der zur Kur in Abbazia an der österreichischen Riviera weilte, badete dort jüngst, wie gewöhnlich, mit den übrigen Badegästen im großen Bassin des Angiolinobadev. Währenddessen wurden aus seiner Kabine seine sämmtlichen Schmucksachen, zwei goldene Uhren, eine goldene Kette, ein Goldbracelet, ein Petschaft und anfcerc kleinere Wertsachen im Gesammtwerth von 12,000 Kronen gestohlen. Die Badeanstalt wurde sofort gesperrt, die Kabinen und Kleider aller übrig, Badegäste untersucht, aber nichts funden. Der Dieb wurde wenige Zaat darauf in Vola verhaftet. Weiße Rennpferde wird noch Niemand' bei einem Wettrennen gesehen haben. Zuweilen findet man wohl eisengraue, dagegen in großer Ueberzahl braune und schwarze oder Füchse in allen Schattirungen. Manchmal bemerkt man auch Blässen oder Pferde mit weißen Flecken an den Vor, der- oder Hinterbeinen: eigentliche Schimmel fehlen unter den Rennpferden dagegen so vollständig, daß man zu der Ansicht gelangen muß. es bestehe ein gewisses Verhältniß zwischen der Farbe und der Schnellfüßigkeit der Pferde. -
Tic Vcravschiedung der Europäer
,n Marok'o. Ueber di: Verabschiedung des englischen Ober - Instrukteurs" McLean durch den Sultan von Marokko, der nun auch diejenige anderer europäischer Beamten gefolgt ist, schreibt man aus Fes: Die Abreise des Chef - Instrukteurs McLean ist nun wirklich erfolgt, und die begleitenden Umstände lassen keinen Zweifel darüber, daß es sich nicht um eine einfache Urlaubsreise handelt. Kaid Sir Harry McLean hat seine lange Dienstzeit am Hofe der maurlschen Sultane mit erstaunlicher Rüstig keit ertragen. Niemand sieht dem schlank gewachsenen Manne seine 60 Lebensjahre und seine drei Jahrzehnte Afrika an. Von Erholungsbedürftigkeit konnte also bei ihm kaum die Rede fein, zumal er erst kürzlich bei dem Besuche der marokkanischen Gesandtschaft zur Krönungsfeier in England war. Ucberdies hatte er gerade angefangen, sich in Fes ein neues stattliches Haus zu bauen, ähnlich dem, das er schon seit Langem in Marrakesch, der zweiten Hauptstadt des Reiches, besitzt, wo er den größeren Theil seines Lebens zugebracht hat, wie er auch ein weiteres Haus an der Küste auf dem Marschan in Tanger hat, wo seine Familie zu leben pflegt. In seiner Umgebung hatte noch Niemand etwas von einer Urlaubsreise gewußt. In diesem gesegneten Lande der Zeitvergeudung pflegt man so plötzliche Entschlüsse nicht zu fassen und noch weniger auszuführen, am allerwenigsten, wenn es sich um so große Unternehmungen wie eine Reise nach Europa handelt. Jedermann hat denn auch hier den Eindruck gehabt, daß diese Art. innerhalb 24 Stunden die Hauptstadt zu verlassen, weit eher einer Flucht als dem Antritt eines Erholungs - Urlaubes ähnelt. Um diesem peinlichen Eindruck nach Möglichkeit vorzubeugen, ließ der Kaid seinen Freunden einen Brief des Sultans zeigen, worin es hieß: Den Urlaub von einigen Monaten, den Du zum Besuch Deiner Freunde in England erbeten hast, magst Du antreten." Indessen ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wie dieser Brief entstanden ist. Er wird eine Schonung und Deckung für den Rückzug des Mannes sein sollen, der in den letzten Jahrzehnten eine so ausschlaggebende Rolle am scherifischen Hofe gespielt hat, daß er der unwisseien Landbevölkerung geradezu als ungekrönter Herrscher des Landes gilt. Es ist ein offenes Geheimniß, daß die religiös - nationale Bewegung, die Bu Hamara so geschickt angefacht hat und noch geschickter zu unterhalten versteht, in dem Hasse des Volkes gegen diesen christlichen Mitherrscher ihre stärkste Nahrung gefunden hat. Davon wird sich der junge Sultan Abd-ül-Afis, der persönlich das größte Vertrauen zu diesem alte:probten, von seinem Vater überkommenen Rathgeber seines Thrones hat. haben überzeugen können während der langwierigen und bis jetzt so wenig erfolgreichen Unternehmungen und Unterhandlungen um und gegen Tesa, die er unter den Fittichen seines thatkräftigen Kriegsministers El Menebhi unternimmt. Und nachdem weder der große, nach langem Zaudern ins Werk gesetzte Feldzug, noch die Anwesenheit des allerhöchsten Kriegsherrn und Prophetensprößlings selbst auf dem Kriegsschauplätze die gewünschten Erfolge gegen den Feind gebracht hat, wird nun wohl als letztes Mittel, da es in Marokko noch immer an ausreichender Vertretung der eigentlichen ultima ratio regis fehlt, versucht werden, was als erstes hätte angewandt Norden müssen: die Wur zel dos Nebels zn beseitigen und mit dem Einfluß der europäischen frein den Hände und Mitregenten aufzu räumen. Oö es dem Sultan gelin gen wird, mit dieser Opferung seines ersten fremden Rathgebers, hinter dein natürlich das ganze Gewicht amtlicher engliMr Einflüsse steht, sich die'ver scherzten Sympathien seiner abtrün nigen Völker wieder zu gewinnen, muß abgewartet werden. Aber selbst wenn dieses plotzlicheAbtreten des ein flußreichsten Europäers vom Schau platze seiner langjährigen Wirksam keit bei Hofe nur der Anfang fein sollte zu einer vollständigeren Entfer nung fremder Einflüsse im Lande, so kann die Weltgeschichte in ihrem Gang dadurch nicht aufgehalten werden. Ttc Einvcr::futtg ocö UZciÄS'aacö dürste, einer parlamentarischen Korrcspondenz zufolge, diesmal höchstwahrschcinlich erst am Dienstag, den 1. Dezember, erfolgen. Man ist der Mcinung, daß die Zeit vom 1. bis 13. Dezember mit 15 Sitzungstagen für die geplanten Arbeiten vor Weihnachten genügen wird. Nach Neujahr harren der Arbeiten auch nicht allzu viel: Die Hauptsache bleibt die Erledigung des Etats und der nach Neujahr einzubringenden Militärvorlage bis Ende März. An kleineren Vorlagen dürften erscheinen eine Novelle zur SeemannsOrdnung (Krankenversicherung der Seeleute), eine Novelle zur GeweröeOrdnung betreffend Aenderungen im Gastwirthsgewerbe und die Vorlage der kaufmännischen Schiedsgerichte. Schließlich kommen nach Ostern noch die Handelsverträge, falls die Vertragsverhandlungen bis Ostern beendet sind. Die Meisten betrachten ihre Mitmenschen nur als Nebenmenschen.
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