Indiana Tribüne, Volume 27, Number 50, Indianapolis, Marion County, 20 October 1903 — Page 5

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?cr ucrücDtc Fähnrich. Won Hans von Wentzel. . Gut, daß Du kommst. Junge, es ist eme Einladung für Dich da, seit vorgestern." Schon wieder?" Von Frau von Cheinnitz, zum Gartenfest und TH6-dansant im Stadtgarten." Auf wann?Auf morgen Abends sieben Uhr.Gott, di:se elenden Lämmer hüpfen jetzt immer. Ich sage ab." Aber Emil, mit Deinen achtzehn Jahren." Bitte, neunzehn, Mama, im April geworden." Richtig, verzeih' nur. Uebrigens wird es gewiß recht hübsch werden, über hundert Personen." Nette Käferkrabbelei!" Weißt Du auch, wer da sein wird?" Ich bin nicht neugierig, Mama." Wer weiß; Jemand ist nämlich gesiern von der Reise zurückgekommen. Jemand, den Du lange nicht gesehen hast .mehrere Jahre nicht." Doch nicht etwa ?" Ja, ja... Komtesse Marie ist wieder da." Donnerwetter!" Siehst Du." Und sie wird bei dem Fest sein sicher?"

Ich weiß es aus bestimmter Quelle, . aber da Du absagen willst " Fällt mir nicht ein, abzusagen." Na, siehst Du, das wußte ich ja, ich habe auch schon für Dich zugesagt." Bravo, Mama! Aber weiße Hoffl mit f irf rttlli ftrVi Virt vynrfs I ""V vkiiit iivuy reine da?" Gerade noch ein Paar." Gott sei Dank! Und dann mein Extrarock . . . Könnte ich den nicht noch schnell besetzen lassen?" Aber der Besatz ist ja ganz frisch." Für gewöhnlich geht er noch, aber nicht für ein Tanzfest! ... Ach, Mama, das verstehst Du nicht. Naumann! Wo steckt denn der Kerl!" In der Küche ist er und wartet auf Dich." Naumann! Naumann!" Herr Fähnrich?" Aber dalli! Karacho, bitt' ich mir aus!" Jawoll, Herr Fähnrich, wird scheenstens besorgt." Und eine neue seidene Halsbinde bringen Sie auch noch mit und ein Paar schneeweiße Glacehandschuh Nummer 8y " Aber Junge!" Ach laß doch, Mutter, nobel muß die Welt zu Grunde gehen. Sag mal. ffDrtmmt Vt s?tt S nrrtlaft V rtinn jjiuKiiiu, vn nviui. v.vuufct, jvit muy sie nur eigentlich jetzt aussehen?". ; Du wirst sie nicht wiedererkennen, sage ich Dir." Na, ich dächte, wenn man mitein ander gestanden hat wie wir " Ja, ja. Euer Kuß damals, für den Du die Ohrfeigen von Papa bekommen hast." Das war nicht hübsch von Papa." Hübsch nicht, aber gut war's vielleicht. Du hattest doch damals recht gefährliche Anlagen." Ach. Unsinn, Mammi, in dem Alter sind wir alle Rüben. Na, seit damals sind ein paar Jährchen in's Land gegangen, und nun bin ich königlich preußischer charakterisirter Portepefähnrich. Die wird Augen machen, was Mutter?" Du vergißt, daß sie auch älter geworden ist. Sie geht doch schon lange aus, und viel umworben ist sie." Wahrhaftig?" Das kannst Du Dir doch denken. Dein eigener Hauptmann ist ihr gefährlichster Courmacher." ro 1 t. ;j - -i , as gllluv icg, oas ronnie oem passen. Sie nimmt ihn aber sicher, nicht ernst." Wer kann's wissen?" Und ich auch nicht. Weißt Du. Mammi, der Hauptmann, das muß man ihm lassen, ein forscher Kerl is er, wenn er auch seine Mucken hat. Am dollsten is, daß er mir nich mal 'ne Urlaubskarte für die ganze Nacht giebt." Da hat er am Ende ganz recht." Aber trotz allem, er is wirklich der einzige, vor dem ich überhaupt vor drei PfennZje Respekt habe." Sehr schmeichelhaft für mich." Ja, das is nu mal so. Der braucht nur zu rufen: Portepöefähnrich Klippert!" Dann fährt es einem wie so'n Gewittersturm in die Kniekehlen. Aber in der Liebe, weißt Du, da kann er denn doch nich mit mir mit. In der Liebe war ich nämlich immer ein Häkchen." Werde mir nur nicht unsolide. Du liebesdurstiger Bengel." Ach. fällt gar nich vor. Ich werde sogar sehr solide werden jetzt sehr. Siehst Du, Mutter, ich habe mir das 7.ämlich schon lange überlegt, schon dunnemals im Kadettencorps: die Liebe ist eigentlich die wahre Klugheit des Lebens, meinst Du nich auch?" Junge, wo hast Du denn das aufgeschnappt?" Ich meine d ie richtige Liebe, wie ich sie verstehe, und darum morgen soll es sich entscheiden." Was denn, was soll sich entscheiden?" Ob sie mich will oder nicht. Paß auf. sie will mich." Aber Junge.. Du denkst doch nicht ernsthaft an's Heirathen, in Deinem Wer?"

Erlaube mal. xq vin doch königlich preußischer Portepeefähnrich." Also noch nicht einmal Leutnant." Aber das werde ich bald, und dann geht's los. Und weißt Du: nie eine andere als die Komtesse." Warum denn aerade die?" Jcy bin an sie gebunden." Etwa durch die Ohrfeige, die Dir der Papa als Pennäler gegeben hat. weil Du sie auf der Wiese küßtest?" Nee die Ohrfeige hat damals meinen Rausch ausgelöscht, aber der Rausch is wiedergekommen, und i . bin auch wiedergekommen, und morge? morgen will ich den Rubikon überschreiten." Aber Junge, das ist ja alles Unsinn, wie kannst Du denn schon an's Heirathcn denken?" Erst recht. Mutter. Ich bin doch jetzt ein Mann und kein Pennäler mehr. Ich kriege Gehalt und einen Schnurrbart." Wo denn?" Ach Mutter, laß doch die Witze, ich bin jetzt reif zu allem, auch zu Liebesglück und Heirath.Jch stehe jetzt im Leben, ich habe einen Beruf und Zuläge, kann Ciqarren rauchen und Pfirsichbowle trinken so viel ich Lust habe, und trage einen Säbel an der Seite. Was kann der Graf also gegen mich haben, he?" Er wird warten, bis Dein Hauptmann Dir die Urlauskarte für die ganze Nacht anvertraut." Adieu Mutter! Du bist heut' unjemüthlich. Morjen habe ich den Feind geschlagen oder wir sehen uns bis übermorgen nicht wieder!" Mutter empört mich. Ich höre nich mehr, was sie mir. nachruft. All meine Gedanken sind schon beim TH6dansant und bei der kleinen Komtesse. Wie war's doch beim Abschiednehmen zwischen uns? Da kam's heraus wie einBergstrom. Hehre Treuschwüre haben wir gewechselt: Ich werde Dich ewig lieben. Ich werde . ewig, ewig nur Dich lieben, nur Dir allein will ich mein Leben weih'n, immer, immer, immer." Ich kann es im Bett nicht mehr aushalten, ich springe aus meiner Höhle an's Fenster. Ich schaue empor zu dem tiefblauen Dom des Himmels, zu den Millionen Welten, die da oben, strahlender als die herrlichsten Brillanten, flimmern. Bon ihnen erwarte ich Antwort, auf mein wildes Begehren, auf mein Sehnen, meine Zweifel, mein ungestilltes Verlangen. Ich glaube ihren Namen da oben zu lesen und ertappe mich schon wieder beim Verseschmieden. Nein, das geht wirklich nicht mehr. Ich muß jetzt dernünftig werden; an das Reelle muß ich denken. Ich schleiche wieder in meine eiserne Bettstelle, wo sich endlich der Schlaf meiner erbarmt. Er führt mich hinüber in das Reich der Träume, die mir heut' gnädiger sind als folgenden Tages die Wirklichkeit. Das Fest im Stadtgarten ist schon weit vorgeschritten. Brauche ich zu sagen, daß sie" schöner, lieblicher, strahlender aussieht als je? Brauche ich zu sagen, daß alles an ihr entzückend ist? Auf Ehre, ein pompöses Weib ist sie jeworden. Zweifellos hat sie auch mich mit Schmerzen ersehnt, denn sie erröthet melodisch, als sie mich wiedersieht vor Freude natürlich. Wie geht es Ihnen?" sagt sie und giebt mir etwas verlegen ihre süße Patschhand. Ausgezeichnet. Komtesse, zumal ich die Ehre habe, Sie wiederzusehen die Ehre und das Vergnügen." Ich küsse die Patschhand. Sie sieht mich erstaunt an. Diese Routine gefälliger Formen hat sie zweifellos nicht von mir erwartet. Sie haben sich verändert." lächelt sie holdselig, Sie sind so anders geworden." Wie denn so?" Reifer, männlicher." Ich zwirbele geschmeichelt an der Stelle, wo ich meinen Schnurrbort erwarte. Na ja," sage ich, natürlich, ich hab' mich gemausert es ist ja auch was ganz anderes jetzt. Uebrigens Sie haben sich auch " Gemausert?" ergänzt sie lustig. Nein, nein, ich meine nur, Sie sind auch reifer geworden und männlicher Pardon, ich meine " Sie platzt vor Lachen heraus, dann will sie fort. Ich denke, mich soll die Erde verschlucken. Wie kann ich denn auch nur solchen Quatsch reden, aber das macht wieder die unselige Schamhaftigkeit meiner Seele, die immer noch gewaltiger ist als selbst meine heiße Liebe. Bleiben Sie doch, Komtesse, darf ich Ihnen vielleicht eine Erfrischung . . . vielleicht ein Glas Ananasbowle ..." Nein, danke." Sie rennt ungestüm weiter, immer noch in Hellem Lachen. Aber so bleiben Sie, bleiben Sie doch. Ich bitte Sie fußfällig. Ich muß Sie nämlich dringend sprechen ..." ' Warum denn?" Weil ich muß, weil ich nicht anders kann. Wissen Sie denn nicht mehr. . ." Was?" Weshalb wir uns damals trennen mußten ...?". Ach so, es ist Ihnen doch gut bekommen?" (Sie meint natürlich die Backpfeife von meinem Vater.) Sie sind jetzt Fähnrich?" . Na ob," sage ich und ziehe wieder an meiner Oberlippe. Man is eben nich mehr Pennäler, man is königlich

preußischer charakterisirter Pforiepöefähnrich." Ei, der tausend! Also eine Persönlichkeit?!" Das will ich meinen. Wir haben jetzt ein Recht darauf." Worauf?" Na auf Liebe." Das Wort erschreckt mich selbst, als es heraus ist. Ich muß dabei roth geworden sein. Uebrigens ist es mir ganz recht. Ich will die Ehose endlich in's Klare bringen, sofort, jetzt gleich, heute noch einfür allemal. Doch va entroijdjt sie schon wieder: Adieu, Herr königlicher, karrikierter Portemonnaiefähnrich," sagt sie spitzbübisch, lacht aus vollstem Halse und verschwindet in einem Kreis von Offizieren und jungen Leuten, pardon, Daaamen, sodaß ich nicht mehr mitthun kann, denn mein Hauptmann hat mir ausdrücklich befohlen, mich in Gesellschaft der größten Zurückhaltung zu befleißigen. Teufel. Teufel! Das ist doch wirklich ... da soll doch gleich ein heiliges . . . Allewetter, da ist mein Hauptmann ... ich muß stramm steh'n. Sie lacht und flirtet mit ihm, und der Hauptmann lacht auch und ist wie ein Ohrwurm, so beflissen. Ich glaube faktisch, die beiden moquiren sich im Stillen über mich .... Ich bin ganz consternirt und verliere doch sonst nicht so leicht die Contenance. Ich absentire mich in die Tiefe des Gartens. Nachdenken muß ichüberlegen, einen Plan aushecken. Sollte mein Hauptmann wirklich? Der bloße Gedanke macht mich rasen. Sieh da! Jetzt giebt er ihr den Arm, er spricht auf sie ein, er promenirt mit ihr im Jardingarten. Je mehr ich aufpasse, um so klarer wird die Situation; der Hauptmann macht ihr die Cour, und zwar in übel angebrachte? Weise. Jetzt bringt er ihr eine Rose; sie nimmt sie, steckt ihr Stumpfnäschen hinein, himmelt ihn so von unten herauf an, dann heftet sie die Rose an ihre Brust. Zephyr und Wolken, das kann ich nicht mehr aushalten, ich muß fort, in's Kasino, zu Hause, zu meiner Mutter, in's Bett. Is mir egal, wohin, nur nicht länger diese Süßholzraspelei mit ansehen müssen Was is denn eigentlich die Uhr? Schon zehne durch und ich habe keinen Urlaub. Was mach' ich denn da, wenn mich der Hauptmann noch sieht? Na, wenn er mich in'n Kasten steckt, heute ist mir alles egal. Oben tanzt schon alles. Aber jetzt jetzt da auf Ehre jetzt kommen sie auch 'rauf. Sie kommen hierher, wahrhaftig .... Wohin rette ich mich? Rauf, die Treppe rauf, in den Saal. Schon bin ich an der Saalthür. Halt! , Ein famoser Gedanke. Die Treppe führt ja auch noch höher hinauf, nach dem Boden oder sonst wohin; allerdings ist es da stockdunkel, aber was thut's? Von da oben kann ich jedes Wort hören, was die beiden sprechen, wenn sie raufkommen, jedes Wort. Also hinauf, eine halbe Treppe höher, so da bin ich. Und da kommen sie auch schon. Was sagt er, was sagt sie nur? Schade, daß wir schon hinein müssen." Es hilft nichts, hier müssen wir Abschied nehmen " Bis morgen; morgen fordere ich Dich von Deinem Vater." .Um welche Zeit kommst Du?" Um halb eins, Süße, Einzige und dann " Und dann für immer." Marie!!!" Fritz!!!" Ich höre eine Weile nichts mehr, ohne Zweifel küssen sie sich. Ich muß sie sehen, die Treulose, sehen muß ich sie Ich schleiche behutsam, lautlos eine Stufe hinab, noch eine, noch eine. Ich beuge mich über das Treppengeländer noch immer nichts. Ich will noch eine Stufe tiefer klimmen, da in der Finsterniß trete ich fehl, ich rutsche mit Donnergepolter auf meinen weißen Hosen fünf Stufen hinab, springe wieder auf. Gott im Himmel, das ist ja furchtbar - Unten ein Aufschrei: Man hat uns belauscht!" Wer ist da oben?" Keine Antwort. Ich bin auf den Boden geflüchtet und habe mich regungslos hinter den Schornstein gekauert. Das Herz schlägt mir bis an die Halsbinde. Na, warte, Halunke! Ich massakrire den Kerl bei lebendigem Leibe. Nur erst Licht nur eist " Er eilt hinunter, in den Vallsaal hinein, natürlich wird er die Kellner alarmiren. Mir bleibt ein einziger Moment, aber den nutze ich aus. Wie ein toll gewordener Bettsack rase, springe ich aus meinem Versteck heraus, fliege in großen Sprüngen die Treppe hinunter, am Vallsaal vorder und entkomme ungesehen auf die Straße. Nicht eher blicke ich mich um, als bis ich die Thür meiner Fähnrichsbude hinter mir in's Schloß fallen höre. Dann erst verpuste ich mich. Himmel, was habe ich heute alles erlebt: Karrikierter Portemonnaisähnrich, zertretenes Liebesglück. UrlaubsÜberschreitung, mein wüthenderHauptmann auf der Treppe, und das Schlimmste sie wird meine Hauptmannsfrau. Pultawa über Pultawa! Jena! Kollin! Meine Glacehandschuh' sind schwarz wie Kienruß, der neue Rockbefatz iji

zum Teufel, meine weißen Hosen sehen

wk Jeoras aus. Ich schleudere sie an die Wand und werfe mich stöhnend in die Falle. Wie Wahnsinn peitscht es mein Blut. Hol' der Luchs alle Komtessen! Ich heirathe nie wieder eine, das schwöre ich jedem, der es hören will. Durch das offene Fenster duftet der Jasmin herauf, der Mond, 'der alte Filou, verzieht sein Biergesicht zu einer höhnischen Fratze, in den Zweigen klagt die Nachtigall die ganze Nacht hindurch, bis endlich, endlich der Morgen graut. Verschlafen tritt der Hornist auf den Kasernenhof und bläst Reveille: Haaaaabt Ihr denn noch nicht genuuuuug geschlaaaaafen? " sie schneiden ! Latz sie schneiden!" Ueber ein Abenteuer des französischen Ministers Pelletan gelegentlich seiner Hochzeitsreise sandte man aus Mailand den folgenden Bericht, der sich wie eine köstliche Satire liest: Ein junger Mailänder Violinvirtuose sucht seit geraumer Zeit die öffentliche Aufmerksamkeit durch eine seltsame Kleidung und Haartracht auf sich zu ziehen. Er trägt Sommer und Winter einen langen, bis auf die Knöchel reichenden Gehrock und läßt sich das Haar nicht schneiden, so daß ihm die Locken ambrosisch um die Schultern wallen. Dadurch hat er es denn auch erreicht, daß er eine stadtbekannte Persönlichkeit geworden ist Sobald er sich irgendwo sehen läßt, sind die Straßenjungen um ihn her und rufen ihm zu: Laß sie schneiden! Laß sie schneiden! Dreißig CenteNmi Bart und Haar!" Die Worte reimen sich im Italienischen und können sogar gesungen , werden. Ter Violinvirtuose ist außer sich über diese Verhöhnung seiner Persönlichkeit und hat sich bei der Polizei die Erlaubniß zum Wasfentragen ausgewirkt, mit der Begründung, daß er seines Lebens nicht mehr sicher sei. Seit dieser Zeit hat er sein Kostüm um eine Revolvertasche mit Revolver bereichert, die er stolz vorn auf dem Leibe trägt. Die Straßenjungen haben aber trotzdem keinen Respekt vor ihm, und als er kürzlich auf dem Skalaplatze zum Concerte der städtischen Musikbanda erschien, ging der Spektakel wieder los. Laß sie schneiden, laß sie schneiden! Dreißig Centesimi Bart und Haar!" sangen erst ein paar Jungen, dann Hunderte von Stimmen und schließlich das ganze, nachTausenden zählende Publikum. Der Violinvirtuose wurde grün und gelb vor Wuth. Er zog seinen Revolver und drohte, auf seine Beleidiger zu schießen. Ein Polizist versuchte ihn wegzuführen. Da kommt ein fremder Hfrr mit gewaltigem. struppigem Backenbart, eine junge Dame am Arm, auf den Polizisten zu und fragt ihn aus französisch, was denn hier los sei. Kaum hat das Publikum diesen neuen Feind der Haarscheere wahrgenommen, .les ihn umringt und ihm den Reim in die Ohren brüllt: Laß sie schneiden, daß sie schneiden! Dreißig Centesimi Bart und Haar!" Der Herr und die Dame werden unruhig und reden unter leidenschaftlichen Geberden auf das Publikum ein, das aber nicht locker läßt und sich zu einer undurchdringlichen Mauer rings um das französischePaar anstaut. Endlich ruft der Fremde dem Polizisten zu: Schaffen Sie doch freie Bahn! Ich bin französischer Minister Pelletan!" Zum Glück kommen jetzt andere Polizisten herbei. Die ärgsten Schreier werden festgenommen, und der französische Marineminister kann sich mit seiner jungen Gemahlin sie befanden sich auf der Hochzeitsreise in sein Hotel in Sicherheit bringen." Wie man zu sparen anfängt. Die französischen Abgeordneten fangen endlich an, Ersparnisse zu machen. Bis jetzt gab man ihnen, wenn sie am Ende des Monats sich den Lohn für ihre mühevolle Arbeit abholten, an der Kasse ein weißes, viereckiges Kärtchen, auf dem ihr Name und der Betrag ihrer Entschädigung" verzeichnet war und das sie dem Kassirer vorlegten, auf daß er es mit seiner Unterschrift schmücke. Dieses Kärtchen wurde natürlich jeden Monat erneuert. Bon jetzt an wird das aber nur jährlich einmal geschehen. Man hat nämlich das Kärtchen in zwölf Abtheilungen getheilt, die den zwölf Monaten des Iahres entsprechen. Man wird also vom 1. Januar bis zum 31. December immer dasselbe Kärtchen an der Kasse vorzeigen. Diese Papierersparniß", schreibt der Figaro", wird ja wahrscheinlich nicht viel dazu beitragen, den Staatshaushalt in's Gleichgewicht zu bringen, aber irgendwie und irgendwo muß man ja schließlich anfangen." Wißbegierde. Notar: Also Sie verfügen letztwillig. daß Sie nach Ihrem Tode secirt werden? Testator: Ja. i muß wissen, an was i denn eigentlich gestorben bin. Das auch noch ! Der Berliner Schneider Schlemiel bringt einem Kunden, der in Potsdam wohnt, einen neuen Frackanzug. Kunde: Mensch, wo stecken Sie denn, die Hochzeit hat ja schon angefangen! Na, dann fix hinein in die Kleider. (Er versucht vergeblich in den Anzug hineinzukommen.) Das ist ja entsetzlich! Sie huben ja die Hosen, die Weste,- den Frack und den Zug verpaßt! :

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