Indiana Tribüne, Volume 27, Number 58, Indianapolis, Marion County, 29 October 1903 — Page 5

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Jndiana Tribüne, 29. Oktober 19o;;.

ZVald55"chiUcZizcn. Clizze von Georg von der Gaöelentz. m Unweit der Grenze. N?o der Wald ein schmales Wiefenthal umklainiert hält, liegt an einen klaren Bache das ZZorsthaus von Wintcrsberg. Den Ort selbst kann man nicht sehen, wohl eine Stunde weit muß man das Thälchen hinab und durch dichten, dunkeln Fichtenwald gehen, ehe man die ersten, strohgedeckten Häuser des Dorfes erreicht. Hinter der also abgelegenen Försterei steigen in sanften Hängen die Berge empor, die sich bis tief nach Böhrnen hineinziehen, von meilenweiten Waldungen bedeckt. Grünes Moos hat denBoden überwuchert und dämpft den Ton der Schritte. Fast manneshohe Farnkräuter wachsen in den feuchten Gründen, ihre breiten Wedel halten mit den verschlungenen Aesten des üppigen Unterholzes die Sonne und das Licht vom Boden fern, der auch im trockensten Sommer feucht bleibt und einen starken Erd- und Modergeruch ausströmt. Nur wenige der Holzabfuhr dienende Wege führen durch diesen Bergwald; er ist einsam und still. Man hört in seinem Schatten oft stundenlang keinen anderen Laut als hier oder da an einem hohlen Stamme daZ ungeduldige, kurze Hämmern des Spechtes oder den hcrausfordernden Schrei eines über den Wipfeln kreisenden Raubvogels, dazwischen das eintönige, leise Rauschen der Baumkrönen, wie ferne Meeresbrandung. Die kleinen Fenster der Försterei blicken freundlich zwischen grünen Laden über den wohlgepflegten Garten und die schmale Wiese nach dem jenscitigen Waldrand. Das Geweih eines starken Zwölfenders prangt zu Häupten der Hausthür, wilder Wein rankt sich am hohen Seitengiebel in die Höhe. Es ist ein warmer Herbstabend. Am Bache spielen die beiden Kinder des königlichen Försters Wohlfahrt, ein Knabe von sieben und ein Mädchen von fünf Jahren. Sie haben helles Haar, rothe Backen und lustige Augen. Der Knabe hat sich aus einem Stück Kiefernrinde ein kleines Boot geschnitzt und zieht es hinter sich an einem Bindfaden durch's Wasser. Das Mädchen wirst fröhlich lachend mit kleinen Steinchen nach dem ' Fahrzeug und freut sich, wenn das Wasser hoch aufspritzt und des Bruders Anzug und Hände benetzt. In der Wohnstube des Forsthauses sitzt indessen die Mutter der Kleinen mit einer Handarbeit am Fenster und schaut von Zeit zu Zeit hinaus, was ihre Lieblinge auf der Wiese treiben. Die junge Frau, blond und blauäugig wie ihre Kinder, unterhält sich mit dem Briefboten, der aus Wintersberg dreimal in der Woche nach dem Forsthause kommt und die einzigen Nachrichten aus der Welt in die Waldcinsamkeit bringt. Der alte, graubärtige Bote hat am Tische Platz genommen, dieBrieftasche und den schweren Stock in die Ecke gelegt und schlürst langsam den Kaffee, den ihm die Frau Försterin zu reichen pflegt. Sie sind allein im Zimmer, denn der Förster ist noch nicht aus dem Reviere heimgekehrt, und die alte Magd hackt hinter der Hause das Reisig für den Winterbedarf. Nun sprechen Sz von diesem und jenem, was draußen in der Welt vorgeht, außer der Foistzeitung wird kein Blatt in der Försterei gehalten. Wissen Sie auch, sagt plötzlich der Briefbote, und blickt scharf nach der jungen Frau hinüber, daß der Franz Horka wieder raus ist aus dem Zuchthause? Vor vierzehn Tagen etwa haben sie ihn entlassen. Die junge Frau läßt erbleichend ihre Arbeit fallen. Was sagen Sie, der ist wieder frei? Er ist doch nicht mehr in der Gegend? Der Bote zuckt mit den Achseln, er weiß, der Wilderer ist einst ein hübscher Bursche gewesen, und die Leute munkeln, daß er das junge Mädchen geliebt hat, ehe sie des Försters Frau wurde. Glcichmüthig trinkt er seine Tasse aus, dann setzt er sie langsam auf den Tisch zurück, und wischt sich den Mund mit dem Rücken der sonnverbrannten Hand. Endlich entgegnet er, nach der jungen Frau hinüberschielend: Je nun, wo er steckt, wird er wohl hier herum Niemand sagen, er wird sich schön hüten, hier hat er ja keine Freunde. Eigentlich schade um den Kerl, es war ein schneidiger Bursche! Ich denke immer, er wird sich hinüber in's Böhmische geflüchtet haben. Vielleicht hat er's Wildern nun satt. Glauben Sie wirklich? fragt die junge Frau, ihre Augen sehen ängstlich und erwartungsvoll nach dem Voten hinüber. Es ist ihr peinlich, daß jener sie so zu beobachten scheint. Mein Gott, sie war ja damals noch ein halbes Kind! Wer kann's wissen, antwortet ihr Gast, man steckt eben nicht in den Men sehen drin, man weiß nicht, was sie so denken. Ich meine aber, Sie brauchen deswegen noch keine Furcht zu haben. Daß das ihr Mann aber nicht erfahren hat? Dem wird's gerade keine Freude sein, sie waren sich ja niemals Freund. Frau Wohlfahrt schaut grübelnd zum Fenster hinaus, ohne doch auf ihre Kinder zu achten.. Der Bote aber hängt seine Brieftasche wieder um, erreift den Stock und geht nach kurzem Dunk über die Wiese heimwärts dem Ausgang des Waldes zu. Die junge Frau, die ihre Arbeit nicht wieder aufgenommen hat, erhebt sich nach einiger Zeit, ruft ihre Kinder

herein, entkleidet sie und l.'gt sie zu Bett. Die Kleinen mochten weinen, daß sie nicht länger draußen am Bache spielen dürfen. Dann tritt sie unter die Thür und wartet und horcht hinaus. Sie hört noch immer nicht den wohlbekannten Schritt ihres Mannes, wo mug er heute so lange bleibend Aufgeregt preßt sie die Hand auf das klopfende Herz, gern würde sie sich selber Muth zusprechen, aber sie vermag es nicht, die Nachricht des Briefboten hat sie mehr erschreckt, als sie selbst es sich eingestehen möchte. Es war ja nur Spielerei, sie hat den Franz nie geliebt, aber er? Sie wartet und horcht hinaus. Droben auf den Höhen, die der grüne Mantel des Forstes deckt, ist es so still, kein Axischlag dringt zu ihr hinab, kein Zuruf eines Holzarbeiters, nicht einmal der Schrei eines Habichts, auch der Wind schläft über den Wipfeln. Die Einsamkeit und das Schweigen sind so unheimlich. Zögernd geht sie in's Haus zurück. Wäre sie schuld an dem gegenseitigen Hasse der beiden Männer? Wenn doch der Franz die Gegend verlassen wollte, sie wird nicht eher ruhig werden, als bis sie das weiß! Gebe Gott, daß er nicht draußen ihrem Manne begegnet! Es ist Abend geworden, und der neugierige Mondschein schleicht durch den Wald, mit weißen, starren Augen. Ein schwarzer Vogel hebt sich schwer von einem der obersten Aeste der Heerbornfichte auf und streicht mit langsamen Flllgelschlägen tiefer hinein in's Dunkel. Die Fichte steht schon seit Jahrhunderten oben an der Wegekreuzung, wohl eine Stunde von der Försterei entfernt, sie hat ihren Namen von einer Quelle an ihrem Fuße, dem Heerborn. Die Quelle ist in Stein gefaßt, und ihr kaltes Wasser läuft gurgelnd, unsichtbar unter dem Epheu dahin, der halbverfallenes Gemäuer deckt. Weiter hinab trinken Farnkräuter, weit vorgebeugt, aus dem kleincn, klaren Bache, wie aus silberner Schale. Herbstrothe Blätter bricht rings der leise Wind von den Buchenzweigen, wirft sie wie ein muthwilliges Kind über den Boden hin oder trägt sie empor und schichtet sie dann wieder spielend zu Haufen zusammen. Das grelle, gespenstisch bleiche Mondlicht und sammtschwarze Schatten liegen hart und unvermittelt nebeneinander. Dumpfes Schweigen unter den Bäumen. Da knackt und knickt kurz und scharf ein trockener Ast. Es bewegt sich etw.as. Ein schwarzer, kurzer Schatten schiebt sich über einen vom Mond hell beschienenen Streifen am Boden. Einen kurzen Augenblick blitzt ein Gewehrlauf unter den Bäumen auf, die dunkeln, undeutlichen Umrisse eines Mannes werden sichtbar und verschwinden gleich' wieder in der Nacht. Der Mann hockt geduckt hinter einem großen Blocke, nur sein struppiger, schwarzer Vart ist sichtbar und seine funkelnden Augen unter dem breitkrempig::: Hute. Es ist Franz Horka. der aus dem Zuchthause entlassene Wilderer. Auf die Lichtung vor ihm muß der starke Hirsch austretcn, den er im feuchten Lehme des Weges gespürt hat. Von hier bis zur Grenze sind nur wenige Schritte, da wird er das Wild leicht bergen, und der Hirsch wird Geld bringen! Wenn cr nur bald kommt! Es bricht im dichten Unterholze, noch ein Augenblick, da tritt, vorsichtig, sichernd, der Hirsch aus dem Walde heraus, ein starker Sechzehnender. Der Hirsch zieht langsam äsend quer über die Lichtung. Wenn er noch fünfzig Schritte näher ist, dann wird Horka schießen. Er zielt zur Probe nach ihm hin. denn er fürchtet schon auf dem Zuchthause aus der Uebung gekommen zu sein. Aber seine Hand ist noch so ruhig wie vordem. Was hat das Thier? es bleibt plötzlich stehen und hebt den Kopf, dann schreitet es einige Schritte in entgegengesetzter Richtung, wieder zurück woher es gekommen. Der Wilddieb schiebt sich Zoll ftfr Zoll hinter dem schwarzen Steinbocke hervor und seineAugen spähen lauernd umher. Halt! dort, was ist das? Bewegte sich nichts? Rasch duckt er sich nieder. Sein Blick bohrt sich durch die mondhelle Nacht nach einem dunklen Flecken hinter einigen niederen Fichten. Das ist kein Busch, kein Thier, das ist ein Mensch! Dem Wilderer klopft das Herz, er vergißt den Hirsch, er denkt nur an den anderen, der gleich ihm dort auf der Lauer steht. Der andere ahnt nichts von seiner Nähe, sonst stände er nicht so ruhig und blickte nicht unverwandt nach dem Hirsche. Jetzt kommt der drüben in den Bereich des Mondes. Des Wilderers Finger krallen sich um den Schaft der Büchse, seine Lippen öffnen sich zu einem Fluche, und in seinen Augen flackert unheimliches Feuer. Der Mann, der nur zweihundert Schritte von ihm entfernt steht, ist sein Todfeind, der Förster Wohlfahrt! Er irrt sich nicht, er sieht's genau! Nun gilt's, mit dem eine Rechnung zu begleichen! Der soll ihm das Zuchthaus und noch etwas anderes bezahlen, theuer bezahlen! Aber die Entfernung ist noch zu groß, das Licht zu unsicher, da muß er näher heran. Vorsichtig rückt er seinen Körper ganz hinter dem Steine hervor und schiebt ihn in den breiten und langen Schatten,

ven die zgeervcrnstchte über das mevrige Unterholz wirft. Jetzt würde man auf zwei Schritte feine Gestalt nicht erkennen können, so schwarz ist es hier! Er späht um den rauhen Stamm der Fichte herum, dort sieht noch, immer der Förster, er weiß es nicht, daß sich sein schlimmster Feind näkher und näher an ihn heranschleicht. Da schreckt Franz Horka zusammen, von den Aesten der alten Fichte klang es wie Weinen und Winseln. Zwei EichHörnchen jagen sich im , Dunkel der Zweige. War es das schlechte Gewissen, das ihn so schreckhaft machte? Ach was. Gewissen! Warum hat der ihm das Mädel weggeschnappt, das sich doch ihm versprochen rju.ie! Auch der Förster muß die Thiere gehört haben, denn er wendet einen Augenblick den Kopf und horcht. Aber er beruhigt sich wieder. Der Wilderer verfolgt jede seiner Bewegungen, mit dem Kopse unter einem Büschel Farnkräuter versteckt. Nun ist es wieder todtenstill geworden, nur Horka klopft das Herz fast hörbar, in wenigen Minuten muß sich's entschieden haben! Sie soll an ihn denken, die stolze Frau Försterin! Jetzt ist er gezwungen, die Deckung hinter der starken Fichte zu verlassen und von Stamm zu Stamm sich heranzuschleichen. Er sieht nicht mehr nach dem Hirsche, was kümmert ihn der, sein Auge hängt nur an seinem Feinde. Der Haß schnürt ihm an der Kehle. Langsam schleicht Horka näher, Zoll für Zoll, immer näher! Schon erkennt er die grüne Dienstmütze des Beamten, der die Büchse schußbereit im Arme trägt und noch immer nur nach dem Hirsche auf die Lichtung schaut. ' Nun ist er nah genug heran. Der Platz ist gut gewählt, gegen die helle, mondübergossene Lichtung kann er Wohlfahrt deutlich erkennen. Es sind keine hundert Schritte mehr. Aber liegend kann er nicht gut zielen, die hohen Farrenkräuter sind etwas im Wege, so richtet er sich vorsichtig mit der schwieligen Hand an einem dünnen Buchenstämmchen auf. Unverwandt hält er den Blick auf seinen Feind gerichtet. Plötzlich stößt er mit dem Kopf an einen trockenen Ast, er bricht ab mit hellem Knacken. Verdammt! Im Nu fährt der Förster herum. Jetzt heißt es treffen! ' Franz Horka reißt die Büchse vom Boden empor und an die , Wange, sie verhakt sich an einem der kleinen Buchenzweige, aber schon hat er den Gegner auf dem Korn, der Finger krümmt sich am Abzüge. Ein scharfer Knall unterbricht jäh die Stille, dem um eine halbe Sekunde später ein zweiter folgt. Schlag auf Schlag! Ein fernes Echo wirft den Schall von den Bergwänden doppelt zurück. Dann liegt wieder u'.:heimliches Schweigen auf dem Walde. Der Hirsch ist von der Lichtung derschwunden. Der Wilderer aber reißt mit der zuckenden Hand die Farnkräuter aus dem Boden und der Absa sei--nes Stiefels stößt einigemale dumpf gegen den jungen Buchenstamm, dann liegt er ruhig. Sein grauer Rock färbt sich roth, immer röther auf der Brust. Der Förster beugt sich ernst, tief aufathmend über den Todten, deckt einige Fichtenzweige über ihn und versckwindet dann auf dem dunklen Wege, der zu Thal führt, , dumpf verhallen seine Schritte in der Ferne. Er hat's nicht eilig, nach Hause zu gelangen, sollten er und sein Weib doch Schuld daran tragen, daß es mit jenem so weit gekommen?

Gebrauchsgegenstände aus Milch werden, wie aus Baden berichtet wird, nach einem patentirten Verfahren hergestellt. Das aus Milch gewonnene Cascin, der sogenannte Quark, der bisher vielfach Mangels besserer Verwendung auf dem Lande als Viehfutter verwandt wurde, wird durch Beimengung von Salzen und Säuren in eine unlösliche Masse verwandelt, entwässert und getrocknet und mit einem weiteren Zusatz von Formaldehyd versehen. Die so erhaltene Masse ist vollständig gleichmäßig, unlösbar, fest und haltbar und im Aussehen dem Celluloid außerordentlich ähnlich, hat aber diesem gegenüber den Vortheil, nicht so leicht brennbar zu sein. Mit allerhand Farben vermischt lassen sich die verschiedensten Materials damit imitiren, auch marmorirte Platten u. s. w. herstellen. Im Handel befindet sich das Material unter dem Namen Golalith und es sind bis jetzt vorwiegend Stockgriffe, Kinderspielfachen und ähnliche Dinge, die da raus hergestellt werden. Slerprüfung. Frische Eiec sinken im Wasser sofort unter; diejenigen, welche oben schwimmen, sind weder frisch noch zur Aufbewahrung zu verwenden. Bleibt ein Ei in der warmen Hand kalt, so wird es nicht frisch und daher gleich zu verwenden. An's Feuer gehalten geben frische Eier Feuchtigkeit von sich. Die Ananas nimmt von allen Früchten am leichtesten den Geschmack nach Eisen an, was bei Bowlen und Speisen leicht empfunden wird. Aus diesem Grunde vermeide man möglichst ein Stahlmesser und schäle und zerkleinere diese Frucht mit einem Obstmesser.

3m EismvMMcchmk. Verhütung ton Zugentgleisungen und -Zusammenstößen.

etählcrue Radbaulagcn u) Lchieuen nc.id oi u::S rear enl coi;isious !Ils?kqs.ek?l un) Yen:ral;?eichenstc2i:ng LustöruS; und SiemenSbkkmse. Die Maßregeln, welche die Technik unserer Tage kennt, um Unheil auf Eisenbahnsireäen zu vermeiden, lassen sich in zwci Klassen eintheilen, je nachdem sie Zugentgleisungen oder -Zusom-menstöße verhindern sollen. Einer Entgleisung läßt sich, abgesehen von eine? Zweckmäßigen Anlage der ganzen Bahn, nur durch die BerWendung eines erstklassigen Materials für den Oberbau, sowie für das rollende Material entgegentreten. Zerspringt eine Radbandage, so wird die Achse entgleisen und nur allzu häufig die Entgleisung des ganzen Zuges nach sich ziehen. Schon frühzeitig wandte man daher außerordentliche Mittel an, um Radbandagcn aus Stahl und aus einem Stück, ohne die gefährliche, zu Brüchen geneigte Schweißnaht herzustellen. Ferner baute man wenigstens jede Lolcmotive sehr bald mit drei Achsen, da die alten zweiachsigen Maschinen ttir. Bruch einer Achse natürlich besonde?S schlimm mit dem Vorder- oder Hin!cr!hcil in den Sand fielen. Neben dem rollenden Material wurde dem Schienenweg gleichfalls Aufmerksamlcit zu Theil. Tie steigende Fchrgeschlrindiakcit verlangte ständig festere Schienen, und so ging man auch h'.er vom Schmiedeeisen zum gewalzten StaU über. Anders sind die Mittel, welch? man gegen Zusammenstöße kennt. Hier unterschcidet man Zusammenstöße zweier sich begegnenden Züge, von den Amerilauern iiead 011 collision genannt, ferner das Auflausen zweier aufeinanderfolgenden Züge, amerikanisch rcar end collision, und drittens daö seitliche in die Flanlen Fahren zweie: Zü e an Kreuzungen und Weichen. Um tail on collisions zu vermeiden, ist bei einigermaßen lebhaftem Verkehr auZahmslos die zwcigeleisige Strecke üblich, und die Negel rechts fahren" beherrscht souverän den ganzen Betrieb. Gegen daS Auftinanderlaufen sich folgenter Züge wird durch das elektrische Blocksystem Sicherheit geschaffen. 'Seim AlockMem ist die Strecke in einzelne Abschnitte, Blocks, getheilt, an deren Endpunkten Signale und Wärterhäuse? stehen. Ter Vorgang bei Llockens und Entbloaens vollzieht sich folgendermaßen: Ein Zug befindet sich aif der erftcn, Blockstrecke. Das Signal hinter ihm ist geschlossen. Das Szgnal vor ihm steht auf Freie Fahrt." Sobald nun der Zug in die ziöeite Blockstrecke einfährt, wird der Blockwärter hier hinter ihm ebenfalls das bisher noch Freie Fahrt" zeigende Signal schließen. Nachdem er das gethan hat, muß er eine Jnduktorkurbel, ähnIch den bekannten Telephonkurbeln. r?)rmals drehen. Der hierbei erzeugte Strom fließt zur zurückliegenden. Station und läßt hier vor ein Gla?fensterchen eine weiße Scheibe an Stelle einer bisherigen rothen niederfallen zum sichtbaren Zeichen, daß der Block wieder frei ist. Dieses System ist nicht automatisch, sondern bedarf menschlicher Mitwirkung. Nein automatisch: Syf'err.e, welche ohne menschliche Mitwirtung durch den fahrenden Zug selbst bethätigt werden, hat man bn einzelncn elektrischen Bahnen in Betrieb genommen. Was für die Verhinderung der rco.r end collision oas clc! irische Llocksystem, das ist gegenüber den: -lankenzusammenstoß die ccntralisirte Weichmstellung. Die Stellung der Weichen erfolgt hier von' einem Punkt a'.'.s durch oft Meilen hnct Drahtzüg: rder auch durch Elektromotoren. Während man Vlocksystem und Eentralweichensicllung als prophylaktische Mitrelimweiterci-Sinneaufsassen kann, dient eine leistungsähige Bremse dazu, solche Zusammenstöße, welche eben passiren wollen, zu verhindern, oder wenigsiens zu mildern. Ein ungebremste? Eisenbahnzug mit, 37 englische Meilen Fahrgeschwindigkeit würde auch nach dem Abstellen des Dampfes auf dem glatten Schienenweg noch eine Streck: laufen, die mit 4.5 Meilen kaum zu hoch veranschlagt sein dürfte. Die alten Hand brems,, welche von einzelnen Bremsern auf den vcrschiedenrn Wagen des Zuges bedient wurden, waren ein außerordentlich mangelhaftes Hilfsmittel. Ungleich energischer wirsen die irr' '.nen Luftdruckbremsen. Mit ihnen ist es möglich., im Falle der Gefahr Züge, welche mit 56 Meilen pro Stunde fahren, auf eine Strecke von 200 Fards zum Stehen zu bringen. Bei der Luftdruckbremse pflanzt sich die Bremsung allmälig durch den Zug von der Lokomotive zum hintersten Wagen fort. Bei Versuchen mit einem Zug von 110 Achsen setzte beispielsweise der Bremsdruck an der letzten Achse erst sechs Sekunden nach dem Einschalten der Bremse ein. Bei einer Geschwindigkcit von 56 Meilen pro Stunde lausen also dabei die hinteren Wagen über eine Strecke von 150 Jards ungebremst und schieben dabei voll gebremste Wagen vor sich her. Diesem Uebelstandc hilft die neue Siemens-Brcmfe ab. deren sämmtliche L.'ntile elektrisch gesteuert und vermöge derer auch in allerlängten Zügen die Bremsen völlig c:U:r(izeli3 nnaeicettn werden.

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