Indiana Tribüne, Volume 27, Number 55, Indianapolis, Marion County, 26 October 1903 — Page 5
Jndiana Tribune, 26. Oktober 1903t
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Ein gcmiitl;lidjcr Adcnd. Humores e von 5. Bielhof. Herrn Wohlbier ging nichts über tU nen gemüthlichen Winterabend daheim. Wen.? er sich den Tag über in feinem Geschäft geplagt hatte, dann wollte er auch die Feierabendstunden mit ungestörtem Behagen genießen. Besonders bei einem solchen Wetter wie heute war es gar zu hübsch,, zu Hause zu sein. Aus dem Heimweg von seiner Fabrik war ihm sein Freund, der Apotheker Weiß, begegnet, und dieser hatte ihn zu einem Skat im Bunten Lamm" verführen wollen. Solche Skatabende mit dem Apotheker und dem Doktor waren nun eigentlich riesig nett, aber er hatte widerstanden. Erstens gab es heute frische Speckgrieben mit Pellkartoffeln und Salzgurken, und zweitens hatte er sich den ganzen Tag auf das Lesestündchen beim knisternden Ofenfeuer gefreut, er hatte einen neuen, spannenden Roman aus der Leihbibliothek angefangen. Dazu war heute gerade das rechte Wetter. Der Schnee stäubte ja formlich in Wolken herab und ein eisiger Nordostwind pfisf um die Straßenecken, daß es einem ordentlich in die Backen schnitt und die Augen anfingen zu thränen. Denke Dir, lieber Adolf, keine Speckgrieben mehr zu haben.' Alles ausverkauft beim Schlächter. Nun habe ich nur schnell Chokoladensuppe gekocht und kalten Ausschnitt zu den Kartoffeln." Er schnitt ein Gesicht, denn Chokoladensuppe war nicht seine Passion, aber er überwand die Enttäuschung. Nach bern Essen, wenn die Kinder zu Bett waren, sollte es darum um so gemüthlicher werden. Er hatte sich eben den bequemen Hausrock und die warmen Filzpantoffel angezogen, den alten, mächtigen Lehnsessel zwischen den Tisch und den Ofen geschoben und sei ne Lektüre herbeigeholt, um sich so recht behaglich niederzulassen, da kam seine Frau zurück,. die die Kinder zu Bett gebracht hatte. Willst Du nicht einmal hinaufkammen und nach Karlchen sehen? Er sagt, ihm sei so übcl.'Mein Gott, er wird doch nicht Scharlach oder eine Gehirnentzündung bekommen?" Unsinn, er hat einfach zu viel Chokoladensuppe gegessen." Seufzend kroch Herr Wohlbier aus seiner Ofenecke und begab sich in das Kinderzimmer. Er kam gerade dazu, um Karlchen den Kopf zu halten, der ernstlich seekrank war. Nachdem er ihm eine Dosis Natron verabreicht und eine halbe Stunde in dem ungeheizten Schlafzimmer gesessen, bis er sich überzeugt, daß Karlchen ruhig und sanft schlief, ging er erleichterten Herzens in seine Ofenecke zurück. - Seine Frau nahm ihm. gegenüber Platz und vertiefte sich in den Beilagen des städtischen Blättchens. Gott! was für ein entsetzliches Un glück!" rief seine Frau. Hm's Himmelswillen, was giebt's denn nun schon wieder?" . Höre doch nur! Zwischen Nashville und Atlanta sind zwei Eisenbahnzüge aufeinander gefahren, zwanzig Menr t. i 1 v i-1 r i : - r r. .
1 UICU WUl UHU UUULXll U UlCl IUiiUCt verletzt!" Weiter nichts?" , Weiter nichts? Wahrhaftig, ich dächte, das wäre Unglück genug! Höre nur! Die vorderen Gepäckwagen enthielten große Ladungen Zündhölzer, die bei dem Zusammenstoß explodirten und den Zug in Brand setzten. Unzählige Passagiere sind lebendig verbrannt, eingequetscht, zwischen den Trümmern. Eine unglückliche Mutter mußte ihr Kind vor ihren Augen in den Flammen umkommen sehen. Sie wurde auf der Stelle wahnsinnig." Schrecklich, schrecklich!" murmelte. Wohlbier mit einem Versuch, sich wieder hinter seine Lektüre zurückzuziehen. Es kommt noch viel schrecklicher," sagte die kleine Frau mit eine? wahren Wollust. Er mußte alle Details über die geräderten, zerquetschten, verbrannten und verstümmelten Menschen anhören und erfahren, wie - viel Beine, Arme und Köpfe einzeln aufgelesen wurden. Es ging ihm in alle Nerven und er hatte ein Gefühl, als ob die Chokoladensuppe ihm ebenso schlecht bekommen würde, wie Karlchen. Er wollte eben weiter lesen, als seine Frau aufschrie: Aber Adolf, -Du läßt ja die orcnd nende Clgarrenasche auf den Teppich fallen! Du hast mir schon lauter Löcher in meine Tischdecken und Teppiche gebrannt!" Lieber Schatz, das sind ja Mottenlöcher." Das gab eine heftige Debatte. Erst das Versprechen einer neuen Tischdecke zu Weihnachten beruhigte das empörte Gemüth der Hausfrau. Er nahm jetzt seinen Roman zur Hand, als Minna, die Küchenfee, leichenblaß hereingestürzt kam. Herr Wohlbier, im Keller sind Die- ' be! Mein Gott, habe ich mir erschrocken! Als ich mit der Küchenlaterne die Kellertreppe 'runtergehe, ich wollte man bloß den Rippenspeer aus dem Pökelfaß holen, da hat es so gepoltert im Keller, als ob eine ganze Diebesbände über die Fässer gegangen wäre!" Man bewaffnete sich so gut als es ging mit Stöcken und 'einem alten Schießgewehr. Vor der Kellerthür wurde Halt gemacht. .Pst!" sagte Wohlbier, horch!"
Eine Weile war Alles still. Plotzlch ein Krach, ein Poltern und Huschen hinter der Thür. Beide Frauen klammerten sich an Herrn Wohlbiers Rockschöße, aber dieser machte sich energisch los. Er riß die Thür auf und stieg zum Entsetzen seiner Gattin in den Keller hinab. Minna wollte ausrcißen, aber ihre Herrin hielt sie gewaltsam fest. Nichts da! Alles in Ordnung!" rief er von unten herauf. Herrjeses, dann hat's gespukt!" flüsterte Minna. Passen Sie auf, Frau Wohlbier, ob nicht bald Einer bei uns sterben wird. Als drüben bei Schneider Zickfuß die Frau im Wochenbett starb, da hat es auch kurz vorher ganz greulich Nachts im Hause gepoltert." Schaudernd wagten sich die Frauen einige Stufen die Treppe hinunter, während der Hausherr unten alle Winkel anleuchtete. Er hob einen umgestülpten Kartoffelkorb hoch, als' ein riesiger schwarzer Kater mit einem verzweifelten Satz, aus diesem Versteck fuhr und die Kellertreppe hinauf daZ Freie zu gewinnen strebte. ' Er war Minna zwischen die Füße gesprungen, die sich kreischend hintenübersetzte, während Frau Wohlbier die Flucht ergriff. Das hat man von der dummen Weiberfurcht," brummte er, als er sich wieder zurückzog, mit lebhaftem Verlangen, nun endlich seine Helden aus ihrer peinlichen Lage befreit zu sehen. Kaum betrat er das Wohnzimmer mit seiner Frau, als diese aufschrie: Um's Himmels willen, die Lampe wird platzen!" Warum denn? Wieso?" Siehst. Du nicht, das Petroleum ist ganz heruntergebrannt, ich habe neulich gelesen, das sei schrecklich gefährlich, weil sich in dem leeren Behälter Gase sammeln, die bei der kleinsten Erschütterung oder vom geringsten Luftzug explodiren!" Ja, was ist denn da zu machen? Das Einfachste ist, man pustet die Lampe schnell aus." Ja, aber von Weitem, um Gottes Willen nicht aus der Nähe! Warte, Karlchens Pustrohr ist hier im Nebenzimmer, ich werde es holen. Dann mußt Du auf einen Stuhl steigen und mit dem Pustrohr die Lampe auslöschen." Das Pustrohr wurde geholt und Herr Wohlbier bestieg einen Rohrstuhl. Vorsichtig hielt er das Rohr über den Cylinder der Lampe und pustete, aber die Flamme flackerte nur hoch auf, ohne zu erlöschen. Tiefer! Du mußt das Rohr tiefer halten!" Er hielt das ohr tiefer und beugte sich weit vor. Plötzlich verlor er das .Gleichgewicht, -stieß mit dem Püstrohr die! L.?mpe um, die klirrend vom Tisch fiel und erlosch, fo daß tiefe Finsterniß den Schrecken der Situation erhöhte. Frau Wohlbier kreischte und konnte vor Aufregung die Thür nicht finden. Sie lief erst gegen den Bücherschrank, dann gegen einen Blumenstände?, den sie umwarf, und endlich stießen beide Ehegatten mitten in der
Stube hart mit den Köpfen aneinander. Sie war verzweifelt über den angerichteten Schaden, die gute Lampe entzwei, Tischdecke und Teppich mit Petroleum getränkt, die Lieblingspalme mit geknickten Blättern am Boden. Donnerwetter, das ist ja heute ein sehr gemüthlicher Abend, ich gehe zu Bett!" sagte Herr Wohlbier. wenn jemand cincZZeist tljut' Künstler-Novellette von S. Meinhold. Ein herrlicher Tag der schönsten Jahreszeit. Still liegen Park und See, und der vergoldete Wetterhahn des fürstlichen Schlosses zu Grätz dreht sich eben nach der Seite des Varkes, durch den ein einsamer, unscheinbar gekleidete: Wanderer mit langem, herabwallendem Haar dem Schlosse zuschreitet. Der Fremde fragt einen Diener, ob Fürst Eduard 0oon Lichnowsky . zu Hause fei, und wird vor den Sekretär des Fürsten geführt. Das Genie und die hohe, sittliche Reinheit der fremden Gestalt müssen durch die rauhe Hülle ihrer äußeren Erscheinung stark durchleuchten, denn der Sekretär grüßt ehrerbietig und ladet den Besuch ein, ihm zu folgen. Man erstaunt, als Fürst Eduard den schlichten Gast in seinem Hause herzlich willkommen heißt. Der Fremde war : Ludwig van Beethoven. Das Vordringen Napoleons I., das so viele Künstler aus ihrer Heimath trieb, scheuchte auch Beethoven aus seinem Asyle, und er floh das Kriegsgetümmel der Hauptstadt, um sich nach dem Schlosse der kunstliebenden Fürstenfamilie Lichnowsky zu begeben, wo er der gastfreundlichsten Aufnahme sicher war. Ein neues Leben war mit der Ankunft des großen Meisters im Schlosse eingezogen. Man erfreute sich froher Abende und ergötzte sich an seinen Tonwerken. Zu den verständnißvollsten Zuhörern gehörte die noch nicht achtzehn Jahre alte Comtesse Karoline, die mit der größten Aufmerksamkeit seinem Spiele folgte. Eines Tages kam gegen Mittag ein kleiner, verschlossener Bücherkasten an, und dieser Kasten enthielt Beethovens portatives Piano.
Ein solch kleines Klavier war für die junge Comtesse etwas Neues. Sie konnte es anfangs gar nicht glauben, überzeugte sich aber bald von der Richtigkeit. Die Klaviatur des Pianos umfaßte vier Oktaven und einigeTöne, und außerdem befand sich darin ein Fach für Papier- und Schreib - Utensilien. Woher haben Sie diesen Zwerg von einem Klavier?" fragte Karoline. Dieses Instrument wurde mir im Jahre 1786 von dem Grafen Wallenstein zum Geschenk gemacht, und ich hebltnt mick dessen sebr bäukia. Mit seiner Hilfe habe ich die letzte Hand an meinen Christus am Oelberg" gelegt. Dies kam so. Ich war krank und hatte ganz vergessen, die Posaunenstimmen dafür zu schreiben. Mein fünfzehnjähriger Schüler Ferdinand Ries setzte mir den Zwerg auf's Bett, und ich schrieb die Stimmen nieder, worauf sogleich die Probe beginnen konnte. Zum Componiren eignet sich das Ding vortrefflich. Man kann zwar keine schwicrigen Stücke darauf spielen, wohl aber einfache Lieder." Ich bitte Euch, Meister, versucht es." So singen Sie mein Lied: Wenn Jemand eine Reise thut." Ich will Sie dazu begleiten." Warum gerade dieses?" Weil es sich wegen seiner Einfachheit für das kleine Klavier eignet und mein erstes Lied ist, das ich komponirte. Ich spiele es deshalb immer noch gern." Comtesse Karoline sang, und BeetHoden begleitete sie. Sie lachten herzlich, als die letzte Strophe verklungen war, was bei dem Meister etwas sagen wollte, denn er lachte fast nie. Abends wußte Karoline den Meister zu überreden, daß er sich seiner Phantasie überlasse. Einfach und schlicht begann er sein Spiel, aber immer inniger, immer voller und rauschender schwoll es an, bis eine unglaubliche Fülle der herrlichsten Ideen unaufhaltsam wie Blumen aus einem Füllhorn hervorströmten. Aber noch viel später, al? schon längst die Lichter im Schlosse verlöscht waren, hörte man ihn phantasiren, und es war, als zeichnete er in seinem Tongemälde den Tag seiner Ankunft in der fürstlichen Familie, seine Wanderung durch den ernsten Wald und die blumengestickte Halde. Drüben an dem halb geöffnetenFcnster eines Zimmers blickte ein schönes Mädchen schwärmerisch hinaus in das nächtliche Dunkel. Wehmüthig und sehnsüchtig schwillt ihr Herz bei den herrlichen Tönen, und in ihrem Auge spiegelt sich der Silberglanz des Mondes in einer Thräne, so hell und rein, wie der Diamant, der an ihrem Halse funkelt. Galt, das Spiel des Meisters ihr, und wußte er, daß sie feinen Tönen lausche? Still und dunkel ist es jetzt,' und ringsum sieht man nichts als das niederfließende Silber des Mondes. . Der Krieg warf seine Fackel auch in die lieblichen Thäler Schlesiens und verschont das Dorschen Grätz und sein schloß nicht. Mit empörendem Ueber??uihe hausten dort die französischen Truppen, und der junge General.Marquis Bonnegard, machte keine Anstalt, dem wüsten Treiben seiner Soldaten Einhalt zu thun. Fürst Eduard von Lichnowsky machte gute Miene zum bösen Spiel, stellte dem General eine Reihe Zimmer im Schlosse zur Verfügung und veranstaltete ihm zu Ehren ein Fest, das Beethoven durch fern Spiel verherrlichen sollte. Der Künstler aber weigerte sich, vor den Feinden seines Vaterlandes zu spielen. Alles Zureden war umsonst. Da alles nichts half, schickte man Comtesse Karoline zu ihm. In wehmüthig - ernster Stimmung begrüßte er sie. Es ist bekannt, daß Beethoven schwerfällig wurde, wenn er seinen Gedanken eine gewandte Form im Ausdrucke, geben wollte. Dennoch durchbrachen manchmal im Zorn und Unmuth, im Schmerz und in der Klage die Fülle und Stärke seiner Ideen die sprachlichenSchranken und ergossen sich dann in einem oft wohl hastigen, aber hinreißenden Strom der Beredsamkeit. Als ihm Karoline ihr Anliegen vorgetragen hatte, nahm er sie sanft bei der Hand und blickte ihr, lange ernst und schweigend in die Augen. Dann sprach er: Der Himmel weiß, Comtesse, wie gern ich Ihrer Bitte Gehör schenken würde, doch es kann und darf nicht sein. Es gab eine Zeit, in der ich Napoleon verherrlichte. Sie ist für mich vorbei. Ich feierte ihn als einen Freiheitshelden, aber er ist einer der schlimmsten Tyrannen, die die Erde je getragen. Er häuft Unrecht auf Unrecht. Gewaltthat auf Gewaltthat. Ich, hasse und verachte ihn und werde das Schloß heute verlassen, wenn man seinen Soldaten zu Ehren ein Fest geben wird." Einige Stunden später ging der Meister in den Park und setzte sich in eine Laube, um Schutz vor der Sonne zu suchen. Da vernimmt er hastige Schritte. Er blickt auf und sieht, wie Comtesse Karoline eiligst der Laube zueilt, verfolgt von dem jungen General Bonnegard. Jetzt hat er sie erreicht, und Karoline steht erröthend still. Er scheint ihr scherzend Vorwürfe darüber zu machen, daß sie seine Nähe meide; aus ihrem Mienenspiel ist zu lesen, daß sie ihm trotzig antwortet. Der leichtfertige Franzose wird feuriger, kühner. Er vergißt sich soweit, die Regeln des
guten Tones außer Acht zu lassen und sich ihr in zudringlicher Weise zu naHern. In demselben Augenblicke tritt Beethoven aus der Laube und heißt ihn mit zornfunkelndemAuge und nicht mißzuverstehender Handbewegung gehen .... Der General wird verlegen, lächelt höbnisch, und sich an Karoline wendend, spricht er: Er scheint verrückt zu sein; sein Aeußeres wenigstens läßt diese Annahme zu." Diese giebt ihm keine Antwort. Sie legt ihren Arm in den Beethovens und geht mit ihm nach dem Schlosse. Der Abend kam heran. Ein heftiges Gewitter wüthete seit einigen Stunden. Ohne Hut und Mantel streifte der Meister allein im Parke umher; das Gewitter und der nieder-strömende-Regen hinderten ihn daran nicht. Noch eine halbe Stunde, und er mukte das Schloß verlassen. Er begiebt sich nach seinem Zimmer, und an ihm vorüber rauscht mit leichter Verneigung Karoline in weißem Atlaskleide. Dieser Anblick macht ihn unschlüssig, ob er gehen oder bleiben solle. . Da sieht er durch die großen, hellerleuchteten Glasthüren, wie der französische General der Tochter des Hauses entgegenkommt und ihr mit ritterlicher Galanterie den Arm reicht. Wuth und Eifersucht bestimmen seinen Entschluß er wirft seinen Mantel um und verläßt, ohne Abschied zu nehmen, das Schloß ... Beim Mondschein geht er auf der Landstraße gesenkten Hauptes dahin. Hier und da erwachen von seinem Tritte die schlafenden Vögel in den Hecken und Schlehenbüschen am Wege, schütteln und dehnen ihr Gefieder und sehen verwundert auf den ernsten Mann, der nachdenklich über die nasse Straße zieht. Oft wendet er seine Blicke rückwärts, aber immer größer wird der Raum, der zwei Herzen von einander trennt. Die Morgenröthe der Freiheit war angebrochen, der Korse gestürzt. Die Zeit der tiefsten Erniedrigung des Vaterlandes hatte Beethoven bitter emPfunden, dem Wachsthum seines Genius aber hatte sie nicht geschadet. Er war das. was man schon lange Pro-
sphezeite: der, größte Komponist seiner Zeit. Friedlich lag die Herbstsonne auf Feld und Wald. Das Zwitschern der Vögel, die sich zur weiten Reise rüsteten, und das Rauschen des Windes in den Bäumen tönte durch die friedliche Sillle der. herbstlichen Landschaft. ' Mit wirremHaar, ernst und sinnend, schreitet Beethoven wieder demSchlosse zu. Schon sank d'.e Zacht hernieder, als er bei d;n mächtigen Linden des Parkes anlangte. Die Thür des Masses steht offen, aber innen ist es dunkel und 'still. Ein peinliches Gefühl befällt ihn. Es überkommt ihn wie die plötzliche Ahnung eines Unglücks. - Er schreitet die wohlbekannte Treppe hinauf, öffnet die Thür des Saales und bleibt erstarrt stehen. Ein schmerz durchzuckt ihn. ein Schrei bann legte sich eine Wolke über seine Augen, und er stürzte besinnungslos zusammen. Mitten , im Saale stand, von Lichtern umgeben, ein offener Sarg, und drinnen lag, in Blumen gehüllt, selbst eine entblätterte Blume, sie, die er so heiß liebte Comtesse Karoline. Beethoven liegt auf dem Krankenlager, von dem er sich nicht mehr erheb:n wird. Stephan Vreuning, Strucker und Ries umstehen sein Bett. Plötzlich richtet sich der Meister auf und äußert den Wunsch, eine Composition von sich zu hören. Es war das letzte Aufflackern der Lebenskräfte. Wir wollen mein erstes Lied singen." spricht er leise. Was für ein Lied?" fragt Ries. Das in E-dur." Wenn Jemand eine Reise thut?" Ganz recht; den Urian." Man setzt ihm das portative Klavier auf's Bett, und, unterstützt von Breuning, spielt Beethoven ein kleines Präludium, ohne zu bemerken, daß die meisten Saiten auf dem Instrument fehlten. Er giebt auch einige schwache Töne vor sich, sinkt aber bald völlig erschöpft in die Kissen zurück, und die erste Strophe seiner ersten Komposition Wenn Jemand eine Reise thut, so kann er was erzählen," wird nur zur Hälfte gesungen. Zwei Tage darauf ging er hinüber. Das kleine Klavier, erzählt Graf Pantecoulant,' wurde in einer Stadt Deutschlands von einem BeethovenReliquiensammler gekauft und durch den französischen Bratschisten Cassmir Ney dem Conservatorium der Musik in Paris qeschenkt. wo es noch heute unter No. 261 zu sehen ist.
Im Rauchzimmer. A.: Haben Sie schon gehört, der Tenor Vrüller hat seine Stimme verloren." B.: Was Sie sagen? Durch Erkältung?" A.: Nee, aber durch Verheirathung!" I m P a n o p t i k u m. Der Mann ohne Beine macht der Dame ohne Arme folgenden Heirathsantrag: Mein Fräulein, möchten Sie Ihre Hand einem Manne reichen, der für Sie bis an's Ende der Welt gehen würde?" . , ,, Gottlied L eukhardt, ' Die gemüthliche Ecke . 1 Ecke Noble und Market Str
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