Indiana Tribüne, Volume 27, Number 59, Indianapolis, Marion County, 30 October 1903 — Page 5

Indianer Tribüne, 30. Oktober 190.

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Verbs!. Federskizzen von Wilhelm ElobeI. ... Im Buchenwäldchen fallen die Blatter. Schwermüthig raschelt das Rauschgold hernieder und der Herbststürm pfeift durch die knarrenden Wipfel. Dicht bedeckt das Prachtgewand des Sommers, das der Frühling mit emsiger Hand gewebt, in bunien Fetzen den Weg am Mühlgraben. Eine gebückte alte Frau, .Furchen im Antlitz. Frost in den Gliedern und Thränen im Auge, sammelt die Fetzen des Kleides", die welken Blätter in einem Sack. Wozu gebraucht ihr die Blätter, Frau?" Ach du lieber Gott! Der Winter steht vor der Thür und da wollen die Kinder doch ein wärmeres Bett haben, als den blanken Erdboden!" Wieviel Kinder habt Ihr, arme Frau?" Neun Stück! Vier liegen dort drüben auf dem Friedhof. Denen ist wohl!" Und Euer Mann?" Der hat sich o Gott, o Gott !" Sie stiert in das schmutzige Wasser des Grabens und bricht in Thränen aus. Hier, Herr, hier hat er sich's Leben genommen!" . . . Und der Herbftsturm schüttelt die Kronen und unaufhörlich flattert das welke Laub nieder. . . . Herbstlaub .... ... Er war auch mal fleißig, jener stämmige hochgewachsene Mann, der sich den ganzen Tag über auf den Banseit im Zuschauerraum des (ktrafkammersttzungssaales herumdrückt und mit müdem Auge den Verhandlunge, folgt, woött er jedesmal beim Wort Diebstahl" zusammenzuckt, denn er ist selber erst rausgekommen". Es war ihm nicht an der Wiege gesungen worden, das Lied vom Elend. Während er hinter den eisernen Gardinen saß, hat sich sein Weib auf und davon gemacht, ihn verlassen. Und er suchte sein Heil, seine Befriedigung beim Alkohol! Vor den Fenstern des Gerichtsraumes peitscht der pfeifende' Sturmwind den gießenden Regen. Ueber das schnapsgeröthete Gesicht rieselt so etwas wie eine Thräne. Ein junger gesunder Bursche sitzt wegen des ersten Diebstahls auf dem Armsündersofa". Das Vorleben jenes Burschen packt den Zerrütteten dort hinten auf der letzten Bank. Er denkt über sein eigenes Schicksal nach. Als die Verhandlungen zu Ende, muß auch er die Stätte, die ihm tagsüber Herberge war, verlassen. Der Weg führt wieder m die Destille. Der Dunst. derKaschemme erhitzt die Köpfe. ' Sie gerathen aneinander. 'Er greift im Zorn zum Messer. Ein wohlgezielter Stich und der andere stürzt blutüberströmt zusammen. Draußen sammelt sich die Menschenmenge an. Schutzleute führen ihn ab. Jetzt wird er wieder Kost und Logis" bekommen zum bevorstehenden Spätherbst und Winter auf längere Dauer ! . . . Noch eine Stunde und der Ball beginnt. Noch eine Quaste voll Nouge fin de Theatre" und Clothilde Zunderbüthe ist um zwanzig Lenze jünger. Marie, meinen Fächer! Marie, meinen Schal! ' Marie, meinen Pompadour ..." Es fehlt nur noch: Marie, meine Jugend!" Das Coupce mit den geschliffenen Scheiben rollt über den Asphalt durch den dichten Nebel. Sie rauscht mit seidener starkdekolletirter Robe in den hohen lichtdurchflutheten Ballsaal. Die Geigensaiten tönen und die Polonaise hebt an. Man engagirt, promenirt, charmirt und flanirt. Jugend mit Jugend. Alier mit Alter. Sapristi!" Clothilde ist zerknirscht. Sie bleibt unter den wenigen Leidensgefährtinnen sitzen, als Wandarabeske. als Mauerblümchen. Vor dem hohen Spiegel im Toilettenzimmer entdeckt sie die grauen Haare, die sie zu färben vergessen und ihr fehlendes Gebiß. Entsetzlich! Diese Blamage! Der Frühling ist längst vorüber. Die Musik intonirt ach einen Walzer: Wenn die Blätter leise rauschen . . ." Dann, Clothilde ist's nun einmal Herbst! . . . . . . Fratzenhafte Nebel leiten die Nacht ein. Feucht ist's draußen und unfreundlich und alle anderen sitzen daheim am warmen Ofen, trinken Kaffee und essen Kuchen dazu. Nur bei dem zusammengekauerten Weib, das sich schlotternd im Nebel herumdrückt auf der Promenade, sitzen daheim Noth, Hunger und Krankheit zu Gast. Der Mann liegt schwerkrank auf dem Stroh. Er ist vom Baum gestürzt und der Tod wartet auf sein Opfer. Der Hausherr hat schon drei Monate keinen Miethzins gekriegt und droht mit dem Aeußersten. Da endlich kommt's ihr Mädel von 12 Jahren, ein sauber Ding aus dem Cafe. Na, hast' du viel Blumen verkauft?" Nur dreie, die Leute sind so böse gegen mich." . Ein Hieb und das Mädchen schreit. Die Hiebe hageln auf das arme Kind nieder, bis es flüchtet. Wohin? Vergebens sucht die Mut-

ier und urt :m Herbstnebel umher. Ihre Rufe verhallen. Ungehört von den einzelnen Passanten. Am anderen Tage wird die Leiche eines 12jährigen blonden Mädchens aus dem Flusse gezogen. Die Zeitungen sckreibei: darüber. Verzweifelt rennt die Mutter zur kctch:nyalle. Äa liegt ibr Mädel. Kalt und todt und tugendhaft! Das hat ihr der Herbst bescheert! . . . Eugen von Velow war wieder daheim. Daheim nach sechs langen Jahren. Vieles fand er noch wie dereinst, die alten Festungsthore und die alten Lindenwipfel, die alten Straßen, doch die neuen Zeiten. Damals kam er oft zu den großen Ferien aus der Universitätsstadt und damals, als er fein Examen gemacht hatte, war's auch, als er ihr den heißesten Treuschwur gab, den je nur ein liebesehnendes Herz begehren mochte. Er weiß es noch wie heute. Der Sommer stand im Zenith und in schwülen traumschweren Nächten ging die Liebe auf Schleichwegen Dann zog er. hinaus in die weite Welt, um die fremden Völkerstämme kennen zu lernen. Land und Leute in den Tropen hat er durchforscht, während sein Herz in der Heimath weilte. Endlich wollte er ihn einlösen, seinen Eid, den nur die Lerche und das wogende Aehrenfeld belauschten, endlich war er zum Mann herangereist und die kleine Lotte" sicher zur blübenden Jungfrau. Wie ganz anders fand er sie! Eben wollte er das niedrige Häuschen ihrer Eltern aufsuchen, als sich das schmiedeeiserne Portal der neuerstandenen Villa neben dem Häuschen öffnete und die kleine Lotte" in üppiger Schönheit heraustrat, um in die elegante Equipage zu steigen am Arm eines andern. Als bfe Peitsche knallte und die Karosse über den Asphalt dahinfuhr, stand der Welt'.'.msegler Eugen von Below betroffen denn sie hatte ihn gesehen. Vielleicht hatte sie ihn ob des braunen Teints nicht erkannt? Müde ließ er das duftige Bukett der auserwähltesien Frü!lingskinder sinken und ging an dem alten niedrigen Häuschen und an der stolzen kokettirenden Villa vorbei Es war. als sollte er sein Glück begraben. In dem parkähnlichen Garten küßte der Frllhherbstwind die letzten Rosen. Chopin's Trauermarsch.

Der Chopin'sche Trauermarsch sollte, wie ein französisches Blatt letzthin schrieb, unter außergewöhnlich schauerlichen Verhältnissen entstanden sein. Als Gewährsmann wurde der bejahrte Maler Felix Ziem angeführt, der seinerzeit mit dem Tondichter eng befreundet war. Ein Vertreter des Pariser Matin" hat daraufhin den greisen Ziem, der trotz seiner 82 Iahre noch gesund und munter auf dem Montmartre haust, aufgesucht und um nähere Auskunft über den Fall gebeten. Ziem erzählte lachend: Es mag 55 56 Jahre her sein. Chevandier de Valdrome, Ludre, der Musiker de Polignac, der Maler Ricard, Chopin und ich hatten bei mir gespeist und waren in bester Laune noch in meinem Atelier versammelt. Von .oben herabhängende Teppiche trennten dies in drei Theile und in einem von diesen stand ein Gerippe, das ich zwischendurch mit Stoffen drapirte. Des Weiteren befand sich dort ein sehr mittelmäßiges Piano, das ich bei einem benachbarten Trödler gekauft und aus dem ich die Füllungen herausgesägt hatte, um sie zu vier Gemälden zu gebrauchen. Das Klavier selbst, war dadurch gleichfalls zu einem unter einer Decke verborgenen Skelett geworden. Als ich mich mit Ricard auf einen Augenblick allein in diesem Raume befand, hatte ich einen schnurrigen Einfall, der sich durch unsern allgemeinen Frohsinn entschuldigen läßt. Ich nahm das Menschengerippe, hüllte es in die durch Ricard von dem Piano gerissene Decke wie in ein Leichentuch und setzte es unter dem Teppich vor den Augen der im Nebenraum befindlichen Freunde in Bewegung. Man lachte. Alsbald bemächtigte sich Polignac des Gcrippes, hüllte sich mit ihm in das Tuch, trat an das Klavier und schlug einige Akkorde an, so daß zu unserm Vergnügen ein menschliches Skelett an einem Klavierskelett saß. Da überkam plötzlich Chopin ein Gedanke. Er war schnell am Klavier, setzte sich mit dem Gerippe an Stelle Polignac's und improvisirte dann den bekannten wundervollen Trauermarsch. Wir alle waren bewegt. - Es wurde nicht mehr gesprochen. Unserm anfänglichen Lachen folgte bald begeisterter Beifall, womit wir das neue Werk Chopin's oegrüßten. Es' war ein schöner Abend. Alles, was man sonst über die Sache erzählt hat. ist erdichtet. i5in seltenes orrommn i ß wird aus Mariensburg. W. Va., gemeldet. Dort entgleisten die beiden Vorderräder einer Lokomotive, welche einen Schnellzug nach dem Osten zog. Die Räder liefen ungefähr 150 Fuß außerhalb der Schienen und sprangen dann plötzlich wieder in das Geleise zurück. Es entstand nicht der geringste Schaden an der Lokomotive, doch ersuchte der Lokomotivführer um eine Versetzung nach einer anderen Lokomotive nach, da er aberaläubisch sei. ,

Vom JalaLde. Greer County in Oklahoma rühmt sich, in diesem Jahre die gswaltigsten Wanermelonen hervorgsbracht zu haben. Farmer T. E. Merriman, der sieben Meilen von der Stadt Mangum wohnt, brachte vor einigen Tagen eine Wassermelone zur Ausstellung nach der Stadt, die 105 Pfund wog. 66 Zoll lang war und einen Durchmesser von 50 Zoll hatte. EinZuschußtüchtiger deutscher Einwanderer ist unlängst aus dem Bremer Dampfer Frankfurt" in Baltimore angekommen. Der Baltimorcr Einwanderungsbeamte der Bundesregierung sagt über dieselben: Diese Einwanderer übertreffen den gewohnlichen Einwanderer-Durchschnitt. Es sind Deutsch - Oesterreicher unter ihnen, welche mit dem nöthigen Gelde versehen, sich nach dem Westen begeben, um sich daselbst ein neues Heäm zu gründen. Die meisten dieser Einwanderer sind finanziell gut gestellt, manche haben $300 bis $1000 und mehr bei sich. Schon seit längererZeit wird in den Elementarklassen zahlreicher öffentlicher Schulen das Zwei-Mi-nuten-Turnen, wodurch längeres Turnen im eigentlichen Turnraume natürlich nicht ausgeschlossen ist, betrieben, um zu verhindern, daß die Kinder beim langen Sitzen in der Schule krumm werden. Es wird jetzt da und dort auch in den sog. Hochschulen eingeführt. Wie der Name sagt, dauert dieses Turnen nur zwei Minuten; es besteht in Aufstehen von den Sitzen, viermaligem tiefen Athemholen. Rumpfbeuge vorund rückwärts. Arme hoch und seitlich heben und senken und Kniebeuge, dann wieder tiefes Athemholen. Diese Uebungen werden dreimal täglich in den Unterrichtsstunden gemacht, zweimal am Morgen und einmal Nachmittags. Fachkundige erklären, daß trotz der kurzen Zeit, die darauf verwandt wird, diese Uebungen sich für die Schulkinder als sehr wohlthätig erweisen. EinehübscheJagdgeschichte wird aus New Ulm, Minn., erzählt: Eine Gesellschaft von Jägern, die sich hier auf die Jagd begaben, hatten das , Glück oder vielmehr das Unglück, auf einem Wasscrtümpel nahe Swan Lake einen Haufen Enten zu erblicken, von welchen die Jäger, nachdem sie auf Händen und Füßen herangekrochen waren, auch zwei erlegten. Als sie sich die Beute jedoch etwas näher ansahen, fanden sie aus. daßes zahme Enten waren. Anstatt nun, wie es anständige Jäger gethan haben würden, zum Eigenthümer zu gehen und das Versehen einzugestehen,' traten sie schleunigst den Heimweg an. Der Farmer aber, der das Schießen gehört hatte und auch bald bemerkte, was vorgefallen war. folgte deren Spur und traf nur kurze Zeit nach ihnen dahi:r ein.' Er stellte den Missethätern die Auswahl. $5 zu bezahlen oder verklagt zu werden. Sie wählten ohne viel Ueberlegung das Erstere. ... . 3 U)er Intelligenz eines vagabundirenden Hundes Namens Rover verdankt der 17jährige Walter De Witt. von Brookdale. N. I.. sein Leben. Das Thier hatte keinen Herrn und hielt sich schon seit einem halben Jahre im Orte auf. Man schoß nach ihm, schlug ihn, da die Farmer behaupteten, er sei ein Hühnerdieb, doch der Hund ließ sich nicht vertreiben. De Witt hatte sich ein kleines Floß gezimmert und fuhr damit auf dem Teich nahe der Townhalle, bis es gegen einen unter dem Wasser befindlichen Baumzweig rannte. Durch die Wucht des Stoßes wurde, De Witt in's Wasser geworfen. Das Floß war weggeschwommen und er konnte sich nur mehr mit Mühe über Wasser halten, als der von allen verachtete Hund in's Wasser sprang und auf ihn zu fchwamm. De Witt legte einen Arm über den Rücken des Thieres, das sofort dem Ufer zuschwamm. Rover hat jetzt einen Herrn und ist nicht mehr der heimathlose, von allen verfolgte Hund. Ueberaus hart war das Urtheil, welches unlängst im Militärkreis des Ostens gegen einen Gemeinen gefällt wurde. Dieser, der im dritten Jahre diente und sich bis dahin gut geführt hatte, wurde, weil er sich ohne Urlaub von seinem Posten entfernt hatte, zur schimpflichen Ausstoßu.-. aus der Armee, zum Verlust sei? ganzen Löhnung, sowie zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt. Dieses Urtheil erschien auch dem General Chaffee viel zu hart. Er hob vor seiner Übersiedelung nah Washington die über den Soldaten verhängte Ausstoßung auf, ermäßigte die Gefängnißstrafe von neun auf zwei Monate und bestimmte, daß dem Manne nur zwei Monate lang je zehn Dollars von seiner Löhnung abgezogen werden sollten. Gleichzeitig verwarf er die Neigung der Kriegsgerichte, gleich mit so unbarm herziger Strenge vorzugehen gegen Soldaten, die sich nur eines einmal!gen Vergehens schuldig gemacht und deren früheres gutes Verhalten beweise, daß Ehrgefühl und Selbstachtung noch keineswegs ganz in ihnen ersterben seien. Das Kriegsamt in Washington hat die strafmildernde Entscheidung des Generals Chaffee und seine Gründe dafür aufrechterhal-ten.

Durch Taucher und eine Baggermaschine ist im Staten Island Sund auf der Höhe von Sewaren eine einen Werth von $100,000 repräscntirende Menge von Rohsilber und Blei, welche seit dem 27. September auf dem Boden der Fluth lag, gehoben und in Sicherheit gebracht worden. Das Metall kam auf einem Dampfer der Mallory Linie über Galveston aus mexikanischen Minen und war unterwegs vom East River nach den Werken der American Smelting & Refining Company in der Nähe von Perth Ambvy. Das Rohmetall war in 7.678 Barren auf dem Verdeck der Barke Harold" verladen, welche nebst dreizehn Canalbooten von einem Dampfer geschleppt wurde. Während der Nacht legte sich das Fahrzeug unter dem Gewicht des Metalls plötzlich auf die Seite und die ganze Masse, mit Ausnähme von 200 Stücken, rutschte in's Wasser. Das Schiff richtete sich sofort wieder auf und setzte seinen Weg fort. Erst als die Boote am Morgen an ihrem Bestimmungsorte ankamen, wurde das Verschwinden des Schatzes natürlich bemerkt, doch Jedermann wurde Schweigen darüber auferlegt. Die Sache wurde auch nicht ruchbar, und inzwischen wurden Nachforschungen im Wasser angestellt, die. wie bemerkt, von Erfolg gekrönt worden sind. Der versunkene Schatz wurde am 5. October gehoben. Das Metall tccz Blei und Silber. Das letztere macht volle Dreiviertel des Werthes aus. Drei gefährliche Ein brecher wurden dieser Tage in Paris im Keller des dem Verleger des Rapve!" gehörenden Hauses entdeckt und festgenommen. Sie waren alle mit Messern und Revolvern bewaffnet. In ihren Wohnungen fand man mehr als 3000 Fr. baares Geld und gestohlene Waaren in großen Mengen. Das Haupt der Bande, ein gewisser Hoornaher, genannt Morbec, erklärte, daß er und seine Freunde in den letzten Wochen 23.000 Franken gestohlen h'ätten. Mit Stolz gab er an, der Adjutont" des berühmten" Einbrechers Bicot de Montparno" gewesen zu sein. Besonders interessant aber war die Entdeckung eines GesellschaftsVertrages", den die Mitglieder der Bande feierlich unterzeichnet hatten und der strenge Vorschriften über GeHeimhaltung der Operationen etc. enthält. Die Geldstrafen werden an den Präsidenten gezahlt, de? sie zur Unterstützung von Genossen verwendet, die sich machen ließen", d. h. verhaftet worden sind. Andere Artikel des netten Gesellschaftsvertrages enthalten Angaben über bestimmte Straßen und Stadtgegenden, die von den Genossen zu meiden sind, da dort die Gefahr einer Verhaftung drohe. 2) j e H o lz h a n d l e r u n d C ap i t ä n e der Flößerdampfer' in Minnesota führen bittere Klagen über das Zunehmen des Stämmestehlens entlang dem Mississippi, welches trotz aller Wachsamkeit in dunklen Nächten ausgeführt wird, wenn die Flöße zuweilen anlegen müssen. " Während der letzten Monate sind ganze Stränge von Flößen abgekoppelt worden und spurlos verschwunden. Man glaubt, daß eine weitverzweigte, fest organisirte Bande besteht, die nicht weniger als 100 Mann stark sein mag. Es kann auch anders sein, denn das spurlose Verschwinden der Stämme läßt auf zahlreicheSchlupfwinkel in den Nebenarmen (Sloughs) des Flusses schließen, deren Zugänge sie vorsichtig zu verbergen wissen. Erst kürzlich wurde in der Nähe von Minneiska ein solcher Strang Stämme gestohlen und noch keine Spur davon gefunden. In der Regel sind sie mit einer wie ein Vergnügungsboot aussehenden kleinen Dampfyacht oder Launch versehen, bei Tage spioniren sie die Gelegenheit aus in der Nacht wird der Raub ausgeführt und in den Verstecken werden die Marken verändert, daß die Stämme nicht mehr zu erkennen sind, gewissenlose Sägemühlen sind dann ihre Abnehmer und Helfershelfer. Unt er den neueren Adreßbüchern des Landes ist Hauptsächlich eines bemerkenswerth, welches die Namen, Adressen und Beschäftigungszwcige aller Leute in den Ver. Staaten enthält, die mindestens $300,000 besitzen. Solch' Glücklicher giebt es nach dieser Zusammenstellung ungefähr 15.000. und man darf ja nicht denken, daß dieselben-alle in Städten wohnen, denn-sie verstreuen sich über das ganze Land. Ein großer Theil von ihnen wohnt in Verhältnißmäßig unbekannten Nestern und ihre Namen werden in Finanzkreisen kaum genannt. Natürlich ist dieses finanzielle Rothbuch von Amerika" in New 9)ork erschienen. Nicht weniger als 127 von seinen 386 Seiten sind dem Staat und der Stadt New Fork gewidmet, aber die anderen Zweidrittel beschäftigen sich mit den großen Vermögen an sonstigen Plätzen, wo eigentlich Niemand dieselben vermuthet. Ohne Zweifel wird das Adreßbuch manche Unrichtigkeit und vielleicht noch mehr Auslassungen enthalten, interessant bleiben jedoch immerhin seine Namensangaben insofern, weil man aus ihnen auf die Fähigkeit der einzelnen Nationalitäten und Rassen schließen kann, Geld zu erwerben und festzuhalten.

"tM t Die beste 5 Cent Cigarre in oer Stadt, Mucho'S Longfellow". .

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