Indiana Tribüne, Volume 27, Number 42, Indianapolis, Marion County, 10 October 1903 — Page 3

Jndiana Tribüne, 10 Oktober 1903

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Schluß

Der Kentucktz-Manöver mit einer Parade. srtiitarfih nrn Tackt,ertt5n- " " , - " ' I digen über die Leistungen der Milizen. Der General -Postmeister bewilligt litjnuiancti den Adschled. Auch Auditor Castle ruht auf seinen Lorbeeren aus. Folk bringt den Staatssekretär zu raschem Handeln. Agent für amerikanische VenezuelaAnsprüche erstattet Bericht. Stürme im Staate New Aork und an der atlantischen Küste. Die arokeVarade. CampYoung, West Point, Ky., 9. Okt. Tausende von Soldaten, m Khall und Blau, zogen heute am neralmaior Bates und btab m segenwart einer zahlreichen Menge vorüber. Die zweimal verschobene Revue sämmtllcher Truppen war ein glänzen Schauspiel und brachte zugleich die '"' ' 'lllnooer oer yteguiaren uno yiawonai Gardisten zum Abschlüsse. Am Besten schnitt wohl bei der Parade die Michigan Brigade unter den Miliz-Regimentern ab, unmittelbar nach ihr kam aber Jndiana. Sämmtliche National - Gardisten I wurden heute abgelohnt. Sie erhal ten Bezahlung von der Mobilmachung in ihren Helmathsorten an bis zu lyrer Rückkehr und Entlassung. Die Bezahlung ist die gleiche wie bei den regulären Truppen, beträchtlich geringer als die Milizen sür staatliche Feldlager beziehen. Der Durchschnitt für den Gemeinen als Entschädigung der 10 Tage betrug etwa S7.ö0. Die Miliz bricht morgen ihr Lager ab und den Plänen nach gehen die v nt i n ? 5 I Michigan neglinenler zueru weg, wett ihre Garnisonen am entferntesten fmd. Die Unparteiischen besprachen heute im Versammlungszelt die Manöver, an welchen die Milizen thellnahmen. Allgemeiner Meinung erwiesen sich die Uebungen von großem Nutzen für die Truppen; die Mehrzahl war aber auf eine kolcke umfassende Tbätiakeit nicht vorbereitet. Die Staatstruppen wurden freimüthig, jedoch in wohlwollender Weise kritisirt. Oberst Wagner äußerte sich sehr zufrieden über das Verhalten der Staatstruvven. Oberst E. A. Vritton. der als Ver- - ; w " , joeu mer weine, mamie oie oezelazI W.mi.rfnnrtViele dieser Milizen kommen her, r? t. ri'jio .t um lieg an unioernlals-ueoungeri zu betheiligen, während sie noch niemals eine Volksschul-Erziehung in militärischen Dingen durchgemacht haben." ' Oberst Britton sammelt statistisches Material bezüglich des Werthes der Manöver. Rücktritt des PostamtsAuditors. Washington, 9. Okt. Der Rücktritt des Auditors für das Post-Depar-tement, N. A. Eastle's, wird heute an aelündlat. Das Rucktrltts-Ge uä, war ein 7. Okt. dem Schatz.Sekretär eingeI veiit mnrfsfiry or hftSfpTfi rtntlrtTim I ' i Bis Zur Ernennung eines Nachfolgers Wlhi mU lm mL GcQjiIß klärte, daß ihn Privat.Geschäste zum Aufgeben seiner Stellung nöthigen und daß sein Rücktritt in kemem Zusamr.?."e "m ü" . lucnuiiu xizuz Herrn Payne's Freude. Wasbinaton. 9. Okt. Die Kniin (i.rtf.mpfsfifcirnrt mstfirt? länger denn eine Stunde. Alle Mit' ""XjV wm v l r V f glieder, mit Ausnahme der Sekretäre Root und Hitchcock, waren zugegen, Das auvt-Äeratbnnas.Tbema bildete die Postamts-Untersuchnng, besonders die Po tamts-llnter ucynng, be onders hinsichtlich der ggnär.ig gerichtlich anbängiaen ZZälle. General-Postmeister Payne drückte n n seine Befriedigung darüber aus, daß der Schauplatz der Thätigkeit bezüg lich der Untersuchung nunmehr von einem Departement auf das der Justiz uoergegangen ,ei. I tv . ni.r..i.i eri Pllyne erwarte! atö Neilltiar der Untersuchung nicht, daß es zu einer Entlassung im GroKen von Clerks und I " - f.i.r. , . x auii;muuu3ujr; inuuit utius.

Christiancy's Abgang.

Washington, 9. Okt. Der Generalpzstmeister nahm heute das I cr i m . . r . r rw 4 ri Nualrillsgeiuaz von 1. lzriniancy als Hilfs Generalanwalt im Post departement an. n-. i-i. i-. v r? j. t'A. verr yrlNlancy oesano ncy ieii April auf Urlaub ohne Vergütung. 2) e r lneiljaeesanote beiHay. Washington. 9. Okt. Der chinesische Gesandte Cben Tung Lieng Chang conferirte heute lange mit Staatssekretär ftav über die Mand schurei'Lage. Der Gesandte hatte schon vor einiger Zeit Nachricht erhalten, daß die Russen anscheinend keine Anstaleen zur Rau mung der Provinz machen. Der Ge sandte ist erklärlicherweise tief U kümmert über die Lage, da China be kanntlich nicht im Stande ist, Rußland mit Gewalt zum Abzug zu zwingen. ftnlf h (tii t ßrfnlrt. " " ' Wasbinaton. 9. Okt. Da Staatsdepartement plant die Eröffnung ö0n Verhandlungen mit der englischen unb französischen Regierung behufs Abünderuna der bestebenden Ausliefe rungsverträge. Es handelt sich da ntrn hto in Wiffnnrt rmrtpfsrtrtfon N Utx der biefiqm Eerichtsbarleit überlie. I Vft II MIIMMUVt fr y trn , uttnm. London. 9. Okt. Die amerila. tschast ht biZber noch keine Schritte beim auswärtigen Amt bezüglich der Auslieferung V2n Personen, welche der Bestechung beschuldigt sind, gethan. In britischen Regierungskreisen glaubt man, daß ein solcher Vertrag auf keine Hindernisse stößt. Of ), n , ? , . m e r , I a s A g e n t für v e n e zolanische Ansprüche. Washington, 9. Oktober. Robert E. Morris. Agent Amerika's bei den Ansprüchen gegen Venezuela, erstattete heute im Staatsdepartement mündlichen Bericht. Eine Anzahl Ansprüche amer. Bür ger sind erledigt, die wichtigsten schwe den aber noch. Bis ietzt scheint Herr Morris zufrieden. Er berichtet indessen, daß alle Ausländer, die An . . - . spräche m Venezuela einreichten, von den dortigen Zeitungen in gröbster Weise beschimpft wurden. Die Blätter scheinen angewiesen, den Agenten, An wälten und Unparteiischen ihre Aufgabe möglichst unangenehm zu machen. New ?1 o r k, 9. Okt. Schwerer Regenfall gestern Nacht und heute früh richtete taufende von Dollars Schaden I l n l n-i t an uno oxt eryeouq oen etneo oer Straßen- wie Eisenbahnen. In den Außen-Bezlrken standen viele TrolleyI er r r r uno Vayn-mlen unrer z ub riesem Walftr. In Patterson, N. I., wurde der as6.RriM hM Wmmi. u'"o-',"" . i-w . I nr r V M OMDION, VI. A.. DICLO) LlN llMM und setzte ein 10 Meilen langes Thal rx TUrtf?r flTnS hörfAtsfftter 'Tfiol -,- len des Staates New York wird em. pstndlicher Hochfluth.Schaden berichtet. Auch den. Tag über dauerte hier der In.., cn r r i lrie egensau sorr Norfolk, Va., 9. Okt. Der Virginia-Nord Earolina Grenze ent lang, von Eape Henry bis Kitty Hawk, wüthet ein heftiger Sturm. Der Wind betrug 60 Meilen die Stunde. Schiffahrt gefährdet und telegraphische Verbindung ernstlich gestört. t a g e gegen o 1 1 iijctiität Diktatoren. rtppu r e e k, lioi., y. DIt. cvm DMritts-Gerickt wurden beute die Klage-Anträge verschiedener streikender 'benardeiter aeaen Briaade-Keneral G &tmxal . Auditeur Thomas mi ungesetzlicher Verhaftung Detention im MMtär-Wachthause, w w 9 Es wird behauptet, daß vorgestern em Aergiftungsversuch gegen die Trup im 2a8 El Paso gemacht worden , , lel. Alle oldaten, j Abwesende aus genommen, ,ouen rampse u. iarryoe I r . . ! , klommen aoen. m ranzen waren 63 Mann asnzirt, sie sind aber alle chergestellt. Das Gift soll in den ' y ,' Z 1 1 "..rd Grube, deren Wasser sür häusliche Zwecke entnonmen wird. I . f inii.i v r ? . nt v . e woroenin. uq vme Arbelter sind erkrankt. Eine Analvie des WasserS wird gemacht. Bekannter Journalist, f Milwaukee, Wis., 9. Okt. Christian Koerner, 60 Jahre, einer der i.i i . n rrt .r. oeiannienen oeuiazen uoiomne !M Nordwesten, lange Jahre der Redaktion der .Germania" anaeböria. ist in Lu I " " ' ur , crn: - .a... i utwu, -jjkum,, utuutwm.

EandidaturMiles. To pek a, Kans., 9. Okt. Der hiesige demokratische Flambeau Elub". der größte demokratische Verband im Staate, sprach sich heute einstimmig für die Präsidentschafts Eandidatur des General Miles aus. Der Club wird versuchen, die demokrat. Unter stützung in Kansas für die Nomination von Miles zu erlangen. C.D.WrightUnparteiischer. S c r a n t o n , Pa.. 9. Oktober. Richter Gray von der HartkohhnStreikcommission ernannte Carroll D. Wright zum Unparteiischen, um die Frage de kurzen Arbeitstages an Samstagen in der Schuylkill Gegend zu entscheiden. Er hat schon fünf ähnliche Fragen entschieden. Ausbruch von Gefangenen. Salt Lake, Utah, 9. Oktbr. Bei einem theilmeise erfolgreichen Aus bruch von Gefangenen aus dem StaatsZuchthaus wurde heute Nacht ein Gefangener getödtet, ein Posten und 3 Gefangene verwundet und ein Mann bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. 2 zum Tode verurtheilte Gefangene sind entkommen.

Schwache Registrirung. New York, 9. Oct. Heute begann die Registrirung für die kommenden städtischen Wahlen; aber der Sturm hielt Tausende von Wählern vom Einschreiben zurück. Die Fusionisten eröffnen ihre Eampagne am 13. mit einer Versammlung in Cooper Union. Bürgermeister Low und Andere werden sprechen. Evang. - luth. Kirche und Ehescheidung. Moristown, Pa., 0. Okt. Der hier tagende Generalrath der evangelisch - lutherischen Kirche discutirte heute die Frage der Ehescheidung. Du Beschlüsse erklären die Lösung der Ehebände als ein Verbrechen gegen Gott, welches weder durch fehlerhafte bürgerliche Gesetze noch durch Herabsinken unter die in Gottes Wort vorgeschriebene Richtschnur, durch Gemeinde oder die Führer der öffentlichen Meinung, gemildert oder entschuldigt werden kann. Vom Staate erlassene Licensen können keine Gewissenssührer für Pastor oder Applikanten bilden." Die Herbeiführung gleicher Gesetze im ganzen Lande bezüglich Heirath und Schei. dung wird lebhaft befürwortet. Vio pnrole. einer kleinen oöerbayerischc In Stadt rentirte sich die Trambahn so schlecht, daß die Gemeindeväter beschlossen, den Tarif zu erhöhen. Nach langem Hin und Her siegte der Antrag: die Fremden sollten doppelt so viel zahlen als die Einheimischen und allernächsten Nachbarn. Wie aber das durchführen? Woran erkennt man den Ausländer." den Nicht-Altbayern? Sehr einfach! Der Trambahnschaffner fordert jeden Fahrgast auf: Sag'n S' Loabitoag" (Laiblteig ein Vrodteig). Kann er's. zahlt er 10 Pfennig; wenn nicht, kostet's 20 Pfennig. Arrg?rlict?o Vcsftiiri?tc. Warum denn heute so ärgerlich. Herr Oberamtmann?" Weil'S mich ärgert. Sehen Sie, als ich Praktikant war, hab' ich mich über meine Borgesetzten geärgert, später hab' ich mich über meine Untergebenen geärgert, währnid mich zu Haus meine Frau geärgert hat. Seitdem ich aber Witiwer und im Ruhestand bin, hab' ich keinen Menschen, über den ich mich ärgern könnte, und das ärgert mich." 8 ch n i kz o L Allerlei Interessantes ans allerlei Gebiet Für Jeden etwas. Die Araber essen niemals Fische. Rußland erzeugt mehr Flachs wie irgend ein anderes Land. Die Zahl der Gletscher in den Alpen beträgt etwa 1155. Als Stimmzettel brauchten die alten Griechen Olivenblätter. In Venedig wurde die erste Bank gegründet, und zwar im Jahre 1156. Das Korsett hat mehr Gräber gefüllt als der Schnaps," fagt Frau F. S. Parker. Fechtübungen sind gegenwärtig der Lieblingssport der jungen vornehmen Japanerinnen. Ein Faß Mehl von 196 Pfund zu gewinnen, braucht man 275 bis 300 Pfund Weizen. Der Her zog 'von Devons h i r e in England hat nicht weniger als 42 Pfriknden zu vergeben. Als Füllung für Zähne wird neuerdings Glas benutzt. Es hat den Vortheil, fast unbemerkbar zu sein.

(?ine Mauer um Helgoland. In der Geschichte der politischen Taa-chgeschäfte steht die imJahre 1800 erfo.gtz Abtretung von Helgoland an Dcntjchland einzig da. Während Deutschland den Engländern in Afrika die werthvollsten -Besitzungen und Anrechte überließ,- gerade als wollte es seinen Kolonialbesitz liquidiren, erhielt es als Gegenleistung nur eine Nord-see-Jnsel von 1600 Meter Länge und 570 Meter Breite, an deren östlicher Seite eine kleine Sandinsel, die Dü ne", liegt. Die einen, besonders Fürst Vismarck, bestritten scgar den straiezischcn Werth Helgolands für Deutschland, die anderen behaupteten Dagegen, es wiege wegen seiner zentralen Lage zu den in die Nordsee mündende:: deutschen Strömen, der Jade, Weser und Elbe, einschließlich den Nordostseekanal, eine Slachtflotte auf. Diese letztere Ansicht siegte, und demgemäß wurde Helgoland so stark befestigt, daß es jetzt eine Belagerung von einem halben Jahre ruhig aushalten kann. Nach der Befestigung Helgolands ist jetzt die Festmachung der Insel zu einer brennenden Frage geworden; denn alljährlich stürzen infolge des Einflusses der Atmosphärilien und der ansiürmenden Wogen am West- und Ostklippenrand so enorme Felsmassen in das Meer, daß man heute bereits ausrechnen kann, wann ungefähr die Insel auch ohne den Eintritt außergewöhnlicher elementarer Ereignisse verschwunden sein wird. Die Engländer werden dann wohl noch immer Sansibar besitzen, und Deutschland hätte das Nachsehen. Erfreulicherweise wird jetzt von zwei Seiten mit Arbeiten zum Schutze der Insel begonnen. Die Kodifikation läßt die Höhlungen ausmauern, welche die nahe am Lumenfelsen gelegenen Battcrien gefährden, und sie führt dort überdies eine etwa 15 Meter lange Mauer auf. Viel interessanter ist jedoch die Befestigungsarbcit, die von der preußischen Regierung an einer besonders abbröckelnden Stelle der Südwestinsel aufgeführt wird, und die bereits seit dem Mai d. I. an 70 Arbeiter beschäftigt. Es wird dort zwischen zwei vorspringenden Felswänden eine 2h bis 4 Meter dicke und 65 Meter lange Mauer aus Beton- und Granitblöcken aufgeführt, welche zunächst die Abbröckelungen von der Felswand gegen die vernichtenden Angriffe der See zurückhal-

ten wird. Das durch Verwitterung abbröckelnde Gestein wird den Raum zwischen der Mauer und der Klippe allmählich ausfüllen, der jetzt stark abfallende Felsen wird sich mit der Zeit abböschen, er wird dem Pflanzenreich Gelegenheit zur Entwickelung aeben und sich hierdurch befestigen. Wenn sich die Anlage bewährt, so wird die Mauer um den ganzen bedrohten Theil der Insel fortgeführt werden. In 3 bis 4 Jahren wird das ausführbar sein. Zwar wird das Preußen beziehungsweise dem Reiche Millionen kosten, aber doch lange nicht so viele als der Bau von zum dortigen Ankern bestimmten vier Schlachtschiffen. Und schließlich gilt auch hier der Satz: Das Kind ist da, nun muß man es füttern. Der Kaiser und die StdteLluS stellung. Die plötzliche Absage des kaiserlichen Besuchs auf der Dresdener StädteAusstellung hat nach der Frankf.-Ztg." auf dem Deutschen Städtetage stark verstimmt. Der Eindruck der unerwarteten Absage sei um so peinlicher gewesen, als der Kaiser wenige Stunden nach der ursprünglich festgesetzten Zeit seines Besuches in Dresden zum Besuche des Hofes eintraf. Eine Aufklärung über die auffallende Aenderung in den Dispositionen des Kaisers ist von keiner Seite gegeben worden. Die Nordd. Allg. Ztg." hat weiter nichts zu sagen gewußt, als daß die Umstände" den Kaiser verhindert hätten, seine Absicht auszuführen, und der Kaiser selbst, welcher nach der Galatafel im Dresdener Schlosse den Oberbürgermeister Beutler ansprach, beschränkte sich, als der DresdenerStadtvorstand einige Worte des Bedauerns äußerte, auf folgende Sätze: Mein lieber Beutler: Ultra posse nemo obligatur! Ich habe Ihnen wenigstens gutes Wetter mitgebracht. Wie hat sich denn mein Junge benommen?" Damit war die Angelegenheit erledigt. Der Kronprinz aber, der den Kaiser vertrat, beschränkte sich auf einenRundgang durch die Ausstellung. AufdemManöverterrain in der Nähe von Weißweiler wurden sechs Soldaten des in Trier in Garnison liegenden Infanterieregiments v. Horn (3. Rheinisches) Nr. 29 vom Blitz getroffen. Ein Soldat wurde getödtet. fünf verletzt. Drei Soldaten, welche der Schreck betäubt hatte, vermochten sich, wie die DürenerZeitung" meldet, bald nach' ihrer Einlieferung in das Krankenhaus zu erholen. Einzelheiten über die Ueberrumpelung einer algerischen Pi'oviantkolonne durch Verben c: El Munaar werden jetzt bekannt. Danach marschirte der Zug in drei Abtheilungen. deren mittlere überrascht wurde Waffen und Munition, sowie 450 mit Lebensmitteln und 50 mit Munition beladen? Kameele wurden, geraubt. Mehrere Soldaten der Fremdenlegion, welche gefallen waren, wurden verstümmelt. Die Frauen und Kaufleute, welche sich mit dem Convoi nach Taghit begeben wollten, werden vermint.

Ein Ideal Clcvclanv'S. Bei der Einsetzung des Pädagogen

Finlcy zum Rektor des College of the City of New York" drang G r o v e r C l c v e k a n d in der Festrede darauf, daß eine höhere Bildung Nicht zu ernem bloßen Ornament eines sich aufähenden Geldreichthums gemacht werde." Und er äußerte feine große Freude darüber, daß die genannte New Aorker Anstalt auch Unbemittelten iostenfrer offen stkhe. Er betlagte e-. daß die frühere Einfachheit amerikanifchen Lebens einem tollen Ringen nach Reichthum gewichen sei, zum Schaden des öffentlichen Wohls und zur Zerspaltung des Volks in abgesonderte. einander abstoßende Massen. Er dringt diesen krankhaften Erscheinungen gegenüber auf eine Demokratis:rung höherer Bildung", wie dieselbe von dem besagten Collc? angestrebt werde, so daß nicht Reichthum an Geld, sondern Reichthum an Wissen fur's nationale Leben maßgebend werde. Diese Aeußerungen Clcveland s sind eine fchätzenswerthe Beihülfe zu dem jetzt so eifrigen Bemühen tüchtiger englisch-amerikanischer Pädagogen wie Professor Peck von der ColumbiaUniversität, dem amerikanischen Leben eine idealere Richtung zu geben. Llmcri'anisÄcr Gclchrtkr über Le bcnskunst in TeutscdlanS. Dr. John P. G o r d v, ein geborener Maryländer, der seine Studien zum Theil in Leipzig gemacht, tüchtige pädagogische und geschichtliche Schriften verfaßt, auch ein Werk des. greisen deutschen Philosophen Kuno Fischer in's Englische übertragen hat, ist gegenwärtig Professor und Dekan an der New York University". Als kürzlich die mit dieser verknüpfte Schule für Pädagogik eröffnet wurde, hielt Professor Gordy dabei eine Rede, worin er namentlich die Erfahrungen schilderte, die er kürzlich in Deutschland, als er dieses wieder besuchte, gemacht hat. Im Wesentlichen sagte er: Es giebt in dem Lande der Teutonen natürlich auch Mißstände, wie Militarismus, Absolutismus und Sozialismus; darauf will ich mich aber jetzt nicht einlassen. Meiner Ansicht nach stehen mit der einzigen Ausnahme der alten Griechen, die Deutschen, was die Kunst des Lebens anbetrifft, auf der höchsten Stufe. Als ich nach New York zurückkehrte, sah 'ich mehr Schmutz in den Straßen, als ich in Berlin in zehn Wochen bemerkte. Den Deutschen ist die Gabe, welche man mit Geschmack" bezeichnet, nicht im vollsten Maße verliehen; aber sie haben eine gewisse Sauberkeit und Ordnungsliebe an sich, die ich als wundervoll und bewundernswerth bezeichnen muß. Man kann das sowohl in den großen, wie in den kleinen Städten Deutschlands bemerken, und Alles wird in einer solchen Vollendung gethan, daß selbst einer städtischen Landschaft ein Reiz verliehen wird, der ihr eine natürliche Schönheit der hübschesten Art verleiht. Was den Geschmack anbetrifft, wird man in Berlin nicht so viele Männer und Frauen beobachten können, die sich betreffs fehlerlosen Kleidens mit New Yorkern oder Parisern messen können, aber man sieht in der deutschen Reichshauptsiadt Besseres. Dasselbe Saubere, Nette und Geordnete, was man an der Szenerie beobacten kamt, hat nämlich auch auf die )!enschen Bezug, und man sieht in Berlin kaum eine zerlumpte Person oder schmutzige zerlumpte Kleider, wie man es so oft in New York wahrnehwen kann. Die Deutschen haben ein Wort, welches das Gefühl des Comforts ausdrückt, das Einen beschleicht, wenn man instinktiv fühlt, daß Alles um einen herum so ist, wie es sein sollte. Wir können es nicht recht übersetzen, wohl aus dem Grunde. wejl wir die Sache nicöt haben. Wie weitreichend dieses Gefühl ist. wird wohl manchem Amerikaner schwer sein zu verstehen. Bei uns ist Behaglichkeit von einer bestimmten Sorte vorhanden, aber sie ist mit einer gewissen Rauheit vermischt. welSe zum großen Theil die Wirkung aufhebt. Oft. wenn wir das Rechte thun, geschieht es in unrechter Weise, ' ' 7 . ' i r fc. c.o so datz eZ von oer usneoLnyttl oes Lebens einen Theil fortnimmt, statt es zu verschönern. So bot mir kürzlich ein vierzehnjähriger Knabe in einem New Yorker Straßenbahnwagen seinen Sitz an, was ich als sehr ueit und schön betrachtete; ab?r gleiÄ darauf kam die Bemerkung: Sit down, old man." Nun will ich nicht behaupten, daß mir ein Knabe in Deutschland den Sitz angeboien hätte; wenn es jedoch geschehen wäre, hätte er es jedenfalls in anderer, höflicherer Form gethan." Ein Wahrzeichen der Schlacht bei Großbeercn, die alte historische Mühle, von wo aus der Angriff auf das Dorf geleitet wurde, hat unlängst beseitigt werden müssen, weil sie dem Wirthschaftbetriebe des dortigen Berliner Rieselgutes hinderlich wurde. Auf vielseitige Anträge Hai sich die Verwaltung der Rieselgüter entschlossen, die geschichtliche Stätte von Neuem zu markiren und dort einen großen eratischen Block aufstellen zu lassen, der das Jahr und das Datum der Schlacht enthält, durch die Berlin vor. Vrandschatzung und Plünderung bewahrt wu:ds.