Indiana Tribüne, Volume 27, Number 57, Indianapolis, Marion County, 28 October 1903 — Page 4

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Jndiana Tribüne, 28. Oktober 1903. WL.i

Jndiana Tribüne. HtrauSgkAebrn von der utbrg S. Indianapolis, Ind.

Karry O. Thudium t t t Präsident. GeschaftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. telepho.e 269. i'ere l X. the Post Office of Indianapolis as second dass matter. Das Schiedsgericht im Haag. Unser Korrespondent in London schreibt uns: Die gegenwärtig vor dem Schiedsgericht in Haag geführten VerHandlungen über die Forderungen gegen Venezuela find von der weitestreichenden internationalen Bedeutung. Der Präsident des Schiedsgericht. Murawieff, hatte durchaus Recht, auf die wichtige Thatsache hinzuweisen, daß sich in diesem Falle eine bedeutende Anzahl der größten Mächte der Welt zusam menfänden, um das Urtheil des Schiedsgerichts anzurufen. Und er hatte noch mehr Recht zu betonen, von wie großer Wichtigkeit ein allen Betheiligten gerecht erscheinender Urtheilsspruch wäre. denn dann würde das Schiedsgericht auch in Zukunft oft und gern angerufen werden, was für die Erhaltung des Weltfriedens von günstigster Vorbete ltung fein würde; im umgekehrten Falle würden freilich die Mächte künftighin nur schwer bereit sein, sich an das Gericht im Haag zu wenden.' Die Times" bezeichnet diese Auffassung Murawieffs zutreffend als einen just remark". Leider stellt das anmaßende Auftreten des Vertreters Venezuelas, Mc Beigh, den Verhandlungen leine sehr günstige Prognose. Herr McVeigh stellt es als etwas Unerhörtes dac, daß England und Deutschland zur Unterstützung privater Forderungen, vor allem der Disconto-Gcsellschaft in Berlin, eine " kriegerische Aktion unternommen hätten, statt die Erledigung dieser privaten Forderungen von venezolani schen Gerichten zu überlassen. Er erlaubt sich von einem Mißbrauch der Macht der europäischen Mächte zu sprechen. Das Verhalten des Herrn McVeigh hat hier starke Mißstimmung hervorgerufen, weil es nicht nur anmaßend, sondern auch ungerecht ist. Es han delte sich schon bei der Blockade gar nicht in erster Reihe um die Forderun gen des 'großen Berliner Bankhauses aus der Anleihe von 1896 und mit den gegenwärtigen Verhandlungen im Haag haben diese Forderungen überhaupt nichts zu thun. Es haildelte sich vielmehr um Eigenthums-Beraubungen, die schon darum nicht bloße Privatangelegenheiten waren, weil in allen Fällen die Forderunger: nicht gegen Bürger Nenezuelas, sondern gegen den venezolanischen Staat gerichtet waren. Zudem wurden England, Deutschland und Italien durch das Verhalten der Vene zolanischen Regierung zu' energischen Aktion gezwungen. Venezuela hatte die Reklamationen aus den Bürger kriegen von 1893 bis 1900 jahrelang verschleppt und nicht beachtet und es hatte der diplomatischen Intervention gegenüber den kganz' neuen Grundsatz aufgestellt, daß mit Rücksicht auf die landesrechtlichen Vorschriften eine Ordnung fremder Kriegsreklamationen auf diplomatischem Wege ausgeschlossen sei; ein Grundsatz, der sich mit dem Völkerrechte . nicht vereinigen läßt, wie denn überhaupt das ganze Verhalten Venezuelas und seines Präsidenten Castro von völliger Unkenntniß nnd Verachtung des Völkerrechtes zeugte. Venezuela kann also noch recht froh sein, doß die Mächte ihrerseits durchaus nach den Grundsätzen des Völkerrechts vorgingen. Entbehrt schon darum die anmaßende Sprache der Herrn McVeigh jeder Berechtigung, so ist sein Verlangen, daß die Reklamationen vor den venezolanischen Gerichten hätten verhandelt werden sollen, lächerlich, wenn man den tiefen Standpunkt venezolanischer Justiz berücksichtigt. Mir sind einige Beispiele dortiger Rechtspflege bekannt, die angesichts der Forderung McVeighs wohl Anspruch auf Interesse haben. Im Sommer 1901, also schon zur Zeit der Präsidentschaft Castro's, unternahm der Präsident des Obergerichtes in Caracas einen Besuch im Gefängnisse, wobei er feststellte, daß über ein Dutzend Personen seit Monaten in Haft waren, ohne daß die gerichtliche Untersuchung auch nur eingeleitet worden wäre, andere Personen waren gesetzwidrig, lediglich auf Grund einer polizeilichen Verfügung in Haft. Der

Präsident stellte diese unerhörten Zu

stünde an den Pranger und der Erfolg war, daß er seines Amtes entsetzt und in dasselbe 'Gefängniß gesperrt wurde. das er einige Tage zuvor inspicirt hatte. Wenn Ausländer vergewaltigt, ja umgebracht werden, so ist Recht über Haupt nicht zu finden. So wurde vor einigen Jahren ein Kaufmann Schlü ter von einem gewissen Lopez ermordet. der Mörder aber würd: trotz seines Ein geständnisses vor dem Richter erster In stanz freigesprochen. Der Mörder eines italienischen Kaufmannes wurde erst nach zweieinhalb Jahren verurtheilt und auch dann nur mit Gefängniß be straft. Aus diesen Fällen mag man entnehmen, wie vor venezolanischen Gerichten Fälle abgeurtheilt worden waren, in denen die venezolanische Regie rung du Rolle des Beklagten zu spielen gehabt hätte. Das rücksichtslose Benehmen Castro's vor der Blockade und nach der Aufhebung derselben und das Castro'sche Manieren nachäffende Benehmen des Herrn McVeagh sind für die Republiken Mittel und Südamerikas nicht nur nicht nachahmenswerth, fondern in gewisser Weise auch nachtheilig. Die meisten der Staaten Central- und SüdAmerikas sind in der glücklichen Lage, über große natürliche Schätze zu verfü gen, die noch nicht gehoben sind. Die Wünschelruthe aber für diese Schätze ist das Kapital, ohne das ihre Hebung nicht möglich ist. Dieses Kapitals benöthigen ste von außerhalb, insonderheit von den vier großen Kapitalmächten, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, England, Deutsch, land und Frankreich. In ihrem Interesse liegt es, nicht einer dieser Mächte pekuniär verpflichtet zu sein, um nicht der Gefahr wirthschaftlicher Abhängig keit zu verfallen. Kapitalskräft'lge Staaten, insonderheit die europäischen. würden sich, aber abgeschreckt fühlen, wenn sie Erfahrungen, wie mit Venezuelas, des öfteren machen müßten. Darum kann es für die Staaten AmerikaZ nur erwünscht sein, wenn die VerHandlungen vor dem Haager Schiedsgerichte einen befriedigenden Ausgang nehmen: in keinem Falle haben die Mittel- und Südamerikanischm Republiken ein Interesse daran, für das anmaßende Venezuela Partei zu nehmen. Schon kurz' nach der Blockade sagte der in Rio de Janeiro erscheinende Correo da Manha" sehr richtig, Venezuela sei mit Recht angeklagt worden, mit den legitimen Gläubigern Spott zu treiben. Noch schärf?r äußert sich der Gorreo Nacional" in Bogota: Die Regierung von Caracas hat schon seit Jahren ein System böswilliger und absichtlicher Verschleppung jeglicher Angelegenheit eingeführt, sodaß jede friedliche Verhandlung mit ihr fast zur Unmöglichkeit wurde." So bedauerlich das anmaßende und unbillige Verhalten des Herrn McVeigh ist, so Wird es hoffentlich das Gute haben, die hier wiedergegebene Auffasfung der beiden Blätter in Rb und Bogota zur allgemeinen Auffassung in Mittel- und Süd-Amerika zu machen. Dann haben die regen und kommer ziellen Beziehung zwischen diesen Staaten und den Kapitalmächten die Gewähr sicherer Fortdauer zu beiderseitigem Nutzen. Wenn Mayor Holhman seinen Besen an den städtischen Aemtern ausgebraucht hat, wird er jedenfalls an die Straßenreinigung denken. Nur den Tives" die den Namen Club" als Deckmantel gebrauchen, gilt der Vernichtungskrieg wie Supt. Krüger uns versichert. Die Sun" hat wieder einmal geflunkert. Unwillkommene Besucher. Unverschämte Gauner statteten in der Montag Nacht dem Wohnhause unseres bekannten Mitbürgers Herrn Wm. P. Jungclaus in No. 2023 Nord Meridian Str. einen Besuch ab und hausten dort mit der größten Unverschämtheit, wenn auch nur nicht mit dem Erfolge, den sie erwartet hatten. Sie durchsuchten nämlich das Schlaf, gemach deS Ehepaares und erbeuteten S25inBaar sowie Hrn. Jungclaus' werthvolle goldene Uhr nebst Kette. Die prächtigen Schmucksachen der Frau Jungclaus übersahen die Spitzbuben aber und hat eS den Anschein, daß sie verscheucht wurden; denn auf der Flucht ließen sie Herrn Jungclaus' Unaus sprechliche" im Garten zurück. Raucht die Tish-i-mingo.

Selle Club-Locale", -

In denen Neger Orgien feierten, müssen vom Erdboden verschwinden. Polizei-Supt. Krüger hat eine neue Verordnung getroffen, die sicherlich von allen rechtlich denkenden Bürgern ge billigt werden wird. Er hat nämlich den sog. Clubs" den Krieg erklärt. die in der legten Zeit, besonders in Bucktown, wie Pilze aus der Erde emporgeschossen waren und in denen Laster und Verbrechen ihre Brutstätten fanden. Es handelt sich hier um die sogen. Clublocale", die von 5 oder 6 oder auch mehr Männern, zumeist Negern, hier und dort ausgethan" wurden, angeblich um als Pflezestätten der Geselligkeit zu dienen, die aber bald zu schreienden Uebeln wurden. Denn in den meif.en dieser Club locale" wurden alsbald ohne jegliche Licens Schinkstände eröffnet, ein schwunghafter Spirituosenhandel be trieben, und dazu gab'S bei Tag und Nacht Glücksspiele aller Art. Orgien und mitunter auch die blutigen Raufereien etc., deren Einzelheiten von der Polizei nur sehr mangelhast oder gar nicht zu ermitteln waren. Superintendent Krüger hat nun sei' nen Unterbeamten, den Revier - Sergeanten, den strikten Befehl ertheilt, alle die Locale, die unter die obige Categorie gehören, zu schließen, und damit ist ein gründlicher Anfang gemacht worden. Die Neger Tagediebe und Verdächtigen, die in jenen Plätzen ihr Obdach aufgeschlagen hatten und ihrer waren nicht wenige , haben be reits größtentheils den Staub Jndianapolis' von den Füßen geschüttelt, und bei der Aufsicht, welche die Hermandad jetzt führt, ist auf eine neue Einwänderung solch' unliebsamer Burschen nicht zu rechnen. Selbstredend werden alle legitimen und anständigen Clubhäuser in der Stadt nicht belästigt werden, obschon ein englisches Abendblatt gestern diesbezügliche Anspielungen machte. Nahrnngsmittel-AuSstellung. Der gestrige Besuch ein guter. 'Die zur Zeit in der Tomlinson Halle unter den Auspicien der JndianavoliS Retail-Grocers-Ass'n." beranstaltete Nahrungsmittel Ausstellung, erfreute sich gestern, namentlich am Abend, eines ausgezeichneten Besuches. Zu den vielen hübschen Ständen" in der Halle ist gestern noch ein neuer hinzugekommen, welcher durch' seine geschmackvolle Einrichtung allseitige 'Äewunderung erregte. Es ist dieses die Ausstellung der Indianapolis Brewing Co.". In systematisch geordneter Weise sind die verschiedenen Arten von Flaschenbieren, welche den Brauereien der Gesellschaft entstammen, hier ausge stapelt. Die Gruppirung der einzelnen Flaschen, die decorative Ausstattung nebst der brillanten Beleuchtung lockten denn auch die Besucher in Schaaren herbei. Hin und wieder gelangten auch hübsche Präsentirteller zur Vertheilung. wodurch die Attraction dieses Standes" nur noch erhöht wurde. Hier führt Herr George W. Deluse, welcher ja bekanntlich die personifizirte Liebenswürdigkeit ist, das Scepter; er wird in fähiger Weife von Herrn George Williams unterstützt. Am Abend findet wiederum ein Concert statt. Der Besuch der Ausstellung kostet nur 10 Cts. ; durch Kosten der verschiedenen Sachen kommt ein jeder Besucher schon auf seine Kosten. Little erklärt sich zufrieden. Zieht nach Schluß der Nachzahlung seinen Contest zurück. Gegen 6 Uhr gestern Abend war die Nachzählung der Stimmen in dem Contest, welchen der Candidat für Polizeirichter Little gegen seinen glücklicheren Rivalen Whallon angestrengt hatte, beendet. Herr Little gab sich mit dem Ergebniß, welches von der ersten Zählung kaum abwich, zufrieden und erklärte, daß er officiell den Contest zurückziehen werde. Einem Fchlagflusse erlegen. In seiner Wohnung, No. 1014 N. West Str.. ist gestern der ehemalige Eisenbahnbeamte und spätere Grocerist Hiram W. Keehn an den Nachwirkngen des Schlagflusses gestorben, von dem er am verflossenen Samstag auf dem Ost Markte betroffen worden war. Der Verstorbene war 73 Jahre alt. ::.

Polizeiliches Allerlei.

Schwarze Amazonen etc. Gegen3Uhr gestern Nachmittag wurden die Radlerpolizisten zu dem Hinterhause von No. 736 Nord California Straße gerufen, wo die dort wohnhaften Negerinnen Minnie Holt und Nellie Thurman in Streit und Thätlichkeiten gerathen waren. Dabei hatte Minnie ihre Gegnerin mit einem Beile attackirt, jedoch nicht allzu geführlich verletzt. Sie wurde cingesteckt. Die Detcctivs Splan, Hcaley und Tuncan verhafteten letzte Nacht die beiden Farbigen George Davidson und Henry Smith von 409 Jndiana Ave. und sperrten sie unter den Anklagen des Einbruchs und des Großdiebstahls ein. Sie sind beschuldigt, am letzten Samstag Abend in das Schuhgeschäft No. 806 Massachusetts Ave. eingebrochen zu sein. Im Ganzen wurden während der Nacht außer diesen noch acht Verhaftungen vorgenommen, welche sich auf Personen bezogen, die an unstillbarem Durst litten. Deutscher Literarischer Club. Der Indianapolis Deutsche Literarische Club" hielt gestern Nachmittag im Deutschen Hause seinen sog. Präsi dentcn-Tag ad. Die Unterhaltung wurde durch einen hochfeinen Luncheon eingeleitet, an welchem etwa 30 Damen theilnahmen. Frau Bernhard Nonnegut, Mitglied des Executiv-Comites, hielt eine kurze Ansprache, in welcher sie die Verdienste der Präsidentin Frau Charles M. Walkerum den Club, welchen sie organisirte, in gebührender Weise hervor hob. Frau Walker selbst hielt einen interessanten Vortrag über das Thema: Wie die Schweizer sich ihre Freiheit erkämpften." Erbe einer Million. Der Grundeigenthumsmakler und Versicherung? Agent Edwin R. R Seguin hüt aus New $orf eine Depesche erhalten, in welcher ihm mitgetheilt wurde, daß seine Tante Maria Seguin in Schweden, wo sie sich zur Zeit zum Besuche aushielt, gestorben ist. Dieselbe war Besitzerin eines Vermögens, welches auf über eine Million geschätzt wird. Da Herr Seguin ihr einziger Verwandter ist. so wird er wahrscheinlich der Erbe des Millionen-Nachlasses sein. ' Im W ashington Park sindet am Samstag da? 1. Fußball-Wettspiel zwischen den TeamS der Jndiana Universität und der Purdue-Univcrsität statt. Gonv. Durbin und Mayor Holtzman sind zu demselben als Ehrengäste eingeladen worden. Endlich, nach wochcnlanger Verspätung, sind die zum Bau der neuen Dampfkessel'Heizungsanlage im lLen-tral-Jrrenasyle nothwendigen Back. steine hier angelangt, und der Bau, der vor Wintersanfang hätte vollendet sein sollen, kann jetzt erst beschleunigt werden. S&- Die beste 5 Cent Cigarre in ver Stadt, Mucho's Longfellow". S1.25-Cincinnati u. zurück-81.25 via C. H. & D. Bahn. Sonntag. I.November. Der Spezialzug nur in Rushville, Connersville und Hamilton anhaltend, verläßt den Jndianapoliser Union Bahnhof um 7.15 Morgens. Retourfahrt von Cincinnati um 6.20 Uhr Abends. Personen , die den Zug ohne Billet besteigen, müssen den vollen locclen Fahrpreis zahlen. Grundeigenthums Uevertragungen. James C Ayrcs an George H Heß, Lot 13, Long k Harlan'sCottage Home Add. 83,000. Rebecca A La Rose an Alice I Evans, Lot 4, Gouglaß Park. $1,650 Addie Thomas an Jesse C Moore, Lots 9 und 10, Cooper's Northwestern Add. 81,300. Frank S Taylor an John H Sari son, Lot 23, Meyer's 1. Add. 82,500. Benj F McFarland an Jas C Burt, Theil von Lot 34, Downey & Ohmer's Woodland Park Add., Jrvington. $4,000. Carl I Truemper an Robert A Banta, Lot 43, Bradshaw & Holmes' Snb., Theil von Außenlot 100. $1,500. Phillip Loos an Julia K Walter, Lot 8, Metzger's Park Place Add. $1,150.

Vom Auöianvc.

Eine vornehme Dame der kubanischen Colonie in Paris, Sennora della Calle Angarrica, ließ sick kürzlich bei einem Coiffeur der Rue Nivoli die Haare brennen. Plötzlich genethen einige hierbeibenutzte Essenzen in Brand, und die Flammen ergriffen die unglückliche Dame, welche nicht nur ihr langes prachtvolles Haar einbüßte, sondern auch sehr schwere Brandwunden erlitt. Hülfe kam erst ,'piü, da das Personal des Salons im ersten Schrecken auf die Straße hinausstürzte, anstatt der verletzten Sennora Beistand zu leisten. Die letzte bisher lebende Person, die an der Schlacht von Waterloo theilgenommen, ist vor einigen Tagen im Dorfe Rolvenden in der Grafschaft Kent gestorben. Es war dies die 92jährige Frau Barbara Moon, die Tochter des Fahnensergeanten des 3. Bataillons der Riflebri gade, die bei Badajoz, Salamanca und Waterloo im Feuer stand. Frau Moon wurde in Gibraltar geboren und in Malta getauft. Sie war mit ihrer Mutter in einem Gepäckwagen Sei der Schlacht von Quatrebas und bei der Schlacht von Waterloo. und obwohl sie erst vier Jahre alt war, erinnerte sie sich, mit dem Wagen nach der Schlacht über das Schlachtfeld gefahren zu sein. Die Frau zog elf Kinder und eine große Anzahl von Enkeln auf und fand erst mit 70 Iahren Muße, lesen zu lernen, worauf sie eine überaus eifrige Leserin wurde. Ein ei er legendes Säugethier ist in den Zoologischen Gärten in London in Ntttura" zu sehen. Man nennt das in Australien vorkommende Thier, das wie ein stachlicher Ameisenfresser aussieht. Echidna, wie man jene fabelhaften Unthiere benannt hat, die halb schöne Jungfrau, halb Schlange sein sollten. Das Echidna hat aber weder mit einer Jungfrau, noch mit einer Schlange etwas zu thun, sondern sieht aus wie ein Mittelding zwischen Igel und Stachelschwein, hat einen schnabelartigen Rüssel, wie ein Ameisenfresser und auch die lange, schmale, wurmformige Zunge dieser Thiere. In der Entstehung der Arten bildet das Echidna ein Glied zwischen den Säugethieren und Reptilien. Es hat an den Füßen lange Krallen, von denen die Hinteren vollständig verkehrt stehen. Sein Ei trägt das Thier in einer Tasche, wie eine Beutelratte, und es behält auch das Junge darin, bis es drei bis vier Zoll groß geworden ist. Eine Vertreterin der sogenannten Haarmenschen ist dieser Tage in Dresden gestorben. Frau Zenora Pastrana, wie sie genannt wurde, ist in den 60er und 70er Jahren viel angestaunt worden. Sie hatte vollständig männliche Gesichtszüge und einen mächtigen Haar- und Bart' wuchs. Sie besaß eine vielseitige Bildung und bereiste als junges Mädchen, das sich durch Feinheit und Liebenswürdigkeit auszeichnete, ganz Europa. Man hielt sie lange Zeit für eine Mexikanerin, weil sie sich aus Geschäftsrücksichten als Schwester der gleichfalls als Sehenswürdigkeit reisenden Mexikanerin Julia Pastrana ausgab; aber sie war eine echte Vogtländerin aus guter Familie. Erst 17 Jahre alt, heirathete sie einen amerikanischcn Schauunternehmer, der im Jahre 1884 in Petersburg starb. Ein dieser Ehe entsprossenes Kind zeigte keine Spur von Ueberhaarung. Gegen Ende der achtziger Jahre zog sich Zenora Pastrana ins Privatleben zurück und ging eine zweite sehr glückliche Ehe in Dresden ein. Sie ist 55 Jahre alt geworden. Folgende romantische Zigcunergeschichte wird aus Deutschland gemeldet: Am 18. August 1891 verschwand die damals sechs Jahre alte Tochter Else ves Kutschers Krassel in Hannover. Die weitgehendsten Nachforschungen nach dem Kinde im In- und Auslande hatten bisher zu keinem Ergebniß geführt. Jetzt scheint nun endlich eine Spur des vcrschwundenen Kindes, vielleicht auch dieses selbst gefunden zu sein, und zwar bei einer Zigeunertruppe, welche sich dieser Tage in Löderburg bei Staßfurt aufhielt. Die in dem Signalement über das Kind enthaltenen Angaben treffen bis auf die Kleidung vollständig zu, auch das besondere Kennzeichen, die Warze in der Handfläche, ist vorhanden, so daß es keinem Zweifel unterliegt, daß das Kind endlich wiedergefunden worden ist. Ein Knabe hatte dasselbe in dem Zigcunerwagen bemerkt. Als man den Wagen untersuchte, wurde das Kind von den Zigeunern Weiß und Renz in einem anderen Wagen verborgen gehalten, so daß es die untersuchenden Beamten nicht zu finden vermochten. Die Gendarmen Schreiner und Nitsch ließen sich jedoch nicht täuschen; sie verfolgten die Spur des inzwischen auf und davongegangenen Zigeunerwagens während der ganzen Nacht hindurch, bis es ihnen nach vielen vergeblichen Hinund Herreisen gelang, den Zigeunerwagen im Dorfe Bahrendorf (Kreis Wanzleben) anzuhalten und in demselben auch das Kind zu finden. Die beiden Ziauner sind in das Amtsgerichtsgefängniß zu Wanzleben eingeliefert, das Kind befindet sich im Gewahrsam der dortigen Polizei.

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