Indiana Tribüne, Volume 27, Number 47, Indianapolis, Marion County, 16 October 1903 — Page 6
Jttdiana Tribüne, lti Oktober 1903
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Europäische Nachrichten. Frovinz Westpreußen.
Lichtentbal. Dem Lebrer und Organisten August Eschenbach wurde der Adler der Inhaber des Hausoroens von Hohenzollern vermhen. Marienwerder. Dem Arb:iter Grün'schen Ehepaar ist aus Anlaß der goldenen Hochzeit das übliche kaiserliche Geschenk von 30 Mark überwiesen worden. M e w e. Arbeiter Johann Kus. sowski, welcher seit 40 Jahren ununterbrochen auf dem Gute Küche dient, hat als Anerkennung für treue Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen erhalten. Der Besitzer des Gutes Commerzienrath Winfried in Danzig hatte aus Anlaß der Aushändigung des EhrenZeichens eine Feier für sämmtliche Gutsleute veranstaltet. Preußisch-Stargard. In der nahen Provinzial - Irrenanstalt 5onradstein ereianete sich ein traurige: Unglücksfall. Als im Maschinenhause der Anstalt der Dynamo - Maschinist Hecht ein Dampfventil öffnen wollte, flog plötzlich das ganze Ventil dem Maschinisten in's Gesicht, und dadurch wurde Hecht derartig verbrüht und verletzt, daß er starb. Der Unglückliche ist verheirathet und Vater eines Sohnes. P r e ch l a u. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich auf dem hiesigen Bahnhofe. Der Arbeiter Gatz aus Christfelde sprang mit einem Collegen auf das Trittbrett des Arbeitszuges, während sich der Zug in Vewegung setzte. Als sich der Zug der Absuhrrampe der Kalkmergclwerke näherte, sprang der eine Arbeiter ab. Gatz that dieses jedoch nicht und gerieth dadurch, daß er gerade auf einem breiten Wagen stand, zwischen diesen und die Abfuhrrampe. Hierbei wurde er dermaßen am Unterleibe gequetscht, daß der Arzt seine sofortige Aufnahme in das Krankenhaus Schlochau anordnete. Dort ist er seinen Verletzungen erlegen. Gatz hinterläßt Frau und Kinder in dürftigen Verhältnissen. Kulm. Die Heilige Geistkirche am Thorner Thor soll einer gründlichen Ausbesserung unterzogen werden. Am Thurme wurde dazu bereits ein Gerüst aufgeführt. Diese Kirche ist die älteste hiesiger Stadt und seit Iahren nicht mehr zu Gottesdiensten benutzt worden. Tuchel. Ein schreckliches Unglück ereignete sich in der Nähe unserer Stadt auf der Bahnstrecke Tuchel-Las-kowitz unweit des Neumllhler BahnWärterhäuschens. Das ljährige Kind des Bahnwärters Trebus befand sich spielend auf dem Bahngeleise, als der Zug von Laskowitz heranbrauste. Die Ehefrau des Trcbus eilte mit der Signalfahne herbei, um den Zug Passiren zu lassen. Als sie ihr gefährdetes Kind erblickte, stürzte sie auf das Geleise, um ihr Kind zu retten. Von der Lokomotive erfaßt, kamen Mutter und Kind unter die Räder und wurden beide getödtet. Der Frau Trebus wurde der Brustkorb eingedrückt, dem Kinde der Kopf zermalmt. Ottmachau. Infolge einer Strychninvergiftung starb im Krankenhause hier das 17jährige Dienstmädchen Krause vom Dominium Würben, gebürtig aus Starrwitz. Das Dienstmädchen, das verlobt war, unterhielt mit einem anderen jungen Manne ein Liebesverhältniß. Der Bräutigam soll dem Mädchen darüber ernste Vorwürfe gemacht haben. Dies nahm sich das Mädchen so zu Herzen, daß sie einen Selbstmordversuch beging. R a ck s ch ü tz. Dem Kirchendiener, Schuhmachermeister August Franz wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Frovinz Folen. F e r s i tz. Der älteste preußische Prediger ist der hiesige emeritirte Geistliche Karl Gottlieb Knothe. Er ist am 12. Mai 1805 geboren, hat also das 99. Lebensjahr angefangen. 53 Jahre hindurch war er in Buschwitz (von 1834 bis 1893) Pastor und Schulinspektor. Im October 1892, 87 Jahre alt, ließ er sich in den Ruhestand versetzen. Der alte Herr befindet sich bei sorgfältiger Pflege sehr wohl und liest noch ohne Brille. Gollantsch. Fräulein Margarethe Elisabeth Richter erhielt die Rettungsmedaille am Bande. La bisch in. Als Cäsar Richtcr, ein beschäftigungsloser und dem Trunke ergebener Menfckj, sich von seinem Lager erhoben hatte und die Treppe hinunter gehen wollte, fiel er hinab, brach das Genick und starb nach kurzer Zeit. M a r g o n i n. In einem Stallgebäude des Schuhmachermeisters Pisarek entstand Feuer, und es wurden dadurch je zwei Wirthschaftsgebäude des Pisarek, sowie des Kaufmanns Stelter und des Bäckermeisters Pietrowski, trotz energischen Eingreifens der Pflichtfeuerwehr eingeäschert. S ch r o d a. Der 14jährige Sohn des Bahnvorstehers Bodenteich von der Kleinbahn hatte ein dem Lehrling eines Müllermeisters, bei dem Bodenteich wohnt, gehöriges Taschentesching ohne Wissen des Lehrlings an sich genommen, um damit Sperlinge zu schießen. Nachdem er die Waffe geladen hatte, steckte er sie, ohne zu beachtrn dab er auch den Hahn gespannt
hatte, in die Tasche. Als er sie nun wieder zum Gebrauch herausziehen wollte, entlud sie sich, und das Geschoß das ihm in den Leib drang, verletzte ihn innerlich so schwer, daß er nach kurzer Zeit starb. n Storchnest. Der hielte evangelische Pfarrer Taube, welcher seit 22 Jahren hier thätig ist. feierte sein 25jähriges Amtsjubiläum. Strelno. Einen Unfall mit tödtlichcm Ausgange erlitt der 29jährige Knecht Franz Laskowski aus Dominium Janowitz. Laskowski arbeitete im Felde auf einem Getreidestaken. Zur Vesperzeit wollte er den Staken verlassen; er benutzte aber hierzu nicht die zu diesem Zweck bereitstehende Leiter. sondern rutschte an der Wand des Stakens hinab. Hierbei drang ihm der Stiel einer am Staken stehenden Forke in den Leib, und Laskowski starb an den Verletzungen. Schwerin a. W. Dem Stallmeiste? und Vereinsboten Holder wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verlieben. R a w i t s ch. Dem Strafanstaltsaufseher a. D. Linkowski wurde das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Wroniawy. Die dem Eigenthümer Nikolaus Tomiak gehörigen Wohn- und Wirthschaftsgebäude brannten vollständig nieder. . Das Feuer breitete sich auch auf die benachbarte Wirthschaft des Wirths Lorenz Andreczewski aus. auch diese zum größten Theil in Asche legend. -ArcVtz Sacysen. Magdeburg. Seinen 70. Geburtstag beging Stadtverordneter Friedrich Brinck. Seit 23 Jahren ist er Mitglied des Stadtverordnetencollegiums.'an dessen Berathungen er sich stets eifrig betheiligt hat; auch sonst hat er noch verschiedene städtische Ehrenämter bekleidet. G a r d e l e g e n. Rittmeister a. D. Müller, dessen Gouvernante Fräulein Bucholz und die zu Besuch bei ihm weilende Frau von Jsing - Berlin, Wittwe des früheren ZeughauscomMandanten Generalleutnants v. Jsing. unternahmen: eine Spazierfahrt. Der Kutscher lenkte das erst kürzlich erworIrene Juckergespann. Auf der Heimfahrt kam das Geschirr in Unordnung, die Pferde wurden unruhig und gingen plötzlich durch. Die Insassen sprangen der Reihe nach aus dem hin- und hergeschleuderten Wagen heraus. Fräulein Bucholz kam mit einem Bruch des Schlüsselbeins davon, während Rittmeister Müller und Frau v. Jsing so schwere Verletzungen hauptsächlich am Kopfe erlitten, daß sie bewußtlös vom Platze getragen werden mußten. Der Kutscher, der auf dem Wagen blieb, kam bei dessen Umkippen unter diese?! zu liegen, erlitt aber nur einige Ver letzungen am Kopfe. Halle. Ein schwerer Unglücksfall, der den Tod eines 5jährigen Knaben, des Sohnes des Kaufmanns Siier von hier, zur Folge hatte, ereignete sich auf der elektrischen Fernbahn Halle - Merseburg. Der Knabe war bei einem Spaziergange seinen Eltern vorangeeilt und pflückte im Chausseegraben lumen. Als das Glockenstgnal eines herankommenden Motorwagens ertönte. lief er, um zu seinen Eltern zu gelangen, direkt gegen den Wagen, von dem er in den Graben zurückgeschleudert wurde. Der Führer des Wagens hatte mit aller Macht gebremst. Im Bergmannstrost", wohin man den verunglückten Knaben brachte, konnte nur dessen Tod festgestellt werden.
H e i l i g e n st a d t. Sein 25jähriges Jubiläum als Stadtverordneter beging der Stadtverordnete Fabrikant Lünzner hierselbst. Er wurde für den im Jahre 1878 verstorbenen Stadtverordneten PostHalter Steinbrück auf die Nestperiode 187882 gewählt. Die Wahl erfolgte am 24. Juni 1878 und die Einführung am 19. August desselben Jahres. Seitdem ist Lünzner ununterbrochen Stadtverordneter gewesen. Schönebeck. Der auf der hiesigen chemischen Fabrik Hermania beschäftigte Arbeiter Schlüter aus Gr.Salze feierte sein goldenes Arbeitsjubiläum. S t a p e n. Arbeiter Tripler aus Staßfurt, der hier inArbeit stand, war im angetrunkenen Zustande mit einigen hiesigen Einwohnern in Wortstreit gerathen. Auf dem Heimwege wurde e? dann anscheinend so verletzt, daß der Tod eintrat. Es sind zwei Personen deshalb verhaftet worden. Frovtnz Hannover. Hannover. Auf eine 25jähr!ge Thätigkeit in ein und demselben Geschäfte, demjenigen der Firma Bernhard Benjamin, Georgstraße 25, blickte Fräulein Johanna Joseph zurück. Sie ist seit langem als erste Verkäuferin bei der genannten Firma in erfolgreichster Weise thätig. Aus dem Fenster gestürzt ist der 2jährige Sohn des Kaufmanns Otto Meier, Väckerstraße 48. Der Kleine, welcher das Bett verlassen hatte, erklomm das offenstehende Fenster der Kammer und stürzte aus der zweiten Etage auf das Trottoir. Der zufällig des Weges kommende Stabsarzt Dr. Meier konnte nur den Tod des Kleinen feststellen. Hildes heim. Passanten fanden auf dem von der Alfelderstraße zum Berghölzchen führenden Wege die Leiche eines jungen Arbeiters. Derselbe wurde als der 20 Jahre alte Lackierer Thiele von hier recognoscirt. Bei der Leiche fand man einen Revolver. mit welchem Thiele sich einen
Schuß in die rechte Schläfengegend beigebracht hat, welcher den Tod alsbald veranlaßte. Motive zur That sind bisher nicht ermittelt. Lauterberg a. H. Der im Diensie des Fabrikanten Hilligeist hier siehende Fuhrknecht Düvel war mitAbfahren von Brennholz beschäftigt. An einer abschüssigen Stelle kam der beladene Wagen ins Schleudern und Düvel gerieth unter die Räder, die ihm über Brust und Kopf gingen, so daß der Tod sofort eintrat. Münden. Hier fand die Einweihung des Lokomotivführerheims statt. An der Feier nahmen etwa 500 Lokomotivführer aus allen TheilenDcutschlands theil. N o r t h e i m. Zum Bürgermeister hiesiger Stadt wurde Rechtsanwalt Peters in Helmsiedt gewählt; er hat die Wahl bereits angenommen. P a p e n b u r g. Bei der Großfirma W. Brüggemann & Sohn fiel ein Stapel Holz um und begrub die beiden Arbeiter Feldmann und Poel. Die Verletzungen des ersteren sind derart, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. P e i n e. Walzwerkarbeiter Ernst Kahlert und Frau feierten das Fest der goldenen Hochzeit. Kahlert arbeitet seit 31 Jahren auf dem hiesigen Walzwerk und steht im Alter von 81 Iahren, noch auf seinem Posten. Sievershausen. Rentner Ferd. Schramm verübte Selbstmord durch Erhängen. Stedersdorf. Das V2 Jahre alte Mädchen des hier wohnenden Walzwerkarbeiters Graue spielte unbeaufsichtigt auf der Straße und setzte sich in einen kleinen Kastenwagen: dieser gerieth auf dem etwas abschüssigen Wege ins Rollen und lief mit demKinde in- den nahen Teich. Da Niemand in der Nähe war, fand das Kind darin seinen Tod.
Zuerregten Austritten kam es kürzlich an der Kasse der Jnternationalen Schoßhund-Ausstellung in Berlin. Durch Säulenanschlag war bekannt gemacht worden, daß am Sonntag Nachmittag der Eintrittspreis zur Ausstellung nur 30 Pf. betrage. Das hatte einen Massenandrang zur Folge, und bald waren die Ausstellungsräume überfüllt. Plötzlich wurde der Eintrittspreis wieder auf 50 Pf. erhöht, und die zunächst an der Kasse Stehenden wären gezwungen, diesen Betrag zu entrichten, da bei dem Andrang ein Zurückgehen unmöglich war. 5wm es schon hier zu lärmenden Auftritten, so gestalteten sich diese an dem unteren Eingang noch viel lebhafter. Hier hatten sich VorstandsMitglieder der Ausstellunq aufqestellt und riefen dem Publikum zu, daß jetzt wegen Ueberfllllung 50 Pf. Eintrittsgeld erhoben werde. Auf Hinweise der Hinzukommenden, daß man bei einer Ueberfüllung die Kasse einfach schließen möge, wurde geantwortet, daß 'das Niemanden etwas anginge, die Ausstellung mache das, wie sie wolle, und wem das nicht passe, der brauche nicht hineinzugehen. Hunderte folgten dieser Weisung, während andere unter Protest das erhöhte Eintrittsgeld bezahlten. Eingrauenhafte rFund wurde vor einigen Tagen in Sevilla gemacht. Ein Bootsmann bemerkte eine Anzahl verdächtiger Gegenstände, die aus dem Guadalquivir trieben, fischte sie heraus und sah, daß es in Segeltuch eingewickelte Fleischstücke waren. Bald wurde er zu seinem Entsetzen gewahr, daß es sich um Theile einer menschlichen Leiche handelte. Sofort wurden die Behörden benachrichtigt. Die Polizei brachte bald heraus, daß in früher Morgenstunde ein Mann Namens Miguel Molina von einem Straßenkehrer gesehen worden war, wie er mehrere Packete in den Fluß warf. Molina wurde festgenommen und hat sich thatsächlich als der Thäter erwiesen. Schon beim ersten Verhör gestand er sein furchtbares Verbrechen ein. Sein Opfer hieß Cayetano Alvarez, war 39 Jahre alt und Angestellte? am Bahnhof. Alvarez war der Schwager Molinas, und dieser behauptet, daß Alvarez seine Frau Dolores schrecklich zu mißhandeln Pflegte. Deshalb habe er Alvarez ermordet; seine Schwester Dolores habe jedoch keine Mitschuld an der That. Am Abend habe er seinen Schwager, während dieser schlief, getödtet, indem er ihm mit wem Hammer den Schädel einschlug. Er legte dann die Leiche in einen Koffer und trug sie in seine Wohnung. Die ganze Nacht beschäftigte er sich damit, die Leiche zu zerschneiden und die Stücke in Segeltuch einzuwickeln. Alle diese Einzelheiten erzählte Molina mit der größten Seelenruhe. Seine Schwester Dolores ist ebenfalls festgenommen worden. Auch eine Auslegung. Hm Wirth, das Glas ist ja nur halb voll eingeschenkt, einen größeren Mißbrauch geistiger Getränke gibt's ja aaz nicht." Z u solid. Herr: Der Sonnenaufgang heute früh war grandios. Haben Sie ihn auch gesehen? Student: Sonnenaufgang? Nein, um diese Zeit bin ich nicht mehr auf. Ein Sachverständiger. Bäckerjung.:: Ich weiß nicht, mir klingt das rechts Ohr so oft. Schusterjunge: Na, daan ist wohl Dein Meiste, links!
Stvunocu.
Von M. v. Stubbendorf. Seit mehr als einer halben Stunde hatte Lotte zu spielen aufgehört. Ihre schmalen Hände waren von den Tasten geglitten und lagen lässig im Schoße; die Augen richteten sich über die aufgestellten Notenübungen fort auf den trübseligen Hof der Großstadt, den eine hohe weiße Mauer begrenzte. Das junge Madchen seufzte leise, dann barg sie das Antlitz in den Händen und begann zu weinen. Wcr ihr das vor einem Jahr gesagt hatte, als sie in die Großstadt eingezogen war, um sich zur Pianistin auszubilden. Wie hatte sie seit dieser Zeit gekampft, gerungen m:t der Muthlosig keit, dem Heimweh aber immer wie der hatte sie es siegreich bezwungen. Ich will" und ich weiß" stand über dem Weg der Tochter des verstorbenen bankerotten Großgrundbesitzers geschrieben. Sie war nicht umsonst ein Jahr vorher, ehe des Vaters Tod und der Ruin hereinbrachen, in Berlin in Pension gewesen. Sie hatte da Dinge gelernt, von denen sie daheim, unter Tante Luisen's Obhut, die an Stelle der längst verstorbenen Mutter den Haushalt leitete, nie etwas geahnt. Sie fing an, sich zu begeistern für die Frau im Beruf", für die selbstständige freie Frau, und wähnte sich zum Kampf mit dem Leben genügend ausgerüstet. So kam's, daß sie, als der Vormund ihr ferneres Leben mit ihr besprach, den Wunsch hatte: fort nach Berlin, lhr wirklich schönes Talent im Klavierspiel ausbilden, um in möglichst kurzer Zeit als gefeierte fertige Künstlerin auftrcten zu können. Der Weg zur Kunst ist aber dornenvoll, und das erfuhr Lotte alle Tage aufs neue. Im Winter ging die Sache noch, aber im Sommer! Sie kämpfte dagegen mit aller Macht; sie wollte es sich nicht gestehen, das Landkind kam sich in dem kleinen Hinterstübchen vor, wie ein gefangener Vogel. Das kleine Kapital, welches beim Zusammenbruch gerettet worden war, gestattete keine großen Ausgaben, und bis sie verdiene konnte, das würde noch lange dauern. . . Die Johannissonne hatte es ihr angethan, die laue Juniluft, die ihre Smne umschmeichelte, als sie, von der Stunde kommend, noch ein Weilchen im Thiergarten gewesen war. Die Erinnerung an die Heimath war über sie gekommen mit all der Heftigkeit, mit der sie sie seit einem Jahre zurückgedrängt hatte. Ach nur auf acht Tage den Stadtmauern entfliehen zu können, hinaus in Wald und Feld! Und noch ems war da, was diesen heißen Wunsch unterstützte. Lotte fühlte es seit einiger Zelt, ihr Talent wurde nicht ausreichen, eine solche Künstlerin zu werden, wie sie geträumt! In stolzer selbstbewußter Hoffnung darauf hatte sie damals, als ihr Leben eine Wendung nahm, eine freundliche Heimath ausgeschlagen. Sie sah den stattlichen Jugendgespielen noch vor sich flehen, wie er ihr am Sarge ihres Vaters bittend in die Augen sah: Werden Sie mein Weib, Lotte!" Ich kann nicht, Hilmar, quälen Sie micknicht!" ,)Sind Sie mir nicht gut, Lotte? Ich dachte, Sie wären es, wenigstens damals. . ." Ach ja damals das war, ehe sie der Vater noch auf ein Jahr nach Berlin brachte. Damals hatte sie den um zehn Jahre älteren JugendgefLhrten wohl gern gehabt. Aber mit den neuen Ideen von der freien Frau" war Hilmar bei Seite gestellt. Wie hätte sie in die Fußtapfen seiner Mutter treten können, die seinem Haushalt nach der alten Schule vorstand und von den schön klingenden Redensarten von sozialer Hilfsarbeit nicht viel hielt. Selbst thun, das war ihre Sache! Sie forgte für die Kranken und für die Kinder, pflegte Wöchnerinnen und Säuglinge, und hielt, von einer jungen Lehrerin unterstlltzt.Kinderhort, Strickund Haushaltungsschule. Dieses Leben hatte die alte Frau lieb und milde gemacht und sie Verständniß gelehrt für andere und Duldung. Aber das sah Lotte nicht, so sehr sie die alte Dame auch verehrte; sie sah nur die scheinbar allen Idealen abholde Frau. Lotte aber wollte Ideale pslegen, die Ideale der Kunst, und so hatte sie leichten Herzens vom Jugendfreund Abschied genommen, während er mit schwerem zurückblieb. Wesha'.b sie heute einmal an ihn dachte? Ach, heute nicht allein, schon seit Wochen und Monaten war immer wieder sein Bild vor ihre Seele getreten nun könnte Velchow ihre Heimath sein, ihre süße, schöne Heimath. Es klopfte; ihre Quartiergebern reichte einen Brief herein. Er kam von Magda, der Jugendgespielin, die seit zwei Jahren Gattin eines benachbarten Pastors und seit einem halben Jahr glückliche Mutter war. J Von daheim, von daheim! Immer glänzender wurde ihr Blick beim Lesen. Maada lud sie für die Ferien ein. Wie hätte sie gefürchtet, diese Zeit in Verlm verleren zu müssen. Lotte klappte denFlügel zu und setzte sich ans Fenster; ihr war, als hatte die Sonne draußen jetzt einen viel köstlicheren Schein bekommen, wieder kamenihr die Thränen, aber diesmal waren es Thränen der Freude. j ) ( Seit acht Taaen weilte Lotte .als lÄast im Vkarrbause m Neberdkng.
Ihre Nerven singen an, in's Gleichgewicht zu kommen. Keine Taste rührte sie an, und was Luft und Ruhe nicht thaten, das vollbrachte das Zusammenleben mit dem glücklichen jungen Paar in seinem schlichten Heim. Von allen Nackbarn hatte sie qehört ade: merkwürdigerweise sprach Magda nie von Hilmar v. Giesen, und Lotte vermied, nach ihm zu fragen. Ich wollte dich doch noch hier haben, ehe du eine berühmte Künstlerin bist", sagte Magda, denn nachher taugst du vielleicht nicht mehr in unser einfaches Pfarrhaus." Das hatte Lotte vor einem Jahr auch einmal gedacht, aber heute war das alles verschwunden; es kam der Wunsch über sie, auch so ruhig und geborgen in der Stille zu leben, wie Magda, für ihre Lieben. Aber das lag nun alles hinter ihr, sie hatte sich ihren Weg gewählt und mußte ihn gehen. Im Pfarrhause waren noch zwei Gäste eingezogen, die jüngeren Brüder des Hausherrn, ein lustiger Primaner und ein Student. Da gab es oft lange nachmittägliche Spaziergänge durch Feld und Wald. Golden wogte das reife Korn im lauen Sommerwinde, überall regten sich fleißige Hände, die Ernte begann. Die Gesellschaft aus dem Pfarrhause war auf ihrer Wanderung an einen schmalen Feldweg gekommen, der ein Roggenfeld von einem Haferschlag trennte. Auf dem ersteren hatte die Sense schon lange Gassen gebahnt, fleißige Schnitter schwangen das blitzende Werkzeug, und kräftige Mädchen banden hinter den Mähern die Aehren zu Garben. Der Pfarrer, der mit seinem jüngsten Bruder vorausging, sah sich mit komischem Schreck nach seiner Gesellschaft um. Magda sprach mit Siegfried, aber Lotte war still. Sie blickte hinaus ins flache Land, und ein glückliches Lächeln umspielte ihren Mund. Nun hilft nichts", seufzte der Pastor, wir werden gebunden, geschieht uns recht, weshalb gehen wir zur Erntezeit über fremdes Feld!" Die stattliche junge Vorarbeiterin hatte ihre Garbe stehen gelassen und war dicht vor den geistlichen Herrn hingetreten; auch die anderen Mädchen ließen ihre Arbeit ruhen und blickten lachend auf die muthige Mine. Die raffte flink einige Halme vom Boden auf, wand sie geschickt um den linken Arm des Pfarrers und sagte dazu den althergebrachten Vers: Wir haben vernommen. Es sind Fremde gekommen. Wir müssen sie binden Mit lieblichen Dingen Mit lieblichen Sachen. Viel Complimente kann ich nicht machen. Nehm' den Schrank (Stammt von Verschränken") in meine braun: Hand, Schling' es um des Herrn Pfarrers schneeweiße Hand, Wollt der Herr Pastor den Wunsch mir nicht versagen, Unseren Aehrenschmuck in Ehren tragen. Das hast du brav gemacht, Mine", lobte der Pastor das Mädchen, das seine Konfirmandin gewesen, und knixend nahm sie das gespendete Lösegeld in Empfang. Dann lief sie zu der freundlichen Pfarrerin, während eine Gefährtin den Schrank um des Studenten Arm band, und eine dritte sich Lotten nahte. Diefe ersSrak sehr, dttin sie hatte sich, seit sie hier war, angewöhnt, ohne Portemonnaie zu gehen. Sie stand etwas abseits von den anderen und ließ sich nolens voleiis den Aehrenschmuck um den linken Arm knoten, während sie überlegte, was sie thun sollte. Reizend sah sie aus in ihrer Rathlosigkeit mit der hilflosen Miene, mit der sie noch einmal prüfend in die leere Klei dertasche griff. Schon wollte sie das Mädchen zum Abend ins Pfarrhaus bestellen, als ein Schatten über den
Weg fiel. Sie wendete sich um und erkannte Hilmar v. Giesen, auf dessen Feldmark sie sich befand. Lotte , sagte er leise mit zitternder Stimme, gebunden das darf doch nicht sein. Sie wollen frei sein, nicht wahr? Aber meine Leute können das nicht wissen. Das Binden ist ihr Recht." Lotte hob ihre Augen zu dem Sprecher; dann lächelte sie: Ich kann mich nicht losen, Herr v. Giesen." Aber ich darf es thun, nicht wahr? Seine treuen blauen Augen blickten voll tiefer Zärtlichkeit und Liebe auf das zunge Madchen. Es stand etwas anderes darin als derTraum vonKunst und Ruhm, aber vielleicht etwas Schöneres. Holla, Minning, das gadige Fraulein hier löse ich mir", sagte er dann und ließ ein Goldstück in die braune Hand des erstaunten Mädchens fallen, und dann, zu der sich nähernden, erstaunten Gesellschaft des Pfarrhauses qewendet: die hab' ich mir gebunden und ich lasse sie nicht wieder los.Damit zoa er Lottens Arm durch den seinen und küßte ihre Hand. Verschnappt. Schüchterner Freier: Glauben Sie, daß Ihre Frau Mama ja" sagen wird?" Aelteres Fräulein: Mama hat bisher bei jeder meiner Verlobungen ja" gesagt."
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