Indiana Tribüne, Volume 27, Number 59, Indianapolis, Marion County, 30 October 1903 — Page 6

Jüdinn Tribüne, 3. Oktober 1903

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Europäische Nachrichten.

'ZIUrtternverg. Stuttgart. Die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart Karlsvorstadt beging die Feier ihres 40jährigen Bestehen. An ein Festbankett, das im Saale der Brauerei Frank stattfand, reihte sich eine Hauptübung am Feuer-wehrmaga-in. Dann wurde ein Festzug nach dem Gesellschaftshaus der Schützengilde ausgeführt, wo eine Reihe von Musik- und Gesangsvorträgen. sowie turnerische Darbietungen für beste Unterhaltung sorgten. Der ordentliche Professor für Straßen-, Wasser- und Eisenbahnbau an der hiesigen technischen Hochschule, Oberbaurath Friedrich v. Laiftle. ist zum 1. October unter Verleihung des Titels Baudirektor auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt worden. A l t e n st e i g. Bei dem gegenwältigen Umbau der hiesigen Kirche wurden sehr schöne Wandgemälde aufgedeckt, die bisher mit einem Kalkanstrich übertüncht waren. Da für die Erneuerung dieser Gemälde vom Staat eine größere Summein Aussicht gestellt worden ist. erhält unsere Kirche wieder einen prächtigen Schmuck. V e l l a m o n t. Durch Blitzschlag brannte das Haus des Maurers Vogel völlig nieder. Braunsbach. Der hiesige Kriegerverein feierte das Jubiläum seines 23jährigen Bestehens. Vezirksobmann Breyer überreichte dem Verein die von dem König verliehene Jubiläumsmedaille. Dürmentingen. In einem Anfalle von Schwermuth erhängte sich der Mahl- und Sägemühlebesitzer fr, Schlegel. E ß l i n g e n. Der Krankenverein der erang. Gemeinschaft dahier beging die Feier'seines 25jährigen Jubiläums. Die Festpredigt hielt Prediger I. G. Mollpert. Gemmingheim. An einem Fabrikenöau hier stürzte der 17jährige Flaschnergehilfe Martin Wascher aus Stuttgart infolge Bruchs einer Latte vom Dach herab, wobei ihm noch eine Dachplatte auf den Kopf fiel. Schwerverletzt und bewußtlos wurde der junge Mann in's hiesige Krankenhaus verbracht, wo er starb. Krauchenwies. Der fürstliche Bereiter Oelker fiel rücklings die Treppe hinunter und brach das Genick. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und drei Kinder. R a g o l d. Vor Beginn des Wintersemesters am hiesigen Seminar wird Oberschulrath Dr. Brügel unsere Stadt verlassen, um die Leitung des Seminars in Eßlingen zu übernehmen. In 22jähriger Thätigkeit hat der Scheidende mit großer Gewissenhaftigkeit das 1881 eröffnete hiesige Seminar geleitet. T u t t l i n g e n. Während eines schweren Gewitters wurden zwei vom Himbeerensammeln heimkehrende Kinder, bevor sie den Ort erreicht hatten, von einem Blitzstrahl getroffen und zu Boden geschlagen. Das eine der Kinder, der siebenjährige Sohn des hiessgen Müllerknechts Joh. Georg Stockmger, war sofort todt; der Blitz hatte ihm die Schuhe von den Füßen gerissen und zerfetzt. Das andere, ein Mädchen, kam mit dem Schrecken davon. U l m. Der König hat bei dem siebenten Knaben des .ollverwalters Elbs hier die Pathenstelle übernommen und den Eltern ein prächtiges Geschenk überreichen lassen. Saben. Karlsruhe. Dem Hoffinanzrath a. D. Adolf Adam wurde das Ritterkreuz des Ordens Berthold I. und dem Obersten a. D. von Sanden, bisher Vorstand des Artillerie-Depots. der Rothe Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife verliehen. A l t d o r f. Vom Garbenwagen gefallen und infolge seiner Verletzungen gestorben ist hier der Privatier Nußbaum. Vühlerthal. Dem Holzhauer Simon Karcher von der Steckenhalt, der vor kurzer Zeit beim Holzfällen um sein rechtes Auge kam, wurde das andere von einem Stier ebenfalls eingestoßen, so daß er nun völlig erblindet ist. Dinglesdorf. Erschossen hat sich in einer hiesigen Wirthschaft der Geschäftsreifende Otto Bauer aus Dresden. F r e i b u r g. Der 37 Jahre alte, arbeitsscheue Taglöhner Heinrich Pfister ist im Hofe des Landesgefängnisses mittels Fallbeils hingerichtet worden. Er hatte am 6. Februar d. I. das sechsjährige Töchterchen Stephanie des Eisenbahnschaffner Ullrich aus dem Kreise der spielenden Geschwister hinweggelockt und in einem Gebüsch an der Kirchhofmauer durch Erwürgen und Bauchaufschlitzen um's Leben gebracht. Großsachsen. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten die Eheleute Johann Nischwitz. Heidelberg. Vor der hiesigen Ferienstrafkammer hatten sich die Studirenden der Chemie Ludwig Schmitt aus Zweibrücken und Emil Marx aus Schweinfurt wegen Zweikampss auf Säbel zu verantworten. Schmitt trug eine unbedeutende Hautverletzung am Arm davon. Marx blieb unverletzt. Das Urtheil lautete gegen beide Duelkanten auf je drei Monate Festungshaft. Kehl. In der Kinzig ertrunken

ist der Arbeiter Ludwig Weißlogel; r n Luiink m! a Oa1

cine meiere muiuc nuu; einign ocu der Gemarkung Neumühl aufgefunden. U n t e r s Z g g i n g e n. Die 4jährige Theresia Schlegel, die sich bei Taglöhner Bendele in Pflege befand. fiel in den durch den Regen stark angeschwollenen Dürrenbach und ertrank. K u h l b a ch. Infolge des plötzlich hier eingetretenen Hochwassers ertranken drei etwa 12jährige Knaben; sie gehören dem Schreinermeister I. Billl harz und den Wittwen Engel und Strampp. Ludwigshafen. Der 53 Jahre alte Metzgermeister Ludwig Raubenheimer stürzte sich in der sog. Hemshofschachte! in selbstmörderischer Absicht in den Rhein und ertrank. Mannheim. Hauptlehrer a. D. Heinrich Ziegle? feierte hier seine goldene Hochzeit. 47 Jahre stand der jetzt 76jährige Jubelgreis im Dienste der Volksschule, zulch! in Sulzfeld (A. Eppingen) als Oberlehrer. N u ß l o ch. Reichsfreiherr v. Bettendorf, der schon längere Zeit an Asthma litt, stürzte, als er bei einem heftigen Hustenanfall das Fenster seines im zweiten Stockwerk gelegenen Schlafzimmers öffnen wollte, in den Garten hinab. Der in den siebenzigcr Jahren stehende alte Herr zog sich dabei einen schweren Schädclbruch zu, der seinen Tod herbeiführte, ehe noch das Unglück bemerkt worden und Hilfe zur (stelle war. öanltöeotgen. Der Jayre alte Johann Georg Wllrth, Sohn des Gemeinderechners Würth von Buchen berg, stürzte so unglücklich von seinem Fuhrwerk, daß er nach dem hiesigen Krankenhaus gebracht werden mußte. c erlag daselbst alsbald den erlittenen Verletzungen. U e b e r l i n g e n. Das dreistöckige, aber in jedem Stock nur ein Zimmer fassende Haus des Eduard Müller an der Llufkircherstraße ist eingestürzt. Die Feuerwehr begann sofort die Rettungsarbeiten. Mehrfache Hilferufe, die aus dem Gewirr von Balken ertönten. spornten zur Eile. Es wurden ein Kind lebend und ein Kind todt herausgebracht; Frau Müller wurde mit gebrochenen Beinen gerettet und in's Spital verbracht. Anscheinend ganz ohne Verletzungen blieb Frau Heiß, die in dem mit eingestürzten anstoßenden Theil des Hauses des Kaufmanns Burt wohnte. U r l o f f e n . Hier schlug der Blitz in das Wohnhaus des Landwirths Lang und zündete. Dasselbe, sowie Scheune und Schöpf brannten nieder. Vbeinpsarz. orlenoacy. em Aaerer acob Sprau, gebürtig aus Walshauzen, ging beim vmachen von frucht ein orn in die Hand. Der Verletzte legte dcm Unfall tetn Gewicht bei, iah Uch aber genotyigt, den Arzt zu holen, ver Blutvergiftung feststellte. Sprau erlag derselcen unter den größten Schmerzen. Der Verstorbene war 50 Jahre alt. Diedesseld. Geistlicher Rath und Pfarrer Ztlör feierte sein 50jähriges Pnejlerjuoiläum. Eett 18S8 ist er yier thätig. Vordem wirkte er in OHPtmnsrr. greinst) eint. Aer hier oeyelmathete Metzgerbursche Johann Bauer, Sohn der Obsthändlerswittwe Bauer hier, erschoß im Hofe seine Geliebte, die bei Wittwe Wanger bedienstete und in Landstuhl gebürtige Dienstmagd Klara Leich, und gab dann auf sicy selbst einige Schüsse ab. Bauer dürfte mit dem Leben davonkommen. K a i s e r s l a ut t x n. Seinen eigenen Vater erschauen hat hier nach voraufgegangenem Streite der Tagelöhncr Franz Gustav Späth. Der Mörder, welcher flüchtig wurde, ist verhaftet worden, desgleichen seine Mutier unter dem Verdachte, ihren Sohn zur Ermordung seines Vaters angestiftet zu haben. Ludwigs Hafen. Der 51jährige Tagner Friedrich Jacob wollte in der Ludwigstraße in ver Nähe des Stadthauses einem elektrischen Straßenbahnwagen ausweichen, wurde im gleichen Moment von einem in entgeangesetzter Richtung kommenden Wagen erfaßt, zu Boden geworfen und an Arm und Schultern schwer verletzt. M a r n h e i m. Der hochbetagte Tagner Erlenbach stürzte aus dem im 2. Stock befindlichen Fenster seiner Wohnung und war sofort eine Leiche. N e u st a d t. In unserer Stadt begingen die im Jahre 1853 aus dem Seminar zu Kaiserslautern entlassenen Lehramtscandidaten ihre 50jährige Dienstjubelfeier. Von den damaligen 34 sind noch 8 am Leben. Die Namen derselben sind: Dexheimer und Jung in Kaiserslautern, Sittel in Finkenbach, Värmann in Dürkheim. Müller in Frankenthal. Noe in Haßloch, Knieriemen in Dörrenbach und Hamm in Dellfeld. Alle, mit Ausnahme von Hamm, der sich im Ruhestand befindet, sind noch als Lehrer thätig. Steinbach. Der 59 Jahre alte Tagner Jacob Köhler, ein Vater von 11, zum Theil noch unversorgten Kindcrn, wurde von einem scheuenden Pferde dermaßen geschlagen, daß sofort der Tod eintrat. ßlsay-Lolyrtngen. Straßburg. Unter dem Verdacht der Brandstiftung ist in dem benachbarten Hönheim ein junger Zimmermann Weinstöffer verhaftet worden. In dem Orte tzatte es in diesem Jahre mehrfach gebrannt, und zwar ii mit im

ausfälliger Weise viermal in derselben

Gasse. Zuerst brannte das Anwesen der Mutter des jetzt Verhafteten ab und in den letzten Tagen das Haus, in dem sie seitdem mit ihrem Sohne zur Miethe wohnte. D o r n a ch. Ein gräßliches Unglück erregte heftig die Gemüther und ein aroner Menschenauflauf sammelte sich an dem Thatort an der Belforter Straße, wo der 7 Jahre alte Knabe Roth aus der Brauergasse beim Spielen unter den Tram zu fallen kam und dies unter den Augen seiner ihn begleitenden beiden Brüder. Zunächst wurde das Kind wuchtig gegen einen Trottoirstein geschlagen, dann' aber rissen, ihm die Räder den linken Fuß an den Knöcheln ab, während das rechte Glied stark zerfleischt wurde. Groß-Moyenvre. Es fand in der festlich geschmückten, recht zahlreich besuchten evang. Kirche die feierliche Einführung des Pfarrvikars Oehme, bisher in Diedenhosen, als Pfarrer der evangelischen Gemeinde Groß - Moyenvre statt. Metz. Rechnungsrath Ferdinand Strieder, Kasseninspektor an der Kreisdirektion Metz - Land, ist in der Deutschen Straße plötzlich von einem Herzschlag getroffen worden. Er wurde in ein Haus gebracht, wo der herbeigerufene Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. Schirm eck. Ein großer Brand zerstörte das stattliche Wohnhaus der Wittwe Collin, das neben der BaumWollspinnerei Heymann steht. Mlecürenburg. Güstrow. Arbeiter Bugelmann wurde mit Pferd und Wagen nach dem Nienhagen - V!etgester Forst gesandt, um Holz zu holen. Als derselbe nicht wiederkehrte, wurde der Forst durchsucht. Man fand den beladenen Wagen umgekippt und Bugelmann todt darunter liegen. Allem Anschein nach ist der Wagen durch von Regen gelöste, von der Böschung abstürzende Erdmassen zum Umkippen gebracht worden, und Bugelmann, der neben dem Wagen ging, unter denselben gerathen. In dieser Lage wurde er erst nach einem langen Todeskampfe vom Tode erlöst. Fabel. Der erwachsene Sohn des Zimmermanns . Papenbrock fiel, am Kanal stehend, in einem epileptischen Anfall plötzlich in's Wasser und versank vor den Augen seines ihm sofort zu Hilfe eilenden älteren Bruders. Der Verunglückte konnte nur als Leiche geborgen werden. P a r ch i m. Dem Gymnasiallehrer Neumann wurde das Verdienstkreuz in Silber des Hausordens der Wendischcn Krone verliehen. Rostock. Am Strande in der Nähe der Schnickmannsbrllcke ertrank das etwa 4jährige Pflegekind des in der Wokrenterstraße wohnhaften Schornsteinfegergesellen W. Seitz beim Spielen in der Warnow. Da der Unglücksfall erst nach einiger Zeit bemerkt wurde, konnte der Knabe bedauerlicherweise nur als Leiche auf's Trockene gebracht werden. S ch o s s i n. Auf dem hiesigen Gute wurde der Holländer Warncke von einem Pferde so schwer verletzt, daß er auf dem Transport nach dem Krankcnbause in Schwerin verstarb. Warnemünde. 50 Jahre besteht in dieser Saison das Hotel Hübner-, welches im Jahre 1853 vom Vater des jetzigen Besitzers begründet wurde. Bon einem Hahn getödter wurde in Wilkesbarre. Pa., ein gewisser John Grüner. Derselbe hatte zahlreiche Hühner und unter diesen befand sich ein kleiner Hahn, der stets große Kampflust zeigte, so daß Grüner beschloß, ihn zu einem Kampfhahn zu erziehen. Er versah das Thier mit einem Stahlsporn und begann die Lektionen damit, daß er seinen Fuß dem Hahn entgegenhielt. Das Thier fuhr jedesmal wüthend auf den Fuß los und vor mehreren Wochen war es, da der Hahn so heftig den Sporn führte, daß er in Grüner's Fuß .eindrang. Der Verletzte beachtete die Wunde nicht und es stellte sich Blutvergiftung und Kinnbackenkrampf ein. Er starb schließlich unter den schrecklichsten Qualen. Eine schwarze Schlange, welche ein Passag.er einer BroadwayCar in New Aork in einer einfachen Papierdllte mit sich führte und welche bei dem herrschenden Gedränge ihrem Besitzer entschlüpfte, veranlaßte unlängst eine große Panik unter den meist aus Damen und Schulkindern bestehenden Passagieren der Car. Als der Besitzer der drei Fuß langen Schlange seinen Verlust bemerkte, rief er laut aus: Vorsicht! Eine Schlange in der Car!" Manche der Passagiere hielten den Ausruf für ds Weil eines Spaßvogels, andere wieder glaubten, der Mann sei in der Wahlaufregung verrückt geworden, Qber als man die schwarze Schlange thatsächlich sich durch verschiedene Veinpaare am Voden hindurchschlängeln sah, ergriff ein panischer Schrecken besonders die weiblichen Passagiere und Alles drängte nach denAusgängen. DieFrauen schrieen, daß man es blockweit hören konnte und viele Hühneraugen sammt den dazugehörigen Schuhen und Füßen wurden bös maltraitirt, den Damen aber meist die Kleider zerrissen im Gedränge. Die Schlange wurde schließlich mausetodt mitten in der Car liegend aufaefunden.

Die Albula-Bahn.

Die im Laufe des verflossenen Sommers eröffnete Albula-Bahn, die zur Erschließung des Engadin-Hochthals, des bisher von der übrigen Schweiz nur über einen doppelten Bergpaß erreichbaren Quellgebiets des Jnn, dient und von Thusls durch die Schinschlucht nach Tiefenkastel, Aergün und durch den Albulatunnel unter den Zwilligen Sü$) Bevers, Samaden und St. Moritz führt, ist ein ähnlicher Kunstbau wie die Gotthardbahn und weist, wie diese, eine nicht geringe Anzahl der kühnsten Construktionen auf. Die Brücken sind zum Theil aus Stein, zum Theil aus Eisen gebaut. Die Bahn DieSolisbrücke. führt durch Thäler romanischer Besiedelung. Der eigentliche Bauherr der Albulabahn ist die Rhätische Bahn, die bereits 1890 die Linie Lanquart-Davos gebaut hat und wenn auch nicht völliges Eigenthum, aber doch zu 95 Prozent Aktienbesitz des Kantons Graubünden ist. Das Baukapital, 26 Mill. Frs., haben die Eidgenossenschaft, der Kanton Graubünden und die betheiligten Gemeinden aufgebracht. Im Frühjähr 1898 wurde die zuführende Linie Chur-Thusis dem Verkehr übergeben, im October desselben Jahres der erste Spatenstich zu dem 19,600 Fuß langen Albulatunnel gethan; im Frühjahr 1900 begann man die Arbeiten auf den übrigen Strecken, der 37 Meilen langen Linie Thusis-Albula-St. Moritz und der 11 Meilen langen Strecke Reichenaus-Jlanz. Am 29. Mai 1902 wurde der große Albulatunnel durchschlagen, und am 1. Juli d. I. erfolgte die Eröffnung der Bahn. Außer dem großen Albulatunnel Bad Alveneu. sind noch vierzig andere Tunnels vorHanden, die eine Gesammtlänge von mehr als 6 Meilen besitzen; dazu kommen noch etwa 40 Viadukte mit einer Gesammtlänge von 9000 Fuß. Die Maximalsteigung des Schienenweges ist 35:1000. Der zwischen Thusls und dem Scheitelpunkt des Albulatunnels zu überwindende Höhenunterschied beträgt 3800 Fuß. Vom Scheitel des Albulatunnels bis Samaden fällt die Bahn um 380 Fuß. steigt bis St. Moritz wieder um 220 Fuß und findet dort bei 5900 Fuß Meereshöhe ihren vorläufigen Abschluß. Gleich nach dem Verlassen der Station Thusis überschreitet die Bahn den Hinterrhein auf einer in Eisenconstruktion ausgeführten Brücke, die eine lichte Weite von 265 Fuß bei einer Höhe von 80 Fuß über dem Wasserspiegel sowie beiderseits gemauerte Vogenzuführungen hat. Durch die Baumgärten von Sils wendet sich der Schienenweg der wildromantischen llbulaschlucht zu. durch die hier der Spinpaß führt. Die Der Landwasserviadukt. Strecke von hier bis Tiefenkastel war die kostspieligste; ein Drittel des Geleises führt durch Tunnels. Der lockere Schiefer der steil abfallenden Felswand machte zahlreiche Lehnenviadukte nothwendig. Ein besonders kühner Bau ist die Solisbrllcke im Schinpaß, die sich bei einer Länge von 500 Fuß, einer lichten Weite von 135 Fuß im.Mittelbogen und einer Höhe von 300 Fuß über dem Wasserspiegel von einer Felswand zur anderen schwingt. Bis nach Alvaneu führt die Bahn durch offenes und ziemlich ebenes Gelände. Kurz vor Filisur tritt das Geleis wieder in gebirgiges Terrain ein;

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zwei große Viadukte vermitteln den Uebergang über wilde Vergwasser. Die Ueberbrückung des Landwassertobels ist eine der großartigsten und schönsten Stellen der ganzen Bahn. Zwar ist der Bahnanschluß von Davos-St. Wolfgang über Davos-Platz- Frauenkirch und Värcnttltt nach Flllsur noch nicht gesichert, aber vor dem großen Viadukt über dasDavoser Landwasser, von dem der Blick hinabschweifi auf das Schwefelbad Alvaneu, ist der Platz gewahrt zum Schlußstück des Bündener Schienennetzes. Bei Filisur hat die Albulabahn bereits eineHöhe von mehr als 4000 Fuß ü. M. erreicht. Die Höhendifferenz zwischen Filisur und Bergün ist so gewaltig, daß hier künstlich eine Entwicklung von 4000 Fuß eingeschaltet werden mußte; diese Funktion übernahm der große Greifensteiner Kehrtunnel oberhalb Filisur. Die Strecke bis zum Vergüner Stein gewährt, da sie längs einer hohen und offenen Berghalde hinführt, einen wundervollen Ueberblick über das obere Albulathal und die dasselbe umgebende Vergwelt. Hinter Bergün verengt sich das Thal, der Schienenweg wird steiler und steiler. Nach drei riesigen Schleifen, drei Kehrtunnels und vier großen Thal-

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