Indiana Tribüne, Volume 27, Number 53, Indianapolis, Marion County, 23 October 1903 — Page 6

;

Jttdiana Tribüne, 23. Oktober 1003 A 6

Ja, wir verkaufen"

Dy. W Siffe& lläSSSSni IWÄMMF iSTjCyi iliÄi M r v JvrTTvv"- 1 , rfvZZfy JWHML Jjf& -tt, rv;

GrOi:rloncl Oefen und ...Randes Möbeln und Tcppiche zu den niedrigsten Preisen. WILLIQ'S MSbcl-Ladcu. 141 W. Washington Str Baar oder revit. IEO:iÄND0 4700 K "sy V 142 9!ord Pennslzlvania Strafe, Hauvlquttier für Grillen und Operngläser. ii sö AM Ä nlfeflflS 0 jnii tuitjy J8;tli ii 5 i;i , : vk:t!,,,z vea Auz gepaßt KÄö?che ngen werden schmerzlos eingesetzt. SereitetEuchfürdenWintervor! BACKUS Gas-brennende ampf-Heizer für offenen Feuervlatz. Wir verkauften Solche an Senator David Turpie, Dr. E. A. Wehrman, Fred. P. Rusch, T. C. Day. H. O. Thudium, Dickson & Talbott, F. A. (Zregory, C. Van Camp, und Andere. Ofsice, 24-26 Pembrokc Arcade, F. C. GATES & CO. CST" Sprechen Sie vor zur Besichtigung der Muster. Big 4 Route ...Ercursion... Sonntag, 25. Oktober. yl.25 Sweiunati u. zurück Spezielle Schnellzüge nicht auf Zwischenfiationm. weder auf der Hinfahrt noch aus der Rückfahrt anhaltend, werden vom Indianapolis Union Bahnhof um 7 Uhr Mor aens abfahren und verlassen den Crntral Union Bahnhof in Cincinnati um 7 Uhr Abends zur Rückfahrt. H. M. B r o n s o n, A. G. P. A. Kohle. lt. nie fcidhrafo. $ 7.51 ?!auchlose rt Eannell 6.0J Vloburg ft.0 JaSson iOhioZ. 5.25 Aancuoha 4.7 Pittsburg .. 4 75 Raymond City 4.7 Winifrede 4 75 Hoömz Valley aM Luhrig 4 f(j Brazil Wsck 4 i5 Srnne und Sulliom 3 7 Slack rauchlos 5 00 m JaZson, Pit!sburz,W Birg , t 3.00 , Jndianc 2.50 Eonnellsoille Czke 7.50 Oven Co?e: 7.50 ZNunrpen Coke l'.c v Blfhel, 53.75 ve? 25 Bufhel; Zkleinertn Xo! 16c per Bushel, rder .0 der 25 Bushel.

sgj&

kSd4K K

r.Vf- l"T5 T:J IVUt

6 ' nrv - '

'sv. ewraeo

i .wv-rivr

Lr

Europäische Nachrichten.

Provinz Westfalen. Bochum. In den Verhandlungen des Ehescheidungs - Prozesses der Ehefrau des Landwirthes W. SchulteSchüren am Stiepel gegen ihren Gemahl stellte sich heraus, daß dieser vor 18 Jahren eine Dienstmagd, Wilhelmine Neuhaus mit einem umgekehrten Peitschenstiel erschlagen hat. Die That kann ihre Sühne nicht finden, da der Todtschlag nach 10 Jahren verjährt. Castrop. Amtmann Barfels ist von seinem Amte dispensirt worden. Der Grund soll in einer Anzeige liegen, die bei der Staatsanwaltschaft gegen ihn ergangen ist, welche ihm vorwirft, in seiner Eigenschaft als Beamter Geschenke angenommen zu haben. Densen. Schwer verletzt ist der 15jährige Sohn des Bäckermeisters Brauckhoff Hierselbst. Der Junge hat Petroleum in's Feuer gegossen und sehr erhebliche Brandwunden durch die ausschlagenden Flammen erlitten. Dortmund. Der Gerichtsassessor Otto Jörgling, bisher beim Amtsgericht in Werl thätig, ist an das hiesige Amtsgericht versetzt worden. - Der in einem hiesigen Gußstahlwerke beschäftigte Hilfsarbeiter Stanislas Nowaczyk erlitt einen Hitzschlag und starb. Herne. Den infolge eines Unfalles auf der Maschinenfabrik Baum hierselbst erlittenen Verletzungen erlegen ist der Fabrik - Arbeiter Vincenz Kaydor von hier. - Der Reparaturhauer Friedrichs von hier gerieth in der Grube unter einstürzende Gesteinsmassen und konnte nur noch todt hervorgezogen werden. Lüttringhausen. Die Besitzung des Herrn H. Friegsche ist fast gänzlich niedergebrannt. Rauxel. Feuer war auf der Besitzung des Wirths Kettling ausgebrochen, welches jedoch infolge des schnellen Eingreifens der Gemeindespritze auf seinen Herd beschränkt blieb. Unna. Im Verdachte stehend, den todt aufgefundenen Bergarbeiter Heinrich Reichhardt ermordet zu haben, wurde der Bergmann Franz Klobe verhaftet. Rheinprovinz. Köln. In einem Lagerraum des Waarenhauses von A. Münzer, Breitestraße, entstand Feuer, das mit großer Schnelligkeit um sich griff. Die Feuerwehr, darunter auch die Reservefeuerwehr, nahm sofort unter der Leitung des Branddirektors Schöbel die Löscharbeiten auf und gelang es, nach mehrstündiger Arbeit das verheerende Element auf seinen Herd zu beschränken. Der Dachstuhl, sowie das obere Stockwerk brannten zum größten Theil aus. Es verbrannten hauptsächlich viele Spielwaaren. Barmen. An der Roster der früheren Schätzer'schen Mühle, Parlamentstraße, wurde die Leiche eines Kindes aus dem Mühlengraben gezogen. Es ist das 2 Jahre alte Kind des in der Färberstraße wohnenden Tagelöhners Ticks, welches seit Kurzem vermißt wurde. Wie dasselbe in den Mühlengraben hineingerathen, ist von Niemand gesehen worden. Bergerhausen. Die Näherin Christine Lichtenthäler schoß sich in der Wohnung ihres Schwagers mit einem Revolver in die Brust. Der Tod trat auf der Stelle ein. Verschmähte Liebe soll das Motiv zur That sein. Düsseldorf. Schaffner Julius Sattlowsky von der DüsseldorfKrefelder Kleinbahn stürzte von einem in voller Fahrt befindlichen Wagen und erlitt einen Schädelbruch. Die Verletzung hatte den Tod des Mannes zur Folge. Essen. Auf Schacht Ill./IV. der Zeche Consolidation flog dem Schichtmeister Georg Köhler beim Wegthun eines Schusses ein Stück ins Genick. Der Tod trat sofort ein. Kalk. Der etwa 30jährige Sohn des Direktors der Bardenhäuer'schen Brauerei gab in dem Augenblicke, als sein Vater mit dem Hausarzt die Thürschwelle betrat, drei Schüsse auf den Vater ab, wobei er diesen tödtlich verletzte. Alsdann richtete er die Waffe gegen sich selbst und tödtete sich durch einen Schuß in den Mund. Der an Epilepsie leidende Selbstmörder zeigte in der letzten Zeit Symptome von Geistesstörung. Er griff zur Waffe, als er des Arztes ansichtig wurde. Mülheim a. R. Drei Familien, die in der Berliner Straße wohnen, sind nach dem Genusse gekochter Pilze, die sie im Walde hinter Dünnwald gesammelt hatten, schwer erkrankt. Im Ganzen sind es 14 Personen. Von den Kindern des Arbeiters Fleures, der als kranker Mann auf die Kunde von dem Unglück aus dem Krankenhause in Elberfeld hierher eilte, ist ein 9 und ein 12 Jahre alter Sohn gestorben. Neuß. Das 7jährige Söhnchen des Schreiners Theberath von der Oberstraße am Rosenberge in der Promenade fiel in die Erft und ertrank. Der Knabe, der mit einem gleichaltrigen Knaben dort spielte, wollte sich an einem Hollunderstrauche eine Gerthe abpflücken, rutschte aber hierbei aus und stürzte die steile Böschung hinunter ins Wasser. Ruhrort. Im Rhein ertrank der Viktualienhändler Jakob Drößler aus Binsheim bei Orsoy. Saarbrücken. Ein gewisser Schäfer aus Wehrden bei Völkingen tödtete im Wortwechsel seinen Schwager Ruppert durch zwei Schüsse in den Kopf. Der Thäter wurde verhaftet.

Provinz öcfle'ZIssau.

Kassel. Ein Veteran aus dem Kriege von 1870 71, der GemüseHändler Conrad Wölker, wurde bestat tet. 'Der Krieger- und Landwehrverein betheiligte sich an der Leichenfeier. Bebra. Der hiesige Schützenderein meit im Schutzengarten bei zamreicher Betheiligung das Königsschießen ab. Den besten Schuß auf die Königsscheibe gab Herr Pfaff aus Rothenburg ab und wurde dieser daher als Schützenkönig proklamirt. B r ü ck e n a u. In Detter kam des Nachts kurz nach 1 Uhr in der Scheune des Revierförsters Heydt, Eigenthum des Freiherrn von Thüngen, Feuer aus. welches dieselbe total einäscherte. Gott streu. Das l.jährige Kind des Müllers Mazet fiel in den nahen Teich und ging unter. Obwohl es bald nach dem Hineinfallen aus dem Wasser geholt wurde, gelang es doch nicht, es wieder in's Leben zurückzurufen. H a n a u. Einen grauenvollen Selbstmord verübte im benachbarten Dorfe Mittelbuchen die Cigarrenmachers - Ehefrau Wilhelmine Kaiser I. Es wurde ihre Leiche aus der Jauchegrübe ihre Hauses herausgezogen. Die Frau war seit Wochen krank und trug sich längere Zeit mit Selbstmordgedanken. Frankfurt. Senats - Präsident Dr. Karl Philipp Ernst Diel beging seinen siebzigsten Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische. Ein geborener Frankfurter, ist er schon seit Anfang der sechziger Jahre an den hiesigen Gerichten thätig, zuerst als Stadthauptmann. Zwei hiesige angesehene Aerzte feierten ihr fünfzigjährizes Dokiorjubiläum, Dr. Theodor Neubürger und Sanitätsrath Dr.Jean Schmidt. Niederhadamar. Der Bauersmann Wagenbach wurde vom Blitz erschlagen. Ein schwaches Gewitter zog über die Gemarkung, in der der Mann mit seiner Familie arbeitete. Nur ein Blitzschlag erfolgte und dieser tödtete den Mann in Mitte seiner arbeitenden Familie. Rothenditmold. Schreiner W. Pfleging beging sein 25jähriges Berufsjubiläum in der Wenderothschen Fabrik für pharmaceutische Bedarfsartikel. Der Jubilar erhielt vielfache Ehrungen seitens der Direktion und feiner College. S ch m a l n a u. Zimmermann WilHelm Link von Dipperz stürzte vom Neubau der hiesigen Apotheke so unglücklich ab, daß er infolge der schweren inneren und äußeren Verletzungen sofort das Bewußtsein verlor. Der Arzt stellte eine schwere Gehirnerschütterung .Qm fest die den Tod berbeifllbrte. Wiesbaden. Glaser Hermann Münzner wurde in der Bedürfnißanstalt in der Gastwirthschaft Schwalbacherstraße todt aufgefunden. Die Sektion der Leiche hat ergeben, daß Münzner erstochen worden ist. Philipp Bester ist der That geständig. Mtteldeutsche Skaatep Vallenstedt. Fräulein Julie von Sigsftld hat zum Andenken an ihre Eltern unserer Stadt 50.000 Mark zu einem Heim für arme und hilfsbedürftige ältere Personen gestiftet. Vraunschweig. Ueber das Vermögen des Uhrmachers Friedrich Adam ist hier vor dem hiesigen Amtsgerichte der Concurs eröffnet worden. Kaufmann Heyser ist zum Concursvermalter ernannt worden. Dessau. Infolge der großen Hitze fiel der auf einem Gerüst am Hause Luisenstraße 14 beschäftigte, 53 Jahre alte Maurer Höhne in einem Ohnmachtsanfall in der Höhe von zwei Stockwerken auf das Hofpslaster, wo er todt liegen blieb. Detmold. Die Schüler aus Leopoldshöhe hatten einen Ausflug nach dem Siekkruge unternommen und einige von ihnen nahmen in der Werre ein Bad. Hierbei geriethen die Zwillingsbrüder Diederich aus Tannenkrug in einen Strudel. Rektor Kordes, der kurz vor der Ernennung zum Prediger stand, sprang sofort in das Wasser und konnte den einen Schüler retten. Bei dem Versuch, auch den zweiten Schüler dem Tode zu entreißen, wurde er vom Herzschlage erilt, und er sowohl wie auch der Schlller konnten nur als Leichen geborgen werden. Koburg. Der von der Jagd heimkehrende Förster Spielmann in Dietersdorf wollte seinen ihm entgegenlaufenden Hofhund mit dem Gewehrkolben abwehren. Hierbei entlud sich das Gewehr. Der Schuß traf den Förster in die Lunge und tödtete ihn sofort. K ö t h e n. In einer nichtöffentlichen Stadtverordnetensitzung wurde Sparkassenrendant Otto Pietschker von hier zum zweiten Stadtrath gewählt. L a n g e l s h e i m. Bei dem über unseren Ort hinziehenden Gewitter schlug der Blitz in das dem Schuhmachermeister Heine und dem Briefträaer Brunke gemeinschaftlich nehörende Wohnhaus ein, das fast vollständig niederbrannte. Leopoldshall. In der hiesigen St. Johanniskirche hielt der nach Schielo (Harz) als Pastor versetzte Diakonus Naumann seine Abschiedspredigt. Zum Diakonus hierselbst ist vom Herzog der Kreispfarrvikar Dieckmann aus Dessau berufen worden. Weimar. Der Landwirth Ri-

chard Koch aus Mctebach bei Gotha. der verdächtig ist. dort die von ihrem Manne getrennt gewesene FrauMartha Schmidt in ihrem Schlafzimmer überfallen und erwürgt zu haben, ist hier verhaftet worden. Er ist vorbestraft, darunter mit Zuchthaus, verheirathet und Vater von drei Kindern. SacHf. Dresden. Aus Furcht vor der bevorstehenden Verhaftung erschoß sich in seiner aus der Frankenbergstraße 16. Ecke Reisewitzer Str., in Vorstadt Löbtau belegenen Wohnung ein Produktenhändler Namens Patzig. Der Verstorbene hat sich an einem 12jährigen Mädchen, das zum Zwecke der Besorgung von Einkäufen seinen Laden betreten hatte, eines Vergehens gegen die Sittlichkeit schuldig gemacht. Feingoldschläger August Berger ist nunmehr 30 Jahre bei der Firma C. F. Schulze, Ostraallee, und Lagerverwalter Theodor Nettelho.-st 25 Jahre bei der Firma Dindorf & Hache thätig. Berggießhübe l. Die Köhler'sche Schneidemühle brannte vollständig nieder. Dennheritz. Im Gehölz der hiesigen Gutsbesitzerin Heft wurde der 17 Jahre alte, beim Gutsbesitzer Vaumgärtel in Harthau bedienstete Knecht Ullrich, gebürtig aus Niederhaßlau, erhängt aufgefunden. Was den jungen Menschen dazu veranlaßt hat, ist nicht bekannt. Erbisdorf. Das goldene Ehejubiläum begingen hier der pensionirte Bergarbeiter Heinzmann und dessen Ehefrau. 0 K i p s d o r f. Die bei Alexander Koch in Diensten stehende Hausdienerin Eva Sachsenröder hat von der Kaiserin in dankbarer Anerkennung vierzigjähriger Dienstzeit" das goldene Erinnerungskreuz nebst Diplom mit eigenhändiger Unterschrift Ihrer Majestät verliehen erhalten. Leipzig. In einem Grundstücke der Fabrikstraße wurde der 70jährige Buchbinder Anders bewußtlos aufaefunden. Wahrscheinlich liegt ein Abstürz vor. Der alte Mann verstarb nach kurzer Zeit. Aus dem 4. Stockwerk abgestürzt ist in der Seeburgstraße die 72jährige Stickerin Böttcher. Sie war sofort todt. Mehltheuer. Kellnerin Emma Krauß, 23 Jahre alt. aus Wiesau bei Marktredwitz in Baiern, beging auf der Bahnstrecke von hier nach Schönberg Selbstmord. N i e d e r w i e s a. Der 50 Jahre alte verheirathete Schneidermeister Hermann Richter hat sich erschossen. P l a u e n. Im Krankenhause hier starb der Zimmermann Gruber, welcher im Ortstheile Haselbrunn von zwei böhmischen Arbeitern in den Leib gestochen worden war. R e i n s b e r g. Bei Ausführung von Tacharbeiten in der hiesigen Mühle stürzte der Ziegeldeckermeister Stölzel sen ab und erlitt schwere Verletzungen, denen er kurz nach dem Unfälle erlaq. K ü x. Rentier Heinrich Hentschel wurde von einem Pferde in die rechte Seite geschlagen und erlag den Verletzungen. Schönbrunn. Während ein?s heftigen Gewitters kehrte der Färbergehilfe Friedrich aus dem bayrischen Grenzdorfe Müssen, welcher hier einem Vereinsvergnügen beigewohnt hatte, nach Hause zurück. Wat)rscheinlich durch das unaufhörliche Wetterleuchten geblendet, lief Friedrich in ein ihm entgegenkommendesGeschirr, wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er, in ein nahegelegenes Haus gebracht, alsbald verschied. Z w i ck a u. Der 18jährige Klempnergeselle H. Dressel aus Marienthal verübte Selbstmord, indem er sich in der Nähe der Stadtgrenze auf Lichtentanner Flur vor den Personenzug Zwickau Werdau warf. Er wurde überfahren und sofort getödtet. Dressel, ein ordentlicher, lebenslustiger junger Mann, war seit kurzer Zeit stellenlos. Seebad im Hause. Wie man ein Seebad und eine reine frische Seebrise im Hause genießen kann, beschreibt der Pariser Correspondent des Daily Telegraph." Ein Mitglied der französischen Akademie der Wissenschaft, sagt der betreffende Berichterstatter, hat kürzlich eine Methode ersonnen, die in Zukunft Jedermann davon entheben kann, nach Trouville zu gehen. Es ist nur nöthig, eine gewisse Menge von Seesalz in Ozygenwasser mit Ingredienzien von Aether und Ozon aufzulösen, um die Atmosphäre zu erlangen, die am Seegestade angetroffen wird. Wer sich die Sache bequem machen will, braucht nur in den Armsessel sich zu setzen und eine Seemuschel an sein Ohr zu halten, um sich in der That an das Seegestade versetzt zu finden. Die Kosten würden nicht nur dadurch herabgemindert, sondern auch rie Unannehmlichkeiten der Eisenbahnfahrt erspart. Der Gedanke läßt sich gewiß entwickeln und ausbauen. Mit Hilfe einer entfprechenden Scenerie, einer mit Sand bestreuten Diele, mit Seegras, todten Fischen, Krabben, Hummern, Krebsen und last not least einem Badekostüm könnte man die Illusion auf's höchste steigern. Der sparsame Geschäftsmann wird aufathmen können, denn nicht mehr wird die Gattin das Verlangen anwandeln, sich von dem Hausarzte eine Reise in's Bad verschreiben zu lassen-

EiüclmuK'r).

Seltsame religiöse Bräuche in der Stadt des Talai Lama. Rutsch jährten um Ltzafsa Mönche als Tlait kenvrfertigzr Eiecnartigcs Lrchesttk. Vnv eines BilserstürvierkönigK Begr Zzung Iti Talai Lama. Ueber seltsame religiöse Bräuche in Lhassa. der Stadt des Dalai Lama in Tibet, berichtet der mongolische Kalmücke Narzunoff. Narzunoff, der zweimal in Lhassa i?ar, sah bei einer Gelegenheit zwei Pilger, die zum dritten Male eine Rutschfahrt um Lhassa, eine Strecke von 13 Meilen, ausführten, aber nicht ZU Fuß, sondern flach auf dem Bauche liegend, so daß sie den Umkreis der Stadt mit ihren Körpern maßen. Sie warfen sich der Länge nach nieder, ruhten auf den Händen, zogen dann die Beine an und standen auf, um sich wieder niederzuwerfen, diesmal mit den Füßen dort, wo vorhin der Kopf geruht hatte. Einige inbrünstige Pilger gehen auf diese Art siebenmal um die Stadt. Andere messen den Weg nicht nach ihrer Körperlänge, sondern nach der Breite ihrer Gesichter; sie berühren mit der Stirn den Boden, wechseln dann den Platz seitwärts und drücken ihr Gesicht neben die Stelle, die sie eben berührt haben. Um den Gang um Lhassa auf diese Art zu machen, gebraucht der Pilger einen Monat. Eine besondere Klasse von KunstHandwerkern unter den Mönchen der fast 3500 Klöster Tibets fertigt zu dem wichtigsten religiösen Fest in Lhassa. dem am letzten Tage des Iahres abgehaltenen Mysterienspiele. Masten an. Schon mehrere Tage vor dem Feste drängen sich auf allen nach Lhassa führenden Siraßen und Pässen die Mengen der Priester, Beamten und Pilger, die auf Grunzochsen, Kameelen und Pferden reiten und aus den entferntcsten Gegenden Tibets und der Mongolei und selbst aus China kommcn. Das Stück wird im Freien innerhalb des Palastgebietes des Dalai Lama auf dem Potalahügel gespielt. Kleine Fcstkuchen werden zu Tausenden gebacken und während des Stückes umhergereicht. Der Dalai Lama sitzt auf einem erhöhten Thron, umgeben von seinem Gefolge Von Priestern und Würdenträgern in prächtigen farbigen Kleidern. An den Fenstern und auf den Dächern und Höfen der umgebenden Tempel drängen sich andächtige Zuschauer. Das Mysterienspiel stellt pantomimisch die geschichtlichen Hauptepochen des Lamathums und seine Triumph? über andere Formen des Kultus dar. Die Zuschaue? sollen eine realistische Vorstellung von den quälenden Teufeln bekommen, die ständig versuchen, sie zu verschlingen und aus deren Gewalt sie nur die Lamas befreien können. Die Masken zeigen ihnen das Aeußere dieser Teufel, die den Tibetaner auf feinem Wege zum Paradiese bedrängen. Sie sind aus einer Art Papiermache gefertigt und mit chinefischen Farben bemalt. Die Kostüms der Hauptdämonen sind aus feiner Brokatseide. Eine andere Idee des Stückes ist. daß das alte Jahr mit seinen bösen Dämonen ausgetrieben wird. Gegen 300 Schauspieler wirken mit. Das Orchester besteht aus Becken. Trommeln und Flöten. Nach einem Trompetenstoß zum Zeichen des Beginns stürzen aus einem Zelt menschenfressende Dämonen." Sie tragen auf den Köpfen menschliche Schädel und in den Ohren große Ringe. Sie sind die Dämonen des Bösen, die den Menschen zu verderben suchen. Sie tanzen wie wahnsinnig umher, heulen im wilden Chor und stoßen unter ihren Riesenmasken seltsame Töne aus. Eine andere Gruppe Kobolde erscheint, und die ersten fallen über sie her, schlagen, beißen und mißhandeln sie. Dhser Vorgang soll die Strafe der Bösen, die d:n Gesetzen der Lamas nicht g.'horchten, in der Unterwelt schildern. Nun erscheint der religiöse König Teufel" mit seinen Helfern. Seine Maske stellt einen Stierkopf mit Hör-. nern dar, in der Hand trägt er einen Dolch. Nach der Ueberlieferung soll er alle bösen Geister und Teufel besiegt und aus Tibet vertrieben und so das Volk von diesen gefürchteten Gegnern befreit haben. Die folgende Pantomime stellt di: Ermordung des großen Feindes de5 Lamathumö dar. Ein Bilderstürmerkönig im 9. Jahrhundert, so lautet die Ueberlieferung, verfolgte die Lamas, indem er ihre Bücher und Tempel verbrannte und zerstörte. Im drittem Jahre seiner Regierung wurde er jedoch von einem Tänzer erschossen, dc. er befahl, vor ihm zu tanzen. Der Mörder trug" einen merkwürdigen schwarzen Hut mit einem umgestülpten Schädel. Ein Teigbildniß dieses Erzfcindes des Buddhismus wird vo:: Maskirten auf die Bühne gebracht, die Skelette darstellen; ihnen folgt der Dämonenkönig mit seinen Begleitern. Tänzer mit schwarzem Hut bilden einen Kreis um das Bild und beweisen es mit Speeren. Bei ihrer Annäherung kriechen die häßlichen Dämonen aus der Arena heraus und verschwinden. Zum Schluß ziehen alle Schauspieler und die anwesenden hohen Priester und Würdenträger grüßend an dem DH Lama vorbei. . Damit endet das Mysierienspiel, daZ einen halben Tag dauert.

Für die Küche. Speckklö ßlMan schneidet Yi Pfund Speck in feine, würflige Stück, chen und läßt sie gelb braten. Unterdessen schneidet man sechs altgebackene Semmeln in feine Schnittchen und übergießt diese mit dem Schmalz und Speck. Dann verquirlt man 14 Quart Milch mit 3 Eiern, gießt es ebenfalls über die Schnitten, giebt Salz, Pfeffer, Schnittlauch und 12 Handvoll Mehl darunter, verrührt das Ganze und läßt es eine Stunde anziehen. Dann wird der Teig noch gut verrührt und eigroße Klöße in das SalzWasser gegeben. Kochdauer 15 Minuten. Reisspeise mitKirschen. Man blanchirt ein halbes Pfund Reis und kocht ihn in süßer Sahne gar, aber nicht breiig. Dann wird er schichtweise mit ausgesteinten, gut eingezuckerten Kirschen in eine naßgemachte Form gelegt. Man läßt die Speise auf Eis erkalten, stürzt sie nach dem Erstarren und giebt Kirschsaft oderRumsauce (vom Rumtopf) dazu. Mit Aprikosen oder Himbeeren bereitet, die aber stets vorher in Zucker gedünstet werden müssen, während die Kirschen roh gegeben werden können, ist sie ebenfalls schmackhaft. Endlich geschah etwas, das in Pfauenheim noch nicht geschehen war und wovon man wahrscheinlich noch in der nächsten und übernächsten Saison erzählen wird. An einem besonders schönen Abende schlug der Arzt eine allgemeine Parkpromenade vor. Es schien zwar kein Mond und war recht finster draußen. Aber es war warm, Sternschnuppen fielen und Glühwürmchen flogen Liebe heischend umher. Poetisch war's im dunklen Park. Die junge Welt fand den Vorschlag himmlisch und die Mamas fügten sich. Und so brach man auf. saurem Rahm. Die gehörig zuberetteten und geklopften Fleischstücke 4 Pfund werden in zerlassene Butter getaucht und bleiben so 1 2 Stunden stehen, vor dem Anrichten macht man sie in derselben von bei den Seiten rasch braun, stäubt einen Eßlöffel Mehl über, giebt geschnittenes Wurzelwerk, Pfeffer, Salz und Gewürz hinzu, gießt ein Pint saure Sahne auf und dünstet das Fleisch, gut zuqedeckt, vollends weich. Vor dem Anrichten seiht man die Sauce durch, verrührt sie mit einem kleinen Theelöffel Fleischextrakt, schärft sie mit Citronensaft und servirt da Fleisch mit geschmorten Kartöffelchen garnirt. Flammeri vonReis und rothem Wein. Man brüht Vi Pfund Reis einigemal in kochendem Wasser, läßt ihn einige Minuten darin aufkochen und dann durch den Durchschlag ablaufen; hierauf thut man ihn mit 1 Quart rothem Wein, einem halben Pfund Zucker, woraus eine Citrone abgerieben, nebst einer Stange Zimmet in eine Kasserole und läßt ihn auf gelindem Feuer langsam ausquellen. Den Zimmet nimmt man heraus, gießt die Masse in eine porzellanene Assiette, läßt sie erkalten, löst sie dann mit einem Messer von der Assiette, daß man sie leicht stürzen kann, und giebt sie au? die Anrichteschüssel. Hierzu servtrt man geschmorte Kirschen oder Rahmschnee. KalbsschnitzelmitRahm. (Pester Rezept.) Man klopft schöne, fingerdick geschnittene Schnitzel mit dem Messerrücken, salzt sie während des Klopfens, bestreut sie dann von beiden Seiten mit gestoßenem Ingwer, kehrt dieselben zuerst in zerlassene: Butter, sodann in feinen Semmelbröseln um und legt sie schließlich in eine flache, gut mit Butter Gestrichene Kasserole. Während man sie nun auf beiden Seiten schön bräunlich braten läßt, müssen sie sorgsam mit gutem Rahm begossen werden (immer je einen Eßlöffel voll Rahm mit etwas feingeschnittener Citronenschale vermischt.) Zuletzt wird etwas Rindsuppe darangegeben und ein wenig Citronensaft hineingedrllckt. Ueber die angerichteten Schnitzel wird diese kurze Sauce passirt. Geschmorte Hammelkeul e. Man setzt die Keule nicht zu frisch und gut geklopft, mit Wasser und Weißbier, welches nicht bitter sein darf, aufs Feuer, schäumt sie gut ab und giebt 5 Nelken. 12 Pfefferkörner und 2 Lorbeerblätter daran. Ferner kommen einige ganze Zwiebeln hinzu, auch Estragon, Weinkraut, Majoran und Basilikum (was man von diesen Kräutern nicht hat, kann fortbleiben) und muß die Hammelkeule dann zwei Stunden lang fest zugedeckt langsam kochen. Dann gießt man die Brühe ab, bestreut die Keule mit nicht zu viel feinem Salze, auch mit einem Eßlöfsel voll Mehl, giebt Butter darunter und macht die Keule auf beiden Seiten braun, während sie oft hin- und hergeschoben wird, um das Anbrennen zu verhüten. Dann schöpft man das Fett von der Brühe und rührt diese durch ein Sieb, füllt die abgefettete Brühe über den Braten, giebt Citronenscheiben ohne Kerne, eingemachte Gurken, welche man der Länge nach mehrere Male durchschneidet, oder frische Gurken mit einer Obertasse voll Essig und eine Handvoll Perlzwiebeln an die Sauce, läßt die Keule vollends gar schmoren, richtet etwas von der Sauce darüber an und giebt die übrige mit den Gurken und Zw beln daiu.