Indiana Tribüne, Volume 27, Number 55, Indianapolis, Marion County, 26 October 1903 — Page 4

Jndiana Tribüne, 2. Oktober 1903.

Zndiana Tribüne. HerauZgegebrn von der Sutenbtrg 0. Indianapolis, Ind.

Hany O. Thudmm Präsident. GeschaftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 2K9. ere I u the Post Office of Indianapolis as second class matter. Das Urbild der Schönen Helena f AuZ Wien. Anfang Oktober, schreibt man uns : Eine Künstlerin ist in die sen Tagen im stillen steiermärlischen Klagenfurt zur letzten Ruhe gebettet worden, die in dem ganzen, an originellen Künstlerpersönlichkeiten so reichen 19. Jastrhundert ihres Gleichen nicht gefunden hat : Marie Geistmger, von zwei Welten' einst beiubelt, heut be trauert. Das 19. Jahrhundert war die Glanzzeit der Operette und Marie Geistmger war die größte Künstlerin der Operette. Sie hatte die Gabe, alles zu adeln, was sie anfaßte, bedenkliche Rollen verloren ihre Gefahren, wenn sie sie spielte, und derben Bühnenfi guren gab sie Feinheit und Anmuth, Was brachte sie nicht alles für ihre Kunst mit ! Als Sängerin stand sie so hoch, daßOffenbach.als er sie inWien gehört hatte, ausrief, jetzt erst habe er seine Operetten singen hören! Ihre große und edle Schönheit verlieh jeder Gestalt, die sie verkörperte, eine eigene Weihe; ihr glaubte man die schöne" Helena, über deren Schönheit sich die Männer und die Völker entzweiten. Und endlich ihr temperamentvolles, originelles, durch und durch belebtes Spiel, das alles aus der Rolle herausholte, was daraus zu holen war. So ist sie die klassische Künstlerin der Operette, und vor allem die klassische Schöne Helena" geworden. Allein damit hatte ihre Kunst nicht ihre Grenze erreicht. So viel seitig war ihr Talent, daß sie zugleich auch in den übermüthigen Gestalten der Posse, im ernsten Volksstücke, ja selbst im Drama hohen Stils Vollendetes schuf. Als sie in Leipzig thätig war, konnte man sie oft heute in Goethe's Jphigenie" oder als Jsabella in Schillerö Braut von Messina", morgen in Offenbachs Herzogin von . Gerolstein" bewundern. Die kernigen Gestalten des großen österreichischen Volksdichters Anzengruber fanden in ihr eine der ersten und zugleich eine der genialsten Vertreterinnen. Mit allen Fasern hing sie am Theater. Sie war ein Schauspielerkind und trat schon in Kinder rollen auf, damals ein mageres, frühzeitig aufgeschossenes Mädchen. Als sie etwa 20 Jahre alt war, stand sie bereits auf der Höhe ihres Ruhmes; Berlin, Wien und Leipzig sind die drei großen Stationen, wo sie sich ihren Weltruf erwarb. Sie feierte außerordentliche Triumphe; und als sie erst in den 80er Iahren und dann noch einmal 1897 große Gastspielfahrten unternahm, da beftätiqte der einmüthige Jubel der Neuen Welt da5 Urtheil der Alten Welt. Ganz Nordamerika hat sie damals durchwandert, und einmal in Elko im Staate Nevada, wo sie wegen Ueberschwemmung der Bahnstrecke einen dreitägigen unfreiwilligen Aufenthalt hatte, sogar vor Indianer und Chinesen gespielt. 1893 ist sie noch einmal in Berlin und Wien aufgetreten, immer noch die große Geistmger, allein ihre Kraft war untergraben, und so ungern sie dem geliebten Theater Valet sagte, sie mußte sich doch in die Einsamkeit ihres Gutes bei Klagenfurt zurückziehen. Bald suchten schwere Leiden sie heim, sie erlitt große Qualen, und dennoch hing sie mit allen Fasern am Leben. Lieber Gott, hab' Erbarmen; soll ich denn alles schon verlassen?" rief sie noch in den letzten schweren Tagen vor ihrem Tode aus. Und so ist sie denn, 67 'Jahre alt, verschieden; allein die Erinnerung an sie überlebt sie bei den Hunderttausenden, denen sie Freude und Heiterkeit geschenkt hat, und in den Annalen der Bühnenkunst des 19. Jahrhunderts. In . einem Zeitalter, wo sich alle Berufsgruppen zum Zwecke besserer Daseinsbedingungen zusammenschließen, ist der Versuch der Schriftsteller, sich von den Fesseln der Verleger zu be freien, erklärlich genug. Als ebenso verständlich erscheint eS, daß diese literarisched Emancipation" in Frankreich ihren Anfang nimmt. Steht doch dasselbe auf literarischem Gebiete heute noch unbestritten an erster

Stelle und der Einfluß der führenden Schriftsteller ist bedeutend genug, um den Versuch, der immerhin ein Wagniß darstellt, zu unternehmen. So hat denn eine Anzahl namhafter Schriftsteller einen Verband gegründet, um die von ihnen geschaffenen Werke selbst Herauszugeden. Zu diesem Zwecke wird ein Fond gebildet; die Mitgliedschaft steht jedem Autor offcn. Besonders für die jünger?n, die noch unbekannten Literaten ist der Plan, falls er zur Durchführung komlt, ein wahrer Segen. Sie sind es, die sich die Preise von den Verlegern und häufig genug auch die Art ihrer Geistesarbeit vorschreiben lassen müssen, während der Träger eines gefeierten Namens sich natürlich nach beiden Richtungen einer größeren Unabhängigkeit erfreut. Hoffentlich folgt Deutschland mit einem ähnlichen Versuche nach ; in Amerika müssen noch manche Jahrzehnte vergehen, bis die literarische Produktion eine solch dem Umfange entsprechende Höhe erreicht hat. Das, was jetzt gänzlich verschwunden ist, die Freiheit geistigen Schaffens, läßt sich hierdurch noch im Rahmen der heutigen Gesellschaft wenigstens theilweise er reichen.

Das; ein wirkllcherGesandter wegen Beleidigung eines unteren Bahn-Be amten im Auslande gerichtlich verurtheilt wird, kommt nicht gerade häusig vor; Herr Pearson, unser neuer Gesandter beim König der Könige" in Persien, hat dies aber zuwege gebracht. Zwar war der Herr zur Zeit der That noch Consul in Genua, bei dem Urtheilsspruch aber bereits Gesandte?. Warum übrigens ein Consul weniger Gentleman sein darf als ein Gesandter, läßt sich absolut nicht erkennen. Die erste Rücksicht aber im äußeren Benehmen eines Gentleman ist höfliche Behandlung von Leuten, die gesell schaftlich oder beruflich tiefer stehen und doppelt kann man diese Forderung an den Vertreter einer Macht im Auslande stellen, den die dortige Regierung schon im eigenen Interesse vor allen Wider wärtigkeiten persönlicher Art zu schützen sucht. Da der italienische Gerichkshof den Gesandten zu einer Geldstrafe verur theilt hat, so hält er ihn eines derart ungezogenen Benehmens für schuldig; von einer Berufung des Verurtheilten an ein höheres Gericht ist nichts bekannt. Seinem Heimathlande hätte der Herr sicherlich einen besseren Dienst erwiesen, wenn er sein zur Unzeit erwachendes republikanisches" Selbstbewußtsein überwunden und ein rein formelles Gesuch an den König von Italien gerichtet hätte, wodurch die leidige Geschichte nicht an die große Glocke gehängt worden wäre. Es ist nicht qerade nöthig, die vielerlei Blamagen, die sich unsere Vertreter schon im Auslande geholt, noch mit aller Gewalt zu bereichern. ... - Die deusche Bewegung. Der Deutsch-Amerikanische Centralbund" in St. Paul, Minn., beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung Hauptsächlich mit dem Unterrichte in der deut scben Sprache und dem Turnen in den dortigen Volksschulen. Man kam zu der Ueberzeugung, daß in der Agitation für Einführung des deutschen Sprachunterrichts nicht nachgelassen werden dürfe. Der Schulrath wurde scharf kritisirt über sein Verhalten dieser Frage gegenüber, welche ebenso wichtig, wenn nicht bedeutend wichtiger sei, als die Einführung des Handfertig-keits-UnterrichtS in den Elementarschulen. Auch in Bezug auf den Turnunterricht sei ein Schritt nach rückwärts seitens des Schulraths gethan worden, statt nach vorwärts. Der Turnuterricht in der Hochschule ist nämlich jetzt, statt wie bisher obligatorisch, dem Belieben der Schüler überlassen. ' Das sollte nicht sein, vielmehr sollte der Tursunterricht nicht allein in der Hochschule, sondern auch in den Elementarklaffen obligatorisch gemacht werden. DaS Executiv-Comite wurde beauftragt, sowohl in Bezug auf den Unterricht in der deutschen Sprache wie den Turnunterricht Schritte zu thun, die seinem Ermessen nach empsehlenSerth find, um zum Ziele zu gelangen. Personal-Notizen. Herr Ferdinand Thun aus Reading, Pa., weilte gestern als hochwillkommener Gast bei seinem Freunde, Herrn Gustav Oberländer, zum Besuch.

Indianapolis Lkederkranz

Ein freundlicher Stern waltete über dem Erössnungs-Conzert. . In Schaaren strömten gestern Abend musik- und sangskundige Personen in die Germania Halle, um dem Eröff nungs-Conzert des Jndpls. Liederkranz beizuwohnen. Beispiellos steht die Popularität dieses nicht nur in der Stadt, sondern auch im Nordamerikanischen Sängerbunde hochangesehenen Gesangvereins da. Eine van demselben veranstaltete Festlichkeit pflegt daher stets einen erfolgreichen Verlauf zu nehmen. Das gestrige Conzert hat jedenfalls dem Verein wieder zahlreiche Freunde erworben. Die Activen, welche wiederum im Laufe des Sommers durch neue stimmbegabte Sänger guten Zuwachs erhallen haben.brachten folgende Lieder zum Vortrag: Chor aus Jessonda" von L. Spohr, Der Lindenbaum" von Schubert, Schwertlied" von Weber, Grüßt wir das blonde Kind am Rhein" von Th. Burck, Sing, Bögelein singe" von Baldamus und zum Schlüsse Vergessen" von Th. Burck. Aus dieser Zusammenstellung geht schon zur Genüge hervor, daß daö Deutsche Volkslied vor Allen von, dem Liederkranz gehegt und gepflegt wird. Auf diesem Gebiete der Gesangskunst scheint der Verein die Meisterschaft erringen zu wollen. Wohl übte der Chor aus Jessonda" eine mächtige Wirkung auf die Zuhörer aus, aber dieselbe war noch weit zurück v"r dem nachhaltenden Herz und Gemüth erobernden Vortrag des stimmungsvollen Liedes Der Lindenbäum". Es war wie eine hohe künstlerische Offenbarung, ein ungetrübter Genuß. Erwarb der Verein sich Lorbeeren, so that es sein bewährtes Mitglied, Herr Franz Schäfer, als Solist nicht minder. Er war brillant bei Stimme und erwarb sich voll und ganz durch den feelenvollen Vortrag des Liedes Das Lied der Nachtigal" die Gunst der !ZuHörer. Als Zugabe trug er das reizende Liedchen Letzter Wunsch" vor. Als Solistin war aus dem Pro gramm ferner Frau Anna WeickmanSearcy mit dem Vortrage Aus Dtikien ' st Augen strahlt die Liebe" verzeichnet. Die junge, über einen einschmeichelnden Sovran verfügende Dame fand es jedoch für angepaßt, zwei englische Lieder zu Gehör zu bringen. f , In einem Eröffnungs-Concert cin? solch'' urdeutschen Gesangvereins, wie des Liederkranz, war diese Auswahl jedenfalls nicht recht am Platze und sie wirkte auf viele Anwesende Verstimmend. Schon in früheren Concerten hat der junge Herr Nolting sich durch seine vortrefflichen Piano-Vorträge au gezeichnet. Auch gestern Abend wieder errang er sich wohlverdienten Beifall, Herr H. White, ein Mitglied des Orchesters, brillirte durch Solo-Vorträge auf dem Cornet. Das von Herrn Reinhold Miller dirigirte Orchester die City Band" aber hat durch seine gediegenen Leistungen wesentlich zu dem schönen Erfolge beigetragen, welchen das Eröff-nungs-Concert des Liederkranz hatte.. Meister Knodel hat gerechte Ursache, auf seine mit Lust und Liebe dem deutschen Gesänge ergebene Schaar stolz zu sein. Damen-Berein dfö Unabhängigen Turnvereins. Der Damen-Verein des UnabhSngigen Turnvereins veranstaltete gestern Nachmittag seine monatliche EuchrePartie. Die Betheiligung an derselben war eine rege; folgende Damen gingen aus dem Turnier als Siegerinnen hervor : Frau Rexroth, Frau Pink. Frl. Marie Metzner und Frl. Rosa Hoefner. Die Vorbereitungen lagen in den bewährten Händen der 4. Section, Vorsitzende Frl. Margarethe Hook und sie waren daher in jeder Beziehung zufriedenstellend. Diese Section hat diesen Monat, wie Hon. Philip Sauerampfer sagen würde, ihre Last". Denn sie hat schon wieder die Arrangements zu treffen für die am nächsten Donnerstag Abend stattfindende EuchrePartie für Damen und Herren. Dieselbe wird ohne Zweifel auch wieder erfolgreich ausfallen. 9- Die beste 5 Cent Cigarre in ver Stadt, Mucho's Longsellow". ,

Instructionsschule der Vandalia Eisenbahn Co.

Die Vandalia Eisenbahn-Gesellschaft hat eine sogen. Instructionsschule für ihre Angestellten eingerichtet. Diese Schule ist allerdings insofern neu, als von jetzt Jemand regelmäßig an ihrer Spitze stehen wird. I. M. Lindley wird Verträge vor den Leuten halten, welche mit dem Betriebe von Zügen zu thun haben und wird sie über Dinge, die mit Eisenbahnarbeiten zusammenhängen, ausfragen. Die Einrichtung wird eine dauernde sein und die Schule in regulär genannten Städten gehalten werden Dieses Departement sowohl wie die erste errichtete Eisenbahn-Jnstructions-Schule ist ein ureigenes Unternehmen der Vandalia Bahn. Gs ist eine EntWickelung eines vor sieben Jahren angefangenen Systems, als H. I. Miller DivisionS-Superintcndent war. Dasselbe wurde aber seither nur in sehr oberflächlicher Weise gehandhabt. In 1879 hatte die Vandalia Bahn ein Regeln -Buch ausgegeben. Vor dieser Zeit hatten alle Eisenbahnen alle Regeln für Angestellte auf der ZeitTabelle publicirt, aber die Zahl der Angestellten war eine sehr große und ebenso war auch die Confusion Über die Regeln eine so allgemeine, daß die Herausgabe eines Regelnbuches nothwendig erschien. Ja, sogar nach der Publication des Buches und Vertheilung desselben herrschte noch immer eine gewisse Confusion, weil sämmtliche Angestellte die Regeln nicht nur in ein und derselben Weise auslegen. In Folge dessen wurde es nothwcndig, einen gewissen Plan zu formuliren, nach dem die Regeln durchaus von allen verstanden werden würden. Dann kam unter Miller ols Superintendent in 1895 die Idee der Einrichtung einer regulären Schule auf. Zu dieser Zeit war Jeder, der mit dem Betriebe von Zügen zu thun hatte, gehalten, einem Vortrage beizuwoh nen und sich darüber prüfen zu lassen, daß er jede von der Company aufgestellte Regel vollkommen begriffen habe. Große Resultate entstanden daraus und seither wurden alle Applicanten sür Anstellungen im Bahnbetriebe über ihre , Fähigkeiten, und Kenntniß des Bahnbetriebes geprüft, nachdem sie einige Monate im Dienste waren. Es liegt jetzt im Plane, diese Schule zu einem regulären Departement zu machen, die Angestellten in regulären Zwlschenräumen zu prüfen und zu ihrer Unterweisung eine Office zu halten, in die sie zu irgend einer Zeit gehen können und wo sie einen Lehrer finden werden, der sie über nicht verstandene Punkte aufklärt. Ein Cursus von Vorträgen wird in den folgenden fünf Städten im Laufe der nächsten zwei Monate gegeben wer den : Indianapolis, Brazil, Terre Haute, Effingham und St. Louis. Es wird zwei Classen an einem Tage geben Samstag und Sonntag ausgenommen eine in den Stunden von 8:30 bis 12 Uhr Vormittags und die andere von 1:30 bis 4:30 Nachmittags. Nachdem ein Jeder Gelegenheit ge habt haben wird, diesen Vorträgen beizuwohnen, ist er gehalten, sich einer Prüfung über die Kenntniß vom Bahnbetriebe unterziehen zu lassen. Die St. Louiser Weltausstellung macht die Anstellung von Hunderten von neuen Leuten nothwendig und sie hat. viel mit der Einrichtung dieser Schule zn thun. Bruce Cooper, HülfS Zugmeister, wird Herrn Lindley bei dem Unterrichte assistiren. Gut Matt! Erfolgreiches Skat-Turnier des Unabhängi' gen Turnvereins. An dem ,von der Skat-Section des Unabhängigen Turnvereins gestern Nachmittag veranstalteten Turnier nahmen zahlreiche Wenzel-Ritter theil. Als Sieger gingen schließlich auS demselben folgende Matadoren hervor : 1. Preis Fred Zwicker jr., 17 gewonnene Spiele. 2. Preis Jul. Keller, 472 Punkte. 3. Preis Gustav Oberländer, Solo gegen 460. 4. Preis Aug. Woerner, 14 gewonnene Spiele. 5. Preis George Seidensticker, 334 Punkte. 6. Preis Aug. Kühn, höchstes Spiel, 96 Punkte. 7. Preis Hy. Karstadt, Schippen gegen 4. . Trostpreis A. Raifer. '

Nachrichten aus Jndiana

Der Wirbelsturm, welcher über das Regie rungsdepol in Jeffersonville hinwegfegte. Jeffersonville. Ein republikanischer Wirbelsturm", der am Samstag durch das Regierungsdepot in Jeffersonville fegte, blies die Häupter etlicher Departements weg und jagte den übrigen Angestellten einen solchen Schrecken ein, daß sie sich bis zum ersten November schwerlich erholen werden. Der Sturm setzte ein, als um die Mittagsstunde Generallieutnant Sam N. Jones, der Hülfs Generalquartiermeiste?, eine Anzahl Angestellter vor sein Angesicht entbot. Was geschah, war völlig unerwartet. Aber man weiß jetzt wenigstens, weshalb neulich Generallieutnant John W. Pullman sein Erscheinen machte. JoneS kündigte den Versammelten nämlich an, daß eine Anzahl Aenderungen" aus Washington, anbefohlen worden feien, die bereits Montag Morgen in Kraft treten würden, oder eine Woche früher, als die Betreffenden angenommen hatten. ES sind alle diese Aenderungen bekannt und im Uebrigen verhalten sich sowohl Col. Jones, alS die Wissenden ..mumm." Diejenigen Versetzungen jedoch, die bekannt wur den, zeigen, daß höherzestellje Beamte in niedrigere und niedrig gestellte an hohe Plätzen gestellt würden. W. T. Williams, der vom Chefclerk zum einfachen Clerk wurde, sind als Demokraten bekannt und etliche andere Gemäßregelte werden wenigstens dafür gehalten. Die an ihre Stelle gerückten Glücklichen sind sämmtlich Republikaner, resp. Vettern der Gewaltigen". Waldemar Wolff, der eine geringere Stelle erhielt, als seine jetzige, ist politisch nicht bekannt, aber der älteste Clerk im Depot, wo er fünsunddreißig Jahre thätig ist. Er ist ein Däne von Geburt und sehr tüchtig. Der Zweitälteste Angestellte dort ist Uppermann, fast zwanzig Jahre in Diensten. Er muß, obgleich tüchtig, republikanischer Concurrenz das Feld räumen. Glasfabrikanten verklagt. M a t t h e w S.' Die Anwälte Cu stör und Cline reichten im Namen von Sinon Burns, Präsident der alten L.-A. 300 im Kreisgericht zwei Klagen ein. In der eineu verlangt Burns von der Matthews Glas Co. die Be Zahlung einer fälligen Note 81000 und in der andern wünscht er, daß d:e Sun Glas Co. die ihm gegebenen Wechsel auf den Betrag von $2000 lautend, einlöst. Zufall oder Absicht? Jeffersonville. Den hier eingetroffenen Nachrichten zufolge, den Tod von Dr. Henry Hearn in Lexington, Ind., betreffend, ist der Arzt an Vergiftung gestorben, doch weiß man nicht, ob durch Zufall oder Absicht. Dr. Hearn war seiner Zeit als einer der tüchtigsten jungen Aerzte in SüdJndiana bekannt. Er war etwa 35 Jahre alt und in der Nähe von Madison geboren. Nachdem er in Louisville promovirt hatte, ließ er sich in der Nähe seiner Heimath nieder und ging vor kurzer Zeit nach Lexington in Indiana, etwa 20 Meilen von Jeffersonville. Vor einigen Jahren wurde Dr. Hearn, ein Sklave des Morphium, später gebrauchte er Cocain und fügte schließlich noch übermäßigen Schnapsgenuß den ersten beiden Lastern bei. Vor Kurzem entsagte er allen dreien fast ganz, doch fing er, als er kürzlich nach Madifon ging, von Neuem an, diesen Lastern zu fröhnen. Am Donnerstag fiel er' in Lexington auf der Straße um und verschied um Mitterternacht in seiner Wohnung, wohin er geschafft worden war. Trotz seiner bö sen Angewohnheiten war der junge Arzt sehr beliebt. Er war verheirathet, hatte aber keine Kinder. Einem Herzschlag erlegen. G r e e n f i e l d. Frau Josephine Anderson wurde am Samstag, während sie im Hühnerftall beschäftigt war, von einem Herzschlage befallen und sie sank entseelt zu Boden. Sie war 43 Jahre alt und erfreute im Blue River Township eines großen Bekanntenkreises. Neues Theater für Fr a nkfort. F r a n k f o r t. Eine Actien-Gk' fellfchaft hat sich hier organistrt,' welche ein neues Theater etabliren wird. In demselben sollen Vaudeville-Vorsteuu

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gen gegeben werden.

Keine erhöhte Hotelpreise auf t der Welausftelluug. Das Freie Jnformations-Bureau" der St. Louiser Weltausstellung hat ein Büchlein herausgegeben, aus welchem hervorgeht, daß die Gmeral-Ver-waltung der Ausstellung mit den Geschäftsführern der nachstehenden Hotels ein schriftliches Uebereinkommen getroffen hat, demzufolge dieselben sich verpflichten, ihre Preise für Logis währeno der Dauer der Welt - Ausstellung vom 30. April bis zum 1. Dezember 1901 nicht zu erhöhen: Planters, Moser, Terminal, West End, Rebmann, The Beers, Norman die, The Beresford, West End, Granville, Sherwood, Freeman, The Henrietta. Heltcams's New Hotel, Bandeventer, Charleville, Wellington, The Hardy. Portland, The Carleton, New St. James, Rozler, Laclede, The Hartford, The Benton, Usona, The Beresford Annex, Clarkville Terrace, Blue Graß Bachelor, Mona, Grand Union, Bement, Eastlick, The Edison, Cherokee, Schneider House, Grace, St. Charles, Phoenix. Die Raten werden dieselben sein, wie sie während des Jahres vor Er öffnunz der Ausstellung in den Hotels berechnet wurden. Neue Hotels, welche eine Capacität von 50,000 Besuchern haben, sind bereits etablirt worden und andere, welche Raum für 30,000 biaten, sind im Entstehen begriffen. Respectable LogirHäuser und Privathäuser können 33,000 Personen beherbergen. Die Swdt hat 485 gute Restaurants. 20 von diesen allein vermögen täglich den Appetit von 33.000 Kunden ' zu stillen. Die Verwaltung der Ausstellung läßt ferner innerhalb der AusstellungsGründe ein Hotel The Jnnside Jnn" errichten, welches 6000 Personen beHerbergen kann. Diejenigen Besucher, welche dieses Hotel patronisiren werden, haben täglich 50 Cents extra als Eintrittsgeld zu der Ausstellung zu entrichten. Die Preise in diesem Hotel werden sein: Europ. Plan. Anzahl der Zimmer. Amerik. Plan. 51.50 per Tag..... 500 53.00 per Tag. 2.00 per Sag 500. 3.50 per Tag. 2..0per Tag.....500 4.00 per Tag. 3.50-55 50 per 5.00 7.00 per Tag mit Bad . . . . t .500 ... . . Tag mit Bad. Einzelne Mahlzeiten: Frühstück 50 Cents, Luncheon 50 Cents, Diner 75 Cents. Das Büchlein, welches noch viele andere wichtige Informationen enthält, ist von E. A. Ford, General Passagier. Agent, Pittsburg, Pa., zu beziehen.

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