Indiana Tribüne, Volume 27, Number 59, Indianapolis, Marion County, 30 October 1903 — Page 7
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Im Kanne des Cßofclcs
Roman von Alfred Sassen. Fortschung. Auch bis unglückliche junge SchloßHerrin suchte man zu retten. Ihr Reitknecht, dem sie manche Freundlichkeit erwiesen, hatte sich beim Anblick ihrer Verzeiflungsthat rasch besonrien einen Eimer Waffer über Kopf und Gefülltem geschüttet und war ihr nachgeeilt. Schon war die Unglückliche aber über die brennende Schwelle vorgedrungen da brach sie ohnmächtig zusammen, von den gierigen Flammen als sicher: Beute betrachtet. Unter Nichtachtung des eigenen Lebens entriß der kühne Retter indessen noch rechtzeitig den zarten jungen Leib dem verheerenden Element. Freilich hatten die wenigen Augenblicke für das Feuer genügt, eine vielbewunderte Schönheit für immer zu zerstören. Gesicht, Hals und Hände von schweren Brandwunden bedeckt, trug man die Bewußtlose in das Schloß. Die Tochter war gerettet den Vater mußte man den nicht zu bändigenden Flammen, ihrer blindwüthenden Raserei überlassen. Eine Stunde später war alles vorüber, die mächtige Halle zusammengebrochen unter den rauchenden Trümmern lag er, der seinen Menschenbrüdern den Weg in die schrankenlose Freiheit der Lüfte hatte schenken wollen, als unkenntlicher und verstümmelter Leich nam. Und sein Werk war zerstört, vernichtet gleich ihm. Aber in seinem Wahn war er doch im Abendroth dahingegangen allerdings im Abendroth irdischer Flammen und der Friede, nach dem er sich so heiß gesehnt, war gleichfalls sein. 23. Kavitel. CJ!' ehrere Wochen waren verflössen. Ter Frühling v'v blühte und duftete nun in vollem Glanz, da und dort schon in die heißeren Farben des Sommers übergehend, im Park zu Zedern. Bodo von Tegenhardt war aus der 'Untersuchungshaft längst gerechtfertiat in das Herrenhaus zurückgekehrt. Die Aufschlusze drs kleinen braunen Buches hatten natürlich auch dem Scharfsinn der Richter den Weg gezeigt, den wahren Zusammenhang der Tragödie klar zu erkennen. Es hätte der bestätigenden Beobachtungen von Seiten Fritz Rudlcffs und eines Verhörs mit dem armen Paul SessinghauZ kaum noch bedurft. Ter bedauernswerthe Schwachsinnige hatte keine klaren Aussagen machen können, aber seine Unruhe, die sich bis zur Wuth steigerte, sobald der Name Rollcnhagen" genannt wurde, war zu bezeichnend gewesen. Das ist der Fluch der bösen That, daß sie fortzeugend Böses muß gebären." Erschüttert hatte man eine ganz außerordentliche, eine selten furchtbare Illustration des unheimlich bedeutungsvollen Wortes erhalten. Nun deckte sie die Erde, den Gemordeten und die verkohlten Ueberreste des Mörders im Wahnsinn. Aber die Schatten, die die schrecklich verketteten Ereignisse geworfen, füllten noch tiefschwarz die Räume des Schlosses in Zedern. Die beiden Baroninnen lagen schwerkrank in ihren Zimmern. Die Gattin Baron Elimars wurde noch immer von besorgnißerregenden Herzkrämpfen und Angstvorstellungen gepeinigt, und ihre Schwiegertochter Jeanette o, es war eine unerhört grausame Züchtigung, die das Schicksal ihr hatte zu Theil werden lassen. Die Sammetschönheit ihres pikanten Gesichtchens war für immer fortgetilgt. Entsiellende, fahlrothe Narben zogen sich über Stirn, Wangen und Hals hin. Brauen und Wimpern des leuchtenden schwarzen Auges waren versengt. Nur den schönen kleinen Mund hatte die Flamme verschont aber er hatte wohl trotzdem auch seine süße Frische für immer eingebüßt. Er würde gewiß nie wieder weichen, der Zug unendlicher Bitterkeit um die Mundwinkel, der von der schauernden Erkenntniß sprach, in velch strafende Nacht das Leben hinabsinken könne, das vorher so wonnig hell und unerschöpflich reich gelacht! Außer an der Doppelqual ihrer Wunden, litt Jeanette an einer Nervenerschütterung, die eine Zeit lang das Schlimmste befürchten ließ. Aber die Stunden unmittelbarer Gefahr gingen vorüber. Nur war dann aus der einst so lebhaften kleinen Frau eine seltsam Verwandelte geworden. Die Starrhe:t emes Steinbildes lag über ihrer Erscheinung. Und in's Starre, Steinerne, Unbeugsame schien auch ihre Sinnesart verändert. Jenes Leben, dem vorher in ewig unerfüllter Sehnsucht ihre Lippen durstig entgegengebebt, war für sie erledigt wie em ausgelesenes und zugeschwgenes Buch m's Dunkel wollte sie hweinschreiten und ganz allem. Vom ersten Augenblick an hatte sie sich mit wildem Aufschrei dagegen ge wehrt, daß der aus der Haft zurück gekehrte Bodo ihr Zimmer betrete. Er sollte sie nie wiedersehen. Und er hatte sich in der That darern finden müssen, ihrem Krankenlager fern zu bleiben. Kaum war sie in der Genesung so weit vorgeschritten, daß sie klar und folge richtig zu denken vermochte, so ließ sie durch die Geheimrathln, die zusammen mit Fräulein Rückert, der alten Erzieherin zu ihrer Pflege auö Berlin eingetroffen war ibrem Gatten-
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in ihrer starren Bitterkeit, daß es einer Schewuna eigentlich gar nicht erst oedürfe, da er eine Frau mit gestohlenem. gefälschten Namen geheuathet. Selbstverständlich hatte Bodo keine andere Antwort als die Bitte, sie sehen und sprechen zu dürfen. Sie sagte Nein. Und sie blieb bei ihrem ehernen Nein. Da halfen die Vorstellungen der weltklugen Geheimräthin nichts, ebenso machtlos prallten die warm vermittelnden Worte Margas, die sie oft zu sich lief, an ihrem Starrsinn aö. Und noch eine Dritte suchte immer wieder frei lich gleichfalls vergebens eine Bruae zu schlagen. Das war Bodos Schwester Gisela. Die schrecklichen Ereignisse hatten f.e nach Zedern gerufen. Sie war die Einzige. die in schöner Sonnigkeit, die sich nicht unterdrücken ließ, durch die Räume des Schlotes schritt. Sie war so unendlich glücklich geworden in ihrer Ehe. Die jungen Gatten vergötterten sich heute noch wie am ersten Tage ihrer gesegneten Zusammengehörigkeit. Der Glücksschein ließ sich nicht fortwischen von der Stirn der jungen Frau, obwohl sie in wahrhafter Erschütterung, voll tiefsten Mitgefühls an der Seite des geliebten Bruders stand, den das Schicksal mit Keulenschlägen auf Haupt und Schultern getroffen. Ihm that ihre sonnige Art unendlich wohl, und auch die arme, kranke Mutter athmete auf, als seien ihre Scqmerzen fortgenomi7.en, sobald Gisela an ihrem Bett saß und ihre abgezehrte Hand hielt und streichelte. Gisela und Maroa sie waren es, die in die gedrückte Atmosphäre des Schlosses immer wieder einen frischen Lufthauch brachten. Marga, die in den ersten Tagen nach dem Brandungluck völlig verstört umhergegangen war, hatte nch an der narmonischen Erscheinung der jungen Frau langsam wieder aufgerichtet. Gisela hatte ihr das Düster. die Verwirrung aus der Seele fortqeredet, hatte sie überzeugt, daß es nicht in ihrer Macht gelegen, die folgenschwere Brandkatastroph? zu verHuten. So war Marga wieder in ihre liebliche. klare Ruhe hineingewachsen und der Zauber derselben sänitiate nun. im Verein mit Giselas Sonnigkeit, die gedrückte Stimmung im Schloß. Es war an einem grauverhangenen Nachmittag, als Marga in der breiten Haupiallee des Parkes, die auf daö große Gitterthor zulief, wartend zwischen zwei der mächtig Baumstämme verharrte. Sie hatte in Erfahrung gebracht, daß Bcdo um diese Zeit von einem Ausritt heimkehren würde. Sie mußte ihn sprechen. Auf ihrem schönen, schmalen Gesicht lag eine gewisse Erregung, die aber überschimmert wurde von einem seltsamen Ausdruck des Verlorenseins. Es war, als sähe sie in weite, blaugoldene Fernen nicht ihr eigener Fuß schritt aber dort zwischen weißnickenden Blumen einher zwei dicht einander zugeneigte Menschen sah sie wandeln, die sie wohl kannte, und denen sie geholfen hatte, ein spätes Glück zu finden. Sie horchte auf. Nahendes Pferdegetrappel wurde hörbar. Eine tiefe Blässe trat in ihre Züge. Sie mußte jetzt stark und besonnen sein. Noch war jenes Glück ja nicht geschmiedet. Sie war seiner Vollendung in ihren schmerzlichen Träumen vorausgeeilt. Schmerzlich? Ja. plötzlich fühlte sie das harte Pochen ihres Herzens, und erschrocken wischte sie mit dem Handrücken über die Augen. Hatten sich dort wirklich ein paar Thränen hervO7gestohlen? Es war so. Sie hätte zornig werden mögen über sich. Eine rechte Heldin war sie. Als Bodo jedoch langsam die Allee heraufgeritten kamtrat sie ihm in wiedergewonnener Fassung entgegen. Der Reiter stutzte und stieg sofort ab, da er erkannte, daß etwas Ungewöhnlicheö das junge Mädchen hierher geführt haben müsse. Marga." fragte er erregt, es ist etwas mit meiner Frau ? Sie bringen mir gute Nachricht sie will mich sehen, ja?" Sie schüttelte den Kopf. So ist es nicht. Aber es geht in der That Ihre Frau Gemahlin an, was ich Ihnen zu sagen habe. Nach landläufigen Begriffen mag es wohl nicht hübsch sein, was ich thue, denn ich begehe einen Vertrauensbruch. Allein ich kann nicht anders, ich muß Sie in das Geheimniß einweihen. Frau Jeanette will fort, will das Schloß heimlich verlassen. Sie hat sich weder der Frau Geheimräthin, noch Fräulein Rückert offenbaren wollen, fordern hat meine Hilfe zur Ausführung des Planes in Anspruch genommen." Ein rasches, heißes Roth stieg jetzt in ihr Antlitz. Sie vermied es, die Gründe anzudeuten, die die junge Frau bewogen haben mochten, gerade ihr zu vertrauen, allein die innere Bewegung, mit der sie diese Lücke umging, konnte sie nicht ganz verbergen, sie gelangte in ihren Zügen zum Ausdruck. Bodo, der dies sah, wandte sich rücksichtsvoll ab und machte sich mit den Zügeln seines Rappens zu thun, die er etwas umständlich um den Arm schlang. Währenddem fuhr Marga hastig fort: Ich kann und mag es Ihnen gegenüber nicht verantworten, Bodo, daß Ihre Frau sich mit meinem Wissen in eine hcffnung-lose Verbannung flüchtet. Lieber will ich in ihren Augen als Verrätherin gelten. Ich denke, sie wiro mir im legten Augenvtta verzeihen, weil ich hoffe, daß es Ihnen in diesem letzten Augenblick möglich sein wird, sie mit dem rechten Wort umzu-
stimmen. Sie soll nicht mit der BurDe ihres Unglücks allein in die Welt hinausgehen ich möchte so gern, daß S!e an Ihrer Seite den Zug besteigen, und daß er sie zusammen davonträgt nicht in ba? Dunkel, sondern in die Sonne. Sie werden verstehen, die Sonne zu finden." Ich werde es versuchen, Marga' sagte Bcdo und reichte ihr die Hand. Sagen Sie mir nun alles." Es ist in wenig -Worten gesagt. Da Sie sich mit ihren Sch:idungsvor schlagen nicht einverstanden erkläre. will Frau Jeanette entfliehen. Das Endziel ihre? Flucht hat sie auch mir verschwiegen. Ich soll sie nur bis Eisenach begleiten. Tort müßte ich umkehren, ur.b sie will fortan für uns Alls eine Verschollene sein. Um sie nicht noch zu Schlimmerem, zu einer Ler;ireiflu7göthat. zu treiben, habe ich mich scheinbar ihrem Verlangen rc fügt" ..Es war die Klugheit des H:rzen3. die Sie so handeln ließ, Marga. Ich danke Ihnen. Und wann will Jeanette fort?" Heute Abend schon. Mit dem letzten Zug, der von Gellenborn nach Eisenach abgeht " Wie soll der Weg nach Gellenbor?. zurückgelegt werden ?" Zu Fuß. Um jedes Aufsehen zu vermeiden. Sobald die Dunkelheit hereingebrochen ist, soll ich dafür sorgen, daß Frau Jeanette unbemerkt Ihr Zimmer verlassen kann. Im Park wollen wir zusammentreffen, die Straße und dann weiter Gellenborn erreichen." Bodo dachte einen Augenblick nach. So werde ich am Eingang des Waldes warten," sagte er dann. Ich denke wie Sie, Marga : es wird, es muß mir gelingen, Jeanette davon zu überzeugen, daß auch jetzt noch ihr Platz an meiner Seite ist erst recht nun nach all dem Grauenvollen und dem schrecklichen Schlag, den sie in ihr schönes Gesicht empfangen hat. Ich werde den Wagen in der Nähe halten lassen. Wir kehren nicht nach Zedern zurück, sondern begeben uns sofort auf eine arönere Reise. Losaelöst von der Umgebung. die sie täglich und stündlich an die verflossene Schreckenszeit erinnert, wird Jeanette ruhiger werden, die blu-
tigen Bilder werden in ihr verblassen und alles andere wird kommen, wie es kommen muß," schloß er mit leicht sinkender Stimme. Marga aber rief mit starker Innigkeit, die sie sich einfach und groß abzuringen verstand: Das Glück wird kommen, Bodo! Wollen Sie nur!" Er antwortete nicht gleich, sah an ihr vorüber auf zu dem grauen Himmel. Das Glück! Eine mächtige Vewegung spiegelte sich in seinen Zügen Wider. El rang sichtlich Mit ihr, und doch steigerte sie sich noch. Sein düster beredtes Auge floh den Himmel in seiner Farbe der Hoffnungslosigkeit und kehrte zu ihr zurück. Schon wollte ein rasches, heißes Wort von seinen Lippen (1lart9vt Vi fn 1 tfr om hnr"rfn'FTr ni.yt-4i i'U uty iiyib liiiwivvvviivii .fvinW TpiriiiKfpfsilti't ifirrt entaeaenae- ' ' - -" O D i) streckt und das Wort der Leidenschaft blieb ungesprochen. Er konnte auf einmal sogar lächeln, ein unnachahmliches Lächeln war es, aus dem tiefsten Herzen aufgestiegen. Damit dankte er ihr. Sie sollen mich immer auf dem Wege sehen, auf dem Sie mich gern sehen möchten, Marga," löste es sich endlich klar und ruhig von seinen Lippen. Er streckte ihr die Rechte hin. Lassen Sie uns hier gleich einander Lebewohl sagen. Und wenn wir uns wiedersehen, soll es so sein : keins soll dem anderen einen Vorwurf zu machen haben. Und auch in der Sonne wollen wir stehen. Das Glück der Pflicht soll diese Sonne sein. Also Gott behüte Sie allezeit! Und nochmals Dank, daß Sie mir heute Abend mein armes Weib zuführen wollen, damit ich es an mein Herz heben kann." Mit den Augen trank er ihr stummes Lebewohl. Dann schritt er hochaufgerichtet davon, das Pferd hinter sich berziehend. Den Schrei nach einem anderen Glück, als dem Glück der Pflicht, trug er, in der Brust festgehalten, mit sich fort. Da verhallte er langsam über all dem Nothwendigen und Schmerzlichen, das es in der kurzen Zeit, die ihm vom Nachmittag zum Abend verblieb, vorzubereiten galt. Das Schmerzliche war der Abschied von der kranken Mutter. Auf den grauen Tag war ein dunkler Abend gefolgt. Träg und fchwül ruhte die Luft. Wie gestorben lag die schwarze Masse des Waldes unter dem niedrigen Himmel. Nirgends ein Raunen der Blätter, sie schienen jede Zwiespräche verlernt zu haben, kaum ein verlorener Traumlaut aus weicher Vogelkehle entschwebte einem Wipfel. Es war in der Natur wie ein athemloses Verhalten, gleich der Erwartung, die den hochgewachsenen Mann beseelte, der im dunklen Mantel zwischen den dunklen Bäumen stand und nach der Seite hin spähte, wo das Schloß hinter seinem Parkwall lag. Ein Stück in den Wald hinein, hinter der ersten Biegung der Straße, hielt eine geschlossene Kutsche.' Die Rosse standen wie Erzbilder, ihr Lenker saß nicht auf dem Bock, er verharrte regungslos neben dem halbgeöffneten Wagenschlag, als solle in aller Eile Jemand kommen, hinter dem er den Schlag dann zuwerfen würde, um aufzuspringen und im gestreckten Galopp davonzufahren. (Fortsetzung folgt.) Raucht die Tish I Mingo.
Der jcs.
Vcrnzcndn:! des Thieres im Alterifjinur und in der Neuzeit. ! f , m ,. I... i.'. C.f f 2 - . : .uijijmiivc rik vüninuruu; , dreier u:.S ClcitCjlere t;id)ät;t Esel fleisch (?se:S?cste uud -Tirssen Werth der trfc(inild). Hauptsächlich in Folge der Bemühungen der Thierschutzvereine wird in Deutschland seit etlichen Jahren der Hu::d als Zugthicr mehr und mehr durch den Esel verdrängt. In Berlin allein hatte man bis vor Kurzem über 600 der Grauthiere zu dem Zwecke eingeführt. Der Esel war schon um 6090 v. Ehr. ein Genosse des Menschen im alten Nillande. Auf den Wandmalereien der Erablammcrn sicht inan ihn als Lastthicr, sowie zum Austreten des G:treides ans der Tenne und als Reitthier verwendet. Aber man stieg nicht direkt auf seinen Rücken, sondern befestigte einen Reitscssel zwischen zwei Eseln, in dem dann der Herr oder die Dame Platz nahm. Etwa 000 v. Eh?., als das ßfcrd eingesührt wurde, ging der Gebrauch des Esels in Egypten zurück, dagegen breitete er sich mehr und mehr m d:n europäischen Mittelmeerländern aus. In Eentralarabicn, Mesopotamien und Egypten kommt neben dem gewohnlichen Grauthier noch eine weiße Art vor. Sie ist schön gebaut, hat die Größe eines kleineren Araberpferdes und ist sehr lenksam. Die edlen, stolzen Thiere werden von den vornehmen mohammedanischen Damen als Zelter benutzt. Die Thi.'re leben truppweise und streichen im Winter auf be: Futtersuche weit umher. Schon Xenophon rül,mt ihre große Schnelligkeit. Die Römer schätzten das Fleisch der Füllen als Leckerbissen. Von den Kirgisen, Arabern und Persern wird dieser Esel noch jetzt des Fleisches wegen gejagt. In fersten fängt man ihn auch lebendig in Wolfsgruben und verkauft ihn zur Veredlung der Zucht in die Eselsstuiereien. Trotz seiner Nützlichkeit hat man den Esel schon im Alterthum verachtet. Wahrscheinlich ist die Verspottung auf den markerschütternden Schrei deZ EselZ zurückzuführen. Im Alterthum wurde der Esel nur nach dein Tode geschätzt. Denn aus seiner Haut wurde das für die Wissenschaft unentbehrliche Pergaincnt hergestellt. Im Mittelalter waren die EsclZfcste und Esels strafen üblich. Die Eselsfeste wurden angeblich zu Ehien d:s Esels begangen, auf dem Maria mit dem Jesuskind nach Egypten floh, und den Christus M seinem Einzug in Jerusalem ritt. Die Feier fand Weihnachten oder am Palmsonnt 2g statt. Am berühmtesten ward das Eselöscst, das am 14. Januar in Beauccis abgehalten wurde. Das schönste Mädchen der Stadt wurde mit einem Kind im Arm als Maria" auf einem mit einem Chorhemd bedeckten Esel von verklndeten Priestern, gefolgt von einer großen Volksmenge, in die St. Siephanskirche geführt, wo der Esel niederkniete. Das Thier wurde gefüttert, worauf ein ironisirender Lobgesang auf den Esel angestimmt wurde. Di: Feier klang in ein dreimaliges Fa aus, das von einem der Priester ausgestoßen und von der Volksmenge ebenso beantwortet wurde. Von Päpsten, Bischöfen und Kirchenversammlungen wurde diese Ausgeburt derben Volkshumors im 12. und'l3. Jahrhundert wiederholt verboten. Gleichwohl erhielt sich die Feier bis in den Anfang des 16. Jahrhunderts hinein. Das verkehrte Reiten auf dem Esel, mit dem Schwanz statt des Zügels in der Hand, als öffentliche Strafform ist uralt. Im deutschen Mittelalter wurden mit dem Eselsreiten Frauen bestraft, die über ihre lieben Eheherren in thatsächlich fühlbarer Weise den Pantoffel geschwungen hatten. Der so unsanft behandelteEhemann mußte den Esel, auf dem seine theure Lebensgefährtin Platz genommen hatte, selbst durch die Straßen des Ortes führen. Außer zum Ziehen und Lasttragen benützt man die Esel gegenwärtig auch als Milchlieferanten. Die Eselmilch steht der Muttermilch am nächsten. Die Kuhmilch hat den Nachtheil, daß sie bei der Gerinnung derbe Brocken bildet. Sie ist deshalb schwerer verdaulich als die Muttermilch, die den Käsesioff feinflockig ausfüllt und die Eselmilch, die ebenfalls feinrertheilt bleibt. Es ist daher die Eselmilch für die kindlichen Verdauungsorgane entschieden zweckmäßiger, als die Kuhmilch, und auch Erwachsene mit Verdauungsstörungen machen von .ihr den besten Gebrauch. Wichtig ist ferner, daß der Efel gegen Tuberkulose so gut wie gefeit ist. Eine Uebertragung von Tuberkelbazillen auf die Trinkenden durch die Milch, wie es bei den für diese Krankheitserreger so empfänglichen Kühen auch jetzt immer noch für möglich gehalten werden muß. ist bei der Eselmilch ausgeschlossen. Einen Monat ohne Vollm o n d wird das Jahr 1904 aufweisen: den Februar. Dieses Ereigniß wiederholt sich alle 19 Jahre. Im Jahre 1847 hatte der Februar keinen Vollmond, dagegen hatten die Monate Januar und März je zwei. Während der Jahre 1866 und 1885 war es ebenso. clli ttUciunt. A.: Ich bin zum Train ausg;hoben worden." G a r d e k a v a l l e r i st .Also beinah Soldat geworden.
Für Uinttc unö Achwcri'.örigc. Wichtige ngc:i ju: ?rle,Hterung e JM"u uio des Hörens. Von einem Techniker Namens Jirotka sind in jüngsten Zen mehrere Erfindungen gc.nacht worden, die V!ind:n das Verständniß der Schrij sprach? und Sch'.rerhöri.n. ja selbst Tauten da? Hören erleichtern bczw. ermöglichen. Soweit Uz Blinde bi-l.cr selbst Lcktüre treiben wollte, war er auf die in erhabener Blindenschrift gedruckten Bücher und Zeitschriften angewiesen, welche natürlich auch nicht im entferntesten in einer ähnlichen Reichhaltigkeit und Aktualität cxistiren können wie die auf gewöhnliche Weise gedruckte Literatur. Jirotka hat nun eine Maschine zusammengestellt, welche Blindenschrift, überHaupt aber weiter auch Schriftzeichen, die ein wenig über das Papier erhöht sind, in Form gesprochener Rede wiedergibt. Zu dem Zweck enthält die Maschlne zunächst eine Phonographenwalze, auf welcher die Laute der Sprache in fortlausender Linie verzeichnet sind. Bei einer der ersten Ausführungen war diese Maschine mit einer Tajtatur, gleich derjenigen der Schreibmaschine, versehen, und wenn man diese Tasten spielte, so sprach die Maschine die getypten Worte deutlich aus. In dieser Ausführung konnte die Maschine beispielsweise für die Verständigung zwischen einem Stummen und einem Blinden dienen, welche sonst schlechterdings unmöglich war. Im weiteren Verfolg seiner Arbeiten brachte der Er-
finder die Maschine dahin, dag sie mittelst eines empfindlichen Helelsystems ohne weiteres erhabene Schriftzeichen, wie sie beispielsweise die Blindenschrift biciet, mit vernehmlicher Stimme vorlas. Schwerhörige bedienten sich anher allgenicin des bekannten Hörrohres, in welches derjenige, der mit ihnen konversirt, möglichst laut hineinschreien muß. Das Verfahren ist zum mindesten für den. der schreien muß. nicht angenehm. Nun besitzen wir im Mikrophon einen Apparat, der eine außerordentliche Verstärlung aller Geräusche gestattet und selbst das Treten einer Fliege, die über die Mikrophonplatte läuft, im Telephon als das Tra7npeln irgend eines Tickhäuters erscheinen läßt. So brachte l.cnn Jirotka für Schwerhörige eine handliche Kombination von Mikrophon und Telephon in Anwendung, welche sich äußerlich vom Hörrohr nicht allzu sehr unterscheidet. In einem äußeren S'alltrichier sitzt das Mikrophon, welches mit einer kleinen, leicht ausWechselbaren Stromquelle und dem Telephon zusammengeschaltet ist. Die Telephonmembrane sitzt dabei am äußersten End? des Hörrohres, welches m's Ohr gesteckt wird, und überträgt von dort die Schallwellen, welche ganz leise gegm dc.s Mikrophon gesprochen werden könnn, in jeder gewünschten Verstärkung gegen das Trommelfell. ?zür Taube, bei denen das äußere Gehör völlig geschwunden ist, hat man nl langem mit mehr oder weniger Erfolg elastisch: gebogene Platten benutzt, die gegen die obere Zahnreihe gedrückt wurden. Unter dem Einfluß der Schallwellen kamen diese Platten in's Mitschwingen und übertrugen ihre Schwingungcn auf Zähne und durch diese auf den Knochenbau der Schädelkapfel. Hier wirkten nun die Erschütterungen auf noch empfindliche Theile der Gehörnerven, mogllcherwelie auch auf das Gehörscentrum des Gehirnes selbst. Gewiß ist, daß die Platten in manchen Fällen, in denen mit dem Hörrohr nicht beizukommen war, eine Verständigung ernlvgllcuten. An sich ist aber dies Mit !el ebenso unvollkommen wie das Hörrohr, und eine Verbesserung nach derselben Richtung, wie bei diesem, ist mög lich. Man kann die Sprachschwingungen mittelst der Kombination von Mi krophzn und Telephon ganz außerordentlich verstärken. Dann ist weiter noch eine Anordnung zu treffen, um die Schwingungen der Telephonmembrane auf die Zähne zu übertragen, da man das Telephon nicht direkt selbst dagegen drucken kann. Auch auf eme solche An ordnung hat Jirotka ein Patent genom men, welches die vorher erwähnte Komoination vorsieht und weiter die Tclc phonplatte so ausbildet, daß sie mit einem Arm oder Hebel frei aus dem Apparat herausragt und mit diesem gegen die Zähne gedrückt werden kann. Neues Lom Hahn. Vci crncni Anschattunslmtcrriä't über die Hühnerfamilio frägt die Leh renn: Wann kräht d?r Hahn am lautestm?" und Fritzle drauf: Wenn cr ein Ei gelegt hat." Arthur und Hans stehen in der Frühstückspause vor dem Anschailungsbild. Qcinz: Du, Arthur, der Hahn sieht aus. wie ein Herr Doktor, so stolz und fein." Artbur (mir voller Ueberzeugung): ...Nein, wie ein Bräutigam." Alle Kunst, alle Erziehung darf uu: Ergänzung der Natur sein. Man sott nicht mit kaltem Vlut Mensckicn venirtheilen, die warmes besitzen. SrnnnLttrisclz. Mutter (von zehn Kindern, zu ihrem von der Reise heimgekehrten Gatten): Armer Mann, so nahe hast Du dem Tode geschwebt, hast Du denn, als das Unglück geschah, an uns alle gedacht?" Jäter: Gewiß, gewiß, meine Liebe, summarisch natürlich!"
euer - Signale.
4 Pennsylv und Market i English'zOpcrn-HauS Eastund N-to Fork 7 Noble und Vlichigan 5 N. Jerjey u. Taifl 2ü s Pwe und North .0 Market und Pine il Omnont nahe East 2 51. 8 Spritzenhaus Mass. Ave nahe Noble 13 Te.Zware u::d Wallet 14 !. Jersey u Ocmral Sl. :5 ÄaH laibCarncUSibc 6 Äsh 11. träfe :7 Park Ave und 12 3 Columbia unhf.tCfidc 19 Hi5b.land Ave u.P?att 1 JUinoiS und t. I 'ennsylo. und xail 4 Meridian und 11. Str 7. 5 Spritzenhaus 15 nahe Jllinvd? Senate Ave u.ErCia 27 JNinoiS und Michigan & Pesyivania und 14, 19 Senate Ave. und 13. n No. 1 Spritzenhaus InoAvenaheMichiga '2 Meridia und Walnut H California u Vermont '.6 Llske und Neiv Kork ss Ind. Av. u. Lt, Elatr eiry Hospital '.9 Blake und Nortb 69 Michigan und Lgne 41 No. 6 Spritzenhaut Washington nahe Wefl 2 Gsendorf u Wash. 43 Missouri u New Fort 5 Meridian u Wash 6 Jllmois und Ohio 47 Capitel Lv. u Wash 48 mgan't Porkhauj 49 Straßenbahn Ställe W. Washington Str 51 No. 1 Spritzenhaus AllinoiS u errill 52 JUinnij u fcttuftan 63 Wett und Courö 4 West und TOcCarttz5 Senate Lve. u Henry 67 Meridian und ay S No. 4 Spritzenhaus MadisonAv.uMor-.-iS Ö9 Madion Av. u Tunlop 1 No2HakenLeiterheuS South nabe Telaware 2 Penn, u Merrill 63 Telaware u. McEarti 4 aft und McEarty New Jersey .Merrill 7 Lirg. Av. u Lradsha 63 Last und Prospect 9 Licking und High 71 No. ii Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huroa 72 East und Seorgia 73 Eeda und Elm 7 Davidson u Seorgiq. 7S Snglish Lv. u Pine 7 Shelby und BateS 7S No. 2 Cpritzcnhauz Prospect nahe Shelbtz 79 Fletcher Av. u Ehelby 51 Market u. New Zcrsey 83 Telaware und Wash. 83 East u Washington 84 New Dork u.Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 66 Vcr. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 8 Frauen-Reformat. l No. 13 Spritzenhaus , Marvland nahe Mer. i)2 Meridian u. löeorqm. 93 Meridian und Lcuth 84 Pennsyls u. Lvuisiana ?5 Lirgini Ave u. Alad. 98 Hauptquartier. 97 Erand Hotel. 9L Capital Ave und hfc .23 No. 16 S,'ritzenhauI 16. und Llsh. 124 Alabama und 16. 125 Central Ave und IL. 126 DandeS und 15. 127 Brookside und Jupiter 123 Cciitral Ave und 17. 129 Telaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bcllefontawe und 134 College Ave und 2. 135 Telaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann unb 19. 133 College Ave und 14. 13? Cornell Ave und 13. 141 DandeS unk 19. U2 Highland Ave und 10. 143 Tecumseh und 10. 145 S!ew Jersey unb 22. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hiltside Av und 13. ii8 College Ave und 22. 149 College Av und 27. 152 Part lv und 22. 153 LSu.'L Bahn 4. 22. 154 Ramsey Ar und 10. 156 Stoughton u Newmcn 157 AtlaS und Pike. 155 Bloyd wid Patrpaw. 159 No. 21 Spritzenhau Brightwood 15 Arden und Depot 163 Brightwood und 25. 164 Rural und Bloyd 165 St. Clair u. cyston, 167 Arsenal Ave un 23. 163 Bellefontaine und 28. 163 Park Ave und If 212 Capital Lve und 17. 213 Pcnnsylv. u.Michiaaa 214 JNinorS und 2. 215 Senate Ave und 21. ?16 Pennsylvania und 2T. 217 Mcndian und 16. 218 Capital Ave und 2, 219 Vroadloay und 10. 231 IllinoiS und McLea 234 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 30. 5 Illinois und 3i 33 Annetta und 30 227 No. 9. Spritzend Ereil und Raer 238 Udeil Ladder Sorll 239 Jsabcl u.ib 27. 241 Meridian und 24. 242 IllinoiS u Ct.Cla?. 43 Oldridge und 23. 12 West uud Walnut 313 West und 12. 314 Howard und 16. 515 Torbet und Paca 316 Capital Av und 1. 317 Northwestern Ave u 21 318 &cvt und 18. 319 Canal und 10. 524 Cerealin WcrkS 324 Vermont und Lvnn 325 Bismarcku Srandviek 26 No. 29 Spritzenhaus Hauhville. 27 Michigan u. Helmei, 23 Vichig u. Concord 341 West und McJntvre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und hü 415 Capital Ave -ätcrgva 416 Missouri Äcntutfv?417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E RundauS W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 MiI'Avu.J DuQ 425 Wash und HarriS 426 No. IS CpritzenhaI D. Washington 427 Oliver und Birch 423 Oliver und OSgood 429 Nordyke und Z)ork 4Z1 Hadley Ave u. MornS 432 River Av u. MorriS 424 Niver Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R ? 436 Harding und Oliv 437 S!o. 19 SpritzenhO MorriS und Harbins, 4 $4toar BädCSSfi 439 etoApTtrl 461 SieiSn und ftO 452 Howard und L 453 MorriS und SU$U 459 ant6ert und cltnt 457 Nordhle ve u. ux men Works 612 West ,d RY 51Z lkentucky Ave u. MerrS 614 Meridian und MorrZI 616 IllinoiS mtf ansät 617 Morris und Dskota 618 MorriS und Church 619 Capital A. u McCar. 621 Meridian und Palma 623 Pine un? Lord 624 Madisor, Ave u Ltnl 526 Meridian und Bell RV 627 Carlo und Ray 628 Vendian und Arizona 529 Meridian u. Naymend 631 Meridian . McCat 522 No. 17 Spriher MorriS nahe West 1 McKund Doud. eiZ Saft u. Lincoln! 14 East und Brecher 615 Wright und Sander 617 McCarry und Beaty 8 New Jersey u Avf 712 Spruce und Prospekt 7 English Are. u. Laurei 714 State Avu.BU SiA 715 Shelby uud Bch 716 State Ave und Oran 718 Orange und Laurel 71 Shelby u. Ctaa 7J 721 LexingtonA. 723 Fletcher Avu.Sprm 724 State Aveu. PleaiaN' m Prospekt und Nleasat. 726 Orange und Hailar 728 Liberty und Wea 729 Nols und South 81 No. 16 SpriHenhml Oft Washington ' 813 Market und Noble 814 Chio u. Highland 815 Michigan u. High! 16 Market u Arsenal 9& 617 Ost S Elair und Union Bahn Geleise. i Ml Pan Handle ShcJ 823 Vermont und ffiafcoc 824 Wash. und Statt Ad. eis Maddm'S tounge Fa5 826 T!er und Dorsev 827 Wash. und BeviZle Ave 29 No. 1 Spritzenhaus eville nahe Michiga 831 Eoutheaster A und Woodside. 832 Wash. und Tearbor, 834 Southeaftern nd Arsen! CM. 836 New Dort und TenPk 912 IllinoiS und Msrdl. i IllinoiS und Stärket. 914 Pen. und 915 Telaware end ? Spezial.Siznale. Ersten Schlage, zweiter Alarm, Zweiten 2 Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierte? Alarm. 1-2-1, Feuer auZ und Schlauch aufzerollt. Schläge, Wasserdruck ab. 12 Schläge, 12 Uhr Mittag. Tie so bezeichneten Cigna? werden nur em Zlurn dach ter angegeben da an den betreffende L traj kreupmg feine AlarmV'ten anxebrecht stnd. Trotze uswayl vo Ijli s f Aug. Diener, Ne. 449 Ost Washington Str. Neues Telephon 2525.
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