Indiana Tribüne, Volume 27, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1903 — Page 6
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Jttdiana Tribüne, 12. Oktober 1903.
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Europäische Nachrichten.
JfXovUxj Sachsen. Magdeburg. Das Zucker-Ex-Port-und Commissions - Geschäft von Hauswaldt, Strauß & Morgenstern feierte das Jubiläum seines 23jährigen Bestehens. Das Leinen- und Wäschegeschäft von Max Frank, Breiteweg 11, Inhaber Max Frank, feierte das Jubiläum seines 25jährigen 2k stehens. Das Geschäft, aus kleinen Anfängen hervorgegangen, zählt jetzt zu den angesehensten dieser Branche am hiesigen Platze. B ö r n e ck e. Arbeiter Schneider gerieth mit seinerFrau in einen Streit, der in Thätlichkeiten überging. Auf das Jammergeschrei der geschlagenen Frau eilten die- Arbeiter Täger, Vater und Sohn, herbei, um der Frau zu Hilfe zu kommen. Schneider zog sein dolchartiges Taschenmesser und versetz--te dem jungen Täger einen derartigen Stich in den Hals, daß der Getroffene nach kurzer Zeit an Verblutung starb. Dem älteren Täger versetzte Schneider Stiche ins Auge und in die Brust und brachte ihm dadurch lebensgefährVerletzungen bei. Der Mörder fluch tete, wurde aber ergriffen und von Gendarmen und Schutzleuten gefesselt nach Egeln gebracht. Gerbstädt. Gutsbesitzer Friedrich Saalbach feierte mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Göttlin. Das vierjährige einm Kind des Vauerngutsbesitzers Max Ebel kam in der Küche beim Spielen mit einem Hunde enem Gefaß mit kochendem Wasser zu nahe und stürzte in dieses hinein. Die Verletzungcn waren so schwere, daß es starb. H a l b e r st a d t. Arbeiter Bendler stürzte auf dem Burchhardikloster in eine Vertiefung und fand hierbei seinen Tcd. Halle. In einem hiesigen Hotel erschoß sich der Prokurist Hesse aus Naumturg, der wegen großer Veruntreuungen bei einer dortigen Firma steckbrieflich verfolgt wurde. Meyendorf. Auf dem hiesigen Gute verunglückte der seit vier Jahren dortselbst beschäftigte Arbeiter Lorenz Kalis. Er wollte mit einem Gespann Getreide vom sogenannten Sauerberge nach der Dreschmaschine fahren. Nach einem Signal der Maschine hatte diese Bedarf, und um schnell anwesend zu sein, fetzte sich Kalis auf das Fuder und fuhr in schneller Gangart. Unglücklicherweise passirte dasGefährt eine starke Furche, so daß der Führer durch einen starken Ruck herunterstürzte und überfahren wurde. O p p i n. Als der auf dem Nagel'schen Gute beschäftigte Arbeiter Franz Kriegck beim Einfahren von Getreide auf dem Felde von einem hoch geladenen Fuder herunterrutschte, drang ihm der Stiel einer an dem Wagen lehnenden Reichgabel in den Unterleib. Silstedt. Von einer einstürzenden Wand wurde in der Lehm- und Kiesgrube der Landwirth Karl Mänz erschlugen. Auch sein Sohn wurde verletzt. Provinz Kannover. Hannover. Gelegentlich seines 50jährigen Doktor - Jubiläums wurde dem Dr. Phil. Fenkhausen Hierselbst von der Universität Rostock ein Ehrendiplom nebst einem Glllckwunschschreiben übersandt. Auch sonst gingen dem Jubilar mannigfache Ehrungen zu. Unterofficier Brand von der 2. Compagnie des hiesigen Trainbataillons erschoß die 20jährige Ehefrau des Trompetersergeanten Nitsche von demselben Bataillon, mit welcher er in unerlaubtem Verkehr gestanden hatte, und dann sich selbst. B e n n i g s e n. Ein Kind des hiesigen Zimmermeisters Kaiser war mit einem Beile an der Hand verletzt worden; als man kurz darauf ärztliche Hilfe in Anspruch nahm, war es bereits zu spät. Das Kind starb an kaltem Brande. Harburg. Auf dem Neubau Hohlweg 45, der bereits soweit hergestellt ist. daß er gerichtet werden sollte, verunglückte der Maurer Karl Meyer aus Nönneburg. Als er innen bei der Giebelwand beschäftigt war, verlor er das Gleichgewicht und stürzte etwa IOYj Meter tief in den Hofraum hinab, wo er besinnungslos liegen blieb. Er starb im Krankenhause. o l t e. Hier wurden die Leichen eines anscheinend aus Bremen nach hier gereisten Ehepaares aus dem Wasser des Tiefs gezogen. Nach aufgefundenen Notizen sind die Todten der Schneider I. Huismann aus Bremen und seine Frau, geborene E. Hänser. Vorgefunden wurde eine noch gehende goldene Uhr, sowie 140 Mark in Gold. Vorher sind die Leute an verschiedenen Stellen im Orte gesehen worden. Was die beiden in den Tod getrieben, ist nicht zu ermitteln gewesen. Lindau. Von einem Bullen aufgespießt wurde der Tischler Karl Wand. Die Verwundungen, welche das wüthende Thier ihm beibrachte, waren so schwer, daß Wand kurze Zeit darauf verstarb. Mehrere andere Personen sind von dem Bullen schwer verletzt worden. M ü n d e n. Die Sekundaner Tribian und Goetsch von hier hantirten mit einem Revolver. Hierbei entlud sich die Waffe und das Projektil drang dem Goetsch unter dem 'Herzen in die j Brust. Schwerverletzt wurde der Be-
troffene durch die Sanitätscolonne in das Krankenhaus geschafft. Osnabrück. Oberbürgermeister a. D. Sczepansky hat die Redaktion der nationalliberalen "Osnabrücker Zeitung", die in Zukunft parteilos redigirt wird, niedergelegt. Osterholz-Scharmbeck. Das Zimpirnsche Haus ging in Flammen auf. Es konnte nichts gerettet werden. Peine. Das 1 1/2 Jahre alte Kind des Arbeiters Bauer fiel aus einem Fenster der zweiten Etage und erhielt so schwere Verletzungen, daß es starb. Stade. Auf dem hiesigen BahnHof wurde der 37jährige Rangirer Diedrich Knabbe von hier durch einen Güterwagen überfahren und getödtet. Wendenborstel. Ein größeres Schadenfeuer entstand in unserm Ort dadurch, daß bei dem vom Anbauer Heidemann vorgenommenen Sprengen eines Feldsteins mit Pulver bei heftigern Winde brennende Stoffe auf das nahe Strohdach des Heidemannschen Wohnhauses flogen und dieses sofort in Brand setzten. Durch Flugfeuer übertrug sich der Brand auch auf das Blumesche Wohnhaus. Beide Wohnhäuser und die dazu gehörigen Stallungen brannten nieder. Provinz Westfalen Anzhausen. Der auf der hiesigen Dynamitfabrik beschäftigte Arbeiter Wagener fand durch Einathmung giftiger Gase seinen Tod. Dortmund. Maurergeselle Forst von Brüninghausen wurde hier von einem Straßenbahnwagen überfahren und getödtet. Herne. Eine Feuersbrunst zerstörte das Dampfsägewerk Schlickhoff sen. vollständig. Herford. Der hier zu Besuch weilende, 39 Jahre alte Gymnasialoberlehrer Fritz Meier aus Burgsteinfurt erschoß sich in der Wohnung seines zukünftigen Schwagers, des Gerichtssekretärs Budde, unter den Linden, aus bisher unbekannten Gründen. Die Braut weilte ebenfalls zu Besuch hier, es sollte in Kürze die Hochzeit stattfinden. Hüsten. Der hiesige LandwehrKriegerverein feierte das Jubelfest des 50iährigen Bestehens. Letmathe. Der 21jährige Eisenbahnschlosser Hassenpflug wurde in der Dechenhöhle durch elektrischen Strom getödtet. Paderborn. Dem Dompropste Prälaten Wigger, der sein goldenes Priesterjubiläum feierte, wurde durch eine Abordnung der städtischen Collegien, bestehend aus Bürgermeister Plaßmann, Rathsherr Pape, Stadtverordnetenvorsteher Büllers und Stadtverordneter Mündelein, feierlich der Ehrenbürgerbrief der hiesigen Stadt übergeben. Werl. In aller Stille feierte Domküster Gembris von hier sein 50jähriges Dienstjubiläum. Das Domkapitel ehrte die langjährigen und treuen Dienste des Jubilars durch ein Glückwunschschreiben, dem ein Prachtvolles Geschenk beigelegt war. Auch seitens der Verwaltung des hiesigen Soolbades und des Mariannen-Hospitals, in welchem der Jubilar seit längeren Jahren ein gern gesehener Kurgast ist, wurden dem alten verehrten Herrn besondere Ovationen dargebracht. Wetter. Das 5jährige Söhnchen des Schweißmeisters Schmidt kletterte an der Post auf das Geländer der Bahnüberführung, verlor hierbei aber das Gleichgewicht, stürzte auf einen Wagen des in der Ausfahrt begrifftnen Personenzuges nach Hagen und machte so die Fahrt nach Herdecke mit. Hier wurde der Kleine von dem Dache geholt, wobei es sich herausstellte, daß er lebensgefährliche Verletzungen erlitten hatte. Er wurde nach hier in das Krankenhaus transportirt. Die Aerzte vermochten ihn indeß nicht am Leben zu erhalten. Er starb bald nach seiner Einlieferung. Rheinprovinz. Aachen. Dem Strafanstaltlehrer a. D. Karl Wiertz wurde der Kronenorden 4. Klasse und dem Lehrer Wilhelm Hirtz der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen. Elberfeld. Ein anscheinend dem Arbeiterstande angehöriger Mann Namens Ditmar erschoß sich in einem Hause an der Berlinerstraße. Was den Lebensmüden in den Tod getrieben hat, ist nicht bekannt. Essen. Schlossermeister Barowsky kehrte mit seiner Schwester und seinem Schwager von Altenessen zurück, als er in der Pferdebahnstraße ohne jeden Anlaß von drei Burschen angerempelt wurde. Es entstand ein Wortwechsel, in dessen Verlauf einer der Burschen ein Messer zog, während ein anderer einen Revolver auf den Schlosser richtete mit den Worten: "Paß auf: Ich schieße!" In demselben Augenblick krachte auch schon der Schuß, und Barowsky sank todt zusammen; die Burschen suchten das Weite. Zwei Personen, die an der Affaire betheiligt waren, wurden verhaftet; leider scheint der eigentliche Thäter entkommen zu sein. Goch. Chordirektor Thielen, welcher kürzlich sein 50jähriges Jubiläum als Organist feierte, wurde zum Musikdirektor ernannt. Mitteldeutsche Staaten Braunschweig. Der seit dem 1. April 1878. am hiesigen Lehrerseminar angestellte Seminaroberlehrer
Bosse, der bereits seit längerer Zeit wegen Krankheit beurlaubt ist, tritt auf seinen Antrag zum 1. October in den Ruhestand. Bosse war vorher und zwar seit 1. Januar 1872 am preuß. Lehrerseminar in Osterburg als Se minarhilfslehrer angestellt. Gößnitz. Maurermeister Schuhmacher von hier betrat das Haus des Wagenbauers Kiesling, um wegen einer vorzimehmenden baulichen Veränderung die unteren Räume zu besichtigen. Zu diesem Zwecke betrat er auch die Werkstätte, unter der sich der Keller befindet, letzterer ist durch eine Fallthür verschlossen. Da er diese übersah, stürzte er die Stufen hinab und zog sich dabei einen schweren Schädelbruch zu, der seinen Tod zur Folge hatte. Greene. Die 9jährige Tochter des Maurers Denecke hier hatte sich infolge Verschluckens von Kirschenkernen Darmverschlingung zugezogen. Nach furchtbaren Schmerzen ist das Kind gestorben. H e ck l i n g e n. Straßenarbeiter Chr. Thiemann hier wurde todt aufgefunden. Seit kurzer Zeit war er verschwunden, nun wurde er vom Todtengräber auf dem Kirchhofe an einem Baume hängend gefunden. Was den 70 Jahre alten Mann zu dem unseligen Schritte getrieben hat, ist unerilärlich. K a h l a. Beim Baden ertrank der 20jährige Porzellanmacher Schulze. Er wollte die Saale durchschwimmen. versank aber in der Mitte des Flusses. Melverode. Der Knabe Willi Koch spielte unter der großväterlichen Windmühle. Dabei kam er den Flügeln zu nahe; diese nahmen ihn mit in die Höhe. Schwer verletzt fiel der Knabe herab und erlag bald darauf seinen Verletzungen. O ß m a r i tz. Bei einem Gewitter, das sich hier entlud, tödtete der Blitz die 25jährige Ehefrau des Landwirths Valentin und betäubte dessen Vater ; ein dabeistehendes Kind blieb unverletzt. Das Gewitter war von HagelNiederschlägen begleitet, das in den Fluren mehrerer Nachbarorte großen Schaden anrichtete. Stadtoldendorf. Das 1 Jahre alte Söhnchen des Kutschers Heinrich Kohlmeyer hier, wohnhaft In der Heißenstraße, ertrank in einer dort auf dem Hofe aufgestellten Tonne, in welcher Regenwasser gesammelt wird. Die Tonne, die ca. y2 Meter hoch ist, war kaum zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Allem Anscheine nach hat das Kind beim Schauen in die Tonne das Gleichgewicht verloren.
15 tn wohlhabender anvwirth der Züricher Gemeinde Elsau Namens Bllchi gab seinen dreizehn Dreschern verdorbenes Fleisch zu essen, das er vierzehn Tage vorher eingekauft hatte. Elf der dreizehn Arbeiter erkrankten nach dem Genuß des Fleisches, einer schwebte in Lebensgefahr und ein anderer klagt noch nach drei Monaten über Schmerzen. Büchi wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung vom Bezirksgericht Winterthur zu drei Tagen Gefängniß und 150 Fr. Buße, seine Schwester, die das verdorbene Fleisch gisotten hatte, zu 150 Fr. Buße verurtheilt. Die Beiden legten Berufung ein; jedoch das Obergericht bestätigte die Freiheitsstrafe und setzte, da die Staatsanwaltschaft der Berufung sich angeschlossen hatte und eine schärfere Bestrafung verlangte, die Buße Büchi's auf 300 Fr. hinauf. Einer der Geschädigten erhält 650 Fr. Entschädigung, einige andere erhalten kleinere Beträge. A m städtischen Schlachtund Viehhof in Frankfurt a. M. wurden kürzlich vier Leichen geländer, Mann und Frau und zwei Kinder. -Die sämmtlichen vier Leichen waren, die Gesichter gegeneinander, zu einem Bündel zusammengeschnürt; sie hatten einen festen Jutestrick um die Hälse. Vater und A!utter hatten je ein Kind auf dem Arm, das nochmals mit dem Strick festgebunden war. Es ist ermittelt worden, daß es sich um eineFamilie Kefer aus Eckenheim handelt. Der Mann war Küfer, die Frau sollte eine längere Efängnißstrase antreten, die ihr wegen Mißhandlung der Kinder Stiefkinder zuerkannt worden war. Die ZUnder waren behördlicherseits in andere Pflege geg:ben worden, die Frau hatte es aber zu Wege gebracht, daß die Familie, bei der die Kinder untergebracht waren, ihr die Kinder auf einige Stunden wieder überließ. Darauf hatte sie dann in Gemeinschaft mit ihremMann und den Kindern den Tod im Main gesucht und gefunden. Kefer stand schon seit langer Zeit in Arbeit bei der Firma A. Rackles in Bornheim und wird von seinem Arbeitgeber als ein sehr braver und solider Arbeiter geschildert. Seine Frau dagegen soll früher unter Controlle gestanden haben und schon verschiedene Male wegen Diebstahls zu Gesängnißstrafen verurtheilt worden sein. Vergeßlich. Der HausHerr: Warum sind Sie denn für morj gen vor Gericht geladen? Der Portier: Weil ich dem Portier von nebenan ein paar Rosen an den Kopf geworsen habe. Der Hausherr: Wem wollen Sie das weiß machen? Rosen schlagen doch kein Loch in einen Kopf. Der Portier: Ja, ich vergaß die Rosen vorher aus dem Blumentopf herauszuneh-imen!
Ein Ctolkamerikaner und Jdealis mus. Professor Harry Thurston Peck ist ein Vollblut-Yankee aus Connecticut; er hat alte und neue Sprachen hier zu Lande und in Berlin studirt, Vorzügliches über seine philologische Fachwissenschaft geschrieben und ist einer der geachtetsten Vrofessoren an der Columbia - Universität in New York. Bei der kürzlichen Eröffnung des neuen Semesters an dieser Universität hatte er die Eröffnungsrede zu halten, in welcher er besonders auch folgendes sagte: Wenn man neun aus zehn Amerikanorn fraat. wodurch sich ihr Vaterland am meisten auszeichne, so werden sie antworten: durch den schöpferischen Geist der Bevölkerung. Aber nichts ist falscher als diese Antwort. Wir beHäupten, daß Robert Fulton das Dampfschiff. Professor Morse den elekirischen Telegrav5)en und-Edison das elektrische Li'ckt erfunden hab?, während in Wirklichkeit diese Erfindungen in Amerika nur verbessert worden sind. Eingeborene Amerikaner haben nur auf dem Gebiete der politischen Wissenschczften und der Rechtswissenschaft Hervorragendes geleistet, aber auf keinem anderen Felde. In unserer ewigen Hast sind wir nur auf die äugenblicklichen Bedürfnisse bedacht und wir bauen nicht für alle Zeiten. Der Amerikaner bat den Kopf voll von Plänen, aber keine originellen Gedanken; er besikt Intelligenz, jedoch wenig Wahrheit; öhrgeiz, aber keine Ideale. Desb,alb sind seine Leistungen Stückwerk. Nothbehelf. Er hat Erfinder-, jedoch keinen Sckövfer-Geist und wird eine führende Stello in der wissenschaftlichen Welt erst einnehmen, wenn durch zweckmäßige Erziehung seine Einbildungskraft geweckt wird." Die von Professor Peck verlangte Erziehung zum Idealen stellt sich allmählick besonders in den großenthcils aus Einaeöorenen bestehenden deutschen Abtheilungen und Vereinen" amerikanischer Universitäten ein, so an der Chicago - Evanstoner NordwestUniversität, an der Universität Chicago, der Universität von Pennsylvanien u. s. w.
Frauenficg in KansaS. Nach den bisherigen Bestimmungen über öffentliche Schulen in den einzelnen Schulbezirken von Kansas war es Lehrerinnen verboten, während der Amtszeit, für welche sie angestellt sind, Herrenbesuche zu empfangen. Auch war vorgeschrieben, daß der Lehrerin, welche während ihrer Amtszeit heirathet, ein Gehaltsabzug gemachr werden soll. Bei Schulwahlen haben in Kansas Frauen und Jungfrauen das Stimmrecht, also namentlich bei der Wahl von Schulräthen, die dort in dero einzelnen Schulbezirken direkt von den Wählern vorgenommen wird. Gewöhnlich zeigen sich bei solchen Schulwahlen die weiblichen Stimmgeber lässig. Ganz anders aber war es bei den kürzlich dort erfolgten neuesten Schulwahlen. Da fanden sich in allen Schulbezirken Stimmgeberinnen zu allgemeiner Ueberraschung massenhaft ein. Offenbar geschah dies auf Grund allgemeiner, sich über den ganzen Staat erstreckender mündlicher und schriftlicher Verabredungen. Und nichts drang während des Wahlkampfes von diesen Verabredungen in die Öffentlichkeit, wie ja überhaupt die Ansicht, daß Frauen ein Geheimniß eher, verrathen als Männer, grundfalsch ist; denn" es giebt unter den Männern mehr Plaudertaschen und Klatschbasen als unter den Frauen. Fast in sämmtlichen Schulbezirken desStaates siegten nun bei diesen neuesten Wahlen die Frauen, indem entweder direkt Frauen oder solche Männer, die sich in der Stille auf das FrauenProgramm verpflichtet hatten, zuSchulräthen gewählt wurden. Worin besteht aber dieses Frauenprogramm? Einfach darin, daß keiner Lehrerin mehr die im Eingange unseres Artikels erwähnten Beschränkungen auferlegt werden dürfen. Männliche Verwandte waren von den Frauen unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit für das Programm gewonnen worden. Und so erhielten die auf diesem fußenden Schulrathskandidaten auch nicht wenige männliche Stimmen. Die Lehrerinnen der öffentlichen Schulen in Kansas können sich also fortan nach Herzenslust den Hof machcn lassen; und wenn sie hcirathen. brauchen sie keinen Gehaltsäbzug zu befürchten. Das ist die Bedeutung des dortigen Frauensieqs. ue o e r d e n bei ei Mungar im Kampfe mit den Berbern getödteten französischen Hauptmann Vauchez schreibt ein ehemaliger Fremdenlegionär: Hauptmann Vauchez befehligte die 22. Kompagnie des 2. Regiments der Fremdenlegion! Ich stand in Tongking unter seinem Befehle. Er war der tüchtigste Offizier, den ich je gekannt habe, dazu ein Freund der Deutschen, und was selten bei einem französischen Offizier vorkommt, er übte Gerechtigkeit bis ins kleinste. Am Rothen Fluß, wo unsere Kompagnie lag und wo bekanntlich sehr viel Fieber herrscht, waren Sterbefälle an der Tagesordnung. Kein Deutscher wurde dz ins Grab gesenkt, ohne daß Hauptmann Vauchez eine kleine Rede in unserer Muttersprache gehalten hätte. Ehre seinem Andenken!"
ZOvM AUSlllU.
Der Sonderzug, in chem der König von England j. vn Wien nach Koburg fuhr, ist, Nürnberger Blätter berichten, in vouc. , Fahrt nicht weit von Nürnberg durch die Nothbremse zum Stehen gebracht worden. Der König wollte Kaffee trinken. Da sich der Mohr, der ihm diesen zu bereiten pflegt, jedoch in einem Wagen befand, der mit den anderen durch keinen Uebergang verbunden war, mußte der Zug wegen eines Mohren und einer Tasse Kaffee auf freier Strecke halten. Hin die Wanderung des Aales in der Ostsee zu erforschen, hat der finnländische Fischereiverein eine große Zahl mit Merkzeichen verfehener Aale an den verschiedensten Stellen der finnländischen Küste ausgesetzt. Die Merkzeichen bestehen aus einer rothgelben seidenen Schnur, die durch die Flosse genäht und an den Enden mit Knoten versehen worden ist. Die Stelle, wo sich die Seidenschnur befindet, ist je nach dem Ort. wo der Aal freigelassen wird, verschieden. Die Bemühungen des genannten Vereins können natürlich nur dann auf Erfolg rechnen, wenn sie bei der ganzen Bevölkerung der Ostseeküste Unterstützung finden, und es sind Schritte gethan, die Strandbewohner der verschiedensten Gegenden der Ostsee für die Forschung einzunehmen. Wie der Pariser Fig a r o" mittheilt, ist der Dichter Maeterlinck ein eifriger Anhänger des Automobilsports, und er spricht davon sehr viel lieber als von Poesie und Philosophie. Dieser Tage beging er eine Unvorsichtigkeit, die ihm hätte theuer zu stehen kommen können. Während er nämlich im Reiche der Kunst seine Schöpfungen in poetische Schleier zu hüllen liebt, sieht er im wirklichen Leben und besonders in Dingen der Mechanik gern möglichst klar. In diesem Bestreben geht er so weit, daß er, um sich von dem tadellosen Funktioniren seines Automobils zu überzeugen, sich daran machte, sein Inneres mit einer angezündeten Kerze zu untersuchen. Es erfolgte eine Explosion, bei der der Dichter von Monna Vanna" beinahe seine Augen verloren hätte. Glücklicherweise kam er aber noch mit dem bloßen Schreck davon. DerbebrillteHund, s o schreibt man aus Paris, dürfte zu den bleibenden Errungenschaften gehören, die wir dem Automobilsport verdanken. Es ist fast immer ein Pudel, da dieser am gelehrigsten und durch seine starke Behaarung am wirksamsten gegen Wind und Luftzug ceschützt ist. Der Pudel weiß auch genau, worum es sich handelt. Er sitzt keck und selbstbewußt neben dem Falzrer, ist offenbar von der Wichtigkeit seines Amtes überzeugt, richtet die Nase nach dem Wind, schaut nach allen Seiten aus, als habe er den Wagen zu lenken. Die große, mit Windklappen versehene Brille, ganz wie diejenige feines Fahrers, trägt er mit voller Ueberzeugung. Offenbar hat er deren Nothwendigkeit oder Zweckdienlichkeit vom ersten Augenblick an begr'ffen. Auf das Bellen aber hat er verzichtet, da dieses auf Kraftwagen, besonders beim Fahren, ja doch ein fruchtloser Versuch ist, um sich vernehmlich zu machen. Der alteSchloßkellerve t e r a n, das 100 Eimer oder 300 Hektoliter haltende Weinfaß, das feit dem Jahre 1672 im Schloßkeller zu Neckarsulm lagert und bis zum Jahre 1900 von dortigen Weingärtnerverein zur theilweisen Aufbewahrung seiner Erzeugnisse diente, ist für seinen Zweck unbrauchbar geworden und wird verkauft. Das Riesenfaß, anfänglich in Holz, dann im Jahre 1762 in Eisen gebunden, hat einen Durchmesser von 12 und eine Länge von 15 Fuß. Die Dauben in ungemein starke Lager eingefügt sind 6 Zoll dick. Das Monstrum hat 19 Stück eiserne Reife, die zusammen V Tonnen wiegen. Auf dem vorderen Boden des Fasses befindet sich die Inschrift: Voll im Herbst mit gutem Wein Möcht' ich alle Jahre sein." Als Ersatz für den ausrangirten Veteranen, der während seiner gewiß langjährigen" Dienstzeit manch' köstlichen Tropfen verwahrte, wird demnächst ein gleich großes Faß aufgestellt werden. I n dem Dorfe Stige. Gemeinde Jndal in Nordschweden, ist vor einigen Tagen von dem Bauernsöhn I. A. Norman ein großer und äußerst interessanter Münzenfund gemacht worden. Es sind allein etwa 8000 Silbermünzen an's Licht gefördert. Eine große Zahl der Münzen ist altenglischen Ursprungs und stammt aus der zweiten Hälfte des 9. JahrHunderts, manche sind in späterer Zeit hergestellt worden. Ferner fand man byzantinische Münzen aus dem Mittelalter, ferner Stücke aus den Regierungsjahren der deutschrömischen Kaiser Otto I.. II. und III. von 936 bis 1002. Außerdem enthält der Fund noch eine große Anzahl Münzen des alten römischen Reiches, Münzen arabischen Ursprungs, Stücke mit gothischen und anglosächsischen Runenzeichen, viereckige Exemplare, die durch die vollendete Ausführung auf das alte Iran oder Hindostan hinweisen u. f. w. Endlich finden sich Stangen und Platten, von denen augenscheinlich als Zahlungsmittel geltende Stücke abgehauen worden sind, sowie die entsprechenden losen Stücke.
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