Indiana Tribüne, Volume 27, Number 39, Indianapolis, Marion County, 7 October 1903 — Page 3

Indien Tribüne, 7. Oktober 1903.

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Mm. St08ffer

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Ein Kriegsgericht

Gegen Coloradoer Miliz von Gouberueur Peabody einberufen. Generäle undColonels sollen den Staat bestolzlcn haben. Magere Dividende des Stahltrusts. Hanna Johnson. Platt's Jahanncstrieb. Grubenarbeiter erhalten Znvachs. Cabinets-ihung. 2)ie Milizler von Colo rado. Denver, Col., 6. Okt. Ein riesiger Skandal, bei welchem beinahe alle höheren OssiZlere der Mlllz betyelligt sind, entpuppt sich hier. Gouverneur Peabody hat eine strenge Untersuchung angeordnet. Ein Kriegsgericht nach Denver ist einberufen. Wie man annimmt, sind die Miliz - Colonels, welche kürzlich ein ganzes ZeitungsPersonal in Haft nahmen, mit unter den Angeklagten, denn sie wurden so fort nach Denver befohlen. rc? sfY r;,A sv sf. 1 1 vuP diese Colonels nicht nur im Solde der Grubenbesitzer standen und für ihre Vergewaltigung der Streiker bezahlt wurden, sondern daß auch jeder Gemeine der Gelder springen lassen konnte ohne Weiteres ein Offizierspatent erhielt. Die Offiziere ließen auf Kosten des Staates ihre freunde und Verwandte zu Dutzenden nach Cripple Ereek kommen und sollen wie die Raben Proviant und auch Staatsgelder ge stöhlen haben. Für jeden Colonel wurde ein beson deres Quartier gebaut und Ofmiere und Mannschaften sollen sich verschwo ren haben, die Schreckenszeit im Eripple 6ree! sirm so lang ' möglich au sjuucyucu. Die Dividende des Stahl Trust. New York, 6. Okt. Die U. S. Steel Co. hat die Hälfte von 1 Proz. als vierteljährliche Dividende erklärt. Wie der Profit im letzten Quartal zu rückging ist daraus ersichtlich, daß der selbe im Juli $12,384,647, im August $10,918,174 und im September $9, 000,000 betrug. Hanna und Johnson. Kolumbus. O.. 6. Okt. Se, " r " ' ' . . und Mavor obnson beLns.t,n rfo iW frei hur VIWWfr V V V V r fr v V den Staat und man behauptet in den Hauptquartieren, daß die Situation b:i dem Schluß der ersten Woche der f? hnl4 x zufriedenstellend für die beiden Parteien ist. Hanna bereiste demokratisches Ge a.Ä,22 v - v -- j-- j "7 I sprach in größeren Städten und seine Versammlungen waren vielbesuchter. Die Staats Comites beider Par teien, haben ihre Bemühungen, die -r . r rrGegenpartei zu oenegen, sur oieseocge , stiiFrrpslenPtt. ln n a . .n rw v . IN ver nacynen zocye erwanel man -wfcv;v., " vwv..v..w1.k.. trtott ' um nrt nt? nonoitTnnnim rr wftf c I. i c n Sprecher durch das republikanische Staats Comite eingeladen sind und ZK? nrrrtntifrfipS NnmKlvdMfnt wlvd in Mk- v....... ... bic Gampagnc ewgeflochten. Diesem Concert werden die Stimmai ü0n Hunderten von Ohiosprechern belgefngt. Wm. I. Bryan langte zur Unter stiiki fcrf ',2 nrt itrn Xretrnrtf tr lunniiu .ivuimuii a uti. uui vuirnut ti der Western Reserve zu sprechen. , - Bezüglich Bryan's Besuch wurde ver sichert, daß die Anti-Johnson-Demo-UXnpn hr Mklickn'pZ tnprdcn 4 V V W v Ohio, Arthur P. Gorman zuzuwenden. Republ. Staats t i o n. C o n v e nProvidence, R. I., 6. Okt. Die Republikaner von Rhode Island traten heute zur Staats-Convention zu sammen und stellten Oberst Samuel Pomeroy Colt, Bristol, als Gouver neurs-Candidaten auf. Belrugerlscaer Beamter. K a n s a s City, Mo., 6. Okt. W. G- Jones, Clerk der CrziehungS Behörde, hat derselben gestanden, ein fi?f Sr Oslvfimiar frneTA 11 rhr Vk' "UU11U1' vk. U"1- , . ... Ncyerungs . esellscyasten sur verscyle dene Schulgebäude zahlten, eingesteckt in baben. Die Untersuckuna war eine I 41 - - I -T I? " " " - " goIste bct klagen von Versicherungs I " " u Agenten, welche sich über Erpressungen der ClerkS beschwerten.

Ausdehnung der Organ u s a t i on. P i t t S b u r g, 6. Okt. Zum erstenmale seit dem verhänznißvollen Streike vor 13 Jahren, als der Verband der Coks Brenner vollständig vernichtet wurde, werden in dieser Woche wieder Versuche gemacht, um die 18,000 Coks-Brenner in der Connellsville Gegend zu organisiren. Der hiesige Verband der Ver. Grubenarbeiter erhielt aus dem NationalFond taufende von Dollars zur Verfügung gestellt. Im Pittsburger Distrikt gibt es jetzt 37,000 organisirte Kohlengräber. In dem Irwin Feld des Distrikts werden gegenwärtig weitere 20,000 organisirt. Mit diesen und den CoksArbeitern würde die Mitgliedzahl auf nahezu 80,000 anschwellen, zu dem größten Gruben-Arbeiter-Distrikt in der Welt. Cabinets-Sitzung. Washington, 6. Okt. Der Präsident und die hier weilenden Ca-binets-Mitglieder waren heute 2 Stunden in Berathung. Es war die erste Sitzung seit den Ferien; nur die Sekretäre Root, Hay und Hitchcock fehlten. Soviel man hört, standen Angelegenheiten der Marine und des Post-

Departements unter Berathung. Herr Payne gab eine kurze Uebersicht über die Resultate der Postamts - Untersuchung. Vom Tribunal in Caracas. New York, 6. Okt. General Henry M. Dufsield. der Unparteiische bei dem Caracaser Tribunal zur Ent scheidung der deutschen Ansprüche gegen Venezuela, traf heute auf dem Dampfer Maracaibo" ein. Er sagte, er sei mit den Commissären übereingekommen, die Entscheidung erst nach Mittheilung an die verschiede nen Regierungen zu veröffentlichen. Wer CommlNar für Venezuela war Dr. N. Zuluoga, der deutsche Commis sar Paul Möntsch aus Berlin, Rechtsbeistand des auswärtigen Amtes. 73 Ansprüche wurden eingereicht. 2 zurückgezogen. 37 durch die Commis sare entschieden und 32 an den Unpar teiischen iDufneld) überwiesen. 34 Sitzungen fanden statt. General Duf fielt wird sofort in Washington seinen Bericht einreichen. Durch einen Sträfling g e t ö d t e t. Madisonville. Tenn.. 6. Okt. Thomas Morton, ein wohlha bender Farmer, wurde von einem ent flohenen Sträfling hier in der Nähe bei Hicks erschossen. Der Gefängnißwärter Daly Dugan wurde von dem Despe rado verwundet. Morton und Dugan befanden sich mit einer Posse auf der Suche nach dem Sträfling. Rose ist ein Neffe von Mack Rose, welcher den Hilfssheriff Ed. Griffith in London Co. am 26. Sept. erschoß. Rose wurde bis jetzt noch nicht wie der gefangen. Divisions-Parade ver schoben. Camp Young, West Point, Ky., 6. Okt. Nach 2-tägigen Mär schen über morastbkdeckte Landstraßen begrüßten die Miliz-Truppen heute die Aniunoigung mii üreuoe, oan nur ? i t leichte Exercitien im Lager stattfinden sollten. Morgen ist Divisions-Revue, an der 10,000 Mann theilnehmen. Sie war ursprünglich auf heute angesetz und Tausende von Besuchern erschienen. um sich enttäuscht zu sehen. Rücktritt des Nordd. L l 0 y d. New York, 6. Okt. Gustav Schwab, der hiesige Agent des Nordd Lloyd, erklärte heute, daß seine Gesell schaft angekündigt habe, sie werde sich von dem Abkommen der nordatlanti schen Conferenz betreffs Regulirung der Paffaaier.Preise I. 'und II. Classe zurückziehen. Herr Schwab glaub nicht, daß der Rücktritt die jetzt üb lichen Passagier-Preise wesentlich be einftussen wird. Die Beamten der Hamburger Linie erhielten keine Mittheilungen rücksicht lich eines Rücktritts ihrer Gesellschaft Das Abkommen wurde im letzten Jahre geschlossen und legte die Mini mum-Preise für I. und II. Cajüt fest. Platt heiratbet noch, m a l s. New N 0 r k , 6. Okt. BundesSenator Thomas C. Platt kündigt seine am 16. Oktober mit Frau Lillian T. Janeway aus Washington stattsindende Vermählung an. Der 70 Jahre alte Senator ist Wittwer.

Stitöcntcii nss Jj ossisscsjrcr.

Unterrichtskurse für Arbeiter in euros Jlf 0-.Jf.T l 1 1 l-j L 4 .M.tlii. Sine englische Universitätökolonie Tie er eine Berdanvi" und Heimdal" in Up sala JraukreiÄS Oolksuniversitäteu Ber liner Arbeiter-Fortbildungskurfe. Mehr und mehr bricht sich die Erenntniß Bahn, daß die Volksbildung des lebhaftesten Interesses aller Gebildeten werth ist und daß zu ihrer Erhöhung nicht genug gethan werden kann. Besonders die akademisäien Kreise müssen es sich angelegen sein lassen, auch den Vildungsbedürftigen aus minder begüterten Volksklassen einen Theil von ihrem Schatze an Kenntnissen zu übermitteln. Nicht nur der Professor, der Lehrer, sondern auch der Student, der selbst noch Lernende, ist hierfür geeignet. Während sich in Deutschland noch nicht lange Studenten in den Dienst der Volksbildung gestellt haben, ist in anderen Staaten auf diesem Gebiete von der akademischen Jugend schon viel geleistet worden. Ihren Anfang nahm die Bewegung in England. Im Jahre 1870 verbrachten etliche Ozforder Studenten ihre Ferien in London, um m den elendesten Bezirken des Londoner Ostens bei der Armenpflege zu helfen. Ihrer Schilderung der dortigen tröstlojen Zustande und ihrer rastlosen Arbeit war es zu danken, daß das St. Johannes College von Cambridge den Plan faßte, in ienen Stadttheilen eine Universitätskolonie zu gründen, die aus Studenten bestehen sollte, die aber neben ihrer erzieherischen Thätigkeit im Osten Londons den Zusammenhang mit der Universität nicht verlieren sollten. In demselben Jahre entstand in Upsala, der bedeutendsten. Hochschule Schwedens, der Studentenverein Verdandi." Zunächst sollte es em Diskussionsverein sein: politische, soziale und religiöse Fragen sollten erst in engerem Kreise, dann in der Oeffentlichkeit erörtert werden: schließlich wandte er aber seine Arbeit an die Mitwirkung an der Volkserziehung, hauptsachlich durch Herausgabe belehrmder Schriften. Seiner in jede? Veziehung freisinnigen Richtung wegen fand er starke Gegnerschaft, und es entstand im Gegensatze zu ihm der konservative Verein Heimdal" von vornherein Mit dem Zwecke der Volkserziehung. Beide bekämpften sich nun aber nicht, sondern suchten sich der Gesammtheit zum Wohle gegenseitig zu überbieten durch die Herausgabe von Volksschriften, Gründung von Volksbibliotheken und Vorträge in Landg?mernden. In Frankreich gibt es die sogenannten Volksuniversitäten, ein Volkshaus, das einen Ausgangspunkt für verschiedene Vlldungsbestrebungen darstellt. Man verlangt hier nicht nur eme so ziale Arbeit der akademischen Jugend, sondern alle Alters- und Berufsklassen sollen sich in dem Volkshause vereinen. Jeder, so heißt es m seinem Mahnrufe, hat seinen Einsatz zu leisten, der Handarbeiter seine Kenntniß von den sozialen Fragen und seine Erfahrung im Kampf um's Dasem, der Kopsarbeite? seine wissenschaftliche Bil dung." Solche Einrichtungen bestehen in Paris, Lyon, Avignon und anderen Städten. - Die ersten in Deutschland von der akademischen Jugend selbstständig in die Hand genommenen Kurse sind, die von der Abtheilung für Sozialwissenschaft an der technischen Hochschule zu Berlin (Charlottenburg) veranstalteten Freien Fortbildungskurse sur Arbeiter. Die Kurse begannen im Qsom mer 1901. Man war von vornherein der Ansicht, daß das bloße Anhören eines Vortrages über den zu lehrenden Gegenstand nicht genüge, und es wurden deshalb regelrechte Unterrichts kurse, eine Folge von zusammenhänaenden Vorträgen über ein und dasselbe -i.! 1 wi.si I ,5am. einaeriMier, cei uenen uiccu im Anschluß an den Vortrag Uebungen stattfinden, eine genaue Besprechung . L . c rm L - des Vorgetragenen uno Erklärung oes etwa noch Unverstandenen. Die Lehrkurse dürfen im Allgemeinen jedem beri. 1- ..s cmitT r jtti o:i. uevigen Ievieie aus ;uiicuuiui,, .cuc ratur und Kunst entnommen sein. Bisher fanden folgende Kurse statt: im ersten Semester über Rechnen, Algebra. Technologie und Schillers Leben und Werke: im zweiten Semester Deutsch. Rechnen. Geometrie. Mecha nik, Chemie und Allgemeine Erdkunde; im dritten Semester wieder die gründleaenden Kurse Deutsch und Rechnen. und zwar als Doppelkurse, einer für Anfänaer und emer für poriges mni teuere, und Algebra und Elektrizitätlehre: im setzt vertto ienen dinier eine ster fanden Deutsch. Rechnen. Algebra und Elektrizitätslehre als Doppelkurse statt, außerdem noch Kurse über Geometrie. Mechanik. Chemische Techno- ' . . , . . , lome und Erdkunde, hieven oen rnrei nack dem Vortraq stattfindenden Uebungen wurden im Sommersemester - r wnr 1902 auch noch Allgemeine ueoungen an bestimmten Abenden eingerichtet. Diese sind berechnet für alle jetzigen und früheren öörer zur Uebung für die gerade vorgetragenen Fächer, sowie zur Wiederholung aus früheren Kursen. Von schon bestehenden ähnlichen ' ... . . r n n Einrichtunaen der tuoemen cyasi in Deutschland bis jetzt nur aus Areslau und Leipzig zu berichten.

Zur Bekämpfung der Tuberkulose. Ser Nnssehen erregenve Vortrag Prosessor Behringö in Kaffel. Nicht nur in medizinischen, sondern auch in Laicnkreise hat der Lortrag, den der berühmte Bakteriologe Profcssor Emil v. Behring dieser Tage vor der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Kassel hielt, begreiflicher Weise großes Aufsehen hervorgerufen. Handelt es sich doch um eine der furchtbarsten Kienkheiten, von der die Menschheit heimgesucht wird, die Tuberkulose. Die Hauptquelle für die Entstehung der Schwindsucht ist nach der Ansicht Vehrings die Säuglingsmilch. Der

menschliche Säugling entbehrt, gleich allen thierischen Säuglingen, in dem Verdauungs-Apparate jener Schutzeinnchtungen, welche im erwachsenen Zustande normaler Weise das Eindringen von Krankheitserregern m die Gewebesafte verhindern. Kinder müssen daher unter allen Umständen tuberkel-bazillen-freie Milch erhalten. Behrings Versuche zur Heilung gipfeln in der Impfung. Er ist fest davon überzeugt, daß, wie beim Rinde, auch beim Menchen Jmmunisirung durch Einfuhrung relativ unschädlichen, lebenden Tuberkulosegifies möglich sei. Seme gegenwartigen Experimente sollen zeigen, daß man durch Verfütterung von geeignetem Tuberkulose-Vnus an thierische Säuglinge ebenso gut Schutz vor Tuberkulose bewirken kann, wie durch seine direkte Einbringung in die Blutbahn. Die Aussichten für den baldigen Beginn der menschlichen Tuber-kulose-Jmmunisirunqen." so sagt Behring wörtlich, sind günstig, denn meine Hoffnung wird immer zuversichtlicher, daß die Milch immunisirter Kühe Professor Emil v. Behring. Schutzstoffe enthält, die erfolgreich auf den Menschen ubert?agbar sind. Zwischen Behriag und dem Direktor Dr. Althoff vom preußischen Kultus Ministerium hat eine wichtige Berathung stattgefunden, betreffend die Bedingungen, unter welchen das Verfahren der Jmmunisirung von Rindern vom preußischen Staate erworben werden konnte. Behring hatte nämlich in seinem Vortrage ausgeführt, die Herstellung des Schutzimpfstoffes gegen Tuberkulose übersteige :n jeder Beziehung die Kräfte eines Privatmannes. Emil Behring. der 1854 zu Hansdorf, Westpreußen, geboren wurde, begann 1884 seine bakteriologischen For schungen als Assistent Robert Kochs in Berlin und war dann Professor an der Universität Halle. Seit 1895 ist er Direktor des Hygienischen Instituts in Marburg, Hessen-Nassau. Behring ist der Erfinder des Diphtheneserums, des einzigen Mittels, das bisher der furchtbaren Diphtheritis ihre Opfer zu entreißen vermag. Für die Erfindung erhielt er 1901. den großen Nobelpreis zum Betrage von 160,000 Mark. Admiral v. Köstcr. Ter Chef der deutschen Schlachtflotte nd keine Vrzikherthätigkeit. Admiral v. Köster. der Chef der die ser Tage neu gebildeten aktiven deutschen Schlachtflotte, hat sich besonders um die Heranbildung eines tüchtigen Offizier- und UnterossiZierkorps m der deutschen Kriegsflotte verdient gemacht. Im Jahre 1844 in Mecklenburg geboren, trat Köster nach dem Besuche des Werder'schen Gymnasiums zu Berlin 1859 als Kadett in die preußische Marine ein und wurde 1864 zum Leut nant zur See ernannt. Kösters Dienstzeit ist in der ersten Hälfte vorwiegend durch die Erziehung des mngen vcaq Wuchses der Offiziere und Unteroffiziere, spät'r durch die Ausbildung des Seeoffizieorps ausgefüllt worden. Charakteristisch für Kösters Erzieherthätigkeit war seine bereits in jugendlichem Alter erfolgte Kommandirung an Bord des Kadettenschulschiffes Niobe." Von der Niobe" aing Kö ster auf das Kadettenschulschiff Prinz Adaloert" über und unternahm mi ihm eine mehrjährige Reise nach Ost asten. Vorher war er auch zur Ausbildunq von Schiffjungen thätig ge Wesen, und zwar als erster Offizier der Segelbrigg Undine." Auch in den zwischen den Seereisen liegenden Land kommandos fand Koste? fast imme? Gelegenheit zur Entfaltung seiner Befähigung als E?ziehe?. So finden wi? ihn bereits 1873 als ersten Offizier der Schiffsjungenabtheilung und 1875

ssr ' . I &itaa. Vi &'Bs& tel t ii 2 Vöw. lv H :-l 14 r- I i I VvAs v j wk x- Sri! IMrn W MMG, y ' TOf&V . ''HvM-M . 'himMmsl JfmlK '

als Direktionsoffizier der MarineAkademie. Späte? fiel Köster die verantwortungsvolle Aufgabe de? Weiter-

ntdung der lungeren Ofsiziere zu. Er onnte diese lösen als Kommandant der Panzerschiffe Württemberg" und König Wilhelm." als CM der Admi ralität und "ls 57fps W Jmrtnnn jcizwaoers. AVer auch in der 2echnii c rv 1 . c n uno nerwanung wuroe Zioer verwendet. Vom Herbst 1887 bis zum Frühjahr 1889 war er Oberwerftdirek- ... v :-r , w t,: 0 1 nm (M.. .VI Hl JXltl, UUil UU U V Ul XOiJJ. UU' :or im Neickismarine-Amt. Tim Tiahit 1897 wurde er zum Admiral befördert. Admiral v. Köster. Seit seiner 1899 erfolgten Ernennung zum Generalinspekteur der Marine hat Koster alljährlich die Herbstmanorer der Flotte mit so hervorragendem Erfolg geleitet, daß seine Wahl zum Ehcs der Schlachtflotte als selbstverständlich angesehen wurde. Wenn heute schon die deutsche Flotte einen hohen Grad von Schlagfertigkeit erreicht hat, so ist das nicht zuletzt dem zielbewußten Vorgehen, der Umsicht und der zähen Energie des Admirals v. Köster zu danken. Wichtiger Austrag. Tie Neise deö Generalkonsuls Tkinner nach Ndessinien uuv der Zweck. Nicht geringes Interesse erregt in Europa die Reise des Ver. StaatenGeneralkonsuls Robert P. Skinner in Marseille nach Abessinien. Skinner will im Auftrage des Staatsdepartements in Washington einen Handelsvertrag zwischen dem König Menelik und der Bundesregierung abschließen. Ein Kriegsschiff vom europäischen Geschwader bringt ihn zu dem Ende nach dem Hafen Jlbutil an der ostafnkarnschen Küste, von wo Skinner in Begleitung seines Privatsekretärs Walls, eines Negers, der an der Fale-Univer-sität graduirte, sowie unter dem Geleite von Marinesoldaten die 280 englische Meilen lange Ueberlandreise nach der abessinischen Hauptstadt Addis Ababa ausführt. Ter Hinblick auf die militärische Eskorte soll einem deutRobert P. Skinner. schen Diplomaten die Aeußerung entlockt haben, die Amerikaner ließen hiermit den Europäern eine Belehrung zu Theil werden; bisher sei die Flagge dem Handel gefolgt, aber die Amerikaner hätten diese Regel umgedreht. Robert P. Skinner stammt aus Masstllon, O. Er ist von Beruf Journalist und besitzt noch heute in seiner Vaterstadt ein prosperirendes Zeitungsunternehmen. Während der Wahlkampagne McKinleys begleitete Skinner denselben als Spezialkorrespondcnt. Kurz nach der ersten Inaugurirung McKinleys zum Präsidenten wurde Skinner als Konsul nach Marseille entsandt; in Berücksichtigung der Wichtigkeit des dortigen Konsulats erfolgte dann drei Jahre später seine Beförderung zum Generalkonsul. Schon in seinen ersten Berichten empfahl Skinner die Eröffnung von direkten Handelsbeziehungen mit Abessinien. Handelsverkehr zwischen dem Lande Meneliks und Amerika besteht zwar schon seit vielen Jahren, doch wurde derselbe durch Franzosen, Engländer, Deutsche oder Holländer vermittelt. Die Waaren, welche Abesstnien nach der Union lieferte, waren hauptsächlich Häute. Teppiche, Wolle und Elfenbein; dagegen versorgte Onkel Sam die Unterthanen Meneliks mit Petroleum und Baumwollartikeln. Die Vorbedingungen für die Vereinbarung eines Handelsvertrags sind jedenfalls günstige.

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