Indiana Tribüne, Volume 27, Number 58, Indianapolis, Marion County, 29 October 1903 — Page 3

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Jndiana Tribüne, 29. Oktober 1903. 3

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Richter

Taylor's Darlegungen auf de ?r Deich-Conferenz. cin Angriff gegen Bundes' rechte an Dämmen erregt Anfsekzen. Parry droht wieder den Gewerkschaf ten Vernichtung. Afrika.Expedition eines Jndianaer Gelehrten. Gouverneur Hunt's Nückkehr Nichter'Lausbahn. zur Aaer's NeaUng Co. schließ alle Gruben. Untersuchung der Landschwindeleien beinahe vollendet. DeichConvention. N ew Orleans, 23. Okt. Am heutigen zweiten Tag der Deick-Con-vention war Tulane Halle wiederum dicht besetzt. Der Sekretär theilte mit, es seien 167 Städte und incorporirte GemeinWesen von 24 Staaten vertreten. Illinois und Jndiana sandten sehr starke Delegationen. Präsident Scott stellte Richter Robert S. Taylor. Mitglied der Mississippi Fluß-Commission, als ersten Redner vor. Sein Thema lautete: Anfang und Entwicklung des VeichsystemS". Herr Taylor, dessen Heimath Fort Wayne, Ind., ist, erregte am Schluß seines Vortrags beträchtliches Aufsehen durch die Bemerkung, er halte es für seine Pflicht als Delegat, demZ Vorschlage, die Bundesregierung solle Aussicht . und Fertigstellung der Dämme übernehmen, zu opponiren. Diese? Vorschlag lasse sich nicht durchführen und das Zusammenwirken von Bund, Staat, Distrikt und County solle bestehen bleiben. Dagegen sei die Erlangung größerer Bewilligungen nach dem bisherigen Plane im Rahmen des Ererichbaren. In uhulichem Sinne äußerte sich der nachfolgende Sprecher, Senator Berry, Arlansas. Die Tagung ging Abends zu Ende, nachdem der Verband eine Reihe von Beschlüssen zu Gunsten der Unterstellung der Deiche unter den Blind und angemessener Bewilligungen, wo Bundes Aufsicht nicht rathsam erscheint, gefaßt hatte. Parry's Rettung s-Pläne. Chicago. 23. Okibr. D. M. Parry vom Fabrikanten-Verband äußerte sich heute über die Ziele der morgen hier tagenden Arbeitgeber-Conven-tion wie folgt: Dieses große T d wird vielleicht zu einem Versuche sübren. die Republik zu retien. Die Zustände! sind so schlimm, daß in Kurzem ds Wesen unserer Regierung eine Aen derung erfahren müßte und wir den f. 1 ? v t X44vt ;UtlUll3lUU3 yuiitii. Wir wollen aber darauf sehen, daß keine Aenderung in der Regierung eintritt und die gegenwärtigen Verhältnisse gewahrt bleiben. Wir wollen den Arbeitern einen besseren Weg zur Hebung ihrer Lage zeigen als durch die Gewerkschaften, wie sie jetzt sind, oder durch den Socialismus." Forschungs'Expedition. L a p o rt e. Ind., 23. Okt. Prof. Chas. F. Barber von hier, ein nam hafter Naturforscher, tritt morgen eine Forschungs Expedition durch bisher unerforschte Theile von Ost Africa an. Die Gesellschaft will etwa ein Jahr in Africa mit dem Studium der Thierwett verbringen und hofft werthvolle Entdeckungen sowie seltene Exemplare nach der Heimath zurückzubringen. Gouverneur Hunt geht. Washington, 23. Okt.' Der Präsident hegt die Absicht, den Gouver neur Wm. N. Hunt von Porto Rico zum Bundesdistriktsrichter von Montana in Nachfolge des Richters Hiram Knowles zu ernennen, der im Winter oder Frühjahr zurücktritt. Gouverneur Hunt gehörte früher dem Obergericht von Montana an. Schließung der Reading Gruben. Pottsville, Pa., 28. Okt. Die Anordnung, zur Beschränkung der Kohlenproduktion alle 44 Gruben der Philadelphia & Reading Coal & Jron Company auf eine Woche zu schließen, trat heute in Kraft. Auch die Philadelphia & Reading Bahn trifft diese Verordnung. Ueber 30.000 Angestellte sind auf diese Weise zeitweilig entlassen.

Empörende Roheit. I a ck s o n v i l l e, Fla.. 28. Okt. Bei dem Versuche, khren in der Nähe von Jennings lebenden Galten zu ret ten, wurde gestern Rächt die Negerin Jennie McGall von einem Mob erschössen. Die Menge umzingelte McGalls Haus und feuerte eine Salve in dasselbe, wobei die Frau augenblicklich den Tod fand. Die Thäter werden ver folgt. Der Landschwindel. W a s h i n g t o n , 28. Okt. Nach einer Aussage des Sekretärs Hitchcock ist die Untersuchung der Landbetrüge reien an der Pacificküste so gut wie abgeschlossen, er hofft, seinen Bericht Ende der Woche dem Justizdepartement ein reichen zu können. Der Proceß, wird, um das Borgehen der Gerichte nicht zu schädigen, vorerst nicht veröffentlicht. Wi? der Sekretär erwähnt, werden zweifellos einige Bundesbeamte in den Scandal verwickelt, er habe aber nicht behauptet, daß dies auch auf Bundessenatoren zu treffe. Die Senatoren Mitchell und Fulton von Oregon conserirten heute mit dem Secretär über die Angelegenheit und versicherten ihn ihrer Mitwirkung bei Aufdeckung der Schwindeleien. Littauer beim Präsi d e n t e n. Washington, 23. Okt. Der Abgeordnete Littauer von New Z)ork conserirte heute in Begleitung seines Anwalts mit dem Präsidenten. Wie verlautet, war er zur Besprechung über die gegen ihn auf Grund von Handschuhcontrakten erhobenen Anklagen erschienen. Danksagungstag. Washington, 23. Okt. Präsident Roosevelt erläßt seine Proklamation am nächsten Samstag; als Danksagungstag wird Donnerstag. 26. Nov. bestimmt. Der Präsident empfing heute etwa 60 Mitglieder des Wisconsin PreßVerbandes nebst Damen. Dementi des Diaz-Atten-tats. W a s h i n g t o n, 23. Okt. Das Staatsdepartement theilt heute mit, der Staatssekretär sei vom amerikan. Gesandten in Mexico benachrichtigt worden, daß die Menoung über den Attentats Versuch gegen den Präsidenten Diaz der Begründung entbehre. Angesichts der genauen Schilderung des Angriffs in den Zeitungsdepeschen können sich die hiesigen Beamten dieses völlige Äementi nur durch die Annähme erklären, daß der Gesandte in Mexico nicht am Ort der Thatweilte und einfach den ossiciellen Bericht der

mexikan. Regierung annahm, die zur Verkleinerung der Angelegenheit ihre eigenen Gründe haben mag. Nochmals untersucht. Washington, 23. Okt. Der Präsident hat eine nochmalige Untersuchung des Falles Lewis Kempner anbefohlen. Kempner, der vom GeneralPostmeister abgesetzte, Chef des Registri-rungs-Systems im Post-Departement, erklärt sich für unschuldig und sagt, man habe ihn auch nicht den Vorschriften des Civildienstes gemäß von den gegen ihn erhobenen Anklagen benachrichtigt. Er habe in seiner 19jährigen Dienstzeit stets seine volle Pflicht ge than. Streik der Expreß-Ge sellschaften. S t. L o u i S , 23. Okt. Kutscher sämmtlicher Expreß-Gesellschaften, 400 an der Zahl, gingen heute an den Streik, weil die Forderung der Angestellten der Pacisic Expreß Co. auf 10procentige Lohn Erhöhung nicht gewährt worden war. Unruhen kamen nicht vor, aber der Geschäftsbetrieb der Gesellschaften war fast ganz lahm gelegt. Das Mißtrauen der kleinen Depositoren. St. Louis, 23. Oktbr. Lange vor der Oeffnungsstunde hatten sich heute die Reihen der Depositoren vor den Thüren der Miss. Valley Trust Eo., der Lincoln Trust Co., der Mercantil Trust Co. und der Missouri Trust Co. aufgepflanzt. Auch vor andern Bank-Jnstituten waren einige Depositoren erschienen. ES waren meist Arbeiter, darunter viele Frauen, mit geringen Ersparnissen. Da die 3 Trust-Gesellschaftcn hier sich gestern darauf geeinigt, zur ZurückZiehung von Geldern eine Ankündigung w cwc rr i c r w " r r oer Avncyr ov uno ou aqe zuvor zu

verlangen, so konnte Niemand von den Depositoren heute Gelo erlangen. Nachmittags ließ die Zurückziehung täglicher Einzahlungen aus den TrustGesellschaften etwas nach und das Vertrauen kehrte zurück. Ein Depositar,

der S5000 von der Mississippi Valley Trust Co. zurückzog und die Summein Gold erhielt, deponirte den Betrag vor dem Verlassen der Bureaux wieder im tcr persönlicher Garantie des Direktors Francis und Anderer. Die Erklärung des Präsidenten I. S. Walsh von der Miss. Valley Trust Eo., dessen Ansichten sich auch in Interview? anderer Bank-Beamter wiederspiegeln, daß sich die Aufregung gelegt habe und die Geschäfte in der üblichen Weise fortgeführt werden können, drückt zugleich die allgemein herrschende Stimmung am Abend aus. Die Beamten sämmtlicher Trust-Gesellschaften theilen mit, daß Finanz-Jnstitute in New Bork, Philadelphia. Ehicago sowie in andern großen und kleineren Städten ihre Hilfe anboten, die aber mit Rücksicht auf genügend vorhandene Baar-Fo'nds abgelehnt wurde. Das gelbeFieber. L a r e d o, Tex.. 23. Okt. Die Fieber-Lage ist durch Regenfall verfchlimmert. Neue Fälle 15, gestorben 5; Gesammtzahl der Erkrankungen bis heute 580, Todesfälle 51. Schlimm sind die Verhältnisse in Monieret). Am Sonntag kamen dort 5 Todesfälle und G Erkrankungen, am Montag 10 Todesfälle und 6 Erlrankungen vor. FrachtratenReduktion. N e w A o r k. 28. Okt. Ein vor einiger Zeit beigelegter Ratenlrieg von Fracht'Linien zwischen New Aork. der atlantischen Küste und Missisippi Plätzen, ist von neuem ausgedrochen. Die regelmäßige Frachtrate ist bereits per Centner um 5 Cents ermäßigt; alle Arten Waaren sind in dieser Herabsetzung einbegriffen. A n a r ch i st T u r n e r. N e w Y o r k, 23. Oktbr. Richter Lacombe vom Bundesgericht hörte heute die Beweise in dem Habeas-Corpus Verfahren zu Gunsten des zur Deportation bestimmten englischen Anarchisten John Turner. Der Anwalt des Angeklagten machte geltend, daß Anarchie kein'Verbrechen, sondern eine Religion sei und daß sein Client durch die Bill of Rights geschützt sei. Der Anwalt der Regierung erwiderte wenig und bat um Erlaubniß zur Einreichung eines Schriftstücks, die für Freitag gewährt wurde. Turner wird inzwischen ohne Bürgschaft festgehalten. Stürmische Fahrt. New York, 23. Okt. Der Kronprinz Wilhelm, der heute aus Bremen ankam, hatte eine sehr stürmische Fahrt. Nach Cherbourg fuhr das Schiff niemals mehr unter Volldampf. Ueber die Decks ergossen sich hohe Sturzwellen, die verschiedentlich Schaden anrichteten. Capitän Winter und ein Matrose wurden ernstlich verletzt. 33.000 Volten und lebend. P o c a t e l l o , Jdaho, 23. Okt. Will. Millcnberg, ein Elektrotechniker, erhielt heute von einem mit 33,000 Volten Elektricität geladenen Draht einen Schlag und wird nach Ansicht der Aerzte wahrscheinlich genesen. Er erlitt schlimme Brandwunden; die Gewalt des Stromes war derart, daß selbst die Nägel an seinen Stiefeln schmolzen. Drohbriefe. Columbus, O.. 23. Oktbr. Hilfs-Bundesmarschall Bauer empfing heute vom Distrikts-Anwalt in Cin cinnati einen Haftbefehl zur Verhaf tung von Frau Samuel Boßwell wegen Benutzung der Post zu betrü' gerischen Zwecken. Sie war jedoch zu krank, um in Gewahrsam gebracht zu werden. Die Frau soll an einen Kaufmann in ColumbuS ein Erpressungsfchreiben gesaudt haben, -in dem sie unter Androhung der Enthüllung gewisser Umstände $300 verlangt. In einem ähnlichen Schreiben an Senator Hanna forderte sie, wie eS heißt, S5Y0. Sie ist 51 Jahre alt. Lösungs-Versuche. , Butte, Mont., 23. Okt. Im Zusammenhange mit dem Plane, die Gruben der Amalgamated Co. wieder in Betrieb zu bringen, ist auf Don nerstag eine Sitzung zmischen einem Comite der Gewerkschaft und den Vorständen der Kupfer Organisationen Montana's einberufen worden.

Ein angenehmer Herr. Tuscon. Ariz.. 23 Okt. Alexlnder Casey. ein reicher Äergwerksdesißer aus Turgnosa. erschien deute in dem ihm gehörig?!! AZlllard Hotel zu Tuscon und begann nach allen Rlch tungen zu schießen. Die Gäste entkamen meist durch die Fenster; von fünf Beamten, die Casey zu verhaften fuchtlN. wurde einer wahrscheinlich lebensgefährlich verletzt. Casey hatte schwer getrunken. Vereiteltes DynamitVerbrechen. Seattle. Wa.. 23. Oktbr. 12 Dynamit-Stangen wurden heute im Vorstadt-Bahnhos g-funden. Mit dem Sprengstoff hätten alle Gebäude im Umkreis von 2 Gevierten zerstört werden können. Unter Mordverdacht. Allen town. Pa.. 23. Okt. Nach Mittheilung des Polizeichefs wurde heute A. E. Eckstein, der begünstigte Liebhaber der gestern ermordeten Mabel Lechtel. unter der Anklage des Mordes verhaftet.

Allerlei sslr'S aus. Mitesser. Der Entstehung von Mitessern beugt man dadurch am gründlichsten vor, daß man die Haut mit warmem Wasser und Seife energisch wäscht und nachher mit einem möglichst rauhen Handtuche abreibt. Mitesser beseitigt man durch allabendliche Abreibungen mit einem in Marmorstaub getauchten feuchten Schwämmchen und nachfolgende Waschungen mit heißem Wasser und Ichthyolseise. deren Schaum dann über Nacht liegen bleibt, um erst am andern Morgen möglichst schonend abgewischt zu werden.. Eine Wiederkehr der Mitesser verhindert man am besten durch die Benutzung eines möglichst rauhen Handtuches nach dem Waschen des Gesichtes mit lauem Wasser und Seife. Reinigung von Haarbürst e n. Um Haarbürsten zu reinigen. sollte man sich niemals, wie dieses oft geschieht, der Seife bedienen, sondern des Sodas. Soda wird in warmem Wasser aufgelöst und in diese Lösung die Bürste derartig gelegt, daß das Wasser nur die Borsten bedeckt. Auf diese Weise werden die Bürsten bald klar und rein. Alsdann wäscht man die Bürste mit frischem Wasser ab und läßt dieselbe mit nach oben gekehrten Borsten an der frischen Lust trocknen. Spiegelslecke auf Sammet werden auf der Rückseite mit einem Schwamm befeuchtet; dann zieht man die linke Seite lanzsam über die Kante eines auf die Seite gelegten Eisens. Oder man legt den Sammet mit der rechten Seite über einen Topf mit stark kochendem Wasser. so daß er ganz vom Dampf durchzogen wird; man bürstet ihn dabei auf der linken Seite. Dann bürstet man den Sammet auf der rechten Seite auf einer weichen Unterlüge und überbürstet ihn zuletzt, wenn er ganz trocken ist, mit reinem Mandelöl. Um Glas zu schneiden nimmt man einen feinen, kräftigen Bindfaden und tränkt ihn mit Petroleum, Spiritus oder Terpentinöl. Dieser Faden wird dann fest um die abzuschneidende Stelle des Glases (zum Beispiel einer Flasche, die man zu einer Vase oder dergleichen umwandeln will) gelegt. Darauf zündet man den Faden an und dreht, während er brennt, das abzuschneidende Stück um, schüttet kaltes Wasser darüber, und der Bruch ist geschehen. Das Glas ist an du gewünschten Stelle in gerader Linie. ohne daß der Rand Splitter und Risse bekommen hat, entzweigeschnitten. DasVerkitten von Fußb o d e n f u g e n, auf das aus hygieNischen Rücksichten nicht oft genug hingewiesen werden kann, läßt sich leicht und dauerhaft durch eine Mischung von frischem Käse (sogenanntem Quark) und ungelöschtem Kalk bewerkstelligen. Man nimmt auf fünf Theile Käse einen Theil Kalk und setzt. .oenn man den Kitt gefärbt zu haben wünscht, gelben Ocker, Terra de Siena, Caput Mortuum oder andere Erdfarben hinzu. Dieser Kitt wird in den Fugen zu einer steinharten Masse, die sich nicht im Wasser auflöst, sondern dem nassen Scheuern widersteht. Eonservirung geräuchert e r Schinken. Um einesiheils das Eindringen von Insekten jeglicher Art zu verhindern, andererseits aber auch einem Austrocknen der Schinken im Sommer vorzubeugen, empfiehlt es sich für alle practischen Hausfrauen, die Räucherschinken genau zu besichtigen und dann in ein großes Gefäß mit siedendem Wasser zu tauchen, um etwa anhaftende Eier und Insekten zu tödten. Dann wälzt man den Schinken im nassen Zustande in Maismehl, das ihn überall mit dicker Schicht umgeben muß. so daß weder Luft noch Insekten eindringen können, woraus sie aus passende Bretter, am Besten auf eine Unterlage von Maiskolben gelegt und in die zum Aufbewahren bestimmte Kammer gebracht werden. Von Zeit zu Zeit muß man eine neue Schicht Mehl aufstreuen, da das Fett nicht hindurch dringen darf. Beim Gebrauch wird die Mehlschicht leicht entfernt; die so aufbewahrten Schinken sind unübertresflick zart und sastia.

Die Geschichte einer iile. Menschenfreundlicher Sinn ineS fürstliche Knaben. Ueber der reizvoll gelegenen Residenz Rudolstadt in Thüringen thront da, wo die Saale in eiligem Lauf ihre nordwestliche Richtung verläßt und sich in scharfer Biegung nach Nordosten wender, das majestätische Schloß des schwarzburgischen Fürstenhauses. Am Fuße des waldumrauschten Schloßberges, wie ein Kind in die Falten des mütterlichen Kleides sich schmiegend, erbebt sich ein einfaches, in bunten Farben schimmerndes Gebäude, das Heim der Fürstlichen Strickschule. Diese Anstatt hat eine absonderliche Geschichte. Vor mehr als 100 Jahren wurde sie nämlich von einem neunjährigen Knaben, dem Prinzen Ludwig Friedrich, gegründet, aus herzlichem Mitleid mit den armen, durch schlechte Erziehung verwahrlosten Mädchen d:r Stadt, die ihn oft um Almosen ansprachen. Er wollte den Bettelmädchen helfen. Geschenke, das merkte er bald, beseitigten das Uebel nicht, verleiteten vielmehr die Kinder zu wiederholtem Vetteln und zur Faulheit. Da kam ihm der Gedanke, die Kinder dauernd aus ihren ungesunden häuslichen VerHältnissen herauszuheben und zu Frömmigkeit, Ordnung und Fleiß erziehen zu lassen, damit sie ihr Brod ehrlich verdienen könnten. Er vertraute sich seinem Erzieher Viel an; seinem Vater, dem Erbprinzen, wollte er mit

dem gelungenen Werke eine freudige Ueberraschung bereiten. So übergab er denn im Jahre 1776 eine Anzahl der armen Mädchen einer Frau Kaupin aus Erfurt, welche die Kinder im Stricken unterrichtete und für ihre Verpslegung sorgte. Da die Mädchen meist noch nicht konfirmirt waren, mußten Seminaristen sie in Religion, Schreiben und Lesen unterweisen. Sammtliche Kosten bestritt der kleine Prinz aus seinen Einnahmen. Das Unternehmen glückte. Die Mädchen '.7achten in allen Unterrichtsfächern gute Fortschritte. Unter dem Jubel seiner Geschwister, denen er kurz vorher sein Geheimniß entdeckt hatte, stellte der nunmehr zehnjährige Prinz seinem Vater an dessen nächstem Geburtstag die Mädchen vor, die letzterem ihre Handarbeiten und die ihnen von ihren Lehrern ausgestellten Zeugnisse überreichten. Das war das schönste Geburtstagsgeschenk, das der Fürst empfing. Mit Freuden bestätigte er die junge Anstalt und baute sie aus. Es wurden Satzungen aufgestellt, die als Hauptzweck des Unternehmens die Ausbildung junger Mädchen armer Familien, namentlich Waisenkinder, in allen häuslichen Arbeiten, besonders im Nähen, Stricken und in Anfertigung von Wäsche und Kleidungsstücken, sowie die religiöse und moralische Erziehung bezeichneten. Zum Heim der Anstalt wurde eine fürstliche Scheune am Fuße des Schloßberges umgebaut, ein Haus, das, zeitgemäß verändert, auch heute noch die Strickschule beherbergt. Nach seiner 1791 erfolgten Vermählung übertrug der Prinz das Protektorat der Anstalt seiner edlen und geistvollen Gemahlin Karoline von Hessen-Homburg. Sein ganzes Leben hindurch aber hing der im Jahre 1793 Fürst gewordene Herr mit zärtlicher Liebe an dieser Schöpfung seiner Jugend, bis die traurigen Ereignisse der napoleonischen Herrschaft ihm im Jahre 1807 das Herz brachen. Sein Werk aber besteht, zuerst von der Fürsorge seiner Gemahlin, dann der der Prinzessinnen Albert und Adolf und der jetzt regierenden Fürstin Anna Luise getragen, noch heute. Leiterin ist jetzt Fräulein Auguste Günther. Es ist in seiner Entwicklung fortgeschritten. Schon vom Jahre 1812 an wurden neben den armen Mädchen, die in zwei- bis dreijähriger Lernzeit zu Dienstmädchen kostenlos ausgebildet und die beim Austritt mn einer ihrer Stellung entsprechenden Ausstattung beschenkt werden, gegen Bezahlung auch junge Mädchen besser situirter Familien als Pensionärinnen aufgenommen, die in allen häuslichen Geschäften, auf Wunsch auch in wissenschaftlichen Fächern und in Musik, Unterricht erhalten. Ueber das Internat hinaus wirkt die Anstalt durch Unterricht in Handarbeiten für junge Mädchen der Stadt und Umgebung (bis jetzt im Laufe der Jahre 2100 Schülerinnen), sowie durch Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen für die Dorfschulen des Fürstentums. Vielen kleinen Dörfern ist es erst durch diese Einrichtung möglich geworden, einen guten, regelmäßigen Handarbeitsunterricht in ihren Schulen einzuführen. Ferner wurde im Jahre 1832 im Anschluß an die Strickschule und in dem Gebäude derselben eine Kinderbewahranstalt gegründet, in welcher jetzt gegen eine Verglltung von wöchentlich 50 Pfennige 50 bis 70 Kinder, deren Eltern auf Arbeit außerhalb des Hauses gehen, von einer dazu angestellten Kindergärtnerin beschäftigt werden. Für die St. Louiser A u s st e l l u n g. Der elsassische Künstler Charles Spindler erhielt vor Kurzem seitens der deutschen Regierung den Auftrag, für die Weltausstellung tn St. Louis eines der fünf Zimmer des Teutschen Hauses im Charakter eines Empfangsgemachs mit Marquet-terie-Arbeiten auszustatten.' Die deutsche Regierung bewilligte Spindler zu diesem Behufe eine Beihilfe in Höhe von 30.000 Mark. .