Indiana Tribüne, Volume 27, Number 44, Indianapolis, Marion County, 13 October 1903 — Page 6

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Europäische Nachrichten. Frovinz festen "glasTcm. Kassel. Der Lehrer an der hiesigen Oberrealschule, Wilhelm Laus, ist verschieden. Mit ihm ist eine Persönlichkeit aus dem Leben geschieden, diö sich in weiten Kreisen der Bevölkerung großer Achtung und allgemeiner Beliebtheit erfreute. E m s. Die LSjährige Frau des Cigarrenhändlers Herzberg ließ sich mit ihrer 7 Jahre alten Tochter von dem Zuge Coblenz - Gießen übersahen. Die Frau wurde sofort getödtet, das Kind leicht verletzt. Traurige Familienverhältnisse haben die Frau in den Tod getrieben. F r a n t f u r t a. M. Der Finanzagent Moritz Virkheim ist unter Hinterlassung von 200.000 Mark Wechselschulden geflohen. Das zwölfjährige Töchterchen Emilie des SpezereiHändlers Weick, Thiergarten 76, besuchte in einem Nachbarhaus eine Freundin. Das Mädchen rutschte dort das Treppengeländer hinunter, bekam das Uebergewicht, stürzte auf die Stetne des Hausflurs und starb nach kurzer Zeit. Hier starb der Docent für Handelsgeographie, Waarenkunde und Consularwesen an der hiesigen Akademie für Social- und Handelswissenschaften Dr. O. v. Möllendorff. Gelnhausen. Beim Heuholen stürzte in Großhausen Peter Weigelt aus Eidengefäß von der Scheune herab und trug einen Bruch des Rückgrates und des Schädels davon. Der Unglückliche starb nach 2 Stunden. Jmmenhausen. Auf der hiesigen Station wurde der Arbeiter Spangenberg vom Gute MühlenhoZ durch einen Pcrsonenzug überfahren und sofort getödtet. Man nimmt an. daß Selbstmord vorliegt. Moischt. Der Gutsbesitzer I. Kiefer, ein in den 50er Jahren stehender Mann, wurde so unglücklich von seinem Pferde geschlagen, daß er starb. Wiesbaden. Schutzmann Geyer wurde von zwei zwanzigjährigen Burschen Fröhlich und Guckes im Gartentenfeldweg durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Die beiden Burschen wurden kurz darauf auf dem BahnHofgelände, wo sie in einem Möbelwagen schliefen, verhaftet. Geyer liegt hoffnungslos im. Krankenhaus. Sactzle. Dresden. Privaws Carl August Hübert. Camclienstraße 2, beging sein 50jähriges Bürger-Jubilä-um. Beim Baden ertrank der Kolporteur Richard Schneider aus dem benachbarten Lockwitz. Dem Schmied Mucke bei derFirma Gebrüder Israel, Mühlenbauanstalt und Mühlsteinsbrik, hier.Florastraße 14, ist das tragbare Ehrenzeichen für Treue in der Arbeit verliehen worden. Annaberg. Das goldene Ehejubiläum feierte das Posamentier Wagner'sche Ehepaar. C h e m n i tz. An dem Bahnübergang nahe der Haltestelle Händler wurde ein mit zwei Pferden bespanntes Geschirr des GrünwaarenhändlerZ Schuster von hier von einem Personenzug der Linie Wüstenbrand-Limbach überfahren. Schuster wurde der Kopf vom Rumpf getrennt und der Arm abgefahren. Ein Pferd wurde getödtet, das andere blieb unverletzt. Der Wagen wurde völlig zertrümmert. Drausendorf. Der an dem Bahnübergange an den Drausendorfer Eichen angestellte Uebergangswärter Hermann Neumann wurde von einem von Görlitz in Zittau eintreffenden Personenzuge überfahren, wobei ihm das linke Bein abgefahren wurde. Der Tod dürfte auf der Stelle eingetreten sein. E i b a u. Der vormalige Brauereibesitze? Theodor Krampf und dessen Gattin feierten ihre goldene Hochzeit. Flöha. Spinnmeister Grießbach von hier feierte sein 50jähriges Ar-beits-Jubiläum in der Baumwollspinnerei G. F. Heymann in Glückelsberg. Großfriesen. Handarbeiter Bohmann hat sich mit seiner sechsjährigen Tochter infolge eines Familienstreites im Bergener Teiche ertränkt. Leipzig. Die goldene Hochzeit beging Oberpostdirektions - Assistent a. D. Erdmann. Der Jubilar ist einer derjenigen, der an Prinz Alberts Seite im Jahre 1849 an den Kämpfen um die Düppeler Schanzen theilgenommcn hat. Die medizinische Fakultät der hiesigen Universität hat den Arzt Ernst Julius Mittag zu Gottleuba anläßlich seines 50jährigen Jubiläums als praktischer Arzt zum Ehrendoktor ernannt.. Aessenarm stakt. Darmstadt. Das Ehepaar N. Lenges feierte das Fest der silbernen Hochzeit. Bon seinen sämmtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen wurden dem Jubelpaare prachtvolle Geschenke zutheil. Hoftheater-Haus-inspektor Friedrich Loesser beging das Jubiläum seiner 25jährigen Thätigkeit am Großherzoglichen Hoftheater. H u n g e n. Dem praktischen Arzte Medizinalrath Dr. Rouge wurde das Ritterkreuz 1. Klasse des Berdienstordens Philipps des Großmüthigen verliehen. Mainz. Der Thurm der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbauten Quentinskirche zeigt Risse und Sprünge, welche auf ungünstige Construktion des Glockenstuhles, in dem

sich seit Jahresfrist ein elektrisches Glockengeläute befindet, zurückgeführt werden. Man hat versucht, die Risse durch ' Gipsverbände zusammenzuhalten. doch sind diese Vorkehrungen beim Läuten wieder abgesprungen. R o ß d o r f. In einem Werke der Odenwälder - Hartsteinindustrie am Roßberq verunglückte ein Arbeiter dadurch, daß derselbe von einer Maschine erfaßt wurde. Derselbe, Huthmann mit Namen, wurde todt in das hiesige städtische Krankenhaus eingebracht. Eine Familie von neun Kinder und Mutter verliert hierdurch ihren Ern'ährer. S ch Zm s h e i m. Die weltbekannte 1000jährige Ulme hier war in den letzten Jahren derart hohl geworden, daß ihr Weiterbestehen sehr in Frage gestellt war. Man hat deshalb den Riesenbaum mit einem Kostenaufwand von 300 Mark renovirt. d. h. man füllte die hohen Zwischenräume mit trockenem Sand aus, vermauerte und verband die Aeste u. s. w.. so daß kein Regen mehr eindringen kann. S ch l i e r b a ch. Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsieher Georg Bauer erhielt das Allgemeine Ehrenzeichen. 'ZZanern. München. Sergeant Beer vom hiesigen Leib-Jnfanterie - Regiment stürzte sich aus Furcht vor Strafe in den Walchensee und ertrank. Beer hatte sich bereits vor einiger Zeit wegen unehrlicher Manipulationen beim Schießen zu verantworten und erhielt mehrere Tage Mittelarrest. Weitere Unredlichkeiten desselben auf dem Schießstande kamen inzwischen zur Kenntniß seiner Vorgesetzten. Das 25jährige Doktorjubiläum beging in aller Stille Reichsarchivrath Dr. Pius Wittmann. Dem verdienten Gelehr ten wurden aus diesem Anlaß von nah und fern die herzlichsten Glückwünsche dargebracht. Ein junger Münchener, der sich mit seiner Schwester auf einer Gebirgstour befand, wurde in derNähe von Kusstein von einemGewitter überrascht und in dessen Verlauf vomBlihe erschlagen. Der Getödtete ist der 24jäl rige Sohn des Bürstenmachers Reicher in der Au. Ludwigsstadt bei Kronach. Die 19 Jahre alte Schneidmllllerstochter Luise Souffa vom nahen Schauberg hat sich ertränkt, nachdem sie zuvor noch in fröhlichster Laune das Kriegerfest in Langenau besucht hatte. Nürnberg. In der hiesigen Chevaulegerkaserne verübte der auf dem Brigadecommando als Schreiber verwendete Meldereiter Fürbaß, Kaufmann aus Fürtb. aus Furcht vor Strafe, Die auf Differenzen mit einem Vorgesetzten zurückzuführen ist. Selbstmord durch Erschießen. Peißenburg. Der als Breirk. ser im hiesigen Bergwerk beschäftigte 21 Jahre alte Max Deromedis gerieth beim Einfahren zwischen den Hund und die Kappe, wobei ihm das Rückgrat abgedrückt wurde. Der bedauernswerthe junge Mann verschied alsbald. Schweinfurt. Im Landgerichtsgefängniß hier hat sich derSchuhmacher Rebhahn erhängt. Er hatte Ende Juni seine Geliebte auf offener Straße überfallen und sie durch vier Messerstiche nicht ungefährlich verletzt. T a p f h e i m. Der 23 Jahre alte Oekonomenssohn AntonSpiegel wurde vom Blitz erschlagen. Der Unglückliche hatte vor dem strömenden Regen Schutz in einem Weidengebüsch gesucht, in das der Blitz fuhr. W e i ch s. Der ledige 20 Jahre alte Schlosser Kastler ging mit zwei Kameraden zum Kammerfensterln bei einer Magd des Hausbesikers und Gärtners Melzl. Als sich Kastler auf der Leiter befand, schoß ihn Melzl in den Rücken. Kastler war sofort todt. WUrttemoorq. Stuttgart. Die Firma Schiedmayer Pianofortefabrik, vormals I. und P. Schiedmayer, konnte auf eine 50jährige Geschäftsthätigkeit zurückblicken. Der Rektor der Bürgerschule, Oberschulrath Dr. Bücheler. wurde auf Ansuchen in den Ruhestand versetzt. Der König hat ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone verliehen. Der verheirathete Hilfsarbeiter Höschele aus Feuerbach gerieth hier beim Ueberschreiten der Geleise zwischen die Puffer zweier Wagen. wobei ihm der Brustkorb eingedrückt wurde, so daß er sofort todt war. Der Bedauernswerthe hinterläßt eine Wittwe mit drei unmündigen Kindern. B i b e r a ch. Auf der Jordanstraße kam der von Laupertshausen gebürtige, 68 Jhre alte Besenbinder Weckenmann auf unaufgeklärte Weise unter das Lastfuhrwerk des Boten Sailer von Ochsenhausen und wurde getödtet. B u ch a u. Der hiesige katholische Gesellenverein feierte das Fest seines 25jährigen Bestehens, verbunden mit der Weihe einer neuen Vereinsfahne. 37 hiesige und auswärtige Vereine und zahlreiche einzelne Gäste aus der Umgegend wohnten der Feier bei. Donzdorf. Bezirksschulinspektor Pfarrer Wiest hier, der auf die Pfarrei Ummendorf bei Bieberach ernannt ist, feierte sein 25jähriges Priesterjubiläum im engsten Kreise. Der Kirchenchor ehrte den . Jubilar, durch ein Ständchen. 'Maden. . Karlsruhe. Der Großherzog

yar vem Forschungsreisenden Ernst v. Hesse - Wartegg das Commandeurkreuz zweiter Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen und dem Hoffinan'rath a. D. Adolf Adam in Karlsruhe das Ritterkreuz des Ordens Berthold des Ersten verliehen. B r u ch s a l. Der Cementeur Heck von der Firma Mees und Nees in Karlsruhe betrat ein noch nicht verankertes, frisch versetztes' Hauptgesimsstück und fiel mit demselben ca8 Meter herab. Die Verletzungen scheinen nicht lebensgefährlich zu sein. Burgberg. Das Anwesen des Landwirths Christian Langenbacher wurde durch Feuer zerstört. Von den Fahrniffen konnte' nichts gerettet werden. Niedermühle. Dieser Tage machte der Schreinermeister Behringer einen schrecklichenFund. Er fand nördlich von Kutterau neben der Straße den Fuhrknecht des Bürgermeisters Gäng von Jmmenreich mit der Peitsche in der Hand als Leiche. Pforzheim. Das Nathhaus in Steinegg brannte vollständig nieder, und zwar so schnell, daß nicht einmal die Feuerspritze gerettet werden konnte. Spiel berg. Es erhängte sich im Spielberger Wald ein Mann Namens Wacker, der in Ettlingen unter dem Namen Seidenhaas" bekannt ist. lieber I in gen. Der 35 Jahre alte, wohlhabende Gerber Paul Manz von hier schlug nach einem Wortwechsel auf offener Straße den 62jährigen Martin Röder mit einem drei Pfund schweren Hammer mehrmals auf den Kopf, so daß das ganze Schädeldach zertrümmert wurde. Wieblingen. Es erschoß sich der Anfangs der 60er Jahre stehende Landwirth Retzbach. Vom JlllWv?. Ein Professor in Texa5, F. W. Macky mit Namen, der Obstzüchter geworden ist, behauptet, daß Texas in Bälde ein Aepfel produzirender Staat werden wird, und daß die Texas-Aepfel nicht nur von vorzüglicher Qualität sein werden, sondern auch früher in den Markt gebracht werden können, als alle anderen Aepfel. Von einem eigenartigen Unfall wurde der vier Jahre alte Sohn des Farmers John Dodge. der unweit Arena.Wis., lebt.betroffen, der dadurch vielleicht das Augenlicht verlieren wird. Der Junge spielte, auf dem Fensterbrett sitzend, mit einer Kiste, in der sich ein Pfund Pulver befand, als plötzlich das Fenster herunterfiel und dabei ein Zündholz in Brand steckte, dessen Funken das Pulver zum Explodiren brachten. Das Kind wurde schwer im Gesicht verbrannt. MajorJ. M. Riddle von Lancaster, S. C., einer der Herausgeber der Lancaster Review", begab sich kürzlich in Begleitung seines Sohnes, I. M. Riddle, jun., und seines achtjährigen Enkels, Robert Mackorell, nach Ehester County auf die Eichhörnchen - Jagd. Während der Jagd längs des Flusses gab Major Riddle einen Schuß, wie er glaubte, auf die Eichhörnchen ab; und als er sich dem Gebüsck näherte, entdeckte er seinen Enkel im Todeskampf. Der Kleine war von der ganzen Ladung getroffen worden, und als sich ihm Major Riddle näherte, rief er aus: GroßVater, du hast mich erschossen!" Das Kind starb auf dem Weg nach einer nahen Quelle in den Armen des GroßVaters. In Marionette, Wiscons i n, herrschte dieser Tage nicht geringe Aufregung, denn mehrere Personen machten aus der Straßenfair eine unliebsame nähere Bekanntschaft mit Schlangen. Als besondere Attraktion zeigt sich dort ein Schlangenesser und um den Platz, den er für seine Vorstellungen benutzte, war eine Platform errichtet worden. Es standen nur 30 Personen auf dieser Platform, als dieselbe plötzlich nachgab und die Zuschauer in dieSchlangengesellschaft hineinstürzten. Mehrere Frauen wurden hysterisch, aber als sich die Aufregung gelegt hatte, stellte sich heraus, daß Niemand verletzt worden war. Die Schlangen hatten Niemandem etwas zu Leide gethan. Vielleicht waren sie noch mehr erschreckt, als die ungebetenen Besucher. Die Studenten der Staats - Universität in Madison, Wis.. machen den Regenten viel Arheit. Neuerdings ist von einigen derselben ein geradezu frecher Schwindel verübt worden, dessen Opfer die neu eintretenden Schüler qeworden sind. Di ! SKomoS und resbmen der Universität sind gehalten, den Versammlungen (Convocations), die an jedem Freitag Nachmittag in der Bibuothek stattfinden, beizuwohnen. Die Sophomores hatten sich nun Karten drucken lassen und verkauften sie an die ankommenden Studenten, denen sie weiß machten, daß solche erforderlich waren und gekauft werden müßten. Der Eintritt ist natürlich frei. Gegen 400 solcher Karten wurden abgesetzt, und die Freshmen wurden um das Geld gebracht. . Es wird im New Yorker HZen noch immer viel Tabakschmuggel durch Seeleute betrieben. Unlängst wurden vier Matrosen des Standard Co. - Dampfers Rotterdam" dem New Yorker Bundescommissär Hitch-

'coa unter der Beschuldigung vorge-

suyrt, den Versuch gemacht zu haben, einen 250 Pfund schweren Tabaksballen aus Sumatra in die Ver. Staaten zu schmuggeln. Zu derselben Zeit hatten sich andere Zollbeamte auf dem Hamburger Dampfer Deutschland" eingefunden und dort 1000 Cigarren und eine Partie Cigaretten mit Beschlag belegt. In Hoboken aber wurden ein Heizer und zwei Kohlenschaufler vom Bremer Dampfer Barbarossa" festgenommen, als sie eine Partie Äabak vom Dampfer an's Land brachten. Auch der Empfänger dieser geschmuggelten Waaren wurde verhaftet. J ' Mit gro ßer Strenge soll im Staate Illinois das dort bestehende Kunstdünger - Gesetz durchgeführt werden. Die Farmer dieses Staates. wie die in anderen Theilen des Landes haben von scbwindelhaften Händlern in Kunstdüngern zu leiden gehabt, die sie mit einem minderwerthigen Präparat, welches von düngenden Substanzen gar nichts oder nur wenig enthielt auch zum Schaden ehrlicher Fabriken dieser Art, betrogen. Die Staatsgesetzgebung von Illinois hat, um diesen Betrügereien so viel wie möglich ein Ende zu machen, vor einiger Zeit ein Gesetz erlassen, welches bestimmt, daß Händler und Fabrikanten von Kunstdünger eine Licenz lösen müssen, welche 520 im Jahr kostet; außerdem muß dem Präparat eine Beschreibung eineZ Chemikers, welcher dasselbe analysirte beigefügt sein, die angiebt, aus welchen Ingredienzien der Stoff zusammengesetzt ist und wer ihn fabrizirt. Händler und Fabrikanten sind jetzt durch die Jllinoiser Staats - Ackerbaubehörde von den Bestimmungen dieses Gesetzes In Kenntniß gesetzt worden und müssen sich für die Folge nach denselben richA u f e i n e eigenartige Idee ist man im Staate Georgia verfallen. Es soll eine prächtige Heerstraße, ähnlich einer deutschländischen Chaussee, denselben Weg entlang gebaut werden, den Sherman's Armee bei dem berühmten Marsch durch Georgia einschlug. Bei Chattanooga, Tenn., soll sie beginnen und bei Atlanta enden, späterhin könnte sie noch erweitert werden, um den ganzen Marsch einzuschließen, von Atlanta nach Savannah, von da nach Charlestown und dann nach North Carolina hinein. Solch eine Straße mit ihren historischen Erinnerungen würde eine große Anziehungskraft ausüben, besonders für die modernsten Wegfahrzeuge, die Automobils. Die Bewegung für bessere Landstraßen könnte sich kein werthvolleres Mittel für den Anschauupgsunterricht wünschen. Und die Hauptsache ist. daß die Bundesregierung die ganze Anlage bezahlen soll. Die Geistlichen der bischöflichen Methodistenkirche für Farbige, welche kürzlich in Des Moines, Ja., ihre jährliche Versammlung abhielten, gehen mit dem Gedanken um. die nordwestlichen Staaten im nächsten Jahre mit Negern zu colonisiren. Ein farbiger Bischof Namens Grant wurde beaustragt, im Nordwestcn ein Beschäftigungs - Bureau zu eröffnen, das den Zweck haben soll, die Neger des Slldens dorthin zu bringen. Iowa, Minnesota und Nebraska werden viele von den Negern als Ansiedler erhalten. Bischof Grant nimmt einen großen Antheil an seinen Leuten, denn er selbst hat die bittere Seite des Lebens genossen. Er wurde als Sklave geboren und als kleiner Junge für Z600 verkauft. Als der Krieg ausbrach, lief er davon und schloß sich den Truppen des Nordens an und kämpfte bis zu Ende des Krieges. Dann wurde er Aufseher in einem Hotel und später war er Hilfscollektor für die Einkommensteuer der Ver. Staaten. Kurz darauf schloß er sich der Kirche an. Er unternahm mehrere Reisen nach Europa und war Vorsitzender verschiedenn ConferenZ'M in Afrika und England. uever oienroeaung magnetischer Felsblöcke wird aus San Francisco berichtet: Samuel Jackson Barnett, ein Hilfs-Professor der Physik an der Stanford Universität, ist nach mehrmonatlicher Inspektionsreise entlang der Küste von Alaska zurückgekehrt. Speziell haben sie die Umgegend von Skagway untersucht, wo magnetische Störungen die Schifffahrt sehr erschwerten und die Abweilbuna der Nadel des Compasses so groß war, daß man den letzteren gar nicht gebrauchen konnte. Barnett hat jetzt ermittelt, daß hieran magnetische Felsblöcke die Schuld tragen, welche besonders auf Douglas Island und dem Festlande von Skagway häusig zu sinden seien. Barnett behauptet, daß dort der maanetiscbe Nol beinabe verkelt s-i. JndenäußerenStadtbezirken Berlins ist in letzter Zeit so viel gebaut worden, daß an ein Vermiethen aller Wohnungen absolut nicht zu denken ist. Ein Beispiel für den theilweisen Wohnungsllberschuß ist folgender Fall. An dem Hause Schönhauser Allee 20 ist ein Plakat ängebracht, auf welchem die Worte stehen: Jeder neueinziehende Miether erhält beim Einzüge ein Bild im Werthe von 6 20 Mark gratis." Summarische Zusammenfassung. A.: Was betreibt eigentlich der Baron von Dünkelshausen, der die Commercienrathstochter geheirathet hat?" B.: Erst hat er das Vermögen seiner Frau verwichst und iedt verwichst er Txt selber.-

Präsident und ?ewerkskastiu. Als einzelne Gewerkschaften vom Präsidenten Roosevelt in zum Theil drohenden Beschlüssen" die Entfernuna des auf Weisung des Präsidenten wiedereingesetzten, ihnen anstößigen Vizevormanns Miller aus der Buchbinderei der Buntesdruckerei in Washington verlangten, da sagten gcgnerische Zeitungen hämisch voraus: Ihr werdet sehen: Roosevelt, der ja selbst Ehrenmitglied einer Gewerkschaft ist. kriecht zu Kreuze und veranlaßt die Wiederentfeinung Miller's; denn er a7.s,elt nach Arb::t:rstimmen bei der nächsten Präsidentenwahl." Aber das Gegentheil dieser Prophezeiung ist jetzt eingetroffen. Ohne wenn und aber hat ja der Präsident jetzt seine Entscheidung abgegeben, deren markigen Hauptinhalt wir hier wiedergeben: Vergessen Sie nicht, daß ich mich nach den Gesetzen des Landes richten muß. Diese Gesetze sind zum Wohl des ganzen Volkes gegeben und können und dürfen nicht so ausgelegt werden, als gestatteten sie eine Unterscheidung zum Nachtheil eines Theils des Voltes Ich bin Präsident des ganzen Volkes der Vereinigten Staaten, ohne Unterschied des Glaubens. der Hautfärbe, des Geburtsplatzes, der Veschäftigung und der sozialen Stellung. Mein Streben ist, gleiche und genaue Gerechtigkeit Allen zu erweisen. Bei der Anstellung und Entlassung von Leuten im Rcgierungsdienst darf der Umstand, daß Jemand einer Gewerkschaft angehört oder nicht, nicht mehr in Betracht kommen, als die Thatsache, daß er. Protestant oder Katholik oder Jude oder Heide ist. In den mir von verschiedenen Arbeiterorganisationen übersandten Mittheilungen, worin gegen die Beibehaltung Millers in der Regierungsdruckerei Verwahrung eingelegt wird, sind zweierlei Gründe angegeben: erstens, daß er keinGewerkschaftsmitglied. zweitens dan er persönlich ungeeignet sei. Die Frage von seiner persönlichen Tauglichkeit ist im Einzeldienst des Verwaltüngsganges zu schlichten, und sie darf nicht mit der

größeren Frage vermengt werden, ob ( ic Regierung eine Unterscheidung für oder gegen ihn oder irgend einen Anderen, weil er ein Mitglied oder kein Mitglied einer Gewerkschaft ist, machen darf Dies ist die einzige Frage, die jetzt meiner Entscheidung unterliegt, und meine Entscheidung darüber, wie ich sie schon früher abgab, ist eine endgiltige." Auf die Arbeiterführer, denen der Präsident im Weißen Hause persönlich diesen bündigen Bescheid gab und von denen Samuel Gompers und John Mitchell 'die bekanntesten sind, machten die obigen Worte einen verschiedenartigen Eindruck. Das Klügste, was sie alle thun können, ist: sich bei dem Bescheid beruhigen. Ein nunmehriges feindliches Auftreten von Gewerkschaften gegen den Präsidenten Roosevelt würde diesem weit weniger schaden, als dem Gewerkschaftswesen selbst. Zahlreiche Gewerkschaften haben sich zum Voraus ganz entschieden dagegen erklärt, daß diese Millerangelegenheit bis zu Feindseligkeiten gegen den Präsidenten aufgebauscht werde. Uno der Bund der Arbeitsritter, neben der Föderation of Labor die stärkste Arbeiter-Organisa-tion, hat sich im Voraus in dieser Angelegenheit warm für den Präsidenten erklärt. Die Gewerkschaft der Loko-motiv-Heizer aber, welcher der Präsident als Ehrenmitglied angehört, war von jeher einer der maßvollsten Bestandtheile der Federation of Labor. Daß Präsident Roosevelt stets bereit ist. gerechte Ansprüche von Arbeitern zu unterstützen, hat er schon oft, namentlich aber bei dem pennsylvanischen Kohlenstreik bewiesen. Und ebenso entschieden widersetzt er sich, wie er so eben bewies, ungerechten Zumuthungen. Ein neues Nothjahr in Schwc den. Aus Stockholm wird geschrieben: Aus dem nördlichen Theile Schwedens, das schon im vorigen Jabre unter einer Mißernte litt, treffen sortwährend Hiobsposten ein, nach denen es fast den Anschein hat, als ob die be- . vorstehende Noth noch umfangreicher ! wie im vorigen Jahre wird. Die unaufhörlichen gewaltigen Regengüsse haben die anfänglich guten Aussichten auf eine ergiebige Ernte in das gerade Gegentheil verwandelt. In manchen Gebieten wird die Hälfte einer Mittelernte erzielt, andere Gegenden haben eine völlig mißglückte Heuernte zu beklagen, weil die Wiesen von Mäusen und Gebirgslemmingen vernichtet sind, so daß sie aussehen, als wären sie mit der Egge bearbeitet. Wieder andere Wiesen und Felder stehen gönzlich unter Wasser, so daß sie nur mittels Bootes befahren werden können. Wo die Saaten schon geschnitten sind, wurden sie von den Fluthen fortgeschwemmt. Das Getreide mußte halb unreif und vom Froste beschädigt beschnitten werden. Aber selbst so füdlich, wie in der Gegend von Stockholm sind die Ernteaussichten trübe. Die Kartoffelfelder stehen zum Theile unter Wasser. Manche Landwirthe, die eine Ernte von 700 Tonnen erwarteten, bekommen kaum 50 Tonnen; alles übrige ist verfault. Einem LandWirthe, der 17 Pachthöfe besitzt, wurden fast sämmtliche Roggenfelder vom Wasser zerstört.

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