Indiana Tribüne, Volume 27, Number 57, Indianapolis, Marion County, 28 October 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, 28. Oktober 1903.

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Titln Zzabersack's Zllireibebrief.

Ko. sn. Seohrter Mister Editor! Ich denke, es duht Jhne intereste, Widder emol ebbes von mein ElekschenBißneß zu höre. In die ganze Zeit. wo ich den Trubel mit mein Tuhseck gehabt hen, do hen ich off Kohrs zu gar nicks tende könne un in Fäckt hen ich auch gar nit mehr dran gedenkt. E paar Dag zurück is der Christ zu mich komme un Hot gesagt: Seh, Meick, Hot er gesagt, jetzt bist Du Widder in e purtie gutes Schehp un ich meine, es wär jetzt emol Zeit, daß Du Widder an Deine Rehs for die Mehrs - Offis denke dehtst. Ach, hen ich gesagt, ich deht am allerbeste gleiche, das ganze Bitzneß zu drappe, bikahs ich denke gar nit viel von die Palliticks. Palliticks sin gut genug, wann mer schimpfe un resseniere kann; wann' mer all' die Pallitischens krucked nenne kann un wann mer sage kann, daß alles, was Palliticks is, ratten is, das meint, mit annere Worte, wann mer mit die P.lliticks nicks zu dhun hat. Wenn mer awwer selbst drm is un mer muß immer mit anhöre, wie die Piebels schimpfe un muß lese, was die Nuhs pehpersch iwwer cim Printe, un sell is nie nicks Gutes un mer muß alles stende un darf nicks sage, dann is es mit die Palliticks different UN for den Riesen denke ich, is es t darnseit besser, wenn ich, wenn mein Tehrm aus is, die ganze Palliticks drappe un en Saluhn uffmache. Do hätte Se awwer emol den Christ höre solle. Er Hot gesagt, das hätt er nit von mich eckspecktet. Ich hätt ihn doch geprammist, daß ich kehr von ihn nemme wollt, wenn ich Mehr wär. Er wär doch ein geheirather Mann un hätt auch e Fämillie, wo er for auszugucke hätt. Er hätt Buwe, un es wär doch ganz schön, wann er for sie emol en Echapp an die Boliesfohrs odder so kriege könnt. Den Weg Hot er noch e halwe Stund getagt un schließlich is auch noch die Selma dazu komme un Hot auch mitgeholfe un, well, Sie kenne mich ja, un Sie wisse auch, was ich so iesig sind. Ich hen sie schließlich geprammißt, daß ich Widder von vorne starte wollt. Do hen se widd besser gefiehlt un die Selma Hot gesagt, wann ich zu rnet Prammiß sticke deht, dann braucht ich auch blos mei früheres Bohrd Widder zu bezahle un se wollt den Rehs auskotte. Selma, hen ich gesagt, Du bist en Schentelmann, awwer sagt mich nur emol ein Ding, was kann ich denn ennihau noch duhn? Ich hen schon Miedunge gehabt, hen e ganze Latt Geld gespend, hen schon e paar mol mei Prügel kriegt un ich sin jetzt an den End von meine Witz. Ich' kann mein Weg nit klier sehn, was ich noch duhn soll. Das einzige Ding is, daß der Christ alle Wohtersch errestc duht un nit eher freiläßt, als bis se ihr Wohdumm for mich abgewwe hen. Der Christ sagt, er deht nit denke, daß er so ebbes duhn könnt, bikahs das deht gege sei Naduhr un dieselwe Zeit gege die Kanstituschen von die Juneited Stehts geht. Awwer er wollt emol die Sach iwwerdenke,- mehbie, daß er t Eidie kriege deht. Do Hot die Selma gesagt: Do kann mer Widder emol sehn, daß es e Wummen nimmt, for die Mennfohks aus dem Schlamasjil zu helfe". Do hen mer se alle beide angeguckt, bikahs mer sin surpreist gewese, so ebbes zu höre. Die Selma Hot dann kontinjuhd: Jn die erschte Lein", Hot se gesagt, is es arig impohrtend, daß Du in den Ei von den Publik bleiwe duhst. Es ist nit suffischend, daß Du alle Dag e paar Stunde in die Zittihahl un e paar Doller in den Saluhn spende duhst, nosser, die Piebels müsse von Dich tahke un alle Dag muß ebbes Neues uffgemacht wer'n, wo Du immer der Hiero bist". Well, sell is ja ganz schön un gut gewese, awwer, wie kann ich en Hiero sein? Ich kann kein Ecks-preß-Trehn siappe, ich kann keine Ofeschkruhs abbeiße un kann keine Mensche das Lewe rette un do möcht' ich sehn, was ich do noch duhn kann. Die Selma Hot gesagt: Meif, ich will Dich emol ebbes sage; ich will Dein Mennetscher sein und ich bette Dich einiges, daß Tu Suckzeß hast". Ahlrecht, hen ich gesagt, mich soll's recht sein. Am nächste Obend hen mer grad unser Sopper gefinnischt gehabt, do hen ich an die Striet so e sonniges Neus gehört, ich sin uffgetschumpt un sin an's Fenster gelaufe un grad wie ich autseit geguckt hen, do Hot e Singensasseiethe gestart zu singe, das is der Dag des Herrn. Ich muß sage, se hen schön gesunge un wie se durch mit warn, do hen ich se en halwe Dahler gewwe wolle, bikahs das is es werth gewese. Die Selma Hot awwer gesagt, ob ich krehsiz wär, die Leut wollte en Spietsch, .awwer kein Geld von mich. Was war zu duhn, ich hen e paar Wort gesagt un dann hen se

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m:cy dreimal geMert un oann yo: t Bänd das schöne neue Lied Heiwater" gespielt un die Kids hen dazu gesunge: Die Lehdie von the Haus kaht e Laus an her Blaus. Am nächste Dag Hot e großes Pies in den Pehper gestanne von den großartige Surpreis an den

Mister Habersack. Die Selma Hot ge-j scymeilt, bikahs das war ihr erschter Drick. Wie ich aus die Zittiehabl komme sin un die Kortschstcpps enusf hen gehn wolle, do is die Selma die Stepps erunner komme un is gestompelt. Off Kohrs rn ich se getadelt un den Weg is se nit gefalle. Am folgende Dag is Widder es Pies in den Pehper gewese, wo's drin gesagt Hot, daß der Mister Habersack die Missus Baldrian das Lewe gesehft hätt, un es hzt t Storie dabei gestanne, daß ich selbst for mein Heldenmuth Riespekt kriegt hen. Den Weg Hot jeden Dag ebbes in den Pehper gestanne un in e paar Dag Hot die ganze Taun von Niemand annerscht mehr gesproche, wie von mich. Ich kann gar nit sehn, wo die Selma all' den Stoff her Hot kriegt un ich hen selbst gewunnert, was wohl am nächste Dag von mich geprint wer'n deht. Ich triir kei bische surpreist, wenn se emol riepohrte dcht, daß ich gestorwe wär, mich awwer Widder selbst lebendig gemacht hätt. Ich möcht wisse, ob alle Wimmenfohks so Storieteller sin. Mit beste Riegahrds, Juhs Trulie, Meik Habersack, Eskweier un Sheriff von Apple Jack. Holie Terrer Kauntie. V'xüUijc w.tininn,. Ck der Cvic stehe ?eutsck,land, die Se?. Staaten und Frankreich. Nach einer neueren Statistik sieht Deutschland in der Reihe der lesenden" und bücherproduzirenden Nationen obenan, wogegen Nußland auf der untersten Stufe steht. Im Jahre 1893 wurden in Teutschland 23,607 Bücher veröffentlicht, in Rußland nur 8082. In Bezug auf Zeitungen und Zeitschriften stehen die Ver. Staaten jenan mit 22.0 Blättern und Journalen, während Rußland mit seinen 130,000.000 Einwohnern nur 800 dem entgegenzusetzen hat. Diese geringe Anzahl erklärt sich leicht durch die Eensur. In Deutschland gibt es gegenwärtig 12.000 Berufsschriftsteller, von denen 400 Dichter sind. Für Frankreich wird der Ruhm in Anspruch genommen. daß es die internationale Literatur liefert, da die Hälfte aller Exemplare (gedruckte französische Belletristik) exportirt wird, während zwei Drittel seiner geschichtlichen und wissenschaftlichen Werke über die Grenze gehen, die letzteren größtentheils zur Versorgung solcher Länder, die sich nicht selbst mit den zu vollständiger nationaler Entwicklung nothwendigen 20.000 bis 30.000 Bänden Geschichte. Kritik und Wissenschaft versorgen könneu. Polen. Serbien, Bulgarien und Rumänien werden unter Linderem als Beispiele angeführt von Ländern, wo die Beschaffung von Werken im Werthe von 15.000 bis 20.000 Francs die Mittel einer nur wenige Millionen Seelen starken Nationalität übersteigt. Lehrcrclcnd in den Bergen. Der Lehrer Appenbichler.der seit einigen Jahren in Uttenheim bei Vruneck. Tirol, amtirte, stürzte kürzlich beim Preiselbeerenpflücken ab und starb bald darauf in Folge schwerer innerer Verletzungen. Er hinterläßt eine Wittwe mit sechs unmündigen Kindern. Um Weib und Kind vor Hunger zu schützen, mußte der arme Mann zu allen möglichen und unmöglichen Mitteln Zuflucht nehmen. Appenbichler war als tüchtiger Mineraloge bekannt, sammelte in der Ferienzeit Mineralien ordnete dieselben systematisch und bot dann gelegentlich die angelegten Sammlungen feil. Diese Beschäftigung erwies sich aber als zu wenig einträglich und so verlegte er sich denn nicht blos auf's Steinesammeln, fondern auch auf's Steiueklopfen. Er klopfte oft tagelang Schotter auf der Taufererstraße! Mitunter fungirte Lehrer Appenbichler, um einige Groschen zu verdienen, als ganz gewöhnlicher Taglöhner, half den Bauern mähen, heuen, dreschen etc. Nebenbei sammelte er, wie mancher seiner Kollegen im Pusterthal, eifrig Schwämme, Kräuter und Beeren. Hatte er ein ziemliches Quantum von derlei Sachen beisammen, so beförderte er dieselben mittelst Schiebkarrens nach Bruneck, um von dem Erlöse Brot zu kaufen. . ?!siinc der Narroffcl. Unsere Kartoffel heißt in verschiedenen Sprachen und Mundarten Erdapfel, Erundöirne und dergleichen. Das sind jedenfalls Namen, die erst in Europa gebildet wurden, und mit der vorcurcpäischeii Geschichte des Gewächses nichts zu thun haben. Ebenso siebt es mit dem deutschen Namen Kartoffel. Wenn man weiß, dsß die Trüffel noch heute in Nordfrankreich von den dauern. Tartüfle" genannt wird, und die Kartoffel ehemals in Italien auch als Tartiisulo blanko,4 weiße Trüffel, bezeichnet wurde, kann man nicht zweifeln, daß der Name eines heimischen, unicrirdischen Knollengewächses auf die fremde ' Knolle nachträglich übertragen wurde. Bei den Engländcrn dagegen, wie den Spaniern, Griechen und Italienern findet sich eine BeZeichnung Potato," die offenbar von dem Worte Batate" herstammt, und bei den Portugiesen heißt sie Vav

Unvotmäkigkeit in Frankreichs Hccr und ZZlotte. Bei der Durchführung der VereinsGesetze zeigte es nch wieoerholt mit vecblutender Di.'U!Nchtcit. auf wie jammervoll schwachen tiüßtri die Disc.plin im Ojf:z:er!orps des fcanzösijchen Hcercs steyr. Man mag die kirch:npottti--'chen Ansichten und den UMt) der UeErzeugung der französischen Offiziere noch so hoch in Anschlag bringen, die offene Coorsamsverweigerung ist und bleibt ein sc schweres militärisches Bergehen, daß es keinerlei Entschuldigung finden kann. Und als die bedenklichste Erscheinung muß bei diesen Anlägen die Haltung der Kriegsgerichte gelten, welche sich fast ausnahmslos auf die Leite der unbotmäßigen Offiziere stellten und sie entweder freisprachen oder zu so geringfügigen Strafen verurtheilten, daß von einer Sühne schlechterdings nicht die Rede sein konnte. Der Geist des Widerstandes gegen die radikale Regierung herrscht aoer nicht nur im Hcere, sondern treibt auch in der Flotte mehr als bedenkliche Blüthcn. Ein fragendes Beispiel für das Verhältniß der oberen Marineoffiziere zu ihrem höchsten Vorgesetzten, tern Marineminister Pelletan, bietet derFall Marechal, der gegenwärtig in Frankreich gewaltigen Staub aufwirbelt. Der thatsächliche Sachverhalt ist folgender: Der Marineminister Pelletan hatte gegen den Schiffsleutnant Hourst, der im südlichen China ohne ausdrücklichen Vcfehl eine ziemlich gewagte Operation unternahm, um eine kleine französische Kolonie während eines Aufstandes zu schützen, einen Tadel verfügt. Der Aomiral Marcchal aber, der Vorgesetzte diesesMarineoffiziers, weigerte sich, die ftitge auszusprechen. Die Folge war, daß Pelletan den Admiral seines Amts intsetzte und ihn nach Frankreich zurückberief. Diese Zurückberufung hängt indes noch mit einem Vorgange zusammen, der dem Fall seinen eigentlichen Charakter giebt. In einer anamitischen Stadt nahm sich vor etlichen Monaten ein junges Mädchen aus guter französischer Familie das Leben. Die Schuld hieran wurde allgemein einem MarineOffizier zugeschrieben, der deswegen von allen seinen Kameraden förmlich in Verruf erklärt wurde. Der Admiral Marechal ordnete eine Untersuchung an. Die Zusammensetzung eines solchen Untersuchungsrathes erfolgt nach genauen gesetzlichen Vorschriften. Der Admiral hatte nur den Vorsitzenden und den Berichterstatter des Untersuchungsrathes zu ernennen; er hatte aber nicht einmal darin freie Hand, denn es befand sich in der betreffenden Garnison nur ein einziger Offizier, der nach seinem militärischen Range den Vorsitz führen konnte, und diesem übertrug Marechal das Amt. Der angeklagte Offizier wurde für schuldig befunden. Der Marineminister Pelletan jedoch ergriff für ihn Partei: er warf dem Admiral vor, er habe sich unbefugt in das Privatleben eines Offiziers eingemischt und den Ehrenrath nach eigenem Belieben zusammengesetzt. Die Gerechtigkeit hätte erfordert, daß Marechal wenigstens Gelegenheit, gegeben wurde, sich wegen der gegen ihn erhöbenenBeschuldigungen persönlich vor dem Minister zu verantworten. Bei seiner unfreiwilligen Rückkehr nach Frankreich suchte Marechal sofort eine Audienz bei dem Minister nach, die ihm aber nicht gewährt wurde. Der Admiral wurde schließlich, ohne gehört zu werden. verabschiedet. Pelletsrc mußte später zugeben, daß er durch einen Konsularbericht über den Fall Hourst irre geleitet und Marechal mit dem Vorwürfe Unrecht gethan habe, den Untersuchungsrath willkürlich zusammengesetzt zu haben, um einen ihm mißliebigen Offizier bestrafen zu lassen. Das Geständniß des eigenen Unrechts hat den Marineminisier aber nicht davon abgehalten, summarisch gegen Marcchal vorzugehen. Der Admiral ist nun in der offenen Erklärung der Nichtachtung hinter seinem Borgesetzten um keinen Deut zurückgeblieben. Als ihm die Audienz verweigert und er zur schriftlichen Rechtfertigung aufgefordert wurde, erklärte er in seinem Berichte an den Marweminister: Ein französischer Staatsminister, in dessen Adern französisches Blut und französisch: Ehre rollen, läßt sich zu einer solchen Handlungsweise nicht herab . . . Solche Sätze können nur von einer gehässigen Sklavenseele geschrieben worden sein, die weiter nichts als Verachtung verdient. " ' Wenn der Fall Marechal ein rein persönliches Gepräge hätte, so wäre er schon schlimm genug, d.e gesammteParteipresse Frankreichs hat sich aber seiner bemächtigt und schlägt politisches Kapital aus ihm. Die antirepublikanischen Blätter' feiern den Admiral als den Bannerträger im Kampfe gegen di: verhaßten radikalen Machthaber, während die regierungsfreundlichen, das heißt die sozialdemotraiischen und radikalen Zeitungen, dem Marineminister dazu Glück wünschen, daß er seine Autorität dem anmaßenden Offizierkorps gegenüber gewahrt und mit dem Admiral kurzen Prozeß gemacht hat. Die Versuche, Die französische Armee znd Flotte zu republikanisiren haben iuaensch:inlich bislang nur geringen Erfolg cefcibi. Je radikaler die dritte Äepublik wird, um sc feindseliger und lusjässige: stellt sich ihr das OffizierIcV) 2 entgegen. Die Monarch!: hat 'Ialjrzcbnte darauf verwendet, cie Soh m der il-,r woh'qesinnten Familier. im Heere unterzubringen, und Kenner der Verhältnisse behaupten .daß .ncn den

heutigen Geist des Ossizierlorpö nxqi ändern könne, ohne zwei Drittel seiner Mitglieder zu entfernen. Den 5Iriegsministern ist es nicht gelunzen. das Heer von den politische Treibereien ferne zu halten und di; nothwendige militärische Unterordnung berzusiellen. Und dock kam den letzten Inhabern dieses Amtes der Umstand zugute, daß sie selber von Hause aus Soldaten, also Kameraden und Fachmänner waren, Gallifet sogar einer der hervorragendsten ganz Frankreichs. Pelletan geht dieser Vorzug aber ganz und gar ab. Er ist, wie mehrere seiner Vorganger Zivilist, somit ein Dilettant im Amte, der sein Portefeuille lediglich seinen Verdiensten um die dem Offizierkorps verhaßte radikale Partei und dem, Umstände verdankt, daß der Premierminister Combes'ihm gerade keinen passenderen Posten im Kabinett anzubieten hatte. Was die Kriegsminister nicht fertig zu bringen vermögen, wird dem radikalen Ziviladmiral" sicherlich nicht gelingen. Wenn Frankreichs Heer und Flotte heute oder morgen auf eine ernste Probe gestellt werden sollten, so dürften dem französischenDünkel wahrscheinlich noch schmerzhaftere Wunden geschlagen werden, als bei Sedan und Faschoda.

ine 2?!inisterrede. Anläßlich ver landwirthschaftlichen Gauausstellung zu Durlach 'hielt der badischc- Minister des Innern, Dr. Schenkel, eine Rede, in welcher der hohe Beamte unter Anderem sagte: Die Sozialdomokraten suchen 5ilassenhaß zu säen und eine gewaltsame Umwälzung der jetzigen Gesellschaftsordnung herbeizuführen. Während glücklicherweise bei uns die verschiedenen Gesellschaftsklassen und Berufsgruppen noch, vom Gefühl gemeinsamer Interessen durchdrungen, friedlich zusammenwirken, wollen die Führer jener Bewegung alle wenig Besitzenden und von dcr Hände Arbeit Lebenden zu einer von der übrigen Gesellschaft gesonderten Klasse vereinigen, und als Ziel des von dieser Klasse zu führendem: Kampfes wird das Traumbild eines paradiesischen, von Freiheit getränkten Lebens vorgeführt, während in Wirklichkeit der eingeschlagene Weg nur zu einem Sumpf mit Zwangsarbeit und, wie die Verhandlungen des Parteitags bewiesen haben, zur Unterdrückung jeder, auch der harmlosesten Regung geisiiger Freiheit führen muß. Durch die Reden der radikalen Führer wurde die Maske gelüftet. Jedermann ist jetzt im Stande, die Ziele dcr Partei zu erkennen. Die Gedankenaus st ell u n g in Dresden hat aber auch gezeigt, daß d'e Bewegung auf die Bescitigung des Kaisers und der anderen Landesherrn gerichtet ist. ' i..Dem Volke bietet man nichts, als unerfüllbare Versprechungen und sucht durch den Mißbrauch des ScklagwortcZ Reaktion" das Volk mißtrauisch gegen die Behörden zu machen. Gegen die badische Regierung braucht man ganz gewiß kein Mißtrauen zu hegen, den diese wird im nächsten Landtage inen Gesetzentwurf einbringen, der die Wahl der zweiten Kammer auf den Boden des gleichen, direkten, allgemeinen Stimmrechts stellt und damit dem vernünftigen Fortschritt, der freiheitlichen Entwicklung im wirthschaftlichen und geistigen Leben die Wege bahnt." Diese Rede wurde mit großem Beifall aufgenommen. Wahrscheinlich hat der Herr Minister sich damit auch den Beifall der Sozialdemokraten erworben. die er bekämpfen will. Denn diese erstreben ja gerade das, was Dr. Schenkel ihnen entgegen bringt. Sie wollen jede Wahlart beseitigen, welche den Besikenden in irgend einer Form auf die Erwählung von Landtagsabgeordneten mehr Einfluß gewährt, als besitzlose Wähler ausüben. Es läkt sich ja darüber streiten, ob es recht ist oder nicht, daß eine Wahlart den Besitzenden oder den Gebildeten einen größeren Einfluß auf die öffentlichen Angelegenheiten einräumt, als den ungebildeten Besitzlosen. Sicher ist aber, daß die Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts den Sozialdemokraten, welche die Bearbeitung der Massen viel besser verstehen, als die sogenannten staatserhaltenden Parteien, einen größeren Einfluß zuwenden wird, als sie ihn bisher genossen. Wenn man das Ergebniß der Landtags- und Reichstagswählen in Preußen mit einander vergleicht, wird das sofort klar. Die badische Regierung wird also mittelst Ersetzung der bisherigen Wahlart durch das allgemeine Stimmrecht ganz gewiß nicht, wie Dr. Schenkel meint, den Sozialdemokraten entgegen wirken, sondern ihnen im Gegentheil in die Hände arbeiten. Wenn Herr Schenkel jeht noch daran zweifelt, wird er bald belehrt werden. Für die PhilippinenAbtheilung der St. Louiser Weltausstellung sollen über 1200 Eingeborene aus verschiedenen Tbeilen des Archipels r. :d Frachtstücke im Gewicht von ungefähr 10.000 Tonnen nach den Ver. Staaten gebracht werden. Der größte Theil dieses Transportes wi'd auf den Armee-Transport-Dampfern bewerkstelligt werden. cay Maschinen haben die Ver. Staaten in den ersten sieben Monaten des Jahres 1902 im Werthe von 2.393,079 ausgeführt; im gleichen Zeitraum dieses Jahres für 3,148.297. Die weitverbreitete Ansicht, daß die Rahmaschinenausfuh: in der Abnähme beariffen sei. ist also un'richtia.

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