Indiana Tribüne, Volume 27, Number 44, Indianapolis, Marion County, 13 October 1903 — Page 1

O 00 . 1MI M fP A' IKyo (j5ossr&seacÄ5ös 3 Tage und Prfr I V H Caac und 8 5onntagsblatt f 5cmuac5bialt v SlOcUcr Woche. SSLSTSLSS K lOeycr Wothc. (4 i9S3ÜSSSS3$Ä 8 Erscheint Zeden Zachmittag. . ! . Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Dienstag, 13. Oktober 1903 No. 44.

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Eine ruhige Wahl. Die heutige Wahl nahm einen höchst ruhigen Verlauf. Nennenswerthe Ausschreitungen oder Unruhen kamen fast an keinem Stimmplatz vor. In einzelnen PrecinctZ wurden schon in den frühen Morgenstunden zahlreiche Stimmen abgegeben, wie z. B. in Precinct 9 der 11. Ward, wo bis um 9 Uhr bereits schon 125 Stimmen abgegeben worden waren. Die Polizeimaßregeln waren außerordentlich gut getroffen, einem jeden Sergeant war eine Ward zugetheilt worden, und dieselben statten des Oef teren den verschiedenen Stimmplätze Besuche ab, um darauf zu sehen, daß die Ordnung aufrecht erhalten blieb. In den 10 Stimmplätzen, wo die Stimm'Maschinen aufgestellt waren, wurden mannigfache Erfahrungen ge macht. Solch? Wähler, welche sich zuvor mit der Maschine näher vertraut gemacht hatten, gebrauchten nicht län ger als 1012 Secunden zur Abgabe

der Stimme. Diese waren aber m der Minderzahl; den meisten Wählern mußten die Clerks helfen und die Ab gäbe der Stimme nahm im Durchschnitt etwas über 2 Minuten in An spruch. Soviel ist aber als sicher anzuneh men, daß in den Stimmplätzen, wo diese Maschinen aufgestellt worden wa ren, am wenigsten gestrichen wurde. Bis heute Nachmittag 3 Uhr waren nur 3 Personen wegen ungesetzlichen Stimmens verhaftet worden. Wegen OssenhaltenS feines Lokals am Wahltag war kein einziger Er frischungsrath in Schlamassel ge rathen. Verwegener Einbruch. Ritter vom Stemmeisen operirten abermals an der Südseite. Während Herr Charles Baase, der gemüthliche Erfrischnngsrath von der Eaft und MorriS Str. letzte Nacht in feine? Wohnung an der Dunlop Str. in Morpheus' Armen lag und von den Wetten träumte, welche er gewonnen hatte, statteten Einbrecher ihm ein Be such ab und annectirten aus dem Schlafzimmer mehrere PortemonaieZ, welche etwa $30 enthielten. Ferner entnahmen sie den Beinklei dern des Wirthes, welcher sich noch immer des Schlafes des Gerechten er freute, die Schlüssel zu der Wirthschaft. Hier hielten sie sodann ebenfalls Um schau und verschiedene Kisten feiner Cigarren und etliche Flaschen Whisky fanden Gnade vor ihren Augen. Versammlung der LandbriefTräger. S. F. Scott von Muncie. Präsident der Jndiana Landbriefträger Vereini gung hat angekündigt, daß die 3. jährliche Convention am Samstag, den 17. Oktober hier im Saale des Criminal-Gerichts abgehalten werden wird. Gouverneur Durbin, sowie die Senatoren Fairbanks und Beveridge werden Ansprachen halten. Eine Kuh die Ursache eines Eisenbahn-Unfalles. Heute Morgen langten alle Vandalia Züge, welche aus westlicher Richtung kamen, mit mehreren Stun den Verspätung hier an. Die Ursache der Betriebsstörung war eine Kuh, welche sich bei Denison, Jll. einem Güterzug in den Weg gestellt hatte. Dieselbe wurde zwar auf du Stelle getödtet, zu gleicher Zeit aber entgleiste die Locomotive und hierdurch entstand eine erhebliche Betriebsstörung, verletzt wurde Niemand. Feuer in einer Sattlerei. Gegen Uhr letzte Nacht wurde "die Feuerwehr zu dem Fabrikgebäude der .Automatic Yoke Co.", in No. 821 Ost St. Clalr Str., gerufen,, wo aus bislang unbekannter Ursache ein $76 Feuer au-gebrochen war.

Auf einem Bahnznge irrsinnig

geworden. Die Patrolleute Hagerty und Löwe wurden heute Morgen gegen 4 uyr nach dem Union Bahnhofe gerufen. um eine Frau abzuholen, welche auf der Fahrt von Lafayette nach hier plötzlich irrsinnig geworden war. Die Unglückliche war eine Frau Elsmire Grover, eine Insassin des Soldaten und Matrosen-Heims,' Hall (sounty. Nebraska, welche einen Urlaub erhalten hatte und Verwandte in Rushville be suchen wollte. Sie hatte spät gestern Abend in Lafayette einen Zug bestiegen. Als derselbe in der Nähe von Lebanon war, zeigte sie plötzlich Symp tome von Geistesgestörtheit. Der Con ducteur war auf sie aufmerksam ge worden und er ließ sie nicht aus den Augen. Plötzlich bemerkte er, daß sie den Versuch machte, aus dem Fenster zu springen. Der Conducteur und Brem ser hielten sie zurück und sie wurde hierauf an ihren Sitz gefesielt. Als der Zug hier anlangte, waren die Po lizisten genöthigt, sie in den . Patrol wagen zu tragen, feie wuröe.n eine Zelle im Frauen Departement der Volizei Station eingesperrt. Der Superintendent des NebraZka Solda tenheims wurde von dem Vorfall be nachrichtigt. Fluth Gefahr gehoben. Passaic, N. I., 13. Okt. Die Fluth-Verhältnisse hier und Umgebung sind heute bedeutend gebessert. Für den DundeeDamm besteht keine Gefahr mehr. Einige hundert Personen wer den noch in öffentlichen Schulen oder sonstiaen Gebäuden beherbergt. . Der Geszmmtver'lust hier wird auf $2,000, 000 ohne jede Versicherung geschätzt. Verluste durch Geschäfts Einstellung für Fabrikanten und Arbeiter sind hierin nicht einbegriffen. .Fast alle Fabriken sind geschlossen. A t l a n t i c C i t y , N. I., 13. Okt. Das Hochwasser ist gewichen und die Laae wesentlich gebessert. Viele Wrackstücke wurden an's Ufer getrieben. Der Schaden wird auf annähernd eine Million geschätzt; eine ebensolche Sum me wird für Trenton, N. I., ge nannt. Vaters on. 9!. 3.. 13. Okt. Mäßige Schätzungen geben den Fluth schaden auf 2 Mill. an. Viele Per sonen sind obdachlos. Eine Rückkehr in die überschwemmten Distrikte wird aus Furcht vor einer Epidemie erst nach Besserung der sanitären Verhält nisse gestattet. Das Wasser geht rapid zurück und jede Gefahr ist vorüber. Personal-Notizen. Serr G. Althoff auS San Francisco, Cal., ist zum Besuch be seinem Freunde Hrn. Aug. Elbrecht, No. 1830 Madison Ave., eingetroffen. Trotz seines hohen Alters hat der alte deutsche Pionier die weite Reise von California nicht gescheut, um seine zahl reichen hiesigen Freunde noch einma sehen zu können. ' Staats.Schulsu pt. F as. seit A. C o t t o n wird im Laufe dieser Woche dem Junggesellenstande Valet sagen und Frl. Lena D o bs o n , Schwester der Frau A. B. Conkle von der Bellefontaine Str., zu seiner lieben Lebensgefährtin machen. Das junge Ehepaar wird nach der Hochzeitsreise in No. 1413 Nord New Jersey Str. ein kosigeS Heim beziehen. Brandstiftung. Kurz nach 7 Uhr gestern Abend wurde die Feuerwehr zu ChaS. Eagle's Wohnhaus in No. 837 Broadway gerufen, wo der Schuppen im Hofe von Brandstiftern entzündet worden war. Schaden 815. Türkei. HilfezAppell. London, 13. Okt. Der Erz. bischof v. Canterbury hat einen Aufruf erlaffen, worin die dringende Nothwendigkeit dargestellt- ist, zu dem macedon. Hilfsfond beizusteuern.

James Whitcomb Nlley schlägt

eine 82, Offerte aus. John Whitcomb Riley hat das Anerbieten von P. B. Chase von Cleve land, Director einer Vaudeville Ge sellschaft, der ihm $20,000 für 240 Vorlesungen, welche in 20 Wochen zu adsolviren sind , ausgeschlagen. Es paßt dem Dichter nicht, zweimal an einem Tage vor dem Publikum zu erscheinen. Für den Wohlthätigkeits - Ball. Der Deutscher Frauen-Hülfsverem'' hielt gestern Nachmittag im Deutschen Hause eine abermalige Extra-Versamm lung ab, in der weitere Vorbereitungen für den am Mittwoch, 11. November, zu veranstaltenden Wohlthätigkeits-Ball getroffen und auch die Ball - TicketS" zum Vertriebe vertheilt wurden. Grüne aus Wien. Herr Henry Wawra hat mittelst hübscher Ansichts-Postkarte aus Wien allen hiesigen Bekannten seine herzlichen Grüße übersandt. Er schreibt. eS gehe ihm gut und werde er bis zum Mai dort verbleiben, da seine Badecur noch nicht beendigt ist. Schwäbischer Unterstützungs Verein. Die diesjährige Kirbe und Ball finden am Montag, den 19. Oktober, in der Ger? maniaHalle statt. BolkSstücke kommen zur Aufführung Beutelsbacher ffederweitzer. Bratwurst und KartoffelSalat in der ,, Wirthschaft zur Krone." Eintritt 25e. Kaffee-Kranzchen der St. Pauls Gemeinde. : Der Frauen-Verein der St. Paul's Gemeinde hält sein monatliches Kas feekränzchcn am Donnerstag, 15. Octo ber. im Hause der Srau Frank Noffke, No. 2216 Brooksidc Ave., ab. Noch ein EinbruchSdiebflah!. Die Wohnung des Postangestellten Chas. W. Bysield in No. 1725 Nord Jllinols Straße, erhielt während der Sonutag Nacht den Besuch von Ein brechern, die 2 Uhren, eine 'Menge Schmucksachen und $7 in Baar mit nahmen. Deutschland. L ord Milner in T ü b i n gen. Tübingen, 13. Okt. Tübin gen hat hohen Besuch bekommen. Lord Alfred Milner, der bekannte britische Staatsmann, Ober Kommissär von Süd'Asrika seit der Niederwerfung der Boeren, ist in der Stadt am Neckar ein getroffen. Jugenderinnerungen haben ihn dorthin gezogen. Ist er doch in Tübingen erzogen worden. (Lord Al red Milner ist am 23. März 1354 in Bonn geboren, und zwar als Sohn des, von - dem nach Neuß eingewanderten aus England stammenden Arztes und späteren Tü binger Lektors englischen Sprache, Prof. Karl Milner. Noch als Knabe aber kam der junge Alfred nach Lon don, und England hat ihm die Gelegenheit zu einer glänzenden Karriere gegeben, welche ihn, wenn er gewollt, in diesen Tagen auf den Seffel des Kolonialsekretärs als Nachfolger Jo seph Chamberlains getragen haben würde.) Denkmal fü.r den alten Fritz. Berlin. 13. Okt. In Rheins, berg' wurde in Gegenwart des Krön Prinzen ein Denkmal für Friedrich den Großen enthüllt, der dort bekanntlich als Kronprinz längere Zeit lebte. Die Hand deS großen Königs ruht bei dem Denkmal auf einem Buche, und auf diesem ist auf Wunsch des Kaifers, in Erinnerung auf die Freundschaft, wel che eine Zeit lang den großen Preußenkönig und den großen .französischen Philosophen verknüpfte, Voltaire'S Name eingravirt.

Die Manöver bei West Point, Ky. Camp Young, 13. Okt. An

den gestrigen Manövern nahmen nur reguläre Truppen Theil, und die Uebungen gestalteten sich zu ungemein interessanten. Den von Ccl. Wagner gegebenen Dispositionen nach war eine starke Vorhut der Braunen im Vorrücken gegen die sich langsam auf Louis ville zurückziehenden Blauen gedacht, deren Nachhut einen langen und schwer zu passirenden Engpaß vertheidigen sollte, um den Feind aufzuhalten. Die Gros beider Armeen waren in bedeutender Entfernung gedacht, und die blaue Nachhut hatte Befehl, kein Ge fecht anzunehmen, und ihre Verbindung mit der Hauptmacht nicht unterbrechen zu lassen. . Die von Major Buck befehligte Nach. Hut bestand aus einem Regiment Infgnterie, einer Schwadron Cavallerie und vier Feldgeschützen, und brachte es fertig, die Braunen lange genug aufzuhalten, um mit der Passirung des Engpasses einen Zeirraum von zwei Stunden vergehen zu lassen. Im Ernstfalle wäre dies kaum eine beson dere Errungenschaft gewesen,- und der! Sieg deS Tages gebührte also den von Major : Geddy befehligten Braunen, deren Vorhut von zwei Bataillonen Infanterie, einem Regiment Cavallerie und vier, Geschützen gebildet wurde, i Die braune Artillerie wurde ausge zeichnet verwandt, zeigte sich sehr be weglich, und gewann frühzeitig eine die Ebene am Ausgang des Engpasses be herrschende Stellung. Camp Joung wäre im Ernstfalle vollständig zerstört worden, denn die blaue Artillerie brachte ihre Geschütze erst spät ins Gefecht, und auch dann nur von keiner sehr starken Position , aus. Das Artillerie.Gefecht dauerte etwa eine Stunde, und endete mit , dem Rückzüge der Blauen. Die Gesütze der letzteren würden im Ernstfalle vielleicht gar nicht im Stande ge wesen fein, die von ihnen eingenommene Stellung zu erreichen, so daß der Vormarsch der Braunen nur um eine Stunde unterbrochen worden wäre. Die Verluste auf beiden Seiten waren nachher Entscheidung der Schiedsrichter nur gering.. Eine große Menge von Zuschauern betrachtete den Gang des Gefechts von Hügeln in der Umgebung des Manö-ver-Geländes. Im Ganzen sind jetzt noch 3359 Offiziers und Mannschaften im Lager, von denn die meisten bis Freitag verbleiben werden. Dem Deutschen treu. P i t t s b u r q, Pa., 13. Oktbr. Die jährliche Massenversammlung des Diözesanverbandes deutscher katholi scher Jungmännervereine in der Halle der St. Marien Kirche in Sharpsburg gestaltete sich zu einer großartigen Kundgebung, an der sich sämmtliche deutsche katholischen Vereine der Diö zese Pittsburg betheiligten. Rev. Johann Otten, C. S. Sp., Präsident des Diözesanverbandes, erklärte in sei ner Eröffnungsansprache, der alleinige Zweck des Verbandes sei die Erhaltung der katholischen' deutschen Männerwelt in den einzig wahren Grundsätzen der katholischen Religion, Pflege der guten deutschen Sitten und Gebräuche, Heranbildung der Häupter zukünftiger glücklicher christlicher Familien, Begeisterung für alles Höhere, Edle und Bildende. Die anderen Festredner waren Rev. P. Bonifacius, C. P., C. A. Mehrbach und Johann P. Ben nard. Die productivste OelquelleimStaate. Hanf ord City, Ind., 13. Okt. Die Quelle No. 2 auf der Joseph Futrell Farm in Washington Tp. ist die productivste, welche während der letzten Jahre , in der Oel-Regivn des Staates angebohrt worden ist, Während der letzten 2 Wochen producirte dieselbe 5000 Fässer im Werthe von $5950. Hiervon erhielt der Eigenthümer des Landes Vsi Antheil, also S991.66 und die Oelgesellschaft $4,. 958.31. Die Quelle liefert im Durchschnitt 357 1J7 Fässer den Tag. Cisternen die lecken, gereinigt und cementirt, $1.50. Frank C. Buttz, Jndiana und Capital Avenues. Beide Telephons 1791.

AuS den Gerichtshöfen.

Fehlgeschlagene Ehen. Lizzie L. Brauberg verklagte ihren Gatten Wilhelm, mit welchem sie sich vor sieben Jahren verheirathete, auf Scheidung. Derselbe hatte sie angebgeblich in brutaler Weise behandelt und nicht für sie gesorgt. Frank Colombo erhob in seine? gegen seine Gattin Olive eingereichten Scheidungsklage den Vormurf der Treulosig' keit und der lieblosen Behandlung. Das Ehepaar hatte früher in Rutland gewohnt. Im Jahre 1900 siedelte - er zunächst allein nach hier über. Verfchiedentlich forderte er sie auf, hierher zu kommen, allein sie weigerte sich be ständig und hat sich denn auch bis j?tzt noch nicht hier eingefunden. Jda O. Hay giebt !n ihrer Scheidungsklage gegen ihren Gatten Henry als Gründe böswilliges Verlassen und Pflichtvernachlässigung an. Das Paar vermählte sich im August 1901 und einen Monat später verduftete Henry nach unbekannten Regionen. Dem Thomas R. Johnson brannte seine Gattin Mary vor einigen Jahren durch, und da er das Leben eines Strohwittwers satt hat, so möchte er gern von ihr geschieden sein. Grausamkeit, brutale Behandlung und Treulosigkeit waren die Gründe, welche Frau Samantha E. Richards in ihrer Scheidungsklage gegen ihren Gatten W. A. Richards angiebt. Mildred A. Stultz, welche ebenfalls eine Klage auf Scheidung gegen ihren Gatten John eingereicht hat, giebt als Grund Pflichtvernachlässigung an. Einhaltsbefehl gegen die Besitzer des Lorraine Hotels erledigt DieLndianapolis Light & Power Co. reichte' gestern gegen Wm. Beck. den Besitzer d:s Lorraine Hotels, eine Klage ein, in welcher sie um Erlaß eines Einhaltsbefehls' gegen 'denselben nachsucht, wodurch derselbe verhindert werden soll, mit der Merchants Heat & Light Co. einen Contrat betreffs Lieferung der Beleuchtung abzuschließen. Die Kläger vrhaupten, daß ihnen laut eines mit Beck abgeschlossenen ContracteS die Lieferung der Beleuchtung für das Hotel noch bis zum 14. August 1907 zukommt., Beck soll jedoch vor einigen Tagen erklärt haben, 'oaß er die geschäftliche Verbindung mit den Klägern aufzugeben wünscht. Die MerchantS Heat ck Light Co. ist mitverklagt. E i n A l m o s e n. Dem Farmer Austin Russell von Trabers' Point, welcher seinenNachbarn Thomas Walton wegen ungrechtfertigter Verhaftung auf S3000 verklagt hatte, wurde von Richter McMafter's Geschworenen $75 Ersatz zugesprochen. Damit kann er noch kaum seine Advokaten bezahlen. B a n k e r o tt. Ihren freiwilligen Bankerott weldeten im Bundesgerichte an: Wm. H. Lusby, Weichensteller von Ost Chicogo, Activa S317.80, Passiva S410; Wm. Franz von Oft Chicago, Arbeiter, Activa $489.50. Passiva $648.83; Jacob H. Carter von Frankfort, Activa 5600, Passiva S3010.6; Joseph W. Kyle von Frankfort, Activa S7425, Passiva $12,707; Andrew Sprague, Landbriefträger von Osceola, Activa $613, Passiva $806.50. Plötzlich abberufen. Beim Lesen der Zeitung auf der Veranda seines Wohnhauses in No. 213 Nord Capital Avenue wurde der 63-jährige William Nicks plötzlich vom Tode dahingerafft. Er hatte über Herzkrämpfe geklagt gehabt, und wurde sein Tod unzweifelhaft ' hierdurch herbeigeführt. . Die Jndpls. & Northwestern Traction Co." hat ihr Actien Capital auf $3,000,000 , erhöht. ' Dasselbe besteht jetzt aus 4500 bevorzugten und 25.000 gewöhnlichen Actien. ' John Weber's Wirthschaft, No. 764 West North Str. -

Nachrichten aus Jndiana.

Selbstmord unter sensationellen Umständen. Mario n. Frau Estella Espiche, welche sich mit ihrem Gatten Wm. Espiche auf der Hochzeitsreise besindet, und vor einigen Tagen von Redwood Falls, Minn. hier anlangte, versuchte am Montag sich vermittelst Strychnin aus dem .Leben, zu schaffen. Am Samstag hatte sie einer Vorstellung der Flaming Arrow Co." beigewohnt und bei der Gelegenheit sich dermaßen in den Schauspieler Horace Weston, welcher in dem Stück die Rolle des Jerry" inne hat verliebt, daß sie sich soweit vergaß und ihn brieflich' zu einem Stelldichein am Sonntag Abend einlud. Weston, welcher der Ansicht war, daß seine Verehrerin unverheirathet war, fand sich zur rechten Zeit im Hotel ein. Das Rendezvous wurde jedoch in schnöder Weise durch die Dazwischenkunft des Gatten gestört. Es kam zu einer Scene, in deren Ver lauf die liebestolle Frau erklärte, daß sie Weston liebe und mit' ihm durchzubrennen beabsichtige. Dieser aber hatte mittlerweile schon seinenAbgang bemerkstelligt. Für die junge Frau aber hatte das Leben seinen Reiz verloren und sie griff zum Giftbecher. Sie wird schwerlich mit dem Leben davonkommen. Diebischer Expreß-Bea m t e r v e r u r t h e i l t. B r a z i l. Im Kreisgericht bekannte sich Lawrence S. McKee, ein ehemaliger Angestellter der AdamS Expreß Co.- schuldig, $1500, welche derselben zur Beförderung von dem St. Louis Unterschatzamt an die hiesige Riddle National Bank übergeben worden waren, unterschlagen zu haben. McKee war der Bahnclerk der Gesell, schaft auf der Vandalia Bahn zwischen St. Louis, und . Indianapolis. . n Terre Haute war ihm das Geldpacket, welches für ihn so verhängnißvoll wer den sollte, übergeben. worden. Vincennes .Straßenbahn System verkauft. V i n c e n n e s. B. G. Hudant von Terre Haute, Präsident und Haupt - Eigenthümer des . VincenneS Straßenbahn-Systems hat da Eigenthum derselben für $100,000 an E. M. Dean & Co. von Grand RapidS verkauft. ES heißt, daß dieselben für Verbesserungen und Ausdehnung des Systems $150.000' ausgeben wollen. Ein UkaS des Commandeurs des Jeffersonv i l l e D e p o t S. Jefferfonvill e. General Sam R. Jones, der Commandeur des Regierungsdepots zu Jefferfonville, hattelbetreffs derAusstellung vonPäffen an die daselbst beschäftigten Nähterinnen eine Ordre, die viel Staub aufwir belte,' erlassen, aber, da sie im Interesse aller Betheiligten erlassen war, durch General Quartiermeister Humphrey aufrechterhalten worden ist. Ueber zwei Tausend Frauen sind bereit, diese Arbeiten zu übernehmen, aber selten ist Beschäftigung für mehr als sechshundert vorhanden. Kürzlich nun kam Jones zu der 5m sicht daß Frauen von Soldaten, die ohnehin große Pensionen ziehen, nicht zu berücksichtigen seien, gegenüber Wittwen, Müttern und unverheiratheten Waisen. Der spezielle Fall war der von Frau W. I. Wiedman aus Jeffer sonville, der als Kriegs-Jnvalid $40 per Monat bezieht. Die Frau besaß den Berechtigungsschein zu der Näharbeit, den JoneS jedoch zu erneuern sich weigerte. Wiedman wandte sich darauf nicht allein nach Washington, sondern 'auch' an den Jeffersonviller Posten der (3. A. R. Wie gesagt, hielt der General Quartiermeister Humphrey Jones' Ordre aufrecht. Von siebenhundert Frauen, die auf der Liste der Wählbaren stehen,' ist jetzt höchstens Arbeit für fünfhundert. Das läßt Jones'. Auffassung .noch wesentlich berechtigter erscheinen, als sie eS ohnehinist. v ' !

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