Indiana Tribüne, Volume 27, Number 58, Indianapolis, Marion County, 29 October 1903 — Page 6
Jndiana Tribünc. 2 ). Oktober 1903.
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Europaische Nachrichten. Frovlnz Westfalen. Bochum. Der Redakteur der Bergarbeiterzeitung, Leimpeters, wurde wegen Zeugnißverweigerung zu 20 Mark Geldstrafe und 6 Wochen Haft verurtheilt. B r a m b a u e r. Zu der Pilzvergiftung in der Familie des Bergaröeiters BesjZzek, Colonie wohnhast, ist .chzut ragen, daß das erkrankte Kind !jch gestorben ist. Die Mutter des indes starb vorher. Fröndenberg. Bei einem sehr schweren Gewitter, das hier niederging, wurden 21 dem Gutspächter Eigelberg in Dellwig gehörige Schafe vom Blitz erschlagen. Gelsenkirchen. Bor einiger Zeit wurde bei Rellinghausen von Schnittern beim Roggenmähen eine Leiche aufgefunden und als Metzgermeister Robert Püttmann von hier rekognoszirt. Püttmann befand sich an dem Tage seines Verschwindens auf einer Geschäftstour und hatte eine größere Summe Geldes bei sich. Beim Auffinden der Leiche waren die Geldfachen verschwunden. Herford. Der hier zu Besuch weilende, 9 Jahre alte GymnasialOberlehrer Fritz Meier aus Burgsteinfurt erschoß sich in der Wohnung seines künftigen Schwagers, des Gerichtssekretär Vudde, unter den Linden, aus bisher unbekannten Gründen. Das am Steinweg gelegene, aus Fachwerk bestehende Wohnhaus des Fuhrmanns Friedrich Düker brannte bis auf den Grund nied:r. Paderborn. Dem Dompropste Präkaten Winaer. der sein goldenes Priesterjubiläum feierte, wurde durch eine Abordnung der städtischen Collegien eine Glückwunsch - Adresse üter-reicht.
3 o t h a. " " Frau Commerzienrath 5icrcr.ymi bat der hiesigen Stadt den Betrag von 72,000 Mark zu Wohlthätigkcitözwcäcn hinterlassen. In dem benachbarten Ort Metebach wurde ein schweres Verbrechen an der seit einigen Jahren von ihrem Gatten getrennt lebenden Frau Schmidt verübt. Man fand die Frau erdrosselt im Bett vor. Nack der gerichtlichen Untersuchung ist der Mörder durch ein Schiebefenster eingedrungen und hat das Haus nach vollbrachter That durch die Hausthür verlassen. Der Verdacht ist auf den Sohn eines angesehenen Einwohners des Ortes gefallen, der verschwunden ist. Harzgerode. Sanitätsrath Dr. Friedrich Polland feierte sein 60jähriges Arztjubiläum. Die medizitusch: Fakultät in Berlin erneuerte dem Jubilar das vor einem halben Jahrhundert erworbene Doktordiplom in ehrenvoller Weise. Raila. Im Dorfe hier schlug der Blitz in das Elschner'sche Gutsgebäude. tödtete dort mehrere Stück Vieh und setzte das Gut in Brand. Infolge des schnellen Umsichgreifens des Feuers wurden noch zwei weitere Häuser und fünf Scheunen in Asche gelegt. Weimar. Im Hause des Gelehrten Dr. v. Scheffler wüthete ein Schadenfeuer. Die Gemäldesammlung, die ganze reichhaltige Bibliothek und leider auch die dem Gebiete der Archäologie und der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts gewidmeten gelehrten Arbeiten Dr. Ludwig von Scheffler's, wie die vollständigen druckfertigen Manuskripte von drei weiteren Bänden des literarischen Nachlasses von Platen, mit dessen Herausgabe Dr. v. Scheffler beschäftigt ist, das Ergebniß jahrelanger Arbeit, wurden ein Raub der Flammen. Wittmar. Von einem schrecklichen Unglücksfalle wurde der Bergmann Stauffenbllkl auf dem Kaliwerk Asse" betroffen. Beim Schießen" (Sprengen des Gebirgs im Schachte) wurde durch einen unglücklichen Zufall der Oberkörper Stauffenbütls, besonders die Brust, vollständig verbrannt. Der Bedauernswert wurde sofort nach dem Krankenhause in Wolfenbüttel geschafft, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Er hinterläßt eine Frau und fünf Kinder. Sachsen. Dresden. Dem Maurerpolier Kürth in Vorstadt Löbtau, dem Glasarbciter Gebe! ebenda, und dem Glasarbeite? Paul in Vorstadt Naußlitz, ferner den pensionirten Glasarbeitern Rosenkranz und Haubold in Vorstadt Löbtau und dem pensionirten Zimmermann Pfütze in Vorstadt Naußlitz, die bei der Aktiengesellschaft für Glasindustrie vormals Friedrich Siemens hier in Arbeit stehen, bezw. gestanden haben, ist das tragbare Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden. E i b a u. Ein schwerer Unglücksfall hat sich auf der Bahnstrecke Oberoderwitz Löbau in der Nähe von Ruppersdorf am Bahnübergange beim Ortstheil Ninive ereignet. Als ein von Zittau nach Löbtau abgegangener Personenzug den genannten BahnÜbergang passirte, lim der Fuhrwerksbesitzer A. Priebs v.?n hier mit seinem mit zwei Pferden bespannten Wagen den steilen zum Bahnübergange führenden Weg hinuntergerast und fuhr gegen die geschlossene Barriere an, so daß diese zerbrach und die Pferde auf den Bahnkörper geriethen. In diesem Augenblicke kam der Zug herangebraust. Der Wagen wurde demolirt und die Pferde getödtet. Der Eigentbümer des 5?ubrwerks. Priebs. war
nach dem Unfall verschwunden und wurde von der Bahnwärtersfrau hinter dem Bahnwärterhäuschen todt aufgefunden; er hatte sich an einem Apfelbaume erhängt. Leipzig. Der Vorsitzende der Organisationen Sächsischer Vuchdruckerei - Besitzer Julius Mäser feierte sein LSjährigeö Geschäfts - Jubiläum. M y l a u. Ter Vetriebleiter des städtischen Eelektricitätswerles, Fährmann, war damit beschäftigt, eine elekirische Bogenlampe anzubringen, als er vlitlich mit der Leiter auf - den Erdboden stürzte. Er starb auf dem Transporte in seine Wohnung. Rossen. In der Wohnung seiner Eltern erhängte sich der 18jährige Sohn des Maurermeisters Fiedler. R o ß w e i n. Unter Antheilnahme seiner gesummten Mitglieder beging der hiesige Militärverein sein 40jähriges Vereinsjubiläum durch eine Feier. Scheibenberg. Gasthof zum Feldschlößchen, Gastwirth Kämpfe gehörend, brannte nieder. Das Vieh, sowie ein ansehnlicher Theil des Mobiliars konnte noch in Sicherheit gebracht werden. Wassermangel erschwerte die Löscharbeit sehr. Tannenberg. Auf einer Wiese todt aufgefunden wurde der Schuhmachermeister Ficker. Der Leichnam hatte am Kopfe eine Wunde. Es ist bisher nicht ermittelt, ob Ficker verunglückt oder ob an ihm ein Verbrechen verübt worden ist. Der Mann hinterläßt eine zahlreiche Familie. T h u m. Die am Marktplatze gelegenen Häuser des MaterialwaarenHändlers A. Fischer und der Schneidersehefrau Martin brannten nieder. Un ter wür schnitz. Das 2jährige Töchterchen des Ziegeleia'rbeiters Hohenberger fiel beim Spielen in den Dorfteich und ertrank. W a l d h e i m. An Pilzvergiftung verstarb hier der 11 Jahre alte Schulknabe Müller. Er hatte mit seinen Angehörigen Pilze und dann noch allein einige unreife Pflaumen gegcfsen.Seine Angehörigen befinden sich wieder wohl. i e ffen arrnftaM. D a r m st a d t. Der 61jährige Landwirth Chr. Büttner, Ruthsstraße 4 hier wohnhaft, wurde in seiner Hofraite von seinem Pferde beim Anschirren derart an enKopf geschlagen, daß c? nicht mehr zur Besinnung kam und seinen Verletzungen erlag. Das Ehepaar Eduard Homberger feierte die silberne Hochzeit. A l s f e l d. Selbstmord beging der an Nervosität schwer leidendeLand Wirth Kreuter, indem er sich zwischen Kartorf und Ober - Gleen in den Gleenbach stürzte. Vingen. Der 54jährige ledige Schuhmacher Gundlach wurde in seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Die Motive, welche den Mann zu diesem Schritt veranlaßten,. sind unbekannt, da der Mann in geordneten Verhältnissen lebte. Gießen. Kanzleirath Demuth trat in den wohlverdienten Ruhestand, nachdem er 63 Jahre im Dienste der Stadt unter zwölf Stadtoberhäuptern gestanden hat. 1824 geboren, trat er bereits 1840 in städtischen Dienst und war stets ein treues und gewissenhafter Beamter. Hahn. In hiesiger Gegend fand die 200jährige Gedächtnißfeier der Erbauung der hiesigen Kirche statt, welche Landgraf Ernst Ludwig von Hessen errichtet hat. Heppenheim. Barbier Götz ging, von Kirschhauscn kommend, statt durch die Stadt oberhalb derselben den Mühlbach entlang, fiel in denselben und ertrank. Mainz. Der vor fünf Jahren wegen Lustmordes an einem lljährigen Mädchen in Darmstadt zum Tode verurtheilte Deserteur Weygand, der damals aus dem Gefängniß entfloh, ist verhaftet worden. Er hat in der Zeit der Fremdenlegion in Afrika gedient, nahm auch ar dem Kampfe in China theil, wo er wieder desertirte und nach Deutschland zurückkehrte. Er hielt sich seit seinerAnkunft in Deutschland stets im Freien auf, wodurch es ihm möglich war, sich so lange der VerHaftung zu entziehen. R e n d e l. Auf dem Speicher erhängt aufgefunden wurde der siebzigjährige Landwirth Köttcr; LebensÜberdruß soll die Ursache des Selbstmordes sein. S t o ck st a d t. Auf der Hahnlachmühle" hiesiger Gemarkung wurde der 21jährige Sohn des Schlossermeisters Hoffmann in Crumstadt von der Transmission des Betriebes erfaßt und getödtet. Wanern. München. Aus bisher unbekannten Gründen erschoß sich der Kanonier Porucker des 1. Fußartillerie-Detache-ments mit dem Jagdgewehr eines Officiers. In einem Hause an der Forstenriederstraße versetzte der ledige Dienstknecht Simon Nißl aus Zorn darüber, daß er mit seiner Hauswirthin, der Tagelöhnerswittwe Marie Hornwieser, Streit gehabt hatte, dem 42 Jahre alten Mädchen der Hornwieser mit einem grifffesten Messer zwei Stiche in den Unterleib, so daß die Gedärme herausdrangen. Das Kind verstarb; Nißl wurde verhaftet. A l t d o r f. Der verheirathete Scklosser N. Weitmann aus Nürnberg, der bei den Siemens - SchuckertWerken in Beschäftigung stand, hat sich hier in offenbar selbstmörderischer Absicht durch einen Schuß tödtli'che Verlenunaen beigebracht, nachdem er vor-
her sein dreijähriges Zlind und leine Frau ebenfalls schwer verletzt hatte. Augsburg. Straßenarbeiter Graf, der damit beauftragt war, komwende Fuhrwerke zu warnen, gerieth unter, die Straßenwalze, die ihm den Unterleib total zerquetschte. Der Schwerverletzte starb im Krankenhaus. Er hinterläßt eine Wittwe und ein Kind. E g g m ü h l. In der hiesigen Station wurde beim Rangiren eines Güterzuges Stationsdiener Joseph Scharpf durch Ueberfahren lebensgefährlich verletzt. Er starb nach kurzer Zeit. Grafenrheinfels. Der ledige Agent Ludwig Koob spielte in der Wohnung seiner Miethgeberin mit einem scharf geladenen Revolver. Plötzlich krachte ein Schuß und die Frau, eine Wittwe Kunigunde Weber, 45 Jahre alt, sank, in die Brust getroffen, schwer verletzt nieder. Da die Kugel Lunge undLeber durchbohrt hatte, war die Verletzte bald eine Leiche. L e ch b r u ck. Ein in Geschäftskreis sen weithin bekannter Mann, der 60jährige Holzhändler und Floßmeister Knappich von hier, wurde in seinem Fabriklokal todt aufgefunden. Ein Herzschlag hatte seinem Leben inmitten rastloser Arbeit ein jähes Ende bereitet. M i e s b a ch. Der verheirathete Bauer EngelbertScheidl von H'öhenau, der erst kürzlich wegen SittlichkeitsVerbrechens aus dem Gefängniß entlassen wurde, feuerte auf seine Frau vier Revolverschllsse ab. Die Unglückliche liegt lebensgefährlich darnieder. Der Thäter ging flüchtig. N ö t t i n g. Im Stadel des hiesigen Mühlbauern brach Feuer aus, dem in kurzer Zeit die reichgefüllten Scheunen mit etwa 60 Schober Getreide, 200 Centner Heu, mehrere Centner Hopfen und sämmtliche Baumannsfahrnisse zum Opfer fielen. Bei dem herrschenden Wassermangel konnten die rasch herbeigeeilten Feuerwehren die schwer bedrohten Nachbargebäude nur mit Mühe retten. Das Feuer soll durch Kinder entstanden sein. O d e r d i n g. Die bei ihrem Sohne lebende Wittwe Marie Sporer feierte in völliger geistiger Frische ihren 100. Geburtstag. Prüfening. Eugen Pfannenstiel, der frühere Sekretär des Fürsten von Bulgarien, ist hier an Lungenschwindsucht gestorben. Der Prozeß Pfannenstiel in München wegen Betrug? erregte seinerzeit großes Auf-sehen.
Schwarze Seiden st offe zu reinigen. Das Folgende ist ein ebenso einfaches als bewährtes Versahren, schwarzseidene Kleidungsstücke, Tücher, Cravatten u. s. w. zu reinigen. Zuerst wird der Stoff mit einem guten, wollenen Lappen abgewischt und nötigenfalls vorsichtig ausgeklopft, um den Staub zu entfernen. Dann wird der Gegenstand auf einen Tisch ausgebreitet und mit heißem Kaffee, der durch ein Seihen von allem Satz befreit, mittels einesSchwammes sorgfältig auf der rechten Seite abgerieben. Der Stoff wird dann etwas getrocknet und auf der verkehrten Seite gebügelt. Wo das letztere nicht möglich ist. muß beim Bügeln ein Tuch aufgelegt werden. Der Kaffee nimmt alle Flecken und Uneinigkeiten fort und stellt den natürlichen Glanz der Seide wieder her, wie dies keine andere Flüssigkeit thut. Die Seide scheint in der That durch dies Verfahren dicker zu werden und diese Wirkung ist dauernd. Das Nachtheilige bei diesem Verfahren ist nur, daß der Kasfee einen unangenehmen Geruch hinterläßt, der sich aber mit der Zeit verflücWgt. Mit starkem Thee erzielt man dasselbe Re sultat. ei Reinigung ver Po:st e r m ö b e l werden, aus Unkenntniß oder Unachtsamkeit, zuweilen grobe Fehler begangen, die Schuld daran sind, daß der größte Feind aller Polster, die Motte, nicht ganz zu vertilgen ist. Zunächst beachtet man bei der Reinigung viel zu wenig die meist wollenen Quasten, Garnituren undSchnüre. Gerade sie sind ein bevorzugter Brutort der Motten. 'Nachdem das betreffende Möbel ausgeklopft ist, vergesse man niemals, es umzudrehen, und staube auch das Innere gut aus.. Namentlich hole man die Staubflockenansammlungen hervor, die sich in den Ecken bilden, und verbrenne sie sofort, da in ihnen sich meist Mottenbrut befindet. Zwischen die Federspiralen klemme maz. zusammengeballtes Zeitungspapier, das man vorher mit einem nicht zu stark riechenden Mottenschutzmittel befeuchtet Hai. Als solches ist cmpfehlenswerth eine Auflösung von 1$ Unze Kampher in 14 Unzen Terpentinöl, dem man einen Auszug von weißem, gestoßenem Pfeffer, eine halbe Unze in 7 Unzen denaturirtem Spiritus, zusetzt. Beide Flüssigkeiten werden jede für sich mit ihrer betreffenden Jngredienz angesetzt, und erst nachdem sich der Kampher im Terpentinöl gelöst, das Pfefferpulver nach einigen Tagen, an einem warmen Ort stehend, vom Spiritus ausgezogen ist, zusammengegössen. Das gereinigte Möbel bringt man natürlich sogleich auf die Seite, damit es nicht bei der Reinigung der später in Arbeit genommenen Stücke nnn Neuern cinstnuftt Heirat!? sgclucli. Junger Fabrikant, stattliche Erschcinung, sucht Lebensgefährtin. Verlangt wird eine Mitgift von 100.000 Merk und Erstattung der Jnfertions- ) kosten.
vi 15 nri cyavzgung rur seine während der Chinawirren zerschossene Uhr ließ dieser Tage Kaiser Wilhelm durch das Reichs - MarineAmt dem städtischen Vollziehungsbeamten Röhl in Kyritz die Summe von 50 Mark zugehen. Röhl wurde bei Erstürmung des Taku - Forts von einer feindlichen Kugel getroffen, die seine Taschenuhr in der Westentasche zertrümmerte; die Uhr ist somit der Lebensretter des braven Chinakämpfers gewesen, welcher nur leichte Verletzungen erlitt. Dem Pariser Heeresmuseum wurde dieser Tage ein Dokument geschenkt, das in seiner Art einzig dasteht: die Nummer einer Zeitung mit dem Titel Ballon Poste", die in Paris im Jahre 1870 wäbrend der Belagerung gedruckt wurde. Das interessante Blatt liefert bemerkenswerthe Nachrichten über Ereignisse jener Tage, die wenig bekannt waren. Der Herausgeber des Blattes, Gabriel Richard, zeigt darin an, daß das Blatt, das auf den Umfang eines gewöhnlichen Briefes gebracht werden konnte, durch die Ballons, die während der Belagerung von Paris abgelassen wurden, in die Departements geschickt wurde. Dieser Zeitungsdienst arbeitete in der That mit einer bemerkenswerthen Geschwindigkeit. Das jetzt bekannt gewordene Exemplar stammte von einem Ballon, der in Tours gelandet war. Als Lockspeise für Abonnenten veranstaltet die Mailänder Zeitung Secofo" eine Art Lotterie und verspricht ihren treuen Abonnenten als großes Loos ein Mailänder Zinshaus im Werthe von 190,000 Lire und außerdem eine stattliche Reihe von Nebentreffern. Für 18 Lire jährlich erhält man also die täglich erscheinende Zeitung und hat auch die Chance, dreistöckiger" Hausbesitzer zu werden. Das Geheimniß dieser Freigebigkeit liegt in dem Verhältnißmäßig geringen Umfang der italienischen Journale überhaupt, die nur einmal täglich erscheinen und kaum drei Seitm Text enthalten, und dann in der durch diese verführerischen Lockspeisen thatsächlich außerordentlich vermehrten Anzahl der Secolo"Abonnenten, die von 40.000 auf 150,000 gestiegen sein soll. Der Inhalt des Blattes und damit die Spesen seiner Herstellung haben sich nicht vergrößert. So bietet denn der Socolo" einen ansehnlichen Theil seiner Mehreinnahmen den Abonnenten als Geschenk, nicht ohne die begründete Hoffnung, das zweite Hunderttausend zu überschreiten, indem er in berechnender Weise auf die Spielwuth und Gewinnsucht der Masse spekulirt. JneinemClubzuWiesbaden wetiete ein dort zur Kur lebender englischer Officier um 500 Mark, mit jedem Pferde über den Rhein schwimmen zu wollen. Der Engländer miethete sich bei einem Pftrdehandler ein Pferd und trabte dem Rhein zu. In der Nähe von Mainz trieb der sonderbare Herr, nachdem er sich recht fest in den Sattel gesetzt hatte, das Pferd in den Strom. Selbstverständlich hatte das Thier mit den Wellen stark zu kämpfen, und sicherlich wären Roß und Leiter elendiglich zu Grunde gegangen, wenn der ganze Vorgang nicht vom Ufer aus beobachtet worden wäre. Man nahm an, es entweder mit einem Selbstmörder oder mit einem Geistesgestörten zu thun zu haben. In der letzteren Annahme wurde man noch bestärkt, als der Engländer den schleunigst unternommenen Rettungsversuchen Widerstand entgegensetzte und auf seine Retter aus Leibeskräften schimpfte und fluchte. Mit Gewalt gelang es schließlich, nachdem man dem Herrn die Zügel und Steigbügel durchschnitten hatte, Roß und Reiter an Land zu bringen. Der herbeigerufenen Polizei versuchte derEngländer klarzumachen, daß die ganze Sache sie gar nichts angehe, und ist fest entschlossen, nochmals zu versuchen, seine Wette zu gewinnen. I n großen Schrecken wurden letzter Tage in den SpätnachMittagsstunden ' die Bewohne? Eisenachs durch einen weithinschallenden Kanonenschuß von der Wartburg und durch die unmittelbar darauf folgenden Hornzeichen der Feuerwehr gefetzt. Die Kunde: Es brennt auf der Wartburg!" Pflanzte sich bald von Mund zu Mund und wurde von den eilig dahinlaufenden Feuerwehrleuten bestätigt. Es stellte sich aber heraus, daß es sich nur um blinden Lärm" handelte, der von dem eigens von Weimar gekommenen Landesbrandmeister von Conta angeordnet worden war und die Wirksamkeit der Wartburgwasserleitung und die sonstigen feuerbekämpfenden Anlagen und Geräthe der Burg prüfen sollte. . Der Versuch gelang auf das Beste. Kurze Zeit nach dem Alarm waren gegen 50 Feuerwehrleute an Ort und Stelle. Es war angenommen worden, daß
durch einen Blitzschlag ein Theil des! Rltterhauses und durch Flugfeuer auch die Wirthschaft in Brand gerathen sei. Da durch die weitere Annähme eines Rohrbruchs der Vorzuglichen Wasserleitung die Bekämpfung des Feuers durch diese eingestellt werden mußte, traten sofort zwei Handspritzen in Thätigkeit Die Uebungen zeigten, daß allesMögliche zur Sicherheit der ehrwürdigen Burg bei Feuersaefahr gethan ist.
Auslänolschc Studmlcn in Paris. klbncl,r,ense Frequenz und die Ursachen. Franzosen in ?cuN-lanö. Eine interessante Uebersicht über die Abnahme der in Frankreich Medizin studirenden Ausländer veröffentlickii die Gazette Mcdicale de Paris." Danach betrug die Zahl der ausländischen Mediziner in Paris im Jahre 195 noch 1137, während sie in diesem Jahr auf 585 zurückgegangen ist. Das französische Blatt sieht die Ursache darin, daß es einmal der Pariser Fakultät an den nöthigen wissenschaftlichen Kursen ütv: d'.: Einzeldisziplinen der Medizin fehle, daß es ihr ferner an verschiedenen Lehrern von Ruf mangle, die unbedingt der Fakultät angehören sollten, und daß endlich die Erwerbung des französischen Diplom S unnöthigcr Weise für den Ausländer erschwert werde. Was die Abnahme von deutschen Studeuten an der Pariser Universität anbetrifft, so liegt der 5auptgrund wohl nicht in der Verschlechterung der sranzösischen Verhältnisse, sondern in der Verbesserung der deutschen; gerade in den letzten Jahren ist in Deutschland außerordentlich viel gethan worden, umdie wissenschaftliche Spezialforschung in der Medizin zu fördern. Es sind sow,l zahlreiche neue Lehrstühle geschaffen worden, wie mustergiltig? wissenschaftliche Institute für medizinische Sondcrgebiete errichtet worden. Bemerkenswerth ist es, daß lT-.an in Frankreich vorschlägt, den Ausländern den Besuch der heimischen Universität, ten zu erleichtern, während man sich in Deutschland bemüht, die Ausländer nicht überHand nehmen zu lassen. So ist denn auch die Zahl der an deutschen Universitäten gegenwärtig studirenden Franzosen sehr gering. Es waren in Sommersemester 1903 überhaupt nur 40 Franzosen immatrikulirt, und zwar zählten Berlin 13, Leipzig 6, Bonn und Gießen je 4, Freiburg und München je 3. Heidelberg und Würzburg j? 2, Breslau, Erlangen und Göttingen je 1. An den andern deutschen Universitäten waren keine französischen Studenten. Von diesen 40 studirten nur 3 Medizin, und zwar je 1 in Freibürg, Gießen und Leipzig. Ter Löwe auf dem Qktoberfcft. Ein Löwe, der aus einer Menagerie in München entsprang, spazierte dort gemüthlich auf den aroßen Platz, wo zur Zeit das OktoSerfest stattfand. Der mit Buden besetzte Platz war zahlreich besucht. Der Löwe brüll!e und starrte auf die wie besessen davonstürmenden Leute, ohne auch nur den Versuch zu machen, Jemanden anzurühren. Eine oder zwei Minuten lang hatte der Löwe den Platz ganz für sich, und er legte sich unier einem Wagen nieder. Ein Wärter kam und wollte den Löwen in seinen Käfig zurückspediren, aber das Thier suchte sich dann einen anderen Theil des Platzes aus. Später kamen zahlreiche Angestellte der Menagerie herbei, bauten eine Barrikade von Kisten, Thüren und Brettern um den Löwen und brachten einen Käfig mit einem jungen Köwen herbei, um den alten zu locken. Aber dieser bekundete nich das geringste Interesse für das Baby," kroch durch die Barrikade und spazirte wieder auf dem Platze umher. Um diese Zeit war eine starke Polizeimacht mit Gewehren auf dem Schauplatz erschienen, und es wurden Vorbcreitungen getroffen, um den Löwen zu tödten, als eine Portion frischen Fleisches in den Käfig geworfen wurde, in den dann der Löwe eintrat. So konnte endlich der Käfig mit dem Gefangenen in die Menagerie zurückgerollt werden. Tcr Hofjudc." In Wien, so schreibt ein dortiges Blatt, wurde neulich ein Mann zu Grabe getragen, der trotz seines bescheidenen Vcetiers, des Handels mit alten Kleidern, durch mehrere Dezennien mit dem kaiserlichen Hofe in, allerdings recht losen, Beziehungen stand. Ter Verstorbene war Adolf Barach, Kleiderhändler und mit kaiserlichem und königlichem Hofdekret angestellter Hofjude." Dieser Titel verleiht dem Inhaber das Recht, sich ohne vorherige Anmeldung in den Häusern, in denen die kaiserlichen und königlichen Lcibgarden untergebracht sind, einzufinden, um die abgelegten Uniformen zum Verkaufe zu übernehmen. Länger als 30 Jahre hat Barach in seiner Eigenschaft als Hofjude" in regelmäßigen Zeitabständen die Gardchäuser besucht, und manch' goldstrotzende Uniform, die unter den Kronleuchtern der Hofburg gefunkelt, ist durch seine Hände gegangen. Entflohene Verbrecher. Zwei russische Banditen, die dieser Tage über die deutsche Grenze gebracht und ausgeliefert werden sollten, sind auf dem Eisenbahntransport entflohen. Sie kamen von Greifswald, Provinz Pommern, und sollten auf dem Bahnhof Kreuz an russische Polizeibeamte übergeben werden. In der Nähe der Station Waldowshof sprangen beide Verbrecher, bevor die sie begleitenden Transporteure es zu hindern vermochten, aus dem Wagenabtheil hinaus. Die Flucht ist ihnen geglückt, obwohl sie mit einer starken eisernen Kette aneinander geschlossen waren. Der eine scheint bei dem ,Sprung Verletzungen davongetragen zu haben, doch wurde er von seinem Spießgesellen auf der weiteren Flucht unterstützt. Als der Zug zum Halten gebracht worden war. konnte man trotz eifrigen Suchens der Flüchtlinge nicht mehr habhaft werden.
