Indiana Tribüne, Volume 27, Number 43, Indianapolis, Marion County, 12 October 1903 — Page 3
Jndiana Tribüne, 12. Oktober 1903.
Paris Rüstet sich zum Empfange der Besucher aus Italien.
Hoffnungen auf beiden Seitcn gehen bis zur Allianz. Mandschurei-Convention wird für erloschen erklärt. Angeblich russische Truppen in der Nähe von Pcling. Pforte bewilligt einige weitere Forderungen Amerikas. Blutiger Kampf zwischen spanischen Socialisten und klerikalen. Einweihung eines Bismarck'Denk mals in Posen. Frankreich. Der ital. Königsbesuch. Paris. 11. Okt. Angesichts der Thatsache, daß die politischen Resultate vielleicht ebenso bedeutsam werden mögen wie bei dem kürzlichen Höflichkeitaustausch zwischen Präsident Loubet und König Edward, wartet Frankreich mit Spannung auf den kommenden Besuch des italienischen Köuigspaars. Der König und die Königin, in Be gleitung des auswärtigen Ministers und anderer hoher italienischer Beamter, überschreiten am Mittwoch Vormittag die französische Grenze. Der erste offizielle Empfang findet in Dijon statt; fast jede Station von dort nach Paris ist von den begeisterten Bauern dekorirt und der König wird häufig die verschlungenen Wappen Frankreichs und Italiens sehen können. Bei der Ankunft in Paris am Mitt. woch Nachmittag wird das Königspaar auf der Bahnstation des Bois de Boulogne vom Präsidenten und Frau Loubet, den Präsidenten des Senats und der Kammer, den Ministern und andern Würdenträgern empfangen. Von dem Dahnhofe bis zum Place de la Concorde werden franz. Truppen in 2 langen Linien aufgestellt. Das italien. Herrscherpaar fährt sodann in Begleitung des Präsidenten und seiner Gemahlin durch die Truppenlinie nach dem Ministerium des Aeußern, wo es während seines Aufenthalts einquartirt wird. Die Gemächer sind ausgesucht möblirt und der König wird in dem Bette schlafen, das Napoleon benutzte. Königin Helene's Boudoir ist durch viele Andenken an Marie Antoinette verschönt.
J Am Mittwoch Abend ist Diner im
Elvsee-Palast, am Donnerstag erfolgt der Besuch von Versailles und am glet chen Abende findet in der Großen Oper Gala-Vorstellung statt, bei der die her vorragendsten Künstler Frankreich's mitwirken. Am Freitag fahren die Besucher durch die Hauptstraßen der Stadt und besichtigen die Münze. Nachmittags ist Empfang im Stadt-Hause und Abends giebt der auswärtige Minister Delcasse ein Bankett. Am Samstag geht der König mit dem Präsidenten in Rambouillet auf die Jagd, während die Königin mit Frau Loubet das Museum des Louvre besichtigt. Ter Tag endet mit einem Familien-Tiner im Elysee-Palast. Am Samstag wird auf dem Para defelde von Vincennes eine große Pa rade der Pariser Garnison abgehalten und Nachmittags erfolgt Rückkehr nach Rom. Das Schmuck Gewand, welches Paris zu Ehren des italienischen Besuchs anlegt, wird glänzender sein als die Dekoration für König Edward. Auf dem Madeleine Platz ist ein großer Triumpsbogen mit der In schrift Viva Vittore Emanuele" errichtet; am Eingange de? Avenue de l' Opera stehen 2 große Säulen, eine vom Marcus-Löwen überragt und die andere mit den von der Wölfin gesäugten RomuluS und Remus, eine Anspielung auf das römische Wappen. Außerdem sind auch in anderen Straßen Triumpsbogen. die elektrisch beleuchtet werden, errichtet. Die Staatsmänner Frankreichs und Italiens erkennen, daß in dem Besuche des Königspaares Möglichkeiten von der größten Wichtigkeit liegen, die zu einem engeren Verhältnisse und ernster Gefährdung des Dreibundes führen können. Der italienische Minister des Aeuße ren, Prinetti, hat erklärt, daß die be! den Mächte verbündet einen großen Einfluß auf das europäische Concert
ausüben müßten. Präsident Loubet
heilt diese Ansicht und sucht aufrichtig nach einer Annäherung, mit einem ranzösisch.italienischen Schiedsvertrage ähnlich dem, trj demnächst mit Engand abgeschlossen wird. Große Vorsichtsmaßregeln sind zum Schutze des Königs getroffen. Jeder Verdächtige wird verhaftet und solange das Königspaar auf französchem Boden weilt, wird es stets von Detektivs begleitet sein. China. Die Mandschurei-Con-v e n t i o n. Yokohama, 11. Okt. Die Mandschurei-Convention zwischen Rußand und China wurde am 8. April 1902 unterzeichnet. Hiernach sollte die Räumung der Mandschurei in 3 aufeinanderfolgenden Zeiträumen von 6 Monaten von Unerzeichnung des Vertrags an erfolgen. Herr Lessar hängte dieser Convention eine Note an, worin erklärt wird, falls die chinesische Regierung, trotz ihrer Versprechungen, irgend eine BeHm mung des Vertrags verletzt, so hält sich die russische Regierung weder durch das Mandschurei-Abkommen noch frühere Abmachungen für gebunden und lehnt jede Verantwortung für die Folgen ad." China sollte gestattet sein, nach der Räumung des Gebiets jede ihm als nöthig erscheinende Streitmacht in der Mandschurei zu halten. Rußland versprach auch, falls Tien Tsin innerhalb der ersten 6 Monate den Chinesen zurückgegeben würde, zu derselben Zeit New Chwang zu räumen. Die Verbündeten übergaben den Chinesen Tien Tsin am 15. August letzten Jahres. Die Convention hätte innerhalb 3 Monaten ratificirt werden sollen; es geschah dies aber nicht. Im letzten Monat versprach Lessar in seiner Note an die chinesische Regierunz die Räumuna der Mandschurei am 3. Oktober zu beginnen, falls China gewisse Bedingungen annehme. Namentlich unter dem Drucke von Japan und England lehnte China dies ab. Deutsche Auffassung. Berlin, 11, Okt. Rußland und Japan handeln, als ob jede der beiden Mächte zum Kampfe entschlossen sei. falls die andere bei ihrer Stellung, die sie in dem letzten Meinungsaustausche einnimmt, verharrt. So steht die Lage, wie sie den hiesigen Beamten auf Grund von Berichten aus der deutschen Botschaft in Petersburg und der Gesandtschaft in Tokio erscheint. Doch hält man trotz dieser wechselseitigen Kriegsvorbereitungen hier ein ehrenvolles Arrangement nicht für ausgeschlossen. Keinc der beiden Regierungen ist bis jetzt so weit gegangen, um nur die Wahl zwischen Kampf oder einer Demüthigung zu haben; allein jedes der Cabinette kann das andere durch einen einzelnen Schritt in eine solche Lage bringen. Diese gefährliche Ruhe kann selbstre dend jeden Tag gewaltsam gestört wer den, obwohl keine der beiden Seiten bis jetzt ein Ultimatum überreichen ließ. Nach Ansicht hiesiger Rezierungs kreise würde ein elentueller Krieg allein zwischen Rußland und Japan ausge fochten werden, ohne daß England oder Frankreich in Mitleidenschaft gezogen würde. Russische Truppen in PekingsNähe. Yokohama. 11. Okt. Baron Rosen, der russische Gesandte bei Ja pa, erwartet noch immer Instruktionen von seiner Regierung bezüglich der Verhandlungen zwischen Japau und Rußland. In Feng-Chang-Teng(Feng-Chenn Ting?), etwa 15 Meilen nordwestl. von Peking und 90 Meilen von der russischen Grenze entfernt, soll ein russisches Regiment vom Baikal Militär-Distrik angelangt sein. Herr Lessar, der russische Gesandt bei China, hat angekündigt, daß die Mandschurei Convention abgelaufen ist. Teutschland. Bismarck -Denkmal. Posen, 11. Okt. In Gegen wart des Fürsten und der Fürstin Her bert Bismarck, sowie des Grafen Rantzau, Freih. von Rheinbaben Freih. von Hammerstein, wurde heute ein Bismarck-Denkmal eingeweiht. Be d.'M Bankett hielt Hammerflein eine 5iede.
Entrüstung gegenSudermann. Berlin, 11. Okt. Sudermaz? hat mit seiner neuesten Komödie Sturmgeselle SokrateS" die schärfste Kritik herausgefordert. Die Achtundvierziger sind auf das Aeußerste empört, wegen der lächerlichen Rolle, welche Sudcrmann ihnen in seinem neuen Schauspiel zuweist. Die Vossische Zeitung und Eugen Richters Freisinnige
Zeitung bringen Entrüstungsartikel, m denen ste daraus hinweisen, daß gev . rn . r : ... cm v . w i I raoe ipreuLen oie iege oer oeui-
ien emoiraue war. Auch andere Fragen zwischen der Moeller's Prophezeiung. Türkei und Amerika machen jetzt FortBerlin, 11. Okt. Herr Moeller, schritte. Einige Mächte sind über das
der preußische Handelsminister, hielt
gestern bei einem Bankett zu Peine in Beirut gereizt; aber Gesandter Leishder Lüneburger Heide eine Rede, in mann bleibt bei seiner Haltung ruhigen
welcher er erklärte, er sei überzeuat. daß es mit der Herrschaft des amerikaniscken Vetroleum-Monodols bald zu Ende fein würde, wenn die Eigenthümer der Oelländereien in der 2 sine burger Heide sich mit Capitalien zur besseren Ausbeutung der dortigen Oel quellen vereinigen würden. Mord im Mahnsinn. L e i p z i g. 11. Okt. Der Vorort Cutritzsch ist voller Aufregung über eine Familien-Traaödie. die sich dort abgespielthat. Der irrsinnige Lithograph Seyfert, der als ganz harmlos angesehen wurde, erschoß in einem Anfall von Tobsucht seine betagte Mutter, dann seine Schwester und schließlich sich selbst. Weitere Anforderungen. Berlin. 11. Okt. Die deutsche Regierung wird in Zukunft von den deutschen Zollbeamten gründlichere Kenntnisse, vor Allem auf technischem Gebiete, verlangen. Die Beamten werden sich nicht nur eine oberflächliche Kenntniß von den Producten des Han dels und der Industrie zu erwerben
haben, sondern sich auch mit Chemie, von St. Louis ist um Mitternacht bePhysik und der mechanischen Technolo wußtlos. Die Aerzte hegen keine Hoff, gie vertraut machen müssen. Es wird nunaen mehr.
erner für wünschenswerth gehalten, daß die Zollbeamten in den Elementen - :.Tr.c c.,der Mnanzwissenschaft. der Handels Politik und Handelsgeographie bewandert sind. Der preußische Winkel r i e d. Berlin, 10. Octbr. Die Mi itär-eituna" veröffentlicht, einen ehrenvollen Nachruf für den 'Pionier Kitto, welcher am 18. April 1864 bei Düppel gemeinsam mit dem Pionier ttlmle die Paraden der Schanze 2 prengle. yler war es, wo der tapfere . . . I Pionier Klinke, ein Bergmann auS ßhwml. lil rnnhornpr yZnivZpd der S.unnlownm dadurch den W.a - - , 1L bahnte, daß er den Pulversack selbst an die Pallisaden des Grabens legte und eine Oeffnung in denselben erzeugte, durch welche die Colonne stürmen m. '. nr i c t v r r rv Plomer Klrnke siel Bei dieser Heldenthat, aber das Generalstabswerk hat seinen Namen und den seines HelferS .ffitta für die kommenden Znergtinnen unsterblich gemacht. Oesterreich-Ungarn. cm . . . , . MoorbodenlnBrand. A u d ad e st. 11. Oktober. Acker Moor-Land bei Etsed stehen in z K . 5.. . tÄi x ra v Brand. Die Hitze hat den Boden aelockert und gefährdet das Dorf Boervelv. Bereits sind mebrere Säuser einAiflflnt ,.. a .,.4 Aflasi ... - UC.HUIA4 uüu n: luil uliuuili "mi l Löschung de.3 Brandes sind Soldaten entsandt. Bruckner'snde. Berlin, 11. Okt. Vice. Hof. kapellmeister Karl Brückn in Wien hat Selbstmord begangen. Was den talentvollen Künstler zu diesem verzweifelten Schritt getrieben hat, ist noch nicht bekannt geworden. Spanien. BlutigeTumulte. Madrid, 11. Okt. In Bilbao fand heute eine social. Kundgebung von 20,000 Arbeitern statt, die zu einem k n -r. i l v rr.. ?n Juivillulelli!vv lllll oeu rerlialen sührte. 4 Personen sind getödtet, 29 verletzt. Italien. Und er kommt doch. Rom, 11. Okt. Weder die ita lienische Regierung noch die ru ujsische Botschaft bezweifeln, daß der projektirte Besuch des Zaren stattfindet, ungeachtet der gegenthelligen, im Auslande verfciMn w.rii mn.riSnaA breiteten Berichte. Allerdings wird zugegeben, daß der Besuch vielleicht um einige Tage verschoben wird.
Türkei. Erledigung amerikanischer Ansprüche. C o n st a n t i n o p e l, 11. Okt, Zwei weitere Ansprüche der amerikanischen Gesandtschaft sind befriedigend geregelt.lDer wichtigen gewährt durch einen Firman Dr. Banks Erla ibniß zu Ausgrabungen in den Ruinen von Bismah, Mesopotanien., Der Anspruch
war 3 Jahre anhängig; die Erledigung rde immer durch einen deutschen Geuxkn ber in ber leen Richtung . gehemmt. lange verwetten der amer. bslntte m und stetigen Drucks, wodurch er seine Forderungen ohne unnöthige Drohungen erreicht. Die Grenz-Zwischen fälle. Sofia, 11. Okt. Die Verhandlungen zwischen der Pforte und Bulgarien aus Repatriirung von 20,000 Flüchtlingen aus Macedonien, die jetzt auf bulgar. Boden weilen, gehen weiter. Viele Schwierigkeiten ergeben sich wegen der Zerstörung ihrer Häuser, wegen Substistenz-Mittel und auch der Frage, ob sie überhaupt zurückkehren werden. Rücksichtlich der Grenz-Zwischenfälle theilt die Pforte mit, daß der Sultan strengste Untersuchung und Bestrafung der schuldigen OfsiZlere anbefohlen habe. Kurze Depeschen. 11. Oktober. Inland. Baltimore. Erzbischof Kain rrtnf:.fn . . " , , M m . , Kämpfer Shendan" kam gestern Nacht aus Manila mit ouu euren oes i. Jnf. RegtS., 50 vom 6. Cav. Rgt. S " 4 und 200 Marine-Truppen an. San Antonio, Tex. Beim Straßenbahn-Streik griff ein Haufen Leute einen Wagen an und eine Dame wurde durch Steinwürfe verletzt. Von einem Silfsscheriff wurde ein Mann schwer verwundet. n V r ü s s e l spielte sich dieser . Tage vor der Buhnenpsorte des Theatre de la Monnaie eme Eifersuchtsfcene ad, die durch ihre ÄOlge s' h''Vililfc JUliyt vunynm "" bic am Theater engagirt ist, erschien gegen 4 Uhr Nachmittags zur Probe und hörte eben, als sie in's Theater gehen wollte, hinter sich den Knall eines ?ÄU es uno emprano einen mmerz an der Hand. Einen Herrn, der auf fie .wartet batte. sah man noch mit einem Revolver in der Nähe stehen, Jeanne Merey war nur unbedeutend am Rlnafmaer der rechten and verDer Herr wurde ertast d e VÄuuyciiii yuiy öui wvi. u.),, Herr war der frühere Ehegatte der Sängerin, gegen den Jeanne Merey t-m- 2 vorher ein rechtskräftiges Ebescheidunaserkenntniß erwirkt hatte. acht Jahren hatte Jeanne Herrn Ledorte, emen reichen Condltor, geyei..c. V.. trs if,m I lUllCl, IU UUU VUIW vii-vv. kvh aetrennt. da ihr Mann nicht erlauben wollte, dak sie ihrer Kunst treu bleibe I ' . i ....... r- .. . . r .'ll uno aus Der uvne nnge. eiloem i . . ' v war sie der Reihe nach von etwa 30 Bühnen verpflichtet worden, konnte aber nie öffentlich singen, da regelmäßig vor ihrem Auftreten ein gerichtliches Verbot ihres Ehegatten zugestellt wurde. So entschloß sich endlich die Sängerin zur Klage auf Ehescheidung und aewann ihren Vrozek. Sie war auf einen Racheakt ihres Mannes ge faßt und fagte zu ihren College: Paßt auf, jetzt wird er mich todten wollen." Die Künstlerin, die so ausdauernd ihr Recht auf die Kunst erkämpft hat, will aber nun wirklich nächstens als Solosängerin debütiren. Die gewissenhafte cckwieaermutter. .AVer um Gottes willen. Nrau Meyer, stürzen Sie sich doch nicht auch in .die Glet. I r r ras in C J TT v a?ctyimc. zt schickt. Man wird ja Zhre Tochter mir lyrem zrauiiganl hen." Nein, nein, lassen Sie mich nur hinunter. Ich kann doch die Beiden unmöglich dort untex so lange aU lem lassen!- . , nrcyaro ut a n s s : e : o, oer berühmte englisch-amerikanischeSchau-rir ,4 s spZn,? ne:ien Rolsvieler. bat als eine seiner neuen Rollen Prinz Heinrich in Alt-Heidel-berg" (natürlich in englischer Ueberjetzung) erkoren. Er greift. - tote et sagt, zu einem neuen deutschen Äuytfd ba bie neuest englisch-ameri. kanischen und französischen Bühnenerzeuamsse ihm in keiner Weise zusagen.
Aufruf des...
Deutsch - Amerikanischen Demokraten lub
An ven deutschen Stimm geber Werther Herr und Mitbürger ! Zweifelsohne ist Ihnen bekannt, daß in einigen Tagen Dienstag, den 13. Oktober 1903 die städtische Wahl statt findet. Wie Ihnen bewußt, ist es nun immer Mode, hierzulande seitens der Anhänger der verschiedenen Kandidaten Reklame für diese zu machen. Die guten Eigenschaften derselben werden dann hervorgehoben; ihr Werth als Bürger wird hoch hochgeschätzt; ihre Fähigkeiten werden in den buntesten Farben geschildert; kurz ein jeder Kandidat, sei er auch nur wer er mag, ist chließlich der aller geeigneteste für das Amt auf welches er aspirirt, daß man Wohl oder Uebel zur Ueberzeugung geangen muß d. h. wenn man alles das, was Einem gesagt wird, sür baare Münze nimmt daß für das allgemeine Wohl alle gewählt werden müs en. Doch Spaß beiseite. Das Agitations-Comite des DeutschAmer. Demokraten-Clubs hat hierin nicht im Sinne, Ihnen Vorschriften zu machen für oder gegen welchen Candidaten Sie wählen sollen; welcher Candidat der passendste oder der geeignetste für irgend ein Amt ist, sondern es will Ihnen nur kurz und bündig jedoch wahrheitsgetreu dasjenige schildern, welches einem jeden Bürger und Steuerzahler am nächsten iegt nämlich d i e'F i n a nzielle Verwaltung unserer Stadt, seiens der zwei Haupt-Parteien seit dem Jahre 1890, fest überzeugt, daß es Ihnen dann keine schwierige Sache sein wird, die richtige Wahl zu treffen; sür Ihr eigenes bestes Interesse und dasjenige der Bürger im Allgemeinen. Wir sprechen ! hierin von den zwei Haupt Parteien, weil zwischen den Kandidaten einer dieser Parteien die Auswahl liegt. Einer derselben wird erwühlt. Stimmen für Candidaten enderer Parteien können nur die Wahl oder Nichtwahl der Candidaten der erstgenannten Parteien beeinflussen. Z. B. Sie sind Anhänger der republikanischen Partei, sindi aber nicht mit Mayor Bookwalters Verwaltung im Einklang und wollen gegen ihn stimmen. Sie stimmen für Hitz. Das kostet BookWalter eine Stimme. Stimmen Sie aber sür Holtzman, so macht dieses einen Unterschied von zwei Stimmen, denn Hitz hat durchaus keine Aussichten erwählt zu werden, während wie vorhin bemerkt, die Auswahl zwischen Holtzman und Bookwalter liegt, und Ersterer kann somit durch Ihre Stimme doppelte Hilfe erlangen. Das nämliche Verhältniß würde sich bewähren, falls Sie für irgend eine der anderen schwächeren Parteien wählten. Und nun zur Sache. Folgende Zahlen sind den officiellen Büchern der städtischen Verwaltung entnommen und da dieselben stets von den betreffenden Beamten beeidigt sind und ferner von den Staats- und County Behörden gut geheißen sind, so ist wohl wenig Raum für Zweifel an der Richtigkeit derselben. Der gegenwärtig obwaltende Freibrief der Stadt Indianapolis und das jetzige Staats-Steuergesetz traten zur gleichen Zeit in Kraft (1891). Unter diesem Gesetze wurde der steuerbare Werth sämmtlichen Eigenthums beinahe verdoppelt. Z. B. während in 1890 die Gesammtsumme sich auf $58, 000,000 belief, wurde dieselbe in 1891 auf S93,000,000 erhöht. Damals trat der Demokrat Mayor Sullivan in's Amt und die Steuer.Rate wurde NuKland. Gr'o ß e A n l e i h e n. Berlin, 11. Okt. Nach dem Lokal-Anzeiger" haben amerikanische Finanzhäuser Arrangements getroffen, um Anleihen im Betrage von S200,000,000 Rubel, die in St. Petersbürg, Warschau, Moscau und Odessa ausgegeben werden sollen, zu übernehmen. Ausland. Dresden. Ein Berliner Radfahrer Goernemann kam bei einer Wettfahrt um's Leben. Er stürzte und brach den Hals.
s.
von 90c bis 60c erniedrigt. Seit dieser Zeit wurde keine erhebliche Erhöhung im Werthe des steuerbaren Eigenthums vorgenommen, bis in diesem Jahre der Gesammtwerth auf 8143.697,570, also S50.000,000, sage fünfzig Millionen Dollars mehr, wie in 1891, erhöht wurde. Folgende Tabelle zeigt die Steuerrate, den Gesammtwerth des steuerbaren Eigenthums und die Summe der darauf erhobenen Steuern für städtische Zwecke von 1891 bis dato : Asseszments seit 1891. Jahr. Umlage. im 6 EentS. 1892 ..60 . lSS3....S4',5 1894 60 , 189d9MM60 u 189S.....0 1897.........69 , 1898....mm.70 9 ....... fift . 1909 73 . 1901 75 , 1902 88 . Asseßment. Coll.Tare Z 93,595,930 f 341,598 85 93.230.242 668,267 81 103,317,860 608,796 43 104,215,365 648,430 17 I05,637i860 608.672 12 108,285,915 671,959 67 117.746,670 706,017 54 119.856,660 785,094 03 123,295.849 699,127 42 123,753,030 876,667 44 129.184,650 932,607 90 143,697,570 Betrag wirklich bezahlt $1,264,538.61 Nun würde man denken, daß mit einer so enormen Erhöhung des Werthes des steuerbaren Eigenthums, eine verhältmäßige Erniedrigung der Steuer-Rate eintreten würde, aber solches ist nicht der Fall. Im Gegentheil, die Rate ist von 75c im Jahre 1901 bis 88c im Jcchre 1902 erhöht worden, oder beinahe zum höchsten vom Gesetze erlaubten Punkte (90c). Man spricht zwar jetzt davon die Rate um 5c zu erniedrigen, aber immerhin, wenn die Rate nicht unter 72c festgesetzt wird, sind die Steuern höher, ' wie im vergangenen Jahre. Aber wichtig wie der Punkt der enormen Steuer - Auflage für den Steuerzahler ist, um so wichtiger ist die Frage: Was ist aus all diesem Gelde geworden?" Diese Frage ist nicht so leicht beant wortet. Für Straßen-Verbefserungen ist dasselbe auf keinen Fall verwendet worden, denn, wie ein Jeder weiß, waren unsere Straßen nie in schlechterem Zustande. Es ist wahr, daß die Bookwalter'Verwaltung Berbesserungen an dem Städtischen Hospital vorgenommen hat, aber hierfür wurde eine spezielle Anleihe gemacht. Auch wurde ein neuer Anbau an das Markthaus gemacht, aber auch hierzu wurde eine specielle Anleihe gemacht. Durch diese und ähnliche specielle t.Anleihen ist die verbürgte oder permanente Schuld der Stadt durch die Bookwal-ter-Verwaltung in den letzten 2 Jahren um S30.0,000 vermehrt worden. AlleS dies trotz der enormen SteuerErhöhung. Also frage sich ein jeder Steuerzahler selbst Was ist aus diesem Geld geworden?" Wo sind die vielen Reform-Ver-sprechu'ngcn der Bookwalter-Verwal-tung geblieben?" Ein Jeder vergleiche die gegenwärtig finanziellen Verhältnisse mit früheren Verwaltungen und treffe dann für sich selbst die Entscheidung ob die Fortsetzung der Bookwalter-Verwaltung irgend eine Linderung der obwaltenden bedauerlichen Verhältnisse verspricht, oder ob nicht eher diese Hoffnung durch die Wahl von Herrn Holtzmann zur Thatsache gemacht werden kann. Wir können versichert sein, daß Herr Holtzman uns eine ehrliche, respectadle und liberale Verwaltung geben wird und specielle Privilegien Niemand zu Theil werden läßt, denn dazu ist er als Deutsch-Amerikaner uns wohl bekannt. Das Agitations - Comite des Deutsch-Amerikanischen Demokraten ElubS. Schiffsnachrickten. Angekommen. Liverpool- Arabic" von New York via Zueenstown. Eherbourg: Barbarossa" von New York. New York : Blücher" von Hamburg und Sonthampton. San Francisco: Transportdampfer Sheridan" von Manila; Dampfer Siberia" von Hongkong via Yokohama. Abgefahren : Queenstown: Umbria" nach New York.
