Indiana Tribüne, Volume 27, Number 56, Indianapolis, Marion County, 27 October 1903 — Page 5
Jndiana Tribnno, 27. Oktober IS.
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T!e To-Mcttcn.
Eine lateinische Geschichte von Tco von Torn. Wie das so ist mit dem lieben Gelde: Manchmal hat man 'welches und manchmal nicht. Wie's trifft. Abgesehen von den verlorenen Seelen, auf welche die Bibel in dem bekannten Gleichnisse vom Kameel und dem Nadelöhr Bezug nimmt, dreht sich das Schicksal der gesammten Menschheit um dieses manchmal" und seine Launen. Die unterschiedlichen SchwanZungen unseres Wohlbefindens, Glück oder Unglück, des Himmels Segen oder der Hölle Fluch hängen davon ab, ob man Geld hat, wenn man es braucht, oder ob man welches braucht, wenn man es nicht hat. Der Porträtmaler Hans Hermann Lorch hatte Pech in dieser Hinsicht. Wenn er Geld besaß und das kam '.wirklich manchmal vor, denn er war ein talentvoller Mensch und auch fleißig, wenn es sein mußte dann brauchte er es so wenig, daß er Mühe hatte, es mit der erforderlichen Beschleunigung auszugeben. Entweder kaufte er für die achtundsechzig Kindlein, welche das von Hans Lorch mitbewohnte MiethsHaus ' bevölkerten Mundharmonikas und ähnliche nützliche Dinge, oder er erwarb von einem Bäcker dessen ganzen . Mundvorrath, um ihn an einer Straßenecke an die zur Arbeit hastenden Proleten zu vertheilen. Ja es ist sogar schon vorgekommen, daß er in soleher Lage einen Gläubiger bezahlt hat, dem er zufällig. begegnete. Wenn er aber Geld brauchte, dann wollte es die Tücke des Zufalls, daß er keins hatte und noch nie in seinem Leben hatte er so gründlich keins gehabt wie heute, wo für ihn alles davon abhing, daß er welches hatte. In dem, ursprünglich wohl für einen Photographen bestimmten Glaskästen, welchen Hans Hermann Lorch sein Atelier nannte, , dämmerte ein grauer, regnerischer Nachmittag. So ein melancholischer Nachmittag im Herbst, der an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnert an Preßkohlen und an den fernen Winterüberzieher. Von den Dachscheibcn rieselten unaufhörlich kleine Thränenbächlein, die den verlorenen Sommer beweinten und das Mißgeschick des Aermsten, der vor seiner Staffelei saß und einen Brief auswendig lernte einen Brief, der an und für sich kaum geeignet war, ein Künstlergemüth sonderlich aufzuwühlen: Oberförster von Dellwitz gibt sich die Ehre, Herrn Kunstmaler Hans Hermann Lorch zu der morgen stattfindenden Treibjagd auf Hasen eraebenst einzuladen. U. A. w. q."
Das hatte, nichts Aufregendes und der Fernstehende wZrd'es nicht begreifen, daß Hans Hermann außer einer jubelnden Zusage dem Voten auch .noch seine letzten 33 Pfennige gegeben. Der Fernstehende weiß eben nicht, daß zwischen diesen dürren Zeilen des Herrn Oberförsters von Dellwitz ein braunäugigesMädchenantlitz lockte und lächelte, ein wunderliebes Koboldgesichtchen, das der Kunstmaler Lorch vor gar nicht langer Zeit auf die Leinwand hatte bannen dürfen und von dem er sich heimlich noch eine verblüffend naturwahre Copie zurückbehalten hatte in seinem Herzen Der alte Oberförster hielt verflixt ' wenig von der Kunst und noch weniger von den Künstlern. iWenn er sich trotzdem die Ehre gab", so waren da Einflüsse geltend gemacht worden, die einen rettungslos verliebten Menschen sehr wohl veranlassen können, jubelnd zuzusagen, die letzten 36 Pfennige hinzuqeben und hinterher auch noch eine erstaunte Gliederpuppe an die Vrust zu drücken. Das war im ersten Glücksrausch geWesen. Allmählich aber machte die Vernunft einige ernüchternde Einreden, ,, die leider nicht von der Hand zu weisen waren. Daß Hans Hermann Lorch überhaupt noch keinen Hasen in der Freiheit dressirt' gesehen und daß er ein Lancastergewehr von einem Malstock nur in gewissen äußeren Merkmalen zuunterscheiden wußte, das beunruhigte ihn nicht im geringsten. Er gehörte zu den glücklichen Menschen, die niemals in die Lage kommen können, eine Unkenntniß eingestehen Zu müssen. Im Gegentheil er hatte bei der Ablieferung des Porträts von Fräulein ' Kittn Dellwitz verschiedentlich auf seine colossale Passion für das edle Weidwerk hingewiesen und durchblicken las- ' sen, daß er bei einiger Disposition immer nur Doubletten schieße, gleichviel öb es sich um Rebhühner oder starke Hirsche handele. Der alte Herr hatte zwar dabei eigenthümlich gelächelt, aber es mußte ihm, wie die Einladung bewies, doch wohl Zmponirt haben. Wahrscheinlich log er selbst nicht viel schöner! Das kam jedoch alles nicht in Be- '. tracht gegenüber der Hauptfrage: Wie kam man überhaupt nach NiederWustrow? Man mußte einen Wagen nehmen und ein Wagen kostete Geld. Des weiteren: Da man eine Treibjagd auf Hasen unmöglich in einem Gehrock und auch nicht gut in einem braunen Sammtjackett mitmachen konnte wo nahm man die erforderliche Equipirung- ber? Dann die Trinkgelder! Und emen Schießprügel mußte man eigentlich doch auch haben Und das alles in einer Laze, in t welcher er nicht einmal ein Streichholz X besaß, um seinen Pfeifenstummel mit
dem letzten Nest von Krümeltabak in Brand zu fetzen. Seine Wirthin hatte ihm heute Morgen auf seine Bitte eine Schachtel mit dreieinhalb Schweden hingereicht, dabei aber bestimmt erklärt, weitere Auslagen nicht mehr ma chen zu können. Es habe alles ein
(Snoe auch die Geduld einer Zim-
mervermietherm und Controlleurswittwe. Oder sollte sie sich das überlegt haben? Hans Hermann Lorch hörte Schritte gleich daraus ein Klopfen.' Er barg den Brief in die Brusttasche seines braunen Sammtjacketts und ging zur Thür. Zunächst öffnete er nicht Es gibt zudringliche Menschen, die einem mit Rechnungen oder gar Quittungen in's Haus kommen. Srnd Sie's. Frau Kliemeck ?" Nein, ich." Wer?" Der Briefträger!" Ach so. Na dann nehmen Sie den Postauftrag nur wieder mit, ich bin heute nicht momentan " Darum handelt es sich nicht, Herr Lorch ich habe cinenWerthbrief über tausend Mark!" Hans Hermann schüttelte verdrießlich den Kopf. Wenn Sie sich Witze mit mir erlauben. alter Freund, und noch dazu solche Witze, dann werde ich mich bei der Oberpostdirektion beschweren. Werstehen Sie?" Nein. nein. Herr Lorch es ist schon richtig. Ein Geldbrief mit tausend Mark aus Kassel." Aus Kassel! Allmächtiger Gott! Dann ist die singende Elfe" verkauft ", hauchte er athemlos in sich hinein. Alsdann ein Laut, der die Mitte hielt zwischen einem Appenzeller Jodler und dem Triumphgeheul eines Irokesen. Gleich darauf aber ein Ruck, mit dem Hans Hermann Lorch sich selbst zurechtstutzte. Fassung! Haltung! Er öffnete die Thür und empfing die tausend Mark mit einem Gesicht, als wenn er täglich mindestens zweimal dergleichen Belästigungen zu überstehen hätte. Ziehen Sie sich 5 Mark ab, lieber Freund hier." Aber Herr Lorch, das ist doch " Nun gut, so ziehen Sie zehn Mark ab." Ich bitte Sie, das ist zu viel. Ich kann unmöglich " Ziehen Sie ab und schlagen Sie sich seitwärts in die Büsche. Ich habe keine Zeit, mich mit solchen Lappereien lange aufzuhalten. Hier sind übrigens noch weitere 20 Mark für die Briefträgersterbekasse. Adieu. Und wenn Sie sonst mal in Verlegenheit sein sollten ich weiß ja, mit Ihrem Gehakt sind keine, großen Sprünge zu.machen, zumal wenn man Familie hat. Wenden Sie sich nur vertrauensvoll an mich. Adieu machen Sie keinen Schmus grüßen Sie Ihre liebe Frau und die Kinder kommen Sie gesund nach Hause und schrei, ben Sie auch mal! Und wenn Sie meine liebe Frau Kliemeck unten sehen sie soll mal raufkommen. Sie soll! Verstehen Sie?" Sie haben gebeten, Herr Lorch?" Nein, meine wenhe Frau Kliemeck. ich habe ersucht. Bitten thu ich immer nur. wenn ich mal vorübergehend kein Geld habe. Was bin ich Ihnen also schuldig?" Achtundvierzig Mark und zwanzig Pfennig." Mit den Schweden von heute Morgen?" Herr Lorch, ich denke, ich habe stets " Schon gut. Hier sind hundert Mark. Machen Sie sich bezahlt, und sllr den Nest besorgen Sie StreichHölzer!" Für für achtundfünfzig Mark St Streichhölzer?!" Ganz recht. Ich will nicht wieder in Verlegenheit kommen. Und jetzt entschuldigen Sie mich wohl, meine beste Frau Kliemeck. Ich habe noch einige Besorgungen zu machen. Gehen
Sie nicht leichtsinnig um irnt dem vielen Mammon, den Sie so auf einen Hieb in die Hand bekommen und vergessen Sie nicht die Streichhölzer!" Eine Stunde später hatte Hans Hermann Lorch erstanden: Einen completten Jagdanzug aus Gebirgsloden. einen Drilling, einen Bergstock,' zwei Paar langschäftige Stiefel, einen Jagdstuhl, ein Fernrohr, fünfhundert Kugel- und tausend Schrotpatronen. Eine weitere Stunde später verabschiedete er sich von dem ersten Wildprethändler der Stadt mit einem Händedruck und einem vertraulichen Augenzwinkern: Also Sie haben mich vollkommen verstanden?" Vollkommen, mein Herr. Ich kenne das Nieder-Wustrower Jagdgebiet sehr genau, ebenso mein junger Mann, der heute Nacht selbst herausfahren und die Sache nach Wunsch arrangiren wird. Das Treiben dürfte wie immer in dcr Richtung der bunten Buche sich bewegen. Wenn Sie sich morgen nur entsprechend ausstellen wollen " Wird gemacht. Also sechunddreißig Hasen! Sehr.hl. Dieselben kommen heute Al'end frisch geschossen mit der Bahn an. Mein junger Mann nimmt sie in Empfang und fährt dann gleich per Wagen damit weiter." " Und Diskretion!" Ehrensache, mein Herr. Wenn ich
über jeden Hasen, den die Herren Jager bei mir schießen, reden wollte, müßte ich einen Mund wie eine Wasser-
mühle haben.
Das Treiben war im Gange. HanS
Hermann Lorch schoß wie ein Wahn-sinniger.
Ob sich em Hase sehen ließ oder
nicht er schoß. ' Die andern, seine
nächsten Nachbarn namentlich konnten
theils vor Befremden, theils vor Lachen nicht er schoß aus allen drei
Laufen, daß es nur so donnerte. Nräülein Kittn von DeUwitz hatte
ihm gesagt, daß es sie Papas wegen sehr, aber auch sehr freuen würde.
wenn er auf der Jagd gut abschnitte. Also schoß er trotz der heißen Ge-
wehrlause, an denen er sich die Finger verbrannte, und trotz der unsinnigen Schmerzen in der Schulter. Aber schließlich hat alles ein Ende
die Geduld einer Zimmervermiethe-
rin und Controlleurswittwe ebenso' wie eine Treibjagd. Mir gehobenen Em pfindungen schritt HanS Hermann Lorch dem Sammelplatz zu, von wo aus zunächst die Strecke besichtigt und dann zum Frühstück gegangen werden sollte. Oberförster von Dellwitz empfing ihn so aufgekratzt, wie ran den bärbeißigen alten Herrn selten gesehen hatte. Hallo! Weidmannsheil. Sagen Sie. bester Herr Lorch was haben Sie für eine wundervolle Knarre! Das ist das großartigste, was ich je erlebt habe! Menschenskind, Sie haben thatsächlich lauter Doubletten geschossen und auf was für eine Entfernung! Kommen Sie, meine Herren, und überzeugen Sie sich selbst!" Der Oberförster nahm den etwas Unsicheren unter den Arm und schleifte ihn nach dem Platze, wo die. Strecke eben zusammengetragen war Ueberzeugen Sie sich selbst! Die Hasen sind sogar paarweise an den Läufen zusammengebunden und getroffen hat sie das unfehlbare Rohr unseres Nimrodes auf sieben Meilen Entfernung in Schönholz wie der Bahnleitungsvermerk an jedem Paar: erweist!" . Als Hans Hermann Lorch Fräulein Kitty von Dellwitz fragte, ob man sich besser mit einer Schrot- oder mit einer Kugelpatrone erschieße er habe von beiden Sorten noch eine ganze Anzahl da meinte sie erröthend, daß das nicht nöthig sei. Wenn Papa so herzlich gelacht habe wie heute Morgen, dann sei. er der zugänglichste Mensch, und dann könne man von ihm Vieles verlangen alles! Vier Königinnen. '
OrolZNadl und Nerven.
Die Athener Akropolis" beröffentlichte kürzlich einen Bcht aus Loiu don, der angeblich die Absichten des Zaren bezüglich der Zukunft seiner Töchter wiedergibt und, wenn auch offenbar erfunden, eines gewissen Interesses nicht entbehrt. Es heißt .darin: Es ist bekannt, daß Nikolaus.II. nur Töchter hat und zwar die ; Großfürstinnen Olga, Tatjana, Marie und Anastasia. - Sie sollen dazu bestimmt sein, eines Tages auf dem Balkan zu regieren. Die älteste Tochter des Zaren, Olga, im November 1895 geboren, sei für den Prinzen Georg, den ältesten Sohn' König Peters von Serbien, bestimmt. Georg ist gegenwärtig 16 Jahre alt. Das wäre also die künstige Königin von Serbien. Die im Mai 1897 geborene Großfürstin Tatjana soll dem Prinzen Georg, Sohn des Kronprinzen Konstantin von Griechenland, ihre Hand zum Ehebund reichen. Dieser Georg ist jetzt 13 Jahre alt und seine Frau wird einst Königin der Hellenen. Großfürstin Marie, geboren im Juni 1899. soll den Prinzen Karl, Sohn des Erbprinzen Ferdinand von
Rumänien, heirathen. Prinz Karl ist 10 Jahre alt, seine Frau wird Königin von Rumänien. Die im Monat Juni 1901 geborene Großfürstin Anastasia endlich sei für den Prinzen Boris, den ältesten Sohn des Fürsten Ferdinand von Bulgarien, bestimmt. Boris ist jetzt 9 Jahre alt und man soll der Anficht sein, er werde einst als König den bulgarischen Thron besteigen und seiner Frau eine Königskrone als Hochzeitsgeschenk darbringen. Die zukünftigen Valkanköni'ginnen stecken zwar noch in den Kinderschuhen, aber es ist nicht gerade unmöglich, daß sich die Sache einst wirklich in der geschilderten Weise realisirt. Aus Gesundheitsrücksichten. Ach, Arthur, bezahle doch endlich die Rechnung von meiner Schneiderin und Putzmacherin!" Thut, mir leid, lieb's Weiberl, . Du weißt, ich bin leidend, und der Arzt hat mir jede Aufregung untersagt!" Begreiflich. In einer Spiritistensitzung bittet einer der Gäste das Medium, ihm den Geist eines verstor denen Freundes zu citiren. Das Medium will dieser Bitte willfahren aber trotz aller Anstrengungen gelingt es nicht, den gewünschten Geist herbeizuschaffen. Der erwähnte Gast drückt hierüber sein Befremden aus und bemerkt, daß in einer anderen Spiritistensitzung sein . Freund sofort erschienen sei. Was war denn Ihr Freund?" fragt ein Anderer. Oberkellner!" ist die Antwort. Da ist oann das vorige Mal jedenfalls übersehen worden, ihm ein Trinkgeld zu geben d'rum kommt er dieses Mal nicht!"
Trr Vinfluk 8 erokstäStischen Lebenb und ö,ö Äerkcl,rS auf vaS Ncrvensnstem. 2er Berliner Psychologe Albert Moll vcröffentlichie vor 5iurzem eine Schriz't, di: im Großen und Ganzen den allzu schädlichen Einfluß dcr Großstadt auf die Nerven ableugnet. McU weist ncch, daß auch schon in früheren Jahrhunderten die Nervenkranlheiten in großer Zahl aufgetreten sind, daß die Zunahme der Geisteskranken nicht sicher erwiesen sei. Die Großstadt sei allerdings etwas mehr belastet als das Land, aber weniger durch Alkoholismus. SittlichkeitsoerHältnisse, geistige Ueberbürdung, Nahrungö- und WohnungZverhältnisse u. s. w., als durch die Anhäufung besonders gefährdeter Berufszweige in den Großstädten, namentlich innchalb der sogenannten liberalen Berufe. BesenderZ drei Klassen zeigen so viel Nervöse, daß diese in ihnen zu überwiegen scheinen: Erstens die Personen, die sich durch Musik, Theater und Schaustellungen ihr Brod erwerben, zweitens die Gattung der Schriftsteller, Redakteure, Korrespondenten. Privatgelchrten u. s. w., drittens diejenigen, die im Geldund Kredithandel beschäftigt sind, Bankiers, Börsianer, Makler u. s. w. Etwa 12,000 Personen gehören in Berlin diesen das Nervensystem besonders schädigenden Berufen an, während sie in Mittel- und Kleinstädten nur sehr schwach vertreten sind. Dazukommen andere ungünstige Berufsarten, wie die Beamten des Post- und Telegraphenbetriebes, Kaufleute, Offiziere, Lehrer und Juristen. ' Der Konkurrenzkampf ist nach Moll auf d?m Lande und in der kleinen Stadt kaum geringer als in der Großstadt. Dagegen sind der gesteigerte, lärmende und bedrohliche Verkehr, die Anspannung der geistigen Interessen, die Ansammlung degenerirter problematischer Existenzen als Nachtheile dcr Großstadt anzusehen. Manche Bauerndirne und manche Lehrerin der Kleinstadt, ferner die in der Hausindustrie auf dem Lande beschäftigte Bevölkerung ist nervöser, als der Durchschnitt der Großstädter. Den Gesundheitsgefahren stehen verschärfte, hygienische Maßnahmen in der Großstadt gegenüber. Die angebliche Schädigung durch unzweckmäßige Lektüre schlägt Moll nicht hoch an, ebenso wenig die angeb-
liche Ueberbürdung durch, die Schul?, Während die Eltern weit mehr an den Nerven der Kinder sündigten. Künstliche Frühreife werde durch nächtlichen Besuch von Wirthshäusern und Bergnügungen. Kinderbälle, Klavierspielerer und dergleichen gezüchtet. Der Wohnungsnoth in der Großstadt steht das Vorurtheil gegen frische Luft und alle Hygiene auf dem Lande gegenüber. -'i!t Statistik zeigt keine Degenera-, tkbn'der Großstädter, sondern fortschreitend bessere Sterblichkeitsverhältnisse. In Paris werden Verhältnißmäßig mehr Rekruten diensttauglich befunden als in dem Departement SeineJnferieure: nicht die Großstadt, sondern die Jndustriearbeit wirke vielfach Mdigend, auch auf dem Lande. Der Alkoholismus, ist z. B. in den oberschlesischen Jndustriebezirken weit schlimmer als in Berlin, aber auch in dem ländlichen Ostpreußen. Kurzum, eine scharfe Trennung .von Stadt und Land ist nicht zu machen. TchulgcsundhcitSpflege. In Amsterdam hat sich vor einiger Zeit ein Komite gebildet, das es sich zur Aufgabe gemacht hat,; bei nassem Wetter dafür zu sorgen, daß die Schullinder trockne warme Füße haben. Da gutes Schuhzeug bei den Kindern der ärmern Klassen selten ist, so werden die Füße bei Regenwetter während des Ganges zur Schule in der Regel durch und durch naß; es liegt auf der Hand, daß die Kinder dadurch gesundheitlich in ernste Gefahr gebracht werden. Deshalb will das Komite in allen Volksschulen eine größere Anzahl Pantoffel für die Kinder, die nasse Füße zur Schule mitgebracht haben, bereit halten. Die Pantoffel müssen natürlich immer in der Schule bleiben. Das Komite hat feine Thätigkeit vor zwei Jahren begonnen. Im ersten Jahre wurden 231. im zweiten 958 Paar Pantoffel angekauft; außerdem schenkte eine wohlthätige Dame in Amsterdam dem Komite für seine Zwecke 319 Paare, so daß ihm also 1277 Paar zur Verfügung stehen. In fast allen öffentlichen Schulen und auch in einigen Privatschulen sind die Pantoffeln des Komites in Gebrauch. . Der Druckfehlerteufel hat kürzlich dem Anzeiger für Könnern." Provinz Sachsen, wie er selbst berichtet, einen bösen Streich gespielt. Er schreibt: Die Zeit war sehr vorgefchritten, doch mußten für die Zeitung noch zwei Berichte rasch abgesetzt werden. Der eine betraf ein Begräbniß. der andere eine Feücrsbrunst. - Am andern Morgen war im Blatt folgendes zu lesen: .Der Sarg wurde von der Bahre genommen, in's Grab gesenkt und von den gierigen Flammen eingeäschert. Man fühlte kein Mitleid mit der alten Ruine, die das Stadtbild schon lange verunstaltete. Der Schaden ist durch Nersicöerung gedV "
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