Indiana Tribüne, Volume 27, Number 39, Indianapolis, Marion County, 7 October 1903 — Page 1

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rfrfrcint sedon Nachmittag. Jahrgang 27. Indianapolis, Ind., Mittwoch, 7. Oktober 1903 No. 39.

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Anerkennende Worte für die Jndiana Miliz. In der am Dienstag abgehaltenen Conferenz der Schiedsrichter zollte Col. Wagner der Miliz deZ Staates Jndiana großes Lob. DaZ 3., Col. Stude baZer's Regiment wurde wegen seiner famosen Erstürmung deZ Muldough Hügel gelobt ; er wünschte jedoch, daß bessere Disciplin im Regiment herrsche. Das 2. Regiment, Gel. Hany B. 'Smith (Indianapolis) hatte sich bei dem Vertreiben von Äußenposten ausgezeichnet. Daß der Unparteiische mit seinem Lobe nicht gleich bei der Hand ist, 'hat er bewiesen, als er das erste Michiganer Regiment critisnte. Die Herren Ossiziere wurden ganz gehörig abgekanzelt, weil sie in der Action am Samstag nicht verstanden, die gedeckten Stellungen auszunützen. Im Ernstfalle wäre die ganze erste Compagnie ein Lei chenhaufen" geworden.

Die Forderungen der Kesselschmiede bewilligt. In den Big Fonr Werkstätten wurde heute als bestimmt behauptet, daß die Gesellschaft die Forderung der Kessel schmiede betreffs Lohnerhöhung bewilligt habe. Vereinigte Grubenarbeiter. Die Ezecutiv-Behörde der - Vereinig ten Grubenarbeiter, welche zur Zeit 'hier in Sitzung ist, hat hinsichtlich der Kohlengräber in District 15 (Colorado, Zyoming, New Mexico und Utah) 'schloffen, daß Präsident Mitchell ein ömite ernennt, welches an Ort und d' tVLt untersuchen soll, ob die Be ei rerden der Grubenarbeiter von r District 15 begründet und ihre Förde rungen berechtigt sind. Brauer M. Friedrich ä T In Hannibal, Mo., ist am Dienstag M. Friedrich, welcher früher hier ansässig war und sich eines großen Bekanntenkreises erfreute, aus dem Leben geschieden. Der Verblichene roar eine Zeit lang Vormann in Lieber's Brauerei. Später machte er einen Kursus in der Braumeister Schule durch, und war dann einig; Jahre in St. Louis als Braumeister thätig. Hierauf kaufte er eine Brauerei in Hanibal Mo. Die Leiche des Verstordenen, welcher seine Wittwe und 4 Kinder hinterläßt, wird zur Beerdigung nach hier gebracht werden. Noch gut abgelaufen. In der Wohnung des Wm. Jackson, 2733 Jsabella Str.. explodirte heute Morgen kurz nach 6 Uhr ein mit Gasolin gefüllter Behälter. Es wurde Niemand verletzt, da die Familie sich zur Zeit in einem anderen Zimmer befand. Das durch die Explosion entstandene Feuer wurde im Keime erstickt, so daß der Schaden sich auf nur $25 beläuft. Reicher Borrath an edlen Weinen. Die Firma Richard Lieber & 6o. hat am Dienstag durch das hiesige Zollamt eine Waggonladung Weine, meistens Moselweine und deutschen Champagner erhalten. Der Ein , fubrzoll betrug über $1200. Herr Richard Lieber hat diese Ein- : käufe persönlich in Deutschland ge- ' macht. Er wird noch in diesem Mol nat zurückerwartet. Personal-Notizen. Gestern feierte unser allgemein be. kannte? Mitbürger Herr John E n g e s se r von No. 223 Blake Str. seinen 61. Geburtstag. Viele seiner Freunde stellten sich bei dem Geburt?tags!inde persönlich zur Gratulation ein, und die ganze Rink Familie brachte 'Herrn Engesser eine Suprise-Partie.

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Großloge und Großtempel in Sitzung. Die 35. Jahresversammlung der Großloge der Pythias-Ritter hat gestern in der Odd FellowZ Halle ihren An fang genommen. Aus den Berichten der Beamten ging hervor, daß die Gesammtzahl der Logen im Staate 504 beträgt mit einer Mitgliedschaft von nahezu 50,000. Die Großloge nahm während des Jahres $34,471.81 ein und verausgabte 526,769.43. Das Totalvermögen der Logen beläust sich auf $1,197,190.30. Der Plan betreffend Errichtung eines Waisenheimes mittelst einer Kopfsteuer wurde als illegal" verworfen, das heißt die betreffende Resolution wurde ad acta ge legt. Gleichzeitig mit der Großloge trat anch der Staats-Großtempel der Rath-bone-Schwestern, der Frauenlogen, in Sitzung. Beide Sitzungen werden von je etwa 500 Delegaten besucht. Die Beamte nwahl. Die Beamtenwahl ergab folgendes Resultat : Groß-Kanzler Merrill E. Wilson, von Elkhart. Vice Groß . Kanzler George W. Powell, von Indianapolis. Groß-Recorder u. Siegelbewahrer Harry Wade, van Lafayette. Groß-Prälat Frank Dunton, vyn Lagrange. Groß Masterat-Arrns Jonce Monyhan, von Orleans. Groß Innere Wach: Frank Gaß. von Muncie. Groß Aeußere Wache Arthur I. Löwe, von Greensburg. Supreme Repräsentanten Jas. E. Watson, von Rushville ; James M. Hatsield, von Huntington und Otto Kolb. von Evansville. Die Wahl des Groß-Recorders war eine sehr aufregende, da die Freunde von Frank Bowers, welcher dieses Amt seit 17 Jahren bekleidete, alle Hebeln in Bewegung setzten, um dessen Wiederwähl zu sichern. Allein sein Gegner Harry Wade trug schließlich mit 107 Stimmen Majorität den Sieg davon. Supreme-Kanzler Tracy R. Bangs ist aus Grand Forks, N. D. hier eingetroffen und hielt heute vor bev GroßLoge eine Ansprache. Die Rathbone Schwest:rn haben folgende Beamte erwühlt : Groß-Chef Frau Hortense KirkPatrick, Pierceton. GroßSenior Frau Emma Taylor, Delphi. Groß-Junior Frau Bessie Hershey, Carmel. Groß-Manager Frau Laura Sinclair, Waterloo. Grand Mistreß of RecordS and Seal Frl. Louise Decker, Roblesville, (wiedererwählt). Grand Mistreß of Finance Frl. Ricy Cartwright, von Mount Vernon. Groß-Protector Frau Laura Morris, Frankfort. Will'S nochmals versuchen. Die in No. 904Meek Str. wohnende Frau May Hennegan versuchte gestern Nachmittag, sich mittelst Morphium aus der Welt zu schaffen, wurde jedoch von Nachbarn rechtzeitig entdeckt und von Dr. Mackey vom Dispensarium wieder auf den Damm gebracht. Sie drohte, den Selbstmordversuch wiederholen zu wollen, häuslicher Trubel halder. Ihr Mann ist Heizer in einer hiesigen Brauerei. Deutscher Frauen Hulfsverein. Der WohlthätigkeitZ.Ball findet am 11. November statt. In der gestern Nachmittag abgehaltenen Extra-Versammlvng des Deutschen Frauen Hülfsvereins wurde beschloffen, den Wohlthätigkeits-Ball am 11. November, anstatt am 1. November abzuhalten. Die Namen der verschiedenen Comites werden in den nächsten Tazen veröffentlicht werden.

Aus den Gerichtshöfen.

Das Recht d e r Eltern. Vor geraumer Zeit hatte Della Leonhard von Arcadia ihren ungetreuen Geliebten John W. Whetftone wegen Bruchs eines Heirathsversprechens auf Schadenersatz verklagt und es wurden ihr später im Gericht $500 zugesprochen. Da sie da? Geld von ihm nicht collectiren konnte, weil er den Staat verlassen hatte, so wollte sie seine Eltern für den Betrag haftbar machen, weil dieselben ihm gerathen hatten, das Heirathsversprechen nicht zu halten. Der Fall kam schließlich vor das Appellationsgericht und dieses hat jetzt gegen die Klägerin ein Urtheil abgegeben. Dasselbe entschied, daß die Eltern durchaus das Recht haben, in HeirathSangelegenheiten ihren Kindern zu rathen und selbst dann auch abzurathen, wenn der Sohn resp, die Tochter bereits ein Heirathsversprechen abgegeben hätte. Geistesumnachtet. Eine aus Friedensrichter Stout und 2 Aerzten bestehende Commission fand heute, daß Wm. Maxfield von 1906 Hovey Str. geistesgestört ist und ordnete seine Ueberführung nach dem Jrren-Asyle an. Er ist Wuthanfällen unterworfen und schwer zu controlliren. Seine Frau hatte gebeten, ihn nicht für irrsinnig zu erklären, trotzdem sie selbst vor einigen Tagen erklärt hatte, daß sie sich vor ihm fürchte. Der Moses Fowler ChaseFall auf's Neue. Die Anwälte von Charles H. und Ophelia Fowler Duhme von Cincinnati, Wm. A. Ketcham, Austin L. Kumler und Thomas F. Gaylord, leiteten gestern im Staats-Obergerichte ein Mandamus-Verfahren gegen Richter Joseph M. Rabb ein. um denselben zu zwingen, ihnen zu erlauben, daß ein Gesuch um einen neuen Prozeß eingereicht werde, und daß solche gerichtliche Schritte unternommen werden können, wie sie für eine Appellation gegen seine (des Richters) Entscheidung in dem Falle des Moses Fowler Chase nothwendig sind. Der Richter hatte ein derartiges Gesuch kürzlich abgelehnt. Der Anwalt A. C. Harris, welcher die Gegenpartei vertrat, ersuchte um einen Aufschub nach, damit er sich erst mit Richter Rabd in Verbindung setzen könne. Die weiteren Verhandlungen wurden daher verschoben. Noch keine Entscheidung in demFalle des irischen Flüchtlings. Vor dem Bundes-Commissär Moores wurde gestern mit den Verhandlungen in dem Falle des irischen Flüchtlings James Lynchhaun fortgefahren. Es wurden verschiedene Söhne der Smaragd-Jnsel auf den Zeugenstand gerufen, welche den Flüchtling in der alten Heimath gekannt hatten. Sie machten Mittheilungen über die Lei den, welche die Pächter kleiner Farmen von den Besitzern, den Soldaten und der Polizei zu erdulden hatten. Auch über die Sitzungen und Uebungen der Irischen Revolutionären Brüderschaft wurden weitere Erklärungen abgegeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird heute mit den Argumenten begonnen werden. Schadenersatzklage. Vor Richter Leathers und Geschworenen wird zur Zeit über die Schadenersatzklage verhandelt, welche Margarethe Cutshall gegen die EisenbahnGesellschalt eingereicht hat. Sie ist eine bejahrte Frau und erlitt durch die Schuld der Angestellten der Verklagten derartige Verletzungen, daß sie noch an Krücken gehen muß. Von lästigen Ehefesseln befreit. Richter Allen bewilligte gestern folgenden Eheleuten, welche auf dem Ocean der Ehe Schiffbruch erlitten hatten, die Scheidung : Mary Norwell von Alexander Norwell, Tossie Pierce von Horatio Pierce, Bertha E. Petty von James W. Petty, Julia Chill von I. N. Chill, Maud Higginö von StaZord Higgins, Jessie

Umholtz von Carrie Umholtz, Florence

Carper von Wm. Carper. Den Frauen Norwell, Petty, Chill und Umholtz wurde verboten, innerhalb der nächsten zwei Jahre sich wieder zu verheirathen. Kriminalgericht. Theodor Keefe wurde des Diebstahls schuldig befunden und zu 3 Monaten Arbeitsbaus verurtheilt. Ed. Crosby und Frank Ingram bekannten sich des thätlichen Angriffs schuldig; der Erstere wurde zur Zahlung von $10 und Kosten, der Letztere zu 60 Tagen Arbeitshaus verurtheilt. Klage gegen eine V e r s i ch e rungs-Gesellschaft. Ora A. Walker verklagte die Old Wayne Mutual Life Ass'n." auf Zahlung von $1000 LebensversicherungsGeldern. S ch mutzigerGeizhals. Margareth M. Cordes verklagte ihren Gatten Herman, einen reichen Farmer von Marion County, auf Schei dung. ' Derselbe soll ein schmutziger Geizhals sein. TrotzdemZer ein Vermö gen von $100,000 besitzt, gab er seiner Familie nicht mehr als $5 für Groce ries und andere Lebensmittel. Ein mal zwang er seine Frau und Kindern das Fleisch von Schweinen zu essen, welche an Krankheiten verendet waren; - brutale Behandlung und Schimpfmorte sollen bei ihm an der Tagesordnung gewesen sein. Teutschland. Für St. Louis. Magdeburg, 6. Okt. Das Deutsche 'Haus in St. Louis wird jedenfalls eine Zimmereinrichtung er halten) die, was Kunst und Aesthetik anbelangt, kaum übertroffen werden kann. Eine hiesige Künstlergruppe, bestehend aus Albin Müller, Paur, Buerck und den Gebrüdern Heider, stellen solche Zimmereinrichtung für St.. Louis her. Der Auftrag ging vom preußischen Ministerium aus. Die Namen und der Ruf der Künstler gewährleisten, daß auch wirklich etwas künstlerisch Vollendetes geleistet wird. Eisenach's Bürgermeister abgesetzt. E i s e n a ch, 7. Oct. Die langwierige Bürgermeisterkrise in Eisenach ist endlich zum Abschluß gekommen. DaS Staatsministerium von Sachsen Weimar Eisenach verfügte über den Ersten Bürgermeister Eisenachs, Dr. jur. Georg v. Fewson, Amtsentsetzung und Gehaltsentziehung. Die Affaire hat sich merkwürdig hingezogen, denn schon am 1. Mai hatte die Strafkammer des Eisenacher Landgerichts Fewson zu zwei Monaten Gefängniß erurtheilt. weil er als Chef der städtischen Polizei in mehreren Fällen unterlassen hatte, eine strasbare Handlung zu verfolgen, in der Absicht, Jemanden der gesetzlichen Strafe rechtswidrig zu entziehen. Die gerichtliche Verhandlung hatte seinerzeit ergeben, daß Erster Bürgermeister v. Fewson die Polizeigeschäfte als Chef der Polizei sehr eigenthümlich führte. In vier Fällen nahm er zu Gunsten von Prostituirten gegen seine Polizeibeamten Partei und unterließ eS, Anzeigen, die gegen Prostituirte wegen Uebertretung der polizeilichen Bestimmungen vorlagen, der Staatsanwaltschaft weiterzugeben, obwohl dies von den Unterbeamten ausdrücklich beantragt war. In einem fünften Falle ergriff er zu Gunsten eineS jungen Kaufmanns Heinecke, der unter der Vorspiegelung, Kriminalschutzmann zu sein, Prostituirte und andere Mädchen bewog, ihm gefüllig zu sein, Partei gegen die Polizeibeamten, die wegen dieser und anderer unsauberer Handlungen Anzeige gegen Heinecke erstattet hatten. Südseite Schwaben Verein. 9-ter Jahresball des Südfeite Schwaben Vereins in der Südseite Turnhalle, am Donnerstag, den 8. Oktober 190& Eintritt 25 Cents.

Nachrichten aus Jndiana.

Bahnunfall. R i ch m o n d. Die Lokomotive eines Passagierzuges der Chicago, Eincinnati LouiSville Bahn gerieth am Dienstag nahe hiesiger Stadt vom Geleise und stürzte einen Abhang herab. Der Lokomotivfübrer TbomaS Gray von Peru, Ind., trug geführliche Verletzungen davon. Bahnbeamte, die auf dem Wege nach Cincinnati waren, - um der Hochzeit des Passagier Agenten George Gallaway beizuwohnen, sind hierher zurückgekehrt. ES gährt im Lager derFinnl ü n d e r. W e is b u r g. Im Lager der Finnländer herrscht zur Zeit noch immer große Aufregung über die Ermordung ihres LandsmanneS Scarlio Pzroskie durch den farbigen Arbeiter Rupert Jones und es wird befürchtet, daß es demnächst zwischen ihnen und den nicht weit von ihnen campirenden farbigen Arbeitern zu einem blutigen Kampf kommen wird. Da die letzteren in der Minderheit sind, so haben sie eine gewisse Furcht vor ihren weißen College, deren Zahl sich auf 300 beläuft. Hier wurden gestern die beiden farbigen Frauenzimmer Susanna Williams und Amanda Purst wegen Raubanfalls verhaftet. ES wurde jedoch für rathsam gehalten, sie nach dem Gefängniß in Lawrenceburg zu bringen. Dem Galgen entronnen. T e r r e Haute. Leonard McGrannahan, welcher den Milton Foster am Abend des 27. .Dezember v. I. im Hause von Richard Niece bei Burnett getödtet hatte, wurde vom Schwurge richte des Todtschlags schuldig - befunden und damit zu einer Zuchthausstrafe von 221 Jahren verurtheilt. Die Spiritusse n-S teuer erhöht. Evansville. Der Stadtrath hat in seiner letzten Sitzung eine Ordinanz passirt, welche bestimmt, daß Alle, die Spiritussen in geringeren Quantitäten, als 5 Gallonen derlausen, sich mit einer Lizens - versehen und somit eine jährliche Steuer von $250 entrichten müssen, wie die Wirth. schaftSbesitzer. Zweck dieser Verordnung ist, die im Großen verkaufenden Getränkehändler, Brauer, Groceristen und Apotheker der Stadt ttiöut oder steuerpflichtig zn machen, falls sie sich in der erwähnten Weise mit dem Verkauf von Getränken befassen. K o k o m o G r e e n s t o w n. K o k o m o. Der Betrieb auf der electrischen Bahnlinie zwischen hier und öreenstown, den beiden bedeutendsten Städten in HowardCounty, ist eröffnet worden. Ein winziges Geschöpf. Union City. Unser Ort hat zur Zeit eine Sehenswürdigkeit, nämlich einen Säugling, welcher 1 Pfund 15 Unzen wiegt. Derselbe ist das Kind der Frau Boggs. Nationale Pferdedieb-Detectiv-Vereinigung. R i ch m o n d. In der Schlußsitzung der obigen Vereinigung wurden folgende Beamte erwählt : Präsident, A. H. Hammer, Willom, Ind.; VicePräsident, C. D. White, Eaton, O.; Secretär, Jra Meharry, Wingate, Ind.; Schatzmeister, William Colbert, Attica, Ind. Die nächste JahreZ-Ver-fammlung wird in Logansport abge halten. AuS dem Jahresbericht ping hervor, daß während des verflossenen JahreS von 15 gestohlenen Pferden 13 wieder erlangt und daß durch Bemühungen der Vereinigung 17 Pferdediebe in'S Zuchthaus geschickt wurden. Die Purdie-Cadetten geehrt. Lafayette. Capt. Frank Albright, Commandeur des Purdie Cadetten Corps hat vom Executiv-Depart ment der Louisiana Welt-Ausftellung ein Schreiben erhalten, in welchem die Purdie-Cadetten eine Einladung er-

halten, im Juni n. 1. 14 Tage auf der Welt-Ausstellung zuzubringen. Die Facultät der Universität ist ersucht wor. den, den Studenten zu erlauben, die Einladung anzunehmen. Testaments. Bestimmungen des Millionärs Martin Binger. S o u t h B e n d. In dem Testament des vor einiger Zeit verstorbenen Martin Binger, bestimmte er, daß 12 Procent von seinem etwa S1.000.000 betragenden Nachlaß der De Pauw Universität und 5 Procent der New Yorker Chautauqua zufallen sollen. A l t e n h e i m eingeweiht. Lafayette. Bischof Alerding weihte am Dienstag unter Assistenz von einer großen Anzahl Priester die von den St. Franciskaner-Schwestern hier errichtete St. Äntonius-Halle ein. Dieselbe ist zu einem Altenheim bestimmt, in welchem betagte Leute ohne Unterschied der Consession Aufnahme finden sollen. D e r R a s s e n h a ß. Crawfordsville. Der Ge-

schäftsführer der Jndiana Match Co." hatte sich veranlaßt gesehen, wegen Mangels an Arbeitskräften im Ver-packungs-Departement, wo ausfchließlich weiße Mädchen beschäftigt sind, farbige anzustellen. Darob wurden die Ersteren so entrüstet, daß sie der Firma erklärten, falls die colorirten Arbeiterinnen nicht sofort entlassen würden, sie unverzüglich streiken würden. Der Gesellschaft blieb nichts anderes übrig, als dem Verlangen der Nigger hassenden Mädchen nachzukommen. Deutschland. T erlinden muß brummen. Leipzig. 7. Oct. Das Reichsgericht in Leipzig hat das RevisionsBegehren Gerhard Terlindens verworfen. Die RevisionS-Verhandlung war ursprünglich auf den 12. September angesetzt, aber ans heute verschoben worden. Der Fall Terlinden ist mit dem Entscheid des Reichsgerichts definitiv abgethan, und Terlinden wird die sechs Jahre Zuchthaus, zu welchen ihn wegen Betrugs und Fälschung das Schwurgericht in Duisburg am 9. Juli verurtheilte, absitzen müssen. Terlinden hat den Behörden volle zwei Jahre viel zu schaffen gemacht. Nach dem seine Unternehmungen in OberHausen, Regierungsbezirk Düsseldorf, verkracht waren, flüchtete er -nach Amerika. Als von Chicago aus seine Auslieferung verfügt war, kam die Sache auf Grund eines Habeas Cor-puS"-Verfahrens noch vor das BundesObergericht in Washington, das dann die Auslieferung bestätigte. Ende März 1902 langte Terlinden auf deutschem Boden an, aber erst am 30. Juni 1903 begann sein Prozeß vor dem Schwurgericht in Duisburg, dem nun das Finale in Leipzig gefolgt ist. Sensationsprozeß Larisch. Berlin, 7. Oktbr. Demnächst beginnt der Sensationsprozeß gegen den hiesigen Kaufmann Rosenstiel, einen Rittmeister a. D. Zieser und acht Andere, welche Graf Franz Jose? Larisch von Moennich der Erpressung beschuldigt. Der junge Graf (am 24. September 1878 in Schönstein geboren) soll mit den Angeklagten vor Jahren einen Contrakt eingegangen sein, laut' welchen er ihnen für ihre Bemühungen um seine Vermählung mit einer reichen Erbin die Summe von 200,000 Mark verabfolgen sollte. Graf Larisch vermählte sich am 27. Juni 1901 in Buffalo, N. Y., mit der am 10. Juli 1879 in Titusville, Pa.. geborenen Marie Satterfield, und seitdem sollen die nunmehr vor Gericht Geforderten den Grafen wegen Auszahlung des fraglichen Betrages drangsalirt haben. Um seinen Peinigern zu entgehen, strengte Graf Larisch die Klage an, deren Verhandlung allerHand erbauliche Enthüllungen in Aussicht stellt, durch welche noch mehr Personen kompromittirt werden mögen. . Sozialer Turnverein. General-Versammlung und Veamtenwahl heute Abend.

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