Indiana Tribüne, Volume 27, Number 49, Indianapolis, Marion County, 19 October 1903 — Page 5
Lndiana Tribuno, 19. Oktober IStt.
Ein Regentag in der Sommer-frische.
Skizze von A. von Wartenberg. Regentage in der Sommerfrische Seit drei Tagen rieselte es nun schon ununterbrochen vom Himmel herab. Gestern und vorgestern hatte sich Assessor Lennert noch hinausgewagt. Heute gab er eZ auf. Es war zu unwegsam draußen. Drinnen im Hause war es auch nicht gemüthlich. Ueberall mürrische, etwas verfrorene Gesichter unter den zu unthätigem Ausharren verurtheilten Gästen, daß Fräulein Alemanns, der Pensionsinhaberin, fröhlich zufriedene Geschäftigkeit ordentlich wie ein Labsal wirkte. Des alten Generals Kriegsgeschichten kannte der Assessor bereits auswendig, und sich mit dem würdigen Rechnungsrath zu unterhalten, verspürte Willi- Lennert noch weNiger Lust. Die Bibliythek des Lesezimmers, in dem er augenblicklich weilte, war mehr für den Geschmack von Damen berechnet. Lauter süßliches Zeug, kein einziger anständiger. Schmöker," grollte Lennert. die Bücherreihen musternd. Die Mama fühlte sich allerdings im Kreise gleichgesinnt Damen sehr be- ' haglich. Die jungen Mädchen wetteiferten darin, ihr den Strickbeutel nachzutragen, Kissen und Fußbänke herbeizuschleppen. Auch für den Assessor ha -:n Fräulein Mienchen, Fräulein Trienchen und besonders das goldhaarige Fräulein Martha stets ein freundliches Lächeln und allerhand LiebensWürdigkeiten in Bereitschaft. Es war da nur ein Aber" dabei, das ihn nicht zum vollen Genusse kommen ließ. Ein anderes Bild lebte in seinem Herzen, das auszulöschen er sich bisher vergeblich gemüht, und das sich in einem unbewachten Augenblick immer wieder vor seine Seele stellte. Da wurde die Thür des Lesezimrners sacht aufgeklinkt, und ein goldhaariger Mädchenkopf lugte hinein. Störe ich?" .Keineswegs, Fräulein Martha." D, Sie haben sich?r wieder tiefsinnigen Problemen nachgegrübelt, und nun muß ich dummes Ding Sie da herausreißen. Ich 'gehe auch gleich wieder. Ich wollte mir nur die gestrige Tageszeitung holen. Ihr Gespräch mit dem Herrn General über den darin enthaltenen Leitartikel hat mich so interessirt." Wirklich. Fräulein Martha?" lächelte der Assessor, wider Willen geschmeichelt. , Ja, ich habe freilich nicht alles verstanden, aber ich möchte so gern mehr wissen, auch so klug sein...." Sie verstummte wie verlegen und blickte an ihm vorüber . Für so hübsche Köpfchen ist die leidigc Politik eigentlich nichts," versetzte Lennert in väterlich wohlwollendem Ton. Sie war wirklich nicht übel, die Kleine. Seine Mutter hatte recht, wenn sie ihm die Martha Vensberg, des reiche Bensbe'rg einzige Tochter, als der Beachtung werth pries. Ach, Herr Aessor," rief Fräulein Martha's Helles Stimmchen ihn in die Wirklichkeit zurück. Ich habe eine große Bitte, ich möchte gern ein paar Worte von Ihnen für mein Album haben. Im sammle Handschristen geistreicher und großer Männer, und da wäre es so lieb von Ihnen...'." sie stockte erröthend. Lennert nahm das in Sammt gebundene Buch entgegen.und durchblätierte es. Der' Pastor, der Schuldirektor, eine Klaviergröße und der Heldentenor des Stadttheaters in B. hatten ihren Geist in dem Büchlein bethätigt. In diese würdige Versammlung werde ich schwerlich hineinpassen," meinte der Assessor ablehnend, während er doch gleichzeitig zurFeder griff. Q! Aber!" entrüstete sich Fräulein Martha. Sie schaute ihm bei Schreiben über die Schulter, daß ihre krausen Löckchen fast seine Wange streiften, und jubelte, als sie einen einfachen Stammbuchvers gelesen: Wie süß, wie himmlisch! Das muß ich gleich meiner Mama, zeigen!" Das Buch an sich drückend, lief sie hinaus. Der Assessor blieb zurück und lächelte vor sich hin. Als er später durch die Glasveranda schritt, sah er Fräulein Martha's blondes Köpfchen sich tief über eine Häkelei neigen, wäh- ' rend seine eigene Mutter daneben saß. Etwas später, nachdem Fräulein Martha sich entfernt hatte, standen Mutter und Sohn einander gegenüber. Er blickte in den Regen hinaus, sie schlang den Faden um die Häkelnadel und zählte die Maschen. .Willi." Ist es nicht ein herziges Dingelchen?" Wer denn, Mutter?" Stell Dich nicht dumm, Willi. Du weißt ganz gut, von wem tch rede. Ich sage Dir, Du wärest ein Thor, wenn Du nicht zugriffest. Das Mädchen ist hübsch, jung, reich, häuslich und wirthschaftlich erzogen. Was willst Du mehr?" 3, was wollte er mehr! Dabei liebt sie Dich. Bist Du denn blind, das nickt m sehen? Und die Mutter ist Dir wohlgesinnt, sie hat sich erst neulich mir gegenüber unverhohlen darüber geäußert. Nimm- Deinen Bonheil wahr. Warum zögerst Du? j&at es denn solche Eile?" . Du wirst wieder so lange warten.
bis Dir auch diesmal ein Anderer zuvorkommt." An der .halb offenen Küchenthür vorüberkommend, blieb er unwillkürlich stehen und warf einen Blick in den sauberen, weiten Raum, in dem Fräulein Martha mit vorgebundener weißer Küchenschürze und aufgestreiften Aermeln zwischen den Töpfen und Tellern herumhantirte. In Villa Waldfriede rief der Gong zum Mittagsmahls. Die auf dm Corridor hinausgehenden Thüren öffneten sich. Die Gäste begaben sich in den Speisesaal und schaarten sich um die lange, weißgedeckte Tafel. Ein Gedeck war leer geblieben. Auf die Frage, für wen der Platz reservirt daß ein neuer Gast eingetroffen wäre, eine junge Dame, die den Weg von der Station zu Fuß zurückgelegt habe. Sie sei völlig durchnäßt gewesen, und da der Pensionsomnibus ihren Koffer erst später nachgebracht 'habe, sei sie wohl mit dem Umkleiden nicht rechtzeitig fertig geworden. Allein? Und zu Fuß bei dem Regen?" wunderten sich die Damen. Allerdings Courage," schuarrte der 'alte General. Während man die Suppe löffelte, tauschte man Vermuthungen über den neuen Gast aus.
Der ließ nicht lange auf sich warten. , Im einfachen dunkelblauen Wollkleid, das den schlanken Wuchs vortheilhaft hob, auf den Wangen einwarmes Roth, so stand sie ruhig und sicher auf der Schwelle des Speisesaales. Aller Augen richteten sich auf die Eintretende, der Fräulein Alemann liebenswürdig entgegenging, um sie an ihren Platz zu geleiten und sie mit den übrigen Gästen bekannt zu machen. Beim Anblick des Mädchens war Lennert aufgefahren. Er erhob sich halb von seinem Sitz. Es schien, als wollte er ihr entgegeneilen, er bezwäng sich jedoch und begnügte sich mit einer formellen Verbeugung bei Nennung seines Namens. Auch die junge Dame neigte nur kühl das Haupt,' während die Frau Oberamtmann in Haltung und Blick ganz Abweisung war. Gelassen nahm die junge Fremd: ihren Sitz ein und wandte sich dem Mahle zu. , Nein, ich reise morgen weiter." versetzte die Fremde drüben auf eine an sie gerichtete Frage nach ihrem Verweilen. Ich meine doch verstanden zu haben, Sie gedächten einige Wochen hier zu bleiben," warf die Pensionsinhaberin ein. Ich habe es mir anders überlegt," war die ruhige Entgegnung. Um Frau Lennert's Lippen zuckte es wie verbissener Spott. Da:Z Mahl verlief ohne Störung, Fräulein Martha aber erlebte eine bittere Enttäuschung. Der Assessor hatte den Pudding unberührt vorübergehen lassen und sich in Gedanken nur den Teller voll Fruchtsauce gefüllt. Ruhelos strich der Assessor im Hause umher. Im Wohnzimmer und der GlasVeranda saßen ganze Gruppen von Gästen, aus dem Musikzimmer erscholl Fräulein Mienchens Sonatengeklimper heraus, und sein eigenes kleines Gemach war ihm verleidet, seit er wußte, wer das unter demselben liegende Zimmer jetzt inne hatte. Das Lesezimmer war noch immer sein Zufluchtsort gewesen, und hierhin lenkte Lennert seine Schritte. Er prallte aber förmlich zurück, denn dort saß eifrig schreibend am Tische gerade diejenige, die er hier am wenigsten zu sehen wünschte. Die Dame war so vertieft in ihren Brief, daß sie Lennerts Eintritt nicht gemerkt hatte und erst aufblickte, als er sich mit einem: Pardon, es war nicht meine Absicht, zu stören," zurückziehen wollte. O, bitte, S i e stören m i ch nicht," klang es hochmüthig kühl zurück. Der Nachdruck, der auf dem Sie" und mich" gelegen, machte Lennert's Blut wallen. Mit kräftigem Ruck schloß er die Thür hinter sich, langte wahllos ein Buch vom Brett und setzte sich damit an das Fenster. Tiefe Stille im Zimmer. Sie schrieb. Er las. Allmälig flog die Feder langsamer und langsamer über das Papier und stockte schließlich ganz. Der Mann in der Fensternische hatte die Seiten noch nicht einmal umgeschlagen. Heimlich schlich sich die Dämmerung immer tiefer m das Gemach. War das nicht ein Seufzer, der zu ihm herüberklang? Wäre es möglich, daß auch sie litte? Daß sie das Glück nicht gefunden, das sie sich an der Seile des anderen erträumt? Sie war allein. We war der der andere, mit dem er sie in jener einsamen Parkecke im vertraulichen Beisammensein überrascht hatte? Jetzt kramte sie ihre Sachen zusammen, sie wollte gehen. Mit einem Ruck stand er auf. Bleib," herrschte er sie an und ver trat ihr den Weg. Hochaufgerichtet stand sie vor ihm und blickte ihm mit kalten Augen in das erregte Gesicht. Ich wüßte nicht, mit welchem Rechte...." Mit dem Rechte des, ja wohl. des Betrogenen! ' Sie zuckte kühl die Achseln und lä chelte spöttisch. Der Hohn sieht Dir gut!" rief er zornig. Erinnerst Du Dich der letzten Vorgange, ehe wir' ausemandergmgen? ersetzte sie ruhig. Erinnerst Du Dich der Reden Demer Tanten und
Deiner Mutter? Du hast sie mir doch selbst erzählt: das arme Mädchen, die Emanzipirte das ist keine Frau für Dich. Mir sollte alle Weiblichkeit fehlen Du würdest keine Carriere machen. wenn Du mich zur Frau nehmen wolltest." Ich hake nicht auf diese Reden geachtet," warf er finster ein. Nein, anfänglich wohl nicht." fuhr sie unbeirrt fort. Aber allmälig doch. Dir wurde um Deine Carriere bang. Glaubst Du. ich hätte nicht bemerkt, wie Du mich oft betrachtetest, ob mir wirklich alle Weiblichkeit fehle, und daß es mich nicht verletzt und beleidigt Hai, daß Du auf das Gerede achtetest, wie ein schwankes Rohr warst." Uebertreibung!" Nein, nicht Uebertreibung. Du hast mit Dir gekämpft, ich habe es wohl gefühlt, ich wollte Dir keine Last sein. Wenn ein End: gemacht werden sollte, nun mich gelüstete es nicht, zu warten, bis ich von Dir den Abschied erhielt." Und so gingstDu zu dem anderen!" sagte er bitter. Wenn Du es so meinst ja!" Also doch!" Ja, er war freundlich, er fühlte
etwas von meinen Schmerzen, und ich war froh, daß er sich meiner annahm. vor Deinen Augen. Du solltest sehen, mit eigenen Augen sehen, daß ich von DirAbschied nehmen wollte. Und wenn Du mich liebtest, wärest Du gekommen und hättest mir die Hand gereicht allen Tanten zum Trotz!" Er schwieg und sah duster vor sich hin. Und nun ist tu der Glückliche, der Bevorzugte." sagte er leise, liebst Du ihn denn?" Lieben?" Sie schwieg nachdenklich. Ja, wie es die Verhältnisse erfordern, wie man einen fremden Mann lieben soll." .Fremd? Wieso fremd?" Ich kann nicht meine Liebe wechseln wie meine Handschuhe, und ich habe keine Tanten, die meinen Willen beeinflussen." i Das ist keine Antwort." -, Muß ich denn antworten?" fragte sie. Ja das heißt, wenn Du willst." Gut, Du sollst die Antwort haben, das letzte Wort, ehe wir für, immer auseinandergehen. Nun, ich liebe ihn, wie man den Verlobten einer Cousine lieben muß." Wie einer Cousine?" Wie heller Jubel klang es durch den - Ton der Worte. Ja. Und nun leb' wohl." , Sie wollte an ihm vorüber zur fn " yur. Hilda!" rief er. Was willst Du noch?" Hilda. verspotte mich, verhöhne mich, ich bitte Dich, bleib, i Du hast recht, die Tanten.... Aber hast Du mich wirklich völlig vergessen? Sprich doch, sag ein Wort. Glaube mir, ich nebe Dich, ich wurde krank vor Sehn sucht nach Dir. Gieb mir DeineHand. Hilda. Es soll Niemand mehr zwiicyen uns treten. Und st? innig umschlingend, küßte er dieAntwort von ihren Lippen. Frau Oberamtmann, sehen Sie doch nur, wie schön braun die Kuchen geworden sind," hörte man draußen auf dem Corridor Fräulein Martha sagen. Und dann die Antwort: Wundervoll, mein Herzchen, darf man Probiren? Ganz prachtvoll. Wo nur der Willi steckt? Er muß doch auch von dem Kuchen kosten dürfen, die Sie selbst so schon bereitet haben. Kommen Sie, Kindchen, wir wollen ihn suchen. Die drinnen im Zimmer hatte das Glück verzaubert, taub und blind gemacht. Die Thür wurde aufgestoßen. Hel ler Lampenschein fiel in das dunkle Gemach. Im nächsten Augenblick war der Frau Oberamtmann schmeichelnde Stimme jäh verstummt, und bebenden Mädchenfingern entglitt die Schüssel, klirrend zerschellend, daß die duftenden f'uchen :m Staube am Boden lagen. Ironie. Wie heißt der Automobilist, der wegen übermäßig schnellen Fahrens schon oft bestraft wurde?" Schnecke." ZweierleiSchmerz. Va ter (der sein Söhnchen mit dem spanischen Rohr gezüchtigt hat): Glaube mir, Fritz: daß ich dich bestrafen mußte. schmerzt mich viel mehr als dich! Fritzchen (weinend): Aber, nicht an derselben Stelle!" Nach einer Meldung aus Zombor in Rußland sind kürzlich jccys Personen eines Hochzettszuges bei Zsablya ertrunken. Der Wirthschaftsbesitzer Milivoj Dosic begab sich mit seiner ihm eben angetrauten Frau zu Wagen nach Zsablya. Der Äua mußte die Theiß passiren, und die Wagen wurden auf eme Fahre verla den. In der Mitte des Flusses be gann die Musik zu spielen. Ein Ge spann Pferde wurde scheu, sprang zur ite und riß den Wagen in'Z Wasser. Durch das Geschrei der mit den Wellen Kämpfenden wurden auch die anderen Pferde scheu und spranaen in's Wasser. Es gelang nur, zwei junge V W AlHlen oes ÄraungamZ zu retten, während er selbst und fünf Gäste in den Wellen verschwunden - waren,' ehe man ihnen Hülfe dringen konnte.
, Hcrve Kritik. Ms Deutschland und England ge-
icn Venezuela vorgingen, um dort esah:d:te Geldinteressen lhrcrStaatsangehörigcn zu wahren, machten wir, aus das Bedenkliche und auf die Tragweite emcs solchen Unternehm,is aufmerksam. Wer sich in ein Land beaiebt, dessen Rechtszustände bekanntermaßen unsicher sind, um dasclbst schnell ein Vermögen zu erwerben, oder um Geld zu hohen Zinsen anzulegen, der begiebt! sich wissentlich in cine Gefahr. Es kann unserer Ansicht nach kaum die Ausgabe des Mutterlandes sein, mit dcr eignen Volkskraft solche Wagehals zu schützen. Es läßt sich allenfalls vertheidigen, daß ein Staat seine Angehörigen gegen personliche Unbill zu schirmen sucht und nöthigenfalls gegen ein Land vorgeht, das. friedfertige Bürger eines fremden Staates vergewaltigen laßt. Aber die Eintreibung von Geldern, welche, leichtsinnig und nur in der Hoffnung auf hohen Gewinn durch Kapitalisten in Radaurepubliken wie Venezuela angelegt wurden, ist nach unserer Ansicht mcht die Aufgabe eines Staatswefens. Denn durch ein solches Unternehmen werden unterUm ständen die Türger eines solchen Staates gezwungen, ihr eignes Blut und Gut einzusetzen, um die Gelder waghalsiger Spekulanten und Wucherer einzutreiben. Bei dem Vorgehen Großbritanniens und Deutschlands gegen Venezuela ist es ja nicht zu Kämpfen gekommen, bei denen Mannschaften der vetheUigtcn Kriegsschiffe getödtet wurden; aber solche Folgen waren durchaus Nicht ausgeschlossen und es liegt doch wahrlich kein vernünftiger Gruvd vor, weshalb junge Deutsche und' Engländer auf dem Altare des Mammon geopfert werden sollten. Der amerikanische Sachwalter, Herr Wayne McVeagh, übre vor dem Haager Tribunal über das Vorgehen Deutschlands und Großbritanniens eine herb:, aber unserer Meinung nicht unberechtigte Kritik vom sittlichen Standpunkte aus. Er fragte, ob das Vorgehen der genannten beiden Staaten gegen Venezuela gerecht und. nothwendig gewesen wäre. Er machte darauf aufmerksam, daß ein britisches Schiff von London nach den südamerikanischen Gewässern gesandt wurde, um den unter dem General Matos kämpfenden venezuelanischen Insurgenten durch britische Agenten von ' Trinidad aus Waffen und Kriegsbedarf zuzuführen. Da durch sei Venezuela offenbar aeschädigt worden und England habe kein Recht gehabt, gezen Venezuela vorzugehen, welches dieserhalb Klage führte. Deutschland dagegen fei gegen diese SZeublik vorgegann um Gelder einzutreiben, welch: dieBerliner DiscontoGellschaft in einer Venezuelanischen Eisenbahn angelegt hatte und die g:fährdet waren. ES habe- sich also um einen rein finanziellen. Krieg gehandelt, welchen Großbritannien und Deutschland iiN:ternZhmen. England habe sich wegen des Schadens, den der für die konfoderirten Staaten in Großbritannien ausgerüstete Kreuzer Alabama" den Vereinigten Staaten zufügte, auf ein Schiedsgericht eingelassen, welches uns eine große Schadnersatz-Summe zusprach. Aber obschon der vorliegende Fall genau eben so aussah, habe man Venezuela nur 24 Stunden Zeit gege geben, die Summe von $380,000 zu zahlen und mit Feindseligkeiten begonnen. Was. Herr McVeaah da sagte, ist im Wesentlichen durchaus zutreffend; es erschnnt aber doch fraglich, ob das Schiedsgericht in diesem Sinne entscheiden wird. Denn das Treiben der RadauRepubliken hat in allen Kulturstaatn Entrüstung erregt und eben jetzt treib: Venezuela sem altes Spiel, wie aus den neuesten Depeschen ersichtlich ist. Die Rebcll?n batten in Ciudad Bolivar, dessen sie sich bemächtigten, die Zolle auf ankommende Waaren im Betrage von mehr als einer Million Dollar erhoben. DieJmporteure mußten zahlen, oder ihre Waaren verlieren. Jetzt verlangt der Präsiden: Castro die nochmalig? Bezahlung die ser Summe, wodurch deutsche, fran zösische, italienisch: und amerikanisch Firmen geschädigt würden. Diese haben die Zahlung . verweigert und nun laßt der Rauberhauptmann Waaren wegnehmen, welche den be treffenden Firmen gehören und an die Meistmetenden verkaufen. , Deshalb wird voraussichtlich das Schlagwort: man müsse die . Person und das Eigenthum gesetzliebender Fremden m den Radau - Republiken schützen, auch vor dem Haager Tribunal' seine Schwerkraft üben. Man wird sagen: friedfertige Fremde muß ten überall gegen Unbill geschützt werden und der Grundsatz, daß Leute, die sich selbst und ihr Geld nach recht unsicheren Landrn waaen, allein die Fol gen ihresThuns tragen müßten, dürste im Haag kein Gewicht haben. Die Staaten, welche als Geldkollcktoren auftreten wollen, können 'davon lur durch ihre Volksvertretungen ab---ebalten werden. Die 'herbe Kritik'' -llein kann da nicht Wandel schaffen. 0 An jedem Tonnerstag Abend findet in der Y. W. 6; A. Unterricht im Deutschen, welcher von Professor Scherer ertheilt wird, statt.
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