Indiana Tribüne, Volume 27, Number 42, Indianapolis, Marion County, 10 October 1903 — Page 5

Jndiana Tribüne, 10. Oktober 1903

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Ein glänzender Empfang.

Adelma Patii, die berühmte italienische Sängerin, befand sich im Spätherbste des Jahres 1876 in Wien auf einer Gastspielreise, die sie auch nach Bukarest, der Hauptstadt von Rumäirien, führen sollte. Es war schon sehr winterlich geworden, und da ??iemand Schnee, Eis und Kälte mehr fürchtet als die schöne Künstlerin, so weigerte sie sich, als das Wiener Gastspiel beenbet war, ihrem Impresario gegenüber ganz entschieden, nach Bukarest weiterzufahren, wo alles schon in Schnee und Eis läge. Ein Agent war aber schon nach Bukarest vorausgereist und hatte dem Impresario telegraphirt, daß-das Athenäum gemiethet, und alle Plätze in sämmtlichen Konzerten schon zu hohen Preisen verkauft worden seien. Dies stellte der Impresario der Künstlerin vor, aber zornig erwiderte sie: Ich fahre nicht! Geben Sie sich keine Mühe, mich überreden zu wollen. Glauben Sie, ich hätte Lust, dort unten in der wilden Walachei, wo es noch schlimmer sein soll als in Sibirien, vor Kälte zu sterben!" Aergerlich entfernte sich der Jmpresario, denn er wußte, daß weder Zureden noch die triftigsten Gründe bei der eigensinnigen Künstlerin etwas ausrichteten. Er machte sich also auf den Weg zum Telegraphenamt, um in Bukarest die Anweisung zu geben, die schon gezahlten Eintrittsgelder zurückzugeben, da fiel ihm plötzlich ein möglicher Ausweg ein. Er telegraphirte Folgendes: Wir müssen um jeden Preis einen glänzend! Empfang haben. DepeschirenSiemirsofort: Der rumänische Adel bereitet sich vor, Madame Patti einen großartigen Empfang zu bereiten. Die Minister werden voraussichtlich am Bahnhof erscheinen. Schlittenfackelzug ist geplant und Militärkapellen haben Befehl, sich am Bahnhof einzustellen." Schon früh am anderen Morgen erhielt der Impresario dies bestellte Telegramm. Er eilte damit zur Patti und las es ihr ver, ohne von ihrer gestrigen Weigerung ein Wort zu sprechen. Ach, was doch diese Rumänen für liebenswürdige Menschen sind!" rief die Künstlerin vor Freude erröthend aus. Wann brechen wir auf?" setzte sie dann eifrig hinzu. Wenn Sie wünschen, morgen friih, antwortete der Impresario. Und so geschah es. Als der Zug mit der Künstlerin spät Abends in den Bukarest Bahnhof einlief, standen, in doppelter Reihe Spalier bildend, etwa 60 feierlich befrackte Herren da und hinter diesen Leute mit brennenden Fackeln. Zwei Musikkapellen spielten die rumänische und die italienische Nationalhymne. Sobald der Zug hielt, trat ein ehrwürdig aussehender Greis mit einem großen Blumenstrauß vor, den er der Künstlerin überreichte mit den Worten: Der Adel Rumäniens bewillkommt die größte Künstlerin der Welt!" Nun durchschritt die Künstlerin am Arme ihres Impresarios den mit Blumen bestreuten Bahnsteig und bestieg den festlich bekränzten und erleuchteten Schlitten. Die empfangenden Herren vertheilten sich in die übrigen Schlitten, und dann ging der Zug unter dem Beifallgeklatsch der Menge und einem Tusch der Kapelle dem Hotel zu. Was kostet die Geschichte?" fragte der Impresario feinen Agenten. Sie haben alles sehr gut gemacht. Fräcke, Beleuchtung, Musik und Schlitten werden zusammen auf tausend Francs zu stehen kommen." Lachend ging der Impresario die Treppe hinauf: die tausend Francs waren leicht zu verschmerzen, denn ohne diese Ausgabe für den glanzenden Em pfang wäre die Diva nicht nach Bukarest gefahren, und mit der großen Em nähme, die hier gemacht wurde, wäre es nichts gewesen. Die Künstlerin ist später noch mehrere Male nach Bukarest gekommen. aber ein so glänzender Empfang ist ihr nie wieder geworden. Dennoch halt sie noch heute die Rumanen sur die liebens würdigsten Menschen der ganzen Balkanhalbmsel. Prinz Heinrich und die Dorsugend, Ein amüsanter Vorfall trug sich diesen Sommer in Schwartau bei Lübeck zu. ' Prinz Heinrich von Preußen hielt sich wegen einer in der Lübecker Bucht stattfindenden Regatta in Travemunde auf und benutzte einen Abendzug nach Schwartau, um dann nach Kiel zu sahren. Vom Trevemünder Bahnhof in Schwartau begab sich - der Prinz zu Fuß nach dem Eutiner Bahnhof. Er wurde auf dem Wege erkannt und von einer sich stets vermehrenden Menge, unter der die Jugend vorherrschte, umgeben.' An schnelles Vorwärtsschreiten war nun nicht zu denken. Der Prinz griff deshalb zu einer List und sagte zu den Kindern: Demjenigen von Euch, der am schnellsten laufen kann und zuerst die .Waldhalle' erreicht, gebe ich eine Mark." Jetzt begann eine wilde Jagd. Bald kam em kleiner Knabe zurück und sprach schüchtern: Ich bin der Erste gewesen, kaiserliche Hoheit." So," antwortete der Prinz, wer hat es denn gesehen?" Gesehen hat eZ Niemand lautete die Entgegnung des Kindes. Na, dann muß ich es wohl glauben," meinte Prinz Heinrich und gao dem Jungen em Zweimarkstück Man bot dem Knaben später ein größeres Geldstück dafür, aber er lehnte es ab, weil er sich das Zweimarkstuck als Andenken an Prinz Heinrich bewahren totIL

U,'crsöttltlz?o von? Vapste. Nicht viel, was über Allaemeinheiten

hinausginge, ist bisher von den Lebenögewohnheitcn, dem Geschmack uns dcn persönlichen Eigenschaften Pius X. bekannt geworden. Nicht übel liest sich ilm Schlderuna vom Leben des Papfiel, welche das Wiener Fremdenblatt" entwirft, augenscheinlich nach Mitteilungen des Malers Lippay, der d:n Papst malt. Es. beißt da: Der rti uy i uv.i:u iu iiui u.v rt 7i I T iii v-rnrtT 1 , 1ttfV W-nn man ibn bittet, sich in Anbetracht der großen Hitze zu schon:n urd die Auvienzen etwas einzuschränkcn. antwortet cr: Povcretti" (die Armen), laßt sie nur zu mir; ste kommen oft so w-eit her, um ihren sili-ruH- -Mt 5s5 men Ymrf WtemfinhpYt -W j. jl .1 UlUit warten lassen!" Die aronen Aufreauns,cn und Eonklave und die Krönungsfelerlichkeclen haben bet Pius X. keine puren hinterlassen. Sein Aussch'.n ist gqund, jcine wohlprovorlomrte, mittelgroß: und mittelstarke, elegante Stator ist auch noch am späten Nachmittag trotz dcr Mühen des Tages gerade so elastisch wie des Moraens. Mittags geniest der Papst ein bescheidenes Mahl, das nach venetianizche? Art zubereitet wird, und ein Glas Wein. Nach dem Speisen ruht er ein wenig aus; dann arbeitet er wieder mit seinem Sekretär, und um 5 Uhr bcginnen abermals die Audienzen. Zeitig Abends nimmt er eine venezianische Cena (Abendbrot) zu sich, ergeht sich dann noÄ oft in iren weit ausaedebnten vatikanischen Gärten und begibt sich darauf zu Äett. Der .aoal i)i dem Papste in jeder fform unbekannt. Den Ceremonien ist Papst Pius X. nicht sehr abgeneigt, und er wird fast kindlich verlcaen. wev.n er solche vornehmen muß. Nührend ist seine treue Anhänglichkeit und zärtliche Lieb: für seine in der größten Einfachheit lebenden Geschwister. Damit er sich nicht vereinsamt fühle und Jemanden um sich hab?, der seme Gewoynyelden kennt uno den venezianischen Dialekt svricht. nahm er seinen Privatsekretär Msgr. Bresan mit sich, der gegenwärtig in Benedig rccili, um rne amtlichen Anaeleaenbeiten und Papiere des frühere Patriarchen zu ordnen. Monsignore Bresan benutzte das Netourvlllett, welckes der Vavst als Kardinal zum Eonklave löste, zur Reise nach Venedig. Während seiner kurzen Abwesenheit wird Monsignore Bresan von Don Giuseppe Pissina. einem jungen venetianischcn Geistlichen, der mit den Gepflogenheten des Papstes wohl vertraut ist. vertreten. Der Papst spricht und schreibt ein klassisches Latein, er hegt für die Wissenschaften das grostte Interesse und bat für die Musik eme besondere Neigung. Nach de? Musik stebt ibm die Malerei am nach ten: cr ist ein ausaesvrochener Verehrer der alten Venetiancr. der Quattroentisten. Auch in der alten italienischen Architektu. ist er wohl bewandert, und desonders boch sckakt und liebt er die Markuskirche. Pius X. erfreut sich der besten Gesundre:t. Alle Nachricyten über eine anaebnche Gichtcrkrankunq entbehren der Wahrheit. Für di? Be:)a::dcung betrunkener Solvate ist jedenfalls mit Rücksicht auf den Fall Hüssener" folgende Unierlveisung an die preußischen Unterossiziere ergangen: Gegen betrunkene Soldaten ist stets mit der größten Behutsamkeit und Vorsicht zu verfahren. damit diese nicht etwa zu wörtlichen oder thätlichen Widersetzungen gereizt werden. Der Unteroffizier muß sich daher gegen sie mit der größten Ruhe und Besonnenheit benehmen und jeden Wortwechsel wie jede persönliche Verührunz. soweit es möglich ist, vermciden. Wo es irgend möglich ist, sind betrunkene Soldaten durch Kameraden zur Ruhe zu bringen. Wenn sich der Betrunkene im Dienst befindet, so ist ohne Aufsehen durch geeignete Maßnahmen, nöthigenfalls durch Festnahme dafür zu sorgen, daß er keine AusschreZwngen begehen kann. Jede Anreizung zur Unbotmäßigkeit ist zu vermeiden. Von der Waffe ist nur Gebrauch zu machen, wenn der betrunkene Soldat gegen einen Unteroffizier mit Thätlichkeit vorgeht und das Leben bcdroht, doch ist in erster Linie darauf Bedacht zu nehmen, daß der AngreZfer nur kampfunfähig gemacht wird. Die Nichtbeachtung dieser Vorschriften wird, besonders wenn sie Ausschreitungen herbeiführt, an dem Unteroffizier streng bestraft In Berliner Spiritisten kreisen erreat ein Brief aus der ande ren Welt" großes Interesse. Durch die Vermittelung eines Berliner Mediums, Magdalena K., ist der Redaktion einer Spiritisten - Zeitung ein Brief eines ehemaligen Missionars z, gegangen, der jetzt auf dem Merkt hausen will. Er nennt sich, wie bi Nordd. Allg. Ztg." schreibt. MarslTuran und will vor 21 Jahren i Sierra Leone gelebt haben. Xuxc sein Werkzeug", jene Magdalene K., will er sich noch. weiterhin den Glaubigen offenbaren. In seinem ersten Briefe erklärt der Merkurbewohner": Das Jenseits birgt viele Freuden, für Betrüger große Leiden." Die Spiritistische Rundschau",' das Centralorgan des Bundes spiritistischer Vereine, stellt mit dem 1. Oktober d.' I. ihr Erscheinen ein. In einem Abschiedswort heißt es: Eine jahrelange Erfahrung hat uns gelehrt, daß es zur Zeit noch unmöglich ist, die alten, fest eingewurz:?ien Vorurtheile gegen den Spiritismus im Wege öffentliche? Propaganda zu beseitigen.'

Des Scbcns Zvinter. Von Thore Älanche. ..Nein." sagte der Doctor und schlug

aus den Tisch, sprechen Sie mir nicht von der Ehe. Ich Hase in meiner ganzen Praxis nur eine einzige Ehe gesehen, die ich als glucklich ansehen kann, und sie war 70 und er 75 Jahre alt. Mit den Eheleuten geht's wie mit den Wagenpferden, sie gehen erst dann gut zusammen, wenn sie alt sind. Wann ist ein Ehepaar glücklich? Vielleicht als Neuvermählte? Unsinn! Fragen Sie hundert Männer und ebenso viele Frauen, md fünfzig werden Ihnen antworten, daß die ersten beiden Jahre die schlimmsten waren. Sehen Sie, da ist die ganze Maschinerie noch neu und unerprobt, der Eine zieht nach der Seite, der Andere nach jener; der Eine geht zu schnell, der Andere zu langsam, und bei jedem Schritt, mit dem man dem Anderen näher auf den Leib rückt, kommt man an Kanten, die abgeschliffen werden müssen. Nein, glauben Sie mir, jedem Lenz und jedem Sommer ist der Winter vorzuziehen, der ruhige, Me Winter, wenn Beider Haare grau, wenn der Puls still geworden ist." Der Doctor holte Athem, that ein paar Züge aus seiner Cigarre und fuhr fort: Ich habe ein wirklich glückliches Ehepaar gekannt!" Vor einigen Jahren kam ein älterer, sehr korpulenter Mann mit kinvlichem Gesichtsausdruck in meine Sprechstunde. Er trat sehr anspruchslos auf und verbeugte sich mehrmals. Als ich ihn fragte, was ihm fehle, antwortete er sehr verlegen und polternd: Nein, nein, nein, es handelt sich nicht um mich, sondern um meine Frau!" Unter weiterem verlegenem Stammein erklärte er, seine Frau wäre krank, das heißt, sie war eigentlich nicht krank und behauptete selbst, sie wäre frisch und gesund wie ein Fisch im Wasser, Malles eigener Ausdruck, Herr Doctor!" aber er war überzeugt, sie wäre krank, und es wäre etwas in ihrem Magen nicht in Ordnung und nun wollte er mich bitten, ich möchte so gut sein und mitkommen und 'mal nachsehen, denn Malle war so eigenthümlich sie wußte gar nicht, daß er zumDoctor gegangen war das wußte sie nicht hm, hm! Ich ließ mir seine Adresse geben und versprach, am nächsten Tage zu kommen. Als ich am nächsten Tage nach dem Mittagessen an der Thür klingelte, hörte ich drinnen ein Rasseln mit Küchengeschirr, aber plötzlich war es still und kräftige, dumpfe Schritte, kamen an die Thür, sie wurde dann hastig geöffnet und ich sah mich einer älteren Frau gegenüber, groß und breit, mit fast männlichem Gesichtsausdruck. Mit großen, runden Augen starrte sie mich an. Das war augenscheinlich Malle. Ich rückte mit dem Zweck meines Besuches heraus. Die resolute Frau schlug die Hände über'm Kopf zusammen. Ach du mein Gott und Schöpfer!' rief sie. Da hat er wieder was Nettes angerichtet! Emil!" schrie sie und drehte sich um. Sofort zeigte sich sein gutmüthiges, verlegenes Gesicht rn der Thür. Er hatte einen schönen Schlafrock an und ein Paar warme, gestickte Morgenschuhe an den Füßen. Er stammelte einige Worte, die ich Nicht hören konn te, und starrte dann hartnäckig auf die gestickten Schuhe, während die dicke Frau fortfuhr: Ja, steh' Du nur da und schäme Dich, daß Du dem Herrn Doctor die Umstände gemacht hast, umsonst hier her zu kommen! Herr Doctor, wie soll man es nur aushalten, wenn man einen Mann hat, der nichts weiter als Dummheiten macht, wenn er auf eigene Faust handelt?" Es lag in ihrem Ton eine tiefe, mütterliche Belümmerniß, der sich so komisch ausnahm, als sie sich nach dem großen, dicken Mann in der Thürössnung umdrehte, daß ich mich des Lachenö nicht erwehren konnte. Auch Emil brach in ein kurzes Lachen aus und sah so vergnügt aus, als hätte sie ihm die größte Schmeichelei gesagt, während seine kleinen runden Augen sich mit einem Ausdruck auf mich hefteten, als wenn er sagen wollte: Na, was sagen Sie zu ihr, ist sie nicht großartig?" Nun, da der Herr Doctor einmal da ist," fuhr die Frau fort, muß ich ihn schon bitten, näher zu treten. Ich bitte nicht um Entschuldigung, wie es aussieht, denn es könnte noch schlechter sein. Bitte. Herr Doctor. bitte!" ' Die Frau sagte diese Worte mit solcher Freundlichkeit und Herzlichkeit, daß ich sie beinahe umarmt hätte. Sie nahm mir Hut und Rock ab und hing beides mit einer Feierlichkeit auf, daß ich dasGefühl hatte, sie betrachtete mich alten Burschen als dasselbe große Kind wie ihren Emil, der jeder ihrer Bewegungen mit glücklichem Lächeln folgte. Wenn der Herr Doctor eine Tasse Kaffee trinken will, dann brauchen Sie sich nicht zu geniren; es ist draußen kalt," meinte sie und bevor ich ihr noch antworten konnte, war ihr breiter Rücken aus der Thür. . Das war mein erster Besuch bei dem

allen Paar, aoer es war mcyt ver letzte. Ich weiß nicht, wie es zuging, aber ich fühlte mich fo wohl in ihrer bescheidenen Häuslichkeit, bei diesen auf-

richtigen Menschen, die nur für einander lebten und ihre Aunemuna auf so verschiedene und dabei gleich rührende Weise bekundeten, er mit seiner stillen Bewunderung für sie, mit seinem unerschütterlichen Glauben undZutrauen zu Allem, was sie that oder sagte; sie mit ihrer beständigen Sorge um ihn, mit den vielen Morgenschuhen von verschiedener Stärke erst, wenn er aus dem Bett aufstand, die wärmsten, dann ein Paar weniger warme und zuletzt, während er die Stiefel anzog, ein Paar dünne, um nach und nach die Füße der Bettwärme zu ei'.twöhnen. Wenn ich Abends mit meiner Praxis fertig war, pflegte ich sie ab und zu zu besuchen. Ich sah sie deutlich vor mir, mit der Brille auf der Nase, wie sie ihm die Zeitung vorlas, während er im Lehnstuhl saß, langsam an dem dampfenden Glas Grog nippte und es war mir ein eigenthümlich behagliches Gefühl, wenn ich hörte, wie nach meinem Klingeln ein Stuhl zur Seite geschoben wurde und schwere, hastige Schritte sich der Thür näherten. Sie waren glücklich, die Beiden, sie hatten nie Kinder, die ihnen Kummer bereiten konnten, nie Dienstboten, über die sie sich hätten ärgern können, gehabt. Sie machte rein, ging auf den Markt, kochte das Essen und machte die Betten. Inzwischen machte das Leiden große Fortschritte. Sie hatte große Schmerzen und mußte sich einer Operation unterwerfen. Es war komisch und rührend zugleich, ihn im Corridor des Hospitals auf- und abwandern zu sehen, wie er mit seinem großen Körper an all' und jedem anstieß und höflich um Entschuldigung bat, doch mit seltsam starrendem, abwesendem Blick, der deutlich zeigte, daß er an etwas ganz Anderes dachte. Und als sie dann als Reconvaliscentin dalag! Man konnte nur lächeln, wenn man ihn vorsichtig über die gebohnte Diele im Schlafsaal gehen sah. Doch wenn er an das Bett trat, in dem seine Malle lag und bleich und ab gemagert schlief, dann sank er aussen Stubl und weinte wie ein Kind und dann, ja dann, glaube ich, traten uns Allen zusammen die Thränen in die Augen, Patienten, Krankenpflegerin nen und Aerzten. Und er! Wie wusch er sich? War er mit der Frau zufrieden, die bei ihm reinmachte? Zog er auch warme Strümpfe an? Trank er am Abend seinen Groa? ' Die Operation hatte das Uebel nicht bannen können. Die Malle war sehr schwach, und kurz nachdem sie das Krankenhaus verlassen, mußte sie sich wieder legen. Eines Morgens ich kleidete mich noch an klingelte es an der Thür. Emil kam mit braunem, eingedrücktem Hut, ohne Shlips, den Ueberzieher schief zugeknöpft, herein; als er den Paletot aufmachte, sah ich, daß er die Weste anzuziehen vergessen hatte. Wie steht es zu Haus?" Er sah einen Augenblick auf und be trachtete mich mit blödem, nichtssagen dem Blick. Wie geht es Ihrer Frau? Aber so antworten Sie doch, Mann! Da ging ein schmerzhaftes Zucken über sein Gesicht, das sich wie im Krampf verzerrte, und mit einer Stimme, deren Kreischen noch jetzt in meiner Erinnerung zittert, sagte er: Malle ist todt! Was soll aus mir werden?" Der Doctor räusperte sich und fuhr fort: Was aus ihm wurde? Ja, das ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen! Der arme Kerl! Er ist vollständig in den Händen semer Wirthschaft!, die ihn tyrannisirt, ihn vernachlässigt. mit den verschiedenen Sorten Morgen schuhen nicht Bescheid weiß, seine klei nen, unschuldigen Gewohnheiten nicht kennt und ihn schließlich zwingen wird. sie zu heirathen! Ach, pfui Kukuk!" Der Doctor sah ganz wüthend aus. während er von Neuem auf den Tisch schlug uns ausrief: Nein, sprechen Sie mir nicht von der Ehe!" Doch etwas. JJhrn. Fränzl, was hat denn Papa von der Jagd mitgebracht?" Fränzl: N' heillosen Zorn, daß er nix getroffen hat!" DurchdieAnwendungvon Dynamit wurden bei Plattsmouth, Neb., etwa 600 Acres vom besten Korn vor dem Verderben gerettet. Das Land war überschwemmt und das Wasser wäre auf demselben stehen geblieben, als die Flüsse niedriger wurden. Da kam ein Farmer Namens Scott auf die Idee, dem nassen Element Abfluß zu verschaffen durch An Wendung voni Dynamit, was bestens gelang. GreenBay,Wis.,hateinen Geistlichen, der während der Woche in einem Landdistrikt Briefe trägt und am Sonntag auf der Kanzel steht. Red. Peter Peterson von der Congregationalistenkirche der Südseite ist alsLandbriefträger auf einer der aus der Stadt führenden Routen ernannt worden und hat kürzlich seinen ersten Rundgang gemacht. Er wurde der Nachfolger von .E. I. Perkins. welcher resignirte. ,

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