Indiana Tribüne, Volume 27, Number 54, Indianapolis, Marion County, 24 October 1903 — Page 1

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Eines kleinen Madchens trauriges Ende.

Die 5-jährige Catherine. Töchterchen des Edward Pierce, kam beim Spielen auf dem Hofe der elterlichen Wohnung an der Brookville Road, östlich von der Gürtelbahn, der Zisterne zu nahe. Es gelang ihr den Deckel derselben in die Höhe zu heben und in demselben Au genblick stürzte sie auch schon hinein. Um die nämliche Zeit hielt die Mutter des Kindes, welche in der Küche mit häuslichen Arbeiten beschäftigt gewesen war, Umschau nach' demselben. Als sie von Writem sah, daß der Deckel von der Eiserne genommen war, wurde sie von böser Ahnung erfüllt; sie lief hinzu und sah ihren Liebling auf dem Boden der Cisterne. Vermittelst einer Harke gelang es ihr. das Kind herauszuholen. Allein es war bereits zu spät, denn ein Arzt, welcher schleunigst herbeigerufen worden war, konnte nur noch den Tod des Kindes constatiren. Die Mutter ist der Verzweiflung nahe. Ein Farbiger erheblich derbrannt. Heute Moraen gegen 4 Uhr brach in einem nahe Susquehanna Str. be leaenen Koblenschuppen ein Feuer aus. Der Farbige Wise Crockett, welcher in demselben schlief, konnte mit knapper Noth sein Leben retten. Er erlitt er hebttche Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Nachdem dieselben im Dispensarium verbunden worden waren, wurde er nach dem Hospital überführt. Das Feuer wurde prompt gelöscht, so daß es keinen nennenswerthen Scha den anrichtete. Hl Vermikt. JameS Stevenson, ein 16.jähriger Junge, ist seit Freitag Morgen aus seiner 'elterlichen Wohnung, No. 1922 Nord Meridian Straße, spurlos verschwunden. Commercia!-Clnb. Der Commercial-Club hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, am Mitt woch, den 25. November, Abends, einen Danlsagungs-Smoker" zu veranstalten. 83. verlangt Für das Wegerecht-Privileg durch den River side.Park. Die Parkbehörde hat in ihrer gestri gen Sitzung endlich die Bedingungen festgestellt, unter denen sie der Jndiana poliZ, Logansport & Chicago R. R. Company das Wegerecht durch den Riverside-Park gestatten wollen. Dem gemäß soll die R. R. Co. der Parkbehörde $23.000 für das nachgesuchte Wegerecht zahlen, wofür die Bahn das Privileg erhält, parallel mit den Big Four-Geleisen in einer Breite von 30 Fuß ihre Geleise durch den Park zu legen. Doch muß sie sich verpflichten, die nöthigen Brücken, Bahndämme, Tunnels :c. unter Aufsicht und zur Zufriedenheit der Parkbehörde auszufüh ren, u. s. w. Diese Bedingungen wer den jetzt der Bahn zur Begutachtung vorgelegt werden und, wie die Parkbehörde hofft, endlich angenommen werden. Einbrüche und Diebstähle. Einbrtcher statteten gestern Abend der Wohnung von Wm. Donges, Süd Noble Str. No. 829, einen Besuch ab und erbeuteten mehrere Diamantringe,

j zwei goldene Uhren und zwei goldene

Ketten lm Eesammtwerthe von $150. Ein Einschleicher hielt Umschau in den Palmer-Flats, No. 710 Nord.Jlli noiZ Str., und annectirte ein Porte monnaie mit $5 Inhalt, Eigenthum der Catherine Sippach, und ein der Francis Smith gehörendes Portemon naie, welches 50 Cents enthielt. John Wsber's Wirthschaft, No. 704 West North Str.

Ein Leichenwagen demolirt.

In dem Augenblick, als der bei den Leichenbestattern Flanner & Buchanan angestellte Kutscher Horace Childers vor der Ersten Baptisten Kirche. New York und Pennsylvania Str. die Thür des Leichenwagens geschloffen hatte. nachdem der Sarg, welcher die Leiche des James Sutton'barg. in die Kirche getragen war, wurden die vor dem Wagen bespannten Pferde vor einer electrischen Ear scheu und rannten wie toll davon. Sie liefen in westlicher Richtung die New York Straße entlang, als etwa einen Square von der Kirche entfernt, die Räder des Wagens durch einen Baum gehemmt wurden. Der Wagen kippte um und die werthvollen Glas feiten und die Laternen wurden zer trümmert. Der Schaden wird sich auf etwa $500 belaufen. Die Pferde ka men, trotzdem sie stürzten, unverletzt davon. Damen - Berein des Socialen Turnvereins. Morgen Nachmittag Unterhaltung. Der DamenVerein des Socialen Turnvereins hat morgen Nachmittag die Damen vom Südfeite Turnverein zu Gast. Zu Ehren derselben sindet eine mu sikalisch - declamatorische Unterhaltung statt, für welche ein interessantes Programm ausgestellt ist. Nach Absolvirung desselben wird noch ein gemüthliches Kaffeekränzchen abgehalten. Feneröbrunst in Bunker Sill. Bunker Hill, Ind.. 24. Oct. Heute in früher Morgenstunde, wüthete hier ein Feuer, durch welches eine An zahl Geschästsgebäude und auch das Haus, welches von der Bunker Hill Preß" occupirt wird, zerstört wurden. Der Schaden beläuft sich auf 520,000. welcher nur zum Theil durch Ver sicherung gedeckt ist. Es wird angenommen, daß Brand stister das Feuer anlegten. BaumpslanznngS-Tag. Der Baumpflanzungs Tag wurde gestern in allen öffentlichen Schulen in programmmäßiger Weise gefeiert. Das Pflanzen der Bäume bildete natürlich die Hauptnummer. Später hielten in den verschiedenen Klaffen die Lehrer Vorträge über Themata, durch welche die Kinder zur Liebe , für die Natur aufgemuntert wurden. Lieder, welche der Feier des Tages angepaßt waren, wechselten mit den Vorträgen ab. Als er gerade einen Zug nach Chicago besteigen wollte, wurde gestern Abend ein Mann, der sich I. L. Plant nannte, auf Veranlassung des Clerks des Jmperial Hotels verhaftet. Er soll vergessen haben seine Hotelrechnung zu begleichen und auch 6 Mandolinen, die F. Adams, 432 N. Illinois Str., gehören, haben mitgehen heißen. Neue Bahn vom und für den Süden. Chicago, 24. Okt. Hierselbst wird die Creirung einer neuen Bahn vom Süden her angekündigt. Dieselbe bedeutet eine Verbindung der jetzt als Jndiana Southern Bahn" bekannten Anlage mit Chicago und einen freien Weg" für dieselbe. Millionär John R. Walsh, der Präsident der Chicago National Bank- u. s. v., u. s. w. ist der Präsident der neuen Gesellschaft. Die Geleise der Letzteren werden sich von ihrem gegenwärtigen nördlichen Endpunkte in Terre Haute, via VerMillion County in Illinois hineinschie ben und schließlich, nahezu parallel mit der Chicago und JndianaBahn" in Chicago Heights hineinlaufen, von wo aus ihnen die Verbindung mit der Fhicagoer Gürtelbahn." bereits, gesichert ist.

Aus den Gerichtshöfen.

Eine Sensation zerplatzt. Die Anklagen gegen Jas. W. Noel, Hilton 11. Brown. Artkur Stahl und George W. Hunt nieder geschlagen. Im Criminalgericht wurde heute über den Antrag der Vertheidiger von James W. Noel, Hilton U. Brown, Arthur Stahl und George E. Hunt, die gegen dieselben von den Großge schmorenen erhobenen Anklagen nieder zuschlagen, argumentirt. Dieselben waren beschuldigt, sich verschworen zu haben, um G?Dtom D. Logsdon, ehemaliges Mitglied der Behörde sür öffentliche Werke zu bestechen. Die Angeklagten waren durch die Anwälte Charles W. Smith und John L. Duncan, der Staat durch Henry N. Spaan, den Anwalt von Lcgsdon, vertreten. Der Spitzel Stahl hatte bekanntlich dem Logsdon eine bedeutende Geldsumme angeboten, wenn derselbe gcstatten würde, daß in gewissen Localen Slotmaschinen in Betrieb sein dürften. Die Anwälte für die Angeklagten mach' ten als Grund für Niederschlagung der Anklagen geltend.daß die Anklageschrist mangelhaft und fehlerhaft war. In derselben hieß es, daß der Versuch gemacht wurde, Logsdon in seiner officiellen Eigenschaft als städtischen Veamten zu bestechen. Derselbe sei aber Mitglied der Behörde für öffentliche Werke gewesen und diese habe mit der ganzen Slotmaschinen Angelegenheit überhaupt nichts zu thun. Die Sicher heitsbehörde sei der einzige städtische Rath, welcher über die Frage, ob der artige Maschinen in der Stadt in Be trieb sein dürften, zu bestimmen hätte. Aus diesem Grunde konnte Logsdon als Beamter in dieser . Angelegenheit überhaupt nicht vorgehen. Anwalt Spaan bemühte sich, diese Erklärungen zu widerlegen, allein er mühte sich umsonst ab. Der Richter schloß sich den Ausführungen der Vertheidiger an, und er klärte die Anklageschrift sür fehlerund mangelhaft uud er schlug die Anklagen gegen sämmtliche vier Angeklagten nieder. Staatsanwalt RuckelshauS gab später die Erklärung ad, daß die Angelegenheit nicht mehr vor die Großgeschworenen gebracht werden würde. Der Fall sei durch die Entscheidung des Richters endgültig erledigt. $10,000 verlangt. Fannie Bash, die Mutter des Farbigen JameS Dillard, welcher am 7. November 1902 in Sullivan, Ind., gelyncht wurde, hat im Bundesgericht John S. Dudley. Sheriff von Sullivan County sowie seine Bürgen auf 810,000 Schadenersatz verklagt. Einhaltsbefehl gegen eine StimmmaschinenFabrik verlangt. . Tie United States Standard Voting Machine Co." von Rochester. N. V., hat im Bundesgericht eine Klage gegen die hiesige Columbia Voting Machine Co." eingereicht, in welcher sie um einen Einhaltsbefehl gegen die letz tere nachsucht. Durch denselben soll es ihr verboten werden, zur Fabrikation ihrer Maschinen Patente zu benützen, welche Eigenthum der Kläger sind. In der Klage werden die Verklagten auch auf Schadenersatz verklagt. Die Kläger haben die Maschinen geliefert, welche hier bei der letzten Wahl gebraucht wurden. Der Lynchehaun Fall. Der Bundes-Commissär Moore hat erklärt, daß er erst Ende der nächsten Woche seine Entscheidung in dem Falle des irischen .Flüchtlings James Lynche haun abgeben wird. Fehlgeschlagene Ehen. Aus nachstehenden Gründen wünschen folgende Eheleute, welche Nieten in der Ehestandslotterie gezozen haben, ge. schieden zu werden: Frank Wilson von Minnie Wilson, böswilliges Verlassen.

Elt?n M. Rife von Stella Rife, desgleichen; Bessie Bristol von Christo pher Bristol, Pflichtvernachlässigung und böswilliges Verlassen; David F. Ringer von Rosa E. Ringer, lieblose Behandlung und Pflichtvernachlässigung (eines Tages soll sie sogar eine Kanne mit h?ißem Kaffee nach ihm gemorsen haben). Schadenersatzklagen: Thomas Andrews verklagte die In diana Union Traction Co. auf Zahlung von 5000 Schadenersatz. Ein Straßenbahnwagen war gegen sein Fuhrwerk gerannt, er wurde auf das Pflaste geworfen und schwer verletzt. In der Schadenersatzklage, welche Mary Lawn gegen die StraßenbahnGesellschaft eingereicht hatte, sprachen Richter McMaster's Geschworene der Klägerin $125 zu. Vor derselben Jury 'wird zur Zeit über die Schadenersatzklage verhandelt, welche Lillie L. McConnell gegen die Straßenbahngesellschaft eingereicht hat. Im Kreisgericht gaben die Geschworenen in dem Fall des Charles F. Baker, welcher die Straßenbahn-Gesellschaft auf $2500 Ersatz verklagt hatte, ein Urtheil zu Gunsten der Verklagten ab. Wünscht seinen Namen zu ändern. Leo HerTkovitz reichte im Kreisgericht das Gesuch ein, seinen Namen in Leo Herbert umändern zu dürfen. Im Polizeigericht wurden die Fälle des Th. Hepler und Charles Kealing, welche der Bauernfängerei angeklagt sind, auf den 24. ds. verschoben. Dan. Jackson, welcher mit 5 ande ren Genossen bei einem gemüthlichen Crabspiel von der Polizei in schnöder Weise überrumpelt wurden, hatten je $10 und Kosten zu zahlen. John Thompson, welcher unter der

Mklage,deZ,RaubansallS steht, wurde an die Großgeschworenen überwiesen. Wm. Howard, welcher eines Morgens Bob" Parker, den Inhaber einer notorischen Kneipe an der Jndiana Ave. miteinem,Revolver bedrohte, hatte $10 und Kosten zu zahlen. Viola Beyer überreiche der Trubel in der Spelunke entstanden war, kam mit $5 und Kosten davon. Jugendlicher Söffe l. Unter der Anklage der Trunkenheit hatte sich im Gericht für jugendliche Sträflinge ein 14jähriger Junge zu verantworten. Er sowohl, als nach drei andere Jungen behaupteten, daß sie ?n einer Spelunke an der Jndiana und Senate Ave. ohne jegliche Schwierigkeiten Spiritussen bekommen konnten. Richter Stubbs nahm den Fall unter Berathung. Veränderungen im Polizei-De-partement etc. Die neue Sicherheits-Behörde ordnete. in ihrer gestern abehaltenen Sitzung folgende Personal Veränderungen an : Charles Bernauer, zum RadlerPolizisten an Stelle Ben Trimpe's ernannt, der zum Detectiv befördert ward. Tim Mackessey zum. Schließer ernannt an Stelle von Al. Mathey, der Patrolmann wird. Vhil. Bord, A. Frieland und Henry Möhlenbrock wurden zu Janitors für den Ost Markt ernannt. Weitere Anstellungen etc. wurden bis zu der Montags-Sitzung der Behörde verschoben. Arb eitere Krankenkaffe. Morgen, Vormittag? 10 Uhr, hält obige Kasse ihre vierteljährliche GeneralVersammlung ab. In derselben findet die Wahl eines TrusteeS statt. Das Erscheinen aller Mitglieder erwünscht, da wichtige Geschäfte vorliegen. Bauerlaubnißschein r. A. E. Klann, 302 Ost Minnesota, Stall, $100. Indianapolis Brewing Co., 937 Nord West, Aabau, $600. Laura Clampitt. Olney nahe 23., Cottage. $900. H. W. Kurz, Le Grand und Ringgold, Cottage, $900.

Nachrichten aus Jndiana. Selbstmordversuch eines angesehenen Bürg e r s. Eaton. Emil Bauer, einer der angesehensten Bürger der Stadt, machte am Freitag Nachmittag den Versuch, sich vermittelst einer Revolverkugcl freiwillig aus dem Leben zu schaffen. Er ist Besitzer einer Glasfabrik und außerdem an vielen geschäftlichen Un ternehmen betheiligt. Momentane finanzielle Schwierigkeiten scheinen ihm das Leben verbittert zu haben. Curfew-Ordinanz angen o m m e n. Morristown. Der Stadtrath hat eine Curfew-Ordinanz angenommen, sodaß in Zukunft alle Kinder unter 16 Jahren, wenn sie nicht von ihren Eltern begleitet sind, nach 8 Uhr Abends zu pause sein müssen. DieMuckersiegreich. Fort Wayne. Die Mucker von Jndiana, das heißt die Mitglieder der Liga jener unduldsamen Heuchlerbände, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, sämmtliche Wirthschaften im Hoosierstaate auszurotten, werden sich wohl jetzt in's Fäustchen lachen und kann man darauf gefaßt sein, daß ihnen der Kamm gewaltig anschwellen wird. Hat sich doch endlich ein Richter gefunden, der eine Entscheidung abge geben hat, die eben so albern wie ungerecht ist, die den Muckern aber gerade in den Kram paßt. Dieser weise" Richter heißt Alfred H. Plummer und verzapft Gerechtigkeit im Kreisgerichte zu Wabash. Besagter Richter hat eine Entscheidung abgegeben, wonach Leute, die eine Blanket Remonstranz" unterschreiben, ihre Unterschrist nicht zurückziehen können und dieselbe für zwei Jahre gültig ist. Diese Entscheidung ist eine sehr wich tige und eine gewaltige Waffe in der Hand der Mucker, d. h., wenn die Wirthe und das liberale Element sich nicht aufraffen und diese wassersimpelige Auslegung bekämpfen. . Es ist eine be kannte und durch Beispiele bewiesene Thatsache, daß die Mucker vor keinem Mittel zurückscheuen, um ihr Ziel zu erreichen, daß sie eine große Anzahl von Unterschriften durch Lügen und falsche Vorstellungen und andere Schwindeleien erlangen. Electrische Bahnverbindung mit der ForstRes ervation. I e f f e r s o n v i l l e. Die Ohio Valley Traction Co. läßt zur Zeit Pläne für die Coustruction einer elecirischen Bahnverbindung zwischen hier und der Forst'Reservation in Monroe Tp. nahe Henry auslegen. Die Gesellschaft wird ferner in Blue Lick, welchcs nahe der Reservation belegen ist,

ein Hotel, welches mit allen modernen Accomodationen versehen sein soll, etabliren. In Blue Lick befinden sich reichhaltige Mineralquellen, welche jetzt ausgenützt werben sollen. Ex-Senator Fulk erkrankt. Bloomington. Ex-Senator Richard S. Fulk, ein hervorragender Bürger und einer der bestbekanntesten Demokraten im südlichen Jndiana liegt in bedenklichem Zustande erkrankt darnieder. Eine traurige Mission. jC a n n e l t o n. Jacob Heck,'ein bekannte? deutscher Bürger, brachte die Leiche seines Sohnes George, welcher im Süden den Tod durch Mörderhand erlitt, nach hier. Der Verblichene hatte den Contract für Dammarbeiten bei Friar Point, Miss., erhalten und hatte den Bau der Dämme bereits durch eine große Zahl von farbigen Arbeitern in Angriff neh men lassen. Er beaufsichtigte dieser Tage gerade seine Arbeiter, als plötzlich ein fremder Neger auf ihn zutrat und um Arbeit nachsuchte. Der Schwarze gefiel Herrn Heck nicht und es kam, da der Neger sich ungebührlich benahm, auf irgend welche Weise zum Wortwechsel zwischen Heck

und dem Schwarzen, der darin endete, daß der Neger einen Revolver zog und zwei Schüsse auf Heck abfeuerte, deren einer diesen in die Brust traf, während der andere den Oberschenkel durchbohrte. Der unglückliche Mann war tödtlich verwundet, hatte jedoch noch genügend Kraft, seine Flinte zu ergreifen und den schwarzen Schuft durch einen Schuß niederzustrecken, dem derselbe erlag. Die Wunden des Herrn Heck waren derartig, daß er wenige Tage später denselben erlag. Ex-Postmeisterin Schwul i t ä t e n. j

E v a n s v i l l e. D. L. Zimmermann. Ex Postmeister in Lynnville, Warrick County, bekannte sich am Freitag vor dem Bundes Commissär I. W. Wartman schuldig $600, welche Eigenthiim der Regierung waren, unterschlagen zu haben. Er wurde an die Großgeschworenen überwiesen. Brandstiftung vermuthet. NewAlbany. Am Donnerstag um Mitternacht wurde das Haus an der West 10. Str. No. 216, in welchem John W. Shilliday wohnte, von Unbekannten in Brand gesteckt und der Eigenthümer wäre beinahe in den Flammen umgekommen oder erstickt. Als er durch das Knistern der Flammen aus dem Schlase geweckt wurde, ließen ihn Feuer und Rauch kaum die Thüre erreichen. Neben den Sachen, die er anhatte, konnte Shilliday blos noch eine Decke, welche er mitnahm, retten. Alles andere verbrannte. Shilliday und seine Frau hatten sich am Abend, wie das öfters bei ihnen vorzukommen pflegte, gezankt, und die Frau hatte gegen neun Uhr nach der Polizeistation telephonirt, daß ihr Mann sie nicht inS Haus lassen wollte. Der dienstthuende Beamte wollte aber, da er annahm, die Sache sei von keiner Wichtigkeit, nichts in der Angelegenheit thun, auSgenommen die Frau sollte einen Verhaftsbefehlerwirken. Drei Stunden später brach das Feuer aus. Nachbarn erinnerten sich danr?, daß Frau Shilliday gedroht habe, sie werde das HauS anstecken. Schon vor einigen Monaten wurde die Frau wegen Brandstiftung verhaftet, die Großgeschworenen versetzten sie damals jedoch nicht in Anklagezustand. Grokbritannien. Dieneue Unionisten-Liga. London, 24" Okt. Das varlamentarische Comite der Unionistischen Freien Nahrungsmittel - Liga wählte Abends einstimmig den Herzog von Devonshire zum Präsidenten der Liga und die ehemaligen Schatzkanzler Lord Goschen, Ritchie und Sir Michaels Hicks-Beach als Vice-Präsidenten. Die Versammlung beschloß Erlaß eines Manifestes über die Ziele der Liga. BST Die beste 5 Cent Cigarre in ver Stadt, Mucho's Longfellow". Wichtige Erfindung. In Folge einer soeben patentirien Erfindung von F. S. Smith, der in South Bend, Ind., wohnt, dürften in Zukunft Dampfkessel dem Schicksale des alten Eisens verfallen. Smith erfand einen Dampf-Generator, der nicht explodirbar und höchst einfach zu handhaben ist. Die Erfindung besieht darin, daß das Wasser sich ungemein schnell in Dampf verwandelt und ohne Sicherheitsventile, Wassergläser und DampfRegulatoren sofort als Kraft oder für Heizungszwecke verwendet werden kanu. Dabei geht kein Dampf verloren; man braucht sehr wenig Raum und kaum die Hälfte Heizung. Gräßlicher Unfall. Die beiden Milizsoldaten Delater und Manni von Grand Rapids, Mich., begaben sich jlingsthin aufs Land, um sich im Schießen zu üben. Die Rückfahrt machten sie in einem Gepäckwam der Vorortbahn. Sie saßen nebenemander in der Thür, und als die Car eine Brücke Passirte, gerieth Delater mit den Füßen in die Eisenkonflruktion der Brücke. Er wurde von der Car herabgerissen und zog Manni mit, wobei Beide unter die Räder geriethen. Delater wurde der Kopf vom Rumpfe getrennt, Manni wurden beide Beine zermalmt, und außerdem erlitt er innere Verletzungen.