Indiana Tribüne, Volume 27, Number 52, Indianapolis, Marion County, 22 October 1903 — Page 7
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3m ßanne ihs (ßofdos
Neman von Alfred Sassen. Fortschung. cm Renner iremten aucy zn?ei Stufen, CvCr nach innen, in der erfüittsrtcn Seele waren die Thränen. Es waren Margas schöne Augen, die sich vor dem Ueberftrömen bewahren mußten. Ter ergreifende Bericht deZ jungen Ingenieurs hatte sie doppelt getroffen. Bei seiner Schilderung vom Abendroth war jäh ein wildes, süßes Weh in ihr erstanden. Wie einst in einer Wunders amen, versunkenen Stunde hörte sie Bodo die Worte sagen: HeJftzmieiid Abendroth Ti? um die Locken loht. Um da? Gesicht! Eichst einer Gottheit gleich Hände zum Exenden reich. Schließe sie nicht! Er hatte sich damals geweigert, ihr das Lied ganz vorzusprechen weil der Schluß so traurig sei. Ach, heute würde er ihr diesen traurigen Schluß wohl nicht verschweigen. Heute paßte er gewiß. Marga fühlte den Blick der Tante auf sich gerichtet und nahm sich zusammen. Sie war ja auch nicht egoistisch in ihrem Schmerz. Die seelische Noth, die Rollenhagen offenbar peinigte, hatte tiefes Mitgefühl . ihr geweckt, auch davon breitete sich ein Hauch über das liebliche, nur so blasse Gesicht hin. Ja, entgeht denn den Blicken der Tochter der bedenkliche Zustand des Vaters?" fragte sie hastig. Dann wäre es wohl Ihre Pflicht, die Dame darauf aufmerksam zu machen." Ich denke, ich spreche am besten zu erst mit Herrn Bodo," versetzte Rudloff. Bis jetzt habe ich mich noch nicht dazu entschließen können. Es ist ja doch immerhin peinlich und schmerzlich, die Angehörigen darauf hinzuweisen, daß sich in einem Glied der Familie vielleicht eine geistige Störung vorbereitet " Im Ernst, so schlimm sehen Sie es an?" rief Tante Bertha und lächelte nun nicht mehr über die Schwarzsehereien des jungen Manes. Das wäre allerdings sehr bedauerlich und da müßte ganz gewiß bald etwas geschehen." Ich werde mich morgen bei Herrn Vodo melden lassen und die Angelegenheit mit möglichster Delikatere zur Sprache bringen," entschied Rudloff. Dann blies er behaglich ein paar kunstvolle Rauchringe seines guten trautes in die Luft und änderte den Ton: Nicht wahr, nun finden Sie es begreiflich, daß ich Sie und die Herrschaften im Bürgermeisterhause in der letzten Zeit so häufig heimgesucht habe? Ich sehnte mich nach einem Plätzchen, wo ich in reiner Luft aufathmen und all die beklemmenden Eindrücke aus dem Schloß loswerden konnte. Sie sowohl, meine Damen, wie auch der Herr Bürgermeister Peters und seine liebe Familie haben sich wirklich um meine unbedeutende Person unsterbliche Verdienste errungen. Gastfreundlich hat man mir die Pforten des Hauses geöffnet" Im eigensten Interesse," schaltete Tante Bertha scheinbar ganz ernsthaft ein. Sie sollten in unsere Einsamkeit ein wenig Abwechslung tragen, durch Ihre Berichte vom Lauf der Welt." So?" lachte Fntz viudloss uno drückte den Kneifer fester. Dann hab' ich mich für meine kärglichen Mittheilungen aber tüchtig bezahlt gemacht. Mir ist, als hätte ich hier Schätze gesammelt, die ich dann mit mir fort tragen werde in die Ferne imb " Er wurde unterbrochen. Eine Magd zeigte sich an der Thür. Marga ging zu ihr. und sie verschtvanden dann zufamnien. Schätze wollen Sie also von hier fort tragen?" lächelte Tante Bertha. Aus welchem der beiden Häuser? Damit man beizeiten die Riegel vorschieben kann." Die Riegel kämen zu spät. Ich hab' schon gar vielerlei auf die Seite gebracht" J3i auf den Hauptschatz." Jetzt, da die arme Marga mit ihrem wunden Herzen nicht mehr dort am Fenster saß, nahm Tante Bertha keinen Anstand, den jungen Freund ein wenig in Berlegenheit zu setzen. Den Hauptschatz?" wiederholte er mit der unschuldigsten Miene von der Welt. Das käme auf 'die Auffassung an. Unsere Auffassungen davon dürften vielleicht verschiedene sein." Es gibt nur eine, wie es nur einen Hauptschatz gibt für Sie natürlich." Fritz Nudloff lachte wieder, noch herzlicher als zuvor. Er sprang auf und machte einen Gang durch das Zimmer. Und trauen Sie mir die Gabe zu, diesen Hauptschatz zu heben, verehrte Tante Bertha?" Sie hatte ihm diese vertraute Anrede schon seit einiger Zeit gestattet. Ohne ihre Antwort abzuwarten, reckte er die Arme und rief: Jedenfalls gedenke ich Zedern nicht zu verlassen ohne daß ich eine wunderliebliche mathematische Aufgabe gelöst habe." Erstaunt sah Tante Bertha von ihrer Stickerei auf. Wunderliche mathematische Aufgäbe? In den Worten drückt sich doch der denkbar größte Gegensatz aus. Gibt's denn so was?" Ei freilich Er stellte sich dicht vor
sie bin und rieb sich behaglich die Hände.
Und es freut' mich, Ihnen darüber Auskunft geben zu können. Für gewohnlich errathen Sie ja leide? alles vorher. Diesmal aber bleibt mir der Triumph, mit dem Lichte meiner Wissenschafl Ihren dunklen Weg erhellen zu dürfen. Also hören und staunen Sie! Es gibt in Zedern ein Gesicht mit einer wathemaiischcn Aufgabe da-
rin. Seine Augen funkelten durch die Gläser des Kneifers lustig und spottet nieder. Jairchl. es ist so. Diese mathematische Aufgabe muß ich lösen. Ich muß herausbringen, in welchem Winkel das schönste Stumvfnäschen der Welt steht. Durch allereigcnste Anschauung, aus allernächster 9iä!je, muß ich mir' davon Kenntniß verschaffen. Eber kann ich mich nicht zu den glücklichen Menschen zählen." In diesem Augenblick machte sich ein Geräusch hörbar, als klappe drüben die nach dem Flur führende Thür. Aber es mußte wohl eine Täuschung sein. Es blieb ganz ruhig dort, soweit die prüsende Blicke der Beiden in der Dämmerung, die mit ihrem grauen Schleiergewölk schon alle Ecken und Winkel anfüllte, erspähen konnten. Die Dämmerung IuM em" jungen Ingenieur gerade recht, die Dämmerung und das Alleinsein mit Tante Bertha, die er in ihrer gehaltvollen Art, der doch der befreiende Humor nicht fremd war, überaus schätzte. Er wanderte zu dem gemüthlichen Kachelofen hinüber, um den nach guter alter ländlicher Sitte eine Bank herumlief, die übrigens den Schmuck von allerlei hübscbem Schnitzwerk aufwies. Dort saß er in unmittelbarer Nähe seiner alten Freundin. Es waren wichtige Zukunftsfragen, die er sich ihr gegenüber frischweg vom Herzen reden wollte. Er hatte für das nächste Jahr eine sehr gute Stellung in Aussicht, meinte aber, daß er sich erst so recht darüber freuen könne, wenn er jene mathematische Aufgabe vom Verhältniß des Stumpfnäschens, das es ihm angethan, zu einem Paar frischer Mädchenlippen mit dem Winkelmaß seiner eigenen Lippen gründlich und glücklich geläst habe. Tante Bertha sollte ihm nun sagen, wie Bürgermeister Peters und Fräulein Dora über ihn dächten, ob sie Vertrauen in seinen Charakter und seine Zukunft setzten. Dann werde es ihm nicht mehr als ein rasches, holdes Spiel bedeuten, jene liebliche Klarheit zu erlangen. Die Antwort, die ihm zu Theil wurde, hob ihn jedenfalls aus seinem zweifelnden Dunkel. Hell und licht wurde es um ihn und in ihm. Er sprang auf und bat Tante Bertha, es ihm nicht üoel zu nehmen, wenn er zum Dank für die wundervolle Beruhigung, mit der sie seine Seele erquickt, schiennigst davonlaufe. Aber es gehe nicht anders. Er müsse einmal nachsehen, ob der Sturm, den ei 'o hefti pfeifen höre, nicht etwa das VürgermclsterhauZ am anderen Ende des Dorfes von seiner Stelle geweht habe. Gerade als er sich der Thür zuwandte, wurde sie geöffnet. Dora Peters trat ein, die brennende Lampe in der Hand. S? hübsch sah sie mit ihrem frischen Gesicht in dem zitternden Lichtschein aus, daß Fritz Rudloff am liebsten sofort m:t der Losung seiner Aufgäbe begonnen hätte. Er hielt jedoch an sich und begnügte sich mit einer Bewegging, als beabsichtige er, dem jungen Mädchen in galantem Entgegenkommen die Last der Lampe abzunehmen. Dora hatte indessen keinen Blick für cin Entgegenkommen. Stumm, mit merkwürdig abweisendem Gesicht, schritt sie an ihm vorüber, setzte die Lampe auf den Tisch und wandle sich dann hastig Marga zu, die mit einem großen Tragebrett gleich hinter ihr eingetreten war. Die jungen Mädchen bestellten zierlich und nett den Theetisch. Ter Wind draußen blies immer kampfesfroher, allein Fritz Nudloff schien seine Besorgniß um das Feststehen des JUrgermeisterhauses plötzlich ganz vergessen zu haben. Er blieb in dem behaglichen Wohnzimmer und ließ sich zum Thee einladen. Mit kühnem Schwung die Flasche ergreifend, goß er sich etwas sehr viel Rum in die Tasse und plauderte lustig drauf los. Doch Fräulein Dora, die sonst in fröhlichen Plänkeleien seine schlagfertige Partnerin war, blieb heute seltsam stumm. Mit nahezu todtsicherem Ausschluß des jungen Ingenieurs wechselte sie nur gelegentlich mit Tante Bertha und Marga ein paar höchst gemessene Worte. Fritz Rudloff, der langsam kleinlauter geworden war, wandte sich endlich mit einem stummen Blick halber Verzweiflung um Aufklärung an Tante Bertha. Sie konnte nur die Achseln zucken. Dafür ging um den schmerzensfeinen Mund Margas ein ganz, ganz leises Lächeln, als sei sie eine Wissende, sehe sich aber genöthigt, ihre Wissenschaft für sich zu behalten. Dora Peters erstarrte inzwischen fast zu Stein und saß da wie eine Sphinx. Vor Ehrerbietung erschauernd, fragte Fritz Rudloff mit leiser und unsäglich theilnehmender Stimme, ob sie Kopfschmerz hacz? Vielleicht," lautete die räthselhafte Antwort. In seiner grenzenlosen Bestürzung und Verlegenheit nannte er noch einige andere Leiden, die er dem jungen Mädchen zutraute. Wurde sie davon gequält? Vielleicht," orakelte sie abermals. Da knickte er vollständig in sich zusammen, naym reichlicy nocy einmal vom Rum. leider ohne daß er eine erhebende Wirkung verspürte, und stand endlich mechanisch auf, um sich zu empfehlen.
" Natürlich begleiten Sie erst Fräulein Dora nach Hause," warf Tante Bertha trocken hin. Ich finde den Weg allein durch Sturm und Nacht," behauptete daZ junge Mädchen in tiefen, hohlen Gra-
bes tönen und sah starr an Nudlcss vorüber. Er empfand vom Wirbel bis zur Sohle einen eiskalten Ruck durch seinen ganzen Körper, verbeugte sich tief und sagte: Dann werde ich hinterher laufen." Seltsamerweise erhob das rcrsteinerte kleine Fräulein dagegen keine Einwendung. So brachen die Beiden auf. Es wurde aber doch ein Nebeneinandergehen, einigemal? ein so dichtes, daß die jugendliche Sphinx von Zedern sich bewogen fühlte, eine Zeit lang auf der anderen Seite der Straße die Räthscllinien ihres Ganges in den Schnee zu 5?ichnen. Fritz Nudloff versuchte umsonst $u erfahren, weshalb er so tief in Ungnade gefallen sei. Er erhielt keine Antwort. Vielleicht trug sie ihm auch der Wind neidisch davon. Es war, schien es, an diesem Abend alles gegen ihn. Das Dorf lag schon in tiefer Ruhe, nur ein verlorenes Hundebellen kämpfte dann und wann gegen einen rauheren Windstoß an. Sonst kein Laut. Leicht und weich schritt es sich dahin über die dünne Schneedecke, die selten gestreift wurde von einem müden Lichtschein, der aus einem noch wachen Fenster fiel. Es hätte ein so schöner, heimlich trauter Gang sein können durch diese Nachtstunde am Ausgang des Winters. Allein Dora machte einen Marterweg daraus, dachte Fritz Rudloff zornig. Und dort war auch schon das Bürgermeisterhaus! Also keine Hoffnung mehr zu einer Klärung der unheimlichen Situation. Wenn Sie mir nicht jetzt zuguterletzt noch ein freundliches Wort sagen," brach der junge Ingenieur aus, so laufe ich die ganze Nacht in der Kälte umher und erfriere mir die Nase! Jawohl, zur Strafe stelle ich mich Ihnen dann morgen mit einer blauroth angeschwollenen Nase vor, mein sehr verehrtes Freäulein!" Dora hatte schon die Hand auf die Klinke der väterlichen Hausthür gelegt. In dieser Stellung wandte sie den Kopf noch einmal ein klein wenig und sagte in vernichtendem Ton: Es wird mir ein Vergnügen sein! Theilen Sie mir dann nur auch gleich mit welcher Winkelunterschied zwischen einer erfrorenen Nase und einem nichterfrorenen Stumpfnäschen besteht! Gute Nacht, mein Herr!" Und donnernd fiel die Thür hinter ihr zu. Mit ungeheurer Energie wurde der Schlüssel im Schloß umgedreht. Fritz Nudloff aber fühlte plötzlich eine Bergeslast von seinem Herzen fortgenommen. Er konnte sich nicht helfen, er brach in ein erlösendes Lachen aus. Ah, das kleine Fräulein hatte an der Thür gehorcht, als er mit Tante Bertha über jene mathematische Aufgabe gesprochen? Um so besser! Dann wußte sie, was ihrem allerliebsten Stumpfnäschen und ihren frischen Lippen bevorstand! Die Situation war auf einmal gar nick mehr unheimlich sie war klar, klar zum fröhlichen Kampf! Gleich morgen sollte er beginnen! Und Fritz Rudloff zweifelte nicht an seinem Sieg! . . . Als er nack dem Serrenbaus zurückgeleyr: war, jav er oeim ueversiiegen der Fenster hinter demjenigen Rollenhagens noch Licht schimmern. An den Vorhängen zeichnete sich der Schatten der massigen, rastlos auf- und niederschreitenden Gestalt des Erfinders ab. Rudloff bekam ein ernstes Gesicht. Armer Mann, dachte er, da schlägt er sich wieder mit seinen erbitterten Feinden herum und kann keine Ruhe finden! Es gab übrigens noch einen 'Ruhelosen im Bereich des Schloßgebietes. Er kam eben vom Park herübergeschritten, wo er wohl einen nächtlichen Gang unternommen, und betrat neben Fritz Nudloff die Freitreppe. ES war der junge Schloßherr. Er sah blaß und müde aus und war sichtlich nicht angenehm berührt. Jemand anzutreffen, der nun von seinen einsamen Wegen Kenntniß erlangt. So freundlich er sonst dem jungen Ingenieur begegnete, jetzt wollte er mit stummem Gruß an ihm vorüberschreiten. Fritz Rudloff aber benutzte das zufällige Zusammentreffen, den jungen Baron für morgen in der traurigen Angelegenheit, die ihm auf dem Herzen brannte, um eine Unterredung zu bitten. Vodo zauderte einen Augenblick, als dächte er daran, den jungen Ingenieur zu ersuchen, gleich jetzt bei ihm einzutreten. Dann aber nannte er eine VorMittagsstunde des kommenden Tages und schritt weiter. Er wollte, er mußte allein sein nach dem Gottesdienst des Schmerzes, dem er sich eben draußen im verschneiten Park, unter dem lichtlosen Himmel. eingehüllt und getragen vom Mantel des Sturmes, in verzehrender Inbrunst überlassen! 18. Kapitel. eanette hatte sich ihre entzückende lichtbraune Stute Riesa satteln lassen. In dem Augenblick, als sie im Begriff war, aus dem Schloßhof zu sprengen, wandte sie kaum merklich das zierliche Köpfchen und warf dem Reitknecht, der ihr folgen wollte, den kurzen, herrischen Befehl hin, zurückzubleiben. S hätte heute keine Begleitung vertragen. Im Galopp flog sie aus dem schönen Tbier davon, der Landstraße zu, die sich
durch den Wald zwischen Zedern und Gallenborn dabinschlänaelte. Auf ih'em pikanten Gcsichtchen lagen tiefe Schatten, die unter den großen, brennenden Augen violett erschienen. Es tobte wieder einmal ein Sturm in
ihr, den sie niederreiten wollte. Ganz plötzlich standen solche trotzig zornige Stimmungen in ihr auf. im Nu anw2scnd bis zu wilder Zügellostgielt. Und dann war es am besten, sie warf sich auf ihr Pferd und jagte davon. Freilich Befreiung brachte ihr tu 3 auch nicht immer. Die junge Frau meinte oft, sie könne dieö Leen nicht mehr ertragen. Dabei sarie sie sich nicht selten in bitterer Selbstverhöhnung, wenn ein Anderer, ein Un:sa'.-gener, den Spuren ihrer Leiden nachginge, so würde er nichts finden, oder doch nichts von Belang, würd: ihr nur Launenhaftigkeit und Mangel an Selbstzucht vorzuwerfen haben. Selbstzucht! Dazu war sie aller-ding-nie angehalten worden, weder von ihrem Vater, noch von ihren ErzieHern. Fremd war ihr das Wort gewesen, nie hatte sein Klang ihr Ohr getroffen bis sie es einmal aus dem Munde ihres Gatten gehört. Sie wußte wahrhaftig nicht mehr, bei welcher Gelegenheit. Doch es war bei ihr geblielen, das Wort, wollte sie nicht mehr loslassen, es war gleichsam da, sie zu verhöhnen, ihre Qualen zu erhöhen. 'Selbstzucht! Ja, Vodo durfte das Wort aussprechen. Er war ganz gewiß ein Meister in der Selbstzucht. Wie er ruhig und unbewegt durch das Leben ging! Wie er immer auf dem Posten war, wie die Arbeit ih. stets bereit fand! Von frühester Morgenstunde an bis zum sinkenden Tag. Kein Zucken seines Gesichts verrieth, was in ihm vorging. Und sie hätte darauf schwören mögen, daß er litt. Sie zweifelte nicht mehr an seiner Liebe zu der Anderen! Diese Gewißheit hatte sich ihr schließlich wie ein Schatten an die Fersen geheftet und wollte nicht mehr von ihr weichen. Jeweise hatte sie keine Vodo verletzte auch nicht um ein Haarbreit die Pflichten ihr gegenüber. Er war aufmerksam, freundlich, zuvorkommend in jeder Weife. Aber all diesen äußerlichen Plunder hätte sie ja so gern hingeworfen für einen anbetenden Traum seiner Gedankeu, wie er ihn wahrscheinlich der Andeien zusandte, dem schlanken, blassen Mädchen im Trauerkleid! Sie wurde wohl in stiller Nacht gegrüßt von geheimnißvoll köstlicher Botschaft seiner Seele! Ach, und da wollte man ihr Launenhastigkeit vorwerfen und Mangel an Selbstzucht, weil alles in ihr ein verzweiftlter Schrei war nach ganzem und völligem Besitz des vergötterten Gatten? Sie schrie ja doch nur nach ihrem Aecht! Allein wie sie sich das, was sie ihr Recht nannte, erzwingen wollte wa reu es vornehme Mittel, nach denen sie gegriffen? Der bitterste Ekel konnte sie oft schütteln, wenn sie an ihr gewijsenloseZ Spiel mit dem jungen Sessinghaus dachte! Und wie thöricht, wahllos und ver fehlt wollte eS ihr außerdem erscheinen, wie kindisch! Trug Bodo ein anderes Zvrauenbild in sich, vor dem er ras den jtnieen lag, so waren ganz gewiß die Teufeleien seiner kleinen närrischen Frau nicht der Sporn, die Eifersucht in ihm aufflammen zu lassen! Nun gut, fo wollte sie ihn damit auf andere Art treffen, wollte ihn dadurch heraus scheuchen, emporreißen aus seiner unausstehlichen Ruhe, seinem unerschütterlicken Gleichmuth! Treffen wollte sie ihn und sei es mit einem Schlag mitten hinein in's Gesicht! In das scköne. aeliebte Gesicht mochte es drum sein! Ein dämonisch wildes und böses Ausfunkeln lohte m sollen Minuten in ihren Augen. ViZ zur Stunde allerdings hatte sie auch nach dieser Seite hin noch nicht das Geringste erreicht. Die Varonin war jedenfalls ihrem Wort treu geblieben, so daß Vodo die Geschichte mit dem Kuß auf die Schulter nicht erfahren hatte. Und der junge Sessinghaus hatte zwar seitdem das Schloß nicht gerade gemieden, aber sich doch eine gewisse Reserve auferleat. Diese Puppe! Sie mußte gelegentlich energischer an den Drähten ziehen. damit das Herrchen so zappelte, wie sie es brausen konnte! .... Jeanette wurde von ihren bitter nagenden, verzweifelten Grübeleien abgezogen. In dem Graben am Wegrand hatte sich zum Ausruhen eine alte Bauersfrau niedergesetzt, und nun sie aufzustehen suchte, wollte es ihr mit dem am Rücken befestigten hochbepackten Korb nicht gelingen, so sehr sie sich auch be mühte. t Ein unbewußt freundlicher, lächeln der Zug ging über das noch eben so unheilvoll belebte Gesichtchen der jungen Frau. Ohne langes Besinnen glitt sie von ihrer Stute herunter, die sie achtlos stehen lieft, nahm ine Schleppe des Nett kleides hoch und kletterte in den Graben, um der gebrechlichen Alten in die Hohe und auf die Straße zu helfen. Es glückte auch. Aber als die Frau mit der wackelnden Korbpyramide nun außerhalb deZ Grabens auf. ihren Fu ßen stand, hielt sie es für nöthig, ihren Dank durch einen Knix abzustatten. wodurch der Korb noch mehr in s Schwanken kam. Ein obenauf befestig ter Peitschenstiel kitzelte die Stute hin ter den Ohren. Sie machte einen Sei tensprung, wandte sich und jagte in toller.Hast nach Zedern zurück.,.
Wcja! Aber Riesa! Dummes
Thier!" Indessen kein Rusen der helfen Frauenstimme brachte den Lichtbraunen zum Stehen. Eins, zwei, drei da war er um die nächste Wegbiegung verfchwunden. (Fortsetzung folgt.) Kutcvfriiicfr. Richter: ..Der Beklagte hat Sie einen ,Schuster' genannt? Das ist doch aber keine Beleidigung, nachdem Sie wirklich Schuhmacher sind." K l äg e r: Ja, ich bin wohl ein Schuster, aber kein solcher Schuster, wie er meint." Ein editer ycssimilt. Lotteriespieler (als sein Loos mit dem Haupttreffer gezogen wird): Wieder um eine schöne Hoffnung ärmer!" (öcnniisam. Meine erste Frau hatte mir immer den Hausschlüssel verweigert, die zweite erlaubte mir, ihn mitzunehmen und die dritte gestattet mir sogar, ihn zu benutzen!" (Bin Äeld. Kneipkollege (ironisch): Na, Schulze, diese Nacht hat's wohl was abgesetzt, wie Du nach Hause gekommen bist?" S ch u l z e : O, da Öi -SV TK --Yii' i 'il A-refZ-fs-' ''!fi.' 5i 'i. .ji'(lÄ5v i -, kennst Du mich schlecht! Ich sag' Dir. ich hab' die ganze Nacht auf der Treppe gesessen aber meine Frau hat sich nicht herausgetraut!" Vomiltlzlirlz. Baron (der zu einem Jagdabent:uer über Land gefahren): Nun, Johann, trink' nicht zu viel in der Schenke, d-amit wir den Weg in der Dunkelheit gut zurückfinden." K u t s ch e r : Das hab' ich mir schon auf der Herfahrt gedacht: Einer muß nüchtern bleiben!" Anfl:lürT?ng. Wie sonderbar die Frau Schulze nur aussieht." Ja, weißt Du, deren Kaffeekränzchen mußte Umstände halber schon zweimal verschoben werden, und da ist sie nun mit Geheimnissen überladen." Dnlzrr. öechte gibt es Lkdige mehr. Als Elzemanner. das kommt daher, Tie letzteren wissen ganz genau, Man sieht dann doppelt auch seine Iran. Der loltzp. Erster Backfisch: Du, ich hab' seit einigen Tagen so Schmerzen in der Nase. Ich glaube, ich habe einen Olymp d'rin!" Z weiter Back. fisch: Eine Police willst Du sagen!" Ncporterstil. ...D Mörder suchte offenbar nur Geld, aber glücklicher Weise hatte Herr Weck sein Geld tagsvorher bei der Bank Vl.ponirt, so daß er nur den Verlust seines Lebens zu beklagen batte."
JILjPl C5l v i'WvJ Mtkiv ia rJrv utirfit ix t-'A MWMjzl j tM Ri ß? tr? 5?öHZz.' SiV-rnAA ' MvwN iwlwW'tfiW w $ .r;3 13. , wi r W-tf fKA'M'"- j MMWKchÄ KHMH? tiiii n r i'--'-, " !y-alMr W&4m MMÄK fek K&kcT nmfc f mim U-wÄ li i! : !' h??J-&t4ll- 1 JUäiBj,; $i&3M '7SVZ l j&lyi
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Washington Str 51 No. 10 Spritzenhaus Illinois u errill k2 JUinoiS u !.'ouiflana 63 West und Couth S4 West und WcTarty 6 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Ray S No. 4 Spritzenhaus MadisonLv.uWor-.-iS 69 Madison Av. u Tunlop 1 NoL Haken LeiterheuS Eouth nahe Telavar 62 Penn, u Merrill t Telaware u. McCarU, M ast und NrEarty 5 New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Sradshatv 63 Last und Prospect 9 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 7t East und Georgia 73 Ceda, und Elm 74 Davidson u Seorgt 75 english Av. u Pine 75 Chclby und Batc 7? No. z Spritzenhaus Prospect nahe Sbelby Flctcher Av.u Chelby Sl Market v, New Zersty 62 Telaware und Wash. 32 East u Washington $4 New Dork u. Davidson 85 Taubstummen Anstalt 56 Ver. Staaten Arsenal 87 Orient! und Wash. 89 Frauen-Aeformat. 91 No. 13 Spritzenhau Marhland nahe Mer. s2 Meridian u. Sccrqia. 03 Meridian und South 4 Pennsylö u. Louisiana 95 Virqini Ave u. 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Washington 427 Olwer und Birch 423 Oliver und O4good 429 Nordizke und Fort 431 Hadley Ave u. MorriZ 432 River Ave u. MorriZ 54 River Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R ? 436 Harding nd Ol'v 437 No. 19 CpritzenhZ MorriS und Harbins. 438 frtx vxbfjStosfi 439 Etocky 451 ReiSner und 452 Howard und L 453 Mors und KappeS 56 Lambert nd Belioni 457 Nordhk Ave u. man Works 612 West nd Rsy 613 enwckyAvu.VerL 614 Meridian und Morr 616 JZinoiA nd lkansab 17 Morris und Dakota 618 MorriS und Churcy 619 Capital A.u Nck.r. 621 Meridian und Pal V23 Pine itf Lord 624 Madisor. Ave u Lincoln 526 Meridian und Bett RZt 627 CarlcS und Nay 623 Meridian und Anzona 529 Meridian. Raymond 631 Meridian u. McCai. 1 632 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West 612 MeSeraatlnd Douatz. 613 Cast u. Lincoln fctt 614 Gast und Beecher 614 Wright und Sondere 617 McCarty und Beaty 613 New Jersey u Dic A 71 Epruce und Prospect HZ Cnglish Ave. u. Laure 714 CtatAveu.Delt NA 715 Shelby und Beecher 716 täte Ave und Dnro? 718 Orange und Laurel 71& Shelby u. ktaze Zü 721 LcrmgtcnA.u P.ca 723 Fletcher Ave u. Cvruvt 724 State Ave u. Pleasan 715 Prospekt und "leasort 726 Orange und Hariav 723 Liberty und Wen 729 Nole und South Ll No. 15 Spritzenhmid Ost Washington 815 Market und Nobl: 814 Ohio u. Highland 815 Michigan u. Hizhla 816 Market u Arsenal Av 817 S. Clair virO Union Bahn Geleise , b2l Pan Handle ChepZ 23 Vermont und Walco 824 Wash. und Statt 2. 825 Madden'S Lounge Fab 826 Tucker und Dorfe 27 Wash. und Beville TV L29 No. 1 Spritzenhaus Beville nahe Michiga, 831 Coutheaftcrn 2 uai Woodside. 83t Wash. und Dearbor, 834 Eoutheastern und Arsaull AveS. 35 New Fork nd ZcsdfU 912 JllinoiS und Martzl. 15 JllmoiS und artet, 14 Penn, nd tafc 915 Delaware und aV Cpezial. Signale. krsten 2 SchlZge, zweiter Alarm, Aweitm t Schläge, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierte? Alarm. 1-k-l, Feuer auZ und Schlauch aufgerollt, s Schlage, SkasserdruS ab. 12 Schlage, 1 Uhr Mittag. Die Zo bezeichneten Signale werden ma tom Thür wicht angegeben da an den betreffend Straße? kreuzunge keine Alannköstw angebracht sind. Olnicao und der große Nordweften via fßESSZ IfflWWB frbt,-pvtm Ij ggg ((a laka-Sawaii-Pb!lihPine Inseln. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. r- Bon der Mono? 47. Str. Station, Chicago, ind nur 5 Minuten mittelst elektrischer Car na den Union Liehböfen I'reneli liick Spring-s, Indern Orange County Hochland. ffamililn-Hotel nter neuer GeschäftZleitunL. Pluto, Proserpine ,nd Bowle? Quellen. Bene Mineralwaffer der iöelt. Zwei Züge täglich via Grer.lcastle. Tickct-Osflcen : Union Station, Massachusetts Slot und 25 West Washington Straße. , R. P. l g e , Tifttttt Pass. Agent, Jndianadoli, Ind. . H. W e D o e l, C. H. R o ck w e l l. Präs. und Gen. Mgr. Betriebleite? Iran! I. eed, Sen.P2l. Agent. Ehiczgo, III.
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