Indiana Tribüne, Volume 27, Number 40, Indianapolis, Marion County, 8 October 1903 — Page 4

Jndlana Tribüne, 8. Oktober 1903.

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ndiana Tribüne. HerauZzkgklicn von Itx kSuters 0. Indianapolis, Ind. garry O. Thudium ... Präsident. GeschaftSlocal: No. 31 Süd Delaware Straße. TELEPH(XE 26.

n:erei ut the Post Office of Indianapolis s sccond dass matter. Aus dem europäischen Theaterleben. Der Enthusiasmus, den unser hiesigeZ Teutschthum dem deutschen Theater entgegenbringt, läßt es angemessen er scheinen, das obige Thema eingehend zu behandeln. Wenn die Herbstwinde zu wehen beginnen, setzt in den europäischen Kul turstaaten der Hochbetrieb der Theater wieder ein. Wird in London oder Paris oder Wien ein Erfolg errungen, so geht es wie ein elektrischer Schlag durch die ganze europäische Theater welt; denn mehr und mehr wächst das Theaterwesen der Nationen zu einem internationalen Ganzen zusammen, und auch das europäische Theater steht im Zeichen des Verkehrs. Wer braucht heute noch nach Paris zu gehen, um französische, nach London, um englische, nach Mailand, um italienische Schauspielkunst zu bewundern? Die Sarah Bernhardt, die Rejane und die Judic, die Duse und Novelli reisen mit ganzen Gesellschaften durch den Kontinent; Frau Sorma feiert in Italien Triumphe, Mr. Wlzndham spielt in Berlin und Mme. Segond-Weber in Ostende. Selbst Dänemark hat bereits in Betty Henning? und Rußland in der Gorewa seinen Antheil zu den wandernden Protagonisten des europäifchen Theaters gestellt. Nun, das reisende Virtuosenthum ist keine neue Erscheinung. Neu ist nur der Umfang, den es jetzt angenommen hat, und daß jetzt neben den Gastspielen der gefeierten Bühnengrößen sich mehr und mehr die Gesammtgastspiele von ganzen Bühnen einbürgern. Die großen Stars",kwie die Duse und die Bernhardt, thun eZ ja schon längst nicht mehr unter ganzen Gesellschaften, die sorgfältigst daraufhin zusammengestellt sind, daß sie den Stern ja nicht in Schatten stellen. In London und Berlin gibt es jetzt bereits in jedem Jahre eine regelmäßige französische Stagione", und u London und Petersburg ebenso regelmäßig ein deutsches Schauspiel. Schon denken spekulative Köpfe daran, ein Theater zu errichten, das Wien und Berlin gemeinsam sein und amphibienartig bald dort unö bald hier seine Künste zeigen soll. Kurz, die Grenzen fallen, und der europäische Theaterstaat mag erheblich früher zur Wirklichkeit werden, als der von den Friedensschwärmern herbeigesehnte europäische Staatenbund. . Und während die Länder Europa's sich durch strenge Zollschranken gegen einander abschließen, herrscht auf dem Gebiete des theatralischen Güteraustausche? absoluter Freihandel. Wie man in dem vornehmen Hause in Wien oder Paris englische Möbel, französi sche bric-a-brac, deutsches Zinngeräth, Kopenhagener Porzellan wiedersindet, so spiegeln sich in den großen TheaterHauptstädten alle großen Theatererfolge Europas wieder. .Trilby" und Charleys Tanty" Jini) durck) ganz Europa gewandert; Ibsen kann man in Berlin wie in London sehen ; Echegaray, Giacosa und Bracco gehörin längst nicht mehr Spanien und Italien allein an; die Duse trägt SudermannS Heimath" durch Europa und Alt-Heioelberg-wird in London und bald auch in Indianapolis bejubelt. Wenn man aber die Gesammtbilanz deS internationalen dramatischen Waarenverkehrs zieht, so bleibt doch die größte Aktiva auf Seiten Frankreichs. Bon Scribe und Dumas bis zu Valabregue, Capus und Brieux ist Frankreich im 19. und auch im 20. Jahrhnndert der große dramatische Waarenlieferant Europa's geblieben und gewe sen; und erst in den letzten 1520 Jahren ist der Wettbewerb der anderen Kulturnationen so erheblich gewachsen, daß er nebenyFrankreichs Produktion ernstlich in Frage kommt. Björnson und Ibsen, Bernard Shaw und Oscar Wilde, Tolstoi und'.Gorki, die italienischen Veristen, Sudermann und Hauptmänn haben Norwegens, Englands, Nußlands, Italiens, Deutschlands Antheil am internationalen! dramatischen Güteraustausch erheblich erhöht. Ein Umstand, der der Jnternatio

nalisierung des europäischen ThcaterS gewisse Grenzen setzt, ist die Verschiedenheit der Systeme des Theaterbetriebs. Zwei große Systeme stehen einander gegenüber: das Run"System und das System deS wechselnden Repertoirs. DaS Run" System ist in England zur höchsten Ausbildung gebracht und läßt, da es bei jeder Neueinstudierung gilt, möglichst einen Run" von Hunderten von Vorstellungen dZsselben StückeS zu erzielen, der Mannigfaltigkeit im Repertoire geringen Spielraum. Wer in einem Vierteljahr zweimal nach London reist, kann, wenn er Pech hat, beide Male in allen großen Theatern dieselben Stücke auf dem Reperroir sinden. Der Vortheil des Systems ist, daß an jede Cinstudierung die Ochsten Mittel gesetzt werden, um absolut Erstklassiges zu bieten. Das System des wechselnden Repertoires wird hauptsächlich in Wien und in Berlin gepflegt und giebt den dortigen Theatern besondere Gelegcnheit zur Pflege der ausländischen Produktion. Darum konnte ein Iranzose, der zum Studium der Theater Verhältnisse den Eontinent bereiste, in Berlin ausrufen: Quels Repertoires"! Wir schlügen aufs Gerathewohl die Berliner Spiellisten vom 20. September auf und finden darin England (durch Shakespeare und Wilde), Frankreich (durch Donnay und Bisson), Norwegen (durch Björnson), Rußland (durch Gorki) vertreten. Es ist merkwürdig, wie wenig aus der klassischen dramatischen Produktion der Völker dauernd in den allgemeinen Besitz des europäischen Thearers übergegangen ist. Eigentlich nur Shakespeare, Calderon und Moliere. Weder Racine noch Goldoni noch Schiller haden dauernd außerhalb ihrer Heimath' länder festen Fuß fassen können. Aber heute haben sich die Lebens- und Kulturbedingungen der europäischen Nationen einander mehr genähert und angeähnelt und so ist auch dem lebhafteren Austausche der theatralischen Pro duktion freie Bahn gebrochen.

Eine unter editoriellcm Wulste in der News" versteckte Notiz giebt Aufschluß über viele Erscheinungen, die uns zwar ohnedies völlig klar waren. Die News" besindet sich zwischen zwei Feuern: Hitz und Holtzman. Es ist in Anbetracht der gegen sie . eingereichten Verleumdungsklagen gewissermaßen Lebensbedingung für sie, die BookwalterAdministration mit aüen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen. Sie hat die Hoffnungslosigkeit ihres Lieblingsprojektes, den Prohibitionisten zum Siege zu verhelfen, eingesehen und wendet nun ihre ganzen Kräfte Holtzman zu. Äber ein Mittel mußte gefunden werden, um den Prohibition!sten die bittere Pille zu versüßen, und in den gemeinen Angriffen auf Herrn Albert Lieber, den Brauer, der mit seinem Teufelstrank die Leute von der Büßerbank fernhält, wurde es gefunden. Wie lindernder Balsam wirkt jede Karrikatur, die den Brauereibefitzer verspotten soll, auf die mumificirten Herzmuskeln der Reverends. So hält diese würdigen Herren die News" für ihre Abtrünnigkeit von Hitz durch gemeine Angriffe auf einen achtbaren Bürger schadlos. . Der edltorielle Artikel in der New?, auf welchen wir uns Eingangs beziehen, citirt eine bittere Kritik des Rev. Stanssield. Dieser Doktor der Gottes gelehrtheit und vorgebliche Ascetiker macht der News" Vorwürfe über ihre Abtrünnigkeit von der Prohibi-tions-Standarte. Die NewS" entschuldigt sich damit, daß, da Hitz keine Chance für Erfolg habe, sie sich für Holtzman in'S Zeug legen müsse, jedenfalls von dem Gedanken geleitet, daß halbe Prohibition besser sei wie gar keine. Daß die liberal gesinnten Demokraten nicht daran denken, eine so niederträchtig geführte Campagne zu unterstützen, daran hat die NewS" jedenfalls nicht gedacht. Neue Inkorporationen. L. A. Bookwalter, V. I. Drayer, S. T. Rock, W. C. Teeter, Aaron Miller und N. A. Teeter, alle von Dayton, O., ließen gestern in der Office des Staatsfecretärs die Central Jndiana Traction Co.". Capital 550,. 000, incorporiren. Die Compagnie will eine Linie von Wabash nach Warsaw, via Zorth Manchester und Winona Lake, und von konnerZvillz bis zur Staatsgrenze, via Liberty, bauen. Ferner wurde noch die Dearborn Oil & Gas Co.", Parker, Ind., Capital $50,000, incorporirt.'

Behörde für öffentliche Werke.

Beschlossen wurden von der Behörde für öff. Werke in ihrer gestrigen Sitzung : die Oeffnung und Verlängerung der Vigo Str., von Lockwood bis Shelby Str., und die Cementirung der Sw. an der Sheffield Ave., westl. Seite, von Washington bis Flack Str. Der Ingenieur meldete die Vollendung - der Verbesserungen an der North Str., von Hiawatha bis Sherman Drive, und des Baues des Hauptcanales in der Bloyd Ave., von der 19. bis zur Rural Str. An den Ingenieur verwiesen wurden die Petition um Nivellirung der Fahrstraße und Cementirung der Sw. und Rinnsteine an der 26. Straße, von Schurmän bis Northwestern Ave., sowie die folgenden Contract-Angebote: Kiespfl. der Fahrstraße und Setzen von 'Rinnsteinen der La Salle Str., von New York bis Michigan : George W. McCray.. ..81.74-1.84 Central Constr. Co 1.831.90 Indianapolis Constr. Co. 1.901.95 Cementirung der Sw. an derselben Straße auf der gleichen Strecke : Central Constr. Co 64c George W. McCray 69c Nivellirung der Fahrstraße und Cementirung der Sw. an der Gladflone Ave., von Washington bis Michigan : Central Constr. Co 81.69 Für die Backsteinpfl. der 1. Alley östlich der Delaware Str.. von Michigan bis Eden Place, waren keine Angeböte eingericht worden. Endgültig bestätigt wurde die Asseßment-Umlage für die Backsteinpfl. der 1. Alley westlich der Senate Ave., von Georgia bis Chesapeake Str., und die erstweilige Asseß-ment-Umlage für die Tementirung der Sw. an der-Fayette Str.. von 12. bis 13. Str., wurde gutgeheißen. Sonst wurden gestern keine nennenswerthen Geschäfte erledigt. Local.-Politisches. Auf der Südseite, in der Columbia Halle, fand gestern Abend eine,ehr zahlreich besuchte ünd enthufiastische demokr. Massenversammlung statt der weil in Jrvington, im O. P. Morton Club und an anderen Plätzen republ. Campagne-Versammlungen abgehalten wurden. . !' Heute Abend halten die Unabh. Republikaner" in der Masonic Halle .ihre Massenversammlung ab, zu deren PicePräsidenten folgende Herren auserko ren worden sind : A. A. Barnes, Horace L. Hewitt. Thomas C. Day, I. B. Long, Edward A. Strong, B. A. Clark, Albert Maillard, Howard Cale, W. S. Lockman, Charles S. Goar, William H. Cooper, E. S. Folsom. C. A. George, Charles Roberson, James McMurray, S. D. Noel, David N. Huey, .Zohn W. Cooper, Henry C. Prange, John R. Allen, O. C. Lukenbill, James H. Porter, O. B. Pettijohn, Eli Ritter. W. C. Van Arsdel. D. H. Wiles, Charles C. Watson, Charles W. Smith N. F. Dalton, E. (. Thompson. I. I. Valdenaire, James T. Eaglesfield. James P. Baker. W. P. Kappes, Frank O. Ballard, W. W. Knight, Frank Wantland, John Sanders, Edward Canway, M. M. Farr, T. K. Armstrong und Charles Carrol Brown. Die officiellen Ballot-Probezettel sind von Burford & Co. hergestellt und. den versch. Partei-Comites gestern vorgelegt worden. Nun kicken" die Prohibi tionisten", weil ihr Ticket erst an v i e r t e r S t e l l e auf den Ballots gedruckt worden ist. Sancta Sirnpli citas ! Die beste 5 Cent Cigarre in der Stadt, Mucho's Longfellow".

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Socialer Turnverein.

Generalveriämmlung und Veamtenmahl. Der Sociale Turnverein hielt gestern Abend seine halbjährliche Generalversammlung ab. Die Berichte der verschiedenen Beamten kamen zur Ver lesung. Ganz besonders erfreulich lau tete der Bericht des Turnlehrers Fischer. Aus demselben ging hervor, daß viele Anmeldungen zu den Turnclassen erfolgt sind und daß die Turnstunden gut besucht sind. Nachdem noch einige Routine-Ge-schäfte erledigt worden waren, fand die Beamtenwahl statt Dieselbe ergab folgendes Resultat : 1. Sprecher Georg Vonnegut. 2. Sprecher Louis Sielken. Prot.-Schriftwart Paul Braune, Reg. Ald.Grummann. Corresp. Gustav Westing. Schatzmstr. Georg Mode. Buchhalter Schiller Roemler. 1. Turnwart Max Emmerich. 2. Erwin Happersberger. Zeugwart Emil Zabel. Bibliothekar Theodor Stcmpfel. Vertrauensmann für 3 Jahre Michael Mode. In der Versammlung wurden noch 2 neue Mitglieder aufgenommen und 3 Candidaten für Mitgliedschaft vorgeschlagen. Vom Felde der organisirten Arbeit. Im Grand Hotel werden heute die Beamten der Ver. Brüderschaft . der Bauschreiner und Zimmerleute, der Backsteinmaurer und Maurer Jnternationalen Union, der Ver. Ass'n. der Plumberö, Gas Filters etc., der Brüderschaft der Anstreicher, Dekorateure uud Tapezierer und der BaugewerkArbeiter Internationalen Union zu einer Conferenz zusammentreten, welche wahrscheinlich bis Samstag dauern wird. Zweck derselben ist, diese großen Arbeiter-Verbindungen zu einem mächtigen nationalen BaugewerbeCouncil zu amalgamiren. Die Executiv-Behörde der Jnternationalen Brüderschaft der Fuhrleute, welche während der letzten Tage im hiesigen Hauptquartier in Sitzung war, hat beschlossen, unverzüglich 16 Organisatoren nach allen Theilen des Landes zu schicken. Die Brüderschaft zählt zur Zeit 100.000 Mitglieder. ! Grunocigenthums Nedertragungen. ' . Amanda C. Welsh an Roscoe R. Haynes, Lot 7, McCarty's 1. Westside Ado. 81000. Allen M. Fletcher an Lewis E. Davis, Theil von Sec. 26, Tp. 15, R. 3. 81000. Simon P. Sherer an Jacob E. Demorest, Lot 1, Roset's Sub)., Outlots 108 und 103. 81500. Adaline L. Chapman an Margaret Butler, Lots 10 und 11. Eitel's Nord Meridian Str. Add. 81500. Gottlied Leukhardt, Die gemüthliche tfde," Ecke Noble und Market Str Ueber unsere Festausgabe vom Deutschen Tage ging der Redaktion folgendes schmeichelhafte Anerkennungsschreiben vom deutschen Gesandten zu: Terrace Hall, Lake Winnepesauke, N. H., 4. October 1903. Ich hatte bereits in der amerikanischen Presse von dem glänzenden Verlaufe der Festtage in Indianapolis gelesen, habe mir aber erst ein Bild über die Großartigkeit der Deutsch: Feier machen können, nachdem ich Einsicht von Ihrer Festnummer genommen hatte, deren schmuckes und patriotisches Kleid mich ganz besonders erfreute. Als ich sie entfaltete, fühlte ich den Hauch der alten Heimath, und ich möchte nicht verfehlen. Ihnen meine Wünsche für weitere Erfolge in der Pflege guter Beziehungen zwischen den beiden Nationen zu senden, und diese mit meinen Glückwünschen zu dem bereits erzielten glänzenden Resultaten zu vrrbinden. Ich verbleibe mit bestem Gruß Ihr aufrichtig ergebener v. S ternb u r g. Hotel Raten für die St. Louiser Weltausstellung. Für eine Copie des offiziellen Pamphlets der St. Louiser Meltausstellung, das die Hotel-Bequemlichkeiten und Raten während der Weitausstellung von 1904 enthält, schreibe man an E. A. Ford, General Passenger Agent, Pennsylvania-Vandalia LincS, Pittsburg, Pa.

Frühere Lullbarkcitsstcucrn. fleiderordnungen uns Erlasse gegen ver schwenverische Tischgelage. Die vielfach in Europa eingeführten

Lustbarkeitssteuern sind durchaus keine neue Erfindung, denn sie bestanden. wenn auch in einer 'von der heutigen etwas abweichenden Form, schon vor Jahrhunderten. Während heute Mu-sik-und Theateraufführungen oder Bälle als Lustbarkeiten im Sinne der Steuergesetzgebung gelten, erblickte man früher die Lustbarkeit besonders im Essen und Trinken, sowie in der Kleiderpracht. Die namentlich im Mittelalter und bis gegen Ende des 17. Jahrhunderts erlassenen Kleiderordnungen waren, da ihre Uebertretung stets nur mit Geldstrafen geahndet war, nichts werter als Lustbarkenssteuern. Die landesvaterliche Für sorge wußte damals dem erschlaffenden Sackel so gut zu helfen, wle die nach neuen Steuern suchenden heutigen Stadtvater. In Ermangelung der be sonders durch die Vereinsmeierei der Neuzeit geförderten, zur Besteuerung geeigneten Lustbarkeiten mußten Hoch Zeiten und Gelage herhalten. Ein Beispiel hierfür gibt eine Verordnung, die am 16. Juni 1516 am Rathhaus zu Mons angeschlagen wurde. Sie besagte, dem Gouverneur des Hennegaues. Grasen de Lalalng, seien zahl reiche Klagen und Beschwerden über die Unmäßigkeit und Geldvergeudung bei Hochzeiten und sonstigen außergewohnlichen Tischgelagen zugegangen. Viele Personen befürchteten in den gerügten Uebelständen einen Schaden für die Nation. Die Gelage mehrten sich von Tag zu Tag; oft nähmen 150 und mehr Leute daran theil, und man fände keine Säle mehr, die groß genug seien, die Gaste unterzubringen. Abgesehen von dem Aufwand an Dienern und Dienerinnen, würden meistens 13 bis 17 Gänge Fleisch aufgetischt, wodurch dies nicht allem auf den Mark ten der Stadt, sondern auch in den umliegenden Dörfern kaum zu haben sei und eine allgemeine Vertheurung der Lebensmittel hervorgerufen werde. Der Generalgouverneur machte dann bekannt, daß in Zukunft an Hochzeiten und Festmählern nicht mehr als 20 Personen theilnehmen durften; ferner seien dabei nur drei Gänge erlaubt, nämlich eine Vorspeise, dann Fleisch oder Fijch und schließlich der Nachtisch, d. h. Obst oder Käse. Des Weitercn werde nur noch ein Verlobungsmahl zu 20 Theilnehmern gestattet. Das Hochzeitsmahl dürfe nicht über den Nachmittag des folgenden Tages hinaus dauern. Zum Schluß war für die Uebertretung dieser Verordnung eine Geldstrafe von 50 Gold-Karolus (Plaster) angedroht, wovon je ein Drit tel dem König, dem Denunzianten und dem dle Strafe eintreibenden Beamten zufallen sollte. Zweifellos war die Geldstrafe für die damalige spanische Regierung der Niederlande die Hauptsache. Fischerei nach echten Perlen wird im Königreich Sachsen unter siaatlickicr Aufsicht in der oberen Elster auf ihrem gesammten Lauf und allen ihren Zuflüssen im Vogtlande betrieben. Nach einer Schonzeit von fünf Jahren betrug das jetzt veröffentlichte Ergebniß für 1901 und 1902 14 werthvolle helle, 52 halbhelle, 7 Sandperlen, 19 verdorbene Perlen. Hätte der hohe Wasserstand in den beiden Jahren nicht hemmend gewirkt, so wäre die Ausbeute reichlicher gewesen. Unheimlicher Kunde. Ew Irrsinniger, Martin Erickson mit Namen, betrat neulich das Geschäftslokal der Scandinavian American Bank in Seattle, Wash., und verlangte von dem überraschten Kassirer auf der Stelle die Auszahlung der Kleinigkeit von $500,000. Im Weigerungsfälle drohte der unheimliche Kunde, die ganze Bank mit Nitro-Glycerin in die Luft sprengen zu wollen; dabei holte er aus seiner Tasche eine mit einer Flüssigkeit gefüllte Flasche hervor. Dem KassenBeamten stiegen vor Schreck die Haare zu Berge, als der Mann mt der Flasche zum Wurf ausholte. In demselben Augenblicke trat jedoch ein Deputy Sheriff hinzu, der den Mann packte und ihm die Flasche mit der vermeintlichen todbringenden Flüssigkeit entriß. Die Flüssigkeit , in der Flasche stellte sich hinterher als vollständig harmlos heraus. Erickson wurde einer Jrren-Anstalt überwiesen. (Legen das Durchleucyten der Briefe von Unberufenen mit Röntgenstrahlen schlägt ein österreichischer Chemiker vor, die Innenseite deS Briefumschlages mit einer Bronzelösung zu bestreichen. DieBronze verhindert den Durchgang der Röntgenstrahlen. 91.25-Dccatur und zurück-91.25 via C., H & D. Bahn, Sonntag, 11. Oktober. Special-Zug verläßt Indianapolis um 7 Uhr Morgens. Rückfahrt von Decatur um 6.20 Abends. Personen, die den Zug ohne Fahrkarte besteigen, müssen den localen Fahrpreis bezahlen. DR. L. HERBERT Wiener Arzt, hat seine ärztliche Praxi in Indianapolis begonnen. Office : 120 Ost Ohio Otr. Sprechstunde : t 11 A. M. 24 P. M. 7-8 P.M. Telephon: Neu 4(49.

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