Indiana Tribüne, Volume 27, Number 41, Indianapolis, Marion County, 9 October 1903 — Page 5
Jndianc! Tribüne, 9. Oktober
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lUliiV .ViUUt. Skizze von E. Fahrom. Dr. Meiner! war eine weichmüthige und leimt zu beeinflussende Natur. Das wußten nicht nur seine Freunde, sondern daZ hatte auch sehr bald seine filia hospitalis, das reizende Grethchen Höchst, heraus. Was war natürlicher, als daß sie darauf ihren ganzen Plan baute? Sie wollte den hübschen Doktor ganz einfach heirathen . nicht nur aus Spekulation, sondern weil sie ihm wirklich sehr gewogen tvcx. Außerdem wenn man an die Dreißig kommt da fängt selbst ein moderues Mädchen an, bedenklich, oder wenn man will: unbedenklich zu werden. Hermann Meinert fühlte sich sehr wohl in diesem Logis. Er wohnte nun schon ein halbes Jahr hier, hatte noch nie Aerger mit seiner Wirthin gehabt und merkte es in seiner Harmlosigkeit nicht einmal, daß man ihn umgarnen wollte. Grethchen begann bereits ihrer Mama gegenüber zu frohlocken: Mama, heut hat er mir eine Rose mitgebracht." So? Was denn für eine?" Gelb, langer Stiel. Kostet mindestens fünfzig Pfennig." Hm! Noth wäre mir lieber gewesen! Aber der gute Doktor kennt offenbar die Vlumensprache nicht." Schadet nichts, Mama! Je unschuldiger ein Mann ist. um so besser eignet er sich für die Ehe." 'Wie man sieht, war Grethchen in keincr Weise altmodisch. Aber sie war nicht etwa schlecht oder verdorben, Gott bewahre! Nur ein bischen schnöddrig. Außerdem behauptete Franz Gesius, der Intimste des Doktors, daß die braunlockige Grethe genäschig uno verlogen sei. Na, höre mal!" rief Hermann Meinert in ehrliche: Entrüstung, wie kannst du bloß so etwas behaupten! Du kennst das Mädchen doch kaum o lange und nicht so gut wie ich, und willst daEigenschaften kennen, die nicht mal mir aufgefallen sind?" Ich weiß zwar nicht, wie gut du sie kennst", sagte der kaustische Franz (er war Mediziner, und welcher Mediziner wäre nicht kaustisch?), aber da du kein Psychologe bist, so. . ." Bitte!" sagte der Doktor pikirt. ich bin mindestens so viel Psychologe wie du!" Nanu?" sagte aufrichtig erstaunt der Freund. Er war noch sehr jung, sonst hätte er Kiffen müssen, daß sich die Men schen über nichts so sehr ä?.gern als wenn, man ihnen psychologiien Scharfsinn und etwa noch eine' feine Zunge abspricht. Es ging jedoch mit diesen Bemerkungen, wie mit allem langsam schleichenden Gift: sie wirkten langsam, aber sicher. Hermann Meinert begann ferne hübsche Wirthstochter näher zu beob. achten und bekam denn auch bald her aus, daß sie in der That genäschi: war. Diese unedle Eigenschaft verrieth ihm seine kleine Vorrathskammer, bit sich in einem Wandschränkchen in sei nem Wohnzimmer befand. Dort be wahrte er allerlei gute Bissen auf, die er für schwache Stunden und für lieb, Gäste in -Bereitschaft hatte. Es war klar Gänseleberpastet, rnußte man immer gleich ausessen. sonst schrumpfte sie im Verlaufe det nächsten vierundzwanzig Stunden seltsam zusammen. Und Honig eben falls. Zuerst lächelte der Doktor über diese Entdeckung. Das niedliche Mäulchen wußte also was gut schmeckte ! Und er hatte in irgend einem Buch gelesen, daß Leute mit feinen Zungen in der Regel auch heiß und tief zu Ire ben vermögen. Aber bald kam die kühlere Ueberlegung und raunte ihm zu, daß es doch eigentlich weder ehrlich, noch appetitlich, noch wohlerzogen sei, anderer Leute Eßwaaren anzutasten. Er wollte ein guter Psychologe .sein. Also zog er folgende logische Schlüsse aus seiner unliebsamen Wahrnehmung: 1) wer naschte, war kein . ganz aufrichtiger Mensch; 2) wer mit kaltlächelnder Miene am Honigtopf seines Nebenmenschen sich vergriff, der war euch nicht im Stande, einer größeren Versuchung zu widerstehen; 3) wer womöglich mit dem rosigen Fingerchen, ohne Zuhilfenahme eines Löfels, diesen Honig naschte, der war auch nicht sauber brr! und ein Mädchen, das nicht der Inbegriff aller Sauberkeit war, konnte Herr Meinert weder lieben noch gar heirathen. Ueberhaupt heirathen! Wer hatte ihm denn einen so gräßlichen Gedanken neuerdings in den Kopf gesetzt? Ach. der Arme wußte nicht, daß es Grethchens Mutter gewesen, die in al ler Vorsicht ihm durch allerlei Beispiele und Anekdoten klar gemacht hatte, was für ein unleidlichesScheusal ein Junggezelle im Grunde sei. Aber das unschuldige Opfer bäumte sich jetzt auf. Nein, er wollte sich nicht einsangen lassen! Am allerwenigsten von jemand, der naschte! Da Hermann eine durchaus ehrliche Haut war, so hatte er zu Grethchen, die ihm den Morgenkaffee in sein Zim rner zu bringen pflegte, gesagt, daß ihm in letzter Zeit sowohl von seinem Honig wie von seinen abendlichen Le verbissen etwas zu fehlen scheine.
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Grethchen die Kunde vernommen und darob den Kopf geschüttelt: Aber das hätte ich doch unserer Minna nie zugetraut!" Ganz bestürzt hatte Hermann ihr innerlich sofort abgebeten,daß er schnöder Weise sie selbst in Verdacht gehabt. Natürlich. Minna, das Dienstmädchen, war die Schuldige! Daß er daran nicht gedacht hatte! Grethchen war doch im Grunde ein sehr nettes Mädchen. Sie war auch nicht ungebildeter als andere junge Damen, die mit der ersten Klasse einer höheren Töchterschule genug Vildung für ein gsnzes Leben eingesogen zu haben msinen. Sie war unstreitig hübsch und sie sang auch ganz nett. Ja, mit diesem Gesänge hatte sie sirenengleich schon oft alle Bedenken des Doktors und alle Spottreden von dessen Freund zu beseitigen gewußt. Wenn sie Abends am Klavier saß, und Alt - Brandenburg" oder ein anderes gefühlvolles Lied fang, dann schmolz im Nebenzimmer des Doktors weiches Herz dahin. Mehr als einmal war er bei solchen Gelegenheiten schon im Vegriff gewesen, den entscheidenden Schritt", nämlich ins Familienzimmer hinüber zu thun, aber immer noch hatte ihn bisher sein guter Engel vor solchem impulsiven Thun bewahrt. Seit vierzehn Tagen war Fräulem Grethchen heiser und konnte Abends nicht singen. Seit ebenso langer Zeit nahm der Honig in des Doktors Frühstücksbüchse reißend ab. Das sah doch wieder sehr verdächtig aus! Denn so viel wußte der Doktor auch, daß Honig ein ausgezeichnetes Mittel gegen Heiserkeit ist. Sein leiser Verdacht wurde zur traurigen Gewißheit, als Minna, das Dienstmädchen, plötzlich wegen irgendwelcher geringfügiger Differenzen" mit der Hausfrau hinausflog und in der Eile kein Ersatz gefunden werden konnte. Mit einem vielsagenden Lächeln vertraute die Mama dem Herrn Doktor an, daß Grethchen, das gute Kind", jetzt ganz allein seine Zimmer besorge. Er möchte aber nicht merken lassen, daß er es wisse, denn sonst Gott, Sie wissen ja, wie junge Mädchen sind!" würde sie gewiß verlegen werden! Der Honigtopf fuhr fort, sein Volumen zu verringern. Und doch aß der arme Doktor schon seit einigen Wochen nichts mehr davon. Eines Tages faßte er sich ein Herz. Als Fräulein Gretchen, die gerade immer in seiner Stube Staub wischte, wenn er nach Hause kam, ihm mtt tu nem ihrer innigsten Blicke guten Tag sagte, sagte er und schlug die Augen dabei nieder: Es thut mir furchtbar leid, Fräulein Grethchen aber ich fürchte, ich muß nächstens ausziehen." Das Staubtuch fiel zur Erde, und Grethchen wurde plötzlich blaß. Warum denn?" sagte sie heiser. Weil mein Freund Gesius und ich wir wollten gemeinsam eine größere Wohnung nehmen." So!" sagte Grethchen noch heiserer. Ja es ist ja noch nicht entschieden aber wissen Sie ich mag es nämlich durchaus nicht leiden, wenn von meinem Honig genascht wird." Aber Herr Doktor!" Ja. fuhr der Doktor fort, und :r sprach jetzt so hastig, als wenn er etwas Auswendiggelerntes hersagte, ich weiß es nämlich ganz genau, daß jemand von meinem Honig nascht. . ." Ah!" rief mit plötzlich ganz spitzer Stimme Grethchen und darf ich fragen, woher Sie das so genau wissen?" Nun, ich kann es Ihnen ja ruhig sagen: ich sperre nämlich jeden Tag eine Mücke in die Büchse ein. Und die ist am nächsten Morgen immer raus!" Der Doktor ward ganz schamroth bei diesen Worten, denn so unverschämt hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gelogen. Gretchen aber sah ihn garnicht mehr an. Sie fegte aus dem Zimmer, als sei ihr eine unerhörte Beleidigung angetan worden. Der Doktor seinerseits sank auf sein Sofa. Er kam sich brutal vor. Indessen, was half das alles? Er mußte wirklich ausziehen, wenn er nicht gewärtig sein wollte, eines Tages als Verlobter Mann aufzuwachen sein Freund Franz, der in solchen Dingen Ersahrung hatte, hörte nicht auf, ihn zu warnen. Und schließlich, jeder ist sich doch selbst der Nächste. Am nächsten Morgen stand die Honigbüchse so unschuldig wie immer auf seinem Frühstücktisch. Hermann Meinert war es ganz wehmüthig zu Muth. Du kleines, harmloses Jnstrument", sagte er zu der Glasbüchse, du bist schuld, daß mir noch bei Zeiten die Augen aufgingen." Während er so sprach, nahm er den Deckel ab. Im nächsten Augenblick wälzte er sich vor Lachen in seiner Sofaecke. Mit Gesurr war ihm eine Mücke aus dem Behälter entgegengeflogen. Oh Gott! Oh Weiberlist!' stöhnte der Doktor, als er sich ein wenig erholt hatte.
Er erklärte auch seinen freundlichen Wirthen nicht weiter, was ihn zu sv ungewobnter Heiterkeit veranlaßt hatte. obgleich Grethchens Mutter ihn in ihrer iheilnahmsvollen Art danach fragte. Aber er zog wirklich und wahrhastig aus. Und was für Gretchen das Schmerzhafteste dabei war sie erhielt zum Abschied einen wunderschönen Rosenstrauß, daran ein Zettel mit einem Vers befestigt war. Insekten gehörten, so hört' ich sagen, Historisch schon zu den größten Pla gen. Doch mehr noch erscheint mir dies wunderbar: Ein einzig Mücklein stach mir den Star."
Sk 'tns der American Grape tic " Association in San Francisco ist ein Preis von $25,000 ausgesetzt worden, welcher Demjenigen zufallen soll, der das Problem löst. Weinsäure aus kalifornischen Trauben zu gewinnen, so daß sich der Export dieses Produktes lohnt. Die Offerte ist zum 1. December 1904 gültig. Nach einer Vekanntmachung des Marinedchartements hat das achtzöllige Geschütz auf dem Schlachtschiff Jndiana", welches Henry Ward Treanor einzustellen hat, bei den jüngsten Schießübungen des Schiffes k einer Entfernung von 1.400 und 1,600 Yards das Schwarze aus einer Scheibe von 17x21 Fuß viermal hintereinander getroffen. WährenddesMonatsAugust liefen in New Fork im Ganzen 361 Fahrzeuge aus fremdenHäfen und 750 Küstenfahrer ein. Von den Dampfern aus fremden Häfen waren 33 amerikanische, 110 britische. 43 deutsche, 18 norwegische, 10 holländische. 8 italienische, je 3 dänische und französische, je 4 cubanische und spanische, 3 österreichische, 2 belgische und 1 portugiesischer. Von beu Küstenfahrzeugen kamen 412 aus östlichen und 333 aus südlichen Häfen. Während eines heftigen Orkans, der auf dem Superior - See wüthete, fielen unlängst 500 bis 000 wildeCanarienvögel auf das Stahldeck des Dampfers Frederick B. Wells", als dieser sich in der Nähe der Apostle Islands bcfand, todt nieder. Es war kurz vor dem Eintreten der Dunkelheit, als Tausende der Vögel die Lüfte füllten, den Dampfer umschwärmten und sich Schutz suchend auf die Masten und die Taue niederließen, von wo eine Menge derselben durch den Orkan weggefegt wurden und auf das Deck stürzten, durch den Fall ihren Tod findend. Man glaubt, daß die Vögel durch den Orkan vom Ufer weg in den See hinaus verschlagen worden waren. Bei Mayor Low von New Aork meldeten sich kürzlich zwei junge Männer, welche den Continent von San Francisco nach New 5)ort in 73 Tagen im Automobil durchquert batten. Die Reisenden, L. L. Whitman und E. J.Hammond mit Namen, überreichten dem Mayor ein vom 0. Juli datirtes Schreiben des Bürgermeisters Schmitz von Frisco", in welchem er die beiden Ueberbringer der Güte des Mayors empfiehlt. Natürlich gab Herr Low seiner Genugthuung Ausdruck, daß die Touristen sicher und ohne Unfall ihr Ziel erreicht. Whitman und Hammond fuhren am 6. Juli ab, von den 73 Tagen sind sie jedoch thatsächlich nur 50 Tage gefahren, da RegenWetter und sonstige Verzögerungen sie die übrige Zeit aufhielten. Omaha wurde in einer Fahrt von 38 Tagen erreicht, für die Tour von Omaha nach New York stellten sie mit liy2 Tagen einen neuen Record auf. Das Automobil ist ein Gasolinmotor und wiegt 800 Pfund. Die Distanzfahrer büßten auf der Reise je 20 Pfund an Gewicht ein. Recht abenteuerlich klingt folgende Geschichte aus Mason City, Ja.: In einem mit Vieh angefüllten Eisenbahnwagen fanden die Ängestellte des Zuges einen vermeintlichen Tramp von schwächlicher Gestalt, der vor Kälte und Entbehrungen beinahe todt war. Nach einiger Zeit gestand der vermeintliche Tramp, daß er eine Frau sei und daß sie sich in Miller. S. D., in den Viehwagen geschmuggelt habe, um ihre Heimath in Kansas City zu erreichen. Ein Bremser, der Mitleid mit dem Mädchen hatte, nahm es mit nach Mason City, wo er ihr ein Kleid von seiner Frau besorgte und die Behörden benachrichtigte. Das Mädchen gibt ihren Namen als May Plunkett an und ist 16 Jahre alt. Als sie noch ein Kind war, sagte sie, entzweiten sich ihr Vater und ihreMutter und eine Scheidung war die Folge. Später hei rathete die Mutter wieder und die Familie trennte sich. Eine Schwester ging nach Süd - Dakota und vor Kur zem schrieb ihr die Mutter, sie möge die andere Schwester aussuchen. Sie fand dieselbe auch in Miller, wo sie für einen Farmer arbeitete. Auch May fand dort Beschäftigung, jedoch fiel ihr die Arbeit zu schwer und sie entschloß sich deshalb, nach Kansas City zurückzugehen. Da sie nun kein Geld besaß, machte ihr ein Vetter den Vorschlag, als Junge zu gehen. Er gab ihr einen seiner Anzüge und das Resultat war, daß sie in obenerwähntem Zustande gefunden wurde. Die Counth Behörden verschafften dem Mädchen ein neues Kleid und eine Fahrkarte nach Kansas City. Raucht die Tish I Mingo. '
Eine wissenschaftliche Expedition nach Britisch - Neuguinea ist unlängst unier Leitung des Majors W. Coole. Daniels aufgebrochen. Die Expedition ist mit einem großen wissenschaftlich - experimentcllen Rüstzeug versehen, um weitgehende Forschungen auf dem Gebiete der Völkerkunde zu ermöglichen. An der Expedition nehwen außer dem Leiter der Arzt Dr. Seligmann, der Geologe Strong und der Photograph Dunning theil. Mehrere wissenschaftliche Gesellschaften von Ruf haben der Expedition ihre Untersiützung zugesagt. Ein großartiges Projekt ruft augenblicklich in Pariser Sportskreisen ungeheure Begeisterung hervor. Es handelt sich nämlich um nichts Geringeres, als um den Wald von Fontainebleau herum eine besondere Bahn für MotorwagenFLettfahrten zu errichten, die über dem Niveau des Waldes liegen soll, sodaß die Wege, die sie passirt, überbrückt werden müßten. Es wären nicht weniger als 45 solcher Wegebrücken für die 34 Meilen lange und 40 Fuß breite Bahn erforderlich. Zwischen Thomery und Veneux sollen Tribünen für 30.000 Personen, sowie ein Sportspalast mit einer Nadfahrerbahn erbaut werden. Auch auf der anderen Seite des Waldes bei Varbizon sollen kleinere Tribünen errichtet werden. Die Gesammtausgaben für die Ausführung dieses Projektes werden auf sechs Millionen veranschlagt. Dem Staate wäre von der Soci6t6 des Sports", die die Sache in die Hand genommen hat, eine Entschädigung von 35,000 Francs jährlich zu zahlen. A u f d e m Kopenhagener Hauptbahnhofe spielte sich unlängst folgende Scene ab. Ein Eilzug sollte in einigen Minuten abgehen, als ein eleganter Herr in einem DamencoupZ Platz nahm. Die schon darin sitzenden Damen protestirten und riefen den Schaffner, der den Herrn auf diese Verletzung des Reglements höflich aufmerksam machte. Der Herr wollte jedoch trotz wiederholter Aufforderungen nicht aussteigen, und der Schaffner war genöthigt, den Bahnhofsvorsteher zu rufen. Dieser vermochte auch nichts auszurichten. Zuletzt reichte der fremde ihm seine Visitenkarte und der Inspektor las: C. Hage. Verkehrsminister". Allgemeine Verwunderung, von Entschuldigungen gefolgt. Die Damen wurden ersucht, in einem an.deren Waggon Platz zu nehmen, und der Zug setzte sich in Bewegung. In Kovenhagen ist man über den Vorfall sehr entrüstet. Man muß jedenfalls annehmen, daß ein Unbefugter mit der Karte des Ministers Mißbrauch getrieben hat. Ein im .Ga.sthof König
.von Dänemark vorgekommener Mord'versuch hat Copenhagen in Aufregung r 1 1 . 1 m . 1 1 1 DerCti. pai naqis oeuangie ein etwa 40jä'hriger, anscheinend den besscren Ständen angehörender Herr, der sich als Leutnant Würmer aus Helsinzör bezeichnet haben soll, ein Zimmer. Von diesem kehrte er sehr bald wieder zum Pförtner zurück mit der Bitte, ihm einige inzwischen geschriebene Briefe zu besorgen, die indessen noch keine Aufschrift trugen. Der Gast gab an, nicht selber die Aufschriften schreiben zu wollen, und sagte sie dem Pförtner. Als dieser danach die Briefe mit Adressen versah, zog der hinter dem Schreibtisch des Pförtners siehende Gast ein. scharfes Geräth hervor und brachte dem Schreibenden damit mehrere Schläge und Stiche am Kopfe bei. Die Hilferufe des Pförtners verscheuchten den Thäter, so daß der hinzukommende Wirth den Pförtner allein blutüberströmt im Zimmer fand. Die theilweise beschriebenen Briefumschläge enthielten nur weißes Papier. Der Pförtner ist schwer verletzt, der Thäter spurlos verschwunden. Man nimmt an, daß der aufgegebene Name erfunden ist. und daß der Eindringling die Absicht hatte, die Nachtwache zu betäuben, um ungestört die Plünderung des Gasthofs betreiben zu können. Die französischen Militärkapellen sollen auf den vierten Theil ihres bisherigen Bestandes reducirt werden. Der Wildling" wie ihn der Gaulois als Vertheidiger der Armee gegen die demokratischc Republik nennt Messimy, der Kammerberichterstatter für den Militäretat beantragt nämlich, daß nicht mehr jedes französische Jnfanterie-Re-giment, fondern nur noch jede Division Musik erhalten solle, so daß auf etwa vier Regimenter eine Kapelle entfallen würde. Außer den Musikcorps für die 163 Jnfanterie-Regimenter hat die französische Armee noch sieben Kapellen beim Geniecorps, 19 bei der Artillerie, zwei bei den Zuaven und zwei bei der Fremdenlegion, die sämmtlich in Wegfall kommen können. Nur die Musik der Pariser Garde Republicaine" bliebe verschont, da sie aus dem Etat der Stadt Paris bezahlt wird. Ebenso blieben die Fanfarenbläser der Cavallerie bestehen, deren Kosten voy dem Officiercorps bestritten werden. Für ganz Frankreich, Algier und Tunis statt 193 Militärmusikcors nur etwa 40, das wäre allerdings eine starke Förderung der Civilorchester, die auch hauptsächlich mit diesem Antrage bezweckt wird. In Frankreich spielen nämlich die Militärmusiker meist unentgeltlich, selbst beiAusstellungen, und machen solcher Art das Bestehen von 'Civilmusikcorps beinahe unmöglich.
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