Indiana Tribüne, Volume 27, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1903 — Page 4

Jndlana Tribüne, 12, Oktober 1903.

n

jndiana Tribüne. HerauSzekedtn von der uttnderg S. Indianapolis, Ind.

Karry O. Thndinm Präsident. GeschaftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269, niere 1 at the Post Office of Indianipolis as second dass matter. Schutz privater Gelvanlagen. Die trüben Erfahrungen, die deutsche Kapitalisten früher mit auswärtigen Anleihen, in den letzten Jahren der Kri siZ aber auch mit vielen Unternehmung gen imJnlande gemacht haben, sind der rapiden Entwickelung eines sprzirll zum Schutze des Kapitals anlegenden Pub likumS gewidmeten Instituts zu Hilf gekommen. Erst im Jahre 1890 ist in Deutschland eine Aktiengesellschaft ge gründet worden, die, wie das englisch Gouncil of Foreign Bondholders", die Vertretung der inländischen Gläubiger gegenüber ausländischen, ihren über nommenen Verpflichtungen nicht prompt nachkommenden Regierungen, Kommu nen und Gesellschaften regelmäßig über nehmen sol.te. Hervarragende Berli ner Banken waren an dieser Gründung detheiligt. für die sofort 5 Mill. Mark einbezahlt wurden. Allgemeines Ver trauen erwarb sich diese Treuhandge sellschaft besonders durch ihr Auftreten zu Gunsten deutscher Aktionäre gegen über der KansaS City Terminal Con struction Co." im Jahre 1896, bei VerHandlungen mit den North Pacisic" Central Pacific Railway CompanieS" 1897, bei der Sanierung der äußeren Schuld der Provinz Buenos Aires 1893 und durch ihre Führung der Sekretariatsgefchäfte für die Schutzvereinigung türkischer Gläubiger 1902 und 1903. Als aber im Jahre 1900 die Wirthschaftliche Krisis über Deutschland her einbrach, fand diese zunächst für aus ländische Anlagen geplante Institution reichlich Gelegenheit, auch im Jnlande nothleidenden Gesellschaften gegenüber die Rechte der Gläubiger wahrzuneh nehmen. Erleichtert wurde ihr diese Thätigkeit durch ein am 4. Dezember 1899 erlassenes Reichsgesetz betreffend die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen, das den Gläubigerversammlungen daS Recht gab, bindende Beschlüsse zu fassen und einen gemeinsamen Vertreter zu bestel len. Indem die Treuhandgesellschaft eS als ihre vornehmste Aufgabe ansah, der Aufrechterhaltung von Treu und Glauben in kritischen Zeiten zu dienen, und ihre technisch geschulten Kräfte zu diesem Zwecke bereit hielt, konnte sie sehr bald das unbedingte Vertrauen des Publikums erwerben und mit anerkannter Autorität auftreten. Auf der einen Seite wurde sie als Anwalt der Gläubiger für gefährdete Kapitalsinteressen angerufen; auf der anderen Seite konnte sie als Vertrauensstelle dienen, wenn geschäftliche Unterneh. mungen, ohne ihre Geheimnisse preis zugeben, den Nachweis liefern wollten, daß gegen sie in Umlauf gesetzte böse Gerüchte unbegründet seien. Da eS in Deutschland einem Jnsti tute of Chartered Accountants in Eng land and Wales" entsprechende nicht gibt, so eröffnete sich für die Treuhand gesellschaft auch die Möglichkeit, diese Lücke mit ihrer Organisation und ih rem Personal zu ergänzen und als tech nische Revisionsinstanz komplizirter Unternehmungen thätig zu sein. Sehr nützlich könnte die Mitwirkung der Treuhandgesellschaft bei künstigen Emis sionen von Anleihen auswärtiger Staa ten und Kommunen seien, wenn sich der Ruf der Unbefangenheit ihre- Votums weiter bewährt. Trotz der immer mehr um sich greisenden Thätigkeit der deutschen TreuHandsellschaft hat sich das anfangs ein gezahlte Kapital als zu hoch erwiesen. Vier Fünftel davon wurden 1894 wie der znrückgezahlt, und die Ende 1901 beschlossene Erhöhung brachte das Ak tienkapital nur auf 1 Millionen Mark. Der Reservefonds beträgt 1 Million Mark. P2ie Campagne ist nun zu Ende. Nun bleibt eS den Bürgern überlassen, am Wahltag den Prohibitisten ihre Ohnmacht klar zu machen. Daß die deutschen Wähler ihre Pflicht thun werden, ist selbstverftän'iltch. Der Commercial'Club veranstaltet am nächsten Freitag Abend in seinen Clubräumen einen Smoker. Derselbe soll dazu beitragen, um die Mitgliederzahl zu vermehren.

Aus deutschen Vereinen.

Der I n d i a n a p olö Lie d e ? k r a n z " nahm in seiner gestern Nachmittag in der Germania-Halle abgehaltenen Monatsversammlung nach Erledigung der RoutineGeschäfte zunächst 2 neue active und 3 passive Mit glieder auf. Alsdann wurden weitere Vorbereitungen für die bevorstehende Saison getroffen und unter Anderem folgende Comites für die verschiedenen Concerte und Festlichkeiten ernannt: Stehendes EmpfangS-Comite: John Vesper, Peter Liehrund Ernst Schäfer. 1. Concert, 25. Oct.: Der gesammte Vorstand. 1. Abendunterhaltung. 29. Novbr.: John Koch, Heinr. toeffler und Wm. Gierke. Weihnachtsfeier, 27. Dec.: Gustav Dongu, Jof. Behringer, Prof. Ernst Knodel, Val. Hoffmann und Gustav Weiffenbach. 2. Concert, 24. Jan.: Otto Graf, Alfred Pich und Jacob Schulmeyer. Maskenball, Fastnacht? Montag : Franz Schäfer, Ernst MicheliS, Curt Corn, Louis Kuechler Jr. und Heinr. Neumeier. 2. Abendunterhaltung, 23. März: Wm. Hoffmeister, Julius Kern und Carl Kofahl. 32. Stiftungsfest, 25. April: Der gesammte Vorstand. An die Geschäftsversammlung schloß sich eine gemüthliche Unterhaltung, wie üblich. Da? Haupt Geschäft, welches der Schweizerbund in seiner gestern Nachmittag abgehaltenen MonatsVersammlung erledigte, betraf die diesjährige schweizerische . NationalFeier, und wurde beschlossen, den Jahrestag des Grütli-SchwureS wie üblich durch eine gesellige Unterhab tung nebst Tanz zu feiern. Diese GrütliFeier" wird am 15. November in der Germania Halle begangen wer den, und wurde ein auserlesenes Comite mit den Vorbereitungen für dieselbe betraut. Sonst wurden nur innere Vereinsangelegenheiten erledigt. In O. Keller's Halle hielt der B adische Unterstützungs-Ver-e i n gestern Nachmittag seine MonatsVersammlung ab, in der die Nomination der Candidaten für die im nächsten Monat stattfindende Beamtenwahl vorgenommen, sonst rrber nur Rou tine-Geschäfte erledigt wurden. Die Mitglieder-Liste für den Deutschen Theater-Verein wurde zahlreich unter schrieben. Der Deutsche VeteranenVerein erledigte in seiner gestrigen sehr gut besuchten monatlichen Ver sammlung nur Routine-Geschäfte. Der Bericht der Delegaten für den Deutschen Theater-Verein wurde entgegengenommen, worauf 10 von den anwesenden Veteranen sofort beschlossen, Mitglieder des Vereins zu werden. Capt. F. Fehlhader, Superintendent des Soldatenheimes in Marion, wel cher als Gast des Capt. John Vieler gestern hier verweilte, wurde der Ver sammlung von dem Letzteren vorgestellt und verlebte einige gemüthliche Stunden im Kreise der KriegSgefährten. Camerad John Eppner lud die Cameraden ein, anläßlich seines 63. GeburtstageS, einige Gläser schäumenden Gerstensastes mit ihm zu leeren, welcher Aufforderung auch bereitwilligst nach gekommen wurde. Der Südseite SchwabenVerein nahm in seiner gestrigen in der Südseite Turnhalle abgehaltenen gut besuchten Versammlung 3 neue Mitglieder und 2 wurden vorgeschlagen. Das Ball-Comite berichtete, daß der jüngst abgehaltene Ball nicht nur in socialer, sondern auch in finanzieller Beziehung ein schöner Erfolg war. Eine Einladung des Schwäbischen UnterstützungSdereins zu der von demselben am nächsten Montag veranstaltenden Kirbe" wurde mit Dank ange nommen. Der Präsident ersuchte die Anwesenden dafür zu sorgen, daß der Verein auf der KirmeS so stattlich als möglich vertreten fei. ' Personal-Notizen. Herr H. A. R a t t e r m a n n, der ausgezeichnete deutsch-amerikanische Historiker und Dichter ist gestern aus Cincinnati hier eingetroffen und logirt bei seiner Tochter, Frau Fred. Zwicker, t. Ver Hauptzweck temes Aesuchek ist, seinem alten Freunde, dem Altmeiste?, Prof. CarlBaruS, heute persönlich zu dessen 80. Geburtstag seine Glückwünsche darzubringen.

Damen-Verelu des Südseite Turnvereins.

Ein lebhafter Sonntag in der Südseite Turnhalle. Unter der Leitung der 1. Section deSDameN'Vereins deZ Südseite TurnVereins fand gestern Nachmittag in Halle eine EuchrePartie für Damen und Herren hatt, welche sich einer starken Betheiligung erfreute. Nach mehrstündigem heißen Kampf gingen folgende Damen und Herren als Siegerinnen, resp. Sieger aus der Kartenschlacht hervor: Damen 1. Preis, Frl. Minnie Berner; 2. Preis, Frau König und 3 Preis, Frau Mack. ' Herren 1. Preis, Hermann R04 2., Frank Rodefild, 3., John Höh man. Nach dem Turnier servirten die Da men ein hochfeines Souper. Nach vent selben fand noch eilt gemüthliches Tanz kränzchen statt. Die Damen der 1. Section, welche die Arrangements für die Partie und da Souper, sowie das Tanzkränzchen in bester Weise getroffen hatten, sind: Vorsitzende, Frau Wenzel, Assisten tinnen: Frl. Anna Toll, Frl. Sophia Kline, Frau Danke, Frau Eibrecht, Frl. Rosa Richter, Frau Glattfelder, Frau Mitschrich, Frl. Auguste Klink. Da Frau Wenzel am Erscheinen ver hindert war, so fungirte Frau Mitschrich als Vorsitzende. In der Halle fand gestern ferner noch ein vom HauZcomite veranstalte tes Preis-Kegeln statt, an welchem sich viele hervorragende Kegellanten bt theiligten. Am 3. Mittwoch im Monat finde am Nachmittag für die Damen dcS Vereins wieder eine Euchre - Partie statt." Am nächsten Sonntag ist die erste Abend-Unterhaltung des Vereins. Es wird eine Theater-Vorstellung veran staltet, welche sehr interessant zu wer den versprich!. Zur Aufführung gelangt der ur komische Schwank Schneider Fipps." In demselben werden hervorragende Talente mitwirken. Ein Tanzkränzchen wird den Schluß der Unterhaltung bilden. ; Fabrikanten Nnionnnd ArbeiterUnion. In Cincinnati haben 500 Geschäftsleute, zumeist Fabrikanten, die Cincin nsti EmployerS' Association" gegrün det. Deren ausgesprochener Zweck ist die Frage betreffs des Open Shop" ein für allemal zur Lösung zu bringen. Mit anderen Worten: Der Kampf ge gen die Union wird hier entbrennen, sobald die Vereinigung stark genug ist, um einen Schlag wagen zu können. Als Zwecke der Vereinigung, zu der be reitS sämmtliche Maschinenfabrikanten gehören sollen, werden angegeben: Forderung der Stabilität des Ge schäftS und der zufriedenstellenden An stellung von Arbeitern, ob sie nun or ganisirt sind oder nicht. Forderung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter. Schutz für die Mitglieder des Verbändes des Publikums im Allgemeinen und aller Männer und Frauen, welche zu arbeiten gewillt sind, gegen ungesetzliche Einmischung und die üblen Folgen von , Streiks, LockoutS und allen andern Bewegungen. Schutz für die Mitglieder und ihre Arbeiter mit Bezug auf ihre unveräußerlichen Rechte, ihre Geschäfte so zu leiten, wie e ihnen beliebt, ohne EinMischung von nicht'interessirten Personen hinsichtlich der Durchführung bestehender Gesetze und der Annahme neuer, welche die erwähnten Zwecke herbeiführ'en. EineS der Hauptprinzipien der Association ist, absolut keinen Unterschied zu machen zwischen Arbeitern, die keiner Union angehören, und solchen. die kurzweg Union-Leute genan nt werden. John Mitchell'S Buch. John Mitchell'S Buch über Organisirte Arbeit" wird nicht vor dem 20. October sein Erscheinen machen. Er hat mit seinen Verlegern, dem American Book & Äible House" in Philadelphia das Abkom men getroffen, daß einer jeden Zeitung der Stadt ein Exemplar feines Werkes zugeschickt werden soll, damit etwaige Besprechungen über dasselbe ungefähr zu gleicher Zeit erfolgen.

Nachrichten aus Jndiana.

V e r s am mlungvon unab hängigen TelephonGesellschaften. EvanSvllle. Am 10. und 11. November wird hier die JahreS-Ver sammlung der unabhängigen Telephon Gesellschaften von Süd-Jndiana statt finden, zu welcher gegenwärtig die Vor bereitungen getroffen werden. Die ge nannte Gesellschaft besteht aus unge fähr 70 Mitgliedern von verschiedenen Ortschaften des südlichen Theiles unse res Staates, wo sich unabhängige Tele phonsysteme befinden. Man erwarte etwa 100 Delegaten nicht nur aus In diana, sondern auch aus den Nachbar staaten Illinois und Kentucky. Mi der Versammlung soll eine Ausstelluug solcher Telephon-Apparate verbunden werden, wie sie von den unabhängigen Telephon-Gesellschaften Süd - Jndia na's zur Verwendung kommen, und hat diese Ausstellung für unsere Stad insofern ein besondere- Interesse, als dieselbe zur Zeit mit der Einrichtung eines unabhängigen städtischen Tele phon-SystemS umgeht. Einer von denRädelSfüh rern verurtheilt. EvanSvllle. Der Farbige Doc" Martin, welcher einer der Hauptbetheiligten an dem Juli'Auf rühr war, und welcher in der verflösse nen Woche proz.fsirt wurde, ist schuldig befunden und zu 210 Jahren Zucht Haus verurtheilt worden. Die Jnspection zu Ende. J ef fersonvil le. Der HülfsGeneralquartiermeister Pullman ha seine Jnspection deS Regierungsdepots in Jeffersonville beendet. Zum Schlüsse hielt er einer Anzahl der Angestellten eine lange Standrede, über deren In halt nichts bekannt worden ist, wie man dann auch über Anlaß und Zweck der Jnspection nichts erfahren kann. Aus irgendwelchen Gründen scheint man je doch einen allgemeinen shake up" zu erwarten, und nicht wenige Angestellte sind unruhig geworden. Wie es heißt. ezistirt im Depot ein Ring", der eS verstand, alle auswärtigen Ernennun gen zu vereiteln, und diesem Ring" soll nunmehr ein Ende gemacht wer den. An der Spitze des Depots steh Oberstlieutenant Sam. R. JoneZ. ? Der Name des Ermordeten unbekannt. Lawrenceburg. Die Unter suchung in dem Falle des Farbigen JameS Haye, welcher einen Finnlän der in Weisburg, und zwar den Dol metscher, erschoß, ruht zur Zeit, da die Behörde factisch nicht weiß, wie der Er mordete heißt. Da keiner von den Finnländern, welche bei Weisburg cam piren, englisch versteht, so muß erst von auswärts ein Dolmetscher engagirt wer den, um die Finnen, welche Augenzeu gen der blutigen Affaire waren, zu ver nehmen und die Identität des Ermov deten festzustellen. DieStraßen-Fairin T e r r e Haute. Terre Hau-e. Der Abhal tung der Straßenfair, welche am Mon tag Abend ihren Anfang nehmen soll, steht jetzt nichts mehr im Wege, da ein großer Theil der Gegner derselben zu Kreuze gekrochen sind. Selbst der Apotheker Benton, welcher zuerst das Gesuch um einen Einhaltsbesehl gegen die Fair.Gesellschaft eingereicht hatte. hat jetzt erlaubt, daß vor seinem Hause Zelte aufgeschlagen werden. Wahrscheinlich Mord. . Marion. DaS Befinden der Alice Walker, welche von ihrem eifersüchtigen Geliebten Wm. Green in mörderischer Weise angegriffen wurde, ist ein sehr kritischer. Ä. I. B e a l in's Zuchthaus gesandt. Fort Wayne. A. I. Beal, welcher hier Superintendent der Pru dential Lebens-VersicherungS Gesellchaft war, hat sich in VoungStown, O., chuldig bekannt, zwei Policen geälfcht und eine auf eine Person auSgestellt zu haben, welche gar nicht existirt. Er wurde zu 3 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Ausdehnung einer Bahn. S 0 u t h B e n d. Die Jndiana, Illinois u. Iowa Bahn-Gesellschaft hat hr Actien-Capital von $4,000,000 auf $6,000,000 erhöht. Die Bahnroute soll jetzt von St. Joeph. Mich., nach South Haben, Holland und anderen Ortschaften aus gedehnt werden.

Ttr wilöe Jäger". Die Jagdsaison ist wieder da. Einen Mitarbeiter des Berliner TageMatts erinnert diese Zeit an ein Erlebniß aus seiner ehemaligen Dienstzeit, das werth ist. der Vergessenheit entrissen zu werden. Er erzählt: Wenn das Polizeipräsidium dcm hauptstädtischen Bürgersmann den Jagdschein ausstellt, hat er eine Art L?umundsattest desjenigen Polizeireviers. in dem er wohnt. beizubringen; darin steht geschrieben, daß der Ausstellung eines Jgdscheines nichts im Wege sei. Dies geschieht, damit an der Centralstelle Wilderern oder sonst verdächtigen Jagdfrevlern das Vergnügen nicht zu leicht gemacht werde. Die wenigen Jagdreviere, die um die königliche Wusterhausener Forst verpachtet werden, lockten damals, als die Industrie und das Wachsthum Berlins jenen Landstrich noch nicht beeinflußten, oft wilde Jäger", wie man die Herren nennt, die Ursache haben, sich um den Jagdschein herumzudrücken, aus der Hauptstadt dorthin. Es waren nicht immer Verbrecher, die das Wildpret verschärfen wollen, sondern auch Amateure, die im Jagdfieber wiederholt auf fremden Gebiete getroffen wurden. Diesen mußte der Jagdschein entzogen

werben. Zu umen gehörte em öaus bescher der Wienerstraße, der als fanatischer Nimrod bekannt war. Einer seiner Miether hatte aus Rache gemelbet,, daß zur Nachtzeit mehrmals ge schossenes Wild in das Haus gebrach worden, und offenbar Wilddieberei des ganze Tage abwesenden Wirthes anzunehmen sei. Wir erfuhren bald, daß er sich einen Fahrschein nach Wusterhausen gelöst hatte, wenn er mit einer Handtaich: vom Eorlltzer Bahnhos ab dampfte. Die von uns benachrichtigten Oberförstercien ersuchten um einen Beamten, falls jener wilde Jägersmann sttne Reise nach Wusterhauen antrete. Es war ein von manchen Iägern gefurchteter Freitag, als ich mi dem ahnungslosen Nimrod nach Wusterhausen fuhr. Ich saß im Nebenaotheil. In Wusterhausen angelangt blieb der wilde Jäg?r verschwund:n aus seinem Abtheil stieg nur eine alte einfach gekleidete Frau, die noch dazu taub schien, als ich sie nach jenem Fahrgast fragte. Ich war ärgernde. Der Kerl hatte mich übertölpelt und war an einer klemen Haltestelle unbeding ausg:sliegen. Ich wollte heimfahren, als ein auf dem Bahnsteig anwesender Oberförster mich einlud, semem nahen Anwesen einen Besuch zu machen. Bald waren wir im leichten Jagdwagen im Wald. Zwei Schüsse fielen Pistolcnschüsse. Such'!" befahl der Ober förster feinem Hunde. Bald borten wir Sultans Gekläff. Er hatte eine sich energisch wehrende alte Frau ge stellt. Es war die Alte vom Zahnbof. Sie schimpfte wie ein Unteroffizier. Da hört ja allens uff . . . kimm:rn Sc sich um Ihre Wilddiebe. Herr Oberförster, un nich um en olles Weib wie icke . . . ick werd' mir 'ne neie Kluft von Ihnen ausbitten, wenn von m?en Kleed ooch man een Fetzen verrissen wird!" Dem Oberförster rannen vor Lachen die Thränen über die Backen. Auch ich begriff. Unter dem durch Gestrupp hochgestreiften Kleide lugten ?m Paar feste Jägcrsticfel hervor. Ich hob das Kleid vollends und riß ihm den damals modernen Baschlick vom Kopf. Eine araue Frauenperrucke zeigie sich Na sehen Sie, Herr Zilling." sagte ich. uns entgeht kein Wilddieb. Q20 gar aus einer alten Dame machen wir einen wilden Jäger, wohnhaft Berlin. Wienerstraß-." Zilling. den jetzt längst das Grab deckt, war ern origineller Ur berliner . und entgegnete gemüthlich: Uff'n Bahnhof haben Se mir doch jefragt, ob ick mir nich jeseh'n hätte . . . 1 ' f UN nu yaven ?e Mir vocy, Herr an minell ... ick erjebe mir." Er zog aus der Kleideriasche einen Revolver. mit dem er geschossen hatte. Das Gewehr mitzunehmen war ihm zu riskant aewesen. Die Maskerade hatte er im Eisenbahnwagen bewerkstelligt. Grundeigenthums Uebertragungen. Margaretha Gaß u. A. an William A. Stapler, Theil von Sect. 20, Tp. 15, Range 4. S1700. ', Louis Haufafur an Frank Fergifon, Theil von Sect. 33, Tp.' 17, Range 5. S2500. William E. McCord an Frank M. Millikan, Lot 213, Martin's New York Add. S4000. Peter Pfisterer an ShaS. F. Wehling, Theil von Lot 6 in Hoefgen'S 2. Subd. S2,60tt. Lottie L. Rosengarten u. A. an Preston R. Bailey, Lots 6 und 7 in Smock's Add. in Southport. S1,000. FranciS M. Lyon u. A. an Milton B. Socwell, Lot 39 in Alvord & Coö. Subd. in Butter & Fletcher'S Add. $3,000. Benjamin S. Pierce an Jesse E. Hitz, Lot 13, Lewis & Co.'S Arsenal HeightS Add. $1500. Gertrude Uebelacker an Peter Pfiste rer, Theil von Lot 6, Hoefgen'S 2. Subd. $2650. William I. Lowry an Benjamin A. Todd, ein Theil der Sect. 27, Tshp. 17, Range 2. $2000. Martha A. Stewart an Edgar H. EoanS, einTheil der Lot 1, in Sbarperö Nord-Add. $3500.

Frenzel Bros.. No. 1 W. Washington Str (M?chant8 National Bank.)

Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte Europas. Schisssscheine "'S und V0i uropa. An und verkauf ausländischen Geldes. Bereiten SiGch vor für den Regentag" Die Sonne mird nicht immer scheinen. Trübe Tage müssen kommen. Welche Er leichterung ist es, auf ein Spar-Cont, zurückfallen zu können. EröffnenSie ein Conto heute noch. Es ist leicht genug, wenn der Wille dazu da ist. Jedermann gibt Geld unnöthig aus, das gerade so gut gespart werden konnte. 3 Prozent Zinsen werden bezahlt an Ihren Depositen von 25 Cents und aufwärts, welche zu irgend einer Zeit gemacht werden können. Iiidlaim Trust. Co., Capital 81,000,000.00 Ueberschnfz 8175,000.00 Office: Jndiana Trust Gebäude, Ecke Washington Str. und Virginia Ave. Big 4 Route ...Ercursion... Sotttttag, IS Oktober. LatorenceburgAurora und Zwischenftationcn. Spezialzug verläßt Indianapolis um 7.30 Uhr Morgens und Lawrenceburg um 7.20 Abends. H. M. Bronson, A. G. P. A. vr. J. A. Sutcliffe, Wund-Arzt, Geschlechts-, Urin- undRectum Krankheiten. Offfce : 155 Oft Market Stt. Tel. 941 Okfice-Stundkn : 9 bi 10 Ubr m. : s b! 4Ubr N C., H. & D. Bahn. 87.20 Detroit und zurück 87.20 Tickets werden am 15., 16., 17. und 19. Oktober verkaust ; Retour fahrt beschränkt auf den 23. Oktober mit VerlängerungS 'Privilegium bis 26. Oktober. C., H. & D. Bahn. $4.30 Daytan und zurück 84.30 Tickets werden am 11., 12. und 13. Oktober verkauft ; ' Retourfahrt be schränkt auf den 18. Oktober. Hotel Raten für die St. Louiser Weltausstellung. Für eine Copie des offiziellen Pamphlets der St. Lcuiser Weitaus. stellung, daö die Hotel'Bequemlichkeiten und Raten während der Weltauö stellung von 1904 enthält, schreibe man an E. A. Ford, General Passenger Agent, Pennsylvania-Vandalia Lines, PtttSburg, Pa. Cincinnati und zurück. S1.25 Rundfahrt 81.25 via C. H. & D. Bahn. Sonntag, 18. Oktober. Zwei Spezial Schnellzüge ; der erste ährt um 6:30 Uhr Morgens ab und hält nirgends an. Der zweite fährt um 7:15 Uhr Morgens ab und bält in Rushville. Connersville und Hamilton an. Rückfahrt von Cincinnati um 6:20 Uhr Abends. Passagiere, welche den Zug ohne Fahrkarten besteigen, müssen den vollen localen Fahrpreis bezahlen.

k r 1 i

I ! l. iJ: f W