Indiana Tribüne, Volume 27, Number 41, Indianapolis, Marion County, 9 October 1903 — Page 6
Jttdiailn Tribünc, 9. Oktober 1903.
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EmoMWe TiiuiDsisjnn. Provinz Brandenburg. Berlin. Dem Geheimrath Profcssor Lipschitz wurde der Rothe Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub; dem früheren zweiten Vicepräsidenten des Reichstags, Geheimen Finanzrath Büsing, der Kronenorden 2. Klasse und dem Oberlehrer a. D. Professor Dr. jur. und phil. Bernhard Jrmer der Rothe Adlerorden 4. Klasse verliehen. Gefängnißdirector Geheimer Justizrath Dr. Wirth in Plötzensee, der demnächst sein Amt niederlegt, wird am 30. November, nach Ablegung seiner 50jährigen Dienstzeit, in den Ruhestand treten. Sein Dienstalter datirt vom gleichen Tage des Jahres 1853. An einem Bienenstich gestorben ist der 26jährige Arbeiter Albert Wettke. Er war auf einem Ausfluge nach der Schönholzcr Heide von einer Biene gestochen worden und kratzte so lange an der Wunde herum, bis sie blutete. Nun verband er sie mit einem Stück buntfarbigen Kattunzeug, was eine Blutvergiftung zur Folge hatte. Zum Doctor Ingenieur ist an der Technischen Hochschule in Charlottenbürg der Diplom - Ingenieur Erwin Kramer von hier, Paulstraße 9, mit Auszeichnung promovirt worden. Im Quergebäude des Hauses Lübbenerstraße 26 brach auf .dem Boden Feuer aus, das den ganzen Dachstuhl
zerstörte. Bei den Löschungsarbeiten erlitten tue Feuerwehrmänner Kleinke und Müller durch eine Stichflamme schwere und die Feuerwehrmänner Cräfe, Krause und Wohlfeil leichte Brandwunden im Gesicht und an den Händen. Sie wurden in das Krankenhaus Bethanien gebracht. Schutzmann Karl Nadthe vom 11. PolizeiRevier, wohnhaft Demminer Straße 28, blickte auf 25 DicnstZahre bei der hiesigen Schutzmannschaft zurück. Der Jubilar nahm an dem Feldzuge 187071 theil, ist Inhaber der Denkmünze, de? Centenar - Medaille und des Allgemeinen Ehrenzeichens. Brandenburg a. H. Dem Kaufmann Max Witte wurde die Rettungsmedaille am Bande verliehen. D a l l g o w. Bon einer großen Feuersbrunst ist das hiesige, nahe dem Döberitzer Barackenlager belegeneDorf heimgesucht worden. Die Gehöfte des Bauern Tasche und des Bauern Schütze brannten ab. Friedrichshagen. Böttchermeiste? Austen feierte mit seiner Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Bor Kurzem konnte der noch sehr rüstige Mann auch sein 25jähriges Geschäftsjubiläum feiern. K a r l s h o f. Bei lebendigem Leibe verbrannt ist die 19 Jahre alte Frieda Görlich, die im Thater'schen Hause am Spandauer Schifffahrtscanal diente. Das Mädchen brannte sich die Haare, benutzte zum Wärmen der Scheere eincn Spiritusbrenner und goß Spiritus in die brennende Flamme. Die leichte Kleidung fing nach der Explosion bald in ihrem ganzen Umfange Feuer. Reinickendorf. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte der Fuhrherr Friedrich Märten. Die Trauung fand in der alten Berliner Nazarethkapelle in der Müllerstraße statt, in welcher der Jubilar eingesegnet wurde und auch seinen Hochzeits- und silbernen Hochzeitssegen empfing. Schöneberg. Der 45 Jahre alte Kutscher Otto Schmidt aus d:r Eoltzstraße 8 wurde an der Ecke der Barbarossa- uud Kyffhäuserstraße von seinem eigenen Bretterwagen über die Brust gefahren und bewußtlos nach dem Elisabeth - Krankenhause gebracht, wo er verstarb. S p a n d a u. Der 8jährige Sohn des Schlossers Grebert ließ einen kleinen 5tahn an einer Schnur in der Havel schwimmen; der Strom entführte ihm plötzlich sein Spielzeug und der Kleine, der es nicht missen wollte, sprang ihm nach in's Wasser. Er kam nicht wieder lebend zum Vorschein; seine Leiche wurde später gelandet. Provinz Ostpreußen. Allen stein. Durch Giftbeeren ist das vierjährige Töchterchen des Buchdruckers Drosdowsli zu Tode gekommen. Eine Frau hatte aus ihrem Gärtchen in derLiebstädterstraße einige Büschel Nachtschatten entfernt und über den Zaun auf den Hof geworfen. Die kleine Ella Drosdowsli fand die Beeren und aß sie. B a r t e n st e i n. Todt aufgefunden wurde der Arbeiter Bornewsky aus Bothoslust bei Schönbruch. Er hatte vorher in Schönbruch gearbeitet. Brauns Walde. Der 12jährige Schuler Penczrnnskl von hier be suchte seinen bei einem Besitzer in Kainen als Hutemngen in Dienst stehen den Bruder. Auf dem Rückwege traf er an dem Gehöft der Vesitzerswittwe Hannowsh in Abbau Braunswalde den gleichalterigen Sohn der Wittwe, der ihn einlud, mit auf das Gehöft zu kommen. Dort unternahmen beide Knaben Schießversuche mit einer alten Flinte. Als Penczizinski mit der Flinte hantirte, krachte plötzlich ein Schuß, und durch den Kopf getroffen sank der Knabe Hannowsky todt zu Boden. Groß - Degesen. Selbstmord verübte der Gutsstellmacher Schmidt. Er hatte im Kruge einige Gläser über den Durst getrunken und kam mit einem Rausch nach Hause. Seine Frau
machte ihm deshalb Vorwürfe, er ging fort und erhängte sich.
Klein - Qletzko. Äut der Bahnstrecke Jnsterburg - Lyck wurde bei Klöwen der hiesige Wirth GottUeb Man von einem Zuge überfahren und getödtet; es wird Selbstmord vermuthct. May hinterläßt eine Frau und eine 14jährige Tochter. N a r z y m. Der Zimmermann Gottlieb Socha kam dem Getriebe der Dreschmaschine zu nahe, wurde dabei erfaßt und, nachdem ihm ein Ohr und die rechte Wange heruntergerissen waren, derart zu Boden geworfen, daß er besinnungslos liegen blieb. Er ist feinen Verletzungen erlegen. R o m , t t e n. Bei dem Abbruch des Schweinestalles auf dem hiesigen Gute sollte das zum Tränken dienende eingemauerte Bassin mittelst .einer Winde)heruntergelassen werden. Hierder riß plötzlich die Kette und der als Handlanger thätige Arbeiter Witt aus Vierzighuben wurde von dem Bassin so unglücklich am Kopse getroffen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Sodehnen. Die EisenbahnArbeiter Skrublin und Kendelbacher geriethen auf der hiesigen Station in Streit. Der Sohn des Kendelbacher eilte seinem Vater zu Hilfe, und es gelang, den wuthenden Skrublin zu Fall zu bringen. Skrublin nahm sein Messer hervor, stach nach dem alteren Kendelbacher und traf ihn in's Herz, so daß Kendelbacher sofort todt war. Nur mit Mühe konnte der Mörder gefesselt werden. Provinz Westpreuyen. Alt fließ. Holzhauermeister 6. Brückner erhielt das Allgemein: Ehrenzeicyen. H a l b d o r f. Auf dem katholischen Kirchhofe zu Pienonskowo wurde der 87jährige pensionirte Lehrer Fleisch-r aus Wombrowken beerdigt. Fleischer war ununterbrochen 55 Jahre hiesiaer Lehrer. Konitz. Der Kreisschulinspector des Schulaufsichtsbezirks Bruß, Schulrath Block, ist hier gestorben. K r a k a u. Bei dem Gemeindevorsteher Peters brannte die ganze Besitzung, bestehend aus massivemWohnHaus, Scheune, Stall und zwei Schuppen, nieder. Mitverbrannt sind 16 Schweins und 100 Hühner. L i e b e n t h a l. Verbrannt ist hier das ljährige Kind des Arbeiters Rhode. Die Mutter ließ das Kind in der Küche zurück; als sie nach kurzer Zeit zurückkehrte, fand sie das Kind mit Brandwunden bedeckt am Boden liegend. Wahrscheinlich hat sich das Kind am Herde zu schaffen gemacht, so daß die Kleider Feuer fingen. Marienwerder. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Bahnübergang der Mlawkaer Bahn bei Nikolaiken. Der hiesige Großschlächtermeister Henze verlor beim Passiren des Bahnüberganges, da hie Laterne kurz vorher ausgelöscht war, den Weg und stürzte mit seinem Fuhrwerk die Böschung hinab. Ein auf dem Wagen befindlicher Lehrling war uuf der Stelle todt. Er hatte das Genick gebrochen. Der Meister wurde mit schweren Verletzungen unier dem Wagen hervorgezogen. Preußisch - Stargar d. Unerwartet starb hier der praktische Arzt Dr. Mai, welcher ein Menschenalter hindurch hier gewirkt hat. Besonders unter den ärmeren Klassen erfreute sich Dr. Mai infolge seiner Mildthätigkeit und billigen ärztlichen Taxe großer Beliebtheit. Rehden. In unserer alten Ordensstadt feierte die Schützengilde ihr 50jähriges Bestehen und die Weihe einer neuen Fahne. Die Stadt hatte reichen Festschmuck angelegt. An der Feier nahmen der Bundesvorstand, die Schützengilden von Graudcnz und Briefen, Landrath Geheimer Regierungsrath Eonrad als Vertreter des Landkreises Graudenz und viele Gutsbesitze? von den benachbarten Gütern theil. S e i ch w i tz. In einem Anfall von Trübsinn hat der Wirthschafts - In spector Richter auf grauenhafte Weise seinem Leben ein Ende gemacht. Er befand sich in Nahrungssorgen, da ihm von seiner Dienstherrschaft gekündigt war. Das nahm er sich zu Herzen und verfiel in Trübsinn. Er begab sich nach einem Strohschober des Dominiums, auf dem er bisher beschäftigt war, zündete den Schober an und sprang in die Flammen. Man fand ihn vollständig verkohlt als Leiche. ' W a i tz e n a u. Bei einem Gewitter schlug der Blitz in das Besitzer Friedrich Nehring'sche Wohnhaus ein und tödtete die Ehefrau des Nehring; der Ehemann und seine drei Kinder blieben verschont, auch zündete der Ali nickt. Eine s onderbare Traumschichte wird aus Fort Dodge, Ja., gemeldet. Ein dort ansässiger Mann Namens I. I. Scanlon träumte unlängst, daß sein Sohn von zwei Räubern angefallen und ermordet worden fei. Am nächsten Morgen erhielt Herr Scanlan eme Depesche mit der Nachricht, daß sein Sohn von einer Eisenbahn zwischen Detroit und Durand, Michigan, überfahren und getödtet wurde. Scanlan's Frau hatte Tags vorher ein kurioses Klopfen in ihrem Schlafzimmer und Küchenschrank geHort. Er wird nach' Detroit reisen und den Tod seines Sohnes näher ! untersuchen lassen.
Vom Jnlaude.
Eine Wisconsiner Jndustrie, welche voraussichtlich in der nächsten Zukunft bedeutend größere Proportionen annehmen wird, und von cr man außerhalb von Portage Eounty wenig gehört hat, ist das Schürfen nach Graphit. Die Mmen liegen etwa eine Meile von Junctwn City, an der Kreuzung der Wisconsin Central und der Milwaukee - Bahn. Eine Gesellschaft, welche vor kurzem incorporirt wurde, wird demnächst mit derErrichtung eines Stampfwerks beginnen. DieserTagetrafderdeutsche Kabeldampfer Von Podbielski" von den Azoren rn New Jork ein, um das Ufercnde eines neuen deutschen Kabels von Coney Island nach einem Punkt 110 Meilen seewärts zu legen, und zwar im Austrage der Norddeutschen Seekabel - Gesellschaft, die das neue Kabel legen läßt. Das andere Ende des Kabels wird von den Azoren aus gelegt werden, um mit dem hier gelegten Kabelende vereinigt zu werden. Man hofft, daß die neue KabelVerbindung im Laufe eines Jahres fertig gestellt fern wird. D i e Staatserziehung sAnstalt in Red Wing, Minn., wird mit einer neuen, eigenartigen Einrichtung, nämlich mit einer Prügelmaschine, versehen werden, die angeblich bedeutend bessere Dienste leistet, als die ehemalige Prügelstrafe mit der Hand. Dem Berichte nach zu urtheilen, arbeitet die Maschine zufriedenstellend und kann regulirt werden. Die Demüthigung, von der Maschine gestraft zu werden, scheint bei den Kindern mehr Wirkung zu haben, als dieStrafe selbst und man glaubt, daß diese Verbesserung viel zur Disciplin beitragen wird. Von erschütternder Tra gik ist das Ende einer 25 Jahre alten Frau Annie Hayden in Lona Island. N. Y., welche einer Dosis Karbolsäure erlag, die sie :n selbstmörderischer Absicht verschluckt hatte. Die Frau wohnte bei einer befreundeten Familie und nahm an einem Sonntag Abend an einer kleinen Gesellschaft der Kostwirthin theil. Es wurde musicirt, und der an sie gerichteten Aufforderung Folge leistend, sang Frau Hayden ein schwermllthiges Lied, wobei der Sängerin die Thränen in die Augen traten. Die Fragen der anderen Anwe senden abwehrend, begab sie sich schluchzend in ihr Gemach und bald darauf hörte man Stöhnen. Die junge Frau hatte Gift genommen. Im Krankenhause bemühte man sich vergeblich, der Unglücklichen das Leben zu retten. Frau Hayden war Wittwe geWesen, als sie Hayden heirathete, und aus ihrer ersten Ehe mit einem gewissen Beck hatte sie einen Knaben, der vor eiligen Monaten im Alter von vier Jahren starb. Seit dem Tode des Kindes war dieFrau melancholisch und ihr Trübsinn verschlimmerte sich noch nach der kürzlich erfolgten Trennung von ihrem Gatten. Auf fast unbegreifliche Art entging in Brooklyn ein Bauarbeiter Namens John Keiser dem Tode. Er war mit einigen anderen Arbeitern in der achten Etage eines Neubaus als Nieter beschäftigt, als er plötzlich einen Fehltritt that und mit lautem Aufschrei, dreimal sich überschlagend, durch sämmtliche Etagen hinunter in den Keller stürzte. Selbstredend glaubten seine Mitarbeiter unten im Keller einen schrecklich verstümmelten Leichnam vorzufinden, aber sie waren nicht wenig überrascht, als sie, unten angelangt, Keiser aufrecht stehend vorfanden, sich die Finger der einen Hand betrachtend, von denen Blut herabträufelte. Es geschehen wirklich Wunder, wenn man bedenkt, daß Keiser thatsächlich mit der erwähnten leichten Verletzung nach ei nem Sturze durch acZt Etagen davongekommen ist. -Jenn ekne Untersuchung ergab, daß sonst kein Knochen und kein Glied verletzt oder gebrochen war. Fast noch wunderbarer aber ist es, daß Keiser fast unmittelbar nach dem Sturze, selbst gegen den ausdrücklichen Wunsch seines Werkführers, die Arbeit wieder aufnahm und bis zum Glockenschlage sechs zu nieten fortsuhr, als ob gar nichts geschehen sei. Im hohen Alter von 103 Jahren und 9 Monaten starb in St. Paul der ehemalige PastorJohn Crapsey in .der Wohnung seiner Schwiegertochter. Bis zum letzten Augenblick war der alte Herr in bester Gesundheit und vollkommen rüstig. Er klagte einige Augenblicke vor seinem Tode über schlechtes Befinden, legte sich aufs Bett und verschied. Crapscy wurde am 23. December 1799 in Ducheß County, New ?)ork, geboren und verlor seine Mutter, als er zwei Jahre alt war. Er wohnte bis zum Alter von 18 Iahren in Albany, wo er im Sommer auf der Farm arbeitete und im Winter die Schule besuchte. In den nächsten sechs Jahren war er Lehrer und sparte sich genug Geld, um einen Kursus in Theologie in West Poultney, N. Y., durchmachen zu können. Die erste lutberische Kirche, der er als Seelsorger vorstand, war die zu Hinsdale, N. A., wo er sich 1843 verheirathete. Der einzige Sohn des Ehepaares fiel im Bürgerkriege. , Im Jahre 1865 kam Herr Crapfey, der inzwischen verwittwet war, nach Minnesota, wo er bis vor 10 Jahren auf einer Farm 30 Meilen von St. Paul wohnte..: .Seitdem hat er ! feiner Schwiegertochter in St.Paul r?wobnt.
Eine Naubthier-spiclschule. Mittyeilüngen Richard Havemann's, des Dressirers der in Berlin eingerichteten Raubthier - Spielschule, über seine Erfahrungen und Dressurart entnehmen wir Folgendes: Es war an einem heißen Julimittag mitten auf unserm verkehrsreichen Wirthschastshof unter dem großen Arbeitsfensier unseres Direktors Dr. Heck, wo das jetzt stattliche Löwengeschwisterpaar 'seine ersten DressuranWeisungen erhielt. Die guten Thiere konnten es damals nicht begreifen, warum sie durchaus über diese gräßTieften Flaschen klettern sollten; immer wieder kamen sie und scheuerten ihre Köpfe an meiner Seite nach Löwenart, und wenn es von neuem auf die Flaschen ging, kniäten sie wieder zusammen wie ein Haufen Unglück. Ab
und zu streifte uns ein argerlicyer Blick vom Vult des Allaewaltigen, bis scklieklick die Stimme unseres Herrn und Gebieters sich zornig also vernehmen ließ: Was quälen wie sich, was Eine bedeutende Kunstl e r i n. quälen Sie sich! Sie sollen die Thiere hübsch aufziehen, von Dressiren iu hier bei uns aar nicht die Rede!" Das war ein kalter Ueberguß! Von nun an fluchteten wir nach entlegenen )efilden. Der verlassene Arenaplatz, um dessen Schicksal schon damals der Kampf der Parteien entflammt war, bot uns eine Zuflucht. Doch auch hier fehlte es an Dornen nicht. Welch :inen Wüstenschreck hat doch Turiddu bekommen, wie eines schönen Morgens ein ganzes Ulanenregiment mit wehenden Wimveln an der Stadtbahn vorbeizog, und dann erst die große Wäscheleme mit Hosen und Strümpfen m der benachbarten Gärtnerei! Aber schön war es doch dort, so ganz im Freien vor allen Dingen der große Sandhaufen, der Lieblingsplatz der Löwin Santuzza. Da wurden große Löcher im Sand gekratzt, und wir drei rauften und wühlten nach Herzenslust auf der Erde, so daß die OhrenAbends ! r MMZ .fr?tiZdx rtr-fiU -MM- . R e i t e r st a n d b i l d. noch voll Sand und die Kleider voZ dreieckiger Krallenlöcher waren. Ja, wir sind wirklich schon damals sehr intim geworden, und soviel ist Thatsache: es liegt ein eigenthümlicher Reiz in dem Verkehr mit Löwen und den andern großen Katzen, ein Reiz, von dem sich niemand wieder losreißen kann, der ihn einmal gekostet und der zur glühenden Leidenschaft wird, je länger man mit ihnen vertrauten Umgang pflegt. Natürlich kann dabei nicht von jenen verkitschten und verkommenen Bestien die Rede sein, die in Menagerien zuweilen jede Stunde mit Stangen und Pistolen durch feurige Reifen gejagt werden. Kein Wunder, wenn Turiddu bei der FlaschenPromenade. unter solchen Verhältnissen das so ungeheuer zart besaitete Gemüth eines Leoparden sich nicht empfänglich zeigt für menschliche Nähe. Denn das ist sicher: der Löwe kann schon einen Puff vertragen, und und der thut ihm gut, wenn er zu übermüthig wird, schwächere Genossen tyrannisirt oder in angeborener Bequemlichkeit glaubt, er braucht nicht aufzustehen, um zu arbeiten. Aber der Leopard duldet Züchtigungen nur dann, wenn er den betreffenden Menschen vollständig als seinen Herrn und Meister anerkannt hat und ihm sozusagen blindlings gehorcht, und das ist sehr selten. Zart und rücksichtsvoll waren auch die Mittel, die bei meiner Zähmung und Dressur, mit Erfolg angewendet
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wurden. Freilich, jeder Meister Petz muß auch seinen Denkzettel haben.
wenn er rn toll?m Uebermuth den anderen Thi:ren in die Beine fuhrwerkt, daß es in den'Knochen dröhnt; solche Launen .dürfen nicht hinaehen. wenn das Bärcken ein wohlerzogener, rauchender, sitzender und promenirender Herr Bär werden soll. Meine gefleckte Hyäne ist immerhin noch der Erwähnung werth. Aber vorher ein Wort! Bitte reden Sie nicht von Leichenfledderei. Das ist wirklich die größte Geschmacklosigkeit, die man einer gesitteten und gebildeten Hyäne, worauf mein Fellow Anspruch macht, an den Kopf werfen kann. Ein eigenes Gewächs bleibt sie aber trotzdem, sie hat mir manche ärgerliche, verzweifelte Stunde bereitet. Ich glaube, es ist die Erste, die in einer größeren Raubthiergruppe öffentlich mit auftritt; denn wir reden hier doch nicht von den heulenden, wirklich scheußlichen Hyänen in den Menagerien. Nein, mein Fellow heult Nachts niemals, das würde ja auch am Kurfürstendamm die Miethe gedrückt haben, und ich wäre verhaßt bei allen Hausbesitzern und Nachbarn der Gegend; denn die Hyäne wohnt schon über ein Jahr mit in meinem Haus und hat bisher niemand gestört. Leider fängt das Thier jetzt an, sich in unpassendster und unangenehmster Weise während der Dressurübung bemerkbar zu machen, wenn sie eine ihrer unüberwindlichen Launen bekommt, und die hat sie neuerdings alle Tage. Sie will sich manchmal rncht stlll hmI 5. ' --' XT&TV$Z MMMMg ÄWvr VVA Wv.-.v Wir sind gute Freunde, setzen auf der Pyramide, kann beim großen Nachtlager nicht liegen bleiben, sondern entwickelt eine erstaunliche Virtuosität, jedem gerade mimenden Löwen hinterrücks in die Beine zu sahren, so daß zeitweise die ganze Gruppe gestört wird. Nun soll doch nur ja niemand glauben, daß solche Launen durch eine exemplarische Prügelstrafe auszutreiben seien. Weit gefehlt! Dann wäre es für längere Zeit verdoröen, weil eine Hyäne sofort in schäumende Wuth geräth. Dagegen habe ich immer gefunden, daß Hyänen sehr empfänglich für behagliches Jucken und Kratzen sind, nur dadurch ist unsere Fellow mit Sicherheit zu bewegen, einige Zeit auf seinem Postainent auszuharren. Aber auch meine sechs Löwen haben individuelle, ganz verschiedene Eigenschaften und Neigungen, so daß ich jeden einzelnen seiner Eigenart cntsprechend behandeln muß. Auf welche Weise wird man denn überhaupt die besten Erfolge mit solchen Thieren erzielen? Ich glaube, niemals dann, wenn man unbedingt eigensinnig auf stiem Willen besteht und Qbsolut das erreichen will, was man sich in den Kopf gesetzt hat; sondern der wird schneller und besser weiter kommen, der die Neigungen und Fähigkeiten seiner Pfleglinge genau öelaufcht und erprobt und dann seine :ienen Ideen danach anpaßt und bildet. Das Aerodrom. Zu den vielen reichen Franzosen, die sich aus Ehrgeiz oder aus Lust an sportlichen Dingen bemühen, das Problem der Luftschifffahrt zu lösen, gehört auch Hauptmann Ferber in Nizza. der das 17. Alpenregiment befehligt. Hauptmann Ferber beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit seinen Versuchen. Die flugtechnischen Fachleute nehmen ihn durchaus ernst wmmmmmmi Hauptmann Ferbers Aero- , drom. and loben die Gründlichkeit und Zähigkeit seinerExperimente. Hauptmann Ferber knüpft an die Versuche des unglücklichen Lilienthal an. Er hat Drachenflieger construirt und ließ sich gleich Lilienthal von Abhängen und Hügeln sanft hinabgleiten. Nach unzähligen solchen Versuchen glaubt Hauptmann Ferber nun so viele Erfahrungen gesammelt zu haben, um zur Anbringung eines Motors an seinem Drachenflieger zu schreiten. Das Aerodrom, das er auf seine Kosten in Nizza erbauen ließ, bietet, wie unser Bild zeigt, einen sonderbaren Anblick. Es besteht aus einem gigantischen Stahlthurm mit zwei Riesenarmen, die dazu bestimmt sind, den Flugapparat in der Luft schwebend zu erhalten. In der nächsten Zeit wollen auch Mitglieder des Pariser Aeroclubs Hauptmann Ferbers Aerodrom zu Versuchen benutzen.
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