Indiana Tribüne, Volume 27, Number 44, Indianapolis, Marion County, 13 October 1903 — Page 7

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l ti , v-. Jdiana Tribüne, 13. Oktober 1903

Iln cßannc des (Boldes

...Roman... von 21 1 f r e b Sassen. Fortsetzung. Laut auf hätte er lachen mögen. Ein wildes und hartes Lachen wäre es ge'worden. Ja, ein zorniger, immer noch wachsender Trotz bemächtigte sich seiner Seele. Als ob man ihn aus seinem vollen, guten Recht verstoßen habe, ihn hinterlistig getroffen mit unbarmherziger Geißel! Und er legte sich nicht Rechenschaft darüber ab, daß er sich eine neue Zukunft hatte aufbauen wollen, die auch ohne jene zertrümmerte Hoffnung noch vollen Anspruch auf sein Manneswort haben müsse. Alles versank ihm in dem Einen. Er kehrte dieser Zukunft den Rücken. Nichtig und inhaltslos war sie für ihn geworden. In der Aufwallung des gekränkten Herzens entschied er über eine Frage, zu deren Beantwortung er jedes tiefste und beste Gefühl, jeden lichtesten und klarsten Gedanken, alles gerecht abgewogene Erbarmen mit den Anderen und sich selbst, in die Nichterschranken hätte fordern sollen! Er ging hin und theilte der Varonin mit, daß er mit ihr nach Berlin zurückkehren werde. Dem Onkel gegenüber begnügte er sich mit der achselzuckend gegebenen Erklärung, deinem Entschluß, Landwirth zu werdeü, hätten sich allerlei Schwierigkeiten entgegengestellt, die er erst dersuchen müsse, zu beseitigen. Und er wurde nicht einmal roth bei diesen gewundenen Worten. Gegen Abend fuhren Mutter und Sohn nach Eellenborn, um von dort d Weiterreise nach Berlin anzutreten. Ehe das Wägelchen, das sie nach der Stadt bringen sollte, den Hosraum durch das große Thor verließ, mußte Bodo noch einmal den Kopf wenden. Eine geheime Macht zwang ihn dazu. Dort unter der Hausthür stand Marga. Ach! Fast hätte der junge Mann einen leisen Schrei ausgestoßen. Es war im Augenblick des Abschieds wie in der Stunde, da er auf der kleinen Waldlichtung Marga zuerst aesehen. Das Abendroth war bei ihr, küßte ihren Scheitel, lieh ihr seine schönsten Märchenschleier, aber in seiner Seele war es Nacht geworden. 11. Kapitel. 'ier Wochen später war's. Die Karten, auf denen Herr Rollenhagen sich die Ehre gab, die Aerlobung semer einzigen Tochter Jeznetie mit Baron Bodo von Degenhardt anzuzeigen, waren herumgeschickt und hatten ihre Wirkung gethan. Wie es so schnell gekommen war? Bodo meinte oft, alles sei nur ein Traum und der phantastisch geformte Riesenvorhang, der ihn von der Wirklichkeit abtrenne, müsse sich plötzlich aufrollen und ihm wenigstens einen blassen Schimmer von dem zurückgeben, wonach er sich, aus dieser Gegenwart heraus, vordem so inbrünstig gesehnt. Alle Welt war ihm nach seiner Rückkehr von der kleinen Reise so unbefangen entgegengetreten, als könne es ihm gar nicht ernst damit gewesen sein, dem schönen, glänzenden Berlin für immer den Rücken zu kehren und irgendwo in der Enge ein neues Dasein zu beginnen. Seine Chefs hatten ihm feine Stelle Lffen gehalten und so war ihm gleichsam auch daheim und in den Freundesund Bekanntenkreisen der bevorzugte Platz offen gehalten worden. Er war eben wieder da, freudigst begrüßt, und nun schien alles gut. Der armen, kleinen Jeanette war es wohl am schwersten geworden, mit ihren rothgeweinten Augen zu lächeln und dem heimlich Vergötterten äußerlich gefaßt gegeuüberzutreten. Allein die Schule des Weltlebens, in dem sie von friiheuf gestanden, hatte ihr geholfen, die schwere Aufgabe zu bewältigen und nun abermals in leiser Angst und seliger Hoffnung der Entscheidung entgegenzuharren. Und die Entscheidung kam für beide Theile überraschend schnell, im buchftäblichen Sinne des Wortes herbeigeführt von einem bischen himmlischen Glanzes. Es war während eines Nachmittagsbesuches, den Bodo in der Villa RollenHagen machte. Er war gekommen, um Jeanette ein versprochenes Buch zu dringen. Das junge Mädchen trat ihm allein in dem nach dem Garten zu aelegenen Salon entgegen. . Und sie blieben vorläufig allein. Weder der Hausyerr, noch die Geheimräthin oder Fräulein Ruckert ließen sich blicken. Das mockte Äufall sein, aber jedenfalls war es noch nie vorher geschehen. Und die jungen Leute saßen unter erregtem Herzschlag einander gegenüber. All das. was das Schicksal an Eigenem gethan, um die Beiden zusammenzuführen, noch mehr aber das von den Menschen ra heimlichem Flüstern und Dran aen der Gewalt der Verhältnisse Beige fügte, schwirrte und wisperte aus den Winkeln hervor und wurde seltsam lebendia und schloß seine gaukelnden und doch so schwer zu durchbrechendenKreise um die verwirrten zunaen Menschenkm der. Ihnen war, als schwebe diese Stunde wie eme bobere Macht, der r sich willenlos beugen müßten, über ihren Häuptern Bodo suchte aus trockener, verfallen der Keble ein Gespräch zu besinnen. Das Äunächstlieaende war. daß er von

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dem gebrachten Buch anfing. Das war

ledoch ein leidenschaftlicher Liebesroman. Von dem Feuer aus seinen Bl'ättern floß unwillkürlich ein Widerschein in die Worte des Barons über, und die arme Jeanette saß da unter hilflosen Schauern, daß Bodo auf einmal ihre jähe Gewalt mitempfand. Und das Blut hämmerte in ihm, er vermochte plötzlich seine Worte nicht mehr zu wählen, die Heldin des Buches wurde ihm eins mit dem wunderschon jungen Mädchen, an dessen Seite er sich befand in dem großen, stillen Teppichgemach. Er selbst kam sich vor wie verwandelt in den Helden des Romans und es riß an ihm, daß er die Gluth seiner erregten Seele in lodernden Worten hnu ströme. Er wußt: mcht, wie es kam, aber mit einem Male hielt er ein bebendes, schluchzendes Mädchen in seinen Armen und küßte wieder und wieder ihren Mund und ihre weinenden Augen bis sie endlich lächelte, lächelte in namenloser Seligkeit. Bodo war nicht gerade em gluckstraylender Bräutigam, aber er ging erhöbenen Hauptes umher, keineswegs wie Einer, dessen Inneres stille, unaushörliche Kämpfe durchwühlen. Er kämpfte auch nicht mehr. Mit trotzigem Achselzucken hatte er den Verhältnissen zugestanden, daß sie starler gewesen, als er selbst, und ging nun in einer gewissen, vornehm gelassenen Art den Weg, auf dem ihn alle so gern gesehen. Eine Straße ohne Blumen war es ja auch nicht. Vor allem streute Jeanette sie mit den kleinen, weißen Handen. Sie erschien unbeschreiblich schön, nun die Erfüllung ihres so leidenschaftllch ersehnten Liebestraumes sie mit verklärendem Schimmer übergoß. Ihre naturliche Lebhaftigkeit war zuruckgekebrt und vaarte sich mit der Anmuik iyrer plianlen Erscheinung zu einem oestrickenden Reiz, dem gegenüber Bodo nicht kalt bleiben konnte. Und er wollte es auch nicht. Er wollte glücklich sein! Um alles in der Welt hätte er nicht in der Rolle eines Märtyrers dastehen mögen. Nein, nein, den Blick vorwärts gerichtet! Da baute sich ein Glücksgebäude vor ihm auf, um dessen Besitz ihn Tausende glühend beneidet haben würden. Und wußte er vielleicht die Reize eines Daseins in Schönheit und Sorglosigkeit nicht zu schätzen? O, wie oft hatte er sich nach goldenen Treppen gesehnt, auf denen er aus der dürftigen Enge seines Alltags emporschreiten könne! Nun gut, so war ja alles recht! Und sein Glucksgebäude war groß genug, daß auch für die geliebten Eltern darin Platz sein würde. Mußte ihn das nicht mit Genugthuung erfüllen? Ach, und wie sie's ihm dankten mit Wort und Blick voll scheuer Zärtlichkeit, daß er ihnen den bitteren Druck des Lebens von den bleichenden Scheiteln genommen! Nur Gisela wich ihm aus in einer Art finsterer Befangenheit. Er sah sie oft darum verwundert an, schwieg jedoch. Da fiel sie ihm eines Tages, als sie allein waren, in tiefster Erregung um den Hals und stammelte fast weinend: Bodo. sei mir nicht böse! Und lehre mich, das Leben ein wenig leichter zu nehmen!" Er sah sie ernsthaft an und erwiderte: Das sollst Du gar nicht, Gisela, Du nicht! Aber wenn Dein großer Bruder Dir einmal helfen will, mit den Aeußerlichkeiten des Lebens leichter fertig zu werden nicht wahr, dann wirst Du nicht .Nein' sagen? Versprich mir das gleich jetzt!" Ein kurzes Zögern, dann nickte sie langsam mit dem Kopfe, drückte ihm fest die Hand und ging rn ihr Stübchen. Von da an streute auch sie, wie Jeanette und die Eltern, Blumen auf seinen Weg, damit es kein Leidensweg sei. Bodo brauchte jedoch nach dieser kurzen Aussprache mit der Schwester eine geraume Zeit, ehe er sich aus einer nagenden Unruhe, die halb und halb zornige Scham war, zurückfand in die übliche Stimmung des glücklichen Bräutigams. Die Hochzeit sollte schon Anfang Juni gefeiert werden. Merkwürdigerweise berührte Herr Rollenhagen seinem künftigen Schwiegersohn gegenüber mit keiner Silbe die Stellung, in die Bodo nach der Hochzeit als Theilhaber eines großen Bankgeschäftes einrücken sollte. Der junge Baron wußte nur durch die Seinen davon, aus der Quelle, die seinerzeit von der Geheimräthin nach der Teltowerstraße geleitet worden war. Selbstverständlich kam es Bodo nicht bei, eine andeutende Frage zu thun. Ihm blieb ja doch nichts anderes übrig, als zu Allem Ja zu sagen, mochte Herr Rollenhagen nun so entscheiden oder so. Besprochen wurde zwischen ihnen und Jeanette nur der Plan einer größeren Hochzeitsreise und der Umstand, daß das junge Paar nach der Zurückkunft den ersten Stock der schönen, großen Villa in der Viktoriastraße beziehen sollte Die Hochzeit fand nur in kleinem Kreise statt. Vie;e Bekannte des Hauses waren von der früh hereingebrochenen Sommerwärme schon aus der Großstadt verscheucht worden. Der amerikanische Konsul mit seinen Damen fehlte jedoch nicht, neben anderen Uniformen sah man auch die Brüder Partendorff. Das in Jugend und Schönheit strahlende Brautpaar hatte immerhin eine Gefolgschaft, die glänzend aenun war an der S"te des schlanken Dragoners yoo lich namem lich die einfach vornehme Erscheinung

Giselas daraus hervor. Auf ihrer weißen Stirn lagerte eine träumerisch erwartungsvolle Anmuth, die den streng geschnittenen Zügen wunderbar gut stand. Ehe man in die Kirche fuhr, loste sich für Bodo das Räthsel, wtfhalb Her? Rollenhagen mit jeder Andeutung über die von ihm geplante Zukunftsausgestaltung seines Schwiegersohns zurückgehalten hatte. Es war von ihm eine Überraschung für den Hochzeitsmorgen beabsichtigt gewesen, und diese Ueberraschung schien nun so vollkommen gelungen. daß Herr Rollenhagen sowchl, wie auch die kleine Jeanette beinah: betroffen standen, als sie die fassungslose Erschütterung Bodos gewahrten. Einem großen Kouvert. das ihm sein Schwiegervater mit freundlichem Lächeln überreicht, hatte der junge Baron ein Dokument entnommen, das sieb als ein auf feinen Namen ausgestellter Kaufbrief des Rittergutes Zedern erwies! Das mußte ihn freilich bis in's tiefste Herz packen und aufwühlen. Er der künftige Herr von Zedern! Die schöne Herrschast, die so lange seinem Geschlecht angehört, zurückgegeben dem stolzen Namen von Degenhardt! Ja, warum brach da nicht ein Jubelruf von seinen Lippen? Warum riß er die kleine Jeanette, die. wie er erfuhr, in dem Vater den Plan dieses Gutskaufes angeregt, nicht in stürmischer Freude in seine Arme? O, er küßte sie wohl, wieder und wieder, aber ein scharfer Veobachier hätte auf den Glauben kommen können, er wolle unter diesen hastigen Lieökosungen, diesen Küssen mit kalten, bebenden Lippen, nur seine seltsame Fassungslosigkeit verbergen. Mit einem gewaltsamen Ruck richtete er sich endlich bock auf. drückte seinem Schwieaervat?? nocymals canioar Die neqie, zog oann die kleinen, weichen Hände Jeanettes an seine Brust und sagte ernst und feierlich: In die Heimath soll ich zurückkehren auf dem geliebten, geheiligten Boden meiner Väter soll ich wirken und schaffen dürfen o, Jeanette, hilf mir allezeit, mich dieses Segens würdig zu erweisen!" Jeanette sah ein wenig unsicher zu ihm auf. Seine Worte verstand sie wohl, nicht aber eine Schwingung in seinem Ton, der sie mit einer Art von Beklommenheit erfüllte. Und so hoch emporgereckt stand Bodo da, fast kriegerisch sah er aus, kampfbereit. Was war das? Allein gerade in diesem Augenblick wirkte auch seine siegreiche männliche Schönheit so stark, daß das junge Weib in der schimmernden weißen Seide voll trunkener Seligkeit das zierliche, schwarzlockige Köpfchen an der Brust des Geliebten barg und in überströmender Innigkeit flüsterte: O, Bodo, ich habe Dich ja so lieb!" In der Kirche, als die Orgel aufbrauste und das Wort des Predigers erklang, fühlte sich Bodo noch einmal hineingerissen in einen unruhigen Kampf. Mit allen seinen Sinnen rief er den Heimathzauber an, daß er ihm

helfe. Und alles Andere beschwor er. was den Sturm in ihm bändigen konnte! O, sein erfüllter Traum! Herr sein dürfen auf der eigenen Scholle auf dieser, seinem Geschlecht angestammten Scholle! Warum nur war die Freude in ihm nicht groß und rein?! Er biß die Zähne zusammen und seine Brauen falteten sich trotzig. Aber er konnte ihn nicht bannen, den Gedanken, daß zu seiner Herrschaft ein schöner, stolzer Wald gehörte. Es ging natürlich nicht an, daß er diesem seinem Wald fern blieb, und da mochte es wohl geschehen, daß ihm eines Tages auf einer kleinen Lichtung ein linderschlankes, junges Mädchen entgegentrat mit lieblich stillem Gesicht und so wundersam klaren Augen darin. Marga! Bodo warf, in sich hineinschreckend, unwillkürlich einen schuldbewußten Blick auf die an seiner Seite knieende Jeanette. Hatte er den Namen laut ausgesprochen? Nein, nein, wohl nicht. Regungslos verharrte das junge Weib neben ihm in inbrünstiger Versunkenheit, das Köpfchen leicht an seine Schulter gelehnt. Bodo krampfte die Handflächen zu sammen. Wie durften seine Gedanken von ihr fort, die ihn so über alles liebte, solch thörichte Wege gehen? Er konnte sich hier nicht äußerlich emporrecken, wie er es gewohnt war, wenn er etwas von sich abschütteln wollte gut. so stieß er innerlich fort, was einen Flecken be deutete in der Weihe dieser Stunde! So stark mußte er sein. Und er war es. Versinke, du Wald mit der vom Abendroth überglänzten Lichtung voll süßer Frühlingsahnuna! Der Frühling war ja auch schon verfunken Was drängte sich überhaupt das Bild jenes Mädchens in seinen Weg? Sie durfte doch wahrlich mit ihm zufrieden fein. Er hatte ja buchstäblich erfüllt, was sie von ihm verlangt. Er war gegangen und hatte gut gemacht, (so mochte sie nun auch sei nem Frieden fern bleiben. Auf der Hochzeitsreise war Bodo der aufmerksamste und besorgteste junge Gatte, oen man ich vorstellen konnte. Es schien, als kenne er gar keinen anderen Gedanken, als seinem jungen Weib diese lichten Sommertage am Rhein und im Schwarzwald, in Wiesbaden, Heidelberg und Badm - Baden zu unvergänglich wurzelnden Erinnerungen, überschimmert von Schönheit und Liebe, für alle späteren Zeiten ihres Lebens zu gestalten. Einem Unbefangenen hatte es fast I seltsam erscheinen möaen. wie er. eine

geheime Sorgenfalte auf der Stirn, nichts 'sah und nichts hörte als sein junges Weib! In der That war ein geradezu fieberhafter Drang in ihm, sich ganz zu erfüllen mit dem zärtlichen Bild Jeanettes, iiftic l" sein' Eins mußten sie werden, völlig ein3: Erst dann, meinte er. werde eine g Heime Agst, die in ihm lauerte, aus seiner Brust weichen. Die Angst vor der Heimath hätte er sie nennen mögen, so thöricht und widerspruchsvoll das auch klang. Denn wie oft gedachte er mit ir.nig sich feuchtenden Augen diese? Hsin-ath der teilen, reichen Thätigkeit in Feld und Wald, die er dort entfalten wollte! Und doch und doch! Denn plötz. lich war es wieder, als zogen Nebel über die geliebte Heimath herauf, dicht un schwer, so daß sie ihm grau und schattenhaft erschien. Und er erschrak, vorahnend traf es ihn. es werde dort ein großeZ, großes Trauern über ihn kommen, er werde vom Wege abirren und sich mit allen Kräften seines stählernen Körpers nicht herausarbeiten können aus umstrickender Wirrniß! Aber er war ja närrisch, sich solch melancholischen Anwandlungm hinzugeben! Hier am Rhein, wo die Sonne und der Wein golden um die Wette funkelten! Trink den dargereichten Becher leer! Und küsse die rothen, warmen Lippen, die dir winken! Sieh das Auge deines 'jungen Weibes mit dem liebetiefen, schimmernden Blick auf dich gerich -tet, erkenne dein Bild darin und überlasse dich ganz dem holden Rausch! Und dann kamen auch wirklich Stunden. da riß der junge Gatte Jeanette in seine Arme und hätte sie an seinem Herzen fast erdrückt in leidenschaftlichem Ungestüm! Er blieb endlich Sieger in dem leidenschaftlichen Kamv? mit Pyaniomen, yvcy uno frei trug er oen Kopf! Vogelflucht rauschte in der Luft, die ersten, rothgelben Blätter wirbelten von den Bäumen nieder und die Blumen standen seltener und duftlcser, als das junge Paar an die Rückreise dachte. In Schloß Zedern war inzwischen zu ihrer Aufnahme alles bestens hcrgerichtet worden. Baron Elimar hatte den ganzen Sommer schon dort verlebt, unter tausend wehmüthig freudigen Erinnerungcn die Erntearbeiten geleitet und zugleich dem Innern des Herrenhauses möglichst dasselbe Aussehen gegeben, das es vor zwanzig Jahren besessen, als er blutenden Herzens mit Frau und Kindern daraus geschieden war. Einen Tag vor der Ankunft des jungen Paares trafen aus Berlin auch die Varonin und Gisela ein, mit ihnen kamen die Geheimräthin und Herr Rollenhagen. und lustiges Sporengeklirr war in ihrer Gesellschaft. Die Brüder Partendorff hzttcn sich überreden lassen. mit von der Partie zu sein. Man wollt: den Ankommenden einen fest lichen Empfang bereiten und dann noch ein paar gesellige Tage folgen lassen, ehe Bodo und Jeanette in ihren Pflichtenkrcis eintraten .... Bodo athmete im Geheimen erleichtert auf, als er die bunte Menge im Schloß vorfand. Ach. das war gut, da gab es Ablenkung! Im letzten Augenblick hatte ihn doch wieder ein wenig die Angst überfallen vor der Einsamkeit und den Gedanken und Empfindungen, die gerade in der ersten Zeit auf ihn einstürmen mußten. Er stand ja auf dem Boden, auf dem in versunkenen Frühlingstagen neue, köstliche LebensPläne in ihm gereift waren. In stolzem Entsagen auf behagliches Wohlleben hatte er sich ein einfaches, freies und gesundes Dasein zurechtzimmern wollen mit dem verhüllten Stern einer großen, unbeschreiblich schönen Liebes- und Lebenshofsnung in Ver Ferne! Und nun?! Ja, tauchten seine Gedanken immer wieder unter dem, was todt war, todt sein mußte? Und Bodo biß die Zähne zusammen und ließ sich hinüberziehen auf die Seite der Fröhlichkeit. Den allezeit vergnügten Ulanen hielt er neben sich fest, da gab's kein Grübeln und Abirren aus der Sonnenhelle, da wirbclten Scherzworte auf und verjagten alle Schwerfälligkeit. Und doch saßen die Beiden, der fröhliche Ulan und Bodo, der so gern fröhlich sein wollte, einmal beisammen und waren sehr ernst. Wie Verschwörer sprachen sie leise und gedämpft mitcinander. Und um eine Verschwörung handelte es sich auch. Es galt, flatterndes Glück cinzufangen und mit seinen goldenen Reifen zwei Herzen zusammen zu schmieden. Der blonde Ulan hatte jetzt gar nichts mehr dagegen, daß sein Bruder Gisela von Degenhardt die ernsthaftesten Huldigungen ?,u Füßen legte. Die verwandeltenVerhältnisse hatten auch seine Ansichten gewandelt. Er sah jetzt nur die Schwierigkeit darin, den Bruder zu bewegen, die Hilfe, die sich ihm bot, anZiunebmen. (Fortsetzung folgt.) ,

Snltcr Stralzl. Dame: Ach, die Liebe ist doch eigentlich der rechte Quell auf der Oase in der Wüste des Lebens." H e r r : Kann sein, aber es geht mit ihr wie mit so vielen Oasenquellen ; die ihren Durst davon löschen, sind meistens Kameele!" ' Mir bekannt. Profesj or: Bin sehr erfreut Sie zu sehen, Fräulein Müller I u n g e Frau: Aber wis. sen Sie denn nicht, Herr Professor, daß ich vor Kurzem erst geheirathet habe?" P r o f t s s o x : Aber natürlich, pardon Frau Müller!

Dnl:cl Aam's Pensionäre. kre ungeheuere Zahl nv Sie für sie vom audc gc;a!)ltcn Summen. Aus dem kürzlich erschienenen Jahresbericht des Pensionskommissä's Ware ist ersichtlich, daß die Zahl sämmtlicher Negierungspensionäre sich auf 9SG,5-15 stellt; davon sind 729, 356 Soldaten und 207,189 SoldatenWittwen oder andere pensionsberechtigte Personen. Die Liste ist während des rerwichenen Fiskaljahres um 2901 Personen zurückgegangen. Im Ganzen wurden während des Jahres 304,809 Pensionsgesuche eingereicht, wovon 130.109 genehmigt und 113,794 abgelehnt wurden. Der Durchschnittsbeirag einer Pension stellt sich zur Zeit auf $133. Nach Ansicht des Pensionskommissärs ist die höchste Zahl der Pensionäre im vorigen Jahre erreicht worden und ein Ueberschreiten der Millionengrenze nicht mehr zu erwarten. Auf der Pensionsliste befinden sich fünf Personen, deren Ansprüche vom Revolutionskricge datiren und 1116 Personen vom Kriege 1812; die Ansprüche von 4734 Pensionären stammen aus den Jndianerkriegen, 13,873 aus den mexikanischen Kriegen. Bom Bürgerkriege rühren 703,456 Jnvalidenpenstonen und 248.390 Wittwenpensionen her, vom spanischen Kriege 9200 Invalidenpensionen und 3662 WittwenPensionen; von der regulären Armee rühren 9170 Jnvalidenpensionen und 2938 Wittwenpcnsionen her. Jnsgesammt sind bis jetzt an Pensionen $3.038.623.590 zur Auszahlung gelangt, und zwar entfallen für Pensionen, die aus der Zeit vor dem Bürgerkriege datiren, Z16.000.000. Die Kosten des Penstonssystems stellten stch für das Jahr 1903 auf $1.75 pro Kopf der Bevölkerung. Nach Ansicht des Penstonskommissärs stellt sich die Zahl der Ueberlebenden des Bürgerkrieges, welche noch keine Pension beziehen (Deserteure ausgenommen) auf rund 200,000. Siechthum und Armuth suchen diese Leute in solchem Maße heim, daß mehr als 14.000 Pensionsgesuche jährlich von dieser Seite eingehen. Pensionskommissär Ware macht folgende Vorschläge zur Abänderung der Pensionsgesetze: Entziehung des Pensionsrechts für solche Personen, die im Gerichte eines schändlichen Verbrechens überführt werden. Ferner sollen solchen Frauen keine Pensionen zuerkannt werden, welche alte Soldaten heirathen, nachdem dieselben Pensionäre geworden sind. Auch empfiehlt der Pensionskommissär eine Aenderung in dem gegenwärtigen Untersuchungssystem, das als kostspielig und unzuverlässig und zu politischen Reibereien Anlaß gebend bezeichnet wird. Kommissär Ware empfiehlt die Kreirung von Untersuchungsbehörden. die sich aus civildienstlich angestellten Sachverständigen zusammensetzen sollen, die von Ort zu Ort reisen, dort an festgesetzten Tagen Untersuchungen abhalten und darüber dem Pensionsamt Bericht erstatten sollen. üertj. Dein Schatz scheint sich ja schrecklich erkältet zu haben?" Ach der Aermste! Vergangene Woche hat er sich, als die Madam' in die Küche kam, eine halbe Stunde lang verstecken müssen, und als ich ihn nachher vorsuchte, da war er irrthümlicher Weise in den Eisschrank gerathen!" pic Zanntlnltze. Freundin: Wie. vor vier Wochen hat Dein Gatte schon diese Entdeckung gemacht, wodurch er plötzlich zum berühmten Mann wird, und heute tritt er erst damit an die Oeffentlichseit?- P r o f e s s o r i n : Ja ich mußte mir doch erst ein neues Kleid machen lassen!" Scuclzelci. (Aus j einer Notariatsurkunde.) ....erschien vor mir Max Seidelhuber. königlichem Notar in Gurgelweitingen. Herr Urban Fröhlich, Besitzer der Wein- und Bierwirthschaft zur guten Quelle" dahier. Derselbe ist mir Notar nicht bekannt, weshalb mir dessen Name, Stand und Wohnort von den mir persönlich bekannten Herren: Eölestin Vierheilig, Kirchendiener dahier, und Totnan Nüchtern. Mineralwasserhändler dahier.esiätigt wurde. . . . Sinnige Ehrung. Anläßlich seines 40jährigen Bühnenjubiläums wurde dem S o u f -f l e u r des Hoftheaters von Seiner Durchlaucht die Rettungsmed a i l l e am Bande verliehen. Maclzt der Gewolznlreit. Chef: Wie konnten Sie nur die Schreibmaschine vom Tisch werfen?" S ch r e i b e r : Entschuldigen Sie. es geschah in der Zerstreutheit; ich wollte sie nämlich hinter's Ohr stecken!"

Sel,r lioflidi. E r : .Fräulein Laura, darf ich Ihnen einen Kuß geben V S i e : .Wenn Sie woll'n so aut sein!"

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Washington Ctr U 91. 10 SvriyenhauS JllinoiS u errill !2 JllinoiS u .-ouisiana 53 Wett und Coulh West und McEarty 5 Senate Ave. u Henry 67 Meridian und Rad No. 4 Spritzenhaus Madifon Av. u MorriS 49 Madion Av.u Dunlop No2 Haken LeiterhauS South nahe Delawar ti Penn. Merrill 33 Telaware u. McEartv 34 aft und Rcarty New Jersey u. Merrill 7 Birg. Av. u Lradshaw S East und Prospekt 19 Bicking und High 71 No. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Huron 72 East und Georgia 73 Eeda, und Elm . 74 Davidson u Ceorgi 75 önglish Llv. u Pine 7 Chelby und BateS 73 No. 3 Spritzenhaus Prospekt nahe Chelb? 'S Fletcher Zl. u Ehelby' 31 Market u. New Jersey S2 Delaware und Wash. 33 East u Washington 84 New Yorku.Davidsor 85 Taubstummen Anstalt 66 Ver. Staaten Arsenal 87 Oriental und Wash. 69 Frauen-Reformat. Sl No. 13 Spritzenhaus Marhland nahe Mer. i2 Meridian u. Scerara. 93 Meridian und South 4 Pennsylv u. Louisiana 95 Virgini Ave u. Alab. 96 Hauptquartier. 97 Grand Hotel. 93 Capital Ave und Oh ,23 No. 16 Spritzenhaus 16. und fh. 124 Alabama und 18. 125 Central Ave und L. 126 Dnde5 und 15. 127 Brookside und Jupiter 128 Centra! Ave und 17. 129 Delaware und 19. 131 Alabama und 11. 132 Bellefontaine und '. 134 College Ave und 2. 135 Delaware und 13. 136 Alabama und North 137 Newmann und 19. 138 College Ave und 14. 13 Cornell Ave und 13. 141 DandeS unU 19. 142 Highland Ave und lg. 143 Tecumseh und 10. 146 New Jersey and 2. 146 Alvord und 17. 147 No. 2 Spritzenhaus Hikside Ave und 15. US College Ave und 22. 149 College Av und 27. 152 Park Ave und 22. 15 L E u. W Bahn u. 22. 154 Ramsey Ave und 1. 156 Ctoughton u Newmcn 157 AtlaS und Pike. 158 Blohd und Pawpsw. 159 No. 21 Spritzenhaus Srightwood ICI- Arden und Depot 163 Brightwood und 5. 164 Rural und Blohd 165 Et. Clair u. cystone 167 rsenal Llv un 5. 163 Lellefontaine und 8. 169 Park 2b und 1s 112 Capital Ave und 17. 213 Pennsylv. u. Slichia, 214 JllinoiS und 26. 215 Senate Ave und kl. 216 Pcnnsvlvania und 2S. 217 Meridian und 13. 21 Capital Av und 2. 21 Broadway und 1. 231 JllinoiZ und McLean 234 No. 14 SpritzHsu4 Acnirooo und 30. h.s Illinois und 3X rv Annctta und SO. W7 No. 9. Spritzen!) Alk Ndell und 5Har 38 Hr-eil atder -Lortt 239 Jlabel und 27. 41 üiruian und 24. 242' JllinmZ u St. Cl?. 243 Eldridgk und 23. 312 West uud Walnu 313 West Und 12. 314 Howard und 1&. 315 Torbet nd Pa, 316 Capital Ave und 1 317 Northwestern Av u 31 318 Gent und 13. 319 Canal und 10. 324. Cerealine Works 324 Vermont und Ltznn 325 BiZma?iku?randvietl 326 No. 29 Spr,,enhauS Haughrille. 327 Michigan u. Holmes. 828 Michigan u. Eoncord 341 West und McJntvr; 412 Missourr u. War,land 413 Missouri und hio 415 Capital AveLeorg-Ä 41 Missour, u entuckq l"417 Senate Are . Wash. 421 P und E Rundkaui W. Washington. 423 Jrren-Hospital. 424 Mil-Y Av u. I D ust 425 Wash and Harri 26 Nc. 13 Cpritzenhaitz W. Washington 427 Oliver und Birch 428 Oliver und Osgood 429 Nordhke und Dork 431 Hadley Ave u. MorriS 432 River Ave u. MorriZ 454 River Ave und Ratz 435 Harding u. Big 4 R ? 426 Harding und Oliv 437 No. 19 Epritzenh7Z MorriS und Hardina, itt$ laidD Cics 499 6tIardS 451 ReiSn und MiZt 452 Howard und L 453 MorriS und ap$tfS 456 Lambert und Seiend 457 Nordhk Ave u. Star um WorkS 612 West und Rah 513 entucky2ve u.NerriL 614 Meridian und Morri 516 JllinoiS und SansaS 617 MorriS und Dakota 51S MorriS und Church 519 Capitai A. u McCar. 521 Meridian und Palor 523 Pine uns, Lord 524 Madisor.AveuLwcolk K2S Meridian und Best 93t 627 CarloS und Ratz 525 Meridian und Arizona 529 Meridian u. Raymond 631 Meridian u. McCa, 1 532 No. 17 Spritzenhaus MorriS nahe West 12 McÄeraeund Douoh, 613 East u. Lincoln bm 614 East und Beecher 15 Wright und Sande 17 McCarty und Beaty 18 New Jersey O Ave 712 Spruce und Prosptc 713 English Ave. u. Laurel 714 Etat Av u. Bell R 3 715 Shelby uud Beecher 71 State Av und Dvant 718 Orange und Laurel 71 Chelby u. Ci'aae 2W 731 Lexington A. fimirJ 723 Fletchn Aveu-Sprua 724 State Ave u. Pleasan 716 Prospekt und leasa! 72 Orange und Harla 728 Liberty und Mea 729 Nole und Couth 81 No. 15 Spritzenhmck Ost Washington V 13 Market und Noble L14 Ohio u. Highland 815 Michigan u. Highlan, Ll Market u rsenal 3Um 817 Ost 6 Clair und Union Bahn Seieise. , Kl Pan Handle ShopS 823 Beraumt und Walco 824 Wash. und Etat . 825 Maddm'S Loung Fa5 82 Zvitt und Dorftv 827 Wash. und BeviSe Av 82 No. 1 Spritzenhaus Bevill naheMichiga, 831 Eoutheastern 2U uud Woodside. 832 Wash. und Dearbor 834 Eoutheastern und Arsenal AveS. New Dork und TempK 12 JllinoiS und Maryl il JUincii und Market. 14 Penn, und Staff, i5Te!awe 5 Spezial, Signale. Ersten I Schläge, zweiter Alarm, Ziweitm 2 Schlage, dritter Alarm, Dritten 2 Schlage, vierter Alarm. l-2-l, Feuer aus und Schlauch aufgerollt. 3 Schläge, Wasserdruck ab. 12 Schlage, 12 Uhr Mittag. Die so bezeichneten Signale werden im? vom Thür Wächter angegeben da an den betreffend Straß kreuzung Kwe AlannUÄe? angebracht d. Chicago und der große Nordweften vi (i )ieEss2sat2B3ai ((a UlaSka Hawaii Phtlidptoe Insel. Vier tägliche Schnellzüge nach Chicago. ff Bon der Mono 47. Str. Station, Chicago, Ind nur S Minuten mittelst elektrischer Car na cd den Union Liehdösen ?reek Qlek Sprin?, indem Orange County Hochland. ffamililn-Hotkl anter neuer GeschäftSleituna. Pluto, Proserpwe ind Bowle Quellen. Beste Mineralwasser der Seit. Zwei Züge täglich via Gree-.icastle. licket-Csficen : Union Station, Massachusetts vt nd 25 West Washington Straße, j R. P. l g e o, Distrikt Pass. Agent, Jndianapoll, Ind. .H.MeDoel. ä.H.Rockwell. Präs. und Gen. Mgr. ettiebileilt? Frank I. Reed, . en.?2sl. gent. bicaao. Jll.

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